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Gedichte, Songtexte, Geschichten
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EwS
Pathogen



Anmeldungsdatum: 30.10.2003
Beiträge: 2304
Wohnort: wien

Beitrag(#47824) Verfasst am: 02.11.2003, 19:02    Titel: Gedichte, Songtexte, Geschichten Antworten mit Zitat

(von mir)

da lag er zerstückelt
tot und leer
den, den ich liebte
der lebte nicht mehr

ich sah die fragen in seinen augen
meine antworten verloren sich darin
ich versuchte sie heraus zusaugen
doch die zeit war dahin

regungslos und bleich
wie versteinert, stand ich da
tränen des schmerzens wurden zu einem teich
das wasser, ganz klar

von panik ergriffen
die seele zerissen
den tod verschissen
das leben vergriffen

mit weit ausgebreiteten Armen
bereit zu fliegen
zu fallen
zu lieben

den todesblick, warf er mir zu
hörte den hauch seiner seele
umschnürte meine kehle
bereit zu gehen, und er ging

„hinter her“, war mein gedanke
doch ich sprang nicht
etwas verspeerte mir die sicht

es war sein spruch
„träum´ für mich“
er war meine flucht
doch da war diese Sucht

bei ihm zu sein
war jetzt nur noch ein blasser schein
ein schein, der nach und nach verblindete
und mich, davor hinderte

eingehüllt im schwarzem kleid, sagte ich
„ich träum´ für dich“
_________________
<center>..es ist nicht die Fähigkeit zu sterben, an der die menschen zu grunde gehen..
..es ist die Unfähigkeit zu leben..


Zuletzt bearbeitet von EwS am 30.12.2003, 01:40, insgesamt einmal bearbeitet
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Woici
ist vollkommen humorlos



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 7437
Wohnort: Em Schwobaländle

Beitrag(#47825) Verfasst am: 02.11.2003, 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Apropos Songtexte will ich gleich mal darauf hinweisen, dass es auf Songtexte eventuell Copyrights gibt, besser wäre es also, wenn Ihr hier nur eigene Texte reinstellt...
_________________
eigentlich bin ich ein ganz netter... und wenn ich freunde hätte, könnten die das auch bestätigen.
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EwS
Pathogen



Anmeldungsdatum: 30.10.2003
Beiträge: 2304
Wohnort: wien

Beitrag(#47833) Verfasst am: 02.11.2003, 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

danke, jag mir gleich nen schreckn ein...
_________________
<center>..es ist nicht die Fähigkeit zu sterben, an der die menschen zu grunde gehen..
..es ist die Unfähigkeit zu leben..
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EwS
Pathogen



Anmeldungsdatum: 30.10.2003
Beiträge: 2304
Wohnort: wien

Beitrag(#68881) Verfasst am: 30.12.2003, 01:24    Titel: Antworten mit Zitat

(von mir)

Gefallen in den Tod der Leere
Gefühle des Nichts im Leben
Gestoßen durch das Blut der Vene

Stumm schreie ich keine Worte
Kalt durchfährt mich kein Atem
Die Stille erhört keinen Gedanken

Das Alles im Nichts
Das Nichts in Allem

Verrauchte Vergangenheit
Verbrannte Gegenwart
Verstaubte Zukunft
_________________
<center>..es ist nicht die Fähigkeit zu sterben, an der die menschen zu grunde gehen..
..es ist die Unfähigkeit zu leben..


Zuletzt bearbeitet von EwS am 30.12.2003, 01:41, insgesamt einmal bearbeitet
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untot



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 7040
Wohnort: Universum

Beitrag(#68883) Verfasst am: 30.12.2003, 01:32    Titel: Antworten mit Zitat

Auf alle Fälle
ist eine Pflaume
keine Mirabelle
_________________
42
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Eifellady
Weiße Haifelbestie



Anmeldungsdatum: 19.11.2003
Beiträge: 14396
Wohnort: Wildnis der Eifel

Beitrag(#68884) Verfasst am: 30.12.2003, 01:38    Titel: Antworten mit Zitat

Silvermoon

Ihre langen schwarzen Haare schlugen in ihr Gesicht. Der Schweiß brannte in ihren Augen und der Atem brannte wie Feuer in ihren Lungen. Sie rannte. Rija sah sich gehetzt um.
Angsterfüllt versuchte zu erkennen, ob sie schon hinter ihr waren. Die Meute, die sie hetzte wie ein Rudel Wölfe, das Blut gewittert hatte.
Sie hörte ihre Stimmen hinter sich. Unerbittlich schienen sie näher zu kommen während sie immer langsamer wurde.
Kamen sie näher? Wahrscheinlich- aber durch das wild pulsierende Blut, das ihr angsterfülltes Herz durch ihre Adern presste, konnte sie es nicht richtig hören.
„ Da vorne läuft sie!“ Die Stimme schoss wie ein Speer in ihr Herz. Sollte sie nicht einfach aufgeben und sich ihrem Schicksal überlassen?
„Herr, gib mir die Kraft ihnen zu entkommen!“ Ob Er sie erhören würde?
Sie schaute sich um und sah die Gestalten, die mit Fackeln und Speeren bewaffnet waren schon immer näher. Sie begann zu weinen, die Tränen nahmen ihr die Sicht.
Kaum sehen könnend, nur nach Gefühl, taumelte sie weiter.
Sie sah nicht den tiefhängenden Ast. Ein dumpfer Schmerz und ein Blitz war das letzte was sie sah.

Schmerz durchströmte sie. Ihre Handgelenke waren straff auf ihren Rücken gebunden. Sie konnte das raue Material des Seiles spüren, dass ihr die Haut zeriss.
Benommen spürte sie, dass sie auf einem harten Holzboden lag. Erkennen konnte sie nichts. Denn eine eiskalte unbarmherzige Dunkelheit umgab sie.
Sie konnte keine Tränen mehr weinen, war wie erstarrt.
Warum sie? Sie, die keinem je etwas getan hatte?
Sie wollte den Menschen nur helfen- ihre Heilkünste hatten noch nie jemanden einen Schaden zugefügt.Doch die Menschen waren mißtrauisch. Zuviel Leid war in den letzten Jahren über sie gekommen. Die ständigen Fehden und die Seuchen, die die Familien auseinanderrissen, sie teilweise ganz von Erdboden verschwinden ließen. Alles schien vom Bösen durchdrungen zu sein. Von der Enge der Dunkelheit umgeben, dachte sie an das Kind.
Das kleine Mädchen atmete kaum noch, als sie durch die niedrige Türe in den dunklen, stark nach dem Rauch des Herdfeuers riechenden Raum betrat.
Sie lag auf dem Boden. Nur eine Lage mit schmutzigen und übel stinkendem Stroh milderte die Härte des kalten Bodens.
Das Kind schien zu glühen und bewegte sich kaum. Nur ab und zu entrann ein schwaches Seufzen seinen Lippen.
„ Seit Tagen geht das schon so.“ Die Stimme der verhärmt aussehenden Frau, die Mutter des Mädchens, klang seltsam teilnahmslos.
Zu viele ihrer Kinder waren im Laufe ihres Lebens schon gestorben. Das kostete Kraft, eine Kraft die nun erschöpft war.
Rija kniete sich neben das Kind. Sie legte die Hand auf seine Stirn und fühlte das Feuer des Fiebers, dass den kleinen Körper verzehrte.
Ihr ausgezehrter Körper schien kaum noch Leben in sich zu bergen. Rija wusste hier kam jede Hilfe zu spät. Ihre Heilkräuter konnten da nichts mehr bewirken.
Es gab nur eine letzte Chance- aber sie hatte Angst. Sollte sie es wirklich wagen? Es war gefährlich, denn wenn sie es erfuhren, dann war sie in höchster Gefahr.
Sie hatte es nicht gewusst, bis zu dem Tag als sie ihre sterbende Mutter in den Armen hielt.
Diese Gabe, so flüsterte ihre Mutter ihr mit immer schwächer werdender Stimme zu, wurde von den Frauen ihres Geschlechts weitergetragen. Rija wußte nicht wovon ihre Mutter sprach, sie fühlte nur Schmerz und Trauer.. Rija war ein Kind und hatte immer ihre Mutter bewundert, die tief im Glauben an Gott und mit Liebe zu den Menschen diese heilte. Nie hatte sie sich Gedanken darüber gemacht,das da etwas Besonderes war. . Sie war stolz auf ihre Mutter gewesen. Nie hatte sie ihre Mutter in die Zimmer der Kranken begleiten dürfen. Oft hatte sie stundenlang vor der Tür gewartet- an schönen Tagen hatte vor Tür der ärmlichen Hütten gewartet. Sie hatte im grünen Gras gesessen während die Sonne ihr Gesicht wärmte. An kalten Tagen durfte sie dann auch schon einmal am Herdfeuer warten, wenn die Hütten den Luxus hatten, zwei Räume zu haben. Dort hatte sie dann stundenlang in die lodernden Flammen geschaut. Die Augen oft tränend und brennend vom Rauch.
Ihr Gesicht glühte dann wenn sie vom Schein des Feuers erhellt wurde.
Doch nie hätte sie geahnt, was ihr Mutter dort tat.
Als Rija ihre Mutter in den Armen hielt und ihr Leben aus dem Körper entwichen war, da saß sie noch lange da, ihre Mutter umklammernd und nicht glauben wollend was sie gerade gehört hatte.
Eine Gabe Gottes, hatte ihre Mutter gesagt. Die Gabe Menschen zu heilen.
Warum hatte Gott ihrer Mutter nicht geholfen, als sie so sterbenskrank wurde, dass ihr niemand mehr helfen konnte? Warum hatte ihr ihre Mutter nichts vorher gesagt, denn wenn sie diese Gabe besaß, sie hätte sie doch retten können. Sie wäre nicht im Alter von 11 Jahren Waise geworden.

