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Heimat...
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vrolijke
Bekennender Pantheist
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 32404
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2114861) Verfasst am: 20.11.2017, 20:11    Titel: Re: Lesenswert 3 Antworten mit Zitat

Schlumpf hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Die Aufnahmefähigkeit eines Landes hängt nicht von der Größe seiner Landmasse ab, sondern von der vorhandenen Infrastruktur und die wiederum von der Bevoelkerungszahl.

Ich wollte schon meinen Beitrag löschen, weil Frolijcke meinte, es ginge hier um Heimat, Ich schreibe hier nichts mehr dazu. Dafür gibt es andere Threads.


Ich heiße immer noch vrolijke! skeptisch
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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Schlumpf
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Anmeldungsdatum: 17.11.2007
Beiträge: 2521
Wohnort: Ost-Bayern

Beitrag(#2114863) Verfasst am: 20.11.2017, 20:42    Titel: Re: Lesenswert 3 Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:

Ich heiße immer noch vrolijke! skeptisch

Pardon!
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I'll make Schlumpfhausen great again
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schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 8635

Beitrag(#2114868) Verfasst am: 20.11.2017, 21:17    Titel: Re: Lesenswert 3 Antworten mit Zitat

Gödelchen hat folgendes geschrieben:
einfach nur gut :

https://www.cicero.de/kultur/%20AfD-Leitkultur-deutsche-Leitkultur-SPD-Wolfgang-Thierse

...

Der Thierse-Beitrag langweilt mit langatmigen Wiederholungen und pastoraler Emotionslosigkeit.
So ganz nebenbei fordert er eine Debatte um die 'deutsche Leitkultur', diesen abgenudelten Begriff, den so viele synonym mit 'Heimatliebe' verwenden.
Seine Forderung begründet er damit, dass 60% der AfD-Kreuze auf den Wahlzetteln zurückzuführen seien auf
Herr Thierse in cicero hat folgendes geschrieben:
vor allem Angst: vor dem Verlust der deutschen Sprache und Kultur, vor der Herrschaft des Islam, vor Terrorismus und Kriminalität, vor Überforderung durch Flüchtlinge


Nun ja. Er vergisst aber die Stellvertreterfunktion der genannten Items zu erwähnen. Das ist schon so ein bisschen AfD-like...


Aber man muss Thierse vllt verstehen. Er hattte doch schon vor Jahren Probleme mit den nicht kulturkonformen Schwaben am Prenzl Berg:

Zitat:
Ich ärgere mich, wenn ich beim Bäcker erfahre, dass es keine Schrippen gibt, sondern Wecken. Da sage ich: In Berlin sagt man Schrippen, daran könnten sich selbst Schwaben gewöhnen. Genau das gleiche mit Pflaumendatschi. Was soll das? In Berlin heißt es Pflaumenkuchen. Da werde ich wirklich zum Verteidiger des berlinerischen Deutsch.

Ich wünsche mir, dass die Schwaben begreifen, dass sie jetzt in Berlin sind.

https://www.morgenpost.de/politik/article112322462/Schwaben-sollen-Schrippe-sagen-findet-Thierse.html


Smilie
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Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin
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Gödelchen
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Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 297

Beitrag(#2119240) Verfasst am: 21.12.2017, 20:09    Titel: Lesenswert 6 Antworten mit Zitat

Der Mann ist einfach Klasse, weil er das trifft, was treffend ist. Ein stonk trifft nichts, weil ihn nur das betrifft, was nur eine Leere in und um einen Menschen aufzeigt..

https://www.cicero.de/kultur/%20AfD-Leitkultur-deutsche-Leitkultur-SPD-Wolfgang-Thierse

.und solche Hinzugekommenen wie die Dame Özuguz sollte sich wieder auf die Schulbank drücken, die ihr nichts davon vermittelt hat , was sie dazu ermöglichte auf dieser Schulbank zu sitzen....

