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Aktuelle Hinweise zu den Themen Evolution - Kreationismus - ID
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smallie
Mädchen.



Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2599

Beitrag(#1947441) Verfasst am: 04.09.2014, 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

El Schwalmo hat folgendes geschrieben:
mat-in hat folgendes geschrieben:
Hat jemand Vorschläge für eine deutsche, kurze Einführung in die Evolution? Ich bin gefragt worden, aber "Evolution: Ein Lese-Lehrbuch" (und auch ältere Machwerke) sind immer so um 500 Seiten und 40 Euro. Fällt euch was günstiges unter 200 Seiten ein?

wenns nicht systematisch sein muss, sondern Einzelaspekte reichen, ist

http://www.amazon.de/Die-101-wichtigsten-Fragen-Evolution-ebook/dp/B005OI0Y4U/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1409808340&sr=8-2&keywords=junker+thomas+evolution

durchaus brauchbar.

Das war doch der, der meinte, der Mensch stamme nicht vom Affen ab. Pfeifen
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22839

Beitrag(#1947443) Verfasst am: 04.09.2014, 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
El Schwalmo hat folgendes geschrieben:
mat-in hat folgendes geschrieben:
Hat jemand Vorschläge für eine deutsche, kurze Einführung in die Evolution? Ich bin gefragt worden, aber "Evolution: Ein Lese-Lehrbuch" (und auch ältere Machwerke) sind immer so um 500 Seiten und 40 Euro. Fällt euch was günstiges unter 200 Seiten ein?

wenns nicht systematisch sein muss, sondern Einzelaspekte reichen, ist

http://www.amazon.de/Die-101-wichtigsten-Fragen-Evolution-ebook/dp/B005OI0Y4U/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1409808340&sr=8-2&keywords=junker+thomas+evolution

durchaus brauchbar.

Das war doch der, der meinte, der Mensch stamme nicht vom Affen ab. :pfeif:


Ironie?

http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Junker

http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Junker
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smallie
Mädchen.



Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2599

Beitrag(#1947449) Verfasst am: 04.09.2014, 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hab ihn wohl mit Kutschera verwechselt. Verlegen Das hatten wir hier vor einigen Jahren.

Hier Thomas Junkers Variante
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michaxl
pantophag mit Neigung zur Adipositas



Anmeldungsdatum: 04.05.2012
Beiträge: 112

Beitrag(#1947625) Verfasst am: 05.09.2014, 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Hab ihn wohl mit Kutschera verwechselt. Verlegen Das hatten wir hier vor einigen Jahren.

Hier Thomas Junkers Variante
Kutschera ist, genau wie Junker, ein scharfer Kreationismuskritiker.
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mat-in
registrierter User



Anmeldungsdatum: 03.12.2011
Beiträge: 782
Wohnort: Heidelberg

Beitrag(#1949595) Verfasst am: 12.09.2014, 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

El Schwalmo hat folgendes geschrieben:
wenns nicht systematisch sein muss, sondern Einzelaspekte reichen, ist
http://www.amazon.de/Die-101-wichtigsten-Fragen-Evolution-ebook/dp/B005OI0Y4U/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1409808340&sr=8-2&keywords=junker+thomas+evolution
durchaus brauchbar.

Danke für eure Vorschläge, ich werd mir die mal anschaun und dann weitergeben denke ich Smilie

Shadaik hat folgendes geschrieben:
Hast du noch so ein Dreivierteljahr?, dann wär ich mit der Sammelausgabe von "Meilensteine der Evolution" auf Papier fertig zwinkern
Der Vortrag ist für den 19.10. geplant, wenn ich das jetzt richtig im Kopf habe... also 2014. Aber ich meld mich für den nächsten.....
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Holz ist ein nachwachsender Rohstoff - auch in den Köpfen der Leute.
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Darwin Upheaval
Evo-Devo-Darwinist



Anmeldungsdatum: 23.01.2004
Beiträge: 5455
Wohnort: Tief im Süden

Beitrag(#1976417) Verfasst am: 07.01.2015, 00:30    Titel: Antworten mit Zitat

Es passt zwar nicht unmittelbar zum Thema "Evolution", aber im Weiteren Sinne zum Thema "evolutionärer Naturalismus" und "naturalistische Wissenschaftsphilosophie": Markus Widenmeyer, der bereits das Buch "Welt ohne Gott - eine kritische Analyse des Naturalismus" schrieb, hat sich erneut an einer Widerlegung des Naturalismus versucht:

http://www.wort-und-wissen.de/index2.php?artikel=artikel/a18/a18.html



Darin konkretisiert und erweitert er verschiedene Argumente, die er gegen den Naturalismus vorbringt. Mir ist es bislang noch nicht gelungen, einen Philosophen zu finden, der Widenmeyers Buch rezensieren möchte (die meisten beriefen sich auf die unglaubliche Banalität dieses Buchs, einige auch auf Zeitprobleme; ich selber werde es wohl rezensieren, wozu ich aktuell aber nicht komme). Nun hat sich immerhin jemand gefunden, der "vom Fach" ist (anscheinend ein Physiker) und zu dem 2. Text von Widenmeyer Stellung bezieht - brisanterweise sogar jemand, vom dem selbst "Wort und Wissen" Bücher vertreibt, Joachim Sohns.