Hier in der Dunkelheit liegend, die Kälte des Bodens spürend, der ihren Körper taub werden ließ,
spürte Rija, dass ihr die Tränen wieder in die Augen schossen.
Sie löste sich aus ihrer Erstarrung und versuchte sich in dem dunklen Raum umzusehen.
Sie spürte den harten rauen Boden auf dem sie lag, der Schmutz drang ihr in den Mund.
Hustend und angeekelt versuchte sie den Kopf zu heben. Stechende Schmerzen schossen ihr durch den Kopf. Ihre Zunge fuhr über die rissigen Lippen und sie schmeckte trockenes Blut.
Sie zerrte an ihren Fesseln, doch je mehr sie zog, desto tiefer schnitten ihr die rauen Stricke in ihre Haut.
Eine Gabe Gottes! Was hatte sie ihr gebracht?
Nie hatte sie sich getraut, diese Gabe einzusetzen. Sie wusste auch gar nicht, wie sie es hätte tun können. Sie half den Menschen mit dem Wissen durch die Kräuter, deren Wirkungen ihre Mutter ihr immer und immer wieder erklärt hatte.
Doch diese Gabe? Von der wusste sie nichts, davon hatte ihr ihre Mutter nie erzählt.
In dieser kalten Nacht gestern, oder war es schon länger her? Rija hatte ihr Zeitgefühl verloren. Bei diesem Kind, dass im Sterben lag, sah sie nur die ausgebrannten Augen dieser Mutter, die fast alles verloren hatte, was ihr lieb war. Das kleine Mädchen war das letzte was sie hatte. Die heimtückische Krankheit, ausgelöst durch Armut und Leid, hatte ihren Mann und ihre 4 jüngeren Kinder schon alle dahingerafft.
Es überkam sie der Schmerz der Erinnerung an ihre Mutter, die sie verloren hatte. Sie war der einzigste Mensch, den sie noch hatte. Ihren Vater hatte sie nie gekannt. Er war aus einem der unzähligen Fehden der Landherren nicht mehr zurückgekehrt.
Sie sah nur noch die Augen der Mutter dieses elend, erbarmungswürdig liegenden Kindes- sah den toten Blick, der den Schmerz begrub. Ein Schmerz den sie nicht mehr an sich heranlassen wollte.
„Herr, wenn du mir diese Gabe gegeben hast, einen Menschen zu heilen, dann lass sie bei diesem Kind durch mich wirken.“ Sie konnte sich noch genau an die Worte ihres Gebetes erinnern.
Sie wusste nicht mehr genau was geschah. Sie fühlte plötzlich eine Wärme in sich, die sie durchströmte. Ein unvorstellbares Gefühl der Liebe überkam sie. Sie wollte die Hände vom Kind zurückziehen, so erschrocken war sie von diesem Gefühl. Doch es war wie ein Zwang, sie konnte sich nicht bewegen. Angst erfüllte sie, doch diese Angst wurde von diesem Gefühl schnell besiegt. Irgendwann erwachte sie, lag halb auf dem Körper des Kindes. Die Mutter stand daneben und traute sich nicht sich zu bewegen.
Mit steifen Gliedern stand Rija auf. Das Gefühl war verschwunden. Sie empfand eine unverstellbare Leere. Und eine Kälte, die sie am ganzen Körper erzittern ließ.
Ohne den Blick zu heben ging sie an der Frau vorbei und setzte sich erschöpft auf einen Holzklotz der neben der Eingangstüre der heruntergekommenen Hütte stand. Es war eine sternenklare und kalte Nacht. In angrenzenden Stall hörte sie die leisen Geräusche der Kuh, die sich im Schlaf bewegte.
Wie lange sie dort gesessen hatte wusste sie nicht. Irgendwann stand sie auf, packte ihr Bündel und ging über den holperigen und steinigen Weg nach Hause.
Am nächsten Morgen kam die Mutter des Mädchens zu ihr und brachte ihr eine Kanne Milch.
Sie erzählte, dass es ihrem Kind besser ging. Das Fieber sei gesunken und sie hätte sogar schon die Augen aufgeschlagen und sie erkannt. In den Augen der Frau war ein Leuchten, dass Rija die Kälte fast vergessen ließ, die sie immer noch spürte, nachdem sie diese unglaubliche Gefühl sie verlassen hatte.
Müde nahm sie den Dank der Mutter entgegen und fiel wieder in einen tiefen Schlaf.
Erst als die Sonne an dem kalten Wintertag wieder unterging, stand sie auf ,weil sie fror.
Das Feuer war heruntergebrannt und nur noch ein leiser Rest von Wärme strahlte aus der offenen Feuerstelle.
Fröstelnd trat sie vor die Tür um sich neues Feuerholz aus dem Verschlag nebenan zu holen.
War da nicht irgendwas? Sie erstarrte und lauschte. Da waren doch Stimmen.
Sie meinte jemanden flüstern zu hören. Hastig drückte sie sich mit dem Rücken gegen die kalte und dunkle Holzwand. Ihr Atem ging schnell- ihr Herz klopfte so laut, dass sie kaum etwas hören konnte.
„ Da hinten ist sie- die Hexe!“
Diese Worte schossen wie ein Blitz durch ihren Kopf. Ihr stockte der Atem und dann rannte sie los. Sie rannte um ihr Leben.

Sie schrak aus ihren Gedanken auf als sie ein Poltern hörte und ihre Augen von einem hellen Licht geblendet wurden.
„ So, nun bist du dran, du dreckige Hexe!“ Die harte Männerstimme lies ließ sie leise aufschreien. Brutal zog er sie an den Fesseln hoch und stieß sie vor die Tür. Rija war total benommen von diesem plötzlichen Schmerz und stolperte. Sie wurde brutal wieder hochgerissen und wie durch einen Nebel sah sie andere Gestalten, die sie aber nicht erkennen konnte, weil die lodernden Fackeln sie blendeten.
Sie richtete ihren Blick nach oben während sie weitergestoßen wurde. Der Mond schien hell am Himmel und durch ihre Tränen schien sein Licht wie mit einem Strahlenkranz umgeben.
„ Deine Strafe wirst du gleich erhalten, du gottloses Weib!“
Die Stimme klang hart und kalt ,ohne Gefühl. Die Kälte der Nacht, die sie erzittern ließ vermischte sich mit der Kälte, die ihre Seele umfasste.
Angst und Panik ergriffen sie. Aber sie konnte kein Wort sagen.
„Gott wo bist du? Jetzt wo ich dich brauche bist nicht da. Immer wenn ich dich brauche, bist du nicht da? Wo warst du als meine Mutter starb? Meinen Vater habe ich nie gekannt!“ ihre Gedanken waren wuterfüllt. Sie weinte, aber es waren nicht nur die Tränen der Angst und des Schmerzes, es waren auch Tränen einer Wut und Enttäuschung, die sie erschütterte. Warum haßten die Menschen sie? Sie, die doch nur helfen wollte. Doch da war die Angst in den Menschen. Die Angst vor dem Unbekannten. Es war in ihren Augen kein Gotteswerk, wenn Menschen wieder gesund wurden, die des Todes waren. Sie pfuschte Gott ins Handwerk. Das waren sie, die Gedanken der Menschen. Nur das Böse konnte solche Taten vollbringen, denn nur das Böse versuchte mit aller Kraft die Werke Gottes zu durchkreuzen. Tagtäglich sah man es, das Böse. Es war allgegewärtig. Krankheiten, Krieg und Armut. Die Menschen waren verzweifelt. Sie suchten nach Halt. Doch was sie fanden war eine riesige schwarze Leere, die ihre Seelen umfing. Und diese grausame Leere zerfraß ihre Gefühle, ließ sie zu Stein erstarren.
Sie schleppten sie weiter- bis zu einem mit Reisig aufgeschichteten Haufen. Sie sah in der Dunkelheit Menschen stehen- starre, dunkle Gestalten, die sich kaum regten. Es war als würden sie Schutz in der Dunkelheit suchen, als würden sie ein Teil von ihr. Ein Teil der Kälte die diese Nacht ausstrahlte.
Das kalte Flimmern der Sterne und das stille, ruhige Licht des Mondes schienen diese Kälte noch zu vertiefen.
Die Männer stießen Rija auf den Haufen und fesselten sie an dem Stamm, dessen rissige Rinde an ihrem verwundeten Körper scheuerte. Doch Rija nahm den Schmerz kaum noch war. Sie wusste was sie mit ihr machen würden. Zu oft hatte sie die Feuer brennen sehen auf denen die glücklosen Frauen ihr Leben aushauchten. Auch sie Opfer der Angst und Verzweiflung der Menschen, die durch diese Taten das Böse aus der Welt treiben wollten. Sie erkannten in ihrer angstvollen Blindheit nicht, dass sie genau das Gegenteil bewirkten. Oft unter unsäglichen Schreien starben diese Hexen, wie man sie nannte, , aber auch manchmal schweigend, nur mit einem leisen Seufzer. Manchmal sah sie auf den Gesichtern der Frauen, die Zentrum des gleißenden Feuers standen,auch ein Lächeln. Das war etwas, was sie nicht verstehen konnte. Sie konnte es nicht glauben, sie hatte sich sicher getäuscht. Das Flackern der Flammen hatten ihr einen grausamen Streich gespielt.

