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Beeinflusst die Sprache unser Denken?
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vrolijke
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Beitrag(#1951279) Verfasst am: 18.09.2014, 22:28    Titel: Beeinflusst die Sprache unser Denken? Antworten mit Zitat

achim01 hat folgendes geschrieben:


Was du so alles in einen Topf wirfst, geht auf keine Kuhhaut mehr.
Du begreifst unsere Zeit nicht mehr und lebst immer noch in den alten Mustern und versuchst damit unsere Zeit zu erklären.



Die Denkmuster der Menschen bleiben über Jahrtausende immer gleich.
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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Tarvoc
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Beitrag(#1951281) Verfasst am: 18.09.2014, 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Die Denkmuster der Menschen bleiben über Jahrtausende immer gleich.

Sprichst du zufällig Altgriechisch? Oder Sanskrit? Oder auch nur Latein? Oder eine andere antike Sprache?
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vrolijke
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Beitrag(#1951285) Verfasst am: 18.09.2014, 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Die Denkmuster der Menschen bleiben über Jahrtausende immer gleich.

Sprichst du zufällig Altgriechisch? Oder Sanskrit? Oder auch nur Latein? Oder eine andere antike Sprache?


Hat Sprache was zu tun, mit was Du denkst?
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
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Beitrag(#1951291) Verfasst am: 18.09.2014, 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Die Denkmuster der Menschen bleiben über Jahrtausende immer gleich.

Sprichst du zufällig Altgriechisch? Oder Sanskrit? Oder auch nur Latein? Oder eine andere antike Sprache?

Hat Sprache was zu tun, mit was Du denkst?

Ja, ganz entschieden. Das ist sowohl in der Sprachforschung als auch in der Psychologie eigentlich weitestgehend unumstritten. Unsere Sprache und ihre Strukturen sind sowohl Ausdruck unserer jeweiligen Art zu denken als auch wirken sie wieder auf diese zurück. Die Frage ist im Grunde nur, wie tief diese Beziehungen gehen und wie sie genau aussehen, aber nicht, dass sie bestehen. Man muss kein harter Anhänger der Sapir-Whorf-Hypothese sein, um diese Erkenntnis anzuerkennen. Ich bin z.B. keiner.

Wenn du antike Sprachen sprechen könntest, würdest du das auch merken. Eigentlich kann man es schon merken, wenn man eine andere moderne Sprache außer der eigenen wirklich flüssig beherrscht.
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vrolijke
Bekennender Pantheist
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 33371
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Beitrag(#1951304) Verfasst am: 18.09.2014, 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Die Denkmuster der Menschen bleiben über Jahrtausende immer gleich.

Sprichst du zufällig Altgriechisch? Oder Sanskrit? Oder auch nur Latein? Oder eine andere antike Sprache?

Hat Sprache was zu tun, mit was Du denkst?

Ja, ganz entschieden. Das ist sowohl in der Sprachforschung als auch in der Psychologie eigentlich weitestgehend unumstritten. Unsere Sprache und ihre Strukturen sind sowohl Ausdruck unserer jeweiligen Art zu denken als auch wirken sie wieder auf diese zurück. Die Frage ist im Grunde nur, wie tief diese Beziehungen gehen und wie sie genau aussehen, aber nicht, dass sie bestehen. Man muss kein harter Anhänger der Sapir-Whorf-Hypothese sein, um diese Erkenntnis anzuerkennen. Ich bin z.B. keiner.

Wenn du antike Sprachen sprechen könntest, würdest du das auch merken. Eigentlich kann man es schon merken, wenn man eine andere moderne Sprache außer der eigenen wirklich flüssig beherrscht.


Ich bilde mir ein, dass ich ziemlich gut zweisprachig bin.
Mir ist noch nie aufgefallen, dass ich auf Niederländisch anders denke, als auf Deutsch.

Ich weiß lediglich, wenn man mal den Boccaccio durchlest, dass man den größten teil der darin beschriebene zwischenmenschliche Reaktionen nachvolziehen kann.
Auch Lob der Torheit (Erasmus) ist ziemlich alt, aber gillt jetzt noch genauso.
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 34007
Wohnort: Bonn

Beitrag(#1951306) Verfasst am: 18.09.2014, 23:07    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich bilde mir ein, dass ich ziemlich gut zweisprachig bin. Mir ist noch nie aufgefallen, dass ich auf Niederländisch anders denke, als auf Deutsch.

Naja, bei so nahe verwandten Sprachen merkt man die Unterschiede vermutlich eher in Details (würde ich denken, ich kann kein Niederländisch). Beim Englischen merke ich aber schon oft genug Unterschiede in der Art zu denken.

