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Literatur und Literaturkritik

 
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M.S.Salomon
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Anmeldungsdatum: 15.09.2003
Beiträge: 389

Beitrag(#83658) Verfasst am: 30.01.2004, 09:24    Titel: Literatur und Literaturkritik Antworten mit Zitat

Bevor Karlheinz Deschner als Autor von kirchen- und religionskritischen Werken bekannt wurde, veröffentlichte er viel beachtete belletristische und literaturkritische Werke. 1956 erschien sein Erstlingswerk, der Roman „Die Nacht steht um mein Haus“ (Neuausgabe 1998), 1957 seine literarische Streitschrift „Kitsch Konvention und Kunst“, die durch heftige Diskussionen in Presse und Rundfunk ungewöhnliches Aufsehen erregte und eine Auflage von weit über hunderttausend Exemplaren erreichte.
1958 folgte der Roman „Florenz ohne Sonne“. 1964 (nachdem sich Deschner mit „Abermals krähte der Hahn“ und „Mit Gott und den Faschisten“ nachhaltig auf dem Gebiet der Religionskritik zu Wort gemeldet hatte) brachte er eine zweite literarische Streitschrift heraus, betitelt mit „Talente Dichter Dilettanten“, in der er „überschätzte und unterschätzte Werke in der deutschen Literatur der Gegenwart“ unter die Lupe nahm. Wie schon „Kitsch Konvention und Kunst“ war auch dieser Nachfolgeband eine literarische Sensation. Hans Habe schrieb damals in der Neuen Ruhr Zeitung: „Ein wertvolles und wichtiges Buch. Nicht nur, weil es den Konformismus des Nonkonformismus, also die literarischen Tabus Deutschlands, zur Diskussion stellt, sondern vor allem, weil „Talente, Dichter, Dilettanten“ das tiefschlafende Sprachgewissen wachruft.“
Genau dieses tiefe Gespür für Sprache, das Deschner bei vielen seinerzeit hoch gepriesenen Autoren vermisste, zeichnet sein eigenes literarisches Werk aus: Eine Sprache, die unverbraucht ist, die zuweilen kratzbürstig ist, aber nie „nach Parfüm stinkt“.

Was halten Sie vom Literaten und Literaturkritiker Deschner? Sind seine Urteile (beispielsweise über Hesse) berechtigt? Wird der Literat Deschner auch den hohen Maßstäben des Literaturkritikers Deschner gerecht? Oder fällt sein Urteil „Literatur krankt oft daran, dass sie mehr Wille als Vorstellung ist“ auf ihn selbst zurück?
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Wir müssen uns Sisyphos
als einen glücklichen Menschen vorstellen."
(Albert Camus)
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Godau
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Anmeldungsdatum: 19.04.2005
Beiträge: 14
Wohnort: Kornwestheim

Beitrag(#319496) Verfasst am: 26.07.2005, 21:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herr Salomon,

Die Anregung zu dieser Diskussuion steht ja nun schon einige Zeit im raum. Da sich bisher noch niemand dazu gemeldet hat, nehme ich mal an, daß Deschners Literaturkritiken größtenteils unbekannt sind. Ich hatte und habe leider auch keine Kenntnis davon. Inwiefern sind diese Schriften eigentlich noch erhältlich, bzw. einlesbar. Auch unsere Bibliothek ist in dieser Hinsicht armselig bestückt....

M. G.
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Gott raus aus den Herzen und den Hirnen!
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M.S.Salomon
registrierter User



Anmeldungsdatum: 15.09.2003
Beiträge: 389

Beitrag(#319592) Verfasst am: 27.07.2005, 09:10    Titel: Antworten mit Zitat

Deschners literaturkritische Schriften wurden früher sehr breit diskutiert. Sie zählten bis in die 70er Jahre hinein zum Kanon der Veröffentlichungen, die man als Literaturinteressierter einfach kennen musste.
Die (autobiographisch gehaltenen) Romane sind sehr empfehlenswert. "Die Nacht steht um mein Haus" war bis vor kurzem noch in Druck. Schade, dass sich über diesen spannenden Aspekt des Deschnerschen Werks bislang noch keine Diskussion entfaltet hat...
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pyrrhon
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Anmeldungsdatum: 22.05.2004
Beiträge: 8765

Beitrag(#319600) Verfasst am: 27.07.2005, 09:57    Titel: Antworten mit Zitat

Deschners Literaturkritik ist ausgesprochen interessant, wenn auch m.E. die meisten der kritisierten Autoren heute nicht mehr die Bedeutung haben, die sie damals hatten. Leider sind diese Schriften nicht mehr erhältlich.

Grüße,
viator
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