Die Erinnerung daran, ließ Rija aus ihrer Erstarrung schrecken. Sie nahm die Gestalten, die im Schein der Fackeln seltsam verzerrt erschienen ,wahr. Plötzlich durchfuhr sie die Angst wie ein Blitz. Sie erfaßte sie mit aller Kraft.
Sie begann zu schreien.
Ihre Stimme drang schrill durch die Nacht. Sie hörte nicht die Nachtvögel, die erschrocken aus einem Baum aufflogen.
„Warum strafst du mich, Gott?“ schrie Rija. Wie konnte sie so ein Gefühl der Liebe und der Kraft gespürt haben und jetzt? Nichts als Kälte, nichts als Angst.
Sie starrte nach oben, mit Tränen in den Augen. Der Mond der reglos über ihr stand, schien von einem Sternenstaub umgeben. Das Blinzeln durch die Tränen spielte ihr wieder einen Streich.
Dann warfen sie die erste Fackel ins Feuer. Das trockene Reisig fing sofort Feuer und die Helligkeit brannte Rija in den Augen. Sie starrte in das Licht und durch die Helligkeit konnte sie die Gesichter einiger der Umherstehenden erkennen. Sie nahm sie gar nicht richtig wahr, irgendwie schien es ihr so irreal so als wäre sie gar nicht da. Als würde das nur als böser Albtraum sein. Dann traf ihr Blick auf eine schemenhaft erkennbares Gesicht. Ein mit Tränen überströmtes Gesicht, das im Schein der immer höher werdenden Flammen in ein warmes rötliches Licht getaucht war. Es war die Mutter des Mädchens. Flehend richtete sie die Hände ihn Rijas Richtung. Sie schien etwas sagen zu wollen, doch dann rissen Hände, die aus der Dunkelheit schossen, die Gestalt zurück und zerrten sie weg.
Das Feuer kam immer näher auf sie zu. Rija fühlte schon die brennende Hitze, die sich umbarmherzig auf sie zufraß.
Ihr Herz war leer. Sie hatte kein Gefühl mehr. Sie wollte beten, aber sie fühlte nur Leere.
Sie konnte nicht mehr Weinen, denn die Hitze fraß ihr die Tränen von ihrem Gesicht.
Langsam spürte Rija den Schmerz der Hitze. Sie begann zu Stöhnen und eine Schrei kam über ihre Lippen.
Sie zerrte an ihren Fesseln, doch es gab kein Entrinnen. Sie schrie.
Plötzlich erschien eine Taube über ihrem Kopf. Sie konnte sie im Schein des Feuers kaum erkennen. Die Taube war weiß, selbst der Schein des Feuers, dass alles andere rötlich anstrahlte, konnte ihrer Reinheit und ihrem strahlenden Weiß ihres Federkleides nichts anhaben.
Rija wurde von einer Wärme durchdrungen, die nichts mit der verzehrenden Hitze des Feuers gemein hatte. Es war die Wärme die sie schon einmal gespürt hatte, diese unendliche Wärme, die so voller Liebe war.
Rijas Schreie verstummten. Sie spürte nur noch Kraft und Liebe. Die Taube schwebte zu ihr hinunter und setzte sich auf ihre Schulter.

Die Mutter des Mädchens, das aus der Dunkelheit zum Lodern der Feuers sah, erschrak als die Schreie Rijas verstummten. Ihre Tränen nahmen ihr die Sicht. Doch auf einmal stieg mitten aus dem Lodern des Feuers eine Taube auf, sie strahlte so weiß, dass sie es selbst durch die Tränen
noch erkennen konnte. Die Taube stieg hinauf. Das Licht des Mondes glitzerte wie sie es noch nie zuvor gesehen hatte. Die Taube stieg höher und höher und verschmolz mit dem Glanz dieses Lichtes.
Von ferne hörte sie die Stimmen der anderen. Es entstand ein aufgeregtes Murmeln.
Plötzlich kam jemand zu ihr gelaufen. In der Stimme klang ein entsetztes Staunen.
„ Sie hat gelächelt."
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Anmeldungsdatum: 23.11.2003
Beiträge: 5904
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Beitrag(#68939) Verfasst am: 30.12.2003, 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

@ Eifellady:
Hast du es schon mal mit www.fanfiction.net versucht?? Dort könnte so was passen.
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Anmeldungsdatum: 23.11.2003
Beiträge: 5904
Wohnort: an der Fütterungsstelle der Eichhörnchen

Beitrag(#68947) Verfasst am: 30.12.2003, 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

ich will
Augen schmal haben wie Schlitze
und schmale starke kühle Hände

ich
in schwarze Robe gewickelt
mit schnellen Schritten durch Wüste wand´re

in kalter trockner Dämmerung
erfüllt von vollendeter Klarheit
erheb mein bleich´ Gesicht zu Sternen
und schweige ohne Sentimente

ohne Leid und ohne Freude
in sich sich ruhend selbstgenügend
klare Gestalt in der Ferne

so will ich sein

doch nie werde
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Ralf Rudolfy
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Anmeldungsdatum: 11.12.2003
Beiträge: 26674
Wohnort: Erfurt

Beitrag(#68970) Verfasst am: 30.12.2003, 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Der Teufel in der Bibelbox


