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Wahlen in der Türkei
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Raina
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Anmeldungsdatum: 25.06.2007
Beiträge: 126

Beitrag(#778140) Verfasst am: 30.07.2007, 11:35    Titel: Antworten mit Zitat

Gefahr durch Islamisten

Erdogan im Visier der Dschihadisten

Von Rainer Hermann, Istanbul

http://tinyurl.com/2h86gl
Link: FAZ


Der große Terror, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, ist jener der kurdischen Separatisten, der kleine, wenn auch über den Tag hinaus gefährlichere, ist aber jener der türkischen Dschihadisten. Unablässig spricht die ganze Türkei über den ersten, den zweiten verhüllt vornehm ein Mantel des Schweigens.

Auch die Polizei spricht nicht gerne darüber, sie beobachtet aber scharf. Beispielsweise jene, die Visa nach Pakistan beantragen, um von dort über die Grenze nach Afghanistan zu schlüpfen. Irgendwann schlagen die Polizisten in Zivil zu. Zum Beispiel am Morgen des 30. Mai, als sie in vier Stadtteilen gleichzeitig acht Verdächtige verhafteten, von denen sie mit gutem Grund glaubten, dass sie sich in afghanischen Lagern ausbilden lassen wollten. Nur kurz zuvor hatte der Führer von Al Qaida in Afghanistan, Mustafa Abu Yazid, der Türkei mit Terroranschlägen gedroht.

Auftakt zur Verhaftungswelle vom Januar war die Festnahme eines erst fünfundzwanzigjährigen Anwalts. Die Überraschung war groß. Denn der Verdächtige sieht so unauffällig aus wie viele andere Anwälte, er praktizierte in Izmir, einer der weltoffensten Städte der Türkei, gestanden hat er aber, „Türkei-Kommandant von Al Qaida“ zu sein.


Auch die IBDA-C hatte Erdogan im Visier. Im April 2004 hatte die Polizei wieder einmal eine Istanbuler Zelle von IBDA-C ausgehoben, die sich ausgeschrieben „Front der Kämpfer für einen Großen Islamischen Osten“ nennt und deren Führer Salih Mirzabeyoglu seit 2000 eine lebenslange Haftstrafe abbüßt. IBDA-C ist zwar gefährlich, aber überschaubar. Denn die kompliziert geschriebenen Traktate von Mirzabeyoglu versteht kaum einer. Bei der Razzia vom April 2004 fand die Polizei aber eine leicht deutbare Todesliste. Auf ihr stand der Name Erdogan. Als muslimischer Demokrat ist er den Dschihadisten mehr als andere ein Dorn im Auge. Neben ihm standen die Namen des bekannten jüdischen Unternehmers Ishak Alaton und des Popsängers Celik Erisci. Vieles spricht dafür, dass die Zellen von Al Qaida und IBDA-C miteinander kommunizieren und bei Bedarf Schläfer mobilisieren.

Al Qaida entsendet erfahrene Dschihadisten in die Türkei, und sie rekrutiert Mitglieder aus dem vorhandenen Extremistenpotential, neben der IBDA-C auch aus der türkischen Hizbullah. Mindestens zwei der Selbstmordattentäter vom November 2003 gehörten ihr an. Die Hizbullah war in den achtziger Jahren, auch mit Unterstützung der damaligen Regierungen, im kurdischen Südosten als Gegengift zur Separatistenbewegung der PKK entstanden. Als PKK-Führer Öcalan in einem türkischen Gefängnis landete, wandte sich die Hizbullah von ihrem Patron ab. Seither bombt sie für einen theokratischen Staat. Innenminister Aksu brüstete sich jüngst, in den letzten sieben Jahren seien allein 15.000 Mitglieder der Hizbullah verhaftet worden. Das Reservoir muss noch größer sein. Denn der amerikanische Think Tank „Washington Institute“ hatte behauptet, mit finanzieller Hilfe von Al Qaida reorganisiere sich die türkische Hizbullah. Darüber redet in der Türkei aber niemand gerne.

Denn der große Terror ist ja jener der Kurden. zynisches Grinsen


Raina
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ateyim
registrierter User



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 3656
Wohnort: Istanbul

Beitrag(#783233) Verfasst am: 04.08.2007, 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

die spinnen die Türken...

heute war die erste Sitzunge des neugewaehlten Parlaments, und die rufen doch allen ernstes alle Abgeordneten einzeln vor und lassen sie einen Eidestext sprechen... das Ganze hat ca. 6 Stunden gedauert und wurde von ca. 5 Sendern live übertragen...

und die, die es nicht zeigten, brachten staendig in den Nachrichten Zusammenfassungen von den bekannten Politikern, die bereits den Eid abgelegt haben.


Ich kann mich an solche Vereidigungsmarathons in Deutschland nicht erinnern... wird dort geschlossen vereidigt? Habe ich mir nie so bewusst gemacht. Frage
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Evilbert
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Anmeldungsdatum: 16.09.2003
Beiträge: 42408

Beitrag(#783246) Verfasst am: 04.08.2007, 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

ateyim hat folgendes geschrieben:

Ich kann mich an solche Vereidigungsmarathons in Deutschland nicht erinnern... wird dort geschlossen vereidigt? Habe ich mir nie so bewusst gemacht. Frage


Also jeder im öffentlichen Dienst stehende Mensch muss das Patschehändchen heben und einen Text aufsagen. Das musste ich sogar als Aushilfe (!) bei der Post; da war ich ja für wichtige Wirtschafts- Werbebriefe verantwortlich (als ich Kinder hüten oder denen was beibringen musste wurde das dagegen nicht verlangt von mir, die sind ja auch nicht so wichtig).

