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Noch mehr Waffen unters Volk...
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Despiteful
Freizeit-Schizo



Anmeldungsdatum: 26.03.2017
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Beitrag(#2109003) Verfasst am: 04.10.2017, 11:45    Titel: Antworten mit Zitat

https://www.youtube.com/watch?v=PrnIVVWtAag
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"Die Philosophen haben den Nihilismus immer nur überwunden, es kömmt darauf an, ihn zu vollenden."

- Ludger Lütkehaus


Murphy was here Cool
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fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20274
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Beitrag(#2109004) Verfasst am: 04.10.2017, 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
http://www.huffingtonpost.com/josh-sugarmann/ten-gun-industry-and-nra_b_9299398.html

Krank.
-Bild-

Ja, die NRA sind nicht unbedingt die Baptisten unter den Amerikanern.

Aber vielleicht könntest Du in diesem Zusammenhang verstehen, warum ich die Religionsfreiheit nicht so hoch hänge wie andere, und warum ich bei der Immigration auf den Prüfstand gelegt haben will, welche Teile der fremden Kultur hier erwünscht sind und welche nicht.

btw: Weil sie bei diesem Bild gerade so schön passt: Hattest Du diese Signatur schon vorher?

p.s.
Mir scheint, einige haben hier die Eindruck, ich wolle die NRA verteidigen. Dem ist nicht so.
Ich halte nur unser moralisches Urteil für keine gute Basis, um zu verstehen, was da abläuft.

Wenn im amerikanischen Fernsehen am Folgetag nach dem Massaker in Las Vegas Zeugen des Massakers auf der Straße gefragt werden, ob sie jetzt auch für eine Einschränkung des Waffenbesitzes sind und die antworten mit dem NRA-Motto, dass nicht die Waffen böse sind, sondern die Menschen, die soetwas tun, dann sind das keine Opfer der NRA-Propaganda, sondern die nehmen den NRA-Slogan auf, weil der das amerikanische Selbstverständnis trifft.
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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zelig
Kultürlich



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Beiträge: 22331

Beitrag(#2109020) Verfasst am: 04.10.2017, 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
http://www.huffingtonpost.com/josh-sugarmann/ten-gun-industry-and-nra_b_9299398.html

Krank.
-Bild-

Ja, die NRA sind nicht unbedingt die Baptisten unter den Amerikanern.

Aber vielleicht könntest Du in diesem Zusammenhang verstehen, warum ich die Religionsfreiheit nicht so hoch hänge wie andere, und warum ich bei der Immigration auf den Prüfstand gelegt haben will, welche Teile der fremden Kultur hier erwünscht sind und welche nicht.


Nein. Mich nervt Crossover-Posting eher. Zumal wenn es an jeder Stelle praktiziert wird.

fwo hat folgendes geschrieben:
btw: Weil sie bei diesem Bild gerade so schön passt: Hattest Du diese Signatur schon vorher?


Ja, schon lange.

fwo hat folgendes geschrieben:

Mir scheint, einige haben hier die Eindruck, ich wolle die NRA verteidigen. Dem ist nicht so.
Ich halte nur unser moralisches Urteil für keine gute Basis, um zu verstehen, was da abläuft.


Versteh ich nicht. Nach meiner Erinnerung hast Du gegen die Ansicht argumentiert, die NRA sei maßgeblich für den Waffenirrsinn verantwortlich. Dann benutzt Du wieder diese Floskel, mit der andere Ansichten auf moralische Urteile reduziert werden. Das finde ich auch unangenehm.

fwo hat folgendes geschrieben:
Wenn im amerikanischen Fernsehen am Folgetag nach dem Massaker in Las Vegas Zeugen des Massakers auf der Straße gefragt werden, ob sie jetzt auch für eine Einschränkung des Waffenbesitzes sind und die antworten mit dem NRA-Motto, dass nicht die Waffen böse sind, sondern die Menschen, die soetwas tun, dann sind das keine Opfer der NRA-Propaganda, sondern die nehmen den NRA-Slogan auf, weil der das amerikanische Selbstverständnis trifft.

Ich denke Du kennst sich gegenseitig bedingende und aufschaukelnde Effekte. Nach meiner Wahrnehmung ist Deine Argumentation diejenige, die das nicht wahrhaben will. Während andere immer auch den tradierten Umgang mit Waffen als Faktor anerkennen.
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
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Beitrag(#2109021) Verfasst am: 04.10.2017, 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

https://www.rosenheim24.de/deutschland/wittenberge-polizei-findet-waffen-und-munition-in-wohnung-zr-8737660.html schrieb:
Zitat:
Die genaue Anzahl der Waffen konnte nicht beziffert werden. Allein die Munition habe insgesamt drei 50-Liter-Behältnisse gefüllt, hieß es weiter.

Geschockt
Es ist also auch in Deutschland möglich, sich mit jeder Menge Schusswaffen und Munition einzudecken, wenn man will.
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72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
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Beitrag(#2109023) Verfasst am: 04.10.2017, 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich hau mal eine These zu dem Täter raus: Nachdem ich jetzt gelesen habe, dass der sogar reich war und alles hätte haben können, was er wollte oder sogar hatte, bin ich der Auffassung, dass er sich das eine mit seiner Tat erheischen wollte, das man nicht kaufen kann: Einen unsterblichen Namen.