Auch zu Zeiten sogenannter Globalisierung und Vernetzung kommt es gelegentlich noch vor, daß man irgendwo auf der Welt auf ein Völkchen trifft, das bisher in keinem Kontakt zum Rest der Erdbewohner stand. »Schade«, sage ich dann, »das wars. Schluß mit lustig für die Leute.« Denn daß die Gnade der Unkenntnis der vermeintlich armen Wilden schnell beseitigt werde, dafür wird gesorgt. So ist eins vor allem sicher: unverzüglich setzen diverse Religionsgemeinschaften ihre Stoßtrupps in Marsch, denn schließlich kann es nicht angehen, daß auf der Welt Menschen leben, die von der eigenen überragenden Weltanschauung verschont geblieben sind.
Doch nicht nur die Regenwälder Brasiliens oder Neuguinieas sind beliebte Reviere für das voll in Ordnung befundene Bestreben, anderen Menschen den eigenen Kopfinhalt aufzudrängen. Auch die östlichen der deutschen Bundesländer sind längst zum Missionsland erkoren worden, will heißen: nichts wie hin, und den Bewohnern mit Bibellesen und christlichem Liedgut schwer auf den Geist gehen.
Auf dem Domplatz steht die Bibelbox: ein mit blauer Siloplane verkleideter Würfel vom Gerüstbauer, in dessen Inhalt der unwissenden Welt die Wunder der ach-so-heiligen Schrift nähergebracht werden sollten. Ein Versuch, der bei genauerer Betrachtung genauso skurril wirkt wie der Inhalt der dubiosen Schwarte – auch eine bemüht auf dufte und modern gefriemelte Präsentation kann nicht über archaisches Gedankengut hinwegtäuschen. Wer nicht hineingeht, verpaßt nicht viel. Auf zwei Etagen und in muffiger Luft verkünden Stoffbahnen Zitate aus dem namensgebenden Wälzer. In dem zugehörigen Flyer liest sich das so: »Die Bibelbox ermöglicht Ihnen in Stoffbahnen und Installationen, in Hörstationen und interaktiven Elementen die Möglichkeit zur Begegnung mit zehn biblischen Personen«. Die Möglichkeit ermöglichen? Diese Aussicht ist insgesamt so anregend und faszinierend wie ein Museum für getragene Sportsocken.
Vor allem angesichts herrschender Temperaturen von 30 Grad und darüber fällt es leicht, gemessenen Schrittes am blauen Kubuszelt vorbeizusteuern, Kurs Lieblingscafé, einem bei weitem verehrungswürdigeren Ort, als es alle Ställe von Bethlehem und Messias-Wirkungsstätten zusammengenommen je sein könnten. Mein gelobtes Land, in dem Latte und Cappuccino fließen, und wo sich die Zumutungen und Frechheiten der Welt angemessen ignorieren lassen.
Doch die Frechheit der Welt ist heute hartnäckiger als sonst. Sie steht mit Gitarre und Singschar auf der Bühne und inszeniert einen so eindrucksvollen Gegenentwurf zum Begriff der Menschenwürde, so daß es doch reizt, kurz stehenzubleiben und das merkwürdige Treiben zu beobachten.
Gerade hallelujaht ein vollbärtiger Prediger mit einer Krawatte, auf der lauter VW-Käfer aufgedruckt sind, über die Urheberschaft der Bibeltexte auf die rund zwanzig Zuhörer ein – mehr sind es nicht, die sich von solch froher Botschaften anlocken lassen.
»Wie die Sekretärin für ihren Chef einen Brief schreibt, so ist doch der Brief nicht von der Sekretärin, sondern von ihrem Chef«, erklärt der Bartträger, – aha, ein Bürogleichnis – also: was sich also einst möglicherweise vor zweitausend Jahren der Klatschkolumnist der Jerusalemer Bildzeitung beim Haschischpfeifchen zur Welt zusammenreimte, ist letztendlich vom himmlischen Wolkenschieber höchstpersönlich verfaßt. Das kann einen schon umhauen.
Natürlich ist das Stehenbleiben ein Fehler, denn bei allen Seelenfängern der Welt war und ist es noch immer keine schlaue Geste, auch nur eine Andeutung von Interesse zu zeigen – zu schwer wird man die Bande wieder los. Sofort startet im Kopf einer der Jesusjüngerinnen die himmlische Software: »Los! Missionieren! Ja, genau, den Typ da, der gerade stehengeblieben ist. Mach hin!«. Mit diesem Befehl kommt ein Mädchen von vielleicht 20 Jahren herangeflitzt. Eigentlich sieht sie ganz normal aus. »Schade drum«, denke ich.
»Interessiert dich unser Gottesdienst?« fragt sie mit einem Tonfall, der als Antwort Sätze erwartet wie »Oooh, jaaaaa! Errette mich! Taufe mich! Erlöse mich von meinen Sünden!«
Sie wird enttäuscht. »Nein!« gebe ich mit aller zur Verfügung stehenden Entschiedenheit zurück, und, damit erst gar keine Unklarheiten aufkommen: »Ich diene keinem Gott! Und dabei wirds auch bleiben.«
Nun sollte man eigentlich meinen, daß eine derart unzweideutige Auskunft ausreichen sollte, ihr die Aussichtslosigkeit ihrer Mühen und die Verlorenheit des Postens, auf dem sie steht, vor Augen zu führen. Aber weit gefehlt! Wie es Männer gibt, die das »Nein« einer als Beute ausersehene Frau erst recht als Eroberungsauftrag auffassen, genauso geht es offenbar auch der Klinkenputzerin des Herrn.
»Oh, das ist aber schade! Warum denn nicht?« Das ist das Lästige an diesen Leuten. Sie halten das Zeug, mit dem ihr eigener Kopf angefüllt ist, für so rasend wichtig, daß sie meinen, alle anderen müßten sich für ihren Un- oder Andersglauben erklären. Verlangte ich denn von ihr, sich zu rechtfertigen? frage ich zurück. Der Gedanke scheint der Christusanhängerin neu zu sein.
»Ja, aber … Wo doch klar ist, daß es einen Himmel gibt und eine Hölle, wie kann man sich dann dem Herrn verweigern! «
Und wenn ich nun nicht glaube, daß es dergleichen gibt?
»Wie kannst du dir da so sicher sein?« kommt unverzüglich die einstudierte Replik. Und für Leute, die so wenig einen Zweifel kennen, daß sie ihre Freizeit dafür opfern, arglose Passanten zu missionieren, hat diese Frage eine gewisse Kühnheit. Das scheint die Braut Jesu zu ahnen und flüchtet in einen Sermon, der jede vernunftgeleitete Erwägung zuverlässig ausschließt:
»Aber wo doch nur Gott wirklich frei macht! Und wo doch Satan überall gegenwärtig ist mit all seinen Versuchungen: Alkohol, Sex…« Huuuh!
Ich winke ab, ziehe weiter, die offenbar tröstlichen Versuchungen Satans zu finden. Wohl könnte ich den Tag damit verbringen, mit dem Bibelfräulein darüber zu diskutieren, ob nicht die Erde am Ende doch eine Scheibe sei, erschaffen in sechs Tagen aus einer Laune eines himmlischen Despoten. Doch wozu sollte das gut sein? Ich habe Angenehmeres im Sinn, als Fanatikerinnen zu bekehren – oder müßte es in diesem Fall nicht »entkehren« heißen?
Später im Café drücken mir einige Jugendliche ein Flugblatt in die Hand. In diesem mit Comic und vermeintlich jugendgerechter Launigkeit, aber durchgehend im Befehlston – »Lies das hier! Krieg das in deinen Grips!« –verfaßten Blättchen lernen wir: Jesus ist die schärfste Droge überhaupt, dagegen kann man Alk, Hasch, Kokain und LSD voll die Tonne treten. Daß die Zettelverteiler auf hartem Stoff sind, das ist Ihnen auch deutlich anzusehen, und zum ersten Mal wäre ich gerne Befürworter eines drogenfreien Lebens.

© Peter Raulfs
Erschienen in DIE RAMPENSAU, Magazin für Kunst, Kultur, Alltag in Erfurt #3

_________________
Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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defensor_fidei
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Beitrag(#68999) Verfasst am: 30.12.2003, 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

"Hört nicht auf jene, die euch sagen, daß Keuschheit 'out' sei.

In eurem Herzen wisst ihr, daß wahre Liebe ein Geschenk GOTTES ist und Seinen Plan zur Vereinigung von Mann und Frau in der Ehe achtet.

Lasst euch nicht von falschen Werten und trügerischen Parolen einnehmen ..."


(Papst Johannes Paul II. am 26.1.1999)
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Anmeldungsdatum: 02.08.2003
Beiträge: 4554

Beitrag(#69004) Verfasst am: 30.12.2003, 15:57    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.kreudenstein-online.de/Querdenker/Nietzsche/Zarathustra/keuschheit.htm
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Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 7040
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Beitrag(#69013) Verfasst am: 30.12.2003, 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

cogito_ergo_sum hat folgendes geschrieben:
"Hört nicht auf jene, die euch sagen, daß Keuschheit 'out' sei.

In eurem Herzen wisst ihr, daß wahre Liebe ein Geschenk GOTTES ist und Seinen Plan zur Vereinigung von Mann und Frau in der Ehe achtet.

Lasst euch nicht von falschen Werten und trügerischen Parolen einnehmen ..."


(Papst Johannes Paul II. am 26.1.1999)


Dies ist weder ein Gedicht, noch ein Songtext, noch eine Geschichte.
Es ist lediglich christliche Propaganda.

Ich lasse sie trotzdem zum Amüsement ausnahmsweise einmal stehen.
Dies soll kein Thread zu Propagandazwecken werden. zwinkern
_________________
42
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defensor_fidei
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Beitrag(#69030) Verfasst am: 30.12.2003, 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

@ Moderator Graf Zahl

Ich wundere mich über die doch recht einseitige Kritik.

Warum wurde von dir nicht auch der Link des Users Schmerzlos beanstandet?

Recht einseitig - das muß ich schon sagen, wenn du schon von "Propaganda" und "Amüsement" sprichst.

c.e.s.
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kamelpeitsche
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Beitrag(#69033) Verfasst am: 30.12.2003, 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde, dass Schmerzlos' Link genauso behandelt werden sollte wie der Text von c.e.s!
Meine Meinung dazu...
Und wegen Songtexten: Die findet man zuhauf im iNet, eine Copyrightverletzung würde bei Veröffentlichung nicht vorliegen
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defensor_fidei
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Beitrag(#69036) Verfasst am: 30.12.2003, 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Kamelpeitsche, für deine Zustimmung.

Aber ich finde, daß der Thread mit "Gedichte, Songtexte, Geschichten" etwas irreführend ist.

Das von mir gebrachte Zitat des Hl. Vaters ist zwar kein Gedicht oder gar eine Geschichte, aber gehört m.E. in diesen Zusammenhang hinein.

Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren. - Aber dennoch bitte ich im Sinne der "Gleichbehandlung" um adäquate Handlungsweisen (s. schmerzlos).

c.e.s.
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Graf Zahl
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Beitrag(#69038) Verfasst am: 30.12.2003, 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

@ces:
Schmerzlos' Link war lediglich eine Reaktion auf Deinen Beitrag.
Die verlinkte Seite paßt zur Thread-Überschrift.
Da nicht der Text selbst hier hereingestellt wurde, sondern nur verlinkt, besteht auch kein rechtliches Problem.

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defensor_fidei
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Beitrag(#69039) Verfasst am: 30.12.2003, 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

"Sieh meine Blöße,
die große Verschlossenheit meiner Seele.

Nimm alles hin
und wandle es um in den Reichtum deiner Liebe."

