Freigeisterhaus Foren-Übersicht www.artikeldrei.de
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   NutzungsbedingungenNutzungsbedingungen   BenutzergruppenBenutzergruppen   LinksLinks   ChatChat   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   KarteKarte   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Fake oder nicht
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Wissenschaft und Technik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
kereng
Babymetal-Fan



Anmeldungsdatum: 12.12.2006
Beiträge: 2256
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#2096360) Verfasst am: 25.05.2017, 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
... Seit Dawkins vielleicht hat sich unter den "Krawallatheisten" [sorry : ) ] jedoch die nicht zu begründende Vorstellung verbreitet, Naturwissenschaftler seien natürlicherweise, oder müssten es zumindest sein, areligiös oder Gegner der Religion. Das ist mitnichten der Fall ...

Wenn ich mich richtig erinnere, hat Dawkins auf eine Studie hingewiesen, nach der bei akademischen Titeln der Glauben geringer ist als in der Durchschnittsbevölkerung und bei Mitgliedern der "National Academy of Sciences" nochmal weniger.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Schlumpf
registrierter User



Anmeldungsdatum: 17.11.2007
Beiträge: 2437
Wohnort: Ost-Bayern

Beitrag(#2096363) Verfasst am: 25.05.2017, 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Einstein wird auch der Spruch zugeschrieben: Gott würfelt nicht. Dabei war er allerhöchstens Pantheist.
Was mich wirklich wunderte war, dass man in der Schule über Goethe und Schiller unterrichtet wurde, dabei aber tunlichst verschwiegen wurde, dass sie und andere kluge Köpfe zum Teil drastische Kirchenkritiker waren. Da war wohl der Einfluss der Kirchen dran schuld.
_________________
I'll make Schlumpfhausen great again
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31515
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2096366) Verfasst am: 25.05.2017, 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Schlumpf hat folgendes geschrieben:
Einstein wird auch der Spruch zugeschrieben: Gott würfelt nicht. Dabei war er allerhöchstens Pantheist.
Was mich wirklich wunderte war, dass man in der Schule über Goethe und Schiller unterrichtet wurde, dabei aber tunlichst verschwiegen wurde, dass sie und andere kluge Köpfe zum Teil drastische Kirchenkritiker waren. Da war wohl der Einfluss der Kirchen dran schuld.


Albert Einstein und die Religion.

Zitat:
"Es war natürlich eine Lüge, was Sie über meine religiösen Überzeugungen gelesen haben, eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzte Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann." - Anwort vom 24. März 1954 auf einen Brief von J. Dispentiere, New Jersey, vom 22. März 1954 Einstein Archives 59-495 und 59-494, Übersetzung Andreas Müller in Humanistischer Pressedienst

_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
DonMartin
registrierter User



Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 3774

Beitrag(#2096374) Verfasst am: 25.05.2017, 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Schlumpf hat folgendes geschrieben:
Einstein wird auch der Spruch zugeschrieben: Gott würfelt nicht.

Der hat aber keinen religiösen Hintergrund, er fiel - angeblich - bei einer Auseinandersetzung mit Bohr oder anderen Quantenphysikern.
Einstein mochte die Quantentheorie nicht, weil da das Zufallsprinzip regiert.
Schlumpf hat folgendes geschrieben:

Was mich wirklich wunderte war, dass man in der Schule über Goethe und Schiller unterrichtet wurde, dabei aber tunlichst verschwiegen wurde, dass sie und andere kluge Köpfe zum Teil drastische Kirchenkritiker waren. Da war wohl der Einfluss der Kirchen dran schuld.

Würde ich nicht so hoch hängen. Goethe und Schiller spricht man eben eher Kompetenz als Literaten zu, und die meisten Naturwissenschaftler sind in Sachen Religion auch eher unergiebig.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
kereng
Babymetal-Fan



Anmeldungsdatum: 12.12.2006
Beiträge: 2256
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#2096589) Verfasst am: 27.05.2017, 17:17    Titel: Re: De tribus - oder wie der Nathan den Ring verteilte Antworten mit Zitat

kereng hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Die Fußnote verweist offenbar auf:
Wolfgang Kuhn - Das Eichhörnchen und der liebe Gott. (1979)

Die moderne Naturwissenschaft und ihre soziale Heilslehre (Max Thürkauf - 1980)
enthält ebenfalls das Zitat und verweist auch auf Wolfgang Kuhn - Das Eichhörnchen und der liebe Gott.

