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Iran
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 13104
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2120559) Verfasst am: 03.01.2018, 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:
Im Iran könnten sich die tagelangen Proteste zu einer Revolution ausweiten.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tote-und-festnahmen-in-iran-gabriel-aeussert-sich-sehr-besorgt-a-1185792.html schrieb:
Zitat:
Ruhani sagte in der Sitzung, es wäre ein Fehler, die Proteste nur als ausländische Verschwörung einzustufen. "Auch sind die Probleme der Menschen nicht nur wirtschaftlicher Natur, sondern sie fordern auch mehr Freiheiten", sagte der Präsident. Er kritisierte damit indirekt die Hardliner, die die Umsetzung seiner politischen und kulturellen Reformen blockieren.


Die Jahrzehnte lange Unterdrückung des Volkes und die Beschneidung seiner Freiheiten rächen sich jetzt und drohen sich gegen die religiösen Unterdrücker zu wenden.


Eine interessante Einschätzung von Paul-Anton Krüger in der Süddeutschen:

Paul-Anton Krüger hat folgendes geschrieben:
Für Europa ergibt sich daraus eine verzwickte Lage: Lauthals die Proteste zu unterstützen, wie es jetzt US-Präsident Donald Trump in der opportunistischen Hoffnung auf einen Sturz des Regimes tut, spielt den Konservativen in Iran in die Hände. Chamenei stellt die Proteste als Werk ausländischer Aufwiegler dar - gemeint sind natürlich die USA, Großbritannien und auch Irans regionaler Rivale Saudi-Arabien. Dazu kommt, dass niemand sagen kann, wen man da eigentlich unterstützen würde.
Quelle


Was für zusätzlichen Sprengstoff sorgt: die Mullahs haben - genauso, wie Assad und Kim Jong Un - im Zweifelsfall Putin hinter sich.
Ich persönlich bin der Meinung, dass der Weg des Irans nur dadurch positiv beeinflusst werden kann, indem man die Reformer dort unterstützt und Kompromiss-Möglichkeiten aufzeigt. In Italien hat man den Einfluss der Kurie im Vatikan eingegrenzt, indem man den Vatikanstaat gegründet hat. Die Mullahs bekämen in Teheran in einem abgegrenzten Stadtviertel ihren eigenen Staat, in dem sie ihre Vorstellungen umsetzen können - gleichzeitig haben sie allerdings im iranischen Staatsgebiet nichts mehr zu sagen.
Ich vermute aber einmal, dass es den USA und den Saudis gar nicht um eine konstruktive Lösung geht.


Auch ich halte es für unwahrscheinlich, dass man die beiden Böcke USA und Saudi Arabien in Gärtner verwandeln kann.
_________________
°
"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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sehr gut
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Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 10508

Beitrag(#2120601) Verfasst am: 03.01.2018, 17:14    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Ich persönlich bin der Meinung, dass der Weg des Irans nur dadurch positiv beeinflusst werden kann, indem man die Reformer dort unterstützt und Kompromiss-Möglichkeiten aufzeigt.

Dürfen Iraner auch "Reformer" in Deutschland "unterstützen"?

Wiki:
»Grundsätzlich ist das Eingreifen in die inneren Angelegenheiten eines Staates nach Art. 2 Ziff. 7 der UN-Charta unzulässig, da jeder Staat das Recht hat, sein politisches, wirtschaftliches, soziales und kulturelles System frei zu wählen. (Die Androhung und Anwendung von Gewalt in den internationalen Beziehungen ist nach Art. 2 Ziff. 4 UN-Charta verboten.) Dieses Recht ist prinzipiell unantastbar. [..]
[..] kann es zu indirekten Interventionen kommen, wenn ein Staat versucht, das politische System oder die Akteure eines anderen Staates zu stürzen, indem er die Gegner dieses Regimes unterstützt. Diese Interventionen sind nicht mit dem Völkerrecht vereinbar.«
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cortano
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Anmeldungsdatum: 20.11.2017
Beiträge: 106

Beitrag(#2120610) Verfasst am: 03.01.2018, 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:

Dürfen Iraner auch "Reformer" in Deutschland "unterstützen"?


