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Gesundheitssystem?

 
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Nergal
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 11433

Beitrag(#581958) Verfasst am: 11.10.2006, 21:43    Titel: Gesundheitssystem? Antworten mit Zitat

Man hört ja nur das schlechteste über das Gesundheitssystem der USA, aber was passiert nun wenn ein mittelloser Obdachloser mit zerbröselten Hüftknochen eingeliefert wird?
Kriegt er dann die "Billighüfte", nur einen Gips Mit den Augen rollen oder muß er alles in 200 Monatsraten durch betteln abstottern?
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Surata
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 17383

Beitrag(#581961) Verfasst am: 11.10.2006, 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Meinem, zugegebenermaßen beschränktem, Wissen nach, würde er gar nicht behandelt, sofern sein Zustand nicht lebensbedrohlich wäre.
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AdvocatusDiaboli
Femicommie und Nahles-Fanboy



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 21310
Wohnort: München

Beitrag(#581974) Verfasst am: 11.10.2006, 22:11    Titel: Antworten mit Zitat

Surata hat folgendes geschrieben:
Meinem, zugegebenermaßen beschränktem, Wissen nach, würde er gar nicht behandelt, sofern sein Zustand nicht lebensbedrohlich wäre.


Aber könnte er nicht theoretisch wegen Diskriminierung oder unterlassener Hilfeleistung klagen?
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Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.

"CDU? Auf die Fresse! FDP? In die Klöten! AfD? In die Jauchegrube!" Andrea N.
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Surata
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 17383

Beitrag(#581982) Verfasst am: 11.10.2006, 22:17    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Surata hat folgendes geschrieben:
Meinem, zugegebenermaßen beschränktem, Wissen nach, würde er gar nicht behandelt, sofern sein Zustand nicht lebensbedrohlich wäre.


Aber könnte er nicht theoretisch wegen Diskriminierung oder unterlassener Hilfeleistung klagen?


Keine Ahnung echt, aber ich glaube, wenn dort jemand keine Sozialversicherung hat, muss das Krankenhaus ihn nicht behandeln. Sofern halt nich lebensbedrohlich.
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Doc Extropy
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Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beiträge: 6149

Beitrag(#581984) Verfasst am: 11.10.2006, 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

Man nennt das Sozialdarwinismus - und ich halte das für extremst verwerflich.

Meiner Meinung nach sollte das Gesundheitssystem 100% solidarisch und ohne Klassen sein.
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Surata
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 17383

Beitrag(#581985) Verfasst am: 11.10.2006, 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Doc Extropy hat folgendes geschrieben:

Meiner Meinung nach sollte das Gesundheitssystem 100% solidarisch und ohne Klassen sein.


Jep, aber vom Staat verwaltet funktionierts anscheinend nicht so toll. Weil die das Geld vielleicht gern anderweitig verwenden. In zuviel Werbung und zuviele unnötige Kassen zB.
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Stefan
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Anmeldungsdatum: 02.08.2004
Beiträge: 6217

Beitrag(#581987) Verfasst am: 11.10.2006, 22:24    Titel: Re: Gesundheitssystem? Antworten mit Zitat

Nergal hat folgendes geschrieben:
Man hört ja nur das schlechteste über das Gesundheitssystem der USA, aber was passiert nun wenn ein mittelloser Obdachloser mit zerbröselten Hüftknochen eingeliefert wird?
Kriegt er dann die "Billighüfte", nur einen Gips Mit den Augen rollen oder muß er alles in 200 Monatsraten durch betteln abstottern?


Zitat aus "Der Deutschland Clan" von Jürgen Roth:

Zitat:
...Armutsgesetze wie Hartz IV oder eine Zweiklassenmedizin, über die Ärzte hinter vorgehaltener Hand erzählen, dass durch die "Gesundheitsreform" bereits Tausende Menschen aufgrund fehlender medizinischer Versorgung gestorben sin, interessieren den Deutschland-Clan nicht...


