Verbot des Ganzkörperschleiers?
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Freigeisterhaus -> Weltanschauungen und Religionen

#631:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 02:05
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:
Nein, ein-zwei Beispiele würden mir reichen.

Ich hab' ernsthaft das Gefühl, du willst mich verscheißern. Sag' du mir erst, worauf du überhaupt hinaus willst.

#632:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 08:49
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
abbahallo hat folgendes geschrieben:
'Don Martin, ob der Anwalt islamisch ist oder sonst wie daneben, steht nicht im Text, ob der das tatsächlich gesagt hast, scheinst Du selbst zu bezweifeln, aber Du nennst ihn "ein Stück Dreck"?

Wer Frauen in zerrissenen Hosen zur Vergewaltigung freigibt, trägt diese Bezeichnung durchaus zurecht. Die Frage ist, ob er das gesagt hat.

Es ist eigentlich das, was man dem Anwalt vorwirft: dass er Menschen als Dreck betrachtet. Mag der emotionale Impuls gegenüber solch einem Typen (falls er es so sagte) verständlich sein, das sollte man nicht übernehmen.

#633:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 11:17
    —
astarte hat folgendes geschrieben:

Es ist eigentlich das, was man dem Anwalt vorwirft: dass er Menschen als Dreck betrachtet. Mag der emotionale Impuls gegenüber solch einem Typen (falls er es so sagte) verständlich sein, das sollte man nicht übernehmen.


Ich möchte hinzufügen: Man kann jemanden als Stück Dreck bezeichnen und man kann diese Haltung in die Tat umsetzen und jemanden wie ein Stück Dreck behandeln - z.B. Frauen, die sich über sexuelle Belästigung beklagen, "albernes Rumgeflenne" unterstellen.

#634:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 11:50
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:

Es ist eigentlich das, was man dem Anwalt vorwirft: dass er Menschen als Dreck betrachtet. Mag der emotionale Impuls gegenüber solch einem Typen (falls er es so sagte) verständlich sein, das sollte man nicht übernehmen.


Ich möchte hinzufügen: Man kann jemanden als Stück Dreck bezeichnen und man kann diese Haltung in die Tat umsetzen und jemanden wie ein Stück Dreck behandeln - z.B. Frauen, die sich über sexuelle Belästigung beklagen, "albernes Rumgeflenne" unterstellen.

Gut hinzugefügt.

#635:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 11:52
    —
astarte hat folgendes geschrieben:
Es ist eigentlich das, was man dem Anwalt vorwirft: dass er Menschen als Dreck betrachtet.

Nein, ich werfe dem Anwalt vor, dass er Leute dazu auffordert, Menschen zu vergewaltigen. Diesbezüglich habe ich mir selbst nichts vorzuwerfen. Der Gedanke zu so einer Aufforderung ihm oder sonst irgendwem gegenüber käme mir gar nicht erst in den Sinn.

#636:  Autor: MobienneWohnort: Allgäu BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 16:53
    —
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Falls der "Anwalt", dieses islamische Stueck Dreck, das wirklich gesagt hat, dann gehoert es aber absolut nach metoo.
Mit tausendmal mehr Berechtigung als das alberne Rumgeflenne "er hat mir vor 20 Jahren mal an den Po gelangt".


Eine Person als "Stück Dreck" zu bezeichnen, ist eine Herabwürdigung, die gegen die Regeln verstößt (Regel 2.3, Absatz 2). Dies gilt immer, unabhängig von der Person, und auch, wenn deren Verhalten oder Aussagen selbst menschenverachtend sind. Du bist hiermit verwarnt.

Desweiteren fordern wir Dich im Sinne eines konstruktiven Austauschs dringendst auf, stets genau zu überlegen, ob die Verwendung von speziellem Vokabluar wie „Kopfwindel“ http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=2112885#2112885 an dieser Stelle angebracht und die pauschale Abwertung von Berichten über sexuelle Belästigung einer sachlichen Diskussion dienlich ist.


Edit: Zwei fehlende Buchstaben eingefügt: Belästung zu Belästigung


Zuletzt bearbeitet von Mobienne am 02.11.2017, 17:14, insgesamt einmal bearbeitet

#637:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 17:04
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
Es ist eigentlich das, was man dem Anwalt vorwirft: dass er Menschen als Dreck betrachtet.

Nein, ich werfe dem Anwalt vor, dass er Leute dazu auffordert, Menschen zu vergewaltigen. ..

Das hebt dich hier nicht hervor, und darum ging es nicht.
Es ging darum, dass du dir einen Ausdruck zu eigen machst, der äußerst fragwürdig ist.