Es hat aber z.B. schon einen sehr viel deutlicheren Einfluss auf das Denken, ob eine Sprache ein Medium kennt oder nur Aktiv und Passiv. Oder wieviele Casus sie unterscheidet.
Natürlich wird die fremde Sprache dadurch nicht völlig un-nachvollziehbar. Selbst mit den Homerschen Dichtungen können wir heute noch was anfangen.
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22764

Beitrag(#1951338) Verfasst am: 19.09.2014, 06:36    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich bilde mir ein, dass ich ziemlich gut zweisprachig bin. Mir ist noch nie aufgefallen, dass ich auf Niederländisch anders denke, als auf Deutsch.

Naja, bei so nahe verwandten Sprachen merkt man die Unterschiede vermutlich eher in Details (würde ich denken, ich kann kein Niederländisch). Beim Englischen merke ich aber schon oft genug Unterschiede in der Art zu denken.

Es hat aber z.B. schon einen sehr viel deutlicheren Einfluss auf das Denken, ob eine Sprache ein Medium kennt oder nur Aktiv und Passiv. Oder wieviele Casus sie unterscheidet.
Natürlich wird die fremde Sprache dadurch nicht völlig un-nachvollziehbar. Selbst mit den Homerschen Dichtungen können wir heute noch was anfangen.


Interessanter Diskussionszweig. Ich bilde mir ein, daß man wirklich in einer veränderten Welt denkt und spricht, wenn die Alltagskommunikation längerfristig in die andere Sprache wechselt. Vielleicht umsomehr, wenn die Sprache mit unterschiedlichen Lebensabschnitten gewechselt wurde.
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funkeimdunkeln
Bösmensch



Anmeldungsdatum: 12.05.2014
Beiträge: 878

Beitrag(#1951456) Verfasst am: 19.09.2014, 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Auf Anregung von Beefy möchte ich meine Frage aus einem anderen Thread in diesem Thread stellen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie da so viel besser hin passt.

funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Ich will weder die Diskussion vulgarisieren und die Teilnehmer verdummen noch habe ich nicht genug darüber nachgedacht. Ich möchte ein Beispiel für eine Aussage liefern, wo es fraglich ist, ob sie diskriminierend ist.

Das ist bei dieser spezifischen Aussage aber eben gar nicht die entscheidende Frage. Dass eine als Beispiel für etwas anderes angeführte Aussage anders zu bewerten ist als eine Aussage, die man selbst vertritt, ist ohnehin klar.


Meines Erachtens ist es sehr wohl die entscheidende Frage.

Nochmal: Ich möchte wissen, warum negative gruppenspezifische Aussagen Diskriminierungen darstellen. Nach der Definition von Wikipedia bedeutet Diskriminierung eine Herabwürdigung oder eine Benachteiligung einer bestimmten Personengruppe. Diese Definition wurde vom Defätisten zitiert. Darüber hinaus war Defätist der Meinung, dass daraus folgt, dass negative gruppenspezifische Aussagen bezüglich Psyche und Gewaltbereitschaft diskriminierend seien. Dem stimme ich nicht zu.

Als Beispiel für diese Aussage habe ich die Aussage genannt "Nazis sind gewaltbereite Hohlköpfe". In diesem Kontext ist für mich nicht die entscheidende Frage, ob diese Aussage richtig ist, sondern, ob das eine Diskriminierung ist. Wenn du möchtest, kannst du auch eine andere Aussage nehmen wie zum Beispiel "Scientology verwendet psychologische Gewalt". Auch das ist eine negative Gruppenspezifische Aussage bezüglich der Gewaltbereitschaft.

Meine Frage ist ganz einfach:

Ist das Diskriminierung?

Wenn du diese Frage nicht für entscheidend hältst, ist das deine Angelegenheit. Dann hör bitte auf andere Leute mit deiner persönlichen Prioritätensetzung zu belästigen. Ich finde die Frage interessant und spannend und würde sie hier gerne mit anderen Leuten diskutieren, die sie ebenfalls spannend und interessant finden. Nicht mehr und nicht weniger.

Mfg,
Mirko
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vrolijke
Bekennender Pantheist
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 33371
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#1951459) Verfasst am: 19.09.2014, 16:43    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich bilde mir ein, dass ich ziemlich gut zweisprachig bin. Mir ist noch nie aufgefallen, dass ich auf Niederländisch anders denke, als auf Deutsch.

