Insekten
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Freigeisterhaus -> Wissenschaft und Technik

#1: Insekten Autor: Malone BeitragVerfasst am: 31.10.2006, 12:16
    —
Ich versuche mich mal in einer nergalesken Fragestellung.


Zitat:
"Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr." Diesen Satz soll Albert Einstein einmal gesagt haben.


Stimmt es, dass die Menscheit ohne Insekten nicht überleben könnte? Meiner Ansicht nach wäre das kein Problem, Getreide und Gras wachsen doch auch ohne Insekten, oder sind die für den Boden von solcher Wichtigkeit, dass ohne sie nichts wachsen könnte?

Und am Rande: können Insekten Krebs bekommen?

#2: Re: Insekten Autor: AlchemistWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 31.10.2006, 12:27
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Malone hat folgendes geschrieben:
Ich versuche mich mal in einer nergalesken Fragestellung.


Du jetzt auch??


Malone hat folgendes geschrieben:
Zitat:
"Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr." Diesen Satz soll Albert Einstein einmal gesagt haben.


Stimmt es, dass die Menscheit ohne Insekten nicht überleben könnte? Meiner Ansicht nach wäre das kein Problem, Getreide und Gras wachsen doch auch ohne Insekten, oder sind die für den Boden von solcher Wichtigkeit, dass ohne sie nichts wachsen könnte?


Ich denke das Insekten nicht nur zur Bestäubung da sind. Insekten sind z.B. für sehr viele andere Tierarten Nahrungsmittel: Spinnen, Fische, Vögel, Amphibien, Säugetiere...

Eine so massenreiche Tierklasse wie die Insekten es sind aus der Welt zu entfernen dürfte zweifellos auch unser Leben beeinflussen, in negativer Weise sicherlich.

Malone hat folgendes geschrieben:

Und am Rande: können Insekten Krebs bekommen?


Keine Ahnung, echt nicht.

#3:  Autor: Svea BeitragVerfasst am: 31.10.2006, 12:28
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bis der krebs sich entwickelt hat sind die doch längst platt...

jedes lebewesen hat zwar seine daseinsberechtigung aber notwendig sind nicht alle...schaben zum beispiel...

#4:  Autor: ShadaikWohnort: MG BeitragVerfasst am: 01.11.2006, 13:10
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Die Welt wäre ohne Insekten grundlegend anders, aber sie würde weiterfunktionieren.

Wohl mit einer Wunde von Jahrmillionen, bis neue Lebensformen ihren Platz iengenommen haben. Kolibris könnten sich recht schnell weltweit ausbreiten. Ein echtes Problem wäre aber das Fehlen massiver Aasfresser-Populationen.

#5:  Autor: Der unbekannte GottWohnort: Das alte Europa BeitragVerfasst am: 01.11.2006, 22:54
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Ich denke wohl für eine solche Fragestellung zu praxisbezogen: Es ist schlicht unmöglich, die Insekten von der Erde zu vertilgen, da sie den Planeten erobert haben, überall vertreten sind sowie art- und erst recht individuenmäßig alle anderen Lebensformen übertreffen. Wir leben, so gesehen, im Zeitalter der Insekten, und eher löschen wir sämtliche Wirbeltiere aus.
Nun, und wenn die Insekten ausgelöscht wären, dann würden die Ökosysteme zusammenbrechen und vollkommen neue entstehen, wie Shadaik bereits gesagt hat.

#6:  Autor: L.E.N.Wohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 01.11.2006, 22:59
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wie gesagt ist eine welt ohne insekten utopisch, doch ich denke die entsprechenden nischen würden schnell ausgefüllt.

#7:  Autor: Der unbekannte GottWohnort: Das alte Europa BeitragVerfasst am: 01.11.2006, 23:19
    —
L.E.N.|Propagandhi hat folgendes geschrieben:
wie gesagt ist eine welt ohne insekten utopisch, doch ich denke die entsprechenden nischen würden schnell ausgefüllt.

