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Antisemitismus unter jungen Muslimen in Deutschland
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Religionskritik-Wiesbaden
homo est creator Dei



Anmeldungsdatum: 04.11.2008
Beiträge: 9024
Wohnort: Wiesbaden

Beitrag(#2137982) Verfasst am: 07.06.2018, 19:17    Titel: Lukrez alles - dem Platon nur wenig Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/judenhass-im-koran-im-islam-gibt-es-keinen-traditionellen-antisemitismus-1.3975336
Im Islam gibt es keinen traditionellen Antisemitismus


Der Artikel enthält Behauptungen, die man freundlich nur schlicht nennen kann.
Der Autor kombiniert gängige Märchen und Legenden - wie sie wohl gerne zum Islam und seiner Judenfreundschaft gerne gedruckt oder wie hier gepostet werden.
Ich habe ja auf einige dieser Punkte schon einmal Antworten gegeben und wiederhole diese gerne noch einmal hier.


Der von Wilson zitierte Autor ist nicht der einzige. Ich hatte dir einige weitere gepostet. Du hast nie eine wirklich Antwort gegeben.

Du meinst wohl diesen Post:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Du gehst in keiner Weise auf die Ausführungen von Stefan Wild ein und auch nicht auf die von Bernhard Lewis und anderen. Das geht aber nicht, wenn man diskutieren will.

Denn Wild hat z.B. auf deine Aussagen bereits geantwortet.

Ich halte beide für ‚wissenschaftlich‘ hängen geblieben in ihrer ‚Zeit‘. Beim im Mai verstorbenen Lewis wird dies auch auf Wikipedia diskutiert – d.h. – wenn Du Korrekturen an dem dort über ihn vermittelten Bild vornehmen möchtest, nur zu.
Hier einige Vorwürfe:
Zitat:
Dem Literaturtheoretiker Edward Said zufolge ist Lewis’ Darstellung des Orients geprägt von willkürlichen Zuschreibungen und Setzungen.[10] Andere Wissenschaftler, wie etwa S. M. Stern, kritisieren, dass Lewis die gleichen Thesen über Jahre in verschiedenen Publikationen immer wieder veröffentliche, ohne die wissenschaftliche Debatte ausreichend zu berücksichtigen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_Lewis#cite_note-11
Dir geht es aber nicht um seine fragwürdigen Thesen zur Armenierfrage oder dem Irak-Krieg,
sondern eben zum Antisemitismus – und da fand ich ihn nicht sonderlich interessant. Das es einen westlichen Einfluss auf diesen gab – steht außer Frage.
Wie aber konnte den der Antisemitismus mit seinen verschwurbelten VTs, etc. in der muslimischen Welt so verfangen, wo dockte er an – und da liefert er mir nichts.
Juden waren halt gemäß dem Koran und anderer heiliger Schriften nicht als Freunde aufgeführt – und verfügten nicht über eine gleiche Rechtsstellung – ebenso wie im voraufklärerrischen Europa. Die damit einhergehende Diskriminierung kann man aber auch – hier wie dort relativ sehen – denn häufig waren sie eben auch vom Kriegsdienst ausgeschlossen. Insofern haben sowohl die islamische Welt als auch die christliche Welt Rahmenbedingungen geschaffen, die die Juden und andere Minderheiten diskriminieren und sie eben als nicht vollwertige Mitglieder gleichberechtigt zählten – mit allen Vor- und Nachteilen, die dies für den einzelnen hat.
Kereng hat ja einige der Andockstellen für Antisemitismus benannt – und da gibt es halt noch mehr.
Für Lewis und S. Wild gilt für mich aber vor allem, dass sie beide nichts befruchtendes in die aktuellen wissenschaftlichen Diskussionen beigetragen haben.
Suchen kann man dazu hier: https://www.hsozkult.de/





Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
Hierzu mal ein paar frühere Gedanken von mir hier aus dem Forum,
die Überschrift meines Posts lautete:
Christlicher Herrschaftsbereich schützender als muslimischer

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
Nach den Pestpogromen 1348 / 49 floh die Mehrzahl der Juden nicht etwa in den muslimischen Herrschaftsbereich,
sondern in den des katholischen Polens.
Warum?