Ohne zu zynisch zu werden kann man wohl sagen: Hat er geschafft. Traurig

Nein. Das hat bei Herostrat noch funktioniert, ist aber lange her. Heute bekommt die Menschheit zuviel um die Ohren und vor die Augen, dieser Ruhm verblaßt sehr bald. Wer erinnert sich noch bspw. an einen gewissen Harmann? Oder der Kerl, der auf dieser Ferieninsel um sich schoß - mir fällt jetzt partout sein Name nicht ein... Breifick oder so ähnlich?
Es gehörte mal zur Allgemeinbildung zu wissen, was eine "herostratensische Tat" ist, aber das ist - schätze ich - auch allmählich verblaßt.

Da das "Geständnis" bei Herostrat unter Folter erwirkt wurde, ist es auch möglich, dass Herostrat die Brandstiftung nicht begangen hat und gelogen hat, einfach nur, um die Folter zu beenden.

Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass es für jemanden erstrebenswert sein soll, mit einem Verbrechen berühmt zu werden, und für die Nachwelt mit diesem in Verbindung gebracht zu werden.

Vielleicht stand eine generalisierte Rache an der Gesellschaft im Vordergrund, dafür, dass der Staat an seiner Spielsucht verdient hat, statt diese zu therapieren.
Ganz Las Vegas ist eine einzige Mafia-Spielhöllen-Abzocke, und der Staat verdient auch noch daran.

Das Gleiche bei der Waffen-sammel-Sucht.
Keine Spur von Therapie, aber die Waffen-Händler und die Waffen-Industrie verdienen prächtig.

Das Gleiche bei der Sucht nach Betäubungsmitteln, wovon der jeder achte US-Amerikaner betroffen ist.
Profiteure: Pharma-Industrie und Drogen-Mafia.

Womit ich nicht den Täter zum Opfer machen will.

Nur als Denk-Anregung für eine bessere Gesellschaft gedacht.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20274
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Beitrag(#2109024) Verfasst am: 04.10.2017, 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
http://www.huffingtonpost.com/josh-sugarmann/ten-gun-industry-and-nra_b_9299398.html

Krank.
-Bild-

Ja, die NRA sind nicht unbedingt die Baptisten unter den Amerikanern.

Aber vielleicht könntest Du in diesem Zusammenhang verstehen, warum ich die Religionsfreiheit nicht so hoch hänge wie andere, und warum ich bei der Immigration auf den Prüfstand gelegt haben will, welche Teile der fremden Kultur hier erwünscht sind und welche nicht.


Nein. Mich nervt Crossover-Posting eher. Zumal wenn es an jeder Stelle praktiziert wird.

Die Stelle, auf die ich verlinkt hatte, hatte nach meinem Gefühl in der Metasicht exakt das selbe Thema:
Wie sinnvoll ist es, meinen moralischen Standpunkt als Grundlage der Bewertung eines Akteurs einer anderen Gesellschaft zu benutzen? Welche Absichten kann ich ihm sinnvollerweise unterstellen?
zelig hat folgendes geschrieben:
...
fwo hat folgendes geschrieben:

Mir scheint, einige haben hier die Eindruck, ich wolle die NRA verteidigen. Dem ist nicht so.
Ich halte nur unser moralisches Urteil für keine gute Basis, um zu verstehen, was da abläuft.


Versteh ich nicht. Nach meiner Erinnerung hast Du gegen die Ansicht argumentiert, die NRA sei maßgeblich für den Waffenirrsinn verantwortlich. Dann benutzt Du wieder diese Floskel, mit der andere Ansichten auf moralische Urteile reduziert werden. Das finde ich auch unangenehm.

Zur Erinnerung: Das ist der Post, auf den ich in diesen Teil der Diskussion eingestiegen bin:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
....
Was spricht eigentlich dagegen die NRA als Hauptverursacher des Problems als terroristische Vereinigung zu klassifizieren, zu verbieten und zu zerschlagen?

Worin unterscheidet sich denn die NRA grundsaetzlich von Organisationen wie ISIS?...

Die NRA als terroristische Organisation oder nur als Hauptschuldige für den Waffenirrsinn anzusehen ist dummes Zeug, weil es die amerikanische Kultur einfach ausblendet.

Das ist aber eine Reduktion, die nicht ich vornehme, sondern ihr selbst.
zelig hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Wenn im amerikanischen Fernsehen am Folgetag nach dem Massaker in Las Vegas Zeugen des Massakers auf der Straße gefragt werden, ob sie jetzt auch für eine Einschränkung des Waffenbesitzes sind und die antworten mit dem NRA-Motto, dass nicht die Waffen böse sind, sondern die Menschen, die soetwas tun, dann sind das keine Opfer der NRA-Propaganda, sondern die nehmen den NRA-Slogan auf, weil der das amerikanische Selbstverständnis trifft.

Ich denke Du kennst sich gegenseitig bedingende und aufschaukelnde Effekte. Nach meiner Wahrnehmung ist Deine Argumentation diejenige, die das nicht wahrhaben will. Während andere immer auch den tradierten Umgang mit Waffen als Faktor anerkennen.