Was er auf der W+W-Facebook-Seite schreibt, ist absolut vernichtend - und somit eine ziemliche Peinlichkeit für den Autor und seinen Verein, denn wenn nicht einmal wohlreflektierte Wissenschaftler seinesgleichen Widenmeyers Naturalismuskritik ernst nehmen können, wer denn dann?

Hier in Auszügen der Kommentar von Joachim Sohns:

Zitat:
Ich begrüße das Anliegen des Autors, auf die Grenzen des Naturalismus hinzuweisen.
Leider muss ich festhalten:Der Text enthält formale Fehler und etliche unscharfe Formulierungen. An anderen Stellen ist die Darstellung extrem verkürzend und damit irreführend.

Bei der Verwendung von Wahrscheinlichkeiten in der Physik und insbesondere im Zusammenhang mit der Entropie gibt es konzeptionelle Probleme und unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten. Die Entropie wurde ursprünglich für Systeme definiert, die aus sehr vielen gleichartigen Kompenenten bestehen und sich im thermischen Gleichgewicht befinden. Ein klassisches Beispiel in Lehrbüchern ist ein Gas. Die Definition und Bedeutung der Entropie und verwandter Größen ist unter diesen Randbedingungen recht klar. Es ist aber auch unter Experten umstritten, ob und inwieweit diese Definition auf beliebige andere Systeme angewendet werden kann. Es gibt z.B. unterschiedliche Meinungen darüber, ob es sinnvoll ist, dem Universum als Ganzem eine Entropie zuzuweisen oder nicht. Anstatt auf die Komplexität des Themas einzugehen, werden in dem Artikel selektiv einzelne Personen zitiert. Wer allgemeingültige Behauptungen aufstellt, die nicht nur unter speziellen Randbedingungen gelten sollen, der muss auf konzeptionelle Fragen eingehen.

Manche der Systeme, die Widenmeyer als Beispiele für "Ordnung" nennt (z.B. Aufbau eines Atoms), lassen sich besser mit dem Begriff Struktur beschreiben. Es gibt Systeme, in denen ein Zustand mit Strukturen (bzw. mit höherer Ordnung) eine niedrigere Entropie aufweist. Entropie ist deshalb nicht in jedem System gleichbedeutend mit Unordnung (EIGEN 2013).

Zur Berechnung der Entropie muss die Summe über ein sogenanntes Ensemble gebildet werden. Dieses Ensemble umfasst die Menge aller möglichen Systeme mit einem vorgegebenen Makrozustand. Befindet sich ein System weit außerhalb des thermischen Gleichgewichts und liegt auch kein lokales Gleichgewicht vor, dann ist der Makrozustand nicht eindeutig definiert. Es gibt Spezialfälle für Nicht-Gleichgewichtssysteme, in denen ein Makrozustand auf andere Weise definiert werden kann als im Gleichgewicht. Aber nicht für jedes beliebige System ist die Entropie eindeutig definiert. Widenmeyers Argumentation beansprucht Allgemeingültigkeit, genau diese Allgemeingültigkeit ist jedoch nicht gegeben.

Interessanterweise werden in einem Satz die Kernspaltung und die Kernfusion erwähnt. Bei der Kernspaltung entstehen kleinere Atome, bei der Kernfusion größere Atome. Bei Atomkernen, die kleiner als Eisen sind, kann durch Fusion Energie freigesetzt werden, bei größeren Atomkernen durch Spaltung. Würde man Widenmeyers Argumentation folgen, dann wäre im ersten Fall eine Vergrößerung der Atomkerne mit einer Zunahme der „Ordnung“ verbunden, im zweiten Fall eine Verkleinerung der Atomkerne. Ein Missverständnis dieser Argumentation liegt in der absoluten Gleichsetzung von Entropie mit Unordnung. Außerdem lässt der Text offen, wie die Entropie eines Atomkerns berechnet werden soll. Über welchen Makrozustand wird hier summiert?

Der Massendefekt, d.h. die Umwandlung von Masse andere Energieformen bei der Kernufsion bzw. Kernspaltung wird an dieser Stelle verschwiegen. Stattdessen wird behauptet: „Es ist wichtig zu sehen, dass bei dieser Umwandlung weder Masse noch Energie verlorengeht.“

Die Überlegungen, auf wie viele Arten "Energiemengen" bzw. "Pakete" im Raum verteilt werden können, sind sehr anschaulich. Es wird aber nicht erläutert, was dies konkret für ein Atom bedeutet. Ein Atom besteht aus einem Atomkern und einem oder mehreren Elektronen. Die Elektronen haben keine eindeutige Position und keinen eindeutigen Impuls. Stattdessen können lediglich Wahrscheinlichkeiten angegeben werden.

