Freigeisterhaus Foren-Übersicht www.artikeldrei.de
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   NutzungsbedingungenNutzungsbedingungen   BenutzergruppenBenutzergruppen   LinksLinks   ChatChat   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   KarteKarte   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Atheistisches Symbol?
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 19, 20, 21
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Weltanschauungen und Religionen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  

Kann es fuer Atheisten universal ein Symbol geben?
ja, das hat bislang gefehlt
30%
 30%  [ 74 ]
nein, das ist unnoetig
19%
 19%  [ 48 ]
Individualisten werden sich darueber eh nicht einigen
33%
 33%  [ 80 ]
das ist mir voellig egal
16%
 16%  [ 39 ]
Stimmen insgesamt : 241

Autor Nachricht
Tarvoc
/leftypol/



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 33199
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2121985) Verfasst am: 14.01.2018, 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die bisherigen Leistungen des Menschen hat dieser als Spezies erreicht. Das ist entscheidend, um an den Menschen als Spezies, als Gattung zu glauben.

Mit den Augen rollen Selbst wenn man die Prämisse kauft, ist das immer noch ein Non sequitur. Als Materialist kauft man allerdings schon die Prämisse nicht.

Wenn man diese Entwicklung der Individuen in den gemeinsamen Existenzbedingungen der geschichtlich aufeinanderfolgenden Stände und Klassen und den ihnen damit aufgedrängten allgemeinen Vorstellungen philosophisch betrachtet, so kann man sich allerdings leicht einbilden, in diesen Individuen habe sich die Gattung oder der Mensch, oder sie haben den Menschen entwickelt; eine Einbildung, womit der Geschichte einige starke Ohrfeigen gegeben werden.

MEW 3, S. 74.

Ich kann mir ja vorstellen, dass du mit deiner Aussage etwas durchaus Richtiges aussagen willst, nämlich den konstitutiv gesellschaftlichen Charakter menschlichen und insbesondere geschichtlichen Produzierens und Handelns. Nur sagst du es falsch aus, nämlich Feuerbachsch, d.h. religiös - und indem du es falsch aussagst, sagst du etwas Falsches mit. Der Materialist macht sich keine Illusionen über die Menschen und ihre Fähigkeiten. Er muss nicht "an die Menschheit glauben", weil er überhaupt nicht glauben muss. Die Grundlage seiner theoretischen und praktischen Betätigung ist der Erkenntnisprozess und nicht irgendein Glaube. Wer das in feuerbachschen Begriffen fasst, der will sein Christentum und seinen Idealismus gleichzeitig essen und behalten.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Potenzial heisst hier, dass - prognostisch gedacht - da noch wesentlich mehr geht.

Ja, das bedeutet das Wort "Potential": dass etwas nicht ist, aber sein kann. Ob ein bestimmtes Potential besteht oder nicht, findet man nicht dadurch heraus, dass man "an es glaubt", sondern dadurch, dass man es zu realisieren versucht.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
"Mehr" an umfassender Rationalität, die mehr ist als nur die Summe der Einzelrationalitäten.

Daran, dass die umfassende Rationalität des Kapitalismus weniger ist als die Summe der Einzelrationalitäten, und dass das auch bisher bei jeder anderen historischen Gesellschaft so der Fall war, muss man ebenfalls nicht glauben, sondern das kann man bei einem Studium der Geschichte sehr leicht feststellen - woraus sich dann eben gerade der Glaube an "höhere", "umfassendere" "Rationalitäten" ergab, an Götter und göttliche Entelechien, an "unsichtbare Hände des Marktes" und dergleichen, die hinter dem Rücken der Menschen die Dinge schon zum Besten lenken werden, auch wenn buchstäblich alles auf das genaue Gegenteil hindeutet. Aber du willst ja sagen, dass diese "höheren" Rationalitäten gerade noch nicht bestehen, sondern ihr Potential erst in der kommunistischen Gesellschaft verwirklicht werden soll und man daran "glauben" müsse. Die Tatsache ist aber die, dass man nach Kommunismus nicht strebt, um eine "höhere" Rationalität zu verwirklichen, die über die eigene hinausginge und die einem daher vor der Verwirklichung des Kommunismus notwendig nebulös und unverständlich bleiben müsse, sondern weil man selbst bereits rationale Erkenntnisse über die Gesellschaft, in der man lebt, und die eigene Stellung in ihr besitzt. Wie du siehst, spielt der "Glaube" an eine "höhere" und damit für mich selbst völlig unverständliche Rationalität dabei überhaupt keine Rolle.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Das, was bisher so sichtbar war - und folglich auch gar keinen Glauben erfordert - ist schon impressiv, realisiert sich jedoch in engen Grenzen gesellschaftlicher Bedingungen und kann nur Stückwerk bleiben, auch in alle ferne menschliche Zukunft, wenn sich jene Bedingungen grundsätzlich nicht ändern.