Und auch Rekruten müssen das tun; das dauert immerhin inklusive des begleitenden Gelaberes regelmäßig solange, dass sie wie die Fliegen umkippen.

Politikern erspart man das wahrscheinlich bzw. beschleunigt das Verfahren.
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Religionskritik-Wiesbaden
homo est creator Dei



Anmeldungsdatum: 04.11.2008
Beiträge: 7740
Wohnort: Wiesbaden

Beitrag(#2091770) Verfasst am: 17.04.2017, 10:30    Titel: Mehrheit für Ja - aber Mehrheit in Großstädten für Nein Antworten mit Zitat

Erdogan hat zwar knapp gewonnen,
aber in den größten Städten, darunter seiner politischen Heimatstadt Istanbul,
und in der Hauptstadt Ankara, verlor er die Wahl.

Ansonsten logischerweise in den Städten des Tourismus und natürlich im Kurdengebiet.

Quelle (Screenshut von 10:21, am 17-04-2017):
http://www.cnnturk.com/referandum-2017



Was die Spekulationen um offensichtliche Wahlmanipulationen betrifft,
diese schätze ich geringer ein,
als beispielsweise in der Ukraine in früheren Zeiten (z.B. 2000 - 2013),
und ich denke, diese dürfte sich nicht im entscheidenden Rahmen bewegen.

Viel entscheidender war natürlich,
das Erdogan alle Staats- und Regierungsnahen Medien auf ein Ja einschwören konnte.
Die einschüchternden Festnahmen nicht mit eingerechnet.

Hätte die Opposition für ihr Nein ähnliche Propagandamöglichkeiten gehabt, wäre das Ergebnis vermutlich ein anderes.

Respekt denen,
die in dieser Stimmung mit Nein gestimmt haben - in einer Zeit,
in der Menschen einfach mal so wegen 'Terroranschuldigungen' ihren Job verlieren können,
oder gar inhaftiert werden.

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Despiteful
Freizeit-Schizo



Anmeldungsdatum: 26.03.2017
Beiträge: 168

Beitrag(#2091772) Verfasst am: 17.04.2017, 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Die Türken haben per Wahl ihre parlamentarische Demokratie abgeschafft. Darf man jetzt sagen sie sind ein dummes Volk, so wie man von den Amis sagt sie sind dumm, sie sind Trash, weil sie Trump gewählt haben?
Können wir uns jetzt die nächsten dreißig Jahre anhören, dass in Europa und überhaupt alle, die nicht seiner Meinung sind alles 'Nazis' sind und 'Terroristen'? Oder wird das jetzt weniger, weils keinen Wahlkampf mehr gibt? Ich fürchte nicht.
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater



Anmeldungsdatum: 30.09.2006
Beiträge: 9622
Wohnort: Da, wo noch Ruhe ist

Beitrag(#2091775) Verfasst am: 17.04.2017, 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Despiteful hat folgendes geschrieben:
Die Türken haben per Wahl ihre parlamentarische Demokratie abgeschafft. Darf man jetzt sagen sie sind ein dummes Volk, so wie man von den Amis sagt sie sind dumm, sie sind Trash, weil sie Trump gewählt haben?
Können wir uns jetzt die nächsten dreißig Jahre anhören, dass in Europa und überhaupt alle, die nicht seiner Meinung sind alles 'Nazis' sind und 'Terroristen'? Oder wird das jetzt weniger, weils keinen Wahlkampf mehr gibt? Ich fürchte nicht.


Bei fast zwei Dritteln der in D lebenden Wahlberechtigten war das Referendum eine Wut-Wahl. Sie gehören hier nicht mit dazu und wollten es den deutschen einfach mal "so ordentlich zeigen". Das Verhältnis zwischen Deutschen und den sehr frommen Türken ist ja nicht seit heute und gestern extrem angespannt. Die hier integrierten Türken sind Aleviten, Christen Atheisten, Agnostiker - aber praktisch nur eins nicht: Sunniten.

Es könnte vor allem eine enorme Gewaltspirale in Gang gesetzt werden - spätestens dann, wenn notorische Lügner und Egomanen davon ablenken müssen, dass sie realpolitisch nicht weiter kommen.
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Despiteful
Freizeit-Schizo



Anmeldungsdatum: 26.03.2017
Beiträge: 168

Beitrag(#2091776) Verfasst am: 17.04.2017, 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Despiteful hat folgendes geschrieben:
Die Türken haben per Wahl ihre parlamentarische Demokratie abgeschafft. Darf man jetzt sagen sie sind ein dummes Volk, so wie man von den Amis sagt sie sind dumm, sie sind Trash, weil sie Trump gewählt haben?
Können wir uns jetzt die nächsten dreißig Jahre anhören, dass in Europa und überhaupt alle, die nicht seiner Meinung sind alles 'Nazis' sind und 'Terroristen'? Oder wird das jetzt weniger, weils keinen Wahlkampf mehr gibt? Ich fürchte nicht.


Bei fast zwei Dritteln der in D lebenden Wahlberechtigten war das Referendum eine Wut-Wahl. Sie gehören hier nicht mit dazu und wollten es den deutschen einfach mal "so ordentlich zeigen". Das Verhältnis zwischen Deutschen und den sehr frommen Türken ist ja nicht seit heute und gestern extrem angespannt. Die hier integrierten Türken sind Aleviten, Christen Atheisten, Agnostiker - aber praktisch nur eins nicht: Sunniten.

Es könnte vor allem eine enorme Gewaltspirale in Gang gesetzt werden - spätestens dann, wenn notorische Lügner und Egomanen davon ablenken müssen, dass sie realpolitisch nicht weiter kommen.