Die Wahrscheinlichkeitsverteilungen entsprechen bei eine graphischen Darstellung den Orbitalen. Widenmeyer versucht offenbar, die Wahrscheinlichkeit für die Existenz eines Atoms zu berechnen. Konsequent zu Ende gedacht, müsste hier die Wahrscheinlichkeit für die Existenz der Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Elektronen berechnet werden. Dieses Problem wird in dem Artikel jedoch weiträumig umgangen. Die Quantenmechanik wird zwar beiläufig erwähnt, es bleibt aber völlig unklar, in welchem Verhältnis diese zum Ordnungsbegriff steht.

In dem Artikel wird u.a. die zeitliche Entwicklung eines Systems diskutiert. Früher ging man davon aus, dass jedem Teilchen eine Trajektorie zugewiesen werden kann, d.h. eine kontinuierliche und eindeutige Kurve in der Raumzeit. Die Quantentheorie sowie die Chaostheorie haben jedoch gezeigt, dass dem nicht so ist. Die Zukunft eines Systems kann nicht immer aus dem aktuellen Zustand vorhergesagt werden. Noch gravierender ist, dass in der Entwicklung Sprünge auftreten könen. Dieser Sachverhalt ist als "Messproblem" bekannt und wird seit ca. 100 Jahren kontrovers diskutiert. Es gibt physikalische Größen, mit denen die Vorhersagbarkeit eines Systems quantifiziert werden kann wie z.B. die Kolmogorow-Sinai-Entropie. Anstatt auf einschlägige Ergebnisse der Quantenmechanik und der statistischen Physik einzugehen, verwendet Widenmeyer einen eigenen, schwammigen Ordnungsbegriff. MIr ist an dieser Stelle übrigens nicht klar, wie diese Ordnung berechnet werden soll. Aus der zu Beginn des Textes gegebene Definition von Ordnung als Unwahrscheinlichkeit ergibt sich keine anwendbare Rechenvorschrift für ein dynamisches System.

Interessant ist, dass gerade an dieser Stelle an die Intuition des Lesers appeliert wird:
"Das erschiene uns absurd und wir würden sofort sagen, es wäre nicht „möglich“ – weil wir die tatsächlich vorhandene naturgesetzliche Ordnung gewohnt sind und sie als Denkbasis zugrundelegen."

Insbesondere auf mikroskopischer Ebene gibt es zahlreiche Experimente,
deren Ausgang der Intuition völlig widerspricht. Ein Beispiel sind die sogenannten "Welcher-Weg-Experimente".

[...]

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Argumentation formale Fehler enthält und wichtige konzeptionelle Probleme verschwiegen werden. Gemessen an dem Anspruch, den Naturalismus zu widerlegen, ist das definitiv zu wenig.

EIGEN (2013) From Strange Simplicity to Complex Familiarity

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"Vom Gefreiten aufwärts beginnt der Darwinismus, aber der Mensch fängt erst beim Leutnant an." - Carl Zuckmayer

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Darwin Upheaval
Evo-Devo-Darwinist



Anmeldungsdatum: 23.01.2004
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Beitrag(#1977855) Verfasst am: 12.01.2015, 08:03    Titel: Antworten mit Zitat

Falls es jemanden interessiert, U. Kutschera und R. Junker steigen gemeinsam aufs Podium:

https://www.facebook.com/events/1702549553304788/


Bin mal gespannt, ob es einen filmischen oder schriftlichen Mitschnitt geben wird.

Kutscheras Teilnahme verwundert mich, da er bislang solche Debatten für schädlich hielt. Man erinnere sich daran, dass er Scherer einst einen Korb gab und der ehemalige Ministerpräsident Thüringens auf Kutscheras Betreiben Scherer wieder auslud. Dabei argumentiert Scherer deutlich elaborierter als Junker, der sich anscheinend auf jeden Referentenstuhl setzt, der irgendwo gerade herumsteht.

Was Kutschera wohl dazu bewogen haben mag, seine Meinung zu ändern?
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 2304

Beitrag(#2019424) Verfasst am: 08.09.2015, 10:58    Titel: Entstehung des Lebens durch Selbstorganisation von Materie Antworten mit Zitat

Eine Theorie der Selbstorganisation von Materie soll die Entstehung des Lebens aus physikalischer Sicht erklären.
Das würde Darwin nicht auf den Kopf stellen, wie die Welt schreibt, sondern ergänzen.

http://www.welt.de/wissenschaft/article146121728/Der-Mann-der-Charles-Darwin-auf-den-Kopf-stellt.html

Interessant auch, dass für den jüdisch orthodoxen "Überflieger" und MIT Professor die Evolution nicht im Widerspruch zu einem Schöpfergott steht.