sicher - sie sollten da mehr Verantwortung übernehmen
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sünnerklaas
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Anmeldungsdatum: 30.09.2006
Beiträge: 10310
Wohnort: Da, wo noch Ruhe ist

Beitrag(#2120625) Verfasst am: 03.01.2018, 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:
Im Iran könnten sich die tagelangen Proteste zu einer Revolution ausweiten.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tote-und-festnahmen-in-iran-gabriel-aeussert-sich-sehr-besorgt-a-1185792.html schrieb:
Zitat:
Ruhani sagte in der Sitzung, es wäre ein Fehler, die Proteste nur als ausländische Verschwörung einzustufen. "Auch sind die Probleme der Menschen nicht nur wirtschaftlicher Natur, sondern sie fordern auch mehr Freiheiten", sagte der Präsident. Er kritisierte damit indirekt die Hardliner, die die Umsetzung seiner politischen und kulturellen Reformen blockieren.


Die Jahrzehnte lange Unterdrückung des Volkes und die Beschneidung seiner Freiheiten rächen sich jetzt und drohen sich gegen die religiösen Unterdrücker zu wenden.


Eine interessante Einschätzung von Paul-Anton Krüger in der Süddeutschen:

Paul-Anton Krüger hat folgendes geschrieben:
Für Europa ergibt sich daraus eine verzwickte Lage: Lauthals die Proteste zu unterstützen, wie es jetzt US-Präsident Donald Trump in der opportunistischen Hoffnung auf einen Sturz des Regimes tut, spielt den Konservativen in Iran in die Hände. Chamenei stellt die Proteste als Werk ausländischer Aufwiegler dar - gemeint sind natürlich die USA, Großbritannien und auch Irans regionaler Rivale Saudi-Arabien. Dazu kommt, dass niemand sagen kann, wen man da eigentlich unterstützen würde.
Quelle


Was für zusätzlichen Sprengstoff sorgt: die Mullahs haben - genauso, wie Assad und Kim Jong Un - im Zweifelsfall Putin hinter sich.
Ich persönlich bin der Meinung, dass der Weg des Irans nur dadurch positiv beeinflusst werden kann, indem man die Reformer dort unterstützt und Kompromiss-Möglichkeiten aufzeigt. In Italien hat man den Einfluss der Kurie im Vatikan eingegrenzt, indem man den Vatikanstaat gegründet hat. Die Mullahs bekämen in Teheran in einem abgegrenzten Stadtviertel ihren eigenen Staat, in dem sie ihre Vorstellungen umsetzen können - gleichzeitig haben sie allerdings im iranischen Staatsgebiet nichts mehr zu sagen.
Ich vermute aber einmal, dass es den USA und den Saudis gar nicht um eine konstruktive Lösung geht.


Auch ich halte es für unwahrscheinlich, dass man die beiden Böcke USA und Saudi Arabien in Gärtner verwandeln kann.


Die allgemeine Haltung der USA und der Saudis dürfte eher ungewollt Putin in die Hände spielen. Sollte es im Iran zu einem Bürgerkrieg kommen, werden die Russen die Mullahs stützen. Die Zusammenarbeit hat ja bereits im Syrien-Krieg bestens funktioniert.
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"Bullshit ist eine dritte Kategorie zwischen Wahrheit und Lüge" (Harry Frankfurt)

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Schlumpf
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Anmeldungsdatum: 17.11.2007
Beiträge: 2557
Wohnort: Ost-Bayern

Beitrag(#2120635) Verfasst am: 03.01.2018, 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Auch ich halte es für unwahrscheinlich, dass man die beiden Böcke USA und Saudi Arabien in Gärtner verwandeln kann.

Zum Widerstand gegen solche Schurkenstaaten wie der Iran, der Terror unterstützt und verbreitet, braucht es auch keine Lämmer, sondern Böcke.
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Ab 1. April erheben wir Zoll auf eingeführte Daunen aus Entenhausen. Die Höhe wird jeweils ausgewürfelt.
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sehr gut
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Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 10508

Beitrag(#2120639) Verfasst am: 03.01.2018, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Schlumpf hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Auch ich halte es für unwahrscheinlich, dass man die beiden Böcke USA und Saudi Arabien in Gärtner verwandeln kann.

