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GBS-Petition zur Verteidigung der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit
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M.S.Salomon
registrierter User



Anmeldungsdatum: 15.09.2003
Beiträge: 389

Beitrag(#415147) Verfasst am: 07.02.2006, 00:13    Titel: GBS-Petition zur Verteidigung der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit Antworten mit Zitat

Dieser Thread stammt ursprünglich aus dem ehemaligen GBS-Forum - kolja

Als Reaktion auf die weltweiten Proteste, die durch die zwölf Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung „Jyllands Posten“ ausgelöst wurden, hat sich die Arabische Liga mit einem offenen Zensurwunsch an die Vereinten Nationen gewandt. Das UN-Parlament solle einen Beschluss fassen, der „beleidigende Angriffe gegen religiöse Überzeugungen“ verbiete. Auch wenn die meisten westlichen Politiker in ihren Stellungnahmen das hohe Gut der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit würdigten, bemühten sie sich doch, im gleichen Atemzug ihr tiefes Verständnis für die „verletzten religiösen Gefühle“ und ihre Abscheu gegenüber den vermeintlich „geschmacklosen“ Mohammed-Karikaturen zu demonstrieren. Auch auf diese subtile Weise können fundamentale Freiheitsrechte auf dem Altar der Diplomatie geopfert werden.

Die Giordano Bruno Stiftung wehrt sich in einem offenen Brief dagegen, dass aus Rücksicht auf religiöse Borniertheit gravierende Einschränkungen der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit vorgenommen werden, und fordert zur Stabilisierung der aufklärerischen Streitkultur u.a. die Abschaffung des "Gotteslästerungsparagraphen" 166 StGB. "Angesichts der sehr realen Gefahr, dass wir möglicherweise auf ein Zeitalter der Religionskriege zusteuern", heißt es in der Petition, brauchen wir "nicht weniger, sondern weit mehr religionskritische Stimmen in der öffentlichen Debatte. Die Zeiten, in denen weltanschauliche Offenheit religiösem Offenbarungswahn geopfert wurde, sollten endgültig vorbei sein!"

Der Text der GBS-Petition findet sich unter:
http://www.leitkultur-humanismus.de/freiheit.htm

Hier besteht die Möglichkeit, über die Petition bzw. das Thema "Meinungsfreiheit versus Verletzung religiöser Gefühle" zu diskutieren...
_________________
Wir müssen uns Sisyphos
als einen glücklichen Menschen vorstellen."
(Albert Camus)
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Mojud
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Anmeldungsdatum: 16.11.2005
Beiträge: 344

Beitrag(#415380) Verfasst am: 07.02.2006, 14:33    Titel: Re: GBS-Petition zur Verteidigung der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit Antworten mit Zitat

M.S.Salomon hat folgendes geschrieben:
Als Reaktion auf die weltweiten Proteste, die durch die zwölf Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung „Jyllands Posten“ ausgelöst wurden, hat sich die Arabische Liga mit einem offenen Zensurwunsch an die Vereinten Nationen gewandt. Das UN-Parlament solle einen Beschluss fassen, der „beleidigende Angriffe gegen religiöse Überzeugungen“ verbiete. Auch wenn die meisten westlichen Politiker in ihren Stellungnahmen das hohe Gut der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit würdigten, bemühten sie sich doch, im gleichen Atemzug ihr tiefes Verständnis für die „verletzten religiösen Gefühle“ und ihre Abscheu gegenüber den vermeintlich „geschmacklosen“ Mohammed-Karikaturen zu demonstrieren. Auch auf diese subtile Weise können fundamentale Freiheitsrechte auf dem Altar der Diplomatie geopfert werden.

Die Giordano Bruno Stiftung wehrt sich in einem offenen Brief dagegen, dass aus Rücksicht auf religiöse Borniertheit gravierende Einschränkungen der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit vorgenommen werden, und fordert zur Stabilisierung der aufklärerischen Streitkultur u.a. die Abschaffung des "Gotteslästerungsparagraphen" 166 StGB. "Angesichts der sehr realen Gefahr, dass wir möglicherweise auf ein Zeitalter der Religionskriege zusteuern", heißt es in der Petition, brauchen wir "nicht weniger, sondern weit mehr religionskritische Stimmen in der öffentlichen Debatte. Die Zeiten, in denen weltanschauliche Offenheit religiösem Offenbarungswahn geopfert wurde, sollten endgültig vorbei sein!"

Der Text der GBS-Petition findet sich unter:
http://www.leitkultur-humanismus.de/freiheit.htm

Hier besteht die Möglichkeit, über die Petition bzw. das Thema "Meinungsfreiheit versus Verletzung religiöser Gefühle" zu diskutieren...

Da jetzt in kurzer Zeit immerhin schon über 130 Menschen die Petition unterzeichnet haben, möchte ich hier ein paar Aspekte darlegen, warum ich auf keinen Fall unterschreiben werde.

Ich gebe dem Resolutionsentwurf der Arabischen Liga keine Chance. Ich sehe keine subtile Opferung "fundamentaler Freiheitsrechte auf dem Altar der Diplomatie" - im Gegenteil sehe ich in solchen Formulierungen eine falsche Diskreditierung notwendiger diplomatischer Schritte.
Ich sehe nicht, dass "gravierende Einschränkungen der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit" drohen.
In diesem Zusammenhang den sicher kritikwürdigen 166 StGB ins Spiel zu bringen, setzt die Petition dem Verdacht aus, das eigene "Süppchen" auf dem Feuer dieses Problems zu kochen.

Die Petition geht völlig am eigentlichen Problem vorbei.

In der Petition selbst steht folgendes : "Wir müssen es daher allen Gläubigen – nicht nur den Muslimen! – abverlangen, dass sie sich mit der Kritik an ihrem Glauben auseinandersetzen."

Dieser an sich richtige Satz wird in diesem Zusammenhang ( Karikaturstreit ) beinahe ins Gegenteil verkehrt. Dies im jetzigen Moment zu fordern, zeigt eine völlige Verkennung der Dynamiken, sowohl in grossen Teilen der Bevölkerung in islamischen Ländern wie auch in den Regierungen dort. Auch die Haltung mit der diese Forderung ausgesprochen wird, befremdet : für Moslems scheint teilweise sehr viel auf dem Spiel zu stehen. Auch wenn man das nicht nachvollziehen kann, wirkt es lächerlich, wenn man jemand, der zu einem Selbstmordattentat bereit ist, obiges "abverlangt".
Lächerlich und auch weltfremd.

Bevor man dergleichen anderen abverlangt, sollte man sich selbst etwas abverlangen. Nämlich mindestens den Versuch, zu verstehen wieso diese unverständlichen Reaktionen bei Menschen islamischen Glaubens stattfinden. In diesem Zusammenhang möchte ich nur darauf verweisen, dass seit Jahrzehnten in der Region islamischer Länder Krieg herrscht und Menschen dieser Länder sterben, ohne dass "der Westen" von sich behaupten könnte, er sei daran gänzlich unschuldig. Eher muss man wohl von der Annahme ausgehen, dass jetzt die Saat der langjährigen Hegemonialpoltik in der grössten Ölregion der Welt aufgeht.

Verglichen mit den Selbstmordattentaten ist der Karikaturstreit unbedeutend. Und diese sind für mich Ausdruck einer Haltung von "wir sterben ja sowieso - dann tragen wir wenigstens den Tod auch dahin wo *sie* leben."

Ich behaupte nicht, dass ich auch nur ansatzweise das Problem verstehe, das dem Karikaturstreit zugrunde liegt. Auf jeden Fall geht es dabei nicht um die Durchsetzung islamischer Vorstellungen über Meinungsfreiheit weltweit. Ich fühle mich diesbezüglich auch keineswegs bedroht.