Auch in Frankreich und den Niederlanden hat eine Mehrheit der dort wählenden Türken 'Evet' gesagt. In Österreich waren es 71%. Also entweder haben die dort ähnliche Probleme oder der Grund muss ein anderer sein.

Und zum wirksamen Ablenken und um zu zeigen 'Wir machen was!' kommt ja jetzt die Todesstrafe.
Wenn das nicht reicht, können wir uns auf zyklisch wiederkehrende Tiraden aus Ankara gefasst machen. Es wird wohl eine Mischung aus beidem sein, die ganze Palette eines obszönen Populismus halt, verfassungsrechtlich verankert. Ungustiöses im Blickfeld
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
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Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2091778) Verfasst am: 17.04.2017, 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Despiteful hat folgendes geschrieben:
Die Türken haben per Wahl ihre parlamentarische Demokratie abgeschafft. Darf man jetzt sagen sie sind ein dummes Volk, so wie man von den Amis sagt sie sind dumm, sie sind Trash, weil sie Trump gewählt haben?
Können wir uns jetzt die nächsten dreißig Jahre anhören, dass in Europa und überhaupt alle, die nicht seiner Meinung sind alles 'Nazis' sind und 'Terroristen'? Oder wird das jetzt weniger, weils keinen Wahlkampf mehr gibt? Ich fürchte nicht.


Bei fast zwei Dritteln der in D lebenden Wahlberechtigten war das Referendum eine Wut-Wahl. Sie gehören hier nicht mit dazu und wollten es den deutschen einfach mal "so ordentlich zeigen".


Nicht unbedingt. Die meisten schauen einfach andere Nachrichtensender an, und haben kaum unter Erdogans Politik zu leiden.

Die sehen was Erdogan bis jetzt die Türkei an Wohlstand gebracht hat.
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Religionskritik-Wiesbaden
homo est creator Dei



Anmeldungsdatum: 04.11.2008
Beiträge: 7740
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Beitrag(#2091784) Verfasst am: 17.04.2017, 12:05    Titel: Von der Trumpwahl zur Osterhasenjagd Antworten mit Zitat

Despiteful hat folgendes geschrieben:
Die Türken haben per Wahl ihre parlamentarische Demokratie abgeschafft.

Darf man jetzt sagen sie sind ein dummes Volk, so wie man von den Amis sagt sie sind dumm, sie sind Trash, weil sie Trump gewählt haben?


Nicht die Türken haben sich für die Errichtung eines Präsidialsystems entschieden,
sondern die knappe Mehrheit derer, die zur Wahl gingen (was aber sehr viele waren, Populismus mobilisiert in der Demokratie).

Die Türken sind nämlich auch die 48,59 % derer, die mit Nein stimmten.

Der Vergleich zur Wahl und dem Wahlvolk in den USA hinkt aber an mehreren stellen.

1. Die Wahl in den USA war auch eine Antiestablishment Wahl - Eine Wahl, die jemanden ins Präsidentenamt brachte, der möglichst weit weg war vom Washingtoner-Küngel.
Das ist nichts neues - Obama war auch so jemand.

Das Referendum in der Türkei dient hingegen dazu - die schon etablierte Macht von mittlerweile alteingesessenen Politikern zu festigen. Es handelt sich also nicht um eine Antiestablishment Wahl.

2. In der Türkei wurden grundlegende Änderungen eingeleitet,
in den USA hingegen lässt sich alles durch noch anstehende Wahlen korrigieren. In den USA wurde nicht das System aus den Angeln gehoben und durch ein anderes ersetzt - sondern nur neu positioniert.

3. Der Vorwurf, das in den USA vor allem der Trash (hier der White Trash) Trump gewählt hat - ist allgemein in den Medien westlichen Medien stereotyp verbreitet, wofür es aber auch belastendes Zahlenmaterial gibt.

Mich hat dabei immer gestört,
das wohl der sich an Minderheiten anbiedernde Wahlkampf der Demokraten - zum Beispiel an Latinos und Afroamerikaner,
im gleichen Maßen sich nie an die weise prekäre Minderheit im Land richtete.

4. Einem solches Referendum würde glaube ich in den USA zu einem Großteil scheitern,
weil selbst viele rechte Rednex und Antiwashingtoner sehr viel auf eine kontrollierte Macht geben - und das Recht auf Meinungsäußerung vor allem.

Die sind dann eher gegen sie dominierende Bundesgesetze - also radikalföderalistisch und hoffen dann in ihren Bundesstaaten ihr Leben leben zu können (inkl. Todesstrafe, etc.)
Es wäre interessant,
wenn sich Radikalföderalisten mal in der Türkei bilden würden und von diesem Zentralstaatsmodell abkommen - was leider weltweit in Mode ist.


Despiteful hat folgendes geschrieben:

Können wir uns jetzt die nächsten dreißig Jahre anhören, dass in Europa und überhaupt alle, die nicht seiner Meinung sind alles 'Nazis' sind und 'Terroristen'? Oder wird das jetzt weniger, weils keinen Wahlkampf mehr gibt? Ich fürchte nicht.


Ich fürchte auch nicht,
er braucht ja 'das böse' Ausland - hier die EU,
um seinen 'Sultanstaat' als die gute, moralische Alternative zu präsentieren.

Das ganze in der Türkei ging so unglaublich schnell,
das wohl die meisten immer noch geschockt und überrascht sind.
Ich hätte gedacht, der braucht für diese Art der Resultanisierung des politischen Systems noch mehr als 10 Jahre, vielleicht sogar 15 Jahre.
Aber dann kam der Putsch - und diesen hat er geschickt ausgenutzt. Unglaublich geschickt. Insofern taktisch genial - wie damals Merkel, als sie nach Fukujima aus der Sackgasse der CDU - Atomindustrie hinausmaschierte.