Zum Widerstand gegen solche Schurkenstaaten wie der Iran, der Terror unterstützt und verbreitet, braucht es auch keine Lämmer, sondern Böcke.

Ein Terror ist anderen ein Freiheitskampf, ein Terrorist ist anderen ein Aktivist.

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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 36913
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Beitrag(#2120643) Verfasst am: 03.01.2018, 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

So sehr ich den Iranern gönnen wuerde ihre Mullahkratur in die Wüste zu schicken, so wenig wünsche ich ihnen das gleiche Schicksal wie die Afghanen, die Iraker, die Libyer, die Syrer etc. zu erleiden.

Fuer eine gute Zukunft müsste den Iranern ein wahrer Drahtseilakt gelingen, einerseits die "islamische Republik" zu beseitigen und andererseits den schädlichen Einfluss der Amerikaner und ihrer Verbündeten draussen zu halten, denen vor allem daran gelegen ist ein als feindlich empfundenes Land im Chaos versinken zu lassen.

Und das wird sehr, sehr schwer sowas zu schaffen...
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



Anmeldungsdatum: 30.09.2006
Beiträge: 10310
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Beitrag(#2120687) Verfasst am: 04.01.2018, 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
So sehr ich den Iranern gönnen wuerde ihre Mullahkratur in die Wüste zu schicken, so wenig wünsche ich ihnen das gleiche Schicksal wie die Afghanen, die Iraker, die Libyer, die Syrer etc. zu erleiden.

Fuer eine gute Zukunft müsste den Iranern ein wahrer Drahtseilakt gelingen, einerseits die "islamische Republik" zu beseitigen und andererseits den schädlichen Einfluss der Amerikaner und ihrer Verbündeten draussen zu halten, denen vor allem daran gelegen ist ein als feindlich empfundenes Land im Chaos versinken zu lassen.

Und das wird sehr, sehr schwer sowas zu schaffen...


Mit etwas Geschick könnte man durchaus auf der Basis der islamischen Republik ein echtes demokratisches und laizistisches System aufbauen. Ich sehe da durchaus Chancen für den Iran. Italien und der Vatikan sind mit den Lateran-Verträgen nicht schlecht gefahren.
Was mich auch ansatzweise optimistisch stimmt: anders, als Syrien, der Irak oder Libyen ist der Iran kein Kunstgebilde, das von den Kolonialmächten geschaffen wurde. Persien schaut auf eine jahrtausende alte Tradition zurück. Darauf lässt sich konkret aufbauen. Hinzu kommt, dass man im Iran in der Lage ist, auch komplexe Hochtechnologie eigenständig zu entwickeln und zusammen zu bauen. Auch das ist ein Pfund, mit dem das Land wuchern kann.
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Beiträge: 10508

Beitrag(#2120694) Verfasst am: 04.01.2018, 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
So sehr ich den Iranern gönnen wuerde ihre Mullahkratur in die Wüste zu schicken, so wenig wünsche ich ihnen das gleiche Schicksal wie die Afghanen, die Iraker, die Libyer, die Syrer etc. zu erleiden.

Fuer eine gute Zukunft müsste den Iranern ein wahrer Drahtseilakt gelingen, einerseits die "islamische Republik" zu beseitigen und andererseits den schädlichen Einfluss der Amerikaner und ihrer Verbündeten draussen zu halten, denen vor allem daran gelegen ist ein als feindlich empfundenes Land im Chaos versinken zu lassen.

Und das wird sehr, sehr schwer sowas zu schaffen...


Mit etwas Geschick könnte man durchaus auf der Basis der islamischen Republik ein echtes demokratisches und laizistisches System aufbauen. Ich sehe da durchaus Chancen für den Iran. Italien und der Vatikan sind mit den Lateran-Verträgen nicht schlecht gefahren.
Was mich auch ansatzweise optimistisch stimmt: anders, als Syrien, der Irak oder Libyen ist der Iran kein Kunstgebilde, das von den Kolonialmächten geschaffen wurde. Persien schaut auf eine jahrtausende alte Tradition zurück. Darauf lässt sich konkret aufbauen. Hinzu kommt, dass man im Iran in der Lage ist, auch komplexe Hochtechnologie eigenständig zu entwickeln und zusammen zu bauen. Auch das ist ein Pfund, mit dem das Land wuchern kann.