Was die Konflikte, die aussehen wie Konflikte zwischen "dem Islam" und "dem Westen", brauchen sind keine Forderungen, schütten von Öl ins Feuer und entwickeln von Hass - sie brauchen Dialog mit Vernunft. Daraus könnte gegenseitiges Verständnis erwachsen. In einem Klima des Friedenswillens wird den Bin Ladens und den Bushs der Nährboden entzogen.

Dazu trägt die Petition keineswegs bei.
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Sokrateer
souverän



Anmeldungsdatum: 05.09.2003
Beiträge: 11649
Wohnort: Wien

Beitrag(#415423) Verfasst am: 07.02.2006, 15:41    Titel: Re: GBS-Petition zur Verteidigung der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit Antworten mit Zitat

Mojud hat folgendes geschrieben:
In diesem Zusammenhang den sicher kritikwürdigen 166 StGB ins Spiel zu bringen, setzt die Petition dem Verdacht aus, das eigene "Süppchen" auf dem Feuer dieses Problems zu kochen.

Warum sollte das ein Verdacht sein? Jetzt, wo die Thematik in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird, ist genau der richtige Zeitpunkt sich einzubringen.

Mojud hat folgendes geschrieben:

Bevor man dergleichen anderen abverlangt, sollte man sich selbst etwas abverlangen. Nämlich mindestens den Versuch, zu verstehen wieso diese unverständlichen Reaktionen bei Menschen islamischen Glaubens stattfinden. In diesem Zusammenhang möchte ich nur darauf verweisen, dass seit Jahrzehnten in der Region islamischer Länder Krieg herrscht und Menschen dieser Länder sterben, ohne dass "der Westen" von sich behaupten könnte, er sei daran gänzlich unschuldig. Eher muss man wohl von der Annahme ausgehen, dass jetzt die Saat der langjährigen Hegemonialpoltik in der grössten Ölregion der Welt aufgeht.

Ja, man sollte immer versuchen die anderen zu verstehen, auch wenn es sich um erbitterte Gegner handelt. Du projezierst hier aber nur westliche Imperialismuskritik in die Thematik hinein.

Es ist schon wahr, dass die religiösen Gefühle der Menschen verletzt sind. Diese Menschen haben eine innige und verehrende Beziehung zu ihrem Propheten. Er ist eine wichtige Person in ihrem Leben. (Auch wenn er schon lange nicht mehr lebt und ohnehin nicht viel gesichertes über den historischen Mohammed bekannt ist)

Wenn ich dir sage, dass deine Frau hässlich ist, oder deine Kinder Idioten, dann bist du auch beleidigt. Ebenso wird ein Katholik darüber beleidigt sein, wenn man Mutter Theresa als Todesengel bezeichnet oder sich über den Papst lustig macht.

Warum wurden dänische Botschaften nicht in Brand gesetzt, als Dänemark seine Teilnahme am Irak-Krieg bekanntgab, wenn es der Imperialismus sein soll, der die Leute erzürnt?

Nein, es sind in der Tat die religiösen Gefühle. Nur dürfen wir auf diese nun mal keine Rücksicht nehmen. Die Begründung dafür steht im Text der Petition.
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Konstrukt
konstruktiver Radikalist



Anmeldungsdatum: 19.08.2005
Beiträge: 6587
Wohnort: Im Barte des Propheten

Beitrag(#415425) Verfasst am: 07.02.2006, 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

Für das Grundprinzip der Presse- und Meinungsfreiheit spielt der Zeitpunkt keine Rolle. Jetzt erst Recht! Ich habe unterzeichnet.
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hacketaler
Frauen ficken ist was für Schwuchteln!



Anmeldungsdatum: 10.02.2005
Beiträge: 6031

Beitrag(#415427) Verfasst am: 07.02.2006, 15:52    Titel: Antworten mit Zitat

als selbstauferlegte strafe für imperialismus und hegemonialpolitik die meinungsfreiheit nicht verteidigen zu dürfen, kann nur einem bestimmen menschenschlag einfallen.
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Lissie
registrierter User



Anmeldungsdatum: 20.02.2004
Beiträge: 457

Beitrag(#415442) Verfasst am: 07.02.2006, 16:18    Titel: Re: GBS-Petition zur Verteidigung der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit Antworten mit Zitat

Sokrateer hat folgendes geschrieben:
Ja, man sollte immer versuchen die anderen zu verstehen, auch wenn es sich um erbitterte Gegner handelt. Du projezierst hier aber nur westliche Imperialismuskritik in die Thematik hinein.

Es ist schon wahr, dass die religiösen Gefühle der Menschen verletzt sind. Diese Menschen haben eine innige und verehrende Beziehung zu ihrem Propheten. Er ist eine wichtige Person in ihrem Leben. (Auch wenn er schon lange nicht mehr lebt und ohnehin nicht viel gesichertes über den historischen Mohammed bekannt ist)

Wenn ich dir sage, dass deine Frau hässlich ist, oder deine Kinder Idioten, dann bist du auch beleidigt. Ebenso wird ein Katholik darüber beleidigt sein, wenn man Mutter Theresa als Todesengel bezeichnet oder sich über den Papst lustig macht.



Selbstverständlich. Aber wenn die Gattin Politik macht oder die Kinder in Kinderstar-Shows auftreten, dann sollte man sich vorher darüber bewußt werden, daß negative Kritik und Spott u.U. unvermeidbar sind. Gläubige schieben ihre Religion oft plakativ in der Öffentlichkeit vor sich her, wollen EU-Verfassungen mit Gottesbezügen, Religionsunterricht an staatlichen Schulen, usw. Und sobald sie auch die Nebenwirkungen von diesem Öffentlichsein zu spüren bekommen könnten, fällt ihnen plötzlich ein, wie "privat", wie "persönlich", wie "verletzlich" doch so ein Gottesglauben ist.

Ja, was denn nun?
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Mojud
registrierter User



Anmeldungsdatum: 16.11.2005
Beiträge: 344

Beitrag(#415462) Verfasst am: 07.02.2006, 16:43    Titel: Re: GBS-Petition zur Verteidigung der Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit Antworten mit Zitat

Sokrateer hat folgendes geschrieben:
Mojud hat folgendes geschrieben:
In diesem Zusammenhang den sicher kritikwürdigen 166 StGB ins Spiel zu bringen, setzt die Petition dem Verdacht aus, das eigene "Süppchen" auf dem Feuer dieses Problems zu kochen.

Warum sollte das ein Verdacht sein? Jetzt, wo die Thematik in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird, ist genau der richtige Zeitpunkt sich einzubringen.

Dir ist doch wohl klar, was "das eigene Süppchen kochen bedeutet" ? Es ist schlechter Stil, wenn es als solches erkannt wird, geht das nach hinten los. Menschen werden nicht gern manipuliert und instrumentalisiert. Zu Recht !

Mojud hat folgendes geschrieben:

Bevor man dergleichen anderen abverlangt, sollte man sich selbst etwas abverlangen. Nämlich mindestens den Versuch, zu verstehen wieso diese unverständlichen Reaktionen bei Menschen islamischen Glaubens stattfinden. In diesem Zusammenhang möchte ich nur darauf verweisen, dass seit Jahrzehnten in der Region islamischer Länder Krieg herrscht und Menschen dieser Länder sterben, ohne dass "der Westen" von sich behaupten könnte, er sei daran gänzlich unschuldig. Eher muss man wohl von der Annahme ausgehen, dass jetzt die Saat der langjährigen Hegemonialpoltik in der grössten Ölregion der Welt aufgeht.

Zitat:

Ja, man sollte immer versuchen die anderen zu verstehen, auch wenn es sich um erbitterte Gegner handelt. Du projezierst hier aber nur westliche Imperialismuskritik in die Thematik hinein.

Es ist schon wahr, dass die religiösen Gefühle der Menschen verletzt sind.


Das ist eben fraglich. Ich halte das für eine vordergründige Betrachtungsweise. Für verletzungsträchtiger halte ich die 50jährige Geschichte der Region mit Hunderttausenden von Toten. Dass "der Westen" dafür als schuldig angesehen wird, sollte hier niemand wundern.