Naja, bei so nahe verwandten Sprachen merkt man die Unterschiede vermutlich eher in Details (würde ich denken, ich kann kein Niederländisch). Beim Englischen merke ich aber schon oft genug Unterschiede in der Art zu denken.

Es hat aber z.B. schon einen sehr viel deutlicheren Einfluss auf das Denken, ob eine Sprache ein Medium kennt oder nur Aktiv und Passiv. Oder wieviele Casus sie unterscheidet.
Natürlich wird die fremde Sprache dadurch nicht völlig un-nachvollziehbar. Selbst mit den Homerschen Dichtungen können wir heute noch was anfangen.


Interessanter Diskussionszweig. Ich bilde mir ein, daß man wirklich in einer veränderten Welt denkt und spricht, wenn die Alltagskommunikation längerfristig in die andere Sprache wechselt. Vielleicht umsomehr, wenn die Sprache mit unterschiedlichen Lebensabschnitten gewechselt wurde.


Ich bezweifle, dass es nur an der Sprache liegt.

Eine Beobachtung, die ich bei meine Kollegen festgestellt habe:

Ständig hin und her reisende Kollegen, die in diverse Ortschaften arbeiteten.
In der Regel fuhren die meisten einmal wöchentlich nach Hause.
Man kannte sich.

Als wir in der Nähe von ein, oder mehrere Kollegen eine Baustelle hatten, und sie jeden Tag heimfuhren, veränderten die sich gravierend.
Schwierig zu beschreiben. (Wie beschreibt man jemands Persönlichkeit?)
Übertrieben dargestellt, wurden aus "vagabundierende Bohemiens", spießige Kleinbürger.
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Tarvoc
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Beitrag(#1951464) Verfasst am: 19.09.2014, 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bezweifle auch, dass es nur an der Sprache liegt. Das war aber ja auch nicht die Behauptung...

Das Beispiel mit der Baustelle verstehe ich nicht.
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Naastika
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Beitrag(#1951467) Verfasst am: 19.09.2014, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich bilde mir ein, dass ich ziemlich gut zweisprachig bin. Mir ist noch nie aufgefallen, dass ich auf Niederländisch anders denke, als auf Deutsch.

Naja, bei so nahe verwandten Sprachen merkt man die Unterschiede vermutlich eher in Details (würde ich denken, ich kann kein Niederländisch). Beim Englischen merke ich aber schon oft genug Unterschiede in der Art zu denken.

Es hat aber z.B. schon einen sehr viel deutlicheren Einfluss auf das Denken, ob eine Sprache ein Medium kennt oder nur Aktiv und Passiv. Oder wieviele Casus sie unterscheidet.
Natürlich wird die fremde Sprache dadurch nicht völlig un-nachvollziehbar. Selbst mit den Homerschen Dichtungen können wir heute noch was anfangen.



Ich spreche fliessend zwei völlig unterschiedliche Sprachen: Polnisch und Deutsch, edit: die ich jeden Tag auch ständig nutze.
Polnische Grammatik ist vielfältiger als deutsche, sie kennt Aussageformen, die ich auf Deutsch kaum wiedegeben kann. Auf Polnisch kann mit einem Wort mehr Inhalt transportiert werden, als deutsch mittels eines Satzes aus drei Wörtern.

Trotzdem habe ich nicht den Eindruck, in beiden Sprachen unterschiedlich zu denken.

edit: rsch. lol
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Hatiora
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Beitrag(#1951477) Verfasst am: 19.09.2014, 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

Naastika hat folgendes geschrieben:

..Trotzdem habe ich nicht den Eindruck, in beiden Sprachen unterschiedlich zu denken.

edit: rsch. lol

Ich glaube, in der Theorie sollte man eher einen Unterschied sehen, wenn man Leute miteinander vergleicht, die jeweils nur eine Sprache sprechen.

Durch das Lernen einer anderen Sprache wird ja auch das Hirn trainiert, sich in die neue Grammatik reinzudenken.

Ich halte es für schwierig bis unmöglich, unterschiedliche Arten zu denken gewissermaßen "innerhalb einer Persönlichkeit" gut voneinander abtrennen zu können.
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"Daß alles immer schlimmer wird, versteht sich auch im neuen Jahr von selbst und hat noch immer nichts mit Verschwörung zu tun, sondern mit allen, die ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verrichten." Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück.
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Naastika
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Beitrag(#1951485) Verfasst am: 19.09.2014, 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hatiora hat folgendes geschrieben:
Naastika hat folgendes geschrieben:

..Trotzdem habe ich nicht den Eindruck, in beiden Sprachen unterschiedlich zu denken.

edit: rsch. lol

Ich glaube, in der Theorie sollte man eher einen Unterschied sehen, wenn man Leute miteinander vergleicht, die jeweils nur eine Sprache sprechen.