Du kennst die Vorgeschichte Irans(wenigstens ab 1.WK) die zur "islamischen Republik" führten? Wie oft wurde da von aussen eingegriffen? Wieviele damalige Situationen hätten dir besser gefallen wie die heutige?

"Es war kein Beweis dafür, dass die CIA Regierungen stürzen und Herrscher einsetzen konnte; es war ein Einzelfall, in dem gerade zur richtigen Zeit in der richtigen Weise das richtige Quantum Beihilfe geleistet wurde. Dadurch, dass die CIA sich die Gefolgschaft von Soldaten und Straßengesindel gekauft hatte, konnte sie den Gewaltpegel schaffen, der zur Durchführung eines Putsches ausreichte. Geldsummen wanderten in bestimmte Hände, und diese Hände führten einen Regierungswechsel herbei."
Tim Weiner zur Operation Ajax

Roosevelt, USA:
„Wenn der Schah nicht den Vorschlägen der Vertreter der US-Regierung folgt, und die entsprechenden Dokumente unterzeichnet, wird General Zahedi davon in Kenntnis gesetzt, dass die Vereinigten Staaten auch ohne die aktive Zusammenarbeit mit dem Schah handeln werden."
„wenn er nicht kooperiere, seine Dynastie bald am Ende sein werde. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien hatten ihn in der Vergangenheit, trotz einiger Missverständnisse, unterstützt und würden ihn auch in Zukunft unterstützen. Wenn er allerdings jetzt nicht handle, würde diese Unterstützung beendet.“


Im 1. und 2. Weltkrieg war der Iran 'neutral', aber: "wurde das Land im Ersten Weltkrieg durch russische, britische und türkische Truppen und im Zweiten Weltkrieg durch britische und sowjetische Truppen besetzt"
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sünnerklaas
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Beitrag(#2120706) Verfasst am: 04.01.2018, 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
So sehr ich den Iranern gönnen wuerde ihre Mullahkratur in die Wüste zu schicken, so wenig wünsche ich ihnen das gleiche Schicksal wie die Afghanen, die Iraker, die Libyer, die Syrer etc. zu erleiden.

Fuer eine gute Zukunft müsste den Iranern ein wahrer Drahtseilakt gelingen, einerseits die "islamische Republik" zu beseitigen und andererseits den schädlichen Einfluss der Amerikaner und ihrer Verbündeten draussen zu halten, denen vor allem daran gelegen ist ein als feindlich empfundenes Land im Chaos versinken zu lassen.

Und das wird sehr, sehr schwer sowas zu schaffen...


Mit etwas Geschick könnte man durchaus auf der Basis der islamischen Republik ein echtes demokratisches und laizistisches System aufbauen. Ich sehe da durchaus Chancen für den Iran. Italien und der Vatikan sind mit den Lateran-Verträgen nicht schlecht gefahren.
Was mich auch ansatzweise optimistisch stimmt: anders, als Syrien, der Irak oder Libyen ist der Iran kein Kunstgebilde, das von den Kolonialmächten geschaffen wurde. Persien schaut auf eine jahrtausende alte Tradition zurück. Darauf lässt sich konkret aufbauen. Hinzu kommt, dass man im Iran in der Lage ist, auch komplexe Hochtechnologie eigenständig zu entwickeln und zusammen zu bauen. Auch das ist ein Pfund, mit dem das Land wuchern kann.

Du kennst die Vorgeschichte Irans(wenigstens ab 1.WK) die zur "islamischen Republik" führten? Wie oft wurde da von aussen eingegriffen? Wieviele damalige Situationen hätten dir besser gefallen wie die heutige?