Soweit sind die USA dann wohl nicht weg...
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Doc Extropy
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Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beiträge: 6149

Beitrag(#581988) Verfasst am: 11.10.2006, 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

Surata hat folgendes geschrieben:
Doc Extropy hat folgendes geschrieben:

Meiner Meinung nach sollte das Gesundheitssystem 100% solidarisch und ohne Klassen sein.


Jep, aber vom Staat verwaltet funktionierts anscheinend nicht so toll. Weil die das Geld vielleicht gern anderweitig verwenden. In zuviel Werbung und zuviele unnötige Kassen zB.


Eine Kasse sollte es geben, die mörderisch brutal kontrolliert wird und das Geld ausschließlich für Gesundheitserhaltung und -wiederherstellung ausgeben darf. Keine Werbung, keine Kampagnen, nichts. Dokumente, Büroausstattung und dergleichen so billig wie möglich, keine Dienstfahrzeuge für Funktionäre, etc...

Kampagnen sind Sache des Gesundheitsministeriums und nicht der Kasse(n).
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AdvocatusDiaboli
Femicommie und Nahles-Fanboy



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 21310
Wohnort: München

Beitrag(#581990) Verfasst am: 11.10.2006, 22:26    Titel: Antworten mit Zitat

Surata hat folgendes geschrieben:
Doc Extropy hat folgendes geschrieben:

Meiner Meinung nach sollte das Gesundheitssystem 100% solidarisch und ohne Klassen sein.


Jep, aber vom Staat verwaltet funktionierts anscheinend nicht so toll. Weil die das Geld vielleicht gern anderweitig verwenden. In zuviel Werbung und zuviele unnötige Kassen zB.


Aber es geht doch um Wettbewerb - wer zuerst stirbt, hat verloren zwinkern passt doch zu unserem Wirtschaftssystem...
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Surata
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 17383

Beitrag(#581997) Verfasst am: 11.10.2006, 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:

Aber es geht doch um Wettbewerb - wer zuerst stirbt, hat verloren zwinkern passt doch zu unserem Wirtschaftssystem...


Welcher Wettbewerb?
Zwischen staatlichen Kassen? Wozu denn?
Zwischen staatlichen und privaten? Da gibts auch nicht wirklich einen, weil staatlich auferlegt wird, dass da nur sogenannte "Reiche" reindürfen. Einen wirklichen Wettbewerb gibts nur unter den privaten Kassen. Und die mögen auch ned alle das Ultimative sein, aber ich hab noch nie von ner bankrotten Privaten gehört (mag natürlich auch wieder an mir liegen).
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AdvocatusDiaboli
Femicommie und Nahles-Fanboy



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 21310
Wohnort: München

Beitrag(#582012) Verfasst am: 11.10.2006, 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

Surata hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:

Aber es geht doch um Wettbewerb - wer zuerst stirbt, hat verloren zwinkern passt doch zu unserem Wirtschaftssystem...


Welcher Wettbewerb?
Zwischen staatlichen Kassen? Wozu denn?
Zwischen staatlichen und privaten? Da gibts auch nicht wirklich einen, weil staatlich auferlegt wird, dass da nur sogenannte "Reiche" reindürfen. Einen wirklichen Wettbewerb gibts nur unter den privaten Kassen. Und die mögen auch ned alle das Ultimative sein, aber ich hab noch nie von ner bankrotten Privaten gehört (mag natürlich auch wieder an mir liegen).


Das Bundeskrankheitsministerium informiert:

http://www.die-gesundheitsreform.de/glossar/wettbewerb_im_gesundheitswesen.html

Zitat:
Mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen bringt vor allem mehr Bedarfsgerechtigkeit, eine bessere [ Qualität ], mehr [ Effizienz ], geringere Kosten sowie [ weniger Bürokratie ].

Dazu muss sich der Wettbewerbsgedanke in allen Bereichen des Gesundheitswesens stärker durchsetzen: zwischen den [ Krankenkassen ], zwischen den Anbietern medizinischer Leistungen und im Verhältnis der Krankenkassen zu den [ Leistungserbringern ] - Ärzten und Krankenhäusern.