Zitat:
Der amerikanische Rabbinerrat (Rabbinical Council of America) nimmt sogar den Standpunkt ein, dass "die Evolutionstheorie – recht verstanden – mit dem Glauben an einen göttlichen Schöpfer nicht inkompatibel ist".

_________________
72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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Defätist
auf eigenen Wunsch deaktiviert



Anmeldungsdatum: 09.06.2010
Beiträge: 8557

Beitrag(#2019430) Verfasst am: 08.09.2015, 11:46    Titel: Re: Entstehung des Lebens durch Selbstorganisation von Materie Antworten mit Zitat

wolle hat folgendes geschrieben:
Eine Theorie der Selbstorganisation von Materie soll die Entstehung des Lebens aus physikalischer Sicht erklären.
Das würde Darwin nicht auf den Kopf stellen, wie die Welt schreibt, sondern ergänzen.

http://www.welt.de/wissenschaft/article146121728/Der-Mann-der-Charles-Darwin-auf-den-Kopf-stellt.html

Interessant auch, dass für den jüdisch orthodoxen "Überflieger" und MIT Professor die Evolution nicht im Widerspruch zu einem Schöpfergott steht.

Zitat:
Der amerikanische Rabbinerrat (Rabbinical Council of America) nimmt sogar den Standpunkt ein, dass "die Evolutionstheorie – recht verstanden – mit dem Glauben an einen göttlichen Schöpfer nicht inkompatibel ist".

In Religionen ist Interpretation das Wichtigste überhaupt. So wundert es nicht, dass, ab von fundamentalistischen Ausrichtungen, auch wissenschaftliche Theorien, wenn sie nur "recht" interpretiert werden, keinen Widerspruch zu auch nur irgendwas bilden. Man passt sich halt an. Wer interpretieren darf und was wann wie interpretationswürdig ist, liegt dabei natürlich bei den geistlichen Hoheiten. Die wollen die Weide und Schäfchen fruchtbar halten. zwinkern
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narr
workingglass



Anmeldungsdatum: 02.01.2009
Beiträge: 599

Beitrag(#2019441) Verfasst am: 08.09.2015, 13:07    Titel: Re: Entstehung des Lebens durch Selbstorganisation von Materie Antworten mit Zitat

wolle hat folgendes geschrieben:
Eine Theorie der Selbstorganisation von Materie soll die Entstehung des Lebens aus physikalischer Sicht erklären.
Das würde Darwin nicht auf den Kopf stellen, wie die Welt schreibt, sondern ergänzen.
....


Was ein schlechter Artikel - 'Die Welt' halt.
"So faszinierend solche Gedankenspiele sind: Leider hat Englands Arbeit noch keine Antworten erbracht. So verbleibt der Forscher sozusagen im Stand der Spekulation, während er verbissen daran arbeitet, all das zu quantifizieren und zu formalisieren."

'verbissen'? dann sollte er vielleicht über einen anderen Beruf nachdenken Lachen . Und warum sollte sich "... England natürlich mitten auf dem klassischen Schlachtfeld zwischen Naturwissenschaft und Spiritualität wieder.." finden? oder "einen entscheidenden Schritt über Darwin hinaus zu tun"?

Vielleicht sollte sich der "33-jährige Physiker Jeremy England" (wie Jesus? Sehr glücklich ) auch mal mit ein paar Biologen unterhalten skeptisch
Und niemand bestreitet, dass die physikalischen Eigenschaften von Atomen und damit von Molekülen eine Rolle bei der Entstehung von Leben gespielt haben. Wären die Eigenschaften anders gewesen, könnten wir heute nicht darüber nachdenken - finde ich ziemlich ziemlich trivial.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass England bestimmte Schlüsse die in dem Artikel stehen gezogen hat - Und ob er Jude, Christ oder Jedi ist ist für seine Arbeit völlig unerheblich. Wenn er das nicht raus lassen kann wird er Probleme bekommen - hoffe ich zumindest. Und solches:
"England für seinen Teil glaubt, dass Wissenschaft Erklärungen und Vorhersagen ermögliche, dass sie uns aber nie sagen könne, was wir mit der gewonnenen Information anfangen sollen. Hier kommen die religiösen Lehren ins Spiel, sagt er." kann er ja privat glauben ist aber nicht an ihm zu bestimmen.
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 2304

Beitrag(#2019478) Verfasst am: 08.09.2015, 17:09    Titel: Selbstorganisation Simulation Antworten mit Zitat

@ Defätist: Ja, Die Kleriker haben gemerkt, dass sich die Forschung nicht mehr aufhalten lässt, wollen aber die Deutungs-Hoheit behalten.