#638:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 17:08
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schtonk hat folgendes geschrieben:
Es ging darum, dass du dir einen Ausdruck zu eigen machst, der äußerst fragwürdig ist.

Nein, es ging darum, dass Astartes Vorwurf, ich würde mit zweierlei Maß messen oder gar genau das selbe machen wie besagter Anwalt, falsch ist. Dass meine Äußerungen immer noch "fragwürdig" sein können, ist damit nicht in Abrede gestellt.

Die Entscheidung der Moderation, sowas hier nicht zu dulden, kann ich akzeptieren. Ich werde mich in Zukunft nicht mehr so äußern.

#639:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 20:24
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Es ging darum, dass du dir einen Ausdruck zu eigen machst, der äußerst fragwürdig ist.

Nein, es ging darum, dass Astartes Vorwurf, ich würde mit zweierlei Maß messen oder gar genau das selbe machen wie besagter Anwalt, falsch ist. Dass meine Äußerungen immer noch "fragwürdig" sein können, ist damit nicht in Abrede gestellt.
nanana, das habe ich nicht gesagt. Es war eher als Hinweis gemeint, weil du rätseltest, was schtonk meinte.

#640:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 20:28
    —
Sorry, klang etwas so.

#641:  Autor: wolle BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 23:01
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Wer Frauen in zerrissenen Hosen zur Vergewaltigung freigibt, trägt diese Bezeichnung durchaus zurecht.

Tatsächlich? Wer noch?

Willst du jetzt eine vollständige Liste von mir oder was? Mit den Augen rollen

Nein, ein-zwei Beispiele würden mir reichen.

Wenigstens habe ich es jetzt auf Englisch gefunden
https://www.facebook.com/maltatoday/posts/10155943512711941
http://www.maltatoday.com.mt/news/world/81852/_watch_egyptian_lawyer_says_its_a_national_duty_to_rape_girls_who_wear_revealing_clothes#.WfuSI2jWzXQ
Wie aus den Kommentaren zum letzten Link hervor geht, gibt es auch auf Malta Leute, die Vergewaltigung rechtfertigen:
Zitat:
Robert Callus
They won't say it in public, but yes, there are Maltese people who justify rape.


Zitat:
Ezio Auditore
I've actually seen people commenting publicly blaming the victim for wearing in a provocative way for her rape. In some cases they didn't even know what the victim was wearing they just assumed and did that just because for example it happened in st julians.


In Nord-Afrika ist es auch gang und gebe, Oppositionelle gleich welchen Geschlechts zu vergewaltigen und zu foltern. Ich habe ein youtube Video dazu gesehen, den Link erspare ich uns.

#642:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 23:06
    —
wolle hat folgendes geschrieben:

...
In Nord-Afrika ist es auch gang und gebe, Oppositionelle gleich welchen Geschlechts zu vergewaltigen und zu foltern. ..

Ich denke das lassen wir mal besser (thematisch meine ich).

#643:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 02.11.2017, 23:46
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:

Es ist eigentlich das, was man dem Anwalt vorwirft: dass er Menschen als Dreck betrachtet. Mag der emotionale Impuls gegenüber solch einem Typen (falls er es so sagte) verständlich sein, das sollte man nicht übernehmen.


Ich möchte hinzufügen: Man kann jemanden als Stück Dreck bezeichnen und man kann diese Haltung in die Tat umsetzen und jemanden wie ein Stück Dreck behandeln - z.B. Frauen, die sich über sexuelle Belästigung beklagen, "albernes Rumgeflenne" unterstellen.


Das kommt ganz darauf an, was im konkreten Fall als "sexuelle Belästigung" beklagt wird.

#644:  Autor: wolle BeitragVerfasst am: 03.11.2017, 11:02
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:

Es ist eigentlich das, was man dem Anwalt vorwirft: dass er Menschen als Dreck betrachtet. Mag der emotionale Impuls gegenüber solch einem Typen (falls er es so sagte) verständlich sein, das sollte man nicht übernehmen.


Ich möchte hinzufügen: Man kann jemanden als Stück Dreck bezeichnen und man kann diese Haltung in die Tat umsetzen und jemanden wie ein Stück Dreck behandeln - z.B. Frauen, die sich über sexuelle Belästigung beklagen, "albernes Rumgeflenne" unterstellen.


Das kommt ganz darauf an, was im konkreten Fall als "sexuelle Belästigung" beklagt wird.