Durch das Lernen einer anderen Sprache wird ja auch das Hirn trainiert, sich in die neue Grammatik reinzudenken.

Ich halte es für schwierig bis unmöglich, unterschiedliche Arten zu denken gewissermaßen "innerhalb einer Persönlichkeit" gut voneinander abtrennen zu können.



Zudem die Theorie auf unzutreffenden Prämissen zu basieren scheint:
"Kritik:Die Sapir-Whorf-Hypothese geht ursprünglich zurück auf Forschungen über die Hopi-Sprache, die Benjamin Lee Whorf durchführte. Dabei entdeckte er, dass die Hopi-Sprache keine Wörter, grammatischen Formen, Konstruktionen oder Ausdrücke enthält, die sich direkt auf das, was wir Zeit nennen oder auf Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft beziehen.[21] Whorfs vermeintliche Feldforschungen basierten jedoch nur auf sekundären Quellen. So bezog er all seine Informationen über die Hopi-Sprache von einem einzigen Hopi-Bewanderten aus New York, eine empirische Überprüfung seiner Annahmen bei Muttersprachlern vor Ort erfolgte nicht.[22] 1983 konnte der Linguist Ekkehart Malotki nachweisen, dass die Hopi über komplexe Möglichkeiten, Zeitformen auszudrücken, verfügen.[23] Damit war eine der zentralen Motivationen für den Aufbau der Sapir-Whorf-Hypothese hinfällig." (Wikipedia)
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vrolijke
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Beitrag(#1951502) Verfasst am: 19.09.2014, 18:14    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich bezweifle auch, dass es nur an der Sprache liegt. Das war aber ja auch nicht die Behauptung...

Das Beispiel mit der Baustelle verstehe ich nicht.


Was verstehst Du daran nicht?

Wenn sie wöchentlich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen A
Wenn sie täglich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen B
Auf jeden Fall anders.
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Beitrag(#1951508) Verfasst am: 19.09.2014, 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich bezweifle auch, dass es nur an der Sprache liegt. Das war aber ja auch nicht die Behauptung...

Das Beispiel mit der Baustelle verstehe ich nicht.


Was verstehst Du daran nicht?

Wenn sie wöchentlich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen A
Wenn sie täglich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen B
Auf jeden Fall anders.



Ich denke auch, dass eher die Umgebung selbst und Kontakt mit den in anderer Umgebung befindlichen Menschen das Verhalten einer Person beinflusst. Welchen Sprache dort benutzt wird, ist zweitrangig.
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Beitrag(#1951512) Verfasst am: 19.09.2014, 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Naastika hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich bezweifle auch, dass es nur an der Sprache liegt. Das war aber ja auch nicht die Behauptung...

Das Beispiel mit der Baustelle verstehe ich nicht.


Was verstehst Du daran nicht?

Wenn sie wöchentlich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen A
Wenn sie täglich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen B
Auf jeden Fall anders.



Ich denke auch, dass eher die Umgebung selbst und Kontakt mit den in anderer Umgebung befindlichen Menschen das Verhalten einer Person beinflusst. Welchen Sprache dort benutzt wird, ist zweitrangig.

Wobei es in eine angelernte Sprache einfacher ist, sich selbst zu sein. Klingt widersprüchlich, ist es aber nicht.
Ich fühlte mich unverletzlicher, wenn ich Deutsch redete. Konnte mich "emotionsfreier" äußern.
Mitlerweile nicht mehr. Nun ist es gleich, ob ich Niederländisch rede, oder Deutsch.
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Beitrag(#1951513) Verfasst am: 19.09.2014, 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Naastika hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich bezweifle auch, dass es nur an der Sprache liegt. Das war aber ja auch nicht die Behauptung...

Das Beispiel mit der Baustelle verstehe ich nicht.


Was verstehst Du daran nicht?

Wenn sie wöchentlich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen A
Wenn sie täglich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen B
Auf jeden Fall anders.



Ich denke auch, dass eher die Umgebung selbst und Kontakt mit den in anderer Umgebung befindlichen Menschen das Verhalten einer Person beinflusst. Welchen Sprache dort benutzt wird, ist zweitrangig.

Wobei es in eine angelernte Sprache einfacher ist, sich selbst zu sein. Klingt widersprüchlich, ist es aber nicht.
Ich fühlte mich unverletzlicher, wenn ich Deutsch redete. Konnte mich "emotionsfreier" äußern.
Mitlerweile nicht mehr. Nun ist es gleich, ob ich Niederländisch rede, oder Deutsch.