Nischen bilden sich mit der Art, die sie ausfüllt, sie sind nicht unabhängig davon da. Die bestehenden Nischen würden also nicht ersetzt und ausgefüllt werden, sondern verschwinden.

#8:  Autor: L.E.N.Wohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 01.11.2006, 23:21
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Der unbekannte Gott hat folgendes geschrieben:
L.E.N.|Propagandhi hat folgendes geschrieben:
wie gesagt ist eine welt ohne insekten utopisch, doch ich denke die entsprechenden nischen würden schnell ausgefüllt.

Nischen bilden sich mit der Art, die sie ausfüllt, sie sind nicht unabhängig davon da. Die bestehenden Nischen würden also nicht ersetzt und ausgefüllt werden, sondern verschwinden.


goldwaage...

ok: ähnliche, wahrscheinlich mehrere nischen würden wohl von verschiedensten arten ausgefüllt werden Mit den Augen rollen

#9:  Autor: Der unbekannte GottWohnort: Das alte Europa BeitragVerfasst am: 01.11.2006, 23:43
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L.E.N.|Propagandhi hat folgendes geschrieben:
Der unbekannte Gott hat folgendes geschrieben:
L.E.N.|Propagandhi hat folgendes geschrieben:
wie gesagt ist eine welt ohne insekten utopisch, doch ich denke die entsprechenden nischen würden schnell ausgefüllt.

Nischen bilden sich mit der Art, die sie ausfüllt, sie sind nicht unabhängig davon da. Die bestehenden Nischen würden also nicht ersetzt und ausgefüllt werden, sondern verschwinden.

goldwaage...
ok: ähnliche, wahrscheinlich mehrere nischen würden wohl von verschiedensten arten ausgefüllt werden Mit den Augen rollen

Entschuldige bitte, daß ich das so genau nehme, aber da meine Professoren so dermaßen darauf bestanden haben, ist es so drin...

#10:  Autor: Galaxisherrschers Katze BeitragVerfasst am: 02.11.2006, 00:09
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L.E.N.|Propagandhi hat folgendes geschrieben:
wie gesagt ist eine welt ohne insekten utopisch, doch ich denke die entsprechenden nischen würden schnell ausgefüllt.

Was ist denn das für eine Utopie? Mit den Augen rollen

#11:  Autor: L.E.N.Wohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 02.11.2006, 10:14
    —
Galaxisherrschers Katze hat folgendes geschrieben:
L.E.N.|Propagandhi hat folgendes geschrieben:
wie gesagt ist eine welt ohne insekten utopisch, doch ich denke die entsprechenden nischen würden schnell ausgefüllt.

Was ist denn das für eine Utopie? Mit den Augen rollen


utopisch im sinne von unrealistisch.
so schwer verständlich ist es doch nicht, hmm?

#12:  Autor: Stefan BeitragVerfasst am: 05.02.2008, 23:44
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In Dawkins Werk "Das egoistische Gen" wirft der Autor hier und da ein paar verblüffende Fakten über Insekten ein. Sie dienen zwar zur Untermauerung und Illustration seiner Ego-Gen-Thesen, sind aber auch isoliert betrachtet mehr als interessant.

Hat jemand diesbezüglich gute Literatur-Tipps zur Hand?

#13:  Autor: DeHergWohnort: Rostock BeitragVerfasst am: 06.02.2008, 18:35
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Shadaik hat folgendes geschrieben:
Die Welt wäre ohne Insekten grundlegend anders, aber sie würde weiterfunktionieren.
...
Ein echtes Problem wäre aber das Fehlen massiver Aasfresser-Populationen.
ich denke den Platz könnten sehr schnell Pilze und Bakterien einnehmen

#14: Re: Insekten Autor: LingLing BeitragVerfasst am: 06.02.2008, 18:58
    —
Malone hat folgendes geschrieben:
Ich versuche mich mal in einer nergalesken Fragestellung.


Zitat:
"Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr." Diesen Satz soll Albert Einstein einmal gesagt haben.