Smilie
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fwo
ist heute in der vbfa



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20823
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2119242) Verfasst am: 21.12.2017, 21:02    Titel: Re: Lesenswert 3 Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
....
Der Thierse-Beitrag langweilt mit langatmigen Wiederholungen und pastoraler Emotionslosigkeit.
So ganz nebenbei fordert er eine Debatte um die 'deutsche Leitkultur', diesen abgenudelten Begriff, den so viele synonym mit 'Heimatliebe' verwenden.
....

Und die AfD langweilt mit Bodengewinn, weil es den Linken nicht gelingt, Heimat überhaupt zu besetzen. Dann dürfen sie halt zugucken, wie Leute diesen Begriff so benutzen, dass gleichzeitig Fremdenhass und Neoliberalismus draus wird.

Das Lustige daran ist, wieviele esoterisch angehauchte es unter den Linken gibt, die sonst allem hinterherrennen, wo Gefühl drauf steht. Aber dieses Gefühl, an dem an sich nichts schlimmes ist, für das es offensichtlich soziale Bedürfnisse gibt, überlässt man denen, die Dreck daraus machen, um dann zu sagen "pfui wie dreckig!". Ich halte das nicht für den Akt intellektueller Überlegenheit, als der es gerne verkauft wird, ich halte das für Dummheit.

Wie heißt es in der Pädagigik / Didaktik heute so schön: Man muss die Leute abholen, wo sie stehen. Das gilt auch in der Politik, wenn man weiter mitbestimmen will.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 8635

Beitrag(#2119260) Verfasst am: 21.12.2017, 23:50    Titel: Re: Lesenswert 6 Antworten mit Zitat

Gödelchen hat folgendes geschrieben:
Der Mann ist einfach Klasse, weil er das trifft, was treffend ist.

Das ist natürlich ein starkes Argument, welches deine Denkleistung widerspiegelt Sehr glücklich

Nebenbei: Welch lustige Zauberei, hier http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=2114625#2114625 am 19.11.17 einen cicero-Artikel zu verlinken, der

Zitat:
VON WOLFGANG THIERSE am 21. Dezember 2017
https://www.cicero.de/kultur/%20AfD-Leitkultur-deutsche-Leitkultur-SPD-Wolfgang-Thierse

fett von mir
erscheint. Mr. Green
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Gödelchen
registrierter User



Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 297

Beitrag(#2119277) Verfasst am: 22.12.2017, 08:11    Titel: Re: Lesenswert 6 Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
Gödelchen hat folgendes geschrieben:
Der Mann ist einfach Klasse, weil er das trifft, was treffend ist.

Das ist natürlich ein starkes Argument, welches deine Denkleistung widerspiegelt Sehr glücklich

Nebenbei: Welch lustige Zauberei, hier http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=2114625#2114625 am 19.11.17 einen cicero-Artikel zu verlinken, der

Zitat:
VON WOLFGANG THIERSE am 21. Dezember 2017
https://www.cicero.de/kultur/%20AfD-Leitkultur-deutsche-Leitkultur-SPD-Wolfgang-Thierse

fett von mir
erscheint. Mr. Green


Wo ist dein Problem? Der Artikel ist doch einfach nur toll. Wann der Cicero den veröffentlicht hat/ will ist doch Schnuppe. Aber so sind sie halt die, die nur in ihrer Parallelwelt leben .-) , die brauchen Marginalien und solche einfachen Dinge um ihre Welt aufrecht zu erhalten.
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Gödelchen
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Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 297

Beitrag(#2119279) Verfasst am: 22.12.2017, 08:15    Titel: Re: Lesenswert 3 Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Gödelchen hat folgendes geschrieben:
einfach nur gut :

https://www.cicero.de/kultur/%20AfD-Leitkultur-deutsche-Leitkultur-SPD-Wolfgang-Thierse

und wo wie und warum sich Humanismus verorten muss....Smilie

http://www.zeit.de/freitext/2017/11/19/humanismus-utopie-gegenwart-nawrat/


Aus dem Bericht:
Zitat:
Wer seiner selbst nicht sicher ist, reagiert mit Abwehr und Ausgrenzung, um seine labile Identität zu stabilisieren. Wer aber seiner selbst sicher ist, dem ist Offenheit und Angstfreiheit möglich. Wie wäre es mit etwas mehr kulturellem Selbstbewusstsein?