Ich glaube nicht, dass das Aufschaukeln, das hier stattfindet, wirklich von der NRA ausgeht. Soweit ich weiß, fingen die mit dieser Art Werbung an, als der Anteil der bewaffneten Haushalte zurückging, was m.W. immer noch der Fall ist.

Natürlich sehe ich auch die NRA als Akteur, und zwar in einer Richtung, die mir auch unlieb ist. Aber es lohnt sich nicht, auf die zu schießen, weil die Handlungen der NRA nicht einmal ansatzweise erklären, was in den USA passiert.
zelig hat folgendes geschrieben:
.... Die NRA .... Ein Drecksverein mit soviel Einfluß, daß sich selbst eine gewählte Regierung nicht gegen deren Interessen durchsetzen kann, wenn die die Absicht hat, Kontrollgesetze zu erlassen. ...


Ich halte die Frage, wie die NRA zu diesem Einfluss bekommt, für viel interessanter als die Tatsache, dass es ein Drecksverein ist. Es ist nicht die Waffenindustrie, die diesen Einfluss sichert. Es sind ganz "normale Amerikaner" wie Dana Loesch oder Charlton Heston, Überzeugungstäter, die uns zeigen, woher dieser Einfluss kommt. Mir ist das aufgefallen, als ich mir wegen seines Todes und speziell auch mit Blick auf seine Aktivitäten bei der NRA den Lebenslauf des Charlton Heston angesehen habe. Der war auf seine Art, in seiner kulturellen Prägung, mit Sicherheit ein hochmoralischer Mensch. Meine Ansicht, dass er ein schlechter Schauspieler war, hat sich dadurch aber nicht geändert.
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22331

Beitrag(#2109094) Verfasst am: 05.10.2017, 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Geht es nach John Thune, können Attacken wie die von Las Vegas auch ohne eine Verschärfung der US-Waffengesetze verhindert werden. "Ich glaube, die Leute müssen in ihrem eigenen Leben Vorkehrungen treffen, um sich zu schützen", sagte der republikanische Senator von South Dakota einer NBC-Reporterin. Im Fall der Fälle müsse man sich schnell in Sicherheit bringen. Wie? "Machen Sie sich klein."

Mit seinen Äußerungen befindet sich Thune nach dem tödlichsten Angriff mit Schusswaffen, den es in den USA je gegeben hat, voll auf Linie der Waffenlobby National Rifle Association (NRA). Das könnte auch daran liegen, dass ihn die Organisation seit Jahren unterstützt: Seit 2005 erhielt Thune von der NRA insgesamt 630.000 Dollar. Im politisch wichtigen Ranking der Waffenlobby wurde seine Loyalität mit einem makellosen A, also einer eins, belohnt. Mit den Noten bewertet die NRA regelmäßig Abgeordnete, um deutlich zu machen, wie oft sie in ihrem Sinne abgestimmt haben – ein Urteil, das in Washington über die weitere Karriere entscheiden kann.

[...]

Diese Stellung hatte die NRA nicht immer. Gegründet wurde sie 1871 als überparteilicher Verbund von Umweltschützern und Freunden des Jagdsports, der erst ehemaligen Soldaten der Konföderation und später Pfadfindern beibrachte, wie sie mit dem Gewehr umgehen. Die Bürgerrechtsbewegung der Sechzigerjahre machte die Organisation zu einer politischen. Damals verabschiedete der Kongress nach den Attentaten auf Martin Luther King Jr. und John F. Kennedy den Gun Control Act – und schränkte damit den bis dahin nahezu freien Zugang zu Handfeuerwaffen erstmals ernsthaft ein.

[...]

Als Reaktion gründete die Organisation 1975 einen eigenen Lobbyarm, schloss zu moderate Mitglieder aus der Führungsebene aus und konzentrierte sich voll auf die politische Einflussnahme in Washington. Schon 1986 zeigte sich die volle Wirkung der Bemühungen: Nicht einmal 20 Jahre nach dem Gun Control Act verabschiedete der Kongress den Firearm Owners' Protection Act – und drehte damit einen Großteil der Regulierungen zurück.

[...]

Doch hinter den Kulissen nutzen die Lobbyisten seit jeher die Taten, um die Panik vor politischen Konsequenzen zu schüren, neue Mitglieder zu werben und Spenden zu sammeln. Allein nach dem Amoklauf von Newtown 2012, bei dem 20 Grundschulkinder und sechs Erwachsene getötet wurden, verzeichnete die NRA innerhalb weniger Wochen nach eigenen Angaben rund 100.000 neue Mitglieder.


http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-10/usa-waffenlobby-nra-las-vegas/komplettansicht
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 4587

Beitrag(#2109108) Verfasst am: 05.10.2017, 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Die Vorstellung, dass jemand, der kriminell genug ist, in eine Menschenmenge zu schießen, nicht kriminell genug wäre, sich illegal Waffen zu besorgen, ist putzig.

Zumal die verwendeten Vollautomatischen Waffen meines Wissens nach auch nach US-Recht im Privatgebrauch illegal sind.
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"Diese Religion ist voll die Seuche." Donmartin
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, Postfeminist



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 35990
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2109117) Verfasst am: 05.10.2017, 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Die Vorstellung, dass jemand, der kriminell genug ist, in eine Menschenmenge zu schießen, nicht kriminell genug wäre, sich illegal Waffen zu besorgen, ist putzig.