Zitat:
Diese Menschen haben eine innige und verehrende Beziehung zu ihrem Propheten. Er ist eine wichtige Person in ihrem Leben. (Auch wenn er schon lange nicht mehr lebt und ohnehin nicht viel gesichertes über den historischen Mohammed bekannt ist)

Wenn ich dir sage, dass deine Frau hässlich ist, oder deine Kinder Idioten, dann bist du auch beleidigt. Ebenso wird ein Katholik darüber beleidigt sein, wenn man Mutter Theresa als Todesengel bezeichnet oder sich über den Papst lustig macht.

Warum wurden dänische Botschaften nicht in Brand gesetzt, als Dänemark seine Teilnahme am Irak-Krieg bekanntgab, wenn es der Imperialismus sein soll, der die Leute erzürnt?

Genau, das Letzte ist die richtige Art von Frage. Deine Antwort ist aber wie ich schon ausgeführt habe falsch.

Zitat:
Nein, es sind in der Tat die religiösen Gefühle. Nur dürfen wir auf diese nun mal keine Rücksicht nehmen. Die Begründung dafür steht im Text der Petition.

Auch wenn sie im Text steht, es ist Unsinn. 1. wir dürfen, 2. wir können auch und 3. es schadet überhaupt nicht Rücksicht zu nehmen. Es schadet auch nicht, weniger Moslems in Afghanistan, Irak und anderswo umzubringen.
Es schadet noch weniger mit Geschichtsbewusstsein und Differenzierung an komplexe weltpolitsche Probleme heranzugehen. Es schadet auch nicht, sich um Deeskalation zu bemühen, wenn es Chancen gibt, Menschenleben zu retten.

Ist Dir das zu anstrengend ? Es bedeutet nämlich keineswegs Selbstaufgabe oder auch nur die Aufgabe kostbarer humanistischer Ideale.
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Mojud
registrierter User



Anmeldungsdatum: 16.11.2005
Beiträge: 344

Beitrag(#415466) Verfasst am: 07.02.2006, 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

Konstrukt23 hat folgendes geschrieben:
Für das Grundprinzip der Presse- und Meinungsfreiheit spielt der Zeitpunkt keine Rolle. Jetzt erst Recht! Ich habe unterzeichnet.

Ich verstehe Dich, aber hast Du auch bedacht, dass Du mit Deiner Unterschrift weit mehr zugestimmt hast, als nur der Verteidigung von Presse- und Meinungsfreiheit ?

Das ist das Problem mit Unterschriftensammlungen, in denen die "Humanisten" der BRD ja Experten sind. Hast Du unterschrieben, wegen eines guten Anliegens, hast Du das "Kleingedruckte" auch mitunterschrieben.

Deine Unterschrift gilt für jedes einzelne Wort.
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Queen of Las Vegas
Lebenserotiker



Anmeldungsdatum: 11.12.2005
Beiträge: 1891
Wohnort: Mannheim

Beitrag(#415499) Verfasst am: 07.02.2006, 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

hacketaler hat folgendes geschrieben:
als selbstauferlegte strafe für imperialismus und hegemonialpolitik die meinungsfreiheit nicht verteidigen zu dürfen, kann nur einem bestimmen menschenschlag einfallen.


ja, mal wieder und leider in einer unverbesserlichen und dogmatischen Weise die geeignet ist die Forderungen der Moslems sogar noch zu toppen, eigene Interessen komplett auszublenden, stets an das eigene schlechte Gewissen zu appelieren,..., und am Ende noch hochmütig zu glauben man sei ein besserer, ja, gar humanistischerer Mensch. Meine Geduld gerät ins stocken...
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The Brights
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Zuletzt bearbeitet von Queen of Las Vegas am 07.02.2006, 17:29, insgesamt einmal bearbeitet
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Konstrukt
konstruktiver Radikalist



Anmeldungsdatum: 19.08.2005
Beiträge: 6587
Wohnort: Im Barte des Propheten

Beitrag(#415512) Verfasst am: 07.02.2006, 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Mojud hat folgendes geschrieben:
Konstrukt23 hat folgendes geschrieben:
Für das Grundprinzip der Presse- und Meinungsfreiheit spielt der Zeitpunkt keine Rolle. Jetzt erst Recht! Ich habe unterzeichnet.

Ich verstehe Dich, aber hast Du auch bedacht, dass Du mit Deiner Unterschrift weit mehr zugestimmt hast, als nur der Verteidigung von Presse- und Meinungsfreiheit ?

Das ist das Problem mit Unterschriftensammlungen, in denen die "Humanisten" der BRD ja Experten sind. Hast Du unterschrieben, wegen eines guten Anliegens, hast Du das "Kleingedruckte" auch mitunterschrieben.

Deine Unterschrift gilt für jedes einzelne Wort.


Ja, und wo liegt da das Problem für Dich? Davon abgesehen war das alle sin Schriftgröße 10-12 und ich brauche ja keine Brille. Außerdem kostet es mich ja nicht...außer vielleicht irgendwannmal das Leben Mit den Augen rollen
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Shadaik
evolviert



Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 26309
Wohnort: MG

Beitrag(#415533) Verfasst am: 07.02.2006, 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Insofern die Staaten (sogar einschließlich Deutschlands unter Merkel!) der EU geschlossen an der Presse- und Meinungsfreiheit festhalten sehe ich keine Notwendigkeit zu einer solchen Petition.
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Fische schwimmen nur in zwei Situationen mit dem Strom: Auf der Flucht und im Tode
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vanitas
Ranglos



Anmeldungsdatum: 28.01.2005
Beiträge: 517
Wohnort: Freiberg

Beitrag(#415554) Verfasst am: 07.02.2006, 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ein paar Probleme sehe ich da, auch wenn ich mal unterzeichnet habe.

1. Ein offener Brief ist keine Petition, beide haben aber per Definition einen Adressaten. Hier handelt es sich aber wohl eher um einer Art öffentlicher Bekanntmachung oder sonstige Form der Veröffentlichung an die dann halt eine Unterschriftensammlung angehängt ist. Dabei gilt auch das man nichts fordern kann, ohne anzugeben von wem man dies nun fordert.

2. Die Veröffentlichung wurde wohl "schnell" erstellt und konnte ja auch nicht erst lange diskutiert werden, sie ist aber durch die erste Unterschrift auch unabänderbar. Die geringsten Probleme machen da Ausdrucksschwächen wie der Gebrauch von langen Klammereinwürfen oder einer hohen Zahl von Ausrufezeichen.

3. Das Zitat am Anfang empfinde ich als unangemessen da es sich wohl um ein Eigenzitat handelt und darunter der passende Buchlink sitzt. Mir persönlich ist das ja eigentlich egal, aber ich finde die Zitation in solchen Fällen mit wenig argumentativem Mehrwert. Zitate sollten die eigene Position aus unabhängigen Fremdquellen unterstützen, nicht diese einfach wiedergeben.

4. Der Gesetzestext oder zumindest ein Link zu diesem fehlt. Auch geht der Petition etwas der juristische Hintergrund zugunsten aktueller Politik verloren. Ein paar Bezüge zur Rechtspraxis in Deutschland wie durch ein paar Beispielurteile plus objektiver Statistik wären nicht schlecht. Ansonsten handelt es sich hier nämlich um ein politisches Manifest ohne konkreten Grund und Zweck, was man dann halt auch erwähnen sollte.

5. Der Abschnitt
Zitat:
Wir müssen es daher allen Gläubigen – nicht nur den Muslimen! – abverlangen, dass sie sich mit der Kritik an ihrem Glauben auseinandersetzen. Dem frischen Wind der Kritik darf sich niemand entziehen, auch dann nicht, wenn die Kritik die Absurdität und Lächerlichkeit der eigenen Überzeugungen zu Tage fördert.


ist meines Erachtens irreführend. Es geht nicht darum sich zwangsweise mit Kritik auseinander zu setzen. Man kann einen Moslem nicht zwingen sich die Bilder anzusehen und dazu Stellung zu nehmen. Es geht hier allein darum das die Existenz solcher Karrikaturen akzeptiert wird. Alles weitere ist schön aber freiwillig.