Ich habe vor etwa 18 Jahren als einziger Zeuge gesehen, wie ein Kollege, (alteingesessener deutscher Ingenieur) unserer Sekretärin kurz an den Po (die Jeans) gegrabscht hat.
Das verfolgt mich bis Heute, als ob es gestern gewesen wäre.
Hätte ich das mit ihr besprechen sollen?
Sicher, aber ich war zu feige. Verlegen
Hätte ich es melden sollen?
Es hätte ihn den Job kosten können. Böse
Die Angelegenheit hätte jedenfalls die Zusammenarbeit unter den Kollegen belastet.
Die Sekretärin hat dann einfach gekündigt, ohne "Rumzuflennen", oder den Vorfall überhaupt anzusprechen.

#645:  Autor: wolle BeitragVerfasst am: 03.11.2017, 12:23
    —
Mittlerweile hat auch die Bild-Zeitung die Nachricht zu Nabih al-Wahsh entdeckt.

http://www.bild.de/news/ausland/vergewaltigung/vergewaltigung-von-frauen-in-zerrissenen-jeans-gefordert-53717444.bild.html schrieb:

Zitat:
Laut einer Studie des „Ägyptischen Zentrum für Frauenrechte“ erleben 83 Prozent der weiblichen Bevölkerung Übergriffe oder Vergewaltigungen, 46 Prozent sogar täglich – unabhängig davon, ob sie verschleiert sind oder nicht.
Geschockt

Wenn also der Schleier ohnehin nicht gegen sexuelle Übergriffe schützt, taugt er höchstens als Sonnenschutz.

#646:  Autor: DonMartin BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 09:10
    —
http://www.spiegel.de/forum/lebenundlernen/plakataktion-1967-frech-gewaltlos-nicht-ohne-persoenliches-risiko-thread-675221-1.html#postbit_60079916
Und heutzutage müsste es statt "Talare" "Kopftücher" oder "Burka" heissen,
und die Rollen sind vertauscht: die Studis sind spiessiger als die Profs (heute und damals).
Aus einem Kommentar:
Zitat:
Linke Studenten verteidigen heute, was linke Studenten damals bekämpften.

#647:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 13:23
    —
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Linke Studenten verteidigen heute, was linke Studenten damals bekämpften.

Linke Studenten damals bekämpften das Recht, sich so zu kleiden wie man will? Das ist mir neu. Beleg?

#648:  Autor: fwoWohnort: nicht fest BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 13:41
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Linke Studenten verteidigen heute, was linke Studenten damals bekämpften.

Linke Studenten damals bekämpften das Recht, sich so zu kleiden wie man will? Das ist mir neu. Beleg?

Sehr glücklich
Im Gegenteil: Linke Studenten kämpften gegen die "verkustete Gesellschaft" und damit auch gegen einen Druck für traditionelle Kleidung.

Wenn Du Deine eigenen Formulierung in diesem Zusammenhang ernst nimmst, musst Du davon ausgehen, dass die Mehrzahl der religiösen Vermummungen aus freiem Willen getragen werden. Ist das wirklich so?

#649:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 14:04
    —
fwo hat folgendes geschrieben:
Wenn Du Deine eigenen Formulierung in diesem Zusammenhang ernst nimmst, musst Du davon ausgehen, dass die Mehrzahl der religiösen Vermummungen aus freiem Willen getragen werden. Ist das wirklich so?

Das wäre zu klären, und da, wo tatsächlich Zwang herrscht, muss man dagegen vorgehen. Aber du kannst nicht einfach so einer Person verbieten, ein bestimmtes Kleidungsstück freiwillig zu tragen, nur weil eine andere dazu gezwungen wird.

#650:  Autor: Korra BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 14:23
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Wenn Du Deine eigenen Formulierung in diesem Zusammenhang ernst nimmst, musst Du davon ausgehen, dass die Mehrzahl der religiösen Vermummungen aus freiem Willen getragen werden. Ist das wirklich so?

Das wäre zu klären, und da, wo tatsächlich Zwang herrscht, muss man dagegen vorgehen. Aber du kannst nicht einfach so einer Person verbieten, ein bestimmtes Kleidungsstück freiwillig zu tragen, nur weil eine andere dazu gezwungen wird.

Stimmt zwar, aber man kann auch nicht alles tragen oder nicht tragen was man will. Wenn man nackt durch die Fußgängerzone spaziert, bekommt man auch Probleme mit dem Ortnungsamt.

#651:  Autor: fwoWohnort: nicht fest BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 14:23
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Wenn Du Deine eigenen Formulierung in diesem Zusammenhang ernst nimmst, musst Du davon ausgehen, dass die Mehrzahl der religiösen Vermummungen aus freiem Willen getragen werden. Ist das wirklich so?