Ich befürchte,
wenn wir Erdogan immer nur durch den Blick der Satire sehen,
also den lustigen, großspurigen Kerl, der gerne einen Fanschal trägt,
dann tragen wir mit zu einem Bild der Unterschätzung bei.

Als er sich diesen fetten Präsidentenpalast baute,
gab es Extra3 und Heute Show Satiren auf diesen Präsidenten,
nur,
dieser türkische Präsident macht nicht mehr,
als diese beknackten konstitutionellen Monarchien,
wo Familiendynastien schon seit Jahrhunderten in Schlössern hausen,
eingebettet in die vielen Demokratien in unserer EU.
Staatsempfänge finden dann im Schloss statt,
und auch unsere Demokratie gibt dem Grüßonkel ein Schloss.

Also für einen Türken kommt diese architektonische Präsidentkritik in Richtung Türkei unter umständen schräg und verlogen an,
aber Hauptsache Welke und Co haben ihren Spass.

Das musste mal raus - Smilie
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luc
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Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 914
Wohnort: Nice. Paris. Köln

Beitrag(#2091808) Verfasst am: 17.04.2017, 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

63,1 % der Türken, die in Deutschland leben, haben mit ja gestimmt. Sie leben in einer Demokratie, die ihnen viel Freiheit garantiert und wünschen sich für ihr Ursprungsland eine Diktatur. Unerklärlich aber wahr. Na dann! Jetzt können sie die Vorteile einer Diktatur genießen, wenn ihnen ihr Gastland zu bunt ist. Dort in Istanbul oder Anatolien können sie ihre Wut gegen die Demokratie ausleben. Wunderbar!
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Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 491

Beitrag(#2091809) Verfasst am: 17.04.2017, 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
63,1 % der Türken, die in Deutschland leben, haben mit ja gestimmt. Sie leben in einer Demokratie, die ihnen viel Freiheit garantiert und wünschen sich für ihr Ursprungsland eine Diktatur. Unerklärlich aber wahr. Na dann! Jetzt können sie die Vorteile einer Diktatur genießen, wenn ihnen ihr Gastland zu bunt ist. Dort in Istanbul oder Anatolien können sie ihre Wut gegen die Demokratie ausleben. Wunderbar!


Ich habe nichts anderes erwartet. Erdo hat in D einen großen Rückhalt.
Bei der letzten Wahl hatten ihn knapp 60 Prozent gewählt.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerken-in-deutschland-waehlten-erdogan-partei-akp-a-1060661.html
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UnArtig
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Anmeldungsdatum: 16.07.2016
Beiträge: 18

Beitrag(#2091828) Verfasst am: 17.04.2017, 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
63,1 % der Türken, die in Deutschland leben, haben mit ja gestimmt.


Falsch. 63,1% der Türken, die in Deutschland leben und sich dafür registriert hatten - das ist eben ein Unterschied.
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astarte
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Anmeldungsdatum: 13.11.2006
Beiträge: 36498

Beitrag(#2091835) Verfasst am: 17.04.2017, 23:28    Titel: Antworten mit Zitat

30 % der Wahlberechtigten, bzw 13 % der türkischstämmigen Menschen in Deutschland haben mit ja gestimmt:
Zitat:
In Deutschland gebe es insgesamt 3,5 Millionen Türkeistämmige, davon 1,5 Millionen mit türkischem Pass. Rund 750.000 von ihnen hätten an der Wahl teilgenommen, davon 60 Prozent für Erdogan gestimmt – macht 450.000 Stimmen. Das seien lediglich 13 Prozent der Türkeistämmigen in Deutschland.
"Deshalb von gescheiterter Integration DER TÜRKEN zu sprechen, wird der Realität nicht gerecht", folgert Polenz. Auf den Einwand eines Facebook-Nutzers, dass die Zustimmung an der Höhe der Wahlberechtigten gemessen werden müsse (dann wäre es eine Zustimmung von immerhin 30 Prozent), entgegnete Polenz, ihm gehe es um die Frage, welche Rückschlüsse aus dem Referendum für die Türkeistämmigen in Deutschland insgesamt gezogen werden könnten. Schließlich würden die zwei Millionen, die nicht wählen durften, in "Mithaft" für das Ja genommen.

Letztlich sagt die Höhe der Wahlbeteiligung, dass die Türken in Deutschland sich weniger stark für das Referendum interessierten als die Türken in der Türkei. Das könnte auch daran liegen, dass ein Teil von ihnen sich nicht sehr stark mit der Türkei identifiziert. Eine Motivation, an dem Referendum teilzunehmen, hatten offenbar vor allem die Erdogan-Anhänger unter den Türken in Deutschland.

Quelle http://mobil.n-tv.de/politik/Wie-viele-deutsche-Tuerken-sagten-Ja--article19796051.html
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 34591
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2091836) Verfasst am: 17.04.2017, 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Despiteful hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Despiteful hat folgendes geschrieben:
Die Türken haben per Wahl ihre parlamentarische Demokratie abgeschafft. Darf man jetzt sagen sie sind ein dummes Volk, so wie man von den Amis sagt sie sind dumm, sie sind Trash, weil sie Trump gewählt haben?
Können wir uns jetzt die nächsten dreißig Jahre anhören, dass in Europa und überhaupt alle, die nicht seiner Meinung sind alles 'Nazis' sind und 'Terroristen'? Oder wird das jetzt weniger, weils keinen Wahlkampf mehr gibt? Ich fürchte nicht.


Bei fast zwei Dritteln der in D lebenden Wahlberechtigten war das Referendum eine Wut-Wahl. Sie gehören hier nicht mit dazu und wollten es den deutschen einfach mal "so ordentlich zeigen". Das Verhältnis zwischen Deutschen und den sehr frommen Türken ist ja nicht seit heute und gestern extrem angespannt. Die hier integrierten Türken sind Aleviten, Christen Atheisten, Agnostiker - aber praktisch nur eins nicht: Sunniten.