Mittlerweile habe ich ein Exemplar von "Wolfgang Kuhn - Das Eichhörnchen und der liebe Gott 1979" vorliegen, ein dümmliches Intelligent-Design-Machwerk, falls es damals ID schon gab. Die Gewohnheit, Atheisten als militant zu bezeichnen, gab es jedenfalls schon.

Das gesuchte Zitat geht zusammen mit einigen anderen dem Vorwort voraus, ohne Quellenangabe:
Zitat:
"Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott." Werner Heisenberg, Nobelpreisträger

Abweichend von den geläufigen Versionen steht hier "Grunde" anstatt "Grund".
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 810

Beitrag(#2096624) Verfasst am: 28.05.2017, 08:47    Titel: Re: De tribus - oder wie der Nathan den Ring verteilte Antworten mit Zitat

kereng hat folgendes geschrieben:
kereng hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Die Fußnote verweist offenbar auf:
Wolfgang Kuhn - Das Eichhörnchen und der liebe Gott. (1979)

Die moderne Naturwissenschaft und ihre soziale Heilslehre (Max Thürkauf - 1980)
enthält ebenfalls das Zitat und verweist auch auf Wolfgang Kuhn - Das Eichhörnchen und der liebe Gott.

Mittlerweile habe ich ein Exemplar von "Wolfgang Kuhn - Das Eichhörnchen und der liebe Gott 1979" vorliegen, ein dümmliches Intelligent-Design-Machwerk, falls es damals ID schon gab. Die Gewohnheit, Atheisten als militant zu bezeichnen, gab es jedenfalls schon.

Das gesuchte Zitat geht zusammen mit einigen anderen dem Vorwort voraus, ohne Quellenangabe:
Zitat:
"Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott." Werner Heisenberg, Nobelpreisträger

Abweichend von den geläufigen Versionen steht hier "Grunde" anstatt "Grund".


Im Wiki-Artikel steht, dass er ID-ler war.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Kuhn_%28Biologe%29
Zitat:
Kuhn unterstützte das Intelligent Design. Er verfasste Schulbücher und war als Moderator verschiedener Fernseh- und Hörfunksendungen tätig. Außerdem veröffentlichte er verschiedene Aufsätze zu Grenzfragen zwischen Biologie und Theologie, in denen er akademische Ansichten der Biologie hinterfragte und behauptete, Darwins Theorien seien widerlegt. Er plädierte für den Schöpfungsglauben, ging aber nicht davon aus, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschuf, wie es in der Bibel steht, sondern übernahm das wissenschaftlich allgemein akzeptierte Alter des Lebens und der Erde von mehreren Milliarden Jahren (Langzeitkreationismus).


Vielleicht hat er das Zitat in Veröffentlichungen amerikanischer Kreationisten gefunden und dann übersetzt.

Link klickbar gemacht. vrolijke
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
kereng
Babymetal-Fan



Anmeldungsdatum: 12.12.2006
Beiträge: 2256
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#2096817) Verfasst am: 29.05.2017, 17:57    Titel: Neues vom Bechergott Antworten mit Zitat

http://catholic-church.org/ao/ps/downloads/GottSeele.pdf
Dr. Ludwig Neidhart hat folgendes geschrieben:
So sagt Francis Bacon: „Ein wenig Philosophie“ mache den Geist des Menschen dem Atheismus geneigt, aber „die Tiefe der Philosophie“ führe ihn zur Religion zurück (wobei zu seiner Zeit Naturwissenschaften zur Philosophie dazugehörten).46 Ähnlich C.F. v. Weizsäcker: „Nach einem alten Satz trennt uns der erste Schluck aus dem Becher der Erkenntnis von Gott, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott“.47

47 Vgl. diverse Internetquellen sowie C.F. v. Weizsäcker, Die Geschichte der Natur. Zwölf Vorlesungen, Göttingen 1948, 9. Auf. 1979, S. 117.