Stimmt es, dass die Menscheit ohne Insekten nicht überleben könnte? Meiner Ansicht nach wäre das kein Problem, Getreide und Gras wachsen doch auch ohne Insekten, oder sind die für den Boden von solcher Wichtigkeit, dass ohne sie nichts wachsen könnte?

Und am Rande: können Insekten Krebs bekommen?


Ohne Bestäubung wird es mit dem Futter schon etwas schwierig. Wenn ich mich recht erinnere sind auch viele Pflanzen betroffen, die man als Futter für Schweine usw. braucht.
Getreide wird durch den Wind bestäubt, aber selbst Raps, den man ja für den Biodiesel braucht, wird von Insekten bestäubt.

#15:  Autor: Botschafter Kosh BeitragVerfasst am: 06.02.2008, 19:18
    —
Das Szenario ist sowohl real wie auch aktuell.

"Wenn sich der Zusammenbruch der Bienenpopulation fortsetze, "könnten wir am Ende nur noch mit Getreide und Wasser dastehen", sagte Kevin Hackett vom US-Landwirtschaftsministerium. Das Bienensterben sei die "größte allgemeine Bedrohung unserer Lebensmittelversorgung". US-Landwirtschaftsminister Mike Johanns äußerte sich ähnlich alarmiert: "Die Krise droht die Produktion von Getreidesorten auszulöschen, die auf die Befruchtung durch Bienen angewiesen sind.""

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,480748,00.html

mfg Kosh

#16:  Autor: LingLing BeitragVerfasst am: 06.02.2008, 19:28
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Ein ganz großes Problem stellt auch die westliche Honigbiene dar. Bei den Imkern sind praktisch nur Monokulturen im Einsatz. Die Wildvölker haben nicht nur das Problem, dass der Mensch ihnen immer mehr Platz zum leben nimmt, auch die westliche Honigbiene macht ihnen zusätzlich das Leben schwer.

#17:  Autor: SanneWohnort: Nordschland BeitragVerfasst am: 07.02.2008, 17:37
    —
Die Insekten machen sich doch gegenseitig fertig. Bei uns gab es vor ungefähr 10 bis 15 Jahren eine Invasion von Erdbienen. Die haben friedlich in ihren Löcher gehaust, überall auf Sandwegen und in Vorgärten, haben Blüten bestäubt und haben niemandem etwas getan.
Dann kamen vor einigen Jahren die Maiwürmer, eine Ölkäferart, 3 bis 5cm groß. Die krabbeln im März/April, sobald es warm wird, zu Tausenden durch den Garten und knabbern an Gras und anderem Grünzeugs. Dann vergraben sie ihre Eier, und im Mai/Juni krabbeln Millionen, wenige Milimeter kleine, rote Würmchen an Pflanzen hoch, bis sie auf eine Blüte gelangen, z.b. Erdbeerblüten. Dort hängen sie sich an Bienen an, und im Nest der Biene richten sie es sich dann häuslich ein, fressen den Bienennachwuchs...
Seitdem kann man hier kaum noch Erdbienen beobachten.

(die Ölkäfer sind wohl deswegen heimisch geworden, weil die Winter zu mild sind und es insgesamt wärmer geworden ist)

#18:  Autor: Botschafter Kosh BeitragVerfasst am: 08.02.2008, 22:36
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Sei froh, sonst würden sie mehrere Meter hoch den Erdboden bedecken.
Der Vermehrungsrate von Insekten ist immens.
Ihr unkontrolliertes Ausbreiten kann schnell zur Plage werden.

mfg Kosh

#19:  Autor: CriticWohnort: Arena of Air BeitragVerfasst am: 12.02.2008, 02:31
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Sanne hat folgendes geschrieben:
Die Insekten machen sich doch gegenseitig fertig.


Vor Jahren las ich mal einen kurzen Artikel über eine interessante Entwicklung bei Ameisenvölkern: Normalerweise könnten sich Angehörige unterschiedlicher Ameisenvölker im wahrsten Sinne "nicht riechen", d.h. würden sie von ihrem Geruch her als Rivalen erkennen und angreifen. Nun seien am Mittelmeer aber zwei "Superkolonien" im Entstehen, die Unmengen von Ameisenkolonien umfaßten, deren Mitglieder die Mitglieder anderer Mitgliedskolonien nicht mehr als Rivalen ansähen.