Es könnte vor allem eine enorme Gewaltspirale in Gang gesetzt werden - spätestens dann, wenn notorische Lügner und Egomanen davon ablenken müssen, dass sie realpolitisch nicht weiter kommen.

Auch in Frankreich und den Niederlanden hat eine Mehrheit der dort wählenden Türken 'Evet' gesagt. In Österreich waren es 71%. Also entweder haben die dort ähnliche Probleme oder der Grund muss ein anderer sein.

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Donald Trump hat seinem Kollegen Erdogan auffallend schnell telefonisch zu seinem "Erfolg" gratuliert. (laut BBC-world)

Ob er dem jetzt auch beibringt wie man Twitter benutzt?

Ich erwarte von Erdogan in Zukunft auch nichts anderes als wir es schon seit einem dreiviertel Jahr aus dem Weissen Haus gewohnt sind: Ich bin der Groesste und alles andere ist "Fake News". Sehr glücklich
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astarte
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Beitrag(#2091839) Verfasst am: 17.04.2017, 23:48    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Bei fast zwei Dritteln der in D lebenden Wahlberechtigten war das Referendum eine Wut-Wahl.....

Die Wahlbeteiligung der in D lebenden Wahlberechtigten war aber nur knapp 50 %. Kann was nicht stimmen mit deiner Rechnung.

Wenn jetzt in D jeder Depp glaubt, dass über die Hälfte aller Türkischstämmigen pro Erdogan wären, weil viele sich falsch ausdrücken, und eine Menge weder lesen noch rechnen oder denken zu können scheint, gibt das jetzt eine noch beschissenere Stimmung im Land, weil jeder türkischstämmige jetzt verdächtigt wird, Erdogan-Fan zu sein. Mannmannmann
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sünnerklaas
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Beitrag(#2091847) Verfasst am: 18.04.2017, 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

astarte hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Bei fast zwei Dritteln der in D lebenden Wahlberechtigten war das Referendum eine Wut-Wahl.....

Die Wahlbeteiligung der in D lebenden Wahlberechtigten war aber nur knapp 50 %. Kann was nicht stimmen mit deiner Rechnung.


Für die, die Erdogan gewählt haben und folglich wählen gegangen sind, war das eine Wut-Wahl.

Zitat:
Wenn jetzt in D jeder Depp glaubt, dass über die Hälfte aller Türkischstämmigen pro Erdogan wären, weil viele sich falsch ausdrücken, und eine Menge weder lesen noch rechnen oder denken zu können scheint, gibt das jetzt eine noch beschissenere Stimmung im Land, weil jeder türkischstämmige jetzt verdächtigt wird, Erdogan-Fan zu sein. Mannmannmann


Der Generalverdacht ist leider jetzt da. Und er ist praktisch nicht mehr aus der Welt zu schaffen, weil es sich um eine Volksabstimmung zu einem höchst problematischen Thema handelte. Hinzu kommen die ganzen Bedrohereien und Bespitzelungen durch den türkischen Geheimdienst, die Reden der Erdogan-Trolle etc..
Durch das Wahlergebnis und das Wahlverhalten der 63% der 50% Teilnehmenden am Plebiszit stehen im Grunde alle türkischstämmigen in der Öffentlichkeit als antidemokratische Vollhorste da. Der Schaden, den das alles angerichtet hat, ist noch nicht zu übersehen. Richtig heftig wird's wenn Erdogan hier über die Einführung der Todesstrafe abstimmen lässt.
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astarte
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Beiträge: 36498

Beitrag(#2091850) Verfasst am: 18.04.2017, 10:52    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Bei fast zwei Dritteln der in D lebenden Wahlberechtigten war das Referendum eine Wut-Wahl.....

Die Wahlbeteiligung der in D lebenden Wahlberechtigten war aber nur knapp 50 %. Kann was nicht stimmen mit deiner Rechnung.


Für die, die Erdogan gewählt haben und folglich wählen gegangen sind, war das eine Wut-Wahl.

Vielleicht, bestreite ich das?
Oder bestreite ich vielleicht, dass 30 %, zwei Drittel der in D lebenden Wahlberechtigten sind? Hm? Mit den Augen rollen

Zitat:

Zitat:
Wenn jetzt in D jeder Depp glaubt, dass über die Hälfte aller Türkischstämmigen pro Erdogan wären, weil viele sich falsch ausdrücken, und eine Menge weder lesen noch rechnen oder denken zu können scheint, gibt das jetzt eine noch beschissenere Stimmung im Land, weil jeder türkischstämmige jetzt verdächtigt wird, Erdogan-Fan zu sein. Mannmannmann


Der Generalverdacht ist leider jetzt da. Und er ist praktisch nicht mehr aus der Welt zu schaffen, weil es sich um eine Volksabstimmung zu einem höchst problematischen Thema handelte. Hinzu kommen die ganzen Bedrohereien und Bespitzelungen durch den türkischen Geheimdienst, die Reden der Erdogan-Trolle etc..
Durch das Wahlergebnis und das Wahlverhalten der 63% der 50% Teilnehmenden am Plebiszit stehen im Grunde alle türkischstämmigen in der Öffentlichkeit als antidemokratische Vollhorste da. Der Schaden, den das alles angerichtet hat, ist noch nicht zu übersehen. Richtig heftig wird's wenn Erdogan hier über die Einführung der Todesstrafe abstimmen lässt.