(J. Galot S.J.)
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Graf Zahl
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Beitrag(#69040) Verfasst am: 30.12.2003, 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

kamelpeitsche hat folgendes geschrieben:

Und wegen Songtexten: Die findet man zuhauf im iNet, eine Copyrightverletzung würde bei Veröffentlichung nicht vorliegen

Nur weil man die Texte zuhauf im Netz findet, ist das Posten nicht zwangsläufig legal.
Bei bereits existierenden Songtexten sollte man auf Nummer sicher gehen und einfach einen Link auf den entsprechenden Text setzen.
Auszüge dürfen aber zitiert werden.

Zum Thema "Zitatrecht" folgendes:
http://www.fbsuk.fh-darmstadt.de/Organisation/Personenverzeichnis_SuK/links_fuer_profs/harkeweb/Multimedia-CD.htm

Zitat:
7. Zitatrecht

Die Verwertungsrechte der Urheber werden durch das Zitatrecht eingeschränkt (§ 51 UrhG). Zweck der Zitierfreiheit ist es, die Freiheit der Auseinandersetzung mit fremden Gedanken zu fördern, und zwar auch so, daß politische, wissenschaftliche oder geistige Strömungen durch wörtliche Wiedergabe einzelner Stellen aus geschützten Werken anderer deutlich gemacht werden können ("Kleinzitat"). Das Kleinzitat ist auch bei Multimediawerken möglich, wobei, wenn es nicht anders geht, auch ganze Werke zitiert werden können (Fotos, Bilder, Zeichnungen). Bei wissenschaftlichen Werken ist es grundsätzlich zulässig, ganze Werke anderer aufzunehmen ("Großzitat"). Das würde es im Prinzip ermöglichen, in eine Multi-Media-CD, soweit sie als wissenschaftliches Werk angesehen werden kann, ganze Bilder, Fotos, Zeitungsartikel, Aufsätze und andere kleine Abhandlungen im Volltext zu übernehmen. Allerdings sind Zitate immer nur "in einem durch den Zweck gebotenen Umfang" zulässig, was im Einzelfall den Zitatumfang beschränkt.

Beim Zitieren sind immer folgende Einschränkungen zu beachten:

· Es muß eine innere Verbindung zwischen demeigenem Werk und dem zitierten Werk bestehen. Diese liegt nur vor, wenn das Zitat a) zur Erläuterung, Veranschaulichung oder Bestätigung der eigenen Gedankenführung oder b) im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem zitierten Werk benutzt wird. Dabei kann das Zitat auch als Blickfang, als Beispiel verwendet oder als Motto vorangestellt werden. Nicht zulässig ist es dagegen, Zitate anzuhäufen, um den eigenen Text zu verlängern. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn Zitate eines einzigen fremden Urhebers angehäuft werden. Als unzulässig hat die Rechtsprechung angesehen: Aufnahme von 69 Bildern Kandinskys, von 56 Bildern Franz Marcs in eine Geschichte der modernen Kunst, von 452 fremden Schaubildern in ein 359-Seiten-Buch über Schaubilder. Nicht zulässig war auch die Einblendung eines Filmausschnittes als Dekoration oder Blickfang für eine Fernsehsendung, die nicht in innerem Zusammenhang mit dem Thema des Films stand (über 20.000 DM Schadensersatz für Zitat von 2 min 25 sec).

· Es gilt ein Änderungsverbot, was Änderungen an dem benutzten Werk grundsätzlich ausschließt. Zitierte Texte dürfen nicht verändert wiedergegeben werden. Eine Ausnahme vom Änderungsverbot gilt für Werke der bildenden Kunst und urheberrechtlich geschützte Lichtbilder insoweit, als Übertragung in eine andere Größe und solche Änderungen zulässig sind, die das für die Vervielfältigung angewendete Verfahren mit sich bringt (§ 62 Abs. 3 UrhG).

· Das Zitat muß sich vom eigenen Werk abheben, als solches deutlich erkennbar sein und mit einer Quellenangabe versehen werden(§ 63 UrhG). Diese Verpflichtung entfällt nur, wenn die Quelle auf der benutzten Vorlage weder genannt noch anderweitig bekannt ist.




http://user.cs.tu-berlin.de/~uzadow/recht/urheber.html

Zitat:
3.1.3 Kleinzitat (§ 51 Nr. 2 UrhG)


Kleinzitate sind ausschließlich in Sprachwerken zulässig. Hierzu zählen sowohl belletristische als auch wissenschaftliche Literatur, politische Reden und Zeitungsberichte. Ebenfalls anwendbar ist dieses Zitierrecht auf Filmwerke und Fernsehwerke, da sie stets auch Sprachwerke enthalten8. Desweiteren dürfen Kleinzitate nur "Stellen eines Werkes" beinhalten, d.h. es sind nur kleine Ausschnitte zulässig, beispielsweise ein oder zwei Sätze. Im Einzelfall kann das Kleinzitat diese engen Grenzen auch überschreiten, wenn es durch den Zitatzweck geboten ist9. Kleinzitate sind außer zur Erläuterung auch als Beleg der eigenen Darstellung zulässig. Weiterhin kommen andere Zwecke wie Leseproben und Veranschaulichungen in Betracht, da § 51 Nr. 2 den Zweck des Kleinzitates nicht definiert. Der Bezug zur eigenen Darstellung ist allerdings immer Voraussetzung, so daß ein Zitat um seiner selbst Willen ausgeschlossen ist.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Zitate immer dann zulässig sind, wenn sie das kulturelle Leben im Sinne einer geistigen Auseinandersetzung bereichern. Andererseits sind Zitate dann nicht erlaubt, wenn sie ein Originalwerk soweit wiedergeben, daß man einen nahezu vollständigen Kenntnisstand erhält und somit die Verwertungschancen des Urhebers einschränkt10.

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Beitrag(#69049) Verfasst am: 30.12.2003, 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Wann ist ein Lied ein Lied
Lieder sind oft heimlich
Lieder sind so zerbrechlich
Lieder kann man manchmal gar nicht singen
ohne Lieder wär die Welt ganz sonderbar
wann ist ein Lied ein Lied
Wenn man ein Papstzitat singt, ist das ein Lied
wenn man einen Text in kurzen Zeilen schreibt
ist das ein Gedicht
Wenn man einen Bericht schreibt ist das eine Geschichte
Wann ist ein Lied ein Lied
Wann ist ein Lied ein Lie-ie-ie-ie-ie-ied


Ich bin doof! Ich bin doof! Ich bin doof! Ich bin doof! Ich bin doof! Ich bin doof! Ich bin doof! Ich bin doof! Ich bin doof! Ich bin doof!
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kamelpeitsche
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Beitrag(#69053) Verfasst am: 30.12.2003, 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Wie jedes Mal an Weihnachten war alles perfekt durchdacht und geplant. Wir lauschten in bedächtiger Stille den Worten von Pater Leopold, der uns wie jedes Jahr die Weihnachtsgeschichte anschaulich verkündete und den Kindern damit klarmachte, dass es nicht nur um die Geschenke geht. Bis dahin war es also ein perfekter (Anm. d. Red: *räusper*) Weihnachtsabend.
Frohen Mutes verließen wir die Kirche, um Großmutter und Großvater vom „Rienne Vaplü- Altenheim“ abzuholen. Es gab leider noch einige Probleme mit meinen Großeltern; wie mein Sohn treffend anmerkte: „Die sehen ja alle gleich aus.“ Meine Frau reagierte vielleicht ein bisschen über, als sie sagte: “Wir nehmen jetzt einfach irgendeinen, wer sollte das merken?“
Schließlich fanden wir Opa auf der Toilette, wo er sich seit einigen Stunden verschanzt hatte, damit er nicht gezwungen war, seine tägliche Portion Vitamintabletten zu nehmen. Mit Oma gab es nicht so viele Probleme, abgesehen von einigen Schwierigkeiten, aus dem Fernsehraum die richtige Person zu fischen („Nee, unsere hatte keinen Bart!“) Als wir sie schließlich gefunden hatten, wurden wir noch gefragt: „Zum Mitnehmen oder hier Beschenken? Darf’s noch einer mehr sein?“ Nachdem wir alle Verwirrungen aufgeklärt hatten, fuhren wir zurück in unser trautes Heim.
Opa setzten wir Kopfhörer mit lauter Marschmusik auf, dann bekam er seine Flasche Wodka
Oma durfte währenddessen das Aquarium betrachten. Dann allerdings ohne Tropenfische, denn die sind von der Farbe her zu grell; das bringt sie dann doch zu leicht aus der Balance.
Meine Frau fuhrwerkte in der Küche herum und bereitete die Gans vor, während ich den Baum schmückte. Als ich gerade dabei war, den rosa-grünen Weihnachtsengel von Onkel Herbert an einem unauffälligen Platz aufzuhängen, beanspruchte ein hysterisches Kreischen meine Aufmerksamkeit.
Der Kleine war verschwunden und wir konnten ihn nirgends finden. Schließlich entdeckte ich ihn bei den Weihnachts-Accessoires im Keller. Ein Rand aus silbernen Fusseln um sein Gesicht herum ließ mich erahnen, dass er das Lametta verschlungen hatte. Ich konnte ihn gerade noch daran hindern, sich die Glaskugeln vorzunehmen und legte ihn zur Beruhigung zu den Geschenken unter den Weihnachtsbaum (den wir nun nicht mehr mit Lametta verzieren konnten) und machte mich derweil in der Küche nützlich. Als ich nach einiger Zeit zurückkam, um nach dem Rechten zu sehen, hatte der Kleine auf ausnahmslos alle Geschenke erbrochen. Meine Frau und ich entschlossen uns daher dazu, Gutscheine zu verteilen, um den Rest der Stimmung aufrechtzuerhalten. Seitdem verzichten wir beim Weihnachtsfest auf Lametta.