Natuerlich gibt es keinen 100%gen Schutz vor sowas, man muss es aber den Amoklaeufern in spe nicht unnoetig leicht machen. Ausserdem bieten striktere Waffengesetze den Vorteil, dass man Handhabe hat schon vor einem eventuellen Massaker einzugreifen (wegen illegalem Waffenbesitz) und nicht warten muss bis die ersten Opfer in Blutlachen liege.

Zu dem Thema passt auch, was ich neulich im Fernsehen gesehen habe. In der Serie "Fear Your neighbour" werden echte Faelle von Nachbarschaftsstreitigkeiten im Amiland beschrieben, die irgendwann toedlich endeten. Das Muster ist dabei weitgehend immer gleich. Nachbarn gehen sich gegenseitig auf die Nerven und das eskaliert immer mehr, irgendwann kommen dann Schusswaffen mit ins Spiel, die demonstrativ auf dem eigenen Grundstueck getragen werden und jedem Beobachter ist klar, dass es irgendwann knallen wird, nur wer auf wen schiessen wird ist zunaechst noch offen. Auch die Polizei weiss das, muss aber tatenlos zuschauen, solange keine wirkliche Straftat begangen wird. Die koennen maximal versuchen den Streithaehnen gut zuzureden, sind aber nicht befugt denen ihre legalen Knarren wegzunehmen, auch wenn sie sehen wie die sich immer weiter in ihren Krach reinsteigern. Irgendwann knallt's und einer der beiden Nachbarn kommt auf den Friedhof und der andere in den Knast. Das kann's doch nicht sein? Oder?

Hier in Kanada laeuft sowas besser wie ich in meinem Job mitkriege. Drohen Auseinandersetzungen gewaltsam zu eskalieren, z.B. zwischen Eheleuten, werden als erstes alle Schusswaffen im Haus beschlagnahmt und per Gerichtsbeschluss verfuegt, dass die Beteiligten keine Schusswaffen haben duerfen bis ihr Disput geschlichtet ist. Deshalb ist ein blutiges Ende solcher Streitereien unwahrscheinlicher als im Amiland. Klar koennen die sich auch illegal Waffen besorgen oder mit Messern aufeinander losgehen, aber die Schwelle ist erheblich erhoeht und meistens sind es ja spontane Stimmungen, die Leute zur Knarre greifen lassen. Bis man sich illegal 'ne Waffe besorgt hat, ist die Wut, die oft Bluttaten ausloest, vielleicht schon wieder verflogen. Wer allerdings immer ein Arsenal zuhause hat, das ihm nicht so einfach weggenommen werden kann, der kann vielleicht in einem momentanen Wutanfall zum Killer werden, wobei die Ehefrau das Opfer sein kann, der Nachbar oder auch ein ganzer Haufen Menschen bei einem Amoklauf. Deshalb kann man schon sagen, dass strengere Waffengesetze unterm Strich Menschenleben retten, wenngleich es auch noch so strenge Waffengesetze nicht vollstaendig verhindern koennen, dass mit Schusswaffen Verbrechen begangen werden.

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Zumal die verwendeten Vollautomatischen Waffen meines Wissens nach auch nach US-Recht im Privatgebrauch illegal sind.



Die beim Massaker benutzte, legal erworbene Waffe war so konstruiert, dass sie sich problemlos nachtraeglich von halbautomatisch zu vollautomatisch umbauen liess. Dies laesst ein solches Verbot zur Farce werden.
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“Authoritarian agendas have gone too far.” (Lindsay Shepherd)------------ Stoppt die Bajuwarisierung der Kurpfalz jetzt!
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fwo
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Beitrag(#2109135) Verfasst am: 05.10.2017, 23:46    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Die Vorstellung, dass jemand, der kriminell genug ist, in eine Menschenmenge zu schießen, nicht kriminell genug wäre, sich illegal Waffen zu besorgen, ist putzig.

Zumal die verwendeten Vollautomatischen Waffen meines Wissens nach auch nach US-Recht im Privatgebrauch illegal sind.

Das Verbot ist schon wichtig, solange man es nicht als Lösung verkauft - das ist es nämlich nicht, weil das eigentliche Problem anders aussieht:
zelig hat folgendes geschrieben:
Zitat:
....Allein nach dem Amoklauf von Newtown 2012, bei dem 20 Grundschulkinder und sechs Erwachsene getötet wurden, verzeichnete die NRA innerhalb weniger Wochen nach eigenen Angaben rund 100.000 neue Mitglieder.
...

Die amerikanische Haltung zur Waffe ist das Problem. Die wird durch die NRA stabilisiert, vielleicht sogar ein bisschen verstärkt. Aber die NRA ist nicht der Teufel, der sie erzeugt.
Das letzter Mal habe ich das so zusammengefasst und finde es immer noch richtig-
fwo hat folgendes geschrieben:
.... Aber nochmal: Es sind nicht allein die Waffen, die das Problem machen, sonst hätten die Schweizer ein ähnliches Problem wie die Amis, haben sie aber nicht. Es ist das Image der Waffe als Konfliktlöser, das Image des Mannes mit diesem Konfliktlöser, gleichzeitig die zusammenkrachenden sozialen und kulturellen Gefüge. Die leichte Erreichbarkeit ist da nur das I-Tüpfelchen, um in den zwangsläufig in dieser Gesellschaft häufigeren persönlichen Krisen regelmäßiger zu Explosionen zu führen.