Der ist deshalb da, weil es deutsche Vollhorste gibt, die plärren, dass man jetzt nicht mehr zum Türken essen geht, weil sie gar nicht und Leute wie du nur halb rechnen können.

Denn trotz der Bespitzelungen, der ungleichen Wahlveranstaltungen, ist nun klar, hier konnte Erdogan seine Anhänger zwar mobilisieren, aber das sind nicht mehr als 13% der türkischstämmigen.
Selbst von den Wahlberechtigen scheint der Hälfte egal, was in der Türkei stattfindet, wohl weil sie hier leben und sich hier zuhause fühlen. Trotz aller deutschen Vollhorste. Klar, Nichtwähler arbeiten Populisten in die Hände - das ist aber kein speziell türkisches Phänomen, das tun viele Deutsche auch, wo zudem keiner bedroht und bespitzelt wird.

Und in seinem Land ist mindestens die Hälfte trotz aller Drohungen und Verhaftungen und Terrorismusvorwürfen ganz deutlich GEGEN Erdogans Machtwahn.
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Despiteful
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Beitrag(#2091852) Verfasst am: 18.04.2017, 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hinzu kommt, dass die Erdogan-Anhänger die lauten sind, die, die poltern und dadurch von Natur aus eher wahrgenommen werden (können) als die stillen Nein-Sager.


Aber ich will mich auch mal an einem Zahlenspiel versuchen:


74,93 Millionen Menschen leben in der Türkei.

Es waren 55,3 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen bei diesem Referendum abzustimmen.

51,41% haben mit Ja, 48,59 % mit Nein gestimmt.

Das bedeutet: Letztlich haben nur 780.000 Menschen darüber entschieden, unter welcher Verfassung die 75 Millionen künftig leben sollen.

Darüber sollten wir nachdenken. Mit den Augen rollen
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astarte
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Beitrag(#2091853) Verfasst am: 18.04.2017, 11:11    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-04/tuerkei-proteste-istanbul-referendum-hayir
Zitat:
"Die AKP hat ihren Zenit erreicht", sagt Mesut. "Nur noch 50 Prozent unterstützen Erdoğan, obwohl die AKP sogar eine Koalition mit der MHP einging." Die rechtsextreme Partei MHP hatte auch zu einem Ja im Referendum aufgerufen. "Die Leute hoffen, dass die Wahl auf juristischem Weg angefochten werden kann", sagt Mesut. Wenn die Gerichte die Anfechtung ablehnen, könnte das die Menschen zusätzlich empören. "Es wäre klar: Selbst die angeblich unabhängigen Gerichte folgen blind Erdoğan. Das würde die Leute rasend machen!"



http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/referendum-tuerkei-recep-tayyip-erdogan-akp-republik

Zitat:
Seit dem Putschversuch im Juli 2016 hat Erdoğan Hunderttausende Beamte entlassen, mehr als 150 Journalisten verhaften lassen, im Wahlkampf massiv die Medien manipuliert, zahlreiche Verhaftungen im Nein-Lager und Oppositionspolitiker veranlasst, sich bei Dutzenden Auftritten die Kehle wund geschrien und gegen das verfassungsmäßige Neutralitätsgebot verstoßen. Trotzdem entschied sich letztlich immerhin rund die Hälfte der Wähler gegen Erdoğans Superpräsidentschaft, mit der er die Reste der defekten heimischen Demokratie in eine Autokratie umwandeln will.

In den Großstädten überwog das Nein
In den drei größten Städten des Landes – Istanbul, Izmir und Ankara – entschieden sich mehr Menschen mit Nein als mit Ja. Damit hat er erstmals nach 23 Jahren die Mehrheit in Istanbul verloren. Seit 1994 als Bürgermeister, und später mit der von ihm mitgegründeten Regierungspartei stand die AKP dort immer an erster Stelle. Eine knappe Mehrheit durch Unterdrückung von Gegenstimmen ist eine Niederlage, und jetzt steht Erdoğan Millionen Kriminellen im eigenen Land gegenüber – denn er hatte zuvor die Nein-Anhänger als "Terroristen" diffamiert.

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Beitrag(#2091856) Verfasst am: 18.04.2017, 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

astarte hat folgendes geschrieben:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-04/tuerkei-proteste-istanbul-referendum-hayir
Zitat:
"Die AKP hat ihren Zenit erreicht", sagt Mesut. "Nur noch 50 Prozent unterstützen Erdoğan, obwohl die AKP sogar eine Koalition mit der MHP einging." Die rechtsextreme Partei MHP hatte auch zu einem Ja im Referendum aufgerufen. "Die Leute hoffen, dass die Wahl auf juristischem Weg angefochten werden kann", sagt Mesut. Wenn die Gerichte die Anfechtung ablehnen, könnte das die Menschen zusätzlich empören. "Es wäre klar: Selbst die angeblich unabhängigen Gerichte folgen blind Erdoğan. Das würde die Leute rasend machen!"



http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/referendum-tuerkei-recep-tayyip-erdogan-akp-republik

Zitat:
Seit dem Putschversuch im Juli 2016 hat Erdoğan Hunderttausende Beamte entlassen, mehr als 150 Journalisten verhaften lassen, im Wahlkampf massiv die Medien manipuliert, zahlreiche Verhaftungen im Nein-Lager und Oppositionspolitiker veranlasst, sich bei Dutzenden Auftritten die Kehle wund geschrien und gegen das verfassungsmäßige Neutralitätsgebot verstoßen. Trotzdem entschied sich letztlich immerhin rund die Hälfte der Wähler gegen Erdoğans Superpräsidentschaft, mit der er die Reste der defekten heimischen Demokratie in eine Autokratie umwandeln will.