Carl Friedrich Weizsäcker (Freiherr von): Die Geschichte der Natur: Zwölf Vorlesungen, S. Hirzel, 1948 - 138 Seiten

Seite 152 (von 138!) hat folgendes geschrieben:
Aus dem Denken gibt es keinen ehrlichen Rückweg in einen naiven Glauben. Nach einem alten Satz trennt uns der erste Schluck aus dem Becher der Erkenntnis von Gott, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott auf den, der ihn sucht. Wenn es so ist, dann gibt es einen Weg des Denkens, der vorwärts zu religiösen Wahrheiten führt, und nur diesen Weg zu suchen ist lohnend. Wenn es nicht so ist, wird unsere Welt auf die Religion ihre Hoffnungen vergeblich setzen.

In der Ausgabe von 1958 wird "der vorwärts zu religiösen Wahrheiten führt" abgeschwächt zu "der vorwärts zur Fähigkeit führt, religiöse Wahrheiten aufzufassen". Dieser Text scheint auch in der 1979er Auflage zu stehen, jedenfalls wird er hier so zitiert.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 810

Beitrag(#2096818) Verfasst am: 29.05.2017, 18:14    Titel: Re: Neues vom Bechergott Antworten mit Zitat

kereng hat folgendes geschrieben:
http://catholic-church.org/ao/ps/downloads/GottSeele.pdf
Dr. Ludwig Neidhart hat folgendes geschrieben:
So sagt Francis Bacon: „Ein wenig Philosophie“ mache den Geist des Menschen dem Atheismus geneigt, aber „die Tiefe der Philosophie“ führe ihn zur Religion zurück (wobei zu seiner Zeit Naturwissenschaften zur Philosophie dazugehörten).46 Ähnlich C.F. v. Weizsäcker: „Nach einem alten Satz trennt uns der erste Schluck aus dem Becher der Erkenntnis von Gott, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott“.47

47 Vgl. diverse Internetquellen sowie C.F. v. Weizsäcker, Die Geschichte der Natur. Zwölf Vorlesungen, Göttingen 1948, 9. Auf. 1979, S. 117.

Carl Friedrich Weizsäcker (Freiherr von): Die Geschichte der Natur: Zwölf Vorlesungen, S. Hirzel, 1948 - 138 Seiten

Seite 152 (von 138!) hat folgendes geschrieben:
Aus dem Denken gibt es keinen ehrlichen Rückweg in einen naiven Glauben. Nach einem alten Satz trennt uns der erste Schluck aus dem Becher der Erkenntnis von Gott, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott auf den, der ihn sucht. Wenn es so ist, dann gibt es einen Weg des Denkens, der vorwärts zu religiösen Wahrheiten führt, und nur diesen Weg zu suchen ist lohnend. Wenn es nicht so ist, wird unsere Welt auf die Religion ihre Hoffnungen vergeblich setzen.

In der Ausgabe von 1958 wird "der vorwärts zu religiösen Wahrheiten führt" abgeschwächt zu "der vorwärts zur Fähigkeit führt, religiöse Wahrheiten aufzufassen". Dieser Text scheint auch in der 1979er Auflage zu stehen, jedenfalls wird er hier so zitiert.


Damit sollte eigentlich Heisenbergs Urheberschaft vom Tisch sein. Mgl. hat Heisenberg diesen Satz mal zitiert, aber dann wäre der Zusammenhang von Bedeutung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 810

Beitrag(#2096952) Verfasst am: 30.05.2017, 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