"Es war kein Beweis dafür, dass die CIA Regierungen stürzen und Herrscher einsetzen konnte; es war ein Einzelfall, in dem gerade zur richtigen Zeit in der richtigen Weise das richtige Quantum Beihilfe geleistet wurde. Dadurch, dass die CIA sich die Gefolgschaft von Soldaten und Straßengesindel gekauft hatte, konnte sie den Gewaltpegel schaffen, der zur Durchführung eines Putsches ausreichte. Geldsummen wanderten in bestimmte Hände, und diese Hände führten einen Regierungswechsel herbei."
Tim Weiner zur Operation Ajax

Roosevelt, USA:
„Wenn der Schah nicht den Vorschlägen der Vertreter der US-Regierung folgt, und die entsprechenden Dokumente unterzeichnet, wird General Zahedi davon in Kenntnis gesetzt, dass die Vereinigten Staaten auch ohne die aktive Zusammenarbeit mit dem Schah handeln werden."
„wenn er nicht kooperiere, seine Dynastie bald am Ende sein werde. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien hatten ihn in der Vergangenheit, trotz einiger Missverständnisse, unterstützt und würden ihn auch in Zukunft unterstützen. Wenn er allerdings jetzt nicht handle, würde diese Unterstützung beendet.“


Im 1. und 2. Weltkrieg war der Iran 'neutral', aber: "wurde das Land im Ersten Weltkrieg durch russische, britische und türkische Truppen und im Zweiten Weltkrieg durch britische und sowjetische Truppen besetzt"


Das ist mir schon bewusst. Auch dass in den 1950ern der Schah dort installiert - und 1979, als er für den Westen auf Grund vieler Verbrechen unhaltbar wurde - wieder fallen gelassen wurde. Auch das Mullah-Regime war ja ursprünglich als ein pro-westliches Regime gedacht, Khomeni hatte ja in Frankreich im Exil gesessen. Dummerweise hatte man sich bei Khomeni verkalkuliert, aber immerhin war er ja kein "Kommunist".
Trotzdem: der Iran ist im Gegensatz zu den anderen heutigen islamischen Staaten kein von den Kolonialmächten geschaffenes Kunstgebilde. Und das ist eine Basis, auf der sich aufbauen lässt.
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beachbernie
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Beitrag(#2120746) Verfasst am: 04.01.2018, 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
So sehr ich den Iranern gönnen wuerde ihre Mullahkratur in die Wüste zu schicken, so wenig wünsche ich ihnen das gleiche Schicksal wie die Afghanen, die Iraker, die Libyer, die Syrer etc. zu erleiden.

Fuer eine gute Zukunft müsste den Iranern ein wahrer Drahtseilakt gelingen, einerseits die "islamische Republik" zu beseitigen und andererseits den schädlichen Einfluss der Amerikaner und ihrer Verbündeten draussen zu halten, denen vor allem daran gelegen ist ein als feindlich empfundenes Land im Chaos versinken zu lassen.

Und das wird sehr, sehr schwer sowas zu schaffen...


Mit etwas Geschick könnte man durchaus auf der Basis der islamischen Republik ein echtes demokratisches und laizistisches System aufbauen. Ich sehe da durchaus Chancen für den Iran. Italien und der Vatikan sind mit den Lateran-Verträgen nicht schlecht gefahren.
Was mich auch ansatzweise optimistisch stimmt: anders, als Syrien, der Irak oder Libyen ist der Iran kein Kunstgebilde, das von den Kolonialmächten geschaffen wurde. Persien schaut auf eine jahrtausende alte Tradition zurück. Darauf lässt sich konkret aufbauen. Hinzu kommt, dass man im Iran in der Lage ist, auch komplexe Hochtechnologie eigenständig zu entwickeln und zusammen zu bauen. Auch das ist ein Pfund, mit dem das Land wuchern kann.


Ich glaube nicht, dass die islamische Republik als Grundlage fuer eine demokratische Entwicklung taugt. In ihr geht es nicht wirklich demokratisch zu. Vom Volk gewählt wird eigentlich nur ein Präsident aus einem Feld von Kandidaten, das vorher vom "Supreme Leader", dem höchsten Kleriker im Land, gebilligt werden muss, sowie ein Parlament, das im Zweifel ebenfalls vom hohen Klerus per Fatwa überstimmt werden kann. Diese Verhältnisse erinnern fatal an eine absolute Monarchie, die sich nebenher eine Regierung hält um die Tagesgeschäfte zu organisieren, deren Machtbefugnisse aber begrenzt und letztlich dem absoluten Monarchen untergeordnet sind. Der Unterschied ist lediglich der, dass es keinen Erbmonarchen gibt, sondern ein exklusiver Kreis aus hohen Klerikern bestimmt, wer "Supreme Leader" wird, also das mächtigste Amt im Staat besetzt, letztlich aehnlich wie im Vatikan ein neuer Papst bestimmt wird.