Auch später - in der Zeit der Kosakenaufstände 1648-xx und der damit einhergehenden Massenmorde an Juden gab es keinen Massenexodus in den muslimischen Herrschaftsbereich,
sondern vor allem eine Flucht in Richtung Westeuropa.
Warum?


Weil es auch in Europa neben den unbestreitbaren Verfolgungen immer wieder Phasen der relativen Sicherheit und Ruhe gab.


Nicht nur Phasen,
sondern auch unterschiedliche Herrschaftsräume - ein breites Spektrum eben von 'relativer' Toleranz bis hin zum religiösen Totalitarismus.

(...)

Ich denke schon,
dass die Juden wussten, warum sie nicht überwiegend in den muslimischen Herrschaftsbereich flohen.


Nur die meist auch arabisch sprechenden sephardischen Juden gingen aus ökonomischer Sicht logisch zu einem großen Teil in den muslimischen Herrschaftsraum, ...


Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Na, da hast du doch schon eine wichtige Erklärung - die Sprache.

sie gingen auch nach Amsterdam, Schulterzucken

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
... allerdings migrierten auch viele in den christlichen Herrschaftsraum und wenn sie sich in Thessaloniki niederließen,
dann wählten sie auch mal eine christlich dominierte Stadt im muslimischen Herrschaftsraum aus.

Aber die zahlenmäßig deutlich größere Gruppe der aschkenasischen Juden floh im Mittelalter und der frühen Neuzeit nach einem Pogrom nur aus dem Herrschaftsbereich des lokalen christlichen Herrschers in den eines anderen.


Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Nur waren solche Fluchtbewegungen aus diversen Christentümern ziemlich häufig. Warum eigentlich? Gab es seinerzeit vergleichbare Fluchtbewegungen auch in der muslimischen Welt?

a) haben wir in Europa eine deutlich bessere Quellenlage. Wir haben Dokumente – und nicht 1001 Nacht.
b) sind die aschkenasischen Juden deutlich mehr als die sephardischen Juden.
c) das osmanische Reich war zwar ein muslimischer Mehrheitsstaat, aber in fast all seinen Phasen nicht fundamentalistisch. Es gab also noch nicht den Nationalismus – der später Türken (antisosmanisch) werden ließ, oder der auch den arabischen Nationalismus forcierte. Wenn man als Christ oder Jude im osmanischen Reich kooperierte, ging es einem nicht schlecht. Schulterzucken - wenn man mal von so Fragen wie Janitscharen, etc. absieht, aber das hatten wird schon.
d) Die christlichen Pogrome waren ein Art eskalierendes Spiel im Mittelalter und der frühen Neuzeit – wovon nicht nur Juden betroffen waren, sondern auch andere Minderheiten. Juden wiederum allerdings häufiger. Es gab Pogrome ohne Tote und mit vielen Toten. Es gab Pogrome, in der die Juden die Städte oft über Jahrzehnte verlassen mussten und sie vollständig enteignet wurden und es gab Pogrome, wo dann die Rätelsführer bestraft wurden und eine ‚Entschädigung‘ gezahlt wurde.

Innerhalb Europas gab es so viele Möglichkeiten seine nicht der Mehrheit entsprechende Meinung zu leben – das es für Informierte irgendwo immer eine Stadt oder ein Territorium gab, wo man sich niederlassen konnte.
Schließlich hatten alle Gebiete bis in 19. Jahrhundert hinein ein Interesse – mehr Bevölkerung zu bekommen um mehr Gewinne zu machen.
Und so warb man um die Hugenotten, die Salzburger, die Sozzianer aber auch die Juden und die Waldenser.

Und ja,
der muslimische Herrschaftsraum war diesbezüglich deutlich langweiliger. In Europa gab es Stadtrepubliken (Venedig, Novgorod, Pskov),
Adelsrepubliken,
selbständige und freie Städte im Alten Reich (Frankfurt)
Städte- und Wirtschaftsbünde (Hanse)
Lübecker und Magdeburger Stadtrecht
Säkulare Herrscher
Religiöse Herrscher – Fürstabteien, Bischöfe
etc.
etc.