Wer selbst kulturell gut verwurzelt ist, hat keine angst überfremdet zu werden.


Triff nur auf das Individuum zu, nicht auf das, was Kultur eigentlich ist. Das Zeichen, die Ausstrahlung wie sich die Individuen über die Zeit in einer Gemeinschaft gefunden haben. Daraus entsteht Kultur in einem ständigen Prozess .

Wer so denkt wie du, überlässt die Kultur dem Verfall und denen , die es nicht schaffen Kultur so weiter zu entwickeln in Zukunft. Besonders über den Stand, den wir im europäischen Kontext geschafft haben ( mit allem Hui und Pfui) hinaus. Bisher war vom neuen Input nichts Bahnbrechendes zu sehen. Wird auch schwer so was von dort zu bekommen.

Kann jeder heute ganz vortrefflich für sich beobachten.
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Gödelchen
registrierter User



Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 297

Beitrag(#2119673) Verfasst am: 25.12.2017, 10:50    Titel: Lesenswert 7 Antworten mit Zitat

Ein Leserkommentar zum SPON Artikel von Hern Müller über Heimat, Nation und Globalisierung:

ZITAT:
dweik01 gestern, 15:21 Uhr
"10. Die Thesen sind alle richtig, aber
sie haben meines Erachtens rein gar nichts mit der Debatte um Integrationsanforderungen oder einer kulturellen Identität zu tun. Der Artikel leitet völlig am Thema vorbei. Klar wäre Völlige Globalisierung nicht funktionsfähig, das hat aber nichts mit wandernden Arbeitskräften zu tun, sondern damit, daß jedes gesellschaftliche soziologische Aggregat auf der Ebene zu steuern ist, auf der man sich befindet. Eine völlige Globalisierung würde eine utopische "Weltregierung" erfordern. Heimat hat nichts mit Nationalstaat zu tun, siehe ExJugoslawien. Ob man Heimat verliert, wenn man sie abschrimt, halte ich für gewagt. Aber die Kernfrage was Heimat ist, wie sich gesellschaftlicher Zusammenhalt definiert, ob und wie kulturelle Wurzeln, Gepflogenheiten und vor allem Werte, und wenn ja welche, beitragen, bleibt völlig unterbelichtet! Wir haben deswegen einen Nationalstaat, weil historisch eine sehr hohe Kohäsion zwischen den Werten, der Kultur unserer Bundesländer besteht, die dazu führte daß sich (auch historisch) diese Länder, Bevölkerungsgruppen unter einem Dach wiederfanden. Das gilt weltweit. Recht und Rechtsprechung verlieren ihre Gültigkeit, ohne Nationalstaat und Grenzen. Dann würden auch jegliche Werte die einen Zusammenhalt, eine Gemeinsamkeit zwischen Menschen definieren können, verloren gehen. Und jedes Rechtssystem, ja der Rechtsstaat basiert letztlich auf den kulturellen Wurzeln einer Gemeinschaft. Daß bei uns Meineid und Lüge bestraft wird, hat kuturelle Ursachen. In China gilt es als schick einen anderen mit einer Finte hinters licht zu führen. Hier weniger. Und daß wir Menschen nach einer Straftat nicht mehr umbringen, hat etwas mit Aufklärung und Humanismus zu tun, der anderen zuwandernden Kulturen fremd ist. Menschen werden durch ihre Sozialisation maßgeblich geprägt, sie erlernen 20 Jahre lange das gleiche verhalten. Dieses verhalten geben sie nicht an der Grenze beim Wegwerfen ihres Passes ab. Das sind kenie schlechten Menschen, sie sind nur so wie sie sozialisiert sind! Und wer die Schwierigkeiten, die Dauer und Kosten sowie die Erfolgsrate von Psychotherapien kennt, kann ermessen wie schwierig es ist und wie gering die Erfolgsaussichten, daß Menschen die hierher kommen, auch mit guten Absichten, ihr Verhalten und ihre werte an die hiesigen anpassen. Deswegen ist die Verweigerung einer Debatte über kulturelle Identität, dier Unfähigkeit Werte zu identifizieren (Integrationsstaatsministerin Özoguz) und vor allem darüber, daß dem Recht auf Schutz und Versorgung auch eine Verpflichtung gegenüber steht, brandgefährlich! Deutschland, bzw die Naivität der Gutmenschen, schafft sich auch durch solche Beiträge ab. PS.: Auch ein Multikulti Schmelztigel wie NewYork oder London haben eine Identität und Wurzeln, ist Heimat. Zwar weniger die des Humanismus der Aufklärung und christlichen Wurzeln als das Recht des gewaltfrei Besseren und des Durchsetzungsstärkeren, des immer wieder Aufstehens, der Glücksritter und vor allem der EIGENVERANTWORTLICHKEIT und der Haltung nicht auf Kosten der Allgemeinheit zu leben. das ist auch Identität."