Interessant. Sprachen werden je nach emotionell besetzten Kontext genutzt.
Polnsich ist zB. für mich die emotionell besetzte Sprache. Ich spreche mt den Kindern eigentlich nie Deutsch, wenn ich sie z.B. ins Bett bringe,
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Beitrag(#1951518) Verfasst am: 19.09.2014, 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Naastika hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Naastika hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich bezweifle auch, dass es nur an der Sprache liegt. Das war aber ja auch nicht die Behauptung...

Das Beispiel mit der Baustelle verstehe ich nicht.


Was verstehst Du daran nicht?

Wenn sie wöchentlich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen A
Wenn sie täglich Kontakt mit ihr Heim hatten, hatten sie Benehmen B
Auf jeden Fall anders.



Ich denke auch, dass eher die Umgebung selbst und Kontakt mit den in anderer Umgebung befindlichen Menschen das Verhalten einer Person beinflusst. Welchen Sprache dort benutzt wird, ist zweitrangig.

Wobei es in eine angelernte Sprache einfacher ist, sich selbst zu sein. Klingt widersprüchlich, ist es aber nicht.
Ich fühlte mich unverletzlicher, wenn ich Deutsch redete. Konnte mich "emotionsfreier" äußern.
Mitlerweile nicht mehr. Nun ist es gleich, ob ich Niederländisch rede, oder Deutsch.


Interessant. Sprachen werden je nach emotionell besetzten Kontext genutzt.
Polnsich ist zB. für mich die emotionell besetzte Sprache. Ich spreche mt den Kindern eigentlich nie Deutsch, wenn ich sie z.B. ins Bett bringe,


Es ist auch nicht einfach, mit jemand in eine andere Sprache zu sprechen, als wie man es "schon immer gemacht hat".
Mit meine Schwester spreche ich mitlerweile Deutsch. Weil wir beide deutschsprachige Partner haben. Anfänglich haben wir nur Deutsch miteinander gesprochen, wenn einer von den dabei war. Mittlerweile sprechen wir immer Deutsch miteinander.
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Beitrag(#1951531) Verfasst am: 19.09.2014, 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wobei es in eine angelernte Sprache einfacher ist, sich selbst zu sein. Klingt widersprüchlich, ist es aber nicht.

Interessant. Das passt dazu, dass ich nicht selten beim Philosophieren automatisch ins Englische verfalle.

Überhaupt wird die englische Sprache, was die philosophische Tiefe angeht, m.E. oft unterschätzt, gerade von Deutschen. Die notorischsten Beispiele dafür sind Nietzsche und Heidegger.
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Beitrag(#1951537) Verfasst am: 19.09.2014, 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wobei es in eine angelernte Sprache einfacher ist, sich selbst zu sein. Klingt widersprüchlich, ist es aber nicht.

Interessant. Das passt dazu, dass ich nicht selten beim Philosophieren automatisch ins Englische verfalle.

Überhaupt wird die englische Sprache, was die philosophische Tiefe angeht, m.E. oft unterschätzt, gerade von Deutschen. Die notorischsten Beispiele dafür sind Nietzsche und Heidegger.

Das passt doch dazu, dass man in eine "nicht-Muttersprache" "unemotionaler" denken kann.
Sollte man nur noch dahinter kommen, wieso das so ist.
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Shadaik
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Beitrag(#1951552) Verfasst am: 19.09.2014, 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

Naastika hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich bilde mir ein, dass ich ziemlich gut zweisprachig bin. Mir ist noch nie aufgefallen, dass ich auf Niederländisch anders denke, als auf Deutsch.

Naja, bei so nahe verwandten Sprachen merkt man die Unterschiede vermutlich eher in Details (würde ich denken, ich kann kein Niederländisch). Beim Englischen merke ich aber schon oft genug Unterschiede in der Art zu denken.

Es hat aber z.B. schon einen sehr viel deutlicheren Einfluss auf das Denken, ob eine Sprache ein Medium kennt oder nur Aktiv und Passiv. Oder wieviele Casus sie unterscheidet.
Natürlich wird die fremde Sprache dadurch nicht völlig un-nachvollziehbar. Selbst mit den Homerschen Dichtungen können wir heute noch was anfangen.



Ich spreche fliessend zwei völlig unterschiedliche Sprachen: Polnisch und Deutsch, edit: die ich jeden Tag auch ständig nutze.
Polnische Grammatik ist vielfältiger als deutsche, sie kennt Aussageformen, die ich auf Deutsch kaum wiedegeben kann. Auf Polnisch kann mit einem Wort mehr Inhalt transportiert werden, als deutsch mittels eines Satzes aus drei Wörtern.