Es gab ein ganzes Universum an Möglichkeiten – mir ist derartiges aus dem islamischen Kulturkreis nicht bekannt. Wo sollte man da auch hingehen – wenn die Herrschaft im Umkreis von vielleicht 500km oder 1000km die selbe ist.

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
Suche mal im muslimischen Herrschaftsraum etwas,
was sich beispielsweise mit dem mittelalterlichen! Statut von Kalisch messen kann, ...

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Und kannst du erläutern, warum so ein Statut in christlichen Regionen überhaupt notwendig war?

Tja, weil es halt nun mal dumme Menschen gibt.
In Polen-Litauen sorgte dieses Statut und weitere rechtliche Verbesserungen dazu, dass jüdische Migration aus Mitteleuropa eben nicht in die muslimische Welt vorwiegend stattfand, sondern eben nach Osteuropa.
Dort gab es dann auch eine regelmäßig tagende Synode der Juden Polen-Litauens – eine größere Autonomie genossen sie nirgends.


Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
Auf heute gemünzt:
Die Muslime stimmen ja aktuell auch mit ihren 'Füßen' ab, wo sich besser leben lässt - schließlich gibt es keine Masseneinwanderungsbewegung nach Saudi Arabien - obwohl dort ihre höchste Kultstätte ist,
zwinkern


Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Es gab aber mit Beginn des westlichen Kolonialismus eine Massenauswanderung von Christen und Juden aus muslimischen Ländern. Zuvor hatten beide dort ziemlich gut und sicher gelebt, wie die Geschichtsforschung weiß. Im Iran ist das heute noch so. Vor nicht allzu langer Zeit war es auch im Irak und in Ländern des Maghreb der Fall.

Man kann doch nicht nur Zustände beschreiben, ohne sie zu erklären. Was ist das denn?

Manchmal kann man halt nur deskriptiv bleiben, wenn die Erklärung nach jetzigem Wissen zu spekulativ scheint.

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
zu Vrolijke:

vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es gibt Perioden in der Geschichte, worin Europa tatsächlich das "finstere Mittelalter" war. Daneben war die arabische Gesellschaft tatsächlich kultiviert und zivilisiert. Nicht mehr und nicht weniger.
Da braucht man nichts zu verklären.


Mit den Augen rollen

Kein ernstzunehmender Mediävist würde vom 'finsteren Mittelalter' in Europa sprechen,
zwinkern


Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Das europäische Mittelalter war nicht finster? Ach, RAW, mit dieser Meinung stehst du nicht ohne Grund ziemlich alleine.
So lange es hier im FGH ist, ist mir das auch schnuppe – im RL wäre so etwas eher eine Katastrophe.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Ist dir die einzigartige Geschichte der antisemitischen Pogrome des christlichen Europa bekannt?

ja
Dir aber nicht so, gell:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Auch in Polen oder in Russland waren die Pogrome massiv, aber eben auch im Süden und Westen Deutschlands, wo der Mob Jahrhunderte wütete und ganze Landstriche ausrottete.

Für Missernten, die Pest und alle möglichen Unglücke wurden die Juden als Sündenböcke hingestellt. Regelmäßige Vorwürfe und Verdächtigungen wie Brunnenvergiftungen, Ritualmorde und Vorwürfe anderer *satanischer Verbrechen* suchen in der muslimischen Welt vergeblich ihresgleichen.

Tja,
und dennoch flohen sie nicht ins gelobte muslimische Land,
woran das wohl gelegen haben mag.
Was Du hier betreibst ist eine Verdichtung von Negativereignissen die so von den Zeitgenossen selten und häufig nie empfunden wurde.
In der jüdischen Memoriakultur hat sich beispielsweise die Pogromserie in den 1648er (Kosaken) erhalten – weil diese für tausende von Juden von Relevanz war – schließlich flohen auch tausende gen Westen und trugen so zu einer Kollektiverinnerung – die Memoria der Opfer verschmolz mit derer, die die Flüchtenden aufnahm, insbesondere wenn untereinander Ehen gestiftet werden.
Andere Ereignisse sind nur für Sammler von Negativereignissen von Relevanz. Also sammelt man beispielsweise Ritualmordprozesse von 1350 bis 1792 und schreibt von den Jahrhunderten der Ritualmordprozesse. Das kann man machen und es ist legitim.
Aber es besteht auch die Gefahr einer Negativgeschichtsschreibung, die nicht das wirkliche Leben in dieser Zeit abbildet.
Ähnlich wie dies Deschner ja tat, als er nur die ‚Verbrechen‘ der christlichen Kirchen sammelte.


Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Vom Holocaust mal ganz zu schweigen; aber dieser hatte eben genau diese christliche Vorgeschichte und keine muslimische, es sei denn, du bist hier anderer Meinung, nur zu.

bin ich,
entscheidender war hier der vermeintlich naturwissenschaftliche Biologismus, der hier im 19. Jh. die schon bestehenden antisemitischen / antijudaistischen Grundströmungen auszunutzen wusste.
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Man muss sich vor Augen halten, dass Antisemitismus zwar Gewalt ist, aber mehr als nur Gewalt, denn dahinter steckte ein bestimmtes religiöses Menschenbild, was es in dieser Form im Islam nicht gibt.

Im Wunschbildislam nicht – das RL lehrt uns aber gerade was anderes.
Skeptiker hat folgendes geschrieben:


Sicher hat der Islam zahlreiche andere brutale Merkmale und eine gewiss nicht immer sehr humane Geschichte. Aber der christliche Antisemitismus in der entsprechenden Qualität hat der Islam nie entwickelt, einiges jedoch amalgamiert, seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit Beginn der Kolonisation und Okkupation.

Womit wir ja eigentlich beim Hauptproblem von Deinem und Wilsons Post sind. Juden die heute in Frankfurt oder Berlin von muslimischen Migranten überwiegend antisemitisch angegangen werden,
hilft eine Erklärung,
dass eigentlich die westlichen Antisemiten schuld sind, überhaupt nicht, um das Problem zu lösen. Ihre aktuellen Feinde sind nicht die Lügen verbreitenden christlichen Missionare des 19. Jahrhunderts, Luther und Co.,
sondern die messerstechenden und den Gürtel schwingenden Antisemiten mit einem muslimischen Hintergrund.
Und den Tätern ist das mit Luther auch egal – sie haben ja längst die Andockstellen in ihrem Koran oder anderen hl. Schriften gefunden.
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Man muss hinter die Dinge gucken, sie in ihrer Wurzel und Beschaffenheit genau analysieren, anstatt nur die reinen Phänomene zu betrachten und Dinge zusammen zu werfen, die in Wahrheit womöglich unterschiedlich sind.

Deine Freispruchschreibe für den Islam kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Insofern wirfst Du hier einiges zusammen – was zeitlich und damit auch sachlich nicht mehr passt. Die Christen in Deutschland sind heute andere Christen als die Christen im 19. Jahrhundert. Wer diese und ihre Organisationen von damals mit denen von heute gleichsetzt, hat nicht unsere Gesellschaft von heute begriffen.
Die zunehmende Säkularisierung ist kein Ergebnis der Wiedervereinigung sondern setzte schon Jahrzehnte vorher im Westen ein – auch innerhalb der Kirchen selbst.
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kereng
transnixtunisch



Anmeldungsdatum: 12.12.2006
Beiträge: 2391
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Beitrag(#2137991) Verfasst am: 07.06.2018, 20:42    Titel: Re: Lukrez alles - dem Platon nur wenig Antworten mit Zitat

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
sie haben ja längst die Andockstellen in ihrem Koran oder anderen hl. Schriften gefunden.

Ich hatte bislang nur den Koran betrachtet (eigentlich nur Sure 5). Dort steht, dass die Juden Propheten getötet hätten. Folgerichtig gibt es auch Geschichten in den anderen alten Schriften, wo ein Jude Mohammed vergiftet hat, z.B. hier (schlechtes Beispiel, weil Mohammed überlebt): http://quranx.com/Hadith/Bukhari/In-Book/Book-58/Hadith-11/
In den Hadithen steht auch das hier:

Wikipedia hat folgendes geschrieben:
Abū Huraira berichtete, dass Mohammed Folgendes gesagt habe: Die Stunde wird nicht schlagen, bis die Muslime die Juden bekämpfen und töten, sodass die Juden sich hinter Steinen und Bäume verstecken. Die Steine oder Bäume sagen jedoch: O, Muslim! O, Diener Gottes, ein Jude versteckt sich hinter mir. Komm und töte ihn! Nur al-Gharqad nicht; denn er ist ein Baum der Juden.

