Wie friedlich ist unser Frieden ?
Wähle Beiträge von
# bis # FAQ
[/[Drucken]\]
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  :| |:
Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft

#61: Re: Wie friedlich ist unser Frieden ? Autor: caballitoWohnort: Pet Sematary BeitragVerfasst am: 27.10.2003, 21:16
    —
Alzi hat folgendes geschrieben:
Aber die Mißhandlung von Kindern ist nicht einvernehmlich und gilt, wenn sie unter Erwachsenen auftritt als strafbare Körperverletzung oder sogar als Folter. Wer Kinder schlägt, ohne sich professionelle Hilfe zu suchen, der gehört mE weggesperrt - die Kinder müssen geschützt werden.
Die Gesundheit, die körperliche und geistige Unversehrtheit von Kindern ist für mich ein höheres Gut, als die Freiheit von brutalen Kinderschlägern.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Wann werden (leibeigene) Kinder bei uns endlich als Menschen angesehen?


Ja. Richtig. Hab ich je was anders geschrieben?

Das ändert aber weder etwas daran, dass es Menschen gibt, die das, naja, nicht genauso, aber doch ähnlich sehen, und die, warum auch immer, trotzdem schlagen, noch daran, dass es Menschen gibt, die für sich selbst Schläge in der Erziehung ablehnen, das aber trotzdem nicht als universelles Recht sehen und denken, die Eltern müsssten selbst entscheiden.

Deine beiden Behauptungen, jeder, der Gewalt anwende, akzeptiere sie, und jeder, der sie akzeptiere, wende sie auch an, sind schlicht falsch.

Tatsache ist, dass jeder, der a) Gewalt gegenüber Menschen ablehnt und b) Kinder als vollwertige Menschen ansieht, Gewalt gegen Kinder ablehnen wird. Aber selbst das garantiert nicht, dass er sie nicht doch anwendet.

#62:  Autor: caballitoWohnort: Pet Sematary BeitragVerfasst am: 27.10.2003, 22:08
    —
Heike N. hat folgendes geschrieben:
Gerade deshalb habe ich die Mutter doch bestens beschrieben, oder? Eben in der Öffentlichkeit und eben alleine gelassen. Genau das war mein Anliegen. Weiter oben hatte ich das Phänomen (und das Problem) soziale Kleinstgruppe erwähnt. zwinkern


Du hast geschrieben die Mutter braucht Hilfe in ihrem Umfeld. Auch du stellst es also so dar, dass da bei der Mutter irgendwas nicht stimmt, dass sie mit dieser Situation nicht fertig wird.

Und da bin ich in der Tat anderer Ansicht. Es ist nicht die Mutter, bei der etwas nicht stimmt, sondern es ist die Gesellschaft - es ist kein Mangel der Mutter, hier überfordert zu sein, sondern ein Mangel der Gesellschaft, hier von der Mutter zu erwarten, die Situation zu managen.

Es ist ein gesellschaftlicher Anspruch, dass die Kinder nicht rumzukrakeelen haben - und zwar ein Anspruch an die Kinder - aber es ist die Mutter, auf die alles abgewälzt wird.

Diese Einstellung, Kinder als Eigentum der Eltern zu sehen, hat für Eltern ja auch ganz gravierende Nachteile ... z.B. eben, dass in der beschriebenen Situation es undenkbar wäre, dass die Mutter irgendwleche Mitreisende anhaut, ihr mal zu helfen, die Blagen stillzukriegen.

#63: Re: Wie friedlich ist unser Frieden ? Autor: AlziWohnort: Oberfranken BeitragVerfasst am: 27.10.2003, 22:47
    —
caballito hat folgendes geschrieben:
Alzi hat folgendes geschrieben:
Aber die Mißhandlung von Kindern ist nicht einvernehmlich und gilt, wenn sie unter Erwachsenen auftritt als strafbare Körperverletzung oder sogar als Folter. Wer Kinder schlägt, ohne sich professionelle Hilfe zu suchen, der gehört mE weggesperrt - die Kinder müssen geschützt werden.
Die Gesundheit, die körperliche und geistige Unversehrtheit von Kindern ist für mich ein höheres Gut, als die Freiheit von brutalen Kinderschlägern.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Wann werden (leibeigene) Kinder bei uns endlich als Menschen angesehen?


Ja. Richtig. Hab ich je was anders geschrieben?


Nicht daß ich wüßte. Habe ich das je behauptet? zwinkern


Zitat:
Deine beiden Behauptungen, jeder, der Gewalt anwende, akzeptiere sie, und jeder, der sie akzeptiere, wende sie auch an, sind schlicht falsch.


Diese Thesen stammen nicht von mir, sondern von Sanne, wobei man 1 bei zurechnungsfähigen Erwachsenen eventuell halten könnte.

#64:  Autor: stepWohnort: Germering BeitragVerfasst am: 27.10.2003, 22:53
    —
caballito hat folgendes geschrieben:
... z.B. eben, dass in der beschriebenen Situation es undenkbar wäre, dass die Mutter irgendwleche Mitreisende anhaut, ihr mal zu helfen, die Blagen stillzukriegen.
Es wird generell sehr ungern bei Fremden um Hilfe gebeten.