Während wir hektisch und schwitzend Gutscheine verpackten, verkokelte die Gans langsam aber sicher im Ofen.

20 Minuten später:
Wir saßen betrübt und desillusioniert vor der schwarzen Gans und ich hatte nun meine ganze Hoffnung in den bestellten Show-Weihnachtsmann gelegt. Seine 20 Minuten Verspätung ließen mich mittlerweile kalt. Da klingelte es an der Tür. Ich hastete hin, in der Hoffnung, doch noch einen Weihnachtsabend zu erleben, wie ich ihn mir vorstellte. An der Tür stand ein ca. 1.55m großer, untersetzter Weihnachtsmann mit schiefem, grauem Bart und quäkender Stimme: „Bin ich hier richtig bei Familie Bierbichler?“ Ohne die Antwort abzuwarten, pöbelte er mich an:„Also, wo sind die Gören?“. Ich wies ihn darauf hin, dass ich mich bei der Weihnachtsmannagentur beschweren werde, doch mein älterer Sohn sah ihn und bevor ich etwas dagegen tun konnte, zerrten ihn die Kinder ins Wohnzimmer, wo er sich mit einem lauten Furz auf das Sofa fallen ließ und beinahe unseren Cocker zerquetschte.

Was mir erst im Nachhinein auffiel, war, wie interessiert er jeden glänzenden Einrichtungsgegenstand betrachtete. Jedoch waren die beiden Kleinen so begeistert von den Geschichten des Weihnachtsmanns, dass ich ihn einfach machen ließ. Kurze Zeit später landete ein rot-schwarz-grauer Haufen in unserem Kamin, wo er regungslos liegen blieb. Unser Jüngster verkroch sich hinter das Sofa, während der andere Sohn begeistert das staubige Bündel begutachtete. Nach einiger Zeit kam er zu dem Schluss, dass dies der Weihnachtsmann sein müsse. Meine Kinder hatten nichts anderes zu tun, als das ihn nach noch mehr Geschenken zu durchsuchen. Geschockt davon sah ich nicht, wie der andere Weihnachtsmann durch die Haustür verschwand, in einen Lieferwagen einstieg und lachend zusammen mit einem Zwerg mit grünem Anzug, inklusive aller unserer Einrichtungsgegenstände, davonfuhr.

Mein detektivischer Spürsinn ermöglichte es mir, alles zu kombinieren: Der Kamin-Weihnachtsmann war der Echte gewesen, er hatte nur leider 20 Minuten Verspätung gehabt. Aber während uns der Tür-Weihnachtsmann mit Geschichten ablenkte, hatte der Zwerg unseren Flur und Keller ausgeräumt.

In diesem Sinne: FROHE WEIHNACHTEN!!

Ich und der Zyniker haben den Text geschrieben, als wir 13 bzw. 14 Jahre alt waren, also ich muss sagen: Dafür ist er gar nicht schlecht!
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Beitrag(#69060) Verfasst am: 30.12.2003, 18:24    Titel: Antworten mit Zitat

kamelpeitsche hat folgendes geschrieben:
Ich finde, dass Schmerzlos' Link genauso behandelt werden sollte wie der Text von c.e.s!


http://www.gutenberg2000.de/morgenst/gedichte/morgen64.htm
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Eifellady
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Beitrag(#69065) Verfasst am: 30.12.2003, 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Noch eine Geschichte von mir- die wie die erste und eine weitere auf
www.terrasight.net/wbboard/main.php?... zu lesen sind.

Mission Impossible

Eigentlich mochte Commander Ips diese Mission gar nicht.
Wenn es nach ihm gegangen wäre, würde er diesen elenden Planeten einfach einmal umkreisen, einer seiner sehr leistungsfähigen Laserkanonen benutzen und sich schnellsten mit seinem Raumschiff davon machen, um von keinem der kleinen Trümmerstücke getroffen zu werden.
Aber leider hatte die Ethikkommission anders entschieden. Es sollte noch ein letzter Versuch gestartet werden um auf diesem Planeten noch einen einigermaßen lebbaren Platz im Universum zu schaffen.
Etwas missmutig schaute Commander Ips zu seinem Bordassistenten hinüber, der damit beschäftigt war, die Landekoordinaten der kleinen Raumfähre zu berechnen.
„ Wen nehmen wir denn am besten für diese Mission, Wireless?“ wandte er sich fragend an den kleinen Roboter, der wie immer treu hinter seinem Herrn stand.
„ Wenn Commander Ips erlauben, dann würde ich dazu Nomerci, Warful und Peacy vorschlagen.“
Ips sah Wireless an und fragte sich zum unzähligsten Male, welcher Programmierer sich daraus einen Spaß gemacht hatte, diesem Roboter diese unmögliche Sprache einzugeben.
„Hm, Nomerci und Warful sind eine gute Wahl, die wissen gleich wie man sich durchsetzt bei diesem unmöglichen Volk auf diesem Planeten. Aber Peacy? Ist die nicht zu weich für diesen Auftrag, ich denke sie hat einfach zuviel Mitleid mit diesen primitiven Kreaturen.“
Der Commander runzelte die Stirn.
„Wenn Commander Ips erlauben, dann darf ich hinzufügen, dass Peacy eine Abgesandte der Ethikkommission ist. Wir werden wohl nicht umhinkommen, sie mit auf diesen Planeten zu schicken.“ Wireless machte dabei einen etwas unglücklichen Eindruck. Jedenfalls hatte Ips den Eindruck, dass es so wäre.
„Nun gut, dann nehmen wir die drei. Wie weit sind Sie mit Ihren Koordinaten?“ fragte der Commander sich an seinen Assistenten wendend.


Nomerci, Warful und Peacy schauten auf den Monitor, der die Nachtseite des Planteten zeigte.
Langsam setzte ihre Raumfähre auf den Boden des Planeten auf.
Sie waren in einer einsamen Wüstengegend gelandet, damit sie nicht gleich auffielen. Denn diese primitiven Völker waren immer etwas schreckhaft und neigten dann gleich zu Gewalttätigkeiten, wenn sie etwas sahen, was sie nicht kannten.
Alles wurde gleich als Bedrohung ausgelegt. Selbst unter ihresgleichen herrschte ein solches Misstrauen, dass sie schon fast ihren ganzen Planeten verwüstet hatten.
„Wie werden wir uns denn mit ihnen Kontakt setzen können, ohne dass es gleich zu einer Katastrophe kommt?“ fragte Peacy.
Sie war noch sehr jung und steckte voller Idealismus. Aber sie wusste auch wie sie sich durchsetzen konnte, obwohl sie dies nie tat, ohne Rücksicht auf die Gefühle und Meinungen der anderen zu nehmen.
„ Ich weiß gar nicht, warum die sich von der Ethikkommission solche Gedanken machen, ich hätte da eine viel simplere Lösung.“grummelte Warful vor sich hin.
Peacy schaute ihn ein wenig streng an, jedenfalls bemühte sich sich darum, denn eigentlich konnte sie ihm nicht böse sein, denn dazu sah er eigentlich viel zu attraktiv aus. Aber das wollte sie ihm natürlich nicht zeigen.
Nomerci machte auch ein Gesicht, dass ausdrückte, dass er den Gedanken Warfuls zustimmte.
Aber er hielt sich zurück und beschäftigte sich damit, die Ausrüstung für die erste Mission klarzumachen.