@ narr: Ja, Wissenschaft und Religion passen eben einfach nicht zusammen.


Es gab bereits vor Jahren visuelle Simulations Software, welche Selbstorganisation von einfachen virtuellen Lebewesen dargestellt hat:

Vor 1 Jahr:
https://www.youtube.com/watch?v=4fVN1nA4MWQ > Cellular Automaton forms atoms that move, repel, and bind into molecules

https://www.youtube.com/watch?v=iPwqG_-jJcA > Tetrapod Evolution - Genetic Neural Networks


Vor 2 Jahren:
https://www.youtube.com/watch?v=6g7pUTWLgEI > Evolution Simulator


Vor 3 Jahren:
https://www.youtube.com/watch?v=My8AsV7bA94 > Game of Life - Universal Turing Machine


Vor 4 Jahren:
https://www.youtube.com/watch?v=RjweUYtpNq4 > Scriptbots v4: Open Source Evolutionary Artificial Life Simulation of Predator-Prey dynamics

https://www.youtube.com/watch?v=C2vgICfQawE > epic conway's game of life

https://www.youtube.com/watch?v=WqNockPqPBg > cellular automata: codd-devore-generations-wire world

https://www.youtube.com/watch?v=M4cV0nCIZoc > Rock Paper Scissors Cellular Automata
(Eine Formalisierung der chemischen Belousov-Zhabotinsky Reaktion)


Vor 5 Jahren:
https://www.youtube.com/watch?v=Su1Uu4_wIak > Conway's Game Of Life Different Patterns And Progress Rules


Vor 6 Jahren:
https://www.youtube.com/watch?v=ZpW_ojpmTWk > Tree Evolution Simulation


Vor 7 Jahren:
https://www.youtube.com/watch?v=GuWJ1ZiwO2g > Chaos is Creation: evolution in real time


Vor 8 Jahren:
https://www.youtube.com/watch?v=mcAq9bmCeR0 > Evolution IS a Blind Watchmaker
_________________
72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2599

Beitrag(#2019530) Verfasst am: 08.09.2015, 21:04    Titel: Re: Entstehung des Lebens durch Selbstorganisation von Materie Antworten mit Zitat

narr hat folgendes geschrieben:
Was ein schlechter Artikel ...

In der Tat.

Ahem, räusper. 'Die Welt' hat ja auch zwei Jahre gebraucht, um die Sache zu entdecken. Zustimmung Hier der Original-Artikel mit Englands Formel.



Ganz besonders bescheuert ist, wolle hat es bereits angemerkt, daß Überschrift, Bild und Text nicht zusammenpassen. In voller Pracht:

Zitat:
Der Mann, der Charles Darwin auf den Kopf stellt



Einfach ausgedrückt, geht es beim Darwinismus und dem Begriff der natürlichen Selektion darum, dass angepasste Organismen sich weiterentwickeln, um in ihrer Umwelt zu überleben und sich besser fortzupflanzen.

Das stellt England nicht infrage, doch meint er, es sei zu ungenau. Als Beispiel führt er an, dass Blauwale und Phytoplankton unter denselben Bedingungen leben – nämlich im Meer –, das jedoch mit sehr unterschiedlichen Mitteln. Und das liegt daran, dass sie zwar aus denselben Grundbausteinen bestehen, dass ihre DNS-Stränge jedoch jeweils anders zusammengesetzt sind.

http://www.welt.de/wissenschaft/article146121728/Der-Mann-der-Charles-Darwin-auf-den-Kopf-stellt.html



narr hat folgendes geschrieben:
Vielleicht sollte sich der "33-jährige Physiker Jeremy England" (wie Jesus? Sehr glücklich ) auch mal mit ein paar Biologen unterhalten skeptisch
Und niemand bestreitet, dass die physikalischen Eigenschaften von Atomen und damit von Molekülen eine Rolle bei der Entstehung von Leben gespielt haben. Wären die Eigenschaften anders gewesen, könnten wir heute nicht darüber nachdenken - finde ich ziemlich ziemlich trivial.

Der Artikel schafft es nicht, Jeremy Englands Idee einigermaßen verständlich darzustellen.

Ein kurzer Abriß:

- Erwin Schrödinger war meines Wissens der erste, der auf den Gedanken kam, Leben sei ein Vorgang, der dem üblichen thermodynamischen Ablauf entgegenwirke. [Korrektur: ich sehe gerade beim Zitate suchen, daß sich Schrödinger im Text auf Plank beruft, bei dem der Grundgedanke auch schon zu finden sei.] Ich zitiere nur Überschriften, sonst verzettele ich mich mit suchen.