Trotzdem und gerade deshalb ist allerdings das Waffenverbot wichtig, weil es nicht nur die Erreichbarkeit der Waffe ändert, sondern, wenn auch wahrscheinlich nur sehr langsam im Generationenzeitraum, weil es mit flankierenden Maßnahmen geeignet ist, etwas am Image der Teile zu ändern. ....


Aber ebenso klar, wie dass der Staat sich auf Dauer sein Gewaltmonopol sichern sollte, ist, dass ein Verbort erstmal gar nicht ändern wird, vielleicht werden einige sogar noch wütender, weil sie gelernt haben, nur mit Waffe wer zu sein.
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Beitrag(#2109141) Verfasst am: 06.10.2017, 06:23    Titel: Was ist ein Bump Stock? Antworten mit Zitat

Zitat:
Technisch wird der Hinterschaft eines halbautomatischen Gewehrs ausgetauscht und durch ein spezielles Anbauteil aus Metall oder Kunststoff ersetzt: Dieses besteht aus einem Schlitten, der den Finger am Abzug durch den unvermeidbaren Rückstoß des Gewehrs beim Abfeuern erneut den Abzug betätigen lässt. Im Detail wird der Ausgleich des Rückstoßes durch die Haltekraft des Schießenden ausgenutzt, wenn also das Gewehr nach dem Rückstoß vom Körper wieder nach vorne gestoßen wird. Der Abzugfinger liegt dafür an einem Teil des Bump Stocks an und wird so hin- und herbewegt.[2] Anders als bei automatischen Waffen wird damit nicht die Energie aus der Munition direkt für einen Feuerstoß genutzt, sondern die Bewegung des Waffenkörpers.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bump_Stock

Also Militärtechnik, die für den zivilen Bereich zugelassen wurde. Man muss sich darüber im Klaren sein, daß ein Wechsel von einer gezielten Tötungsabsicht auf die Absicht, möglichst viele zu töten stattfindet. Eine Motivation, die an Breivik erinnert.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
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Beitrag(#2109147) Verfasst am: 06.10.2017, 10:14    Titel: Re: Was ist ein Bump Stock? Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
...
Also Militärtechnik, die für den zivilen Bereich zugelassen wurde. Man muss sich darüber im Klaren sein, daß ein Wechsel von einer gezielten Tötungsabsicht auf die Absicht, möglichst viele zu töten stattfindet. Eine Motivation, die an Breivik erinnert.

Wir wollen doch präzise bleiben:

Wurde zugelassen klingt nach einer aktiven Handlung. Das fand aber nicht statt, deren Rechtssystem ist da anders als unseres. In der Karikatur: Bei uns ist alles verboten, was nicht explizit d.h. durch ein Gesetz erlaubt ist, bei den Amis ist alles erlaubt, was nicht explizit verboten ist.

Es ist keine Militärtechnik. Eine Waffe mit "Bump Stock" wird präzisionsuntauglich. Soetwas würden Militärs nie freiwillig einsetzen. Echte automatische Waffen feuern schneller und sind dabei besser kontrollierbar. Für den Schützen ist wahrscheinlich das Gefühl von Militärtechnik, das Gefühl uneingeschränkter Macht, die sich in einem Staccato entlädt, das wesentliche. Deshalb ist in den amerikanischen Kommentaren auch von Simulation einer automatischen Waffe die Rede. Die Opfer sind zwar etwas weniger, allerdings genauso tot.

Breivik?
Was wissen wir überhaupt von der Motivation des Las Vegas-Schützen? Habe ich da was verpasst? Ich vermute, dass die Breivik-Assoziation deshalb kommt, weil wir die anderen Schützen, die so ähnlich unterwegs waren nicht namentlich parat haben, da haben wir höchstens den Ort im Gedächtnis, etwa das Bataclan-Theater. Da waren es Kalaschnikows und in der Vernichtungswut sind sich da alle gleich.

Breivik hatte sich in der Rationalisierung seines Wahns ein besonderes politisches Szenario zurechtgelegt, das für das Las Vegas Attentat unwahrscheinlich ist: Die Leute, auf die er schoss, waren Besucher eines Country-Konzertes. Amerikanischer geht kaum.
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Ahriman
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Beitrag(#2109156) Verfasst am: 06.10.2017, 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Was wissen wir überhaupt von der Motivation des Las Vegas-Schützen?

Nichts. Tät mich aber auch interessieren.
Wenn man vor meinem Fenster so ein Spektakel veranstalten würde, bekäme ich auch Lust zu schießen. Allerdings würde ich nicht auf die Zuschauer ballern, sondern auf die Bühne.
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astarte
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Beitrag(#2109160) Verfasst am: 06.10.2017, 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Was wissen wir überhaupt von der Motivation des Las Vegas-Schützen?

Nichts. Tät mich aber auch interessieren.
Wenn man vor meinem Fenster so ein Spektakel veranstalten würde, bekäme ich auch Lust zu schießen. Allerdings würde ich nicht auf die Zuschauer ballern, sondern auf die Bühne.