Kann ein Experte aufrichtig behaupten, dass erst die Nazis den Judenhass zu den Muslimen gebracht haben?
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Beitrag(#2137996) Verfasst am: 07.06.2018, 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Das klingt mir alles so nach "eure Schweinereien waren viel schlimmer als unsere Schweinereien".
Wo bitte, gabs in der Zeit ein funktionierendes tolerantes Rechtssystem?

Das ist ziemlich egal, ob es für Dich so klingt. Es geht einfach um die Korrektur eines Geschichtsbildes.

Oder sollte man das lassen, weil Du komische Gefühle dabei hast?


Ich habe keine "komische Gefühle" dabei.
Es gab im Laufe der Geschichte immer wieder Perioden der Toleranz. In jede Gesellschaft und Religion.
Man braucht immer nur die richtige Periode hochzukochen, um die jeweilige Gruppe zu dämonisieren.

Es geht nicht ums Dämonisieren, sondern um das Aufheben einer Verklärung.

Wenn Du den verlinkten Artikel gelesen hättest, wüsstest Du das - die ersten beiden dieser 5 Seiten sind allgemein zu genau diesem Thema.


Das ist Bullshit. Du willst den Islam dämonisieren und akzeptierst deshalb nur negative Aussagen ueber den Islam und dessen Geschichte. Alles andere ist fuer Dich "widerlegt", "falsch" und "verklärend".

Nenne mir bitte ein einziges Beispiel dafuer, wo Du einen positiven Beitrag des Islam zu Kultur und Zivilisation hier schon anerkannt hast!
Meistens wird ja der Faschismus dämonisiert und nur die negativen Seiten gesehen...



Dann zähle mir mal bitte ein paar positive Seiten dieser Hirnseuche auf.
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“Authoritarian agendas have gone too far.” (Lindsay Shepherd)------------ Stoppt die Bajuwarisierung der Kurpfalz jetzt!
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fwo
wieder aufgetaucht



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Beiträge: 21266
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2137997) Verfasst am: 07.06.2018, 21:31    Titel: Re: Lukrez alles - dem Platon nur wenig Antworten mit Zitat

kereng hat folgendes geschrieben:
....
Kann ein Experte aufrichtig behaupten, dass erst die Nazis den Judenhass zu den Muslimen gebracht haben?

Das ist die Seite mit der schriftlichen Grundlage, die andere Seite ist aber die mit den realen Geschehen, von denen behauptet wird, dass es sie nie gegeben hätte. Deshalb hatte ich ja die von Maimonides bezeugten Massaker in Al Andalus auf den Tisch gelegt. Wobei man für das Jahr 1066 zumindest mit Sicherheit sagen kann, dass da überhaupt Muslime im Spanien waren - bei der ganz tollen Zeit vorher wird immer unsicherer, ob es die muslimische Besetzung Spaniens in der Form geben hat, wie sie in der arabischen Geschichtsschreibung existiert.
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Religionskritik-Wiesbaden
homo est creator Dei



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Wohnort: Wiesbaden

Beitrag(#2138013) Verfasst am: 08.06.2018, 00:22    Titel: Re: Lukrez alles - dem Platon nur wenig Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
kereng hat folgendes geschrieben:
....
Kann ein Experte aufrichtig behaupten, dass erst die Nazis den Judenhass zu den Muslimen gebracht haben?

(...) Al Andalus (...)


Mir ist eingefallen,
dass es in der Schrift der Antichrist einige positive Stellen gibt,
die sich wohl nachhaltig auf die historische Legendenbildung unter Freigeistern auswirkte,
ad fontes beherzigte hier wohl keiner, weil es ja gut ins Programm passte. Hier das böse, üble Christentum - dort der gute, friedliche und kultivierte Islam.