Die drei verließen die Raumfähre. Da die Atmosphäre ihres Heimatplaneten fast identisch mit diesem war, konnten sie auf Raumanzüge verzichten.
Über ihnen sahen sie den sternenklaren Himmel. Es war sehr kalt, aber das machte nichts.
Nach der langen Zeit im Raumschiff, freuten sie darüber, wieder einmal festen Boden unter den Füssen zu haben. Auch die Weite, die sich vor ihnen in der hellen Nacht erstreckte, war eine willkommene Abwechslung zum Leben auf dem Raumschiff.
„Hey!“ Normerci gab einen erschreckten Laut von sich und sprang zur Seite.
Ein kleines Nachttier huschte an seinen Füssen vorbei und vergrub sich blitzschnell im Sand.
Die anderen lachten. „ Wenn du dich schon von den primitivsten Formen fürchtest, was wird dass dann erst werden, wenn wir mit den angeblichen intelligenten Formen zusammenstoßen?“ fragte Warful
Normerci gab einen undefinierbaren Laut von sich und stapfte mit verdrießlichem Gesicht voran.
Percy schaute Warful nach, denn es tat ihr schon wieder leid, dass sie über ihn gelacht hatte.
Denn wenn er sich nach außen hin auch so raubeinig zeigte, im tiefsten Herzen war er aber sehr sensibel, da war sie sich sicher.
Sie gingen eine ganze Strecke und kamen an die Hügelkette, die sich dort im Norden erstreckte.
Dort setzten sie ihre Antigravitationsflyer ein, die ihnen ermöglichten sanft zum Gipfel der nächsten Anhöhe zu schweben.
Oben angekommen, blickten sie auf die Lichter einer Siedlung.
„ Das sieht alles so friedlich und schön aus. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich mir nicht vorstellen, dass es hier zu solch kriegerischen Auseinandersetzungen kommen kann.“sagte Peacy und in ihrer Stimme schwang ein Hauch von Melancholie mit.
Langsam schwebten sie mit ihren Flyern den Hügel hinab. Am Rande der Siedlung angekommen, erkannten sie, dass die Bewohner dieses Planeten sich wohl gerade bei der Nahrungsaufnahme befanden. Jedenfalls einige davon. Peacy sah jedenfalls durch ein Fenster hindurch mehrere Bewohner, wahrscheinlich eine Familie- jedenfalls so nannte man auf diesem Planeten die kleinen Einheiten, die das den Fortbestand der Bewohner sichern sollten- die dabei war, etwas zu verspeisen, was einem der primitiven weniger intelligenten Bewohner dieses Planenten ähnlich sah. Jedenfalls ähnlich gesehen hatte. Peacy drehte sich der Magen um, denn sie lebten nur von synthetischer Nahrung, denn in einem Raumschiff war es nicht möglich irgendwelche Lebewesen mitzuführen um sie dann zu verspeisen. Allein der Gedanke daran. Peacy wendete sich mit Ekel ab.

Plötzlich öffnete sich an einem der Gebäude , dass inmitten eines bepflanzten Areal stand, eine Tür. Ein vierbeiniges zotteliges Etwas rannte unter springenden und hüpfenden Bewegungen hinaus. Dabei stieß es rhythmisch unmelodisch klingende Laute aus.
Warful, Nomerci und Peacy versuchten sich noch schnell hinter einem der dichten hohen Pflanzen zu verstecken, aber ohne Erfolg.
Diese merkwürdige Wesen hatte wohl ein sehr ausgeprägtes Riechorgan und rannte auf sie zu, dabei wurden seine unmelodisch klingenden Laute immer lauter.
Nomerci zog seinen Laserstrahler aus seiner Halterung und zielte auf den Störenfried.
„Nein, nicht!“ Peacy schlug Nomerci die Waffe aus der Hand. „ Du kannst doch keinen der Bewohner hier einfach töten!“ flüsterte sie empört.
Nomerci sah sie böse an.
„Ach, aber wenn dieses Biest uns die ganzen Bewohner auf uns hetzt, dann ist das in Ordnung, oder?“ In seiner Stimme war Wut zu hören.
„Bitte, Nomerci, lass es mich doch einfach probieren. Vielleicht kann ich ja Kontakt mit ihm aufnehmen.“wandte sich Peacy mit um Verzeihung bittenden Blick an ihn.
„Also gut, dann versuche es.“grummelte Nomerci.
Doch das hysterische Lautgeben der zotteligen Kreatur hatte mittlerweile einige der Bewohner der Siedlung an ihre Türen gelockt, wo sie jetzt standen und mit nachtblinden Augen hinaus spähten.
„ Ich glaube, wir ziehen uns zurück!“ meinte Nomerci. Warful schaute grimmig auf diese sich wie verrückt aufführende vierbeinige Kreatur und die sich immer zahlreicher an den Türen sammelnden Bewohner.
„Da stehen drei Fremde hinter den Büschen dort hinten!“ hörten sie plötzlich jemanden rufen.
Die drei duckten sich um aus dem Sichtfeld zu kommen.
Das verstand die sich immer noch wie verrückt aufführende Kreatur wohl als Zeichen eines Angriffs. Sie stürzte sich auf Warful, der einen Moment dadurch abgelenkt war um nach etwas zu suchen, was er diesem Biest nachwerfen konnte.
Warful spürte einen plötzlichen heftigen Schmerz an einer Stelle seines Gesäßes, dass sich gerade in idealer Höhe befand, um der Kreatur eine Angriffsfläche zu bieten.
Warlord ließ den Stein fallen, den er gerade aufgehoben hatte und versuchte verzweifelt diese Bestie, die sich festgebissen hatte, wieder loszuwerden. „ Du Bestie! Lass mich los!“ heulte er auf.
Peacy stand wie erstarrt dabei. Nomerci suchte hektisch nach seinem Laserstrahler, der irgendwo unter das Gebüsch gerutscht war.
Mittlerweile hatten sich schon immer mehr Bewohner versammelt und eine Abordnung näherte sich mit grimmigen Blick dem Gebüsch, hinter dem Warful verzweifelt versuchte, der Bestie Herr zu werden.
Plötzlich hörte man einen jammernden Aufschrei.
Nomerci hatte bei der Suche nach seinem Laserstrahler einen Bewohner des Strauches aufgeweckt, der im kräftig in seine Hand biss und sich schlängelnd davon machte.
Peacy griff schnell in ihre Tasche mit der Notfallausrüstung und konnte mit einem schnellen Griff ein Gegengift herausholen, um das Schlimmste zu verhindern.
Aber sie konnte nicht verhindern, dass die Hand Nomercys anschwoll. Aber dazu hatte sie auch keine Zeit, denn mittlerweile hatte sich Warful zwar der Bestie entledigen können, aber hatte doch ziemliche Verletzungen davon getragen. Humpelnd und gebückt versuchte er sich wieder zu den beiden anderen hinter dem Gebüsch zu verstecken.
Die Bewohner des Planeten rotteten sich bedrohlich zusammen und waren schon fast unmittelbar vor dem Strauch der drei Raumfahrer.
„Schnell, wir müssen verschwinden!“ rief Warful. Sie aktivierten die Flyer und hoben ab.
Sie erhoben sich über die zusammengerottete Menge, die vor Staunen erstarrt stehen blieben und den Dreien sich in die Lüfte erhebenden nachschauten.
Plötzlich ertönte ein lauter Knall und Peacy wurde von etwas am Bein gestreift. Sie schrie kurz auf und sah eine blutende Stelle, dort wo sie das Objekt gestreift hatte.
„Wo ist dein Laserstrahler, Nomerci?“fragte Warful.
Aber Nomerci war schon so weit mit seinem Flyer von den anderen entfernt, dass er ihn nicht mehr hörte.
Plötzlich ertönte ein Knall nach dem anderen und die Objekte pfiffen ihnen um die Ohren.
Sie flogen mit ihren Flyern so schnell sie konnten zu ihrem Raumgleiter zurück.

„Wie ich sehe, ist Ihre Mission ja nicht gerade erfolgreich verlaufen.“ Commander Ips schaute sich die drei Missionsteilnehmer kritisch an. Es war eine sonderbare Gesellschaft, die vor ihm stand.
„Wenn Commander Ips mir erlauben zu sagen, der Ausdruck stehen ist wohl bei Warful nicht ganz korrekt anzuwenden. An seiner Haltung ist etwas sehr merkürdig.“warf Wireless ein.
Warful bedachte den Roboter mit einem grimmigen Blick und stütze sich mit gequälten Gesichtsausdruck auf die Lehne des Commandersessels.
Neben ihm stand Peacy, die standhaft versuchte mit ihrer Gehhilfe kein zu jämmerliches Bild abzugeben.
„Und Sie, Nomercy.“ Commander Ips schaute Nomercy an, der verlegen versuchte seine Hand hinter seinem Rücken zu verstecken. „Ihnen muß ich einen Verweis erteilen, denn sie haben ihren Laserstrahler auf dem Planeten zurückgelassen. Hoffentlich missbrauchen die Bewohner diese Waffe nicht und kommen zu Schaden.“ Commander Ips machte ein grimmiges Gesicht. Dieser Planet brachte nur Ärger, er hatte es ja von Anfang an gewusst.
„Die sind doch viel zu primitiv, die können unmöglich mit solche einer Waffe umgehen. Machen sich sich keine Sorgen. Wir haben doch gesehen, was für Waffen sie gebrauchen.“wagte Nomercy einzuwerfen.
Der Commander runzelte die Stirn und grinste.“Na ja, primitiv schon, aber nicht ganz wirkungslos.“