Das wäre zu klären, und da, wo tatsächlich Zwang herrscht, muss man dagegen vorgehen. Aber du kannst nicht einfach so einer Person verbieten, ein bestimmtes Kleidungsstück freiwillig zu tragen, nur weil eine andere dazu gezwungen wird.

Das ist jetzt eine andere Frage. Meine war erstmal, ob die studentische Linke sich damals für die "Freiheit", eine religiöse Vermummung zu tragen, eingesetzt hätte. Und genau das glaube ich nicht, auch wenn Du es sehr geschickt umformuliert hast.

Zu Deiner neuen Frage: Dieses Verbot wäre in der Tat nicht unproblematisch, aber es gibt Staaten, denen wir auch den Status Rechtsstaat zugestehen, die dieses Verbot erlassen haben.

Es ist eine Sache der Bewertung der Verletzung durch unfreiwilliges Tragen zu der Verletzung durch das Verbot des freiwilligen Tragens sowohl im Einzelnen als auch der Bewertung wie viele wie stark durch das jeweilige staatlichen Verhalten verletzt werden.

Das wird ja gerne unter den Teppich geschoben: Auch das nicht Erlassen dieses Verbotes führt zu Verletzungen, wenn auch (normalerweise, wenn nicht gerade der Zwang zur Vermummung körperlich durchgesetzt wird, was auch vorkommen soll) nicht zu körperlichen.

Ich halte das grundsätzliche Prinzip der Abwägung hier für ähnlich wie im Falle der Gurtpflicht. Da wurde auch die Freiheit etwas zu tragen oder nicht zu tragen zu Gunsten der Mehrheit eingeschränkt.

#652:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 16:32
    —
Um den "Unter den talare..."-Spruch in Verbindung mit Kopftuch zu bringen, muß man wirklich komplett Pillepalle sein.

#653:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 09.11.2017, 18:55
    —
fwo hat folgendes geschrieben:
auch wenn Du es sehr geschickt umformuliert hast.

Angesichts der Tatsache, dass das eine Antwort auf DonMartins buchstäblich saublöden Populismus war, würde ich einfach mal sagen: turnabout is fair play. Cool

Dass es durchaus Gründe für ein Vollverschleierungsverbot geben kann, würde ich nicht grundsätzlich bestreiten. Es gibt halt auch Gründe dagegen. Das heißt, dass sich beide Seiten besseres einfallen lassen sollten als Halbgarheiten und Populismus.

#654:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 10.11.2017, 00:23
    —
fwo hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Wenn Du Deine eigenen Formulierung in diesem Zusammenhang ernst nimmst, musst Du davon ausgehen, dass die Mehrzahl der religiösen Vermummungen aus freiem Willen getragen werden. Ist das wirklich so?

Das wäre zu klären, und da, wo tatsächlich Zwang herrscht, muss man dagegen vorgehen. Aber du kannst nicht einfach so einer Person verbieten, ein bestimmtes Kleidungsstück freiwillig zu tragen, nur weil eine andere dazu gezwungen wird.

Das ist jetzt eine andere Frage. Meine war erstmal, ob die studentische Linke sich damals für die "Freiheit", eine religiöse Vermummung zu tragen, eingesetzt hätte. Und genau das glaube ich nicht, auch wenn Du es sehr geschickt umformuliert hast.

Zu Deiner neuen Frage: Dieses Verbot wäre in der Tat nicht unproblematisch, aber es gibt Staaten, denen wir auch den Status Rechtsstaat zugestehen, die dieses Verbot erlassen haben.

Es ist eine Sache der Bewertung der Verletzung durch unfreiwilliges Tragen zu der Verletzung durch das Verbot des freiwilligen Tragens sowohl im Einzelnen als auch der Bewertung wie viele wie stark durch das jeweilige staatlichen Verhalten verletzt werden.

Das wird ja gerne unter den Teppich geschoben: Auch das nicht Erlassen dieses Verbotes führt zu Verletzungen, wenn auch (normalerweise, wenn nicht gerade der Zwang zur Vermummung körperlich durchgesetzt wird, was auch vorkommen soll) nicht zu körperlichen.

Ich halte das grundsätzliche Prinzip der Abwägung hier für ähnlich wie im Falle der Gurtpflicht. Da wurde auch die Freiheit etwas zu tragen oder nicht zu tragen zu Gunsten der Mehrheit eingeschränkt.



Mein Gott, wo kaufst Du eigentlich all Deine unterirdischen Vergleiche? Im Liquidationsladen?