In den Großstädten überwog das Nein
In den drei größten Städten des Landes – Istanbul, Izmir und Ankara – entschieden sich mehr Menschen mit Nein als mit Ja. Damit hat er erstmals nach 23 Jahren die Mehrheit in Istanbul verloren. Seit 1994 als Bürgermeister, und später mit der von ihm mitgegründeten Regierungspartei stand die AKP dort immer an erster Stelle. Eine knappe Mehrheit durch Unterdrückung von Gegenstimmen ist eine Niederlage, und jetzt steht Erdoğan Millionen Kriminellen im eigenen Land gegenüber – denn er hatte zuvor die Nein-Anhänger als "Terroristen" diffamiert.

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Dass Erdogan nicht die Mehrheit hat und trotzdem die Wahl gewonnen hat ist eine von mehreren Parallelen zu Trump - auch dass Erdogangs wie Trumps Wähler aus der Provinz und den politisch unaufgeklärten Kreisen kommen.

Das Fatale ist nur, dass so ein Referendum, wenn es gerichtlich nicht gekippt wird, auch über Erfogan hinaus von seine Nachfolgern mussbraucht werden kann und wird.

Es wird schwer sein, solche reaktionären Festschreibungen wieder zu revidieren. In Chile kämpfen die fortschrittlichen Massen noch heute gegen repressive, undemokratische und unsoziale Gesetze aus der Pinochet-Zeit ...-
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vrolijke
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Beitrag(#2091863) Verfasst am: 18.04.2017, 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Schade dass der Threadstarter nicht mehr mitmacht. Der könnte vor Ort berichten. skeptisch
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freeyourmind
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Beitrag(#2091869) Verfasst am: 18.04.2017, 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Das Fatale ist nur, dass so ein Referendum, wenn es gerichtlich nicht gekippt wird, auch über Erfogan hinaus von seine Nachfolgern mussbraucht werden kann und wird.


Jap, das seh ich exakt genauso! Erdogan mag es vielleicht irgendwo gut meinen, könnte man ihm an dieser Stelle unterstellen (obwohl sich das eigentlich widerspricht, da sein erstes Vorhaben Todesstrafe lautet) - aber, dass die kommenden "Präsidenten" es dann immer noch "gut meinen" .... Mit den Augen rollen
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wolle
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Beitrag(#2091875) Verfasst am: 18.04.2017, 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Die türkischen Wahlbeteiligten in Deutschland, die zu 63% für das Referendum gestimmt haben,
die türkischen Wahlbeteiligten in Österreich, die zu 73% für das Referendum gestimmt haben,
die türkischen Wahlbeteiligten in Belgien, die zu 75% für das Referendum gestimmt haben,
kann ich nicht verstehen.
Sie unterstützen Schritte in die Diktatur, und leben in Demokratien.
Erdogan hätte aber auch ohne das Votum der Auslands-Türken gewonnen.
https://kurier.at/politik/ausland/so-haette-die-tuerkei-ohne-auslandstuerken-gewaehlt/258.924.392
Eine bessere Wahl haben folgende Auslands-Türken getroffen:
USA 83,8 % Nein,
Kanada 72 % Nein,
Australien 58 % Nein,
Russland 74 % Nein,
Schweiz 62 % Nein,
Schweden 53% Nein,
Vereintes Königreich 80% Nein.
_________________
Besondere Ergebnisse des G20-Gipfels in China: http://german.china.org.cn/txt/2016-09/08/content_39261108.htm
G20 Leaders' Communique Hangzhou Summit: http://www.g20.org/English/Dynamic/201609/t20160906_3396.html
http://www.un.org/en/index.html
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Pfirsich
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Anmeldungsdatum: 11.05.2014
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Beitrag(#2091881) Verfasst am: 18.04.2017, 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ich werde es so halten, wie im anderen Thread angekündigt, egal, wie viele Staatsbürgerschaften der Wirt hat und auch, ob oder was er gewählt hat.
Für Nichtwähler habe ich kein Verständnis, sofern es nicht um Unterschichtler und Wahlen hierzulande geht, die für diese Klientel reine Zeitverschwendung sind.

Die Bedeutung von Familie für Türken habe ich angeschnitten. Man kann doch in einem solchen Fall, wenn man schon selbst nicht zur Wahl gehen darf oder sich für ein Nein entschieden hat, versuchen, entsprechenden Einfluss auf seine Leute zu nehmen. Ich glaube nicht, dass dann die zwei Drittel Ja-Stimmen zustande gekommen wären.
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Tarvoc
Filthy Class-Reductionist



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Beiträge: 32449
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Beitrag(#2091886) Verfasst am: 18.04.2017, 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

freeyourmind hat folgendes geschrieben:
Erdogan mag es vielleicht irgendwo gut meinen

https://www.youtube.com/watch?v=FopyRHHlt3M
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater



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Beitrag(#2091890) Verfasst am: 18.04.2017, 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

astarte hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Bei fast zwei Dritteln der in D lebenden Wahlberechtigten war das Referendum eine Wut-Wahl.....

Die Wahlbeteiligung der in D lebenden Wahlberechtigten war aber nur knapp 50 %. Kann was nicht stimmen mit deiner Rechnung.


Für die, die Erdogan gewählt haben und folglich wählen gegangen sind, war das eine Wut-Wahl.