Beispiele aus Nietzsches Antichrist:
Abschnitt 21:
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Der+Antichrist/21-30

Zitat:
(...)Hier wird der Leib verachtet, die Hygiene als Sinnlichkeit abgelehnt; die Kirche wehrt sich selbst gegen die Reinlichkeit (– die erste christliche Maßregel nach Vertreibung der Mauren war die Schließung der öffentlichen Bäder, von denen Cordova allein 270 besaß). Christlich ist ein gewisser Sinn der Grausamkeit gegen sich und andre; der Haß gegen die Andersdenkenden; der Wille, zu verfolgen.(...)


http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Der+Antichrist/51-60

Abschnitt 59


Zitat:
(...) diese Herren Kirchenväter! Was ihnen abgeht, ist etwas ganz anderes. Die Natur hat sie vernachlässigt – sie vergaß, ihnen eine bescheidne Mitgift von achtbaren, von anständigen, von reinlichen Instinkten mitzugeben... Unter uns, es sind nicht einmal Männer... Wenn der Islam das Christentum verachtet, so hat er tausendmal recht dazu: der Islam hat Männer zur Voraussetzung...


Kurzer Hinweis an die Mods,
den letzten Abschnitt zitiere ich vollständig aus dem gemeinfreien Inhalt von Zeno.org

Abschnitt 60

Zitat:
Das Christentum hat uns um die Ernte der antiken Kultur gebracht, es hat uns später wieder um die Ernte der Islam-Kultur gebracht. Die wunderbare maurische Kultur-Welt Spaniens, uns im Grunde verwandter, zu Sinn und Geschmack redender als Rom und Griechenland, wurde niedergetreten (– ich sage nicht von was für Füßen –), warum? weil sie vornehmen, weil sie Männer-Instinkten ihre Entstehung verdankte, weil sie zum Leben ja sagte auch noch mit den seltnen und raffinierten Kostbarkeiten des maurischen Lebens!... Die Kreuzritter bekämpften später etwas, vor dem sich in den Staub zu legen ihnen besser angestanden hätte – eine Kultur, gegen die sich selbst unser neunzehntes Jahrhundert sehr arm, sehr »spät« vorkommen dürfte. – Freilich, sie wollten Beute machen: der Orient war reich... Man sei doch unbefangen! Kreuzzüge – die höhere Seeräuberei, weiter nichts! Der deutsche Adel, Wikinger-Adel im Grunde, war damit in seinem Elemente: die Kirche wußte nur zu gut, womit man deutschen Adel hat... Der deutsche Adel, immer die »Schweizer« der Kirche, immer im Dienste aller schlechten Instinkte der Kirche – aber gut bezahlt... Daß die Kirche gerade mit Hilfe deutscher Schwerter, deutschen Blutes und Mutes ihren Todfeindschafts-Krieg gegen alles Vornehme auf Erden durchgeführt hat! Es gibt an dieser Stelle eine Menge schmerzlicher Fragen. Der deutsche Adel fehlt beinahe in der Geschichte der höheren Kultur: man errät den Grund... Christentum, Alkohol – die beiden großen Mittel der Korruption... An sich sollte es ja keine Wahl geben, angesichts von Islam und Christentum, so wenig als angesichts eines Arabers und eines Juden. Die Entscheidung ist gegeben; es steht niemandem frei, hier noch zu wählen. Entweder [1232] ist man ein Tschandala, oder man ist es nicht... »Krieg mit Rom aufs Messer! Friede, Freundschaft mit dem Islam«: so empfand, so tat jener große Freigeist, das Genie unter den deutschen Kaisern, Friedrich der Zweite? Wie? muß ein Deutscher erst Genie, erst Freigeist sein, um anständig zu empfinden? Ich begreife nicht, wie ein Deutscher je christlich empfinden konnte...


Die Glorifizierung der maurischen Kultur geht einher mit Nietzsches Liebe für die Überlieferung und die Kommentare antiker Philosophen, die mutmaßlich über diesen Weg ins Abendland kamen.

