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Wie dem Staat durch Tricks der gesellschaftlichen Eliten Steuern verloren gehen
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 20261
Wohnort: Germering

Beitrag(#2114039) Verfasst am: 12.11.2017, 20:02    Titel: Re: Wie dem Staat durch Tricks der gesellschaftlichen Eliten Steuern verloren ge Antworten mit Zitat

Gödelchen hat folgendes geschrieben:
Bis jetzt gibt es keine wirtschaftlich vernünftigen Argumente, die gegen die legalen "Machenschaften" der big player sprechen. Moral als wirtschaftliches Handeln als prio 1 anzusehen, ist unmöglich, da man die nicht messen, wiegen oder zählen kann.

Diese marktverherrlichende Haltung ist aus meiner Sicht sehr gefährlich. Und zwar gar nicht mal primär, weil die Steuermilliarden fehlen. Sondern vor allem weil die Bereitschaft der Mehrheit, sich kooperativ und demokratisch zu verhalten, sehr schnell schwindet, wenn so wie jetzt herauskommt, daß ihre eigenen Vertreter so etwas billigen oder sogar selbst nutzen. Das führt sehr schnell zu instabilen Verhältnissen, an denen die Superreichen auch kein allzu großes Interesse haben dürften.

Übrigens, mindestens die Cum/Ex und Cum/Cum Deals sind wohl illegal, oder?

Gödelchen hat folgendes geschrieben:
Außerdem braucht es immer wieder einen Gegenpart gegen den Staat als Geldverbraucher. Da ist es schon wichtig, dass es einige Zwerge gibt, die den großem Staaten mal die Lust am abschöpfen vergällen.

Du tust hier so, als ob dem Staat durch die Steueroasen die Lust am Steuererheben vergeht. Das ist jedoch gar nicht der Fall - der Staat erhält nur weniger Steuern und erhöht sie daher. Die Zwergstaaten haben auch fast nix davon. Am Ende fließt das Geld zu 95% vom Steuerzahler zu den Steuervermeidern. Es zahlen also vor allem diejenigen, die hier einigermaßen gut verdienen und nicht tricksen. So wie ich zum Beispiel. Und ich finde das eine absolute Unverschämtheit, die sofort unterbunden werden sollte!
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Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20281
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2114041) Verfasst am: 12.11.2017, 20:07    Titel: Re: Wie dem Staat durch Tricks der gesellschaftlichen Eliten Steuern verloren ge Antworten mit Zitat

Gödelchen hat folgendes geschrieben:
....
Außerdem braucht es immer wieder einen Gegenpart gegen den Staat als Geldverbraucher. Da ist es schon wichtig, dass es einige Zwerge gibt, die den großem Staaten mal die Lust am abschöpfen vergällen.

Hä?
Nur damit ich das verstehe: Von welchem Geldverbraucher redest Du?

Der Staat, das sind wir. Und wir haben uns demokratisch geeinigt, bestimmte Aufgaben, die man als die Schaffung der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur zusammenfassen kann, dem Staat als Ganzes zu übertragen. Das "verbraucht" natürlich Geld, allerdings bekommen wir etwas dafür. Die "Zwerge", die da die Lust am "Abschöpfen" vergällen, tun nichts für Dich, sondern sorgen nur dafür, dass es großen multinationalen Konzernen, einigen relativen Großverdienern und ausgesucht vernetzten Persönlichkeiten, die hier von dieser Infrastruktur profitieren, möglich gemacht wird, sich von einer ihrem hier gemachten Gewinn entsprechenden Beteiligung an den Kosten dieser Infrastruktur zu drücken.

Verstehe ich das richtig, dass Du möchtest, dass der Staat hier weniger leistet aber gleichzeitig die kleinen hier im Land höher besteuert? Genau das ist nämlich die Folge dieser Zwergentaktik - zumindest für uns.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Tarvoc
/leftypol/



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 33067
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2114051) Verfasst am: 12.11.2017, 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Um mal was Inhaltliches zu sagen:
"Steueroasen schützen vor der Gier der Finanzminister" offenbart ein sehr eigenartiges Demokratieverständnis.

Typisch Neoklassiker halt. Schulterzucken
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There is always a lever. You just have to find it.
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 1825

Beitrag(#2114081) Verfasst am: 13.11.2017, 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

Theoretische Überlegung, korrigiert mich, wenn ich falsch liege:
Wenn das Geld in der Steueroase liegt, und nicht verwendet wird, ist es doch praktisch dem Geld-Kreislauf entzogen.
Es liegt nicht in einer Bank die das Geld verleiht, sondern bei einem Treuhänder, der das Geld verwahrt.
Es werden also auch keine Zinsen gezahlt.
Die Geld-Menge wird faktisch reduziert und das wirkt einer Inflation entgegen.
Die Gefahr liegt dann eher in einer deflatorischen Wirkung.
Wenn das Geld wieder abgehoben wird, gelangt es wieder in den Geld-Kreislauf, und wird normal versteuert.
Insofern gibt es doch zunächst kein Problem, außer, dass das Prinzip "Eigentum verpflichtet" berührt wird.
Normalerweise hat der Eigentümer doch das Bestreben, das Geld arbeiten zu lassen, und damit Erträge zu erwirtschaften.
Dass also das Geld irgendwann wieder in den Geld-Kreislauf gelangt, sollte sicher sein.
_________________
72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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Fuxing
grösstenteils harmlos