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Surata
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 17383

Beitrag(#582301) Verfasst am: 12.10.2006, 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Das klingt ja für den Anfang nicht so schlecht.
Gibts auch schon Infos darüber, ob auch die Kassenpatienten (endlich mal) über die Kosten informiert werden?
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Celsus-2006
Unpapst



Anmeldungsdatum: 26.07.2006
Beiträge: 1617
Wohnort: Süddeutschland

Beitrag(#582314) Verfasst am: 12.10.2006, 13:16    Titel: Antworten mit Zitat

Das werden die armen Ärzte zu verhindern wissen...
Das kann man ja lesen, was der Arzt alles mit einem angestellt hat und wie oft man da war, obwohl es gar nicht stimmt.

Gruß
Celsus
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GiordanoBruno
...



Anmeldungsdatum: 01.04.2006
Beiträge: 1516

Beitrag(#582666) Verfasst am: 12.10.2006, 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Surata hat folgendes geschrieben:
Meinem, zugegebenermaßen beschränktem, Wissen nach, würde er gar nicht behandelt, sofern sein Zustand nicht lebensbedrohlich wäre.


Um etwas gegen die Mythenbildung zu tun. Das ganze heisst Medicaid und ist eine Grundversorgun für sogenannte Low Incomes und die gibt es auch in den USA.
Grundsätzlich ist jedes Krankenhaus gesetzlich verpflichtet einen Verletzten auch oder vor allem wenn er sich um einen Obdachlosen handelt, zu behandeln, wenn sein Zustand es erfordert. Das das die diversen Häuser nicht gerne machen ist auch klar. So zahlen manche Krankenhäuser unter der Hand Abschlagszahlungen um nicht in diesen Genuss zu kommen. Daneben gibt es spezielle Häuser, die Menschen von der Strasse oder Working Poors, umsonst behandeln.

Ich hatte dort als Student einmal eine Bindehautentzübndung die in einer solchen Institution behandelt wurde, da mein Krankenhaus (students haben ein eigenes Hospital) zu der Stunde geschlossen war.
Die Einrichtung war gut und sauber, die Behandlung professionell.
Hat mich aber trotzdem 5 Dollar gekostet.

gb
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Scharif ibn Nur ibn Aiman
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Anmeldungsdatum: 03.10.2006
Beiträge: 616

Beitrag(#582673) Verfasst am: 12.10.2006, 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Das Bundeskrankheitsministerium informiert:

http://www.die-gesundheitsreform.de/glossar/wettbewerb_im_gesundheitswesen.html


Dieser Beitrag liest sich wunderbar, wie ein Märchenbuch, weshalb ich bezweifle, dass die das jemals schaffen würden!

Außerdem finde ich es lustig, dass immer mehr aus der alten DDR übernommen wird!
(Es war halt doch nicht alles so schlecht!)

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,3979949,00.html
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Wilson
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Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 8419
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Beitrag(#1953443) Verfasst am: 28.09.2014, 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

fand ich recht aufschlussreich:
http://www.mdr.de/sachsen/video224618_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html
untermal mit entspr. zahlen bzw statistiken, die ein interessantes bild zeichnen.
z.b. korrelation von einkommen und lebenserwartung.

beschämend, am ende:
ab 18:00-25:30
"eine kollegin von mir, nicht privat versichert (...)"
und die wiegelt auch noch ab: "es ist so in ordnung". Mit den Augen rollen


die augenärztin:
Ich liebe es... 24:50
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NoReply
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Beitrag(#1953585) Verfasst am: 28.09.2014, 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
fand ich recht aufschlussreich:
http://www.mdr.de/sachsen/video224618_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html
untermal mit entspr. zahlen bzw statistiken, die ein interessantes bild zeichnen.
z.b. korrelation von einkommen und lebenserwartung.

beschämend, am ende:
ab 18:00-25:30
"eine kollegin von mir, nicht privat versichert (...)"
und die wiegelt auch noch ab: "es ist so in ordnung". Mit den Augen rollen


die augenärztin:
Ich liebe es... 24:50


Ich bin gesetzlich versichert und möchte auch nicht privat versichert sein, selbst wenn ich genug verdienen würde.