In diesem Zusammenhang bin ich über Harald Lesch verwundert.
Der ist Sprecher des Hörbuchs von C.F. Weizsäcker (2007) und müsste obiges Zitat vorgelesen haben.
Dennoch erklärt er in einem Interview (2016) was Heisenberg mit dem Zitat sagen wollte.
http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2016/01/24/das-kreative-universum/
Zitat:
Dem Begründer der Quantenmechanik, Werner Heisenberg, wird der Ausspruch zugeschrieben, der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft mache ungläubig, aber auf dem Grunde des Bechers warte Gott.
Lesch: Was Heisenberg meint, ist, wenn man nicht tief genug in die Wissenschaft einsteigt, wird man nie verstehen, worum es geht. Es ist nämlich die ganze Suche, die in den Naturwissenschaften passiert, in irgendeiner Art und Weise letztlich eine Suche nach etwas Absolutem: Die einen nennen es Gott. Die anderen nennen es irgendwie kosmische Energie.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31515
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2096965) Verfasst am: 30.05.2017, 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
In diesem Zusammenhang bin ich über Harald Lesch verwundert.
Der ist Sprecher des Hörbuchs von C.F. Weizsäcker (2007) und müsste obiges Zitat vorgelesen haben.
Dennoch erklärt er in einem Interview (2016) was Heisenberg mit dem Zitat sagen wollte.
http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2016/01/24/das-kreative-universum/
Zitat:
Dem Begründer der Quantenmechanik, Werner Heisenberg, wird der Ausspruch zugeschrieben, der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft mache ungläubig, aber auf dem Grunde des Bechers warte Gott.
Lesch: Was Heisenberg meint, ist, wenn man nicht tief genug in die Wissenschaft einsteigt, wird man nie verstehen, worum es geht. Es ist nämlich die ganze Suche, die in den Naturwissenschaften passiert, in irgendeiner Art und Weise letztlich eine Suche nach etwas Absolutem: Die einen nennen es Gott. Die anderen nennen es irgendwie kosmische Energie.


Wurde hier doch schon von mir, und auch andere so gesehen:

abbahallo hat folgendes geschrieben:
Ich würde es eher so deuten, dass je weiter man sich in eine Wissenschaft herein arbeitet, man demütiger wird. Man hat es schon mit etwas Großem zu tun.


vrolijke hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:

denn von ihrer Ausbildung her müssten sie eigentlich wissen, dass Wissenschaft und Religion im Kern eben nicht kompatibel sind.


Schulterzucken ich würde das nicht so eng sehen.

Im Gegensatz zu Narren, erkennen Wissenschaftler, dass der "Ursprung" von allem wird wohl nie ganz aufgeklärt werden kann.

Wie der heißt, ist eigentlich wumpe. Manche nennen das eben "Gott".

_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
DonMartin
registrierter User



Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 3774

Beitrag(#2096966) Verfasst am: 30.05.2017, 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wuerde es eher so sehen: wird halt auch aelter, der Knabe.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 810

Beitrag(#2096968) Verfasst am: 30.05.2017, 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
In diesem Zusammenhang bin ich über Harald Lesch verwundert.
Der ist Sprecher des Hörbuchs von C.F. Weizsäcker (2007) und müsste obiges Zitat vorgelesen haben.
Dennoch erklärt er in einem Interview (2016) was Heisenberg mit dem Zitat sagen wollte.
http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2016/01/24/das-kreative-universum/
Zitat:
Dem Begründer der Quantenmechanik, Werner Heisenberg, wird der Ausspruch zugeschrieben, der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft mache ungläubig, aber auf dem Grunde des Bechers warte Gott.
Lesch: Was Heisenberg meint, ist, wenn man nicht tief genug in die Wissenschaft einsteigt, wird man nie verstehen, worum es geht. Es ist nämlich die ganze Suche, die in den Naturwissenschaften passiert, in irgendeiner Art und Weise letztlich eine Suche nach etwas Absolutem: Die einen nennen es Gott. Die anderen nennen es irgendwie kosmische Energie.


Wurde hier doch schon von mir, und auch andere so gesehen:

abbahallo hat folgendes geschrieben:
Ich würde es eher so deuten, dass je weiter man sich in eine Wissenschaft herein arbeitet, man demütiger wird. Man hat es schon mit etwas Großem zu tun.


vrolijke hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:

denn von ihrer Ausbildung her müssten sie eigentlich wissen, dass Wissenschaft und Religion im Kern eben nicht kompatibel sind.


Schulterzucken ich würde das nicht so eng sehen.

Im Gegensatz zu Narren, erkennen Wissenschaftler, dass der "Ursprung" von allem wird wohl nie ganz aufgeklärt werden kann.