Anmeldungsdatum: 07.05.2008
Beiträge: 1668
Wohnort: Ankh Morpork

Beitrag(#2114085) Verfasst am: 13.11.2017, 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

wolle hat folgendes geschrieben:
Theoretische Überlegung, korrigiert mich, wenn ich falsch liege:
Wenn das Geld in der Steueroase liegt, und nicht verwendet wird, ist es doch praktisch dem Geld-Kreislauf entzogen.
Es liegt nicht in einer Bank die das Geld verleiht, sondern bei einem Treuhänder, der das Geld verwahrt.
Es werden also auch keine Zinsen gezahlt.
Die Geld-Menge wird faktisch reduziert und das wirkt einer Inflation entgegen.
Die Gefahr liegt dann eher in einer deflatorischen Wirkung.
Wenn das Geld wieder abgehoben wird, gelangt es wieder in den Geld-Kreislauf, und wird normal versteuert.
Insofern gibt es doch zunächst kein Problem, außer, dass das Prinzip "Eigentum verpflichtet" berührt wird.
Normalerweise hat der Eigentümer doch das Bestreben, das Geld arbeiten zu lassen, und damit Erträge zu erwirtschaften.
Dass also das Geld irgendwann wieder in den Geld-Kreislauf gelangt, sollte sicher sein.


Das wäre m.E. nur bei BARGELD gegeben, das in einem Tresor oder Schrankfach aufbewahrt wird (und dafür muss Mensch noch nicht mal in ein Steuerparadies).

Bei BUCHGELD ist es dem Treuhänder normalerweise gestattet (oder der ist normalerweise damit beauftragt), das Geld (auch ausserhalb der Steueroase) so anzulegen, dass es sich möglichst vermehrt.
Die ERTRÄGE aus diesen Geldanlagen sind in den Steueroasen dann weitgehend steuerfrei.

Während ERTRÄGE z.B. in Deutschland der entsprechenden Versteuerung unterliegen.
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tillich (epigonal)
schiebt den Wal



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 15108

Beitrag(#2114088) Verfasst am: 13.11.2017, 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

Die Frage nach dem Geldkreislauf ist ja schön und gut. Aber es reicht eben nicht, dass das Geld - auch das in Steueroasen natürlich - überhaupt in den Geldkreislauf zurückkommt, sondern wie. Wenn es, weil seine Eigentümer so reich sind, dass sie eigentlich kaum mehr Konsumwünsche haben, nur wieder gewinnbringend angelegt wird, fließt es einfach in Spekulationsblasen, und wandert dann, je nachdem welche Blase gerade platzt oder langsam aus der Mode kommt, nur von Aktien zu Gold zu Immobilien usw.

Wichtig wäre, dass das Geld auch für realen Konsum ausgegeben wird, und das tun entweder weniger wohlhabende Leute, die noch Wünsche offen haben, oder der Staat über Ausgaben für die Allgemeinheit. Es bräuchte also entweder höhere Löhne oder mehr steuerfinanzierte staatliche Ausgaben. Beides vermeiden die Steueroasen, womit sie unmittelbar der Wirtschaft schaden (wenn man mal, anders als üblich mit "die Wirtschaft" nicht "die Reichen" meint).
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Gelobt sei der große und allbarmherzige Bananenaufhänger,
der uns die Früchte in die Bäume hängt!
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, Postfeminist



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 35992
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2114091) Verfasst am: 13.11.2017, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Um mal was Inhaltliches zu sagen:
"Steueroasen schützen vor der Gier der Finanzminister" offenbart ein sehr eigenartiges Demokratieverständnis.

Typisch Neoklassiker halt. Schulterzucken



Wieso denn? Passt doch.

Ich stell mir das so aehnlich vor wie Ladendiebstahl vor der Gier der Ladeninhaber schuetzt und Raubueberfaelle vor dem Geiz der Besitzenden.


Wenn wir schon demokratisch verabschiedete Gesetzgebung einfach eben mal souveraen und freihaendig ignorieren, dann bitte auch dort, wo die Nichtreichen was von haben. Sehr glücklich
_________________
“Authoritarian agendas have gone too far.” (Lindsay Shepherd)------------ Stoppt die Bajuwarisierung der Kurpfalz jetzt!
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Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 8501
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2114887) Verfasst am: 21.11.2017, 02:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wo bleibt die Wut?
Kaum jemand empört sich über die vielen Steuerschlupflöcher, die Reiche nutzen können. Stattdessen herrscht Ehrfurcht vor ihrem Reichtum. Warum bloß?


http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/paradise-papers-steuerbetrug-eu-globalisierung

q e d.
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"als ob"
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