Ich habe den Eindruck die Gefahr, als Privatversicherter überversorgt zu werden ist weitaus größer als umgekehrt unterversorgt zu werden. Und auch eine Überversorgung kann gesundsheitsschädlich sein.
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Wilson
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Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 8419
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Beitrag(#1953595) Verfasst am: 28.09.2014, 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

mein eindruck ist ein anderer.

ich würde davon ausgehen, dass die mediziner davon ausgehen, dass ein privater schneller mal klagt.
z.b. wegen überversorgung.
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NoReply
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Beitrag(#1953772) Verfasst am: 29.09.2014, 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
ich würde davon ausgehen, dass die mediziner davon ausgehen, dass ein privater schneller mal klagt.
z.b. wegen überversorgung.


Denke, dass das mit dem Klagen nicht so einfach ist. Wenn man der Therapie erstmal zugestimmt hat, hat man erstmal zugestimmt.

Hier ein Artikel dazu:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/igel-leistung-oder-privat-versichert-aerzte-muessen-aufklaeren-a-960645.html

Und ob es da den Ärzten wirklich nur um die Gesundheit ihrer Patienten geht und nicht vielleicht auch teilweise um ihren Geldbeutel, kann man als medizinischer Laie wohl nicht so gut bewerten.

Umgekehrt ist es denke ich bei einer Unterversorgung, wenn hier ein Arzt fahrlässig die Gesundheit oder gar das Leben seiner Patienten riskiert, steht juristisch viel mehr auf dem Spiel für ihn.
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Wilson
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Beiträge: 8419
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Beitrag(#1953860) Verfasst am: 30.09.2014, 00:19    Titel: Antworten mit Zitat

NoReply hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:
ich würde davon ausgehen, dass die mediziner davon ausgehen, dass ein privater schneller mal klagt.
z.b. wegen überversorgung.


Denke, dass das mit dem Klagen nicht so einfach ist. Wenn man der Therapie erstmal zugestimmt hat, hat man erstmal zugestimmt.

Hier ein Artikel dazu:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/igel-leistung-oder-privat-versichert-aerzte-muessen-aufklaeren-a-960645.html

Und ob es da den Ärzten wirklich nur um die Gesundheit ihrer Patienten geht und nicht vielleicht auch teilweise um ihren Geldbeutel, kann man als medizinischer Laie wohl nicht so gut bewerten.

Umgekehrt ist es denke ich bei einer Unterversorgung, wenn hier ein Arzt fahrlässig die Gesundheit oder gar das Leben seiner Patienten riskiert, steht juristisch viel mehr auf dem Spiel für ihn.


wenn das vom patienten erkannt wird. der patient ist kein experte, soll aber eigenverantwortlichkeit an den tag legen, also mängel erkennen. schwierig.
ich denke, privatversicherte haben diesbezüglich einen besseren kontext.
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Defätist
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Anmeldungsdatum: 09.06.2010
Beiträge: 8557

Beitrag(#1953883) Verfasst am: 30.09.2014, 06:40    Titel: Antworten mit Zitat

Dachte mir, dass es gut mit hier rein passt, nachdem der Thread wiederbelebt wurde:
http://www.tagesschau.de/inland/bahr-101.html
Zitat:
Der frühere FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr wechselt von der Politik zur Allianz-Versicherung. Der 37-Jährige werde zum 1. November Generalbevollmächtigter bei der Allianz Private Krankenversicherung (APKV), teilte das Unternehmen mit. Dort soll er sich um die Bereiche Leistungsmanagement und zentrale Vertriebskoordination kümmern. Außerdem soll Bahr nach seiner Einarbeitung in den Vorstand berufen werden.