Anfügen möchte ich noch was von Max Weber. Der hat mal zutreffend und immer neu belegt gesagt:

Das Soziale geht nur im Nationalen.

Das stimmt. Warum? Darüber könnte an Weihnachten nachgedacht werden Smilie
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abbahallo
Moderator
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Anmeldungsdatum: 10.12.2012
Beiträge: 1873

Beitrag(#2119674) Verfasst am: 25.12.2017, 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

So ausnahmslos stimmt das gar nicht. Dass die Gründung des deutschen Nationalstaates das soziale in deutschen Landen sonderlich gefördert hätte, muß man mir erst noch erklären.
Die Industrialisierung des Ruhrgebiets zog Menschen aus ganz unterschiedlichen Staaten und Gegenden an, mit Parallelgesellschaften von Tirolern, Hessen, Ostpreußen, Polen... Es wurden trotzdem Kumpel, deren Kinder sich in ständig zu kleinen Schulen aneinander quetschten, deren Vereine sich nach einer Generation nicht mehr an ursprünglicher Herkunft sondern nach Thema und Weltanschauung sortierten.
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22579

Beitrag(#2119676) Verfasst am: 25.12.2017, 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Vor allem die Kernaussage Thierses darf bitte von Leitkulturanhängern nicht ignoriert werden.

Zitat:
Das Fremde und die Fremden wurden deutsch, sie veränderten sich und die Deutschen mit ihnen. Das macht nach meiner Überzeugung die besondere Leistungsfähigkeit der deutschen Kultur aus. Diese Geschichte und Tradition der kulturellen Integration gilt es fortzuschreiben.

https://www.cicero.de/kultur/%20AfD-Leitkultur-deutsche-Leitkultur-SPD-Wolfgang-Thierse

Einverstanden, Gödelchen?
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What game shall we play today?
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 4235

Beitrag(#2119678) Verfasst am: 25.12.2017, 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

abbahallo hat folgendes geschrieben:
So ausnahmslos stimmt das gar nicht. Dass die Gründung des deutschen Nationalstaates das soziale in deutschen Landen sonderlich gefördert hätte, muß man mir erst noch erklären.

Bismarcksche Sozialgesetze?
abbahallo hat folgendes geschrieben:

Die Industrialisierung des Ruhrgebiets zog Menschen aus ganz unterschiedlichen Staaten und Gegenden an, mit Parallelgesellschaften von Tirolern, Hessen, Ostpreußen, Polen... Es wurden trotzdem Kumpel, deren Kinder sich in ständig zu kleinen Schulen aneinander quetschten, deren Vereine sich nach einer Generation nicht mehr an ursprünglicher Herkunft sondern nach Thema und Weltanschauung sortierten.