Drei Wochen später.
„Wenn Commander Ips mir erlauben zu sagen, es ist gerade eine Nachricht gekommen.“
Der Commander schaute Wireless fragend an. „Welche Nachricht?“
Irgendwie hatte Ips den Eindruck, der Roboter mache ein verlegenes Gesicht, aber dass war sicher nur Einbildung.
„ Wenn Commander Ips erlauben, es geht um die Waffe, die Nomercy auf dem Planeten vergessen hatte.“
„Ich wusste es doch, der Planet macht mir nur Ärger.“ Grimmig schaute er den Roboter an.
„Um was geht es denn in der Nachricht?“ Ips sah den Roboter an.
„Wenn Commander mir erlauben zu sagen, der Planet existiert nicht mehr. Irgendeiner der primitiven Bewohner hat es wohl geschafft, seinen Planeten mittels es Laserstrahlers in die Luft zu sprengen.“
„Na auch gut, dass war sowieso gleich meine Idee, denn ich hatte sowieso keine Hoffnung, dass sich die Bewohner jemals friedlich verhalten würden. Das musste ja so kommen.“
Er wandte sich zu seinem Bordassistenten: „Streichen sie den Planeten aus der Sternenkarte!“
„Wie war noch mal der Name des Planeten, Wireless?“ fragte der Commander.
„Wenn der Commander Ips mir erlauben zu sagen: Er hieß Erde.“




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Beitrag(#69069) Verfasst am: 30.12.2003, 18:40    Titel: Antworten mit Zitat

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:
@ces:
Schmerzlos' Link war lediglich eine Reaktion auf Deinen Beitrag.


http://www.onlinekunst.de/baumgedichte/buddha_baum.html

zwinkern
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defensor_fidei
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Beitrag(#69071) Verfasst am: 30.12.2003, 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hoffe doch, daß dieser Kommentar gestattet sei, ohne von den "Moderatoren" (sic) beanstandet zu werden:

In der Länge einer Geschichte oder eines Postings liegt bestimmt nicht die Kraft. Ich persönlich habe nicht die Ausdauer, einem längeren Posting zu folgen.

Ich halte nichts von diesen Killer-"Postings", die sich in eine epische Breite ziehen.

Deshalb: Go Home ...

Meine Meinung.
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Eifellady
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Beitrag(#69074) Verfasst am: 30.12.2003, 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

cogito_ergo_sum hat folgendes geschrieben:
Ich hoffe doch, daß dieser Kommentar gestattet sei, ohne von den "Moderatoren" (sic) beanstandet zu werden:

In der Länge einer Geschichte oder eines Postings liegt bestimmt nicht die Kraft. Ich persönlich habe nicht die Ausdauer, einem längeren Posting zu folgen.

Ich halte nichts von diesen Killer-"Postings", die sich in eine epische Breite ziehen.

Deshalb: Go Home ...

Meine Meinung.


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Beitrag(#69075) Verfasst am: 30.12.2003, 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

Eifellady hat folgendes geschrieben:
cogito_ergo_sum hat folgendes geschrieben:
Deshalb: Go Home ...


Meinst du jetzt jemanden bestimmtes?


Geh doch nach drüben, Ellen. Auf den Arm nehmen
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Beitrag(#69077) Verfasst am: 30.12.2003, 18:59    Titel: Antworten mit Zitat

cogito_ergo_sum hat folgendes geschrieben:
Ich hoffe doch, daß dieser Kommentar gestattet sei, ohne von den "Moderatoren" (sic) beanstandet zu werden: [...]


Keine Angst, solange "User" (sic) nicht beleidigend werden, können sie auch gerne Kritik üben. zwinkern
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Ralf Rudolfy
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Beitrag(#69079) Verfasst am: 30.12.2003, 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

Voilà, noch eine Geschichte zum Thema: Nicht schön, nicht gut, aber leider wahr.


Ins Bett mit Jesus


»Ööhm..., ich muß dir mal was sagen...«, setzte meine nette und attraktive Nachbarin an, als sie eines Nachmittags bei mir vor dem Balkon stand. In den letzten Wochen hatte sich, so meinte ich jedenfalls, unzweifelhaft eine gewisse erotische Spannung zwischen uns aufgebaut. Wir flirteten uns an, während sie ihr Fahrrad übern Hof schob, und das war mir nur recht, denn es handelte sich bei ihr augenscheinlich um eine intelligente, weltzugewandte und nicht zuletzt auch alles andere als unansehnliche junge Frau. Doch roch ich, mittlerweile nicht mehr ganz arm an Lebenserfahrung, bei dieser Einleitung bereits den Braten, und spätestens bei der Fortsetzung des Satzes: »Ich weiß ja nicht, was du dir erhoffst, aber...«, war mir klar, daß ich nun zu hören kriegen würde, was ich darauf natürlich auch hörte: nämlich, daß das wohl mit uns nichts werden könne. Schade eigentlich, aber so ist das im Leben. Wenns auch nicht wichtig ist, warum – die Neugier packt einen doch. Hat sie wohl schon wen anders? Hat sie keinen Bock auf Kerle im allgemeinen und auf mich nicht im besonderen? Aber nein, das alles wären akzeptable und respektable Gründe – doch ist die Wahrheit oft weit weniger nüchtern!
Anscheinend beherrsche ich sie einigermaßen, die Kunst, in schwierigen Situation ein Mindestmaß an Selbstbeherrschung zu wahren oder doch zumindest so zu tun; und sei es nur, weil ich keine Ahnung habe, wie in manch speziellem Fall eine angemessene Reaktion aussehen könnte – vielleicht lags auch einfach nur daran, daß ich schlichtweg nicht glauben konnte, was mir gerade passierte, daß kein wie auch immer geartete Anfall mich heimsuchte. Jedenfalls eröffnete meine Nachbarin mir, daß sie demnächst in eine »christ-liche Lebens-gemeinschaft« ziehen würde, wo sie ein »Jungfräulichkeitsgelübde« abzulegen gedenke. Und deswegen mußte sie ganz dringend die Notbremse ziehen.
»Joah, klar, kein Problem«, log ich, innerlich tobend und kochend. Scheißescheißescheiße! Wie kommt jemand auf sowas? Und wozu soll das gut sein? Hier zeigt es sich mal wieder: Wenn die Leute nicht nur verklemmt sind, sondern auf ihre Verklemmtheit auch noch stolz genug sind, um sie zum Prinzip zu erheben, so kann man hundert zu eins wetten, daß eine merkwürdige Sache namens Religion dahintersteckt.
Nun, was Leute im Kopf haben, ist ihre Sache und ist im Grunde auch gar nicht wichtig. Ob sie an Schneewitchen, an Odin, an den Schorse Inri, an Karma und Wiedergeburt oder an Rumpelstielzchen glauben, ob sie dem, was sich judäische Schafhirten vor einigen tausend Jahren einst zur Welt zusammenreimten, etwas abgewinnen können, ob sie Karol Wojtyla, dem Dalai Lama oder anderen Scharlatanen hinterherlaufen, ist relativ egal, solange sie denn meinen, geführt und bevormundet werden zu müssen. Was an irgend einer Ideologie einzig interessant ist, das sind deren sozialen Auswirkungen. Und die sind nicht ohne. Was, so fragte ich mich, muß man mit einem jungen Menschen anstellen, um ihn in die psychische Selbstverstümmelung zu treiben? Wenn in Afrika oder wo auch immer die Klitoris unters Messer kommt, um die böse Lust zu bekämpfen, so regt uns das natürlich zu Recht auf. Aber wir sind hier zivilisiert; deswegen sieht man die Verstümmelungen nicht, und solange das so ist, ist alles gut. Wenn hier Jugendlichen Neurosen eingeimpft werden, die der Seelenklempner in zehn Jahren nicht mehr rauskriegt, so ist das allemal durch die Religionsfreiheit gedeckt. Das unterscheidet uns von diesen Barbaren dort unten.
Sexualität ist des Teufels, gänzlich igittigitt und am besten ganz zu vermeiden. Wer diese Botschaft erfolgreich gespeichert hat, mit dem lassen sich auch alle anderen Schweinereien anstellen. Kein Wunder, daß ich neulich in der Zeitung lesen mußte, wie ein evangelischer Bischof es als arg beklagenswert anprangerte, daß man zwar heute, wie er meinte, offen über Sexualität reden könne, nicht aber über »den Glauben« – was ja, so es denn stimmte, eigentlich als Lichtblick und als Indiz für die Hebung der psychischen Volksgesundheit anzusehen wäre. Denn wer auf Schmerzvermeidung und Lustgewinn geeicht ist, wird naturgemäß für Lustvermeidung und Schmerzgewinn nicht mehr leicht zu begeistern sein und geht deswegen auch nicht mit Jesus ins Bett.
Immerhin, direkt anständig, mich rechtzeitig zu warnen, war es von meiner Nachbarin auf jeden Fall.


© Peter Raulfs
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Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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Beitrag(#69080) Verfasst am: 30.12.2003, 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:
Keine Angst, solange "User" (sic) nicht beleidigend werden, können sie auch gerne Kritik üben. zwinkern


http://gutenberg.spiegel.de/hoelderl/gedichte/scheinhl.htm
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Beiträge: 4554

Beitrag(#69086) Verfasst am: 30.12.2003, 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Peter Raulfs hat folgendes geschrieben:
Voilà, noch eine Geschichte zum Thema: Nicht schön, nicht gut, aber leider wahr.


http://www.deutsche-liebeslyrik.de/rilke30.htm
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