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Critic oberflächlich
Anmeldungsdatum: 22.07.2003 Beiträge: 12551
Wohnort: Arena of Air
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(#1712712) Verfasst am: 17.12.2011, 01:27 Titel: |
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| tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben: | | Naastika hat folgendes geschrieben: | | tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben: |
Einerseits gibt es in vielen Schulen - von der Schule mitorganisiert! - christliche Schulgottesdienste, aber das muslimische Gebet - einfach in der frei verfügbaren Zeit der Pause - wird einem Schüler verboten. Das ist doch eine völlig absurde Ungleichbehandlung! |
Christen wurden mittlerweile gezähmt, die Muslime noch nicht.
In der Berliner Schule kam es untern den muslimischen Schülern zu Streit über die Benutzung des Raumes.
So haben sich einige schiitische Schüler beschwert, dass alevitischen Mädchen den Raum entweiht hätten, weil sie darin gebetet haben.
Noch Kommentar? |
a) Frage nach der Quelle. Ich habe den Fall eigentlich sehr aufmerksam verfolgt, von solchen Streitigkeiten aber nichts gelesen.
b) Auch ein solcher Streit (dass das mit dem aktuellen Fall zu tun hat vorausgesetzt) wäre einfach zu vermeiden, wenn man ganz simpel das Beten im normalen Pausenbereich nicht verbietet. Im normalen Pausenbereich müssten Schüler mit anderen Schülern zurechtkommen, also Nichtbetende mit Betenden, Schiiten mit Aleviten etc.pp., und alles genau so umgekehrt. Das Problem würde sich also gar nicht stellen.
c) Der Ausdruck "zähmen" gefällt mir nicht, insbesondere nicht bei der Ausübung eines Grundrechts wie der Religionsfreiheit. Beten muss nicht "weggezähmt" werden, wurde es auch bei Christen nicht, es ist sogar im Gegenteil von der Religionsfreiheit geschützt (die Entscheidung im konkreten Fall ist ja ausdrücklich eine Einzelfallentscheidung). |
Wobei d) -- wenn das so stimmte, sich also an dem Gebetsraum religiöse Konflikte manifestieren und fortgelebt werden (die Aleviten werden von anderen muslimischen Konfessionen ja zum Teil auch verketzert bzw. nicht als "richtige Moslems" angesehen), dann wäre das tatsächlich eher ein Grund, die Religionsausübung generell - dann aber auch den Christen - zu untersagen.
Die Alternative natürlich: notfalls den Schülern erlauben, im Prinzip alle Schulräume in den Pausenzeiten, solange keine Störung von Anderen vorliegt, auch für ihre religiösen Belange nutzen zu können, hin oder her. Nur ist irgendwann die Anzahl an Weltanschauungen, die man auf diese Weise befriedigen könnte, schon begrenzt - soweit gebe ich wohl schon Recht... .
_________________ "Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"
Dann bin ich halt bekloppt.
"Wahrheit läßt sich nicht zeigen, nur erfinden." (Max Frisch)
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Defätist humanistischer Menschgut
Anmeldungsdatum: 09.06.2010 Beiträge: 3809
Wohnort: daheim
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(#1712717) Verfasst am: 17.12.2011, 02:54 Titel: |
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| Critic hat folgendes geschrieben: | ...
Die Alternative natürlich: notfalls den Schülern erlauben, im Prinzip alle Schulräume in den Pausenzeiten, solange keine Störung von Anderen vorliegt, auch für ihre religiösen Belange nutzen zu können, hin oder her. Nur ist irgendwann die Anzahl an Weltanschauungen, die man auf diese Weise befriedigen könnte, schon begrenzt - soweit gebe ich wohl schon Recht... . |
Warum so ein Aufhebens? Wieso enge, unwirtliche und uninspirierte kahle Wände?
Der Schulhof ist meist groß genug, dass sich alle Gruppen aus dem Weg gehen können und er somit Platz für jedwedes Gebet bietet. Man ist Gottes Schöpfung bedeutend näher, als in einem miefigen Kabuff. Der jeweilige (oder jeweils einzige) Gott sieht seine Schäfchen unter freiem Himmel besser und seine Liebe wird die Gläubigen im Winter wärmen und bei zu hohen Temperaturen mit kühler Luft umfächeln. Keiner muss sich mehr belästigt fühlen und die Pausenaufsicht sorgt für züchtige Abstände zwischen den Gruppierungen, sodass es nicht zu religiös motivierten Gewaltakten kommen kann.
Es hätte den weiteren Vorteil, dass die Versorgung mit stimulierenden Bewußtseinserweiterungshilfsmitteln durchgängig gewährleistet ist und damit junges Unternehmertum gestützt wird.
Edit: fehlende Buchstaben ergänzt - ist schon spät ...
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Murphy Prototyp
Anmeldungsdatum: 29.04.2011 Beiträge: 3043
Wohnort: E-Street
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(#1712727) Verfasst am: 17.12.2011, 07:19 Titel: |
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Ich sehe nicht wo genau das Problem liegt. Zum einen steht außer Frage, dass sich die Gebetszeiten an den Schulzeiten orientieren müssen. Wenn das geht, warum gilt das dann nicht für die Dauer des ganzen Schultages, damit wäre das Problem gelöst? Zum anderen kümmert sich in der unterrichtsfreien Zeit jeder um sich selber, man kann es niemandem verbieten wenn er Selbstgesprächen den Vorzug gibt oder seltsame Verrenkungen anstellt.
Solange das Gebet andere nicht behindert oder belästigt kann es doch jeder an jedem Ort der Schule, an dem er sich in seiner Freizeit aufhalten darf, durchführen. Auch der Beter hat das Recht vor Belästigung geschützt zu werden, sofern er nicht in Ruhe gelassen wird ist einzuschreiten. Aber mit den üblichen Reaktionen und Auseinandersetzungen mit anderen muss auch er selber zurechtkommen, auch wenn sie grenzwertig sind.
Die Privatsache Religion soll schließlich nicht einen Sonderstatus in der Öffentlichkeit legitimieren, das wäre ein völlig falsches Signal. Und vor allem sollte man Tendenzen zur Separation nicht auch noch unterstützen, der Schüler muss lernen sich mit den bestehenden Verhältnissen zu arrangieren, sei es dass er sich anpassen oder die Konsequenzen aushalten lernt.
Fände ich übrigens bemerkenswert, wenn jemand seiner Religion Ansehen und Respekt dadurch verleiht, dass er etwas dafür tut sie akzeptiert zu sehen ohne dafür zu streiten. Da muss es doch mehr geben als rummzujammern und davonzulaufen (aber das nur am Rande).
Aber ich hab den Thread nicht gelesen, ich könnte mir fast vorstellen er ist schon ein bisschen darüber hinaus.
_________________ Marcellus: Etwas ist faul im Staate Dänemarks.
Horatio: Der Himmel mög' es leiten.
Shakespeare, Hamlet I,4
oO(Klick for Donut)Oo________________________________________________________audaces fortuna adiuvat.
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