#65:  Autor: Heike N.Wohnort: Bottrop BeitragVerfasst am: 27.10.2003, 23:56
    —
caballito hat folgendes geschrieben:
Heike N. hat folgendes geschrieben:
Gerade deshalb habe ich die Mutter doch bestens beschrieben, oder? Eben in der Öffentlichkeit und eben alleine gelassen. Genau das war mein Anliegen. Weiter oben hatte ich das Phänomen (und das Problem) soziale Kleinstgruppe erwähnt. zwinkern


Du hast geschrieben die Mutter braucht Hilfe in ihrem Umfeld. Auch du stellst es also so dar, dass da bei der Mutter irgendwas nicht stimmt, dass sie mit dieser Situation nicht fertig wird.


Natürlich wird sie in dieser Situation nicht fertig. Natürlich ist sie überfordert. Jeder wird davon ausgehen, dass sie versagt hat. Das weiß sie und deshalb ist sie überfordert.

Woran liegts wohl? Mit den Augen rollen

#66: Re: Wie friedlich ist unser Frieden ? Autor: caballitoWohnort: Pet Sematary BeitragVerfasst am: 28.10.2003, 18:31
    —
Alzi hat folgendes geschrieben:
caballito hat folgendes geschrieben:
Ja. Richtig. Hab ich je was anders geschrieben?


Nicht daß ich wüßte. Habe ich das je behauptet? zwinkern


Es kam mir so vor zwinkern


Alzi hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Deine beiden Behauptungen, jeder, der Gewalt anwende, akzeptiere sie, und jeder, der sie akzeptiere, wende sie auch an, sind schlicht falsch.


Diese Thesen stammen nicht von mir, sondern von Sanne, wobei man 1 bei zurechnungsfähigen Erwachsenen eventuell halten könnte.


Da sind mir wohl die Zitate durcheinandergeraten. Ändert aber auch nix dran, dass du meinem "Nein" zu beidem widersprochen hast zwinkern

Und auch bei zurechnungsfähigen Erwachsenen sehe ich 1 nicht gegeben. Ausnahmen mögen selten sein, aber es gibt sie.

#67:  Autor: caballitoWohnort: Pet Sematary BeitragVerfasst am: 28.10.2003, 18:35
    —
Heike N. hat folgendes geschrieben:
caballito hat folgendes geschrieben:
Du hast geschrieben die Mutter braucht Hilfe in ihrem Umfeld. Auch du stellst es also so dar, dass da bei der Mutter irgendwas nicht stimmt, dass sie mit dieser Situation nicht fertig wird.


Natürlich wird sie in dieser Situation nicht fertig. Natürlich ist sie überfordert. Jeder wird davon ausgehen, dass sie versagt hat. Das weiß sie und deshalb ist sie überfordert.

Woran liegts wohl? Mit den Augen rollen


Ja ja, ich weiß, deutsches Sprak, schweres Sprak ... warum soll ich da nicht auch mal drauf reinfallen.

Natürlich wird sie mit der Situation nicht fertig, natürlich ist sie überfordert, aber nicht, weil sie versagt hat, sondern weil diese Situation eben nicht zu bewältigen ist. Und deswegen liegt der Fehler eben nicht bei ihr. Dass sie mit der Situation nicht fertig wird, bedeutet eben nicht, dass etwas bei ihr nicht stimmt. So war das gemeint.

#68:  Autor: Heike N.Wohnort: Bottrop BeitragVerfasst am: 28.10.2003, 18:59
    —
caballito hat folgendes geschrieben:
Natürlich wird sie mit der Situation nicht fertig, natürlich ist sie überfordert, aber nicht, weil sie versagt hat, sondern weil diese Situation eben nicht zu bewältigen ist. Und deswegen liegt der Fehler eben nicht bei ihr. Dass sie mit der Situation nicht fertig wird, bedeutet eben nicht, dass etwas bei ihr nicht stimmt. So war das gemeint.


Meines Wissens nach habe ich nirgendwo geschrieben, dass der Fehler bei ihr liegt. Ich habe geschrieben, dass "da vorher schon einiges schief gelaufen ist" und nicht erst in dieser Situation. Ich habe auch nicht geschrieben, dass sie versagt hat, sondern dass die allgemeine gesellschaftliche Haltung dahingehend ist. Und dazu gehört eben auch, dass sie meint, versagt zu haben.

Hilfe bräuchte sie dahingehend, dass sie lernt, sich von der Meinung der anderen zu distanzieren, dass sie lernt, auch für sich zu sorgen und auch, dass sie lernt, dass es nicht schlimm ist, wenn man mal Hilfe von anderen in Anspruch nimmt (so hat sich z. B. meine Mutter verhalten: ich habe alles im Griff, nach außen hin scheint alles OK und das ist die Hauptsache. Hilflosigkeit einzugestehen ist eine unakzeptable Schwäche). Wenn es einmal so weit ist, dass Eltern ihre Kinder schlagen, kommen sie da oftmals eben nicht mehr alleine raus.



Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft


output generated using printer-friendly topic mod. Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  :| |:
Seite 3 von 3

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group