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Zum 8. Mai 1945 / Wie geht man mit (ehemaligen) Feinden um?
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Tarvoc
/leftypol/



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 32869
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2096519) Verfasst am: 26.05.2017, 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Aber bitte: Abgesehen davon, dass ich mit dem Klassenbegriff nicht allzu viel anfangen kann: Letztlich haben sich sowohl die Bolschewiki als auch die Nazis deren Abschaffung auf die Fahnen geschrieben.

Dafür, dass sich die Nazis die Abschaffung der Klassen (d.h. die Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln) auf die Fahnen geschrieben haben, hätte ich doch gerne einen Beleg.

Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Im Kern handelte es sich also jeweils um eine Diktatur auf Basis ihrer jeweiligen Ideologie

Eine Ideologie ist weder eine ökonomische noch eine gesellschaftliche Machtbasis.
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Effô Tisetti
Königsblau bis in den Tod



Anmeldungsdatum: 18.09.2003
Beiträge: 9869
Wohnort: 75

Beitrag(#2096813) Verfasst am: 29.05.2017, 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Aber bitte: Abgesehen davon, dass ich mit dem Klassenbegriff nicht allzu viel anfangen kann: Letztlich haben sich sowohl die Bolschewiki als auch die Nazis deren Abschaffung auf die Fahnen geschrieben.

Dafür, dass sich die Nazis die Abschaffung der Klassen (d.h. die Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln) auf die Fahnen geschrieben haben, hätte ich doch gerne einen Beleg.


Das Verständnis von "Klassen" und deren Überwindung war im NS und Marxismus natürlich nicht identisch, daher ist es etwas albern, dass du die marxistische Definition durch NS-Zitate belegt haben möchtest. Es geht um egalitäre Bestrebungen. Und die gab es:

Der GröFaZ 1938 daselbst in Bezug auf die HJ hat folgendes geschrieben:
Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln (...). Und dann geben wir sie erst recht nicht wieder zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. (...) Und was dann ... an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre (...)


Reichsarbeiterführer Konstantin Hierl hat folgendes geschrieben:
Es gibt kein besseres Mittel, die soziale Zerklüftung, den Klassenhass und den Klassenhochmut zu überwinden, als wenn der Sohn des Fabrikdirektors und der junge Fabrikarbeiter, der junge Akademiker und der Bauernknecht im gleichen Rock, bei gleicher Kost den gleichen Dienst tun als Ehrendienst für das ihnen allen gemeinsame Volk und Vaterland.


Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Im Kern handelte es sich also jeweils um eine Diktatur auf Basis ihrer jeweiligen Ideologie

Eine Ideologie ist weder eine ökonomische noch eine gesellschaftliche Machtbasis.


Ich hab keinen Bock mehr auf dein selektives Gesnippe. Mit diesem geistigen Gehoppel kannste vielleicht bei deinen Filosofen-Freundinnen kurz vor Mitternacht beim Rotwein reüssieren...
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Tarvoc
/leftypol/



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 32869
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2096853) Verfasst am: 29.05.2017, 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Das Verständnis von "Klassen" und deren Überwindung war im NS und Marxismus natürlich nicht identisch, daher ist es etwas albern, dass du die marxistische Definition durch NS-Zitate belegt haben möchtest.

Umgekehrt. Was albern ist, ist die Tatsache, dass du etwas zu einem Projekt zur Abschaffung von Klassen erklären möchtest, bei dem davon nun wirklich gar keine Rede sein kann.
Dass die Nazis groß im Umdefinieren aller möglichen Begriffe waren, ist ja nun kein Geheimnis. Wie du auf die Idee kommen kannst, von mir zu verlangen, ausgerechnet den Nazi-Sprachgebrauch für Klassen zu übernehmen, wenn es um die Frage nach Klassenverhältnissen im NS geht, verstehe ich dementsprechend wirklich nicht. Oder besser gesagt, doch, ich verstehe es: Weil dir diese spezifische Begriffsverdrehung hier gerade ideologisch gut in den Kram passt. Das ist allerdings auch nur für dich ein Grund.

"Die Nazis haben eben Begriffe umdefiniert, also habe ich nach der Nazi-Definition Recht." Muss dir doch eigentlich selbst einleuchten, dass das albern ist.

Im Übrigen steht in den Zitaten nichts von der Abschaffung der Klassen, sondern von der Abschaffung von "Klassenbewusstsein" (!!!) sowie "Klassenhass" und "Klassenhochmut".
(Diese Zitate zeigen schon, dass es hier allenfalls um das Projekt ging, die bestehende Klassengesellschaft vom Klassenkampf zu "befreien" und nicht etwa die Gesellschaft von den Klassen.)

Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Es geht um egalitäre Bestrebungen.

"Egalitäre Bestrebungen" diverser Art gibt es in allen möglichen politischen Richtungen. Das heißt aber nicht, dass es dabei immer um die Abschaffung der Klassen ginge. Man muss schon präzisieren, was unter "Egalitären Bestrebungen" jeweils zu verstehen sein soll.

Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Aber bitte: Abgesehen davon, dass ich mit dem Klassenbegriff nicht allzu viel anfangen kann: Letztlich haben sich sowohl die Bolschewiki als auch die Nazis deren Abschaffung auf die Fahnen geschrieben. Das ist beiden offensichtlich nicht gelungen. Dein "X" war im Falle der UdSSR die Partei und im NS der Führer bzw. das "Führerprinzip". Im Kern handelte es sich also jeweils um eine Diktatur auf Basis ihrer jeweiligen Ideologie, die den Anspruch hatte zu wissen, was das Beste fürs Volk war. Beide hatten zudem gemeinsam, dass es Menschen gab, die als Feinde dieser Ideen galten und entsprechend verfolgt wurden. Im NS noch mal besonders pervertiert durch Rassismus und das planmäßige Morden industriellem Maßstab.

Eine Ideologie ist weder eine ökonomische noch eine gesellschaftliche Machtbasis. Und diese ganze Passage gibt mit keinem Wort Auskunft darüber, wer oder was denn nun die Basis der NS-Macht war. Ist das unselektiv ungesnippt genug für dich?
Und nein, das Schlagwort "Führerprinzip" ist ebenfalls keine Antwort auf meine Frage. Auf welcher ökonomischen, gesellschaftlichen, etc. Machtbasis ruhte denn das Führerprinzip? Wie konnte es sich gesellschaftlich durchsetzen?
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