[Ahrimanmodus]Da spricht aus dir Neid und Missgunst. Weil du selber keinen Spaß hast, gönnst du anderen ihren nicht. Und dass sie Freude an Musik haben, die nicht genau deinem Geschmack entspricht. [/Ahriman]
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Anmeldungsdatum: 23.03.2015
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Beitrag(#2109161) Verfasst am: 06.10.2017, 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Alle wollen schnell feuern.
http://www.tagesspiegel.de/politik/waffengesetz-in-den-usa-dem-massaker-folgt-nur-ein-refoermchen/20421324.html
Zitat:
Die so genannten "Bump Stocks", Spezialkolben für halbautomatische Gewehre, gehen in den USA weg wie warme Semmeln. Einem Hersteller der Kolben brach die Internetseite unter dem Ansturm der Anfragen zusammen.

Eine Konsequenz aus der "drohenden" Verknappung.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20274
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Beitrag(#2109162) Verfasst am: 06.10.2017, 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

astarte hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Was wissen wir überhaupt von der Motivation des Las Vegas-Schützen?

Nichts. Tät mich aber auch interessieren.
Wenn man vor meinem Fenster so ein Spektakel veranstalten würde, bekäme ich auch Lust zu schießen. Allerdings würde ich nicht auf die Zuschauer ballern, sondern auf die Bühne.

[Ahrimanmodus]Da spricht aus dir Neid und Missgunst. Weil du selber keinen Spaß hast, gönnst du anderen ihren nicht. Und dass sie Freude an Musik haben, die nicht genau deinem Geschmack entspricht. [/Ahriman]

Er hat sich da auch nicht wirklich in die Lage des Täters versetzt. Der Bursche wohnte da nicht, er ist extra da hingefahren, hat sich mit Absicht in seiner Schussposition eingemietet, wahrscheinlich über mehrere Tage Waffen und Munition transportiert und den Zimmerservice mit einem Nicht-Stören-Schild draußen gehalten.

Das war also kein Krach vor seinem Fenster, sondern er hat sich ein Fenster hinter Krach gesucht.
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Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2109189) Verfasst am: 06.10.2017, 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Was wissen wir überhaupt von der Motivation des Las Vegas-Schützen?

Nichts. Tät mich aber auch interessieren.
Wenn man vor meinem Fenster so ein Spektakel veranstalten würde, bekäme ich auch Lust zu schießen. Allerdings würde ich nicht auf die Zuschauer ballern, sondern auf die Bühne.

[Ahrimanmodus]Da spricht aus dir Neid und Missgunst. Weil du selber keinen Spaß hast, gönnst du anderen ihren nicht. Und dass sie Freude an Musik haben, die nicht genau deinem Geschmack entspricht. [/Ahriman]

Er hat sich da auch nicht wirklich in die Lage des Täters versetzt. Der Bursche wohnte da nicht, er ist extra da hingefahren, hat sich mit Absicht in seiner Schussposition eingemietet, wahrscheinlich über mehrere Tage Waffen und Munition transportiert und den Zimmerservice mit einem Nicht-Stören-Schild draußen gehalten.

Das war also kein Krach vor seinem Fenster, sondern er hat sich ein Fenster hinter Krach gesucht.


Laut der kanadischen CBC hat er zuvor bereits an anderen Orten Hotelzimmer mit gutem Blick auf Konzertveranstaltungen und ein Baseballstadion gemietet, ist dort aber gar nicht erst aufgetaucht. Der hat an seinem Massaker wohl schon einige Zeit gearbeitet.
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zelig
Kultürlich



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Beitrag(#2109264) Verfasst am: 07.10.2017, 09:23    Titel: Re: Was ist ein Bump Stock? Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
...
Also Militärtechnik, die für den zivilen Bereich zugelassen wurde. Man muss sich darüber im Klaren sein, daß ein Wechsel von einer gezielten Tötungsabsicht auf die Absicht, möglichst viele zu töten stattfindet. Eine Motivation, die an Breivik erinnert.

Wir wollen doch präzise bleiben


Dann erfass doch bitte meine Aussage, die auf den Unterschied zwischen der gezielten Tötung bestimmter Personen, und andererseits dem Ziel, möglichst viele Menschen zu töten abzielt.
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fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
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Beitrag(#2109283) Verfasst am: 07.10.2017, 11:43    Titel: Re: Was ist ein Bump Stock? Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
...
Also Militärtechnik, die für den zivilen Bereich zugelassen wurde. Man muss sich darüber im Klaren sein, daß ein Wechsel von einer gezielten Tötungsabsicht auf die Absicht, möglichst viele zu töten stattfindet. Eine Motivation, die an Breivik erinnert.

Wir wollen doch präzise bleiben


Dann erfass doch bitte meine Aussage, die auf den Unterschied zwischen der gezielten Tötung bestimmter Personen, und andererseits dem Ziel, möglichst viele Menschen zu töten abzielt.

Frage
Um das zu sehen, brauch ich mir nicht die Technik anzusehen, mit der er das gemacht hat, da reicht ein Blick auf den zeitlichen Verlauf und das Ergebnis.