#20:  Autor: q6g36Wohnort: Leipzig BeitragVerfasst am: 12.02.2008, 02:41
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Blödsinn es gibt dutzende von Arten die mehrere Königinnen haben von denen wiederum jede auch eine eigenen Kolonie gründen könnte. Es gibt auch Arten welche Sklaven aus anderen Völkern halten....
Typischer Fall einer Ente man könnte auch Sommerpause sagen...
Bei den Ameisen finde ich besonders die Ackerbau betreibenden Arten recht interessant....und die Bulldogs als entwicklungsgeschichtlich primitivste Ameisen...

#21:  Autor: Schmock BeitragVerfasst am: 12.02.2008, 14:34
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Wikipedia hat folgendes geschrieben:
Die größte bekannte Ameisenkolonie wurde von dem Schweizer Biologen Laurent Keller entdeckt. Sie erstreckt sich über eine Länge von 5760 Kilometern entlang der Küste der Italienischen Riviera bis in den Nordwesten Spaniens und besteht aus mehreren Millionen Nestern mit mehreren Milliarden Individuen. Normalerweise würden sich die Ameisenvölker untereinander attackieren, es sei denn, sie sind so nah miteinander verwandt, dass sie sich gegenseitig erkennen und als ein Volk akzeptieren. In absehbarer Zeit wird allerdings die genetische Verwandtschaft der einzelnen Teilvölker dieser Superkolonie derart abnehmen, dass sich die Ameisen untereinander nicht mehr erkennen werden.

#22:  Autor: q6g36Wohnort: Leipzig BeitragVerfasst am: 12.02.2008, 14:51
    —
Critic hat folgendes geschrieben:

Vor Jahren las ich mal einen kurzen Artikel über eine interessante Entwicklung bei Ameisenvölkern: Normalerweise könnten sich Angehörige unterschiedlicher Ameisenvölker im wahrsten Sinne "nicht riechen", d.h. würden sie von ihrem Geruch her als Rivalen erkennen und angreifen. Nun seien am Mittelmeer aber zwei "Superkolonien" im Entstehen, die Unmengen von Ameisenkolonien umfaßten, deren Mitglieder die Mitglieder anderer Mitgliedskolonien nicht mehr als Rivalen ansähen.
(Fett von mir)

und:
Zitat:

"Sie haben Arbeitsteilung, eine hervorragend funktionierende Verkehrsregelung, soziales Miteinander. Wie bei uns Menschen bekämpfen sich Staaten untereinander. Auch Sklavenhaltung gibt es. Und wie wir Menschen betreiben manche Ameisen Landwirtschaft und sogar Viehzucht"

(Fett:ich)(Quelle:hier)

und:

wiki hat folgendes geschrieben:

"Bei Ameisen werden Kolonien als polygyn bezeichnet, welche mehr als eine Königin enthalten. Hierbei muss zwischen primärer (gemeinsame Gründung mehrerer Jungköniginnen) und sekundärer Polygynie (Adoption von Jungköniginnen) unterschieden werden. Sekundär polygyne Ameisenstaaten leben theoretisch unendlich lange, da gestorbene Königinnen mithilfe der Adoption ersetzt werden und die Kolonie somit weit über die Lebensspanne einer einzelnen Königin existieren kann."



Es mag bei der betreffenden Art u.U. was besonderes sein nicht aber im allgemeinen. Wie gesagt es gibt verschiedene Formen des Staatensystems der Ameisen einmal mit einer und dann eben mit mehreren Königinnen. Er unterstellt eine Entwicklung die ist nicht zu sehen da es das schon gibt. Ferner müssen sie sich auch nicht zwangsläufig als Rivalen ansehen.