Das aber Lukrez in der Fuldaer Klosterbibliothek gefunden wurde,
dass es eine lange Tradition der Auseinandersetzung mit Schriften von Aristotels und Platon in Byzanz gab,
also in einer christlichen Atmosphäre,
das unterschlägt er.
Seine Polemik dient einzig und allein der Abwertung oder Entwertung des Christentums,
und da muss halt der Islam als leuchtendes Gegenbild installiert werden.
Und dieses Bild dürfte einen maßgeblichen Einfluss auf dass doch sehr positive Islambild bei Nietzsche.
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Religionskritik-Wiesbaden
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Beitrag(#2138689) Verfasst am: 12.06.2018, 22:25    Titel: Zulauf bei israelfeindlichem Al-Quds-Marsch in Berlin Antworten mit Zitat

In Berlin gab es am Wochenende wieder den antisemtischen Al Quds Tag,
1600 Antizionisten durften durch Berlins Straßen ziehen,
Gegendemonstranten gab es nur 300 - wozu neben Parteien und jüdischen Organisationen, den Autonomen und den christlichen Kirchen auch eine kurdische Organisation aufriefen.

Wenn es erst gelingt,
die vielen Neubürger noch besser in die schon bestehenden israelfeindlichen Strukturen zu integrieren,
dann wird diese Veranstaltung noch viel mehr Verdopplungen erleben,
immerhin steigerte sie sich von ca. 800 im letzten Jahr auf 1600 in diesem Jahr.

Und das auch deutsche Rechtsradikale wie der VT-ler Hörstel (Deutsche Mitte) aktive mitmischen, wundert nun wirklich nicht, zeigt aber, mit wem wir es dort zu tun haben.

Videos hier:

Zulauf bei israelfeindlichem Al-Quds-Marsch in Berlin
https://www.youtube.com/watch?v=QLW1VnH1LGQ

Zitat:
Gegen den jährlichen Al-Quds-Marsch durch Berlin protestierten am 9. Juni 2018 mehrere hundert Menschen. An dem israelfeindlichen Aufmarsch beteiligten sich in diesem Jahr nach Polizeiangaben 1600 Personen. Kurzzeitig wurden Symbole der paramilitärischen Hisbollah sowie der palästinensische Terrororganisation PFLP gezeigt.


Al-Quds-Marsch spaltet Berlin
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/06/berlin-al-quds-tag-marsch-israel-demonstration-protest.html

Hier ein paar jugendliche Teilnehmende - dem Threadthema entsprechend:Beispiel Bild:


einige Bilder aus dem Tagesspiegel nachgeschoben:

Quelle dieser Artikel:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/liveblog-alquds-demo-und-frauenmarsch-weniger-israelhasser-als-erwartet/22666844.html




Edit 22:33, einige Bilder aus dem Tagesspiegel eingepflegt
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Wilson
zwischen gaga und dada



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Beitrag(#2139745) Verfasst am: 20.06.2018, 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

läuft gerade auf deutschlandfunk

Zitat:
Antisemitismus, Antiislamismus, Extremismus: Dagegen engagiert sich das Jüdische Museum in Frankfurt am Main mit dem kulturellen Bildungsprogramm "AntiAnti-Museum Goes School" an berufsbildenden Schulen.



http://www.deutschlandfunk.de/juedisches-museum-frankfurt-gegen-vorurteile-bei-lehrern.1771.de.html?dram:article_id=420677
https://www.juedischesmuseum.de/antianti.html



im gespräch gab der Politikwissenschaftler David Ranan, an, er habe in einer erhebung primär gebildete muslime über ihre einstellungen zum judentum befragt. zum einen fand er heraus, dass es in dieser gruppe ebenso große vorurteile gibt bzw die üblichen stereotype bedient werden. allerdings sei das meistens durch die konkrete situation , den nahost-konflikt bedingt.
http://www.deutschlandfunkkultur.de/david-ranan-muslimischer-antisemitismus-der-neue-hass-auf.950.de.html?dram:article_id=416277


somit sei dem durch aufklärung im weitesten sinne beizukommen während den tradiert- bornierten antisemetismum der rechten wenig entgegenzusetzen sei.

es wurde auch hier von den beteiligten des projekts des jüdischen museum betont, dass der antisemitismus NICHT originär im koran zu verorten ist. kolonialgeschichte und das bereits im thread angeführte würde als ursache betrachtet.
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"als ob"
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