Trotzdem habe ich nicht den Eindruck, in beiden Sprachen unterschiedlich zu denken.

edit: rsch. lol
Ich kann nicht für polnisch sprechen (ist eines der beiden Fremdsprache oder sprichst du beides als Muttersprachen? Das macht einen gewaltigen Unterschied), aber bei Russisch sind die Unterschiede teilweise mE sehr deutlich. Das fängt bei solchen Subtilitäten an wie den zwei Wörtern für "und", die dem Russischen hier ganz andere Ausdrucksmöglichkeiten geben.

Beim Schreiben ist das für mich eine sehr deutliche Sache, wenn ich versuche, eigene Texte zu übersetzen: Ich muss, um die selbe Sache in zwei Sprachen auszudrücken, jeweils völlig unterschiedlich denken und formulieren. Und das sind Deutsch und Englisch, zwei relativ nahe verwandte Sprachen.
Ich neige auch dazu, je nach Thema die Sprache zu wechseln jeweils in jene, von der ich das Gefühl habe, dass sie das Thema besser wiedergeben kann. Das gilt übrigens nicht nur für Deutsch und Englisch, das kann auch schon mal rheinisches Platt sein, eine Sprache, die nach ihrer Denkweise benannt ist (platt von platt eruut = direkt, grade heraus).
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Fische schwimmen nur in zwei Situationen mit dem Strom: Auf der Flucht und im Tode
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Beitrag(#2059163) Verfasst am: 15.06.2016, 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schreibs mal hier. Vielleicht kommt noch mehr Sprachkurioses.

Heute kam ich durch googlesuche nach einer Sprache, auf einige Gedanken.

Ich schreibe das zu suchende Wort in den Übersetzer unter "Sprache erkennen", und klicke für die Übersetzung.
Da kam bei "zabranjen" als Sprache "Bosnisch" und als Übersetzung "verboten".
Wenn man bei der Spracheingabe Kroatisch oder Serbisch eingibt, kommt ebenfalls "verboten" als Übersetzung.

Früher hieß die Sprache mal "serbo-kroatisch". Es reicht wohl die Trennung in Länder nicht. Nun wollen sie sich auch sprachlich absetzen.

Vergebens sucht man in den Übersetzer Flämisch, Walonisch, Amerikanisch oder Australisch.
Dabei gibt es sowohl auf Niederländisch, Französisch oder English in den jeweilige Länder abweichende Wörter.

Ich dachte google möchte a-politisch sein.

Vielleicht kann mir jemand aufklären, dass da doch gravierendere Unterschiede gibt zwischen Serbisch und Kroatisch, als zwischen z.B. brittisch Englisch und Amerikanisch.

Kleines Witzle am Rande. Ich habe in den Übersetzer "nonante" (90 in Belgisch und Schweizerisch Französich) eingegeben. Ich wollt mal wissen, was er damit macht.
Da schreibt er glatt "ninety". Lachen
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Effô Tisetti
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Beitrag(#2059230) Verfasst am: 16.06.2016, 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Lustig finde ich immer den manchmal in Büchern us-amerikanischer Autoren zu findenden Hinweis, wo dann steht "Übesetzt aus dem Amerikanischen". Frage mich immer, was das für eine Sprache sein soll. Englisch ja wohl nicht... "Übersetzt aus dem Österreichischen" habe ich aber seltsamerweise noch nie gesehen. Mit den Augen rollen
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Alchemist
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Beitrag(#2059233) Verfasst am: 16.06.2016, 11:39    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:

Vielleicht kann mir jemand aufklären, dass da doch gravierendere Unterschiede gibt zwischen Serbisch und Kroatisch, als zwischen z.B. brittisch Englisch und Amerikanisch.


Nun ja, der offensichtlichste Unterschied ist doch, dass das eine kyrillisch geschrieben wir, das andere nicht.

In Kroatien hat sich in den letzten Jahren auch die Sprache verändert, soweit ich weiß durch diverse Reformen.
Wie groß die Unterschiede mittlerweile sind, kann ich leider nicht sagen.

Ich kann mir aber vorstellen, dass die nationalistischen Deppen dort, selbst bei exakt gleicher Sprache, diese auch anders benennen würden
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vrolijke
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Beitrag(#2059234) Verfasst am: 16.06.2016, 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Vielleicht kann mir jemand aufklären, dass da doch gravierendere Unterschiede gibt zwischen Serbisch und Kroatisch, als zwischen z.B. brittisch Englisch und Amerikanisch.