Zwischen 2011 und 2013 war er Bundesgesundheitsminister und damit zuständig für die Belange der privaten Krankenkassen. Damals hatte sich Bahr für den Erhalt des zweigliedrigen Versicherungssystems stark gemacht. Außerdem hatte sein Ministerium den sogenannten Pflege-Bahr entwickelt - eine private Zusatzversicherung für die Pflege, die auch von der Allianz angeboten wird.

Als früher gesetzlich und nun schon eine Weile privat Versicherter kann ich sagen, dass es sowohl positive, als auch negative Unterschiede gibt. Die Bedenken bezüglich Unter-/Überversicherung bestehen zurecht. Ich würde allerdings keiner der beiden Seiten eine übergeordnete Priorität beimessen. Die "unternehmerischen Sachzwänge" bestehen ja in beiden Punkten und die Auswirkungen sind gleich drastisch.
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Wilson
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Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 8419
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#1954007) Verfasst am: 30.09.2014, 14:32    Titel: Antworten mit Zitat

Defätist hat folgendes geschrieben:
Dachte mir, dass es gut mit hier rein passt, nachdem der Thread wiederbelebt wurde:
http://www.tagesschau.de/inland/bahr-101.html
Zitat:
Der frühere FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr wechselt von der Politik zur Allianz-Versicherung. Der 37-Jährige werde zum 1. November Generalbevollmächtigter bei der Allianz Private Krankenversicherung (APKV), teilte das Unternehmen mit. Dort soll er sich um die Bereiche Leistungsmanagement und zentrale Vertriebskoordination kümmern. Außerdem soll Bahr nach seiner Einarbeitung in den Vorstand berufen werden.

Zwischen 2011 und 2013 war er Bundesgesundheitsminister und damit zuständig für die Belange der privaten Krankenkassen. Damals hatte sich Bahr für den Erhalt des zweigliedrigen Versicherungssystems stark gemacht. Außerdem hatte sein Ministerium den sogenannten Pflege-Bahr entwickelt - eine private Zusatzversicherung für die Pflege, die auch von der Allianz angeboten wird.

Als früher gesetzlich und nun schon eine Weile privat Versicherter kann ich sagen, dass es sowohl positive, als auch negative Unterschiede gibt. Die Bedenken bezüglich Unter-/Überversicherung bestehen zurecht. Ich würde allerdings keiner der beiden Seiten eine übergeordnete Priorität beimessen. Die "unternehmerischen Sachzwänge" bestehen ja in beiden Punkten und die Auswirkungen sind gleich drastisch.

ja, die ökonomisierung des gesundheitswesens.
die putzfrau, die keine ahnung von sachgerechter hygiene hat, wischt ja auch im privatzimmer. oder im op. oder der notaufnahme.
im zweifel überlebt der mit dem besseren immunsystem oder der, der in der privatklinik unterkommt. das sind die wenigsten, der gwöhnliche privatpatient bestimmt nicht.
mich stören ja nur die falschen versprechen a la: in unserer moderne gesellschaft hängt gesundheit nicht vom geldbeutel ab. oder der besseren kondition. genau das sollte ja überwunden werden, auch dank moderner medizin.
naja.

ps es gibt natürlich so viel mehr dazu zu sagen.
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vrolijke
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Beitrag(#2106517) Verfasst am: 06.09.2017, 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Aspekt von das "gute deutsche Gesundheitssystem"

Zitat:
Ein Pharmakonzern und sein Hormonpräparat - Thema: Medizinskandale | 3sat
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Ein Fall, vergleichbar mit dem Contergan-Skandal: Viele Kinder, darunter Andre Sommer, kommen in den 60er und 70er Jahren mit Missbildungen auf die Welt: Hirnschäden, Herzfehler, verkümmerte Gliedmaßen. Ihre Mütter haben das Mittel Duogynon von der Firma Schering verschrieben bekommen. Seit Andre Sommer weiß, dass auch seine Mutter dazugehört, lässt er nicht mehr locker. 2010 geht er vor Gericht. Doch Bayer, als Schering-Nachfolger, verweist darauf, dass die Geschichte längst verjährt ist. In Großbritannien jedoch sind die Verjährungsfristen anders, und auch dort wurde das Mittel verschrieben.