Wie der heißt, ist eigentlich wumpe. Manche nennen das eben "Gott".


Mir ging es nicht um die Interpretation des Zitats, sondern darum, dass Lesch das Zitat Heisenberg zuschreibt.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 810

Beitrag(#2097032) Verfasst am: 31.05.2017, 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe eine verschärfte Variante des Zitats gefunden:
http://www.steyler.eu/svd/medien/zeitschriften/stadtgottes_DE-CH/2009/2009_12/Glaubenszweifel.php
Zitat:
Nicht jeder kann die Erfahrung des Physik-Nobelpreisträgers Werner Karl Heisenberg machen. „Als ich begann, aus dem Becher naturwissenschaftlichen Forschens zu trinken, schmeckte ich zunächst Atheismus. Erst als ich zum Grund des Bechers kam, zeigte sich mir die Realität des unsichtbaren persönlichen Gottes.“


Natürlich ohne Quellenangabe.

Eines muss man feststellen: Man hat Heisenberg das Zitat (Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott.) mit durchschlagendem Erfolg untergejubelt. Es hat Eingang in Schulbücher gefunden, wissenschaftl. Koryphäen wie Anton Zeilinger verwenden es auf Vorträgen. Wenn es denn eine Unterjubelung war. Ich könnte mir vordstellen, dass jemand einfach C.F. von Weizsäcker und Werner Heisenberg verwechselt hat, als er das Weizsäcker-Zitat in gekürzter Fassung anbringen wollte.

Aber vielleicht gibt es doch noch eine Spur zu Heisenberg? Wenn die Angaben mit Dezember 1964 nicht wären, hätte ich schon aufgegeben zu suchen. Im Jahr 64 bekam H. das Bundesverdienstkreuz. Hielt er da eine Rede? Ich habe bisher nichts gefunden.

Edith: Bei einem "Festvortrag vor der Katholischen Akademie in Bayern anläßlich der Entgegennahme des Romano-Guardini-Preises in München am 23. März 1973" sagt er nichts über irgendwelche Becher.
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/phbl.19730290801/abstract
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 810

Beitrag(#2097041) Verfasst am: 31.05.2017, 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hier ist ein Spiegel-Artikel aus dem Jahr 1970, der sich mit der religiösen Weltsicht Heisenbergs auseinandersetzt. Das Zitat mit dem Becher fehlt. Hätte man die Becher-Äußerung schon 1970 W. Heisenberg zugeschrieben, dann wäre sie sicher im Artikel erwähnt worden.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45225508.html
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
kereng
Babymetal-Fan



Anmeldungsdatum: 12.12.2006
Beiträge: 2256
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#2097049) Verfasst am: 01.06.2017, 07:52    Titel: Antworten mit Zitat

Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Ich könnte mir vordstellen, dass jemand einfach C.F. von Weizsäcker und Werner Heisenberg verwechselt hat, als er das Weizsäcker-Zitat in gekürzter Fassung anbringen wollte.

Es macht allerdings einen Unterschied, ob der coole Heisenberg etwas entdeckt hatte, was er "Gott" zu nennen bereit war (zentrale Ordnung), oder ob der religiöse Weizsäcker einen alten Satz kannte, aus der Zeit vor Quantentheorie, Relativitätstheorie, Urknalltheorie und Evolutionstheorie, wo sicher niemand den Grund des Bechers ausloten konnte.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 19924
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2097059) Verfasst am: 01.06.2017, 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

kereng hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Ich könnte mir vordstellen, dass jemand einfach C.F. von Weizsäcker und Werner Heisenberg verwechselt hat, als er das Weizsäcker-Zitat in gekürzter Fassung anbringen wollte.

Es macht allerdings einen Unterschied, ob der coole Heisenberg etwas entdeckt hatte, was er "Gott" zu nennen bereit war (zentrale Ordnung), oder ob der religiöse Weizsäcker einen alten Satz kannte, aus der Zeit vor Quantentheorie, Relativitätstheorie, Urknalltheorie und Evolutionstheorie, wo sicher niemand den Grund des Bechers ausloten konnte.