Was danach kommt ist dann eher eine Meinungsfrage:

Zitat:
Man hört es nicht gerne und es ist auch im höchsten Maße "political incorrect", aber bei Licht betrachtet, lässt sich kaum von der Hand weisen, dass ein Großteil dessen, was Menschen glauben, im höchsten Maße lächerlich ist.


Ich glaube nicht das dieser Ton hier zweckdienlich ist. Die Frage dreht sich um die Meinungsfreiheit und dann Meinungen gleich mit als lächerlich zu bezeichnen ist eine Form der wertenden Meinungsfreiheit. Also sozusagen: jeder soll seine Meinung sagen aber deine ist schonmal Schwachsinn. Das kann so sein, hilft aber in keiner Weise dem eigentlichen Anliegen. Zudem würde ich diesen Satz auch in seiner Richtigkeit auf nichtreligiöse Menschen ausweiten, denn aus einem neutralen Standpunkt ist ein Großteil dessen was Menschen glauben, hoffen und denken überflüssiger Nonsens und in irgendeiner Beziehung lächerlich.

5. "Alle Versuche, die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit einzuschränken, müssen sofort eingestellt werden!"

Einschränkungen der Pressefreiheit sind auch bei "uns" durchaus üblich, ob offiziell, als offenes Geheimnis oder unter der Hand; als offensichtlich oder subtil; nicht zuletzt: ob berechtigt oder unberechtigt. Mit dieser Forderung würde man sich gegen alles mögliche richten, auch nicht ganz unwesentlich gegen die Medienleute bzw. die Besitzer deren Unternehmen. Sie ist zudem unrealistisch, von niemandem erfüllbar (ob Einzelperson, Partei oder Staat) und sie hat keinen geografischen Bezug (weltweit?). Achja, es gibt viele Gründe für Zensur, nicht immer haben sie etwas mit einem Denkverbot zu tun sondern sind z.B. von zivilrechtlicher oder geheimdienstlicher Relevanz.

6. Die zweite Forderung ist dehnbar wie Gummi, denn wer nun genau womit "kämpfen" soll wird nicht gesagt. Eine Petition ist aber meines Erachtens kein allgemeiner Aufruf an die Bevölkerung oder irgendwen (wer halt auch immer für irgendwas verantwortlich ist).

Weitere Kleinigkeiten: etwas kann sowohl geschmacklos als auch harmlos sein, ich selbst würde die Bilder bis auf wenige Ausnahmen ja als uninteressante Machwerke bezeichnen. Der Ausdruck "zensurwillige(n) Politiker" ist eine Behauptung, die man eigentlich erst belegen müsste. Der Gebrauch des Ausdrucks "offene Gesellschaft" könnte hier falsch verstanden werden, nicht jeder kennt Popper.
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Nackt duschen widerspricht katholischer Moral.
(Generalkirchenvikariat Köln)
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Lissie
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Anmeldungsdatum: 20.02.2004
Beiträge: 457

Beitrag(#415559) Verfasst am: 07.02.2006, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

vanitas hat folgendes geschrieben:

Was danach kommt ist dann eher eine Meinungsfrage:

Zitat:
Man hört es nicht gerne und es ist auch im höchsten Maße "political incorrect", aber bei Licht betrachtet, lässt sich kaum von der Hand weisen, dass ein Großteil dessen, was Menschen glauben, im höchsten Maße lächerlich ist.


Ich glaube nicht das dieser Ton hier zweckdienlich ist.


Von der fragwürdigen Zweckdienlichkeit abgesehen (und auch abgesehen davon, daß ich persönlich diesen Passus ohne Zögern unterschreiben konnte) hat das bei einer Begründung für Meinungs- und Kunstfreiheit gar nichts verloren. Denn selbst eine Religion/Weltanschauung, an der sich schwerlich "bei Licht betrachtet" etwas Lächerliches nachweisen ließe (sofern man das überhaupt objektiv behaupten könnte) muß natürlich jeder Art der Kritik, inkl. Satire. offenstehen, sobald jemand meint, etwas Lächerliches daran entdeckt zu haben.
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Torsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 25.09.2003
Beiträge: 3456

Beitrag(#415566) Verfasst am: 07.02.2006, 18:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
„Eine Menschheit, die das Atom spalten kann und über Satelliten kommuniziert, muss die dafür erforderliche Reife besitzen. Dass sich bestimmte Personen oder Personengruppen durch das Aufstellen „heiliger“ (d. h. unantastbarer) Spielregeln jeglichem kritischen Zugriff entziehen und dadurch eigene Denkfehler als verbindlich in die Zukunft fortschreiben, kann und darf in einer modernen Gesellschaft keine akzeptable Praxis mehr sein…“

Wir fordern:

• Alle Versuche, die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit einzuschränken, müssen sofort eingestellt werden! Konkret: §166 StGB darf nicht verschärft, sondern sollte ersatzlos gestrichen werden! Die Religionen dürfen vom Gesetzgeber keineswegs den Freibrief erhalten, sich gegen Kritik zu immunisieren. Wer Zensur erlaubt, will Denken verbieten!


Reifung ist für mich ein Prozess innerer Einkehr einer Person oder Personengruppe zwecks Differenzierung bei dem man mit dem was vorhanden ist arbeitet.
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Kawa
Laizist



Anmeldungsdatum: 07.02.2006
Beiträge: 116
Wohnort: Freiberg (Sachsen)

Beitrag(#415602) Verfasst am: 07.02.2006, 19:15    Titel: Vor der eigenen Tür kehren... Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich habe auch unterzeichnet, weil ich dem "Brief" im Groben zustimme. Aber einige Punkte hätte ich noch hinzuzufügen.

(1) Im Brief wird angesprochen, dass wir (also die Europäer) vor der eigenen Tür kehren sollten. Aber nur mit einem Satz.
Ich finde wir sollten uns GERADE um die Situation hier kümmern, auch wenn wir durchaus zur Situation in anderen Teilen der Welt Stellungen nehmen sollten. Aber hauptsächlich hier, denn

(2) Ich denke in der "arabischen Welt" wird oftmals Kritik an Religion, Sitten, bestimmten Gesetzten o.ä. mit Kritik am Volk bzw. mit Herabwürdigung des Volkes gleichgesetzt. Der Islam versteht sich ja auch als gesellschaftsbestimmend und wirkt in den meisten dieser Länder auch so.

(3) In den Medien ist ja zu Hören das man sich als Europäer im Bezug auf Pressefreiheit o.ä. solidarisieren sollte. Ich ganz persönlich sehe nicht die Gefahr das JETZT und DADURCH (Karrikaturen-Streit) unsere Freiheiten durch den Staat eingeschränkt werden könnten.
Im Gegenteil - Es wird öffentlich über diese Freiheiten diskutiert. Positiver Nebeneffekt: die konservativen Politiker, sonst ganz groß im Verbieten, nehmen auf einmal Wörter wie Meinungsfreiheit in den Mund.

Alles in allem sollten wir nicht "den Islam" oder "die Araber" kritisieren, sondern die Religion(en), inklusive und besonders das Christentum (aber eben nicht permament den einzelnen Anhänger 'beleidigen') und wir sollten deutlich machen das wir nicht generell gegen die Lebensweise von Millionen Menschen sind, sondern betsimmte Aspekte (wie Gewalttätigkeit) verabscheuen.

Es muss demonstriert werden dürfen. Für und gegen alles. Aber dafür darf nicht zerstört werden.

IMHO.


Martin
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Wolfram Donner
registrierter User



Anmeldungsdatum: 12.02.2004
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Beitrag(#415727) Verfasst am: 07.02.2006, 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

IMHO?
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Eifellady
Weiße Haifelbestie



Anmeldungsdatum: 19.11.2003
Beiträge: 14396
Wohnort: Wildnis der Eifel

Beitrag(#415732) Verfasst am: 07.02.2006, 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

Wolfram Donner hat folgendes geschrieben:
IMHO?