Zitat:
Erwin Schrödinger - Was ist Leben? 1951

56. Die lebende Materie entzieht sich dem Abfall in den Gleichgewichtszustand
57. Sie ernährt sich aus »negativer Entropie«
60. Das Ordnungsgefüge wird durch Entnahme von »Ordnung« aus der Umwelt aufrechterhalten

Siebentes Kapitel - Beruht Leben auf physikalischen Gesetzen?

65. Zwei Arten, Ordnung zu erzeugen
66. Das neue Prinzip ist der Physik nicht fremd

http://online-media.uni-marburg.de/biologie/genetik/boelker/Wissenschaft/Erwin%20Schroedinger_Was%20ist%20Leben.pdf




- Ilya Prigogine hat für seiner Arbeit über Strukturen jenseits des Gleichgewichtszustands einen Nobelpreis bekommen. Kurzfassung, schlampig gesagt: Energiegefälle erzeugen Entropiepotentiale. Im Ungleichgewichtszustand entstehen Strukturen. Siehe Bild.

smallie hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Dissipative Struktur

Mit dem Begriff Dissipative Struktur (engl. dissipative structure ‚zerstreuende Struktur‘) wird das Phänomen sich selbstorganisierender, dynamischer, geordneter Strukturen in nichtlinearen Systemen fern dem thermodynamischen Gleichgewicht bezeichnet. Dissipative Strukturen bilden sich nur in offenen Nichtgleichgewichtssystemen, die Energie, Materie oder beides mit ihrer Umgebung austauschen. Beim Aufbau geordneter Strukturen nimmt die Entropie lokal ab; diese Entropieminderung des Systems muss durch einen entsprechenden Austausch mit der Umgebung ausgeglichen werden.

[...]

Geschichte

Bereits ab 1950 arbeitete Alan Turing an einer neuen mathematischen Theorie der Morphogenese, welche die Auswirkungen nichtlinearer chemischer Reaktions- und Diffusionsfunktionen auf spontane Strukturbildungen zeigt. Die Ergebnisse dieser Arbeit hat er 1952 unter dem Titel The chemical basis of morphogenesis veröffentlicht. Diese Arbeit (Turing-Mechanismus) wird als wegweisend für die spätere Entdeckung Dissipativer Strukturen angesehen.

Der Begriff Dissipative Struktur selbst wurde 1967 vom Physikochemiker Ilya Prigogine vorgeschlagen, der ab den 1940er Jahren an der Entwicklung der Theorie der Nichtgleichgewichtsthermodynamik beteiligt war. Prigogine untersuchte mit Grégoire Nicolis und später mit R. Lefever die Kinetik von offenen Systemen, die durch Energie- und Stoffdurchsatz fern vom thermodynamischen Gleichgewicht gehalten wurden. Basierend auf den Arbeiten Alan Turings und Lars Onsagers zeigte er, dass in offenen Systemen, in welchen autokatalytische chemische Reaktionen ablaufen, in der Nähe des thermodynamischen Gleichgewichts zunächst Inhomogenitäten auftreten, die durch Diffusion oder Strömungsprozesse aufrechterhalten werden können. Bei Erreichen eines Übergangspunkt fern vom Gleichgewicht kann das System Symmetriebrüche zeigen, indem es zur Ausbildung einer stationären, geordneten „Dissipativen Struktur“ kommt.

Ilya Prigogine erhielt 1977 den Nobelpreis für Chemie für seinen Beitrag zur irreversiblen Thermodynamik, insbesondere zur Theorie der „dissipativen Strukturen“.

    „We have dealt with the fundamental conceptual problems that arise from the macroscopic and microscopic aspects of the second law of thermodynamics. It is shown that non-equilibrium may become a source of order and that irreversible processes may lead to a new type of dynamic states of matter called „dissipative structures“.“

    – Ilya Prigogine: Nobelpreisrede 1977.


http://de.wikipedia.org/wiki/Dissipative_Struktur


Plumpes Beispiel: man erhitze einen Topf voll Brei. Es bilden sich Konvektionszellen.



- In den Neunzigern wurden Prigogines Aussagen präzisiert. Wer und wie genau müßte ich erst suchen.

- Jeremy England behauptet nun, für diese Vorgänge eine Formel gefunden zu haben. Ob die Formel stimmt, wird sich zeigen. Die Richtung scheint mir zu stimmen.
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2599

Beitrag(#2026631) Verfasst am: 19.10.2015, 00:09    Titel: Antworten mit Zitat

Bei Disney wird über einen Darwin-Film nachgedacht. Es soll um seine Reise mit der Beagle gehen.

Zitat:
Disney to do Darwin

Disney has green-lighted a film about Charles Darwin, which will look at his years aboard HMS Beagle. The only information given so far is that the film will be an adventure, a la Indiana Jones, with a script and direction by Stephen Gaghan (Traffic, Syriana).

https://thedispersalofdarwin.wordpress.com/2015/07/01/disney-to-do-darwin/

Biographische Hollywood-Filme über Wissenschaftler gab es in den letzten Jahren mehrere, zum Beispiel den Film über Hawking und über Turing, wobei der Turing-Film recht großzügig mit der Wahrheit umgegangen sein soll, was ihm einige Kritik in der einschlägigen Blogosphäre einbrachte. Der 2009er Film über Darwin ist fürchterlich gefloppt.