#23:  Autor: Peter H. BeitragVerfasst am: 12.02.2008, 18:46
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Manche Insekten, so z.b. einige Käferarten erweisen sich als wahrhaft tapfer. Enjoy!
http://www.youtube.com/watch?v=TiCnPlEB-GQ

#24:  Autor: LingLing BeitragVerfasst am: 26.02.2008, 18:04
    —
Neuer Artikel zum Thema:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,537876,00.html

#25:  Autor: Botschafter Kosh BeitragVerfasst am: 26.02.2008, 18:46
    —
LingLing hat folgendes geschrieben:
Neuer Artikel zum Thema:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,537876,00.html


Wenn überzüchtete Bienenvölker als Bestäuber ausfallen, kann die Pollenübertragung durch Wildformen von Hummel und co durchgeführt werden. Also zurück zur Natur, auch wenn die Erträge nicht ganz so üppig ausfallen.

mfg Kosh

#26:  Autor: Peter H. BeitragVerfasst am: 26.02.2008, 20:23
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Wie kann es denn zum Bienensterben kommen, wir hatten doch jahrelang die "Griene" in der Regierung sowie in führender Position auf Länderebene und Kommunen.
Na, war wohl doch nicht so weit her mit der Mumpitzpartei. (ein grünes Etikett kann sich ja noch jeder umschnallen, da gehört nicht viel dazu) Lachen

#27:  Autor: RohrspatzWohnort: NRW BeitragVerfasst am: 26.02.2008, 21:06
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Mag sein, dass sich neue Ökosysteme bilden würden, wenn alle Insketen aussterben würden, ich würde jedoch nicht darauf wetten, dass dies in allen Fällen zutrifft. Insekten sind schließlich schon sehr viel länger auf dem Land als die Wirbeltiere und haben vollkommen andere Vorzüge als z.B. die intelligenten Säuger oder Vögel.
Ein wichtiger Vorzug ist allein schon ihre Masse. Man stelle sich vor: Allein die Käfer machen etwa 30% der Tierwelt aus! Anzunehmen, dass diese Masse und diese Vielfalt "mal eben" durch andere Arten, die zuvor (zufällig) mutieren müssen, übernommen werden kann ist alles andere als sicher.
Und der Mensch hat schon häufig genug die Bedeutung einzelner Arten für ein Ökosystem unterschätzt (und Insekten bestehen aus mehreren hunderttausend Arten...).

Was die Biene betrifft... Nun, ihre Bestäubungsleistung könnten wirklich auch andere Insekten übernehmen, der Vorteil der Honigbiene speziell ist jedoch der, dass sie gern Nahrungsquellen aufsucht, die sehr dicht gepackt sind. Das kann ein blühender Baum sein... oder eben - und das ist sehr ökonomisch für den Menschen - ein blühendes Rapsfeld.
Ganz ohne Insekten wäre der Mensch jedenfalls sicher sehr arm dran: Ganz ohne Bestäuber hätten wir ein arges Problem mit den Nahrungsmitteln, immerhin vertilgen wir so einiges an Dingen, denen irgendwann einmal eine Bestäubung voraus ging. Und die Sache mit den Aasfressern ist auch eine wichtige Sache... Mit Mikroorganismen allein dauerts sicherlich deutlich länger und ganz so wenige Leichenteile (ob nun Mensch oder Tier) wirft eine Zivilisation ja nicht grade ab.... Wenn da mal was ins Trinkwasser käme.. igittigitt zwinkern

Ob es das Ende der ganzen Menschheit wäre würd ich sagen können, aber ich bin mir schon sehr sicher, dass es die Zahl der Menschen doch recht dezimieren würde....

Also, ich kann nicht mit Sicherheit sagen wie wichtig Insekten genau sind, aber dass sie wichtig sind, steht außer Frage. Ihr Verschwinden würde vielleicht nicht das Leben komplett von der Erde tilgen, aber wir würden unsere Erde wohl nicht mehr wiedererkennen... Aber bevor alle Insekten aussterben, stirbt der Mensch aus, gehen zig neue Zivilisationen aus irgend welchen Tierarten hervor und sterben ebenfalls aus.... Die Einfachheit macht die Biester immerhin ziemlich robust....