Und wenn Du das jetzt speziell auf die Waffentechnik beziehst - ein großer Teil der Leute, die ein Gewehr haben, natürlich im Prinzip ein Tötungswerkzeug ist, hat dieses Ding heute z.B. im Schützenverein als reines Spaßgerät. Natürlich als Spaßgerät, dass bestimmte Gefühle verschafft, da bin ich drauf eingegangen, aber eben nicht zu seinem ursprünglich Zweck. Und wenn jemand dieses Teil sowieso zweckentfremdet, ist es eigentlich egal, wie genau der ursprünglich Zweck aussieht.

btw: Viele halbautomatischen Waffen, also Waffen, die selbst nachladen, aber dann ein erneutes Auslösen erfordern, lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick relativ leicht in automatische umwandeln. Fordernd ist das nur, wenn man umschalten können will von automatisch (Dauerfeuer) auf halbautomatisch (Einzelfeuer) wie bei einem Sturmgewehr oder einer Maschinenpistole.

Die Möglichkeiten, sich eine automatische Waffe zu beschaffen, wenn Du unbedingt eine haben willst, sind vielfältig und auch hier vorhanden. Wir haben das Problem nur deshalb nicht in dieser Art, weil unsere Mentalität, unser Verhältnis zur Waffe im Schnitt anders ist.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Critic
oberflächlich



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Beitrag(#2109315) Verfasst am: 07.10.2017, 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Gerade gelesen:

"Waffengesetze: Wie Australien seine Bürger entwaffnete"

Von dem "Wie" wird natürlich ein bißchen abstrahiert, weil wir da nicht genau lesen können, wie der Mann das damals durchgesetzt hat:

Nach einem Amoklauf in den 1990er Jahren, bei dem ein Einzeltäter 35 Menschen erschossen hatte, bestand in Australien letztlich der politische Wille dazu, ein Verbot auch von halbautomatischen Waffen durchzusetzen.

Der damalige konservative(!) Premierminister faßte danach den Entschluß, das Waffenrecht zu verschärfen, und hat letztlich auch geschafft, diese Forderung politisch durchzusetzen, auch gegen den Druck der Lobbygruppen, die versucht haben, "zivilen Ungehorsam" und Widerstand gegen die Gesetzesverschärfung zu organisieren.

Danach wurden viele Waffen gegen Geldentschädigung eingesammelt oder freiwillig abgegeben, und die Bürger müssen heute objektive Gründe angeben, warum sie einen Waffenschein brauchen. Die Zahl der Menschen, die durch Schußwaffen zu Schaden kommen, hat sich seit damals halbiert. Das zeigt zumindest, daß auch in einem Land, in dem es eigentlich ein starkes "Waffen-Selbstbewußtsein" gibt (Australien teilt den "Frontier"-Mythos der USA ja auch; aber der Rancher hat wahrscheinlich seine Flinte behalten dürfen), Änderungen herbeigeführt werden können.
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Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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placebo
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Anmeldungsdatum: 04.01.2009
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Beitrag(#2109338) Verfasst am: 07.10.2017, 16:21    Titel: zur Motivlage des Massenmörders Antworten mit Zitat

zur Motivlage des Massenmörders

Hundertausende sogenannter Experten sind nun am rätseln was den Todesschützen von Las Vegas dazu bewogen haben mag diese entsetzliche Tat zu begehn.
Politiker,Psychologen,Kriminologen,Analytiker,Profiler und andere vermeintlich helle Köpfe zermartern sich die Hirne.
Mal ganz abgesehn von den Hobbypsychologen (gell Kramer!)und ihren Beratern aus der Kneipen und Stammtischszene.
Soweit keinerlei Aufzeichnungen oder Bekennerschreiben gefunden werden wird alles nur Spekulation bleiben.Aber eines scheint doch schon mal klar zu sein.
Wer eine Waffensammlung von 50 Schußwaffen oder mehr besitzt,darunter ultragefährliche Kriegswaffen ist in aller Regel doch entsprechend gestört.
Da kann sich der Bruder noch so oft mit dümmlichem Gesicht vor die Kamera stellen und den entsetzten Ahnungslosen mimen.

Eine verblüffend einfache Erklärung fand ich jetzt in einem Buch von Doris Dörrie das ich die Tage zufällig las.
Dort heißt es:
Ein deprimierter Europäer macht die Fenster zu und begeht Selbstmord,ein deprimierter Amerikaner macht die Fenster auf und schießt auf andere.
Das ist in meinen Augen nicht die schlechteste Erklärung.
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Lila Einhorn
posthumanistischer Quantum-Feminist



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Beiträge: 212

Beitrag(#2109340) Verfasst am: 07.10.2017, 16:45    Titel: Re: zur Motivlage des Massenmörders Antworten mit Zitat

placebo hat folgendes geschrieben:
Ein deprimierter Europäer macht die Fenster zu und begeht Selbstmord


So wie Andreas Lubitz Lachen

An den erinnert mich der Las-Vegas-Attentäter bisher am ehesten. Breivik oder die Attentäter von Bataclan kämpften ja für etwas, was sie für eine gute Sache hielten. Momentan sind sie zwar noch eine verhasste Minderheit, aber später werden sie einmal verstanden und für ihre Taten geehrt werden. Bei den Bataclan-Tätern kommt noch der Glaube hinzu, im jenseits von Gott persönlich für ihre mutigen, herausragenden Taten belohnt zu werden. Eine solch' moralische und ideologische Komponente fehlt bei Lubitz und dem Las-Vegas-Attentäter vollständig. Gerade das macht es so schwer, die Taten zu begreifen.
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abbahallo
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Moderator