Als ich Kind oder Jugendlicher war, wurde im ZDF (?) die 6-teilige BBC-Verfilmung der Reise der Beagle gezeigt. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, welche Gedanken der Film damals bei mir auslöste; nur daß ich beeindruckt war, daran erinnere ich mich. Dieser Tage hab' ich mir die Folgen noch mal angesehen und war erneut beeindruckt; Erzähler und Dialoge folgen oft dem was Darwin in seiner Autobiographie und seinen Büchern geschrieben hat.

Die Reise der Beagle ist ein sehr reichhaltiges Buch. Zum einen ist darin schon alles angelegt, was es für die "Entstehung der Arten" braucht. Darüberhinaus berichtet Darwin immer wieder von gesellschaftlich/kulturellen Verhältnissen, zum Beispiel über Rolle der Sklaven und der Indios in Südamerika. Oder auch: "Die Tugend der tahitischen Frauen kannnte Ausnahmen", ebenfalls: "Man sieht auf Englands Straßen nicht halbsoviel fröhliche Gesichter wie auf Tahiti."

Stoff genug für einen Film. Aber ich frage mich, wie man das in ein Hollywood-Drehbuch packen kann?
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Beitrag(#2026900) Verfasst am: 20.10.2015, 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Die Reise der Beagle ist ein sehr reichhaltiges Buch. Zum einen ist darin schon alles angelegt, was es für die "Entstehung der Arten" braucht.

Hierzu sei auch das Buch "Darwin. Das Abenteuer des Lebens" von Jürgen Neffe zu erwähnen.
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Darwin Upheaval
Evo-Devo-Darwinist



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Beitrag(#2055091) Verfasst am: 10.05.2016, 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Falls es jemanden interessiert: Hier wird ein interessantes Buch zur Frage der Entstehung evolutiver Neuheiten vorgestellt:

https://andreashilliges.wordpress.com/2016/03/26/35/


Vielleicht nicht uninteressant zu sehen, was "W+W" daraus macht... zwinkern

https://www.facebook.com/wortundwissen/photos/a.187122018075761.40884.156521214469175/993445007443454/?type=3&theater

W+W hat folgendes geschrieben:
Evolution als Schöpfer

"Die Evolution ist so fantasiereich, dass Mutation und Selektion nicht ausreichen, um die vielen 'Erfindungen' zu erklären."

Mit diesem Satz wird auf wissenschaft.de das Buch "Arrival of the fittest" von Andreas Wagner empfohlen (http://www.wissenschaft.de/buecher). Typisch: Die kreative Tätigkeit des Schöpfers wird in die Evolution verlegt, die "fantasiereich" sei. Fantasiereich können aber nur geistbegabte Wesen sein, denn nur sie können sich etwas im Geist vorstellen, gedanklich vorwegnehmen, planen, Ziele setzen und eben auch Fantasie haben.

Und "Erfindungen" in Anführungszeichen zu setzen rettet den Naturalismus, der hier im Hintergrund steht, auch nicht. Es sind wirklich Erfindungen, was die Lebewesen präsentieren, deswegen bezeichnet man das auch so.


Eine ihrer üblichen Maschen: Die Intentionalität der Sprache wird als Argument für einen Designer und gegen die naturalistische Evolution verwendet. Dabei hat man's denen schon oft erklärt: Die Rede von evolutionären "Erfindungen", Zwecken und Zielen ist in der Biologie nur eine metaphorische Sprechweise, die deshalb verführerisch ist, weil wir aufgrund unserer anthropomorphen Denkweise mit intentionalen Begriffen vertraut sind.

Wenn z. B. gesagt wird, dass eine Blüte einer Biene Nektar "anbiete", handelt es sich um ein rhetorisches Stilmittel und nicht etwa um die Beschreibung einer echten zweckgerichteten Handlung, weil Blumen mangels kognitiver Fähigkeiten weder Ziele verfolgen noch in der Zukunft liegende Entwicklungen antizipieren können.

Analoges gilt, wenn die Evolution als "fantasiereich" bezeichnet wird und wenn von "Erfindungen der Natur" o.ä. gesprochen wird. Man könnte natürlich auch ganz anders reden und die scheinbare "Fantasie" durch "Mutation", "Variationspotenzial" o. ä. ersetzen. Und auf das Blütenbeispiel gemünzt, müsste es heißen: Es kommt zur Bestäubung der Blüte, weil eine günstige Prädisposition (die Absonderung zuckerhaltiger Substanzen) zufällig Insekten anlockt. Beide haben davon einen Selektionsvorteil, und die "Erfindung" (pardon: Variante!) setzt sich durch.