Die Veränderung der bestehenden Verhältnisse nach rationalen Kriterien und sachbezogenen Erkenntnissen erfordert ebensowenig einen Glauben wie ihre bloße Feststellung. Eher schon erfordert sie, dass man mit dem ganzen "Glaubens"-Zeug noch radikaler aufräumt.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Umfassende Rationalität bedeutet, dass alles zusammenpasst und sämtliche aktuellen Begabungen sowie die sich im Zuge ihrer integrierten Äußerungen weiter und auch z.T. sprunghaft entwickelnden neuen, das menschliche Potenzial in noch vertiefter Weise aussschöpfenden Begabungen diese umfassende Rationalität selbst immer wieder neu reorganisieren.

Hübsche Phrase. Welchen Teil davon kann ein Faschist grundsätzlich nicht unterschreiben?

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die herrschenden Irrationalitäten werden in Religion, Esoterik und Faschismus auf eine fehlende menschliche Rationalität zurück geführt.

Allerdings glauben durchaus auch einige Esoteriker, Religiöse und Faschisten an potentielle gesellschaftliche Rationalitäten, in denen alles harmonisch zusammenpassen wird, und die mehr sein werden als die Summe menschlicher Einzelrationalitäten.

Dass diese Verhältnisse dann eben in der Realität am Ende doch nicht so aussehen, wie sie sie sich mitunter verhimmelt vorgestellt oder sie anderen Leuten verkauft haben, ist schon richtig. Nur ist das eben ganz generell die Krux am Glauben.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die Negation der genannten Ideologien muss wieder das menschliche Erkenntnis- und gemeinsame Kreationsvermögen in den Fokus bekommen.

Ja. Aber man bekommt es nicht dadurch in den Fokus, dass man an es glaubt.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Witzige Idee. Daumen hoch!

...ist mir irgendwie zu stirnerianisch. zwinkern Aber Spaß bei Seite... das Ghostbusters-Logo für Atheismus passt schon. Cool
_________________
There is always a lever. You just have to find it.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen Yahoo Messenger
Skeptiker
linksunten



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 12852
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2122003) Verfasst am: 14.01.2018, 15:52    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die bisherigen Leistungen des Menschen hat dieser als Spezies erreicht. Das ist entscheidend, um an den Menschen als Spezies, als Gattung zu glauben.

Mit den Augen rollen Selbst wenn man die Prämisse kauft, ist das immer noch ein Non sequitur. Als Materialist kauft man allerdings schon die Prämisse nicht.

Wenn man diese Entwicklung der Individuen in den gemeinsamen Existenzbedingungen der geschichtlich aufeinanderfolgenden Stände und Klassen und den ihnen damit aufgedrängten allgemeinen Vorstellungen philosophisch betrachtet, so kann man sich allerdings leicht einbilden, in diesen Individuen habe sich die Gattung oder der Mensch, oder sie haben den Menschen entwickelt; eine Einbildung, womit der Geschichte einige starke Ohrfeigen gegeben werden.

MEW 3, S. 74.

Ich kann mir ja vorstellen, dass du mit deiner Aussage etwas durchaus Richtiges aussagen willst, nämlich den konstitutiv gesellschaftlichen Charakter menschlichen und insbesondere geschichtlichen Produzierens und Handelns. Nur sagst du es falsch aus, nämlich Feuerbachsch, d.h. religiös - und indem du es falsch aussagst, sagst du etwas Falsches mit. Der Materialist macht sich keine Illusionen über die Menschen und ihre Fähigkeiten. Er muss nicht "an die Menschheit glauben", weil er überhaupt nicht glauben muss. Die Grundlage seiner theoretischen und praktischen Betätigung ist der Erkenntnisprozess und nicht irgendein Glaube. Wer das in feuerbachschen Begriffen fasst, der will sein Christentum und seinen Idealismus gleichzeitig essen und behalten.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Potenzial heisst hier, dass - prognostisch gedacht - da noch wesentlich mehr geht.

Ja, das bedeutet das Wort "Potential": dass etwas nicht ist, aber sein kann. Ob ein bestimmtes Potential besteht oder nicht, findet man nicht dadurch heraus, dass man "an es glaubt", sondern dadurch, dass man es zu realisieren versucht.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
"Mehr" an umfassender Rationalität, die mehr ist als nur die Summe der Einzelrationalitäten.