#655:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 10.11.2017, 16:31
    —
fwo hat folgendes geschrieben:
Das wird ja gerne unter den Teppich geschoben: Auch das nicht Erlassen dieses Verbotes führt zu Verletzungen, wenn auch (normalerweise, wenn nicht gerade der Zwang zur Vermummung körperlich durchgesetzt wird, was auch vorkommen soll) nicht zu körperlichen.

Es ist natürlich - um darauf auch nochmal hinzuweisen - auch ein Unterschied, ob ein bestimmtes staatliches Handeln zu Verletzungen von Rechten seitens nichtstaatlicher Akteure führt oder ob es selbst bereits eine Verletzung ist.

#656:  Autor: Samson83 BeitragVerfasst am: 10.11.2017, 16:45
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
auch wenn Du es sehr geschickt umformuliert hast.

Angesichts der Tatsache, dass das eine Antwort auf DonMartins buchstäblich saublöden Populismus war, würde ich einfach mal sagen: turnabout is fair play. Cool

Dass es durchaus Gründe für ein Vollverschleierungsverbot geben kann, würde ich nicht grundsätzlich bestreiten. Es gibt halt auch Gründe dagegen. Das heißt, dass sich beide Seiten besseres einfallen lassen sollten als Halbgarheiten und Populismus.

Das ist aber nicht so einfach. Genau genommen muss ich zugeben, dass ich mich mit keiner verfassungsrechtlichen Abwägung so schwer tue wie mit dieser; obgleich Staatsrecht inzwischen fast zu meinen Kerngebieten gehört. Insgesamt scheinen mir die Argumente gegen das Verbot zu überwiegen, diese Position ist aber zu wacklig, um sie mit Vehemenz herauszuschreien.

#657:  Autor: DonMartin BeitragVerfasst am: 14.11.2017, 19:11
    —
koennte auch unter "erfreuliche Nachrichten" stehen:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/sachsen-anhalt-will-burka-an-schulen-verbieten-a-1177993.html

#658:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 14.11.2017, 20:55
    —
DonMartin hat folgendes geschrieben:
koennte auch unter "erfreuliche Nachrichten" stehen:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/sachsen-anhalt-will-burka-an-schulen-verbieten-a-1177993.html

Dass eine Vollverschleierung sinnvollen Unterricht behindert und deswegen in der Schule nichts zu suchen hat, sehe ich ja auch so. Nur habe ich leise Zweifel, ob das in Sachsen-Anhalt ein reales Problem ist. Im Artikel steht ja, dass es in Niedersachsen, dass es in Niedersachsen, dass sowohl deutlich größer ist als auch einen deutlich höheren Anteil an Muslimen hat, im vergangenen Jahr ganze fünf Fälle gegeben habe. In Sachsen-Anhalt dürfte das Problem also quasi nicht existent sein, es handelt sich also um reine Symbolpolitik, mit der "man es den radikalen Muslimen mal zeigt", oder so. Das könnte man besser lassen und, falls tatsächlich mal ein Fall vorkommt, den dann pädagogisch statt juristisch lösen.

#659:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 14.11.2017, 21:07
    —
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
koennte auch unter "erfreuliche Nachrichten" stehen:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/sachsen-anhalt-will-burka-an-schulen-verbieten-a-1177993.html

Dass eine Vollverschleierung sinnvollen Unterricht behindert und deswegen in der Schule nichts zu suchen hat, sehe ich ja auch so. Nur habe ich leise Zweifel, ob das in Sachsen-Anhalt ein reales Problem ist. Im Artikel steht ja, dass es in Niedersachsen, dass es in Niedersachsen, dass sowohl deutlich größer ist als auch einen deutlich höheren Anteil an Muslimen hat, im vergangenen Jahr ganze fünf Fälle gegeben habe. In Sachsen-Anhalt dürfte das Problem also quasi nicht existent sein, es handelt sich also um reine Symbolpolitik, mit der "man es den radikalen Muslimen mal zeigt", oder so. Das könnte man besser lassen und, falls tatsächlich mal ein Fall vorkommt, den dann pädagogisch statt juristisch lösen.

Stimmt, aber das interessiert doch die Naziversteher nicht.
Die sind doch jetzt schon geil drauf, dass Burkina Faso aus dem Schulatlas verschwindet Sehr glücklich

#660:  Autor: SchlumpfWohnort: Ost-Bayern BeitragVerfasst am: 15.11.2017, 16:02
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:

Stimmt, aber das interessiert doch die Naziversteher nicht.

Für diese dumme Bemerkung solltest du dich schämen!

Es geht nicht darum, eine archaische Unkultur zu tolerieren, nur weil's bis jetzt ein paar Einzelfälle sind, sondern darum, dass sie sich nicht langsam einschleichen und etablieren sollte.



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