It's Honestly My Opinion zwinkern
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Kawa
Laizist



Anmeldungsdatum: 07.02.2006
Beiträge: 116
Wohnort: Freiberg (Sachsen)

Beitrag(#415734) Verfasst am: 07.02.2006, 22:34    Titel: IMHO Antworten mit Zitat

In my humble opinion (nicht honestly)

Meiner bescheidenen meinung nach

und nun bitte wiedern zum Thema.
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Wolfram Donner
registrierter User



Anmeldungsdatum: 12.02.2004
Beiträge: 31
Wohnort: NW

Beitrag(#415825) Verfasst am: 08.02.2006, 00:34    Titel: Gegen Einschränkung der Meinungsfreiheit Antworten mit Zitat

Danke Eifellady und Martin Hergert!

Zu Mojud 07.02.06 um 13:33:

Ich schlage Ihnen vor, nächstens - bei passender Gelegenheit - selbst etwas zu bewerkstelligen!
Denn selbst nichts auf die Beine bringen aber bei einem anderen, der sich für unsere politischen Belange einsetzt, hinterher das Maul aufreIßen, das kann jeder.
Mit Ihrer Art Kritik gehörenSie zu den Leuten, die dem politischen Gegner in die Hände spielen!
Sie scheinen wohl vergessen zu haben, daß die Religiösen, Kreationisten und Fundamentalisten keine Hemmungen kennen, wenn es um Nichgläubige, Atheisten und Konfessionslfreie, aber äußerst empfindlich sind, wenn es ihnen an den Kragen geht!
Ich freue mich schon jetzt, demnächst Ihren Offenen Brief lesen zu können.
WD
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Frank
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Anmeldungsdatum: 31.07.2003
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Beitrag(#415841) Verfasst am: 08.02.2006, 01:05    Titel: Antworten mit Zitat

Shadaik hat folgendes geschrieben:
Insofern die Staaten (sogar einschließlich Deutschlands unter Merkel!) der EU geschlossen an der Presse- und Meinungsfreiheit festhalten sehe ich keine Notwendigkeit zu einer solchen Petition.


MAZ 07.02.2006 hat folgendes geschrieben:

Ruf nach religiöser Zensur auch in Polen

WARSCHAU Immer mehr Katholiken in Polen rufen nach einer neuen Zensur. Die Freiheit des Wortes habe ihre Grenzen, wenn religiöse Gefühle verletzt würden.

...

Der Abdruck der Karikaturen gehe über die Grenzen einer wohlverstandenen Meinungsfreiheit hinaus. Er teile die Gefühle derjenigen, die sich durch die Veröffentlichung beleidigt fühlten. Kurz darauf entschuldigte sich auch Außenminister Stefan Meller öffentlich: "Ich möchte im Namen des Außenministeriums und der Regierung der Republik Polen die Muslime um Verzeihung bitten."

...

Doch dies könnte sich nun unter der neuen Regierung ändern, deren Haussender das fundamental-katholische Radio Maryja ist. Denn auch immer mehr Katholiken in Polen halten eine religiöse Zensur für richtig. Auch namhafte Intellektuelle wie Tadeusz Mazowiecki, Polens erster nichtkommunistischer Ministerpräsident 1989, oder Adam Boniecki, der Chefredakteur der katholisch-liberalen Wochenblatts "Tygodnik Powszechny", sprechen sich für eine solche Zensur aus.

...

Radio Maryja-Hörer hingegen, die sich fast schon permanent "religiös beleidigt" fühlen, überziehen Künstler und Journalisten mit Klagen und Prozessen. Mitte Januar beschlagnahmte die polnische Polizei wieder einmal zwei Bilder in einer Galerie. Eine Fotografin, die seit Jahren Straßengraffiti in ganz Europa fotografiert, stellte auch zwei Fotos aus mit Graffitis einer Madonna mit Teufelshörnchen auf dem Kopf und einem Jesus mit Handy und dem Text: "Konsum ist das Opium der Massen". Drei Besucher der Ausstellung fühlten sich "in ihren religiösen Gefühlen" verletzt und verklagten Galerie und Fotografin. Im Müllbeutel transportierte die Polizei die inkriminierten Photos ab.

...

Polens rechtspopulistische Regierung kündigte schon an, dass demnächst Journalisten für nicht adäquate Berichterstattung bestraft werden sollen.
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Torsten
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Beitrag(#415860) Verfasst am: 08.02.2006, 03:30    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist ein Kreuz mit diesen religiösen Zensoren. zwinkern
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Mojud
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Beiträge: 344

Beitrag(#415870) Verfasst am: 08.02.2006, 06:54    Titel: Re: Gegen Einschränkung der Meinungsfreiheit Antworten mit Zitat

Wolfram Donner hat folgendes geschrieben:
Danke Eifellady und Martin Hergert!

Zu Mojud 07.02.06 um 13:33:

Ich schlage Ihnen vor, nächstens - bei passender Gelegenheit - selbst etwas zu bewerkstelligen!
Denn selbst nichts auf die Beine bringen aber bei einem anderen, der sich für unsere politischen Belange einsetzt, hinterher das Maul aufreIßen, das kann jeder.
Mit Ihrer Art Kritik gehörenSie zu den Leuten, die dem politischen Gegner in die Hände spielen!
Sie scheinen wohl vergessen zu haben, daß die Religiösen, Kreationisten und Fundamentalisten keine Hemmungen kennen, wenn es um Nichgläubige, Atheisten und Konfessionslfreie, aber äußerst empfindlich sind, wenn es ihnen an den Kragen geht!
Ich freue mich schon jetzt, demnächst Ihren Offenen Brief lesen zu können.
WD

Zu Wolfram Donner,

ich vermisse auf Ihrer Seite einen inhaltlichen Diskussionsbeitrag. Dass die GBS einen politschen Geger hätte wäre mir neu. Können sie den bitte für mich identifizieren ?
An wen richtet sich der offene Brief überhaupt, wenn er nicht nur Stimmungsmache und Werbung in eigener Sache ist ? Wenn der GBS, wie auch dem IBKA die Hauptkriterien Kirchenfeindlichkeit und Religionsfeindlichkeit sind, sehe ich allerdings schwarz für Ideen Vorreiter für eine Vereinigung von Millionen von Konfessionslosen zu sein.
Wem in diesem Forum in die Hände gespielt wird, zeigen die Reaktionen : auf die Chaoten und auf die Besonnenen.
Ich begrüsse solche Klarheit, weil ich dagegen bin wenn Wölfe im Schafspelz versuchen Politik zu machen.
Schmidt-Salomon hat schon in der Frage der Militanz und des gerechten Krieges gezeigt ( im Nachbarthread ), wes Geistes Kind er ist. Da niemand der GBS dem bisher widersprochen hat, der Beirat schweigt, muss man wohl zu Recht davon ausgehen, dass es sich bei der GBS um eine politische Gruppe handelt, die äusserst zweifelhalfte Ziele unter dem Deckmantel von Humanismus und Aufklärung verfolgt.
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Mojud
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Anmeldungsdatum: 16.11.2005
Beiträge: 344

Beitrag(#415871) Verfasst am: 08.02.2006, 07:17    Titel: Antworten mit Zitat

Frank hat folgendes geschrieben:
Shadaik hat folgendes geschrieben:
Insofern die Staaten (sogar einschließlich Deutschlands unter Merkel!) der EU geschlossen an der Presse- und Meinungsfreiheit festhalten sehe ich keine Notwendigkeit zu einer solchen Petition.


MAZ 07.02.2006 hat folgendes geschrieben:

Ruf nach religiöser Zensur auch in Polen

WARSCHAU Immer mehr Katholiken in Polen rufen nach einer neuen Zensur. Die Freiheit des Wortes habe ihre Grenzen, wenn religiöse Gefühle verletzt würden.