Die Annahme, dass die Blüte Nektar absondert, DAMIT Insekten die Blüte bestäuben, ist dagegen empirisch ebenso unbegründet wie die Behauptung, dass der Evolutionsbiologe gar nichts anders kann als von "Erfindungen" der Evolution zu reden. Dass biologische Funktionen und Selektionsvorteile tatsächlich echte Zwecke sind, die auf einen Plan zurückgehen, müsste unabhängig von solchen rhetorischen Sprachspielen belegt werden.

Nur nebenbei, auch für den Astronomen geht morgens die Sonne auf, um über den Himmel zu wandern. Die Sprache ist voller Metaphorik. Nur würde (außer Reinhard Junker vielleicht) niemand auf die Idee kommen, dass die Sonne ihren Wanderstock auspackt und zielgerichtet über den Himmel marschiert. Mr. Green

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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2599

Beitrag(#2055123) Verfasst am: 10.05.2016, 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Darwin Upheaval hat folgendes geschrieben:
Falls es jemanden interessiert: Hier wird ein interessantes Buch zur Frage der Entstehung evolutiver Neuheiten vorgestellt:

https://andreashilliges.wordpress.com/2016/03/26/35/

Aus dem Link:

Rezension hat folgendes geschrieben:
Im dritten Kapitel beginnt der Autor, seine eigentlichen Ideen vorzustellen. Dazu bedient er sich des Konzepts der Universalbibliothek, das er dann auf biologische Phänomene anwenden wird. Eine Universalbibliothek ist die Gesamtheit aller möglichen Bücher (aller möglichen Kombinationen der Buchstaben des Alphabets).

+1, ach was sage, +3 für die Erwähnung der Kurd Laßwitzschen Universalbibliothek.

Laßwitz' Gedanke finde ich nach wie vor äußerst faszinierend. :SPOCK:



Rezension hat folgendes geschrieben:
Das in höchstem Maße unerwartete und folgenreichste Phänomen, auf das man stieß, ist wohl folgendes: Es wurde gezeigt, dass innerhalb einer Bibliothek jeder beliebige darin vorkommende Phänotyp von jeder beliebigen Position in der Bibliothek mit einer erstaunlich geringen Anzahl von Schritten erreicht werden kann! Mit anderen Worten, jeder erdenkbare Phänotyp einer biologischen Struktur liegt immer in verwirklichbarer Reichweite.

Das bezweifliche ich sehr.

Die relevanten Stichworte, warum das nicht geht, sind:

https://de.wikipedia.org/wiki/Constraint_(Evolution)
https://de.wikipedia.org/wiki/Muller’s_ratchet


Rezension hat folgendes geschrieben:
Ich bin mir bewusst, dass der Versuch, diese abstrakten Zusammenhänge in wenigen Zeilen widerzugeben, nicht gelingen kann. Sie lassen aber vielleicht erahnen, dass wir es hier mit einem neuen theoretischen Instrumentarium zu tun haben, das neue Erkenntnisse in der Evolutionsbiologie ermöglicht.

Ah, so. Ermöglicht neue Erkenntnisse. Präsentiert aber selbst keine?



Rezension hat folgendes geschrieben:
Der Anwendungsbereich geht sogar über die Biologie hinaus. Es wird gezeigt, wie diese Ansätze sich auch auf technologische Neuerungen ausweiten lassen.

Ob da auch die Erklärung dabei ist, warum sich das technisch bessere Betamax nicht gegenüber VHS durchgesetzt hat?



Rezension hat folgendes geschrieben:
Nicht alle Erneuerungen in der Geschichte des Lebens werden vom vorgestellten Konzept erfasst. Es beschreibt effizient die Veränderungen, die auf Punktmutationen und Genmultiplikation beruhen. Ereignisse, die größere Veränderungen bewirken, wie Chromosomenmutationen und Genommutationen, oder Interaktionen zwischen verschiedenen Arten beinhalten, liegen außerhalb des Modells. Beispiele sind die Aufnahme fremder DNA ins Erbgut, z.B. durch Retroviren, Hybridisierungen und Symbiosen bis hin zur Entstehung der ersten Eukarioten aus verschiedenen Prokarioten.

Die Entstehung der Eukarioten ist nach der Entstehung des Lebens selbst wohl der einschneidenste Moment in der Geschichte eben dieses Lebens. Wenn eine Hypothese dazu nichts sagt ... dann ist sie Flickwerk. zwinkern



Rezension hat folgendes geschrieben:
Die in diesem Buch vorgestellten Ergebnisse sind so bedeutsam für das Verständnis der Evolutionsmechanismen, dass sie hoffentlich bald von anderen Wissenschaftlern verifiziert