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Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
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Beitrag(#2109318) Verfasst am: 07.10.2017, 15:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe letztens erfahren, dass der Numerus Clausus für Mediziner nicht erfunden wurde, weil es zu viele Mediziner gäbe. Im Gegenteil, es gibt viel zu wenige.
Es wurde eingerichtet weil nicht mehr Mediziner ausgebildet werden können, weil es zu wenig Ausbildungsplätze gibt.
Die einzurichten kostet um einiges mehr, als Mediziner aus dem Ausland einzustellen.

Fazit: Lass andere Länder die Kosten für die Ausbildung bezahlen. Wir haben den Nutzen davon, und nebenher wird so den Gesundheidsbetrieb in andere Länder geschädigt.

Wie krank ist das denn?
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Zumsel
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Beiträge: 3211

Beitrag(#2109325) Verfasst am: 07.10.2017, 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
...
Wie krank ist das denn?


Also DAS musst du schon einen Ausländer fragen? Lachen
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sponor
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Beitrag(#2109590) Verfasst am: 09.10.2017, 07:10    Titel: Antworten mit Zitat

Willkommen im Kapitalismus westlicher Prägung!

(Das ist ja ein wohl-etabliertes Verfahren, das du da beschreibst. "Linke Spinner" würden es "Ausbeutung" nennen...)
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Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.
(G. Chr. Lichtenberg)
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 3915

Beitrag(#2109591) Verfasst am: 09.10.2017, 07:18    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ein Aspekt von das "gute deutsche Gesundheitssystem"

Welches haettest Du denn gerne lieber, das somalische?
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 3915

Beitrag(#2109592) Verfasst am: 09.10.2017, 07:21    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:

Fazit: Lass andere Länder die Kosten für die Ausbildung bezahlen. Wir haben den Nutzen davon, und nebenher wird so den Gesundheidsbetrieb in andere Länder geschädigt.

Der Anteil auslaendischer Aerzte hierzulande ist sehr ueberschaubar.
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vrolijke
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Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31738
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2109598) Verfasst am: 09.10.2017, 09:04    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Fazit: Lass andere Länder die Kosten für die Ausbildung bezahlen. Wir haben den Nutzen davon, und nebenher wird so den Gesundheidsbetrieb in andere Länder geschädigt.

Der Anteil auslaendischer Aerzte hierzulande ist sehr ueberschaubar.


Klar doch.

Zitat:
Ausländische Ärztinnen und Ärzte
Die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärztinnen und Ärzte ist im Jahre 2016 um 4.117, das entspricht 9,7 Prozent, auf 46.721 gestiegen. Die Zunahme der berufstätigen ausländischen Ärztinnen und Ärzte liegt im Jahre 2016 bei 10,0 Prozent (Vorjahr 9,1 Prozent). Damit besitzen 11,0 Prozent der in Deutschland berufstätigen Ärztinnen und Ärzte eine ausländische Staatsbürgerschaft. Wie bereits in den Vorjahren, stellt sich die Wachstumsrate der ausländischen Ärztinnen und Ärzte, die im Krankenhaus tätig sind, als besonders ausgeprägt dar, sie beträgt 9,6 Prozent (Vorjahr 9,2 Prozent).

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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 3915

Beitrag(#2109601) Verfasst am: 09.10.2017, 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

10% sind überschaubar. Das ist in andern Ländern nicht anders.
Liegt sogar noch unter dem durchschnittlichen Ausländeranteil von 10 Mio pro 85 Mio Einwohner.

Ich bekomme übrigens regelmässig Stellenanzeigen für medizinisches Personal, aus aller Herren Länder. Das ist normal.
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