...

Der Abdruck der Karikaturen gehe über die Grenzen einer wohlverstandenen Meinungsfreiheit hinaus. Er teile die Gefühle derjenigen, die sich durch die Veröffentlichung beleidigt fühlten. Kurz darauf entschuldigte sich auch Außenminister Stefan Meller öffentlich: "Ich möchte im Namen des Außenministeriums und der Regierung der Republik Polen die Muslime um Verzeihung bitten."

...

Doch dies könnte sich nun unter der neuen Regierung ändern, deren Haussender das fundamental-katholische Radio Maryja ist. Denn auch immer mehr Katholiken in Polen halten eine religiöse Zensur für richtig. Auch namhafte Intellektuelle wie Tadeusz Mazowiecki, Polens erster nichtkommunistischer Ministerpräsident 1989, oder Adam Boniecki, der Chefredakteur der katholisch-liberalen Wochenblatts "Tygodnik Powszechny", sprechen sich für eine solche Zensur aus.

...

Radio Maryja-Hörer hingegen, die sich fast schon permanent "religiös beleidigt" fühlen, überziehen Künstler und Journalisten mit Klagen und Prozessen. Mitte Januar beschlagnahmte die polnische Polizei wieder einmal zwei Bilder in einer Galerie. Eine Fotografin, die seit Jahren Straßengraffiti in ganz Europa fotografiert, stellte auch zwei Fotos aus mit Graffitis einer Madonna mit Teufelshörnchen auf dem Kopf und einem Jesus mit Handy und dem Text: "Konsum ist das Opium der Massen". Drei Besucher der Ausstellung fühlten sich "in ihren religiösen Gefühlen" verletzt und verklagten Galerie und Fotografin. Im Müllbeutel transportierte die Polizei die inkriminierten Photos ab.

...

Polens rechtspopulistische Regierung kündigte schon an, dass demnächst Journalisten für nicht adäquate Berichterstattung bestraft werden sollen.

Es führt nicht weiter, nur die Informationen zu verfolgen, die die eigene Position belegen. Wichtig ist eine Beurteilung von der blossen Bestätigung eigener Vorurteile abzugrenzen. Das ist der Eindruck, dem man mit der einseitigen Auswahl von Befunden erweckt.
Was hältst Du von dieser Beurteilung ( von Peter Altheimer ) der Situation im Iran, wohl eines Brennpunktes der jetzigen Gegenbewegung gegen Meinungsfreiheit : http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5215820_REF3_NAV_BAB,00.html
Daraus ."Ich gehe davon aus, dass es sich dabei nicht um eine von großen Teilen der Bevölkerung getragene Welle der Empörung handelt. Die Demonstration vor der dänischen Botschaft beispielsweise wurde von einem kleinen Kreis organisiert und vorbereitet, bei den anderen Demonstrationen dürfte es ähnlich laufen. Da werden Aktivisten gezielt an einen Ort gebracht, um dort zu demonstrieren."
oder von dieser : http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5213372_REF1_NAV_BAB,00.html
Daraus :"Instrumentalisierung und Machtkalkül
Inzwischen aber mehren sich die Stimmen auch in der arabischen Welt, die hinter der zunehmenden Gewalt ein Machtkalkül islamischer Regime vermuten, die diese Krise für ihre eigenen Zwecke ausnutzen. So hieß es in einem Kommentar der in London erscheinenden, arabischen Tageszeitung "Al- Sharq Al-Awsat" am Montag, die anfangs noch spontane Kampagne gegen die Karikaturen sei inzwischen von Extremisten instrumentalisiert worden. "Drauflos schlagen ohne konkretes Ziel, das macht keinen Sinn" und "Wir dürfen die westlichen Staaten nicht als Feindesland betrachten", warnte der Kommentator.
Die libanesische Zeitung "Daily Star" geht sogar noch einen Schritt weiter: "Die Randalierer haben sowohl libanesischen Besitz als auch das Bild des Islam beschädigt, und der von ihnen angerichtete Schaden ist noch viel größer als der Schaden, der durch die Karikaturen angerichtet wurde, die den Propheten Mohammed entweiht haben." ..."
oder dieser : http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5216076_TYP6_THE_NAV_REF1_BAB,00.html
Daraus :""Es gibt Kräfte, die nur auf Fehler warten"
tagesschau.de: Liegt die Ursache für die Proteste in vielen islamischen Staaten tatsächlich in den umstrittenen Karikaturen oder steht etwas ganz anderes dahinter?
Al-Azm: Es gibt Kräfte in jenen Ländern, die nur auf Fehler warten. Der Faupax aus Dänemark wird nun moralisch übertrieben dargestellt, um ihn gegen den Westen einsetzen zu können."

Besonnenheit bedeutet, sich nicht von einzelnen Eindrücken leiten zu lassen, insbesondere dann nicht, wenn es nur welche sind, die das eigene Vorurteil bestätigen. Sie bedeutet, einen Gesamteindruck anzustreben.

Aber meine Hoffnungen in IBKA und GBS schwinden ohnehin.
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Sermon
panta rhei



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
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Wohnort: Sine Nomine

Beitrag(#415889) Verfasst am: 08.02.2006, 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

Mina Ahadi hat folgendes geschrieben:
*Für die Verteidigung der Redefreiheit!*

*Für die Organisierung einer weltweiten Front zur Verteidigung von Redefreiheit und Säkularismus!*



In diesen Tagen sehen wir in den Medien die schrecklichen Bilder einer Anzahl aufgehetzter oder angeheuerter Personen, die Botschaften und andere Zentren angreifen und in Brand stecken und Mord- und Enthauptungsdrohungen aussprechen. Dies ist das hässliche Gesicht des politischen Islam. Hinter diesen Ereignissen stecken ganz offensichtlich
Regierungen und Kräfte wie Iran, Saudi Arabien, Syrien, Hamas etc. und weitere islamische Terrorbanden.

Diese Gesichter und dieses barbarische Verhalten sind uns bekannt. Die Waffen dieser Kräfte um an die Macht zu gelangen, an der Macht zu bleiben oder um Teilhabe der Macht sind nichts als Mord, Massaker, Zerstörung, Steinigung und Hinrichtung. Überall wo sie an der Macht sind vernichten sie jeden, der anders denkt und sich ihren reaktionären und menschenverachtenden „Heiligtümern“ nicht beugt. Und wo sie nicht an der Macht sind versuchen sie mit diesem schrecklichen Verhalten die Menschen einzuschüchtern und Vorteile zu erlangen.

Dieses Mal haben sie die Veröffentlichung einiger Karikaturen als Vorwand genommen um ihr menschenfeindliches und zerstörerisches Potenzial vor den Augen der Welt zur Schau zu stellen. Hier geht der Streit auf internationaler Ebene um die Redefreiheit.

Einige sind eingeschüchtert und machen schon einen Rückzieher. Es wird von den Grenzen der Redefreiheit gesprochen und die Selbstzensur propagiert.

Dies ist die Hinnahme einer Wende rückwärts. Die Errungenschaft des Kampfes eines Jahrhunderts gegen Religion und Kirche, des Kampfes gegen den diktatorischen Staat, der die Redefreiheit unterdrückt, werden einfach versteigert. Und es gibt wenige, die es wagen, angesichts dieser Welle der Barbarei die humanitären Prinzipien zu verteidigen.

Unser Aufruf an die säkularen und humanitären Kräfte, an die Institutionen, die humanitäre Rechte verteidigen, an säkulare und freiheitsliebende Menschen lautet: Stellt Euch vereint gegen diese reaktionäre Welle. Lasst nicht zu dass eine Handvoll Schläger und bezahlte Randalierer und eine Handvoll aufgehetzter und rückständiger Personen unter Führung reaktionärer islamischer Regierungen und islamischer Terrorbanden die Menschheit erpressen und zum Rückzug zwingen. Lasst Euch von dieser reaktionären Welle nicht einschüchtern.