Vielleicht weil Lebens- und Arbeitsbedingungen ihnen damals keine andere Wahl liessen?
Der Anpassungsdruck liegt heutzutage nur knapp über Null.
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Gödelchen
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Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 297

Beitrag(#2119684) Verfasst am: 25.12.2017, 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Vor allem die Kernaussage Thierses darf bitte von Leitkulturanhängern nicht ignoriert werden.

Zitat:
Das Fremde und die Fremden wurden deutsch, sie veränderten sich und die Deutschen mit ihnen. Das macht nach meiner Überzeugung die besondere Leistungsfähigkeit der deutschen Kultur aus. Diese Geschichte und Tradition der kulturellen Integration gilt es fortzuschreiben.

https://www.cicero.de/kultur/%20AfD-Leitkultur-deutsche-Leitkultur-SPD-Wolfgang-Thierse

Einverstanden, Gödelchen?

Smilie

Aber Hallo, sicher.

Die Deustchen haben sich immer verändert ,...stetig mit den Einflüssen, die kamen, qu´ en penses - tu ?

Besonders damit und daran, was sie weiter brachte .-)
Also sollen die Gutmeinden diese Systematik den Deutschen doch gönnen und nicht alles, was so kommt als Veränderungsanstoß hochjazzen.

Einverstanden, zelig ?
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Gödelchen
registrierter User



Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 297

Beitrag(#2119686) Verfasst am: 25.12.2017, 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
abbahallo hat folgendes geschrieben:
So ausnahmslos stimmt das gar nicht. Dass die Gründung des deutschen Nationalstaates das soziale in deutschen Landen sonderlich gefördert hätte, muß man mir erst noch erklären.

Bismarcksche Sozialgesetze?
abbahallo hat folgendes geschrieben:

Die Industrialisierung des Ruhrgebiets zog Menschen aus ganz unterschiedlichen Staaten und Gegenden an, mit Parallelgesellschaften von Tirolern, Hessen, Ostpreußen, Polen... Es wurden trotzdem Kumpel, deren Kinder sich in ständig zu kleinen Schulen aneinander quetschten, deren Vereine sich nach einer Generation nicht mehr an ursprünglicher Herkunft sondern nach Thema und Weltanschauung sortierten.

Vielleicht weil Lebens- und Arbeitsbedingungen ihnen damals keine andere Wahl liessen?
Der Anpassungsdruck liegt heutzutage nur knapp über Null.


Der Gute hat auch insoweit nicht recht, weil das Soziale kulturellen Bedingunen, wirtschaftlichen Voraussetzungen und administrativen Grundlagen unterliegt, die nur im Natioalen sich so auswirken können, dass sie den Effekt, den das Soziale für die Menschen haben soll, Wirkung entfalten kann.

Das ist genauso wie mit der Moral und Ethik. Die werden erst zu dem, was sinnvoll und hilfreich ist, wenn die Grenzen der selben akzeptiert werden.
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abbahallo
Moderator
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Anmeldungsdatum: 10.12.2012
Beiträge: 1873

Beitrag(#2119695) Verfasst am: 25.12.2017, 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Welche Grenzen von Moral und Ethik? Nationale? Weltanschauliche? Klassenbezogene?
Meinen eigentlich Anpassungsdruck und Anstoß zur Veränderung dasselbe?

Bismarcksche Sozialgesetze? In Bayern wurde noch nicht mal die Schulpflicht für alle durchgesetzt.
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Gödelchen
registrierter User



Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 297

Beitrag(#2119719) Verfasst am: 25.12.2017, 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

abbahallo hat folgendes geschrieben:
a)Welche Grenzen von Moral und Ethik? Nationale? Weltanschauliche? Klassenbezogene?
b)Meinen eigentlich Anpassungsdruck und Anstoß zur Veränderung dasselbe?

Bismarcksche Sozialgesetze? In Bayern wurde noch nicht mal die Schulpflicht für alle durchgesetzt.


a) Halt die Grenzen aus den Begriffen Moral und Ethik selber heraus. Sonst hätten wir ja nicht die Kalamitäten die entsprechenden Dilemmas beackern zu müssen.

b) Da gibt es eine Verbindung zwischen. Veränderungsdruck ist meist technischer Natur und Anstöße nur Veränderung ergeben sich durch ein Kennenlernen von anderen Dingen ( die sollten bedingend etwas besseres bringen , als man schon hat)

Alle Frage beantwortet ?
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 36481
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2119730) Verfasst am: 25.12.2017, 20:03    Titel: Re: Lesenswert 7 Antworten mit Zitat

Gödelchen hat folgendes geschrieben:
Ein Leserkommentar zum SPON Artikel von Hern Müller über Heimat, Nation und Globalisierung:

ZITAT:
dweik01 gestern, 15:21 Uhr
"10. Die Thesen sind alle richtig, aber
sie haben meines Erachtens rein gar nichts mit der Debatte um Integrationsanforderungen oder einer kulturellen Identität zu tun. Der Artikel leitet völlig am Thema vorbei. Klar wäre Völlige Globalisierung nicht funktionsfähig, das hat aber nichts mit wandernden Arbeitskräften zu tun, sondern damit, daß jedes gesellschaftliche soziologische Aggregat auf der Ebene zu steuern ist, auf der man sich befindet. Eine völlige Globalisierung würde eine utopische "Weltregierung" erfordern. Heimat hat nichts mit Nationalstaat zu tun, siehe ExJugoslawien. Ob man Heimat verliert, wenn man sie abschrimt, halte ich für gewagt. Aber die Kernfrage was Heimat ist, wie sich gesellschaftlicher Zusammenhalt definiert, ob und wie kulturelle Wurzeln, Gepflogenheiten und vor allem Werte, und wenn ja welche, beitragen, bleibt völlig unterbelichtet! Wir haben deswegen einen Nationalstaat, weil historisch eine sehr hohe Kohäsion zwischen den Werten, der Kultur unserer Bundesländer besteht, die dazu führte daß sich (auch historisch) diese Länder, Bevölkerungsgruppen unter einem Dach wiederfanden. Das gilt weltweit. Recht und Rechtsprechung verlieren ihre Gültigkeit, ohne Nationalstaat und Grenzen. Dann würden auch jegliche Werte die einen Zusammenhalt, eine Gemeinsamkeit zwischen Menschen definieren können, verloren gehen. Und jedes Rechtssystem, ja der Rechtsstaat basiert letztlich auf den kulturellen Wurzeln einer Gemeinschaft. Daß bei uns Meineid und Lüge bestraft wird, hat kuturelle Ursachen. In China gilt es als schick einen anderen mit einer Finte hinters licht zu führen. Hier weniger. Und daß wir Menschen nach einer Straftat nicht mehr umbringen, hat etwas mit Aufklärung und Humanismus zu tun, der anderen zuwandernden Kulturen fremd ist. Menschen werden durch ihre Sozialisation maßgeblich geprägt, sie erlernen 20 Jahre lange das gleiche verhalten. Dieses verhalten geben sie nicht an der Grenze beim Wegwerfen ihres Passes ab. Das sind kenie schlechten Menschen, sie sind nur so wie sie sozialisiert sind! Und wer die Schwierigkeiten, die Dauer und Kosten sowie die Erfolgsrate von Psychotherapien kennt, kann ermessen wie schwierig es ist und wie gering die Erfolgsaussichten, daß Menschen die hierher kommen, auch mit guten Absichten, ihr Verhalten und ihre werte an die hiesigen anpassen. Deswegen ist die Verweigerung einer Debatte über kulturelle Identität, dier Unfähigkeit Werte zu identifizieren (Integrationsstaatsministerin Özoguz) und vor allem darüber, daß dem Recht auf Schutz und Versorgung auch eine Verpflichtung gegenüber steht, brandgefährlich! Deutschland, bzw die Naivität der Gutmenschen, schafft sich auch durch solche Beiträge ab. PS.: Auch ein Multikulti Schmelztigel wie NewYork oder London haben eine Identität und Wurzeln, ist Heimat. Zwar weniger die des Humanismus der Aufklärung und christlichen Wurzeln als das Recht des gewaltfrei Besseren und des Durchsetzungsstärkeren, des immer wieder Aufstehens, der Glücksritter und vor allem der EIGENVERANTWORTLICHKEIT und der Haltung nicht auf Kosten der Allgemeinheit zu leben. das ist auch Identität."

Anfügen möchte ich noch was von Max Weber. Der hat mal zutreffend und immer neu belegt gesagt:

Das Soziale geht nur im Nationalen.

Das stimmt. Warum? Darüber könnte an Weihnachten nachgedacht werden Smilie



Der Autor zäumt das Pferd vom falschen Ende her auf.

Der klassische Nationalstaat ist nicht das Produkt gemeinsamer Werte, sondern eine notwendige Anpassung an die Anforderungen der Industrialisierung, die größere staatliche Einheiten als bisher erforderlich machte. Logischerweise setzte sich die Industrialisierung dort am frühesten durch, wo staatliche Einheiten bereits ausreichend gross waren (England) und hatte dort "Verspätung", wo diese erst noch geschaffen werden mussten (Deutschland). Das mit den "gemeinsamen Werten" wurde erst nachträglich in Angriff genommen als es naemlich klar wurde, dass ein Nationalstaat als blosses Konglomerat verschiedener Kulturen nicht funktionierte. Zu diesem Zweck vereinheitlichte man die Sprache, indem man (wie in Deutschland) z.B. einen der vielen Dialekte zur "Hochsprache" erklärte und ihn von allen anderen Bürgern lernen liess um eine gemeinsame Kommunikationsgrundlage zu schaffen oder aber man versuchte (wie in Frankreich) Minderheitensprachen im Territorium des Nationalstaates auszurotten um denselben Effekt zu erreichen.

Die gemeinsame Wertgrundlage war nicht von Anfang an vorhanden, sondern wurde später künstlich geschaffen, wobei kulturelle Unterschiede (oft mit Zwangsmassnahmen) eingeebnet wurden um aus grundverschiedenen Populationen (Bayern/Preussen, Katholiken/Protestanten etc.) ein "Staatsvolk" zu machen. Dass das gelingt war nicht immer selbstverständlich.

Heutzutage stehen wir vor einem aehnlichen Problem. Heute ist es die Globalisierung, die größere staatliche Einheiten notwendig macht und wem dieses am Besten gelingt, der wird gegenüber demjenigen, der in Nationalstaaterei verharrt, einen aehnlich gewaltigen Startvorteil besitzen wie im 18.Jahrhundert England gegenüber dem kleinstaaterischen Deutschland.

Laender wie China oder Indien geniessen uebrigens bei der Globalisierung denselben Startvorteil wie England bei der Industrialisierung. Sie verfügen bereits ueber ausreichend grosse Staatsgebilde um zu Vorreitern der Globalisierung zu werden. China hat bereits demonstriert, dass es die Chance erkannt hat und mit seinem Plan zur "neuen Seidenstrasse" die Initiative ergriffen.
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Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
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Beitrag(#2119772) Verfasst am: 26.12.2017, 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ob man persönlich eine Heimat hat kann läßt sich feststellen: Wenn man in der Fremde Heimweh bekommt, dann hat man eine Heimat.
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Beitrag(#2119774) Verfasst am: 26.12.2017, 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ob man persönlich eine Heimat hat kann läßt sich feststellen: Wenn man in der Fremde Heimweh bekommt, dann hat man eine Heimat.

Nach dem Kriterium habe ich keine. Nie gehabt. Ich kann mich an keinen Moment in meinem Leben erinnern, dass ich Heimweh hatte.

Einmal sowas ähnliches.
Als meine Montagezeit zu ende ging. Alle Kollegen verschwanden in sämtliche Himmelsrichtungen.
Da hatte ich ein ganz plumerantes Gefühl in der Magengegend. Die schöne Montagezeit hatte ein ende.
Das war sowas wie Heimweh denke ich.
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