Eine echte Demokratisierung ist im Iran nur moeglich, wenn dieses defacto Machtmonopol des hohen Klerus faellt, ohne dass eine neue amerikanische Botschaft in Teheran die politische Rolle der iranischen Kleriker übernimmt.
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MadMagic
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Beiträge: 57

Beitrag(#2120792) Verfasst am: 05.01.2018, 03:23    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Und das ist eine Basis, auf der sich aufbauen lässt.


Welche Basis???
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Wieder da zwinkern
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sünnerklaas
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Beitrag(#2120819) Verfasst am: 05.01.2018, 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
So sehr ich den Iranern gönnen wuerde ihre Mullahkratur in die Wüste zu schicken, so wenig wünsche ich ihnen das gleiche Schicksal wie die Afghanen, die Iraker, die Libyer, die Syrer etc. zu erleiden.

Fuer eine gute Zukunft müsste den Iranern ein wahrer Drahtseilakt gelingen, einerseits die "islamische Republik" zu beseitigen und andererseits den schädlichen Einfluss der Amerikaner und ihrer Verbündeten draussen zu halten, denen vor allem daran gelegen ist ein als feindlich empfundenes Land im Chaos versinken zu lassen.

Und das wird sehr, sehr schwer sowas zu schaffen...


Mit etwas Geschick könnte man durchaus auf der Basis der islamischen Republik ein echtes demokratisches und laizistisches System aufbauen. Ich sehe da durchaus Chancen für den Iran. Italien und der Vatikan sind mit den Lateran-Verträgen nicht schlecht gefahren.
Was mich auch ansatzweise optimistisch stimmt: anders, als Syrien, der Irak oder Libyen ist der Iran kein Kunstgebilde, das von den Kolonialmächten geschaffen wurde. Persien schaut auf eine jahrtausende alte Tradition zurück. Darauf lässt sich konkret aufbauen. Hinzu kommt, dass man im Iran in der Lage ist, auch komplexe Hochtechnologie eigenständig zu entwickeln und zusammen zu bauen. Auch das ist ein Pfund, mit dem das Land wuchern kann.


Ich glaube nicht, dass die islamische Republik als Grundlage fuer eine demokratische Entwicklung taugt. In ihr geht es nicht wirklich demokratisch zu. Vom Volk gewählt wird eigentlich nur ein Präsident aus einem Feld von Kandidaten, das vorher vom "Supreme Leader", dem höchsten Kleriker im Land, gebilligt werden muss, sowie ein Parlament, das im Zweifel ebenfalls vom hohen Klerus per Fatwa überstimmt werden kann. Diese Verhältnisse erinnern fatal an eine absolute Monarchie, die sich nebenher eine Regierung hält um die Tagesgeschäfte zu organisieren, deren Machtbefugnisse aber begrenzt und letztlich dem absoluten Monarchen untergeordnet sind. Der Unterschied ist lediglich der, dass es keinen Erbmonarchen gibt, sondern ein exklusiver Kreis aus hohen Klerikern bestimmt, wer "Supreme Leader" wird, also das mächtigste Amt im Staat besetzt, letztlich aehnlich wie im Vatikan ein neuer Papst bestimmt wird.

Eine echte Demokratisierung ist im Iran nur moeglich, wenn dieses defacto Machtmonopol des hohen Klerus faellt, ohne dass eine neue amerikanische Botschaft in Teheran die politische Rolle der iranischen Kleriker übernimmt.


Das iranische System kann man eher demokratisch reformieren, als Despotenregime, wie man sie ansonsten aus der islamischen Welt kennt.
Allerdings steht zu befürchten, dass die USA und Saudi-Arabien jegliche irgendwie geartete Demokratisierung zu verhindern wissen werden. Vor allem für die von nackter Dauerpanik geplagten arabischen Monarchen geht Demokratie in einem Nachbarland überhaupt nicht.
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Beitrag(#2127172) Verfasst am: 08.03.2018, 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

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