Vielleicht, bestreite ich das?
Oder bestreite ich vielleicht, dass 30 %, zwei Drittel der in D lebenden Wahlberechtigten sind? Hm? Mit den Augen rollen

Zitat:

Zitat:
Wenn jetzt in D jeder Depp glaubt, dass über die Hälfte aller Türkischstämmigen pro Erdogan wären, weil viele sich falsch ausdrücken, und eine Menge weder lesen noch rechnen oder denken zu können scheint, gibt das jetzt eine noch beschissenere Stimmung im Land, weil jeder türkischstämmige jetzt verdächtigt wird, Erdogan-Fan zu sein. Mannmannmann


Der Generalverdacht ist leider jetzt da. Und er ist praktisch nicht mehr aus der Welt zu schaffen, weil es sich um eine Volksabstimmung zu einem höchst problematischen Thema handelte. Hinzu kommen die ganzen Bedrohereien und Bespitzelungen durch den türkischen Geheimdienst, die Reden der Erdogan-Trolle etc..
Durch das Wahlergebnis und das Wahlverhalten der 63% der 50% Teilnehmenden am Plebiszit stehen im Grunde alle türkischstämmigen in der Öffentlichkeit als antidemokratische Vollhorste da. Der Schaden, den das alles angerichtet hat, ist noch nicht zu übersehen. Richtig heftig wird's wenn Erdogan hier über die Einführung der Todesstrafe abstimmen lässt.

Der ist deshalb da, weil es deutsche Vollhorste gibt, die plärren, dass man jetzt nicht mehr zum Türken essen geht, weil sie gar nicht und Leute wie du nur halb rechnen können.

Denn trotz der Bespitzelungen, der ungleichen Wahlveranstaltungen, ist nun klar, hier konnte Erdogan seine Anhänger zwar mobilisieren, aber das sind nicht mehr als 13% der türkischstämmigen.
Selbst von den Wahlberechtigen scheint der Hälfte egal, was in der Türkei stattfindet, wohl weil sie hier leben und sich hier zuhause fühlen. Trotz aller deutschen Vollhorste. Klar, Nichtwähler arbeiten Populisten in die Hände - das ist aber kein speziell türkisches Phänomen, das tun viele Deutsche auch, wo zudem keiner bedroht und bespitzelt wird.

Und in seinem Land ist mindestens die Hälfte trotz aller Drohungen und Verhaftungen und Terrorismusvorwürfen ganz deutlich GEGEN Erdogans Machtwahn.


Du willst es anscheinend nicht sehen: es ist hier MAXIMALER Schaden entstanden. Und das Dumme: die Erdogan-Anhänger meinen viele ja erkennen zu können - an den Kopftüchern der Frauen.
Und es hilft einfach nicht, sich das Ergebnis hier in D schön zu trinken und zu sagen, immerhin wäre ja die Wahlbeteiligung sehr gering gewesen - und außerdem wäre alles ein ganz großes Missverständnis und man sei doch nicht so, man wäre hier und in der Türkei zu Hause und und und...
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Alchemist
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Beitrag(#2091893) Verfasst am: 18.04.2017, 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Pfirsich hat folgendes geschrieben:
Ich werde es so halten, wie im anderen Thread angekündigt, egal, wie viele Staatsbürgerschaften der Wirt hat und auch, ob oder was er gewählt hat.


Egal, wie viele Staatsbürgerschaften der Wirt hat?
Du weißt schon, dass wenn der Wirt nur die Deutsche hat, er gar nicht wahlberechtigt war.

Und du regst dich also über "die Türken wollten es den Deutschen mal so richtig zeigen" auf?

Pillepalle
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unquest
Marx und Freudlos



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Beitrag(#2091906) Verfasst am: 18.04.2017, 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

astarte hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Bei fast zwei Dritteln der in D lebenden Wahlberechtigten war das Referendum eine Wut-Wahl.....

Die Wahlbeteiligung der in D lebenden Wahlberechtigten war aber nur knapp 50 %. Kann was nicht stimmen mit deiner Rechnung.

Wenn jetzt in D jeder Depp glaubt, dass über die Hälfte aller Türkischstämmigen pro Erdogan wären, weil viele sich falsch ausdrücken, und eine Menge weder lesen noch rechnen oder denken zu können scheint, gibt das jetzt eine noch beschissenere Stimmung im Land, weil jeder türkischstämmige jetzt verdächtigt wird, Erdogan-Fan zu sein. Mannmannmann

In diesem Fall scheint jeder anders zu rechnen. Lachen
Hamed rechnet rückwärts

Zitat:
Nur 36 Prozent der Deutschtürken sind gegen das Ermächtigungsgesetz von Erdogan. Wenn man weiß, dass 25 Prozent der hier lebenden Türken eigentlich Kurden/Aleviten sind, die so ein Gesetz aus existentiellen Gründen ablehnen, und weitere christliche Assyrer und Aramäer, die auch gegen diese Verfassungsänderung sind, dann liegt die Zustimmungsquote für die Einführung der Diktatur bei den muslimischen nichtkurdischen Türken schon bei über 90 Prozent.

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Beitrag(#2091909) Verfasst am: 18.04.2017, 23:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ahso der wahre Türke - nee is klar. noc

Edit: Homosexuelle, atheistische, feministische Türken muss man bestimmt auch noch raus rechnen. Das sind bestimmt auch keine richtigen Türken. Wer für freien Journalismus und Gewaltenteilung, sowie für Rechte von Oppositionellen und Kritikern, ist, auch. Und wer gegen Erdogan ist, ist ja sowieso ein terrorist. Ist klar, die sind alle gegen die Verfassungsänderung und gegen die Öffnung der Willkür gegen sie. Zählen also nicht.

Kann man auch kurz sagen: die für Erdogans Autokratie sind, haben fast zu 100 % für Ja gestimmt.
Äh. Ja. Sowas aber auch.
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Beitrag(#2091919) Verfasst am: 19.04.2017, 07:16    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
...

Für die, die Erdogan gewählt haben und folglich wählen gegangen sind, war das eine Wut-Wahl.
...

Sehe ich auch so. Die Böhmermänner haben dem Erdogan hier klar Wahlhilfe geleistet.
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