Nun ja, der offensichtlichste Unterschied ist doch, dass das eine kyrillisch geschrieben wir, das andere nicht.
Das war mir bekannt. Wie ist das mit "Bosnisch"?

Alchemist hat folgendes geschrieben:
In Kroatien hat sich in den letzten Jahren auch die Sprache verändert, soweit ich weiß durch diverse Reformen.
Wie groß die Unterschiede mittlerweile sind, kann ich leider nicht sagen.

Ich kann mir aber vorstellen, dass die nationalistischen Deppen dort, selbst bei exakt gleicher Sprache, diese auch anders benennen würden

Das Gefühl habe ich auch. Aber dass google das mitmacht hatte ich nicht gedacht.
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Ahriman
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Beitrag(#2059249) Verfasst am: 16.06.2016, 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Lustig finde ich immer den manchmal in Büchern us-amerikanischer Autoren zu findenden Hinweis, wo dann steht "Übesetzt aus dem Amerikanischen". Frage mich immer, was das für eine Sprache sein soll. Englisch ja wohl nicht... "Übersetzt aus dem Österreichischen" habe ich aber seltsamerweise noch nie gesehen. Mit den Augen rollen

Die Briten sind der Meinung, das die Amerikaner eine völlig andere Sprache sprechen. Ein Witz behauptet, daß man in England die amerikanischen Filme mit Untertiteln versieht. Briten werden in den USA vermutlich immer sofort an ihrer Sprache erkannt.
Bedenke aber, daß z.B. Bayerisch eine eigene Sprache mit eigener Grammatik ist. Selbst "bayerisches Hochdeutsch" unterscheidet sich gewaltig vom amtlichen Hochdeutsch. Und obwohl mein Vater in Flensburg geboren wurde: Ich verstehe nur Bahnhof, wenn jemand Plattdeutsch spricht.
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Alchemist
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Beitrag(#2059291) Verfasst am: 16.06.2016, 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Vielleicht kann mir jemand aufklären, dass da doch gravierendere Unterschiede gibt zwischen Serbisch und Kroatisch, als zwischen z.B. brittisch Englisch und Amerikanisch.


Nun ja, der offensichtlichste Unterschied ist doch, dass das eine kyrillisch geschrieben wir, das andere nicht.
Das war mir bekannt. Wie ist das mit "Bosnisch"?


? Du schriebst doch oben Serbisch.
Bosnisch ist ebenfalls ähnlich. Aber wie auch die anderen benutzen Bosnier bestimmte eigenständige Wörter, die es bei den anderen nicht gibt.

vrolijke hat folgendes geschrieben:

Alchemist hat folgendes geschrieben:
In Kroatien hat sich in den letzten Jahren auch die Sprache verändert, soweit ich weiß durch diverse Reformen.
Wie groß die Unterschiede mittlerweile sind, kann ich leider nicht sagen.

Ich kann mir aber vorstellen, dass die nationalistischen Deppen dort, selbst bei exakt gleicher Sprache, diese auch anders benennen würden

Das Gefühl habe ich auch. Aber dass google das mitmacht hatte ich nicht gedacht.


Dass Google das macht hängt auch wohl damit zusammen, dass es nun mal eine international anerkannte Bezeichnung ist
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Zuletzt bearbeitet von Alchemist am 16.06.2016, 23:34, insgesamt einmal bearbeitet
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Alchemist
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Beitrag(#2059292) Verfasst am: 16.06.2016, 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Lustig finde ich immer den manchmal in Büchern us-amerikanischer Autoren zu findenden Hinweis, wo dann steht "Übesetzt aus dem Amerikanischen". Frage mich immer, was das für eine Sprache sein soll. Englisch ja wohl nicht... "Übersetzt aus dem Österreichischen" habe ich aber seltsamerweise noch nie gesehen. Mit den Augen rollen

Die Briten sind der Meinung, das die Amerikaner eine völlig andere Sprache sprechen. Ein Witz behauptet, daß man in England die amerikanischen Filme mit Untertiteln versieht. Briten werden in den USA vermutlich immer sofort an ihrer Sprache erkannt.