Auf jeden Fall scheint es so zu sein, dass der Inhalt dieses Bechers jemanden besoffen machte.
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 810

Beitrag(#2097147) Verfasst am: 02.06.2017, 09:57    Titel: Antworten mit Zitat

kereng hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Ich könnte mir vordstellen, dass jemand einfach C.F. von Weizsäcker und Werner Heisenberg verwechselt hat, als er das Weizsäcker-Zitat in gekürzter Fassung anbringen wollte.

Es macht allerdings einen Unterschied, ob der coole Heisenberg etwas entdeckt hatte, was er "Gott" zu nennen bereit war (zentrale Ordnung), oder ob der religiöse Weizsäcker einen alten Satz kannte, aus der Zeit vor Quantentheorie, Relativitätstheorie, Urknalltheorie und Evolutionstheorie, wo sicher niemand den Grund des Bechers ausloten konnte.


Sicher macht das einen Unterschied.
Ich habe mich nur gefragt wie diese Zuschreibung zustande kam. Mit Zitaten wird häufig geschludert. Ich habe auch schon Seiten gefunden, auf denen das betreffende Zitat Max Planck zugeschrieben wurde.
https://www.welt.de/print-welt/article686830/Das-Symbol-fuer-die-Entstehung-des-Lebens.html
Zitat:
An die Stelle blinden Staunens von einst tritt das wissende Staunen; jetzt haben wir Einblick in die komplexen Verfahren - größere, erkenntnisvolle Ehrfurcht steht uns wohl an, gemäß dem Wort von Max Planck: "Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 810

Beitrag(#2098909) Verfasst am: 17.06.2017, 18:30    Titel: Re: Neues vom Bechergott Antworten mit Zitat

kereng hat folgendes geschrieben:
http://catholic-church.org/ao/ps/downloads/GottSeele.pdf
Dr. Ludwig Neidhart hat folgendes geschrieben:
So sagt Francis Bacon: „Ein wenig Philosophie“ mache den Geist des Menschen dem Atheismus geneigt, aber „die Tiefe der Philosophie“ führe ihn zur Religion zurück (wobei zu seiner Zeit Naturwissenschaften zur Philosophie dazugehörten).46 Ähnlich C.F. v. Weizsäcker: „Nach einem alten Satz trennt uns der erste Schluck aus dem Becher der Erkenntnis von Gott, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott“.47

47 Vgl. diverse Internetquellen sowie C.F. v. Weizsäcker, Die Geschichte der Natur. Zwölf Vorlesungen, Göttingen 1948, 9. Auf. 1979, S. 117.

Carl Friedrich Weizsäcker (Freiherr von): Die Geschichte der Natur: Zwölf Vorlesungen, S. Hirzel, 1948 - 138 Seiten

Seite 152 (von 138!) hat folgendes geschrieben:
Aus dem Denken gibt es keinen ehrlichen Rückweg in einen naiven Glauben. Nach einem alten Satz trennt uns der erste Schluck aus dem Becher der Erkenntnis von Gott, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott auf den, der ihn sucht. Wenn es so ist, dann gibt es einen Weg des Denkens, der vorwärts zu religiösen Wahrheiten führt, und nur diesen Weg zu suchen ist lohnend. Wenn es nicht so ist, wird unsere Welt auf die Religion ihre Hoffnungen vergeblich setzen.

In der Ausgabe von 1958 wird "der vorwärts zu religiösen Wahrheiten führt" abgeschwächt zu "der vorwärts zur Fähigkeit führt, religiöse Wahrheiten aufzufassen". Dieser Text scheint auch in der 1979er Auflage zu stehen, jedenfalls wird er hier so zitiert.


Ich habe mir das Buch von 1948 zugelegt. (Das Buch hat 174 Seiten.)
Die Vorlesungen wurden im Sommersemester 1946 gehalten und erschienen zwei Jahre später in Buchform.
Die zitierte Passage stammt aus der zwölften Vorlesung mit dem Titel: "Der Mensch. Innere Geschichte"
Es gibt keine Anmerkungen, die verraten könnten woher der Spruch stammt.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Wissenschaft und Technik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Seite 2 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Disclaimer / Impressum


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group