#28:  Autor: fwoWohnort: nicht fest BeitragVerfasst am: 28.02.2008, 22:07
    —
Ein paar Bemerkungen mit Halbwissen:

Der Verlust der Honigbiene wäre doof, aber wahrscheinlich ließe sich der Schaden durch Züchten funktionaler Ersatzarten relativ kurzfristig mindern - nur hätten wir dann wahrscheinlich keinen Honigproduzenten mehr. Mit funktional meine ich, dass man sich zur Vereinfachung des Zuchtziels wahrscheinlich auf das Bestäuben konzentrieren würde.

Der Verlust der Insekten wäre in der Tat eine schräge Idee, wegen der Diversität dieses Stammen verbunden mit ihrer Robustheit. Ganz allgemein gilt die Regel, dass der Beitrag einer Lebensform zum jeweiligen Ökosystem umgekehrt proportional zur Körpergröße ist - es gibt dann nämlich entsprechend mehr davon - das "Gleichgewicht" würde sich in der Tat nach einem Verlust der Säuger mit Sicherheit schneller beruhigen.
"Gleichgewicht" deshalb, weil es nie eins ist, es ist in Wirklichkeit immer ein Fließgleichgewicht, das heißt, es verändert sich > Sukzession.

Ansonsten machen wir gerade ein grandioses Experiment zu diesem Thema : Die meisten Biologen sind sich einig, dass das, was wir hier gerade veranstalten, der größte Faunenschnitt (=Artensterben) der Erdgeschichte wird. Packe mers an.

Zur "Regeneration" der Systeme. Natürlich würde bei diesem Gedankenexperiment von irgendeiner Gruppe wieder eine Radiation (so schnelle Aufteilung, dass das hinterher aussieht wie ein Fächer) geben, nur muss man sich darüber im Klaren sein, dass dieses hinterher nach einem Zeitraum wäre, den wir geologisch nennen würden. D.h. Wir würden diese Beobachtung nicht mehr machen, auch nicht als Art.

das erinnert mich irgendwie an die Begegnung der beiden Planeten im All:
1. Planet "mir is soo schleeecht"
2. Planet "was hasse denn?"
1. Planet "homo sapiens"
2. Planet "mach dir nix draus. das geht vorbei."

gruß fwo

#29:  Autor: ateyimWohnort: Istanbul BeitragVerfasst am: 28.02.2008, 23:05
    —
mal eine Frage, die hiermit im Zusammenhang steht:

beim Durchlesen dieses Threads wurde mir wieder in Erinnerung gerufen, dass meine Mutter in meiner Kindheit immer im Sommer oft mit dem Staubsauger auf der Fensterbank die toten Eintagsfliegen entfernte. Und ich selbst habe an ihnen meine brutale, tierquaelerische Ader ausgelebt, mit Flügel abreissen oder die heisse Tischlampfe auf sie halten, waehrend sie am Fenster hin und her flogen.

Sogar unsere Katzen haben immer mit ihnen "gespielt"...

Wenn ich jetzt so zurückdenke stell ich fest: sie sind weg. Geschockt ist mir irgendwie erst jetzt so bewusst geworden. Seit Jahren scheint es sie nicht mehr zu geben.

Ist das womöglich was bekanntes, was mir nur entgangen ist?

Der Begriff Eintagsfliege ist von mir jetzt vielleicht nicht der richtige Begriff... ich meine jedenfalls sehr kleine, grünliche Fluginsekten mit einer doch sehr geringen Lebensdauer (auch ohne mein Zutun zwinkern )

#30: Re: Insekten Autor: November BeitragVerfasst am: 29.02.2008, 00:56
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Malone hat folgendes geschrieben:
Ich versuche mich mal in einer nergalesken Fragestellung.


Zitat:
"Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr." Diesen Satz soll Albert Einstein einmal gesagt haben.




Nur bezogen auf Bienen:
Auf dem amerikanischen Kontinent gab es keine Bienen.
Die Bienen wurden von Europa aus mit den weissen Einwanderern eingeführt.



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