Nicht vermutlich, das ist so. Und das kann ich auch. Ich kann auch sofort hôren, ob jemand aus Schottland, Irland, Liverpool oder London kommt. Das ist nun nichts Verwunderliches. Es ist aber eher so, dass man in den USA die Briten nicht ohne Untertitel versteht, als umgekehrt.
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vrolijke
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Beitrag(#2059294) Verfasst am: 16.06.2016, 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Lustig finde ich immer den manchmal in Büchern us-amerikanischer Autoren zu findenden Hinweis, wo dann steht "Übesetzt aus dem Amerikanischen". Frage mich immer, was das für eine Sprache sein soll. Englisch ja wohl nicht... "Übersetzt aus dem Österreichischen" habe ich aber seltsamerweise noch nie gesehen. Mit den Augen rollen

Die Briten sind der Meinung, das die Amerikaner eine völlig andere Sprache sprechen. Ein Witz behauptet, daß man in England die amerikanischen Filme mit Untertiteln versieht. Briten werden in den USA vermutlich immer sofort an ihrer Sprache erkannt.


Nicht vermutlich, das ist so. Und das kann ich auch. Ich kann auch sofort hôren, ob jemand aus Schottland, Irland, Liverpool oder London kommt. Das ist nun nichts Verwunderliches. Es ist aber eher so, dass man in den USA die Briten nicht ohne Untertitel versteht, als umgekehrt.


Meinst?
Ich habe das Empfinden, dass die Engländer niemand verstehen, der nicht "richtig" English kann.
In der USA (New York) bin ich (fast) ohne Probleme mit meine rüdimentäre Englishkentnisse durchgekommen.
Auch mit Neuseeländer habe ich mich sehr gut unterhalten können.
In England (London) hat mich keiner verstanden.
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Beitrag(#2059297) Verfasst am: 17.06.2016, 00:27    Titel: Antworten mit Zitat

Mir fallen gerade verschiedene Beispiele ein, die schon einen gewissen Zusammenhang zwischen Sprache und Denken aufzeigen können. Unterschiede sind zum Teil graduell, aber können eben auch ganz gewaltig sein:

(1) Im Schulunterricht lernt man in Deutschland im allgemeinen, daß bei indirekter Rede der Konjunktiv zu benutzen ist. Also: "Er sagte mir, daß seine Katze krank gewesen sei". Im österreichischen Standarddeutsch werde allerdings an dieser Stelle eher der Indikativ gebraucht. Gebrauche man den Konjunktiv, habe das auch hier so die Tendenz des "irrealis", also daß man sich letztlich nicht sicher sei (Link).


(2) Im Englischen gibt es teilweise einen begrifflichen Unterschied zwischen dem Tier und dem Fleisch, das von diesem Tier kommt: Man sagt dann eher nicht, daß man Rind (cattle) esse, sondern Rindfleisch (beef). Natürlich denke ich, daß die Engländer schon wissen, daß das Fleisch nicht auf Bäumen wächst, sondern von einem Tier kommt...


(3) George Orwell hat diese Theorie auch vertreten: In "1984" kommt auch das "Neusprech" vor, das u.a. mit der Intention eingeführt wird, Gedanken unmöglich zu machen, welche die diktatorische Herrschaft gefährden könnten. Beispiel, sinngemäß: Das Wort 'frei' sollte nur noch benutzt werden können, um etwa zu sagen, "der Hund ist frei von Flöhen", nicht aber um etwa die "Freiheit der Entscheidung" o.ä. auszudrücken.


(4) In chinesischen Sprachen geht man davon aus, daß Namen auch etwas bedeuten müssen. Anekdotisch haben wir dann z.B. eine Automarke "Schnelles Pferd", und ähnlich würden Chinesen auch in den Namen einer Person etwas hineininterpretieren. Andererseits soll einmal ein Unternehmen "Farbwerke Irgendwas" das bei seiner Expansion nach China nicht beachtet haben, man habe - womöglich unter tätiger Mithilfe eines chinesischen Beamten, der zwar lateinische Buchstaben lesen konnte, aber des Deutschen nicht mächtig war? - dann für die Firma eine mehr oder weniger phonetische Transkription "Fa-pu-wei-er-keng" gewählt - und sich dann gewundert, daß niemand bei der Firma gekauft habe. Des Rätsels Lösung: Unter "Fa-pu" könne sich kein Chinese etwas vorstellen, und "er-keng" heiße so etwas wie "Ich will dich betrügen".

Historisch ist es auch in unserem Kulturkreis so, daß Namen eine Bedeutung haben (können): Wenn jemand "Bernhard" oder "Silke" heißt, dann läßt sich das oft auf Worte zurückführen, die etwa mit Wünschen für eine Person verbunden sind. Die meisten Leuten hierzulande kennen aber die Ursprünge solcher Namen nicht und lesen dementsprechend das nicht in diese hinein, jetzt mal abgesehen vielleicht von der Assoziation "Unterschicht", die immer mal wieder in Studien erwähnt wird.
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Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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