Lasst uns mit lauter Stimme die Menschlichkeit, die humanitären Errungenschaften und die bedingungslose Freiheit der Rede verteidigen. Keine Einschränkung soll Karikaturisten und Künstlern die Hände binden oder den Mund verbieten. Der politische Islam muss überall zurückgeschlagen werden. Dies ist Sache der progressiven und säkularen Menschen; dies ist Sache von Millionen gequälter Menschen, Opfer des politischen Islam, Opfer dieses Gebrülls, Sache der Frauen, Jugend und der gefesselten Bevölkerung in den islamgeschädigten Ländern; und dies ist Sache der fortschrittlichen Menschen, die im Widerspruch zum politischen Islam und islamischen Terrorismus sind. Die westlichen Staaten wollen nicht die Redefreiheit verteidigen. Sie sind eingeschüchtert und bitten die Terroristen und Aufrührer um Vergebung.
Lasst uns diesen Banden mit der Front der progressiven Menschheit, mit unserer eigenen Front der Millionen entgegentreten. Wir sind viele und wir können diese reaktionären Kräfte zum Rückzug zwingen, wenn wir nicht schweigen und nicht nur zuschauen, sondern eine Reaktion zeigen.

Bilden wir die weltweite und vereinigte Front für Säkularismus und Verteidigung der Redefreiheit!

*Mina Ahadi - Koordinatorin des Internationalen Komitees gegen Steinigung *

*7. Februar 2006*
* *


http://www.wams.de/data/2004/10/31/353750.html

http://www.wdr.de/tv/frautv/archiv2003/f140503_3.html

http://www.stopfundamentalism.com/index.php?option=com_content&task=view&id=114&Itemid=85
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Shadaik
evolviert



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Beitrag(#415890) Verfasst am: 08.02.2006, 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

Frank hat folgendes geschrieben:
Shadaik hat folgendes geschrieben:
Insofern die Staaten (sogar einschließlich Deutschlands unter Merkel!) der EU geschlossen an der Presse- und Meinungsfreiheit festhalten sehe ich keine Notwendigkeit zu einer solchen Petition.


MAZ 07.02.2006 hat folgendes geschrieben:

Ruf nach religiöser Zensur auch in Polen

WARSCHAU Immer mehr Katholiken in Polen rufen nach einer neuen Zensur. Die Freiheit des Wortes habe ihre Grenzen, wenn religiöse Gefühle verletzt würden.

...

Der Abdruck der Karikaturen gehe über die Grenzen einer wohlverstandenen Meinungsfreiheit hinaus. Er teile die Gefühle derjenigen, die sich durch die Veröffentlichung beleidigt fühlten. Kurz darauf entschuldigte sich auch Außenminister Stefan Meller öffentlich: "Ich möchte im Namen des Außenministeriums und der Regierung der Republik Polen die Muslime um Verzeihung bitten."

...

Doch dies könnte sich nun unter der neuen Regierung ändern, deren Haussender das fundamental-katholische Radio Maryja ist. Denn auch immer mehr Katholiken in Polen halten eine religiöse Zensur für richtig. Auch namhafte Intellektuelle wie Tadeusz Mazowiecki, Polens erster nichtkommunistischer Ministerpräsident 1989, oder Adam Boniecki, der Chefredakteur der katholisch-liberalen Wochenblatts "Tygodnik Powszechny", sprechen sich für eine solche Zensur aus.

...

Radio Maryja-Hörer hingegen, die sich fast schon permanent "religiös beleidigt" fühlen, überziehen Künstler und Journalisten mit Klagen und Prozessen. Mitte Januar beschlagnahmte die polnische Polizei wieder einmal zwei Bilder in einer Galerie. Eine Fotografin, die seit Jahren Straßengraffiti in ganz Europa fotografiert, stellte auch zwei Fotos aus mit Graffitis einer Madonna mit Teufelshörnchen auf dem Kopf und einem Jesus mit Handy und dem Text: "Konsum ist das Opium der Massen". Drei Besucher der Ausstellung fühlten sich "in ihren religiösen Gefühlen" verletzt und verklagten Galerie und Fotografin. Im Müllbeutel transportierte die Polizei die inkriminierten Photos ab.

...

Polens rechtspopulistische Regierung kündigte schon an, dass demnächst Journalisten für nicht adäquate Berichterstattung bestraft werden sollen.

Das ist eine überraschende Wende in Polen, denn auch dort wurde bisher die westliche Fahne hochgehalten.

Daran, dass ich weder verstehe, warum Polen sich entschuldigt noch, was eine deutsche petition für die polnische Regierung heißt ändert das nicht viel.
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M.S.Salomon
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Beitrag(#415959) Verfasst am: 08.02.2006, 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Bischof Jaschke,
darf man über Gott lachen?


BILD-Interview mit Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (64), bei der Deutschen Bischofskonferenz für den Dialog mit anderen Religionen zuständig.

Darf man Witze über Gott machen?

Ich bin dagegen. Was einem heilig ist, darüber macht man keine Witze. Man macht ja auch keine Witze über die eigene Mutter.

Sie verstehen die Empörung also?

Ja, aber Gewalt und Aufhetzen von Menschen als Antwort sind keinesfalls tolerierbar. Wir wehren uns mit anderen Mitteln.

Was tut die Kirche, wenn Gott verspottet wird?

Wir setzen die Mittel des Rechtsstaates ein. Proteste, Demonstrationen, bei schweren Beleidigungen durchaus auch eine Klage.

Wären Karikaturen von Jesus bei uns verboten?

Nein. Das Alte Testament verbot Bilder zwar noch. Mit Jesus bekam Gott im Neuen Testament aber ein menschliches Gesicht, er darf also gezeigt werden.

Sind Christen toleranter als Moslems?

Wir haben auch lange gebraucht, die freie Gesellschaft anzunehmen – mit ihrer offenen Kritik und ihrer künstlerischen Freiheit.

Was sagt die Bibel?

Sie fordert uns zu Ehrfurcht auf. Das 2. Gebot sagt, daß Gottes Name geheiligt werden soll und nicht entehrt werden darf.



Ich wette, dass schon bald Gesetzesinitiativen zur Verschärfung von §166 StGB gestartet werden. Und selbst wenn es nicht dazu kommen sollte, reicht die Verunsicherung in den Medien schon aus. Das Problem, dass wir in unserer Beschwerde an die Rundfunkräte geschildert hatten, nämlich dass konsequent religionskritische Stimmen in den öffentlichen Medien kaum zu Wort kommen, wird noch gravierender werden. Die Gefahren, die daraus für das Projekt der offenen Gesellschaft entstehen, sind nicht zu unterschätzen...
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M.S.Salomon
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Beitrag(#415961) Verfasst am: 08.02.2006, 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hier eine kritische Replik auf die Petition von Dr. Alexander Bahar, Initiator von "Globale Gleichheit"/History Press:

Zitat:
Die in dem Offenen Brief/Petition der Giordano Bruno Stiftung enthaltenen Forderungen zur Religions- und Meinungsfreiheit sind allesamt gut und richtig. Dennoch erscheint mir die Petition als verfehlt, da sie zum einen keinen eindeutig erkennbaren Adressaten hat, andererseits, was noch viel entscheidender ist, die politische Weltlage, vor deren Hintergrund die wütenden Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen gesehen werden müssen, völlig außer Acht lässt. In diesen Protesten, auch wenn sie von professionellen Demagogen in eine erzfundamentalistische und reaktionäre Bahn gelenkt werden, entlädt sich der ohnmächtige und sicher auch dumpfe Zorn der unterpriviligierten arabischen, iranischen etc. Massen gegen einen als monolithischen Block empfundenen Westen. In Wahrheit geht es doch gar nicht wirklich um die Karikaturen. Diese waren doch nur der Funke, der das Pulverfass zur Explosion brachte. Die Karikaturen stehen für viele Muslime symbolisch - auch wenn das irrationaler Quatsch ist - für das Übermaß an Demütigungen, das die "islamische" Welt in den letzten Jahren über sich ergehen lassen musste, wobei den verbrecherischen Kriegen und der fortgesetzten Besetzung des Irak, Afghanistans und Palästinas sowie dem Schulterschluss der USA und ihrer Vasallenimperien gegenüber dem Iran und der daraus resultierenden aktuellen Kriegsgefahr eine überragende Bedeutung zukommt. All dies blendet die Petition/der Offene Brief fast vollständig aus, verweist stattdessen nur formelhaft auf "ökonomische und soziale Misstände in der Welt". Geradezu naiv und illusionär ist vor dem Hintergrund des systematisch und mit gezielten Lügen vorbereiteten Überfalls auf den Irak und der sich aktuell vor unser aller Augen und Ohren anbahnenden Fortsetzung der Kriegsverbrechen im Falle des Iran die Forderung, die westliche Politik solle "sich bemühen, diese Missstände zu beheben, statt die Prinzipien der Aufklärung auf dem Altar einer kurzsichtigen Diplomatie zu opfern". Der Westen hat die Prinzipien der Aufklärung schon längst in hohem Bogen über Bord geworfen, nicht zuletzt, indem er den islamischen Fundamentalismus systematisch gezüchtet und - in Afghanistan, Bosnien, im Kosovo - zur Zerschlagung des Restbestands an Aufklärung und sozialen Errungenschaften instrumentalisiert hatte, die von den hehren Idealen der Oktoberrevolution Lenins und Trotzkis übriggeblieben waren. Wer nicht sagt, wie der "Westen" - an vorderster Stelle die Regierungen der USA und ihrer mehr oder weniger willigen europäischen Bündnispartner inkl. die UNO - die Zerstörung der Prinzipien der Aufklärung selbst betrieben hat und weiter betreibt und in welchem Maß seine Politik gegenüber der arabischen und muslimischen Welt - auch durch die vorbehaltlose Unterstützung der Besatzungspolitik des Atomstaates Israel in Palästina - den islamischen Fundamentalismus erst befördert hat, der spricht nur die halbe Wahrheit aus und schießt deshalb auch mit der in jeder Hinsicht berechtigten Forderung nach Freiheit der Kritik ins Leere. "Freiheit der Kritik" müsste an dieser Stelle auch für all jene eingefordert werden, die wegen ihres physischen oder verbalen Widerstands gegen das US-Imperium in amerikanischen (und israelischen) Lagern rund um den Globus verschmachten – rechtlos und in der Regel selbst von den Staaten im Stich gelassen, deren Bürger sie sind. Wer diese Seite des Problems ausblendet, der läuft Gefahr, dass er mit einer derart reduzierten Forderung nach Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit mit dazu beiträgt, auf die kommende militärische Auseinandersetzung einzustimmen.
Dr. Alexander Bahar, Heilbronn


Meine kritische Anmerkung hierzu: Wir haben die ökonomischen und sozialen Missstände, die zum Erstarken des Fundamentalismus geführt haben, nicht ausgeblendet, allerdings hätte eine tiefer gehende Analyse dieser Missstände den Rahmen eines Petitionstextes gesprengt. Um wenigstens halbwegs anzudeuten, in welchem Zusammenhang wir den gegenwärtigen Skandal sehen, setzten wir den Verweis auf das "Manifest des evolutionären Humanismus". Dort wird zumindest ansatzweise skizziert, was man unter Humanismus und Aufklärung verstehen kann - und warum so viele Menschen rund um den Globus aufgrund der real existierenden Lebensbedingungen gar keine Chance haben, diese Werte als Leitbild für ihr eigenes Leben zu akzeptieren, vgl. u.a. das folgende Zitat:

Zitat:
Die Menschen werden kaum auf Dauer ein gesellschaftliches „Monopoly-Spiel“ akzeptieren, bei dem von vornherein festgelegt ist, dass die lukrativsten Straßen und Hotels bereits an eine kleine Oberschicht vergeben sind. Im Moment reagieren sie auf diese unfairen Spielregeln noch vornehmlich mit Resignation (also einer reduzierten wirtschaftlichen Eigenmotivation, was schon jetzt mit negativen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden ist). Sollten sich die Missverhältnisse jedoch weiterhin verschärfen, was bei Beibehaltung der gegenwärtigen Spielregeln bei jeder neuen Spielrunde unweigerlich der Fall sein wird (!), so wird sich diese Resignation vermutlich zunehmend in Aggression verwandeln.
Auf längere Sicht ist zu erwarten, dass mehr und mehr Menschen mit allem Nachdruck neue gesellschaftliche Spielregeln einklagen werden, allerdings ist zu befürchten, dass diese Spielregeln keine humanistisch-aufklärerischen, sondern vielmehr fundamentalistische sein werden. Wie u. a. empirische Studien zum katholischen Fundamentalismus in Frankreich gezeigt haben, erhält der Fundamentalismus besonderen Zulauf gerade aus solchen sozialen Schichten, die „vom ökonomischen und sozialen Wandel bedroht sind und denen die Instabilität der religiösen Formen zum Symbol ihrer beängstigenden sozialen Unsicherheit wird“.
Auch der momentane Boom fundamentalistischer Strömungen im Islam hat hier seine Wurzeln. Er bietet vielen die einzig denk- und lebbare Alternative zu jener sog. „freiheitlichen Weltordnung“, in der offensichtlich die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden und in der ein selbsternannter „Weltpolizist“ namens USA eigenmächtig, aber ungestraft, internationales Recht brechen kann. Von Menschen, die keinen Zugang zu vernünftigen Sozial- und Bildungssystemen haben, die unter solch kümmerlichen Bedingungen leben, dass am Ende die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder Volksgruppe das Einzige bleibt, worauf sie in ihrem Leben stolz sein können, kann man kaum etwas anderes erwarten.

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Beitrag(#415962) Verfasst am: 08.02.2006, 14:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Bischof Jaschke,
darf man über Gott lachen?
[...]

BILD-Interview mit Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (64), bei der Deutschen Bischofskonferenz für den Dialog mit anderen Religionen zuständig.

Darf man Witze über Gott machen?

Ich bin dagegen. Was einem heilig ist, darüber macht man keine Witze. Man macht ja auch keine Witze über die eigene Mutter.
[...]

Ja, gut. Das ist Quatsch. Zunächst mal müsste Jaschke sagen, wogegen er genau ist. Daß man Witze über Gott macht? Das ist seine private Meinung, über die man nicht diskutieren muss. Oder ist er dagegen, daß man Witze über Gott machen darf? Das ist nicht mehr seine private Meinung. Gegen solche Bestrebungen müsste man sich wehren. Göttin selber lacht doch die ganze Zeit über uns. Ist es aber von Vorteil, höflich und respektvoll miteinander umzugehen? Ja, sicher.
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Effô Tisetti
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Beitrag(#415963) Verfasst am: 08.02.2006, 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Habe erst gestern wieder ein Diskussionsrunde (auf Phoenix, glaub ich) gesehen, in der quasi als ein Ausdruck der freien, zivilisierten und aufgeklärten Welt positiv erwähnt wurde, dass man sich in Deutschland nicht zu einem randalierenden Mob zusammentun müsse, wenn man die eigenen "religiösen Gefühle" verletzt sieht, sondern den "Rechtsweg" beschreiten könne - wobei man explizit auf §166 abhob. Dass indes bereits die Existenz des genannten Paragraphen KEIN Ausdruck einer freien, zivilisierten und aufgeklärten Gesellschaft sein kann, wurde gar nicht erst thematisiert. Böse
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Mojud
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Beitrag(#415968) Verfasst am: 08.02.2006, 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Auch hier wird über die Resolution diskutiert : http://www.mykath.de/index.php?showtopic=13227

Eigentlich beschämend für IBKA und GBS, dass die Diskussion dort nicht nur mehr Interesse und Teilnehmer hat, sondern auch mehr Niveau.
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