Anmeldungsdatum: 10.12.2012
Beiträge: 1841

Beitrag(#2109342) Verfasst am: 07.10.2017, 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

ein deprimierter Amerikaner macht die Fenster auf und schießt auf andere.

wenn er ein Gewehr im Schrank hat, kann das so sein. Aber die Aktion in Las Vegas setzt doch eine Menge mehr an Logistik, angefangen bei der Beschaffung der Waffen, und auch körperliche Aktion voraus. Allein schon zwei Wohnungen zu unterhalten und dort auch noch Waffen und Sprengstoff zu horten, würde die ernsthaft an Depressionen Erkrankten, die ich bis jetzt kennengelernt habe, hoffnungslos überfordern.
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Despiteful
Freizeit-Schizo



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Wohnort: Stoapfalz

Beitrag(#2109344) Verfasst am: 07.10.2017, 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

abbahallo hat folgendes geschrieben:
ein deprimierter Amerikaner macht die Fenster auf und schießt auf andere.

wenn er ein Gewehr im Schrank hat, kann das so sein. Aber die Aktion in Las Vegas setzt doch eine Menge mehr an Logistik, angefangen bei der Beschaffung der Waffen, und auch körperliche Aktion voraus. Allein schon zwei Wohnungen zu unterhalten und dort auch noch Waffen und Sprengstoff zu horten, würde die ernsthaft an Depressionen Erkrankten, die ich bis jetzt kennengelernt habe, hoffnungslos überfordern.

Du weßt aber schon, dass an Depression Erkrankte, wenn sie 'den Entschluss' gefasst haben oft eine signifikante Besserung ihres Befindens zeigen?
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vrolijke
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Beitrag(#2109346) Verfasst am: 07.10.2017, 17:02    Titel: Re: zur Motivlage des Massenmörders Antworten mit Zitat

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
placebo hat folgendes geschrieben:
Ein deprimierter Europäer macht die Fenster zu und begeht Selbstmord


So wie Andreas Lubitz Lachen

Ich sehe den "Witz" nicht. Hilf mir mal. skeptisch
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placebo
Forumsleichenbestatter



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Beitrag(#2109374) Verfasst am: 07.10.2017, 18:38    Titel: Re: zur Motivlage des Massenmörders Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
placebo hat folgendes geschrieben:
Ein deprimierter Europäer macht die Fenster zu und begeht Selbstmord


So wie Andreas Lubitz Lachen

Ich sehe den "Witz" nicht. Hilf mir mal. skeptisch


Das ist auch nicht witzig,das ist Gehirn-Akrobatik Mit den Augen rollen
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schtonk
Korinthenliegenlasser
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Beiträge: 8331

Beitrag(#2109378) Verfasst am: 07.10.2017, 18:55    Titel: Re: zur Motivlage des Massenmörders Antworten mit Zitat

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
(...] Breivik oder die Attentäter von Bataclan kämpften ja für etwas, was sie für eine gute Sache hielten. Momentan sind sie zwar noch eine verhasste Minderheit, aber später werden sie einmal verstanden und für ihre Taten geehrt werden. (...)

An welche Voraussetzungen, die erfüllt werden müssten, denkst du, wenn es darum gehen soll, speziell Breivik zu verstehen und zu ehren?
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beachbernie
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Beitrag(#2109384) Verfasst am: 07.10.2017, 19:07    Titel: Re: zur Motivlage des Massenmörders Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
(...] Breivik oder die Attentäter von Bataclan kämpften ja für etwas, was sie für eine gute Sache hielten. Momentan sind sie zwar noch eine verhasste Minderheit, aber später werden sie einmal verstanden und für ihre Taten geehrt werden. (...)

An welche Voraussetzungen, die erfüllt werden müssten, denkst du, wenn es darum gehen soll, speziell Breivik zu verstehen und zu ehren?



Breivik selbst geht davon aus, dass die Horrorvisionen von ihm und seinen Kumpels eines Tages Wirklichkeit werden und ein grosser Vernichtungskrieg zwischen den europaeischen Kulturen und den islamischen Einwanderern und ihren Nachkommen stattfinden wird. Er geht ausserdem davon aus, dass Seinesgleichen im Zuge dieser Krise an die Macht kommen, diesen Krieg gewinnen und ihn selbst als "fruehen Widerstaendler gegen die grosse Islamisierung" entsprechend ehren werden. Er geht weiterhin davon aus, dass dies noch zu seinen Lebzeiten geschehen wird und er deshalb seine Strafe nicht vollstaendig absitzen muessen wird. Dies geht aus seinem "Manifesto" hervor.

Ich prophezeie hingegen, dass er irgendwann als desillusionierter, verbitterter Mann nach Ablauf seiner Strafe aus dem Gefaengnis entlassen wird, der nicht verstehen kann wieso die Welt, die er nun draussen vorfindet, so ganz anders sein kann als er sicher zu wissen glaubte.
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