Daran, dass die umfassende Rationalität des Kapitalismus weniger ist als die Summe der Einzelrationalitäten, und dass das auch bisher bei jeder anderen historischen Gesellschaft so der Fall war, muss man ebenfalls nicht glauben, sondern das kann man bei einem Studium der Geschichte sehr leicht feststellen - woraus sich dann eben gerade der Glaube an "höhere", "umfassendere" "Rationalitäten" ergab, an Götter und göttliche Entelechien, an "unsichtbare Hände des Marktes" und dergleichen, die hinter dem Rücken der Menschen die Dinge schon zum Besten lenken werden, auch wenn buchstäblich alles auf das genaue Gegenteil hindeutet. Aber du willst ja sagen, dass diese "höheren" Rationalitäten gerade noch nicht bestehen, sondern ihr Potential erst in der kommunistischen Gesellschaft verwirklicht werden soll und man daran "glauben" müsse. Die Tatsache ist aber die, dass man nach Kommunismus nicht strebt, um eine "höhere" Rationalität zu verwirklichen, die über die eigene hinausginge und die einem daher vor der Verwirklichung des Kommunismus notwendig nebulös und unverständlich bleiben müsse, sondern weil man selbst bereits rationale Erkenntnisse über die Gesellschaft, in der man lebt, und die eigene Stellung in ihr besitzt. Wie du siehst, spielt der "Glaube" an eine "höhere" und damit für mich selbst völlig unverständliche Rationalität dabei überhaupt keine Rolle.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Das, was bisher so sichtbar war - und folglich auch gar keinen Glauben erfordert - ist schon impressiv, realisiert sich jedoch in engen Grenzen gesellschaftlicher Bedingungen und kann nur Stückwerk bleiben, auch in alle ferne menschliche Zukunft, wenn sich jene Bedingungen grundsätzlich nicht ändern.

Die Veränderung der bestehenden Verhältnisse nach rationalen Kriterien und sachbezogenen Erkenntnissen erfordert ebensowenig einen Glauben wie ihre bloße Feststellung. Eher schon erfordert sie, dass man mit dem ganzen "Glaubens"-Zeug noch radikaler aufräumt.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Umfassende Rationalität bedeutet, dass alles zusammenpasst und sämtliche aktuellen Begabungen sowie die sich im Zuge ihrer integrierten Äußerungen weiter und auch z.T. sprunghaft entwickelnden neuen, das menschliche Potenzial in noch vertiefter Weise aussschöpfenden Begabungen diese umfassende Rationalität selbst immer wieder neu reorganisieren.

Hübsche Phrase. Welchen Teil davon kann ein Faschist grundsätzlich nicht unterschreiben?

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die herrschenden Irrationalitäten werden in Religion, Esoterik und Faschismus auf eine fehlende menschliche Rationalität zurück geführt.

Allerdings glauben durchaus auch einige Esoteriker, Religiöse und Faschisten an potentielle gesellschaftliche Rationalitäten, in denen alles harmonisch zusammenpassen wird, und die mehr sein werden als die Summe menschlicher Einzelrationalitäten.

Dass diese Verhältnisse dann eben in der Realität am Ende doch nicht so aussehen, wie sie sie sich mitunter verhimmelt vorgestellt oder sie anderen Leuten verkauft haben, ist schon richtig. Nur ist das eben ganz generell die Krux am Glauben.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die Negation der genannten Ideologien muss wieder das menschliche Erkenntnis- und gemeinsame Kreationsvermögen in den Fokus bekommen.

Ja. Aber man bekommt es nicht dadurch in den Fokus, dass man an es glaubt.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Witzige Idee. Daumen hoch!

...ist mir irgendwie zu stirnerianisch. zwinkern Aber Spaß bei Seite... das Ghostbusters-Logo für Atheismus passt schon. Cool


So viel Missverstehen und Missinterpretieren in einem so kleinen Posting.

Antwort kommt, kann aber evtl. bis Ende der Woche dauern.
_________________
°
"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 1903

Beitrag(#2122006) Verfasst am: 14.01.2018, 16:18    Titel: Antworten mit Zitat

Diligentia hat folgendes geschrieben:
Ich hab inzwischen Verständnis für "alois"s ursprünglichen Anspruch, einen Extra-Thread für sein Anliegen zu behaupten. Ich bin zwar nicht seiner Meinung, dass ein Atheisten-Logo nötig ist, aber soviel Respekt (=Rücksicht) gestehe ich ihm ohne weiteres zu, seine Absicht hier nicht mit extrem ausufernden Diskussionen sabotieren zu lassen.

Sorry @ all "leader-user", ich weiß, ich bin neu hier, aber ich erlaub' mir einfach mal diese Sichtweise.


Die Einhaltung des Diskussions-Themas war schon immer ein Problem im FGH, was wahrscheinlich zusätzliche Kapazitäten in der Moderation erfordern würde, die Beiträge auseinander zu sortieren.
immer die gleiche Leier
Immerhin findet man gelegentlich wieder zum Thema zurück.
Das Kleingedruckte
_________________
72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Weltanschauungen und Religionen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 19, 20, 21
Seite 21 von 21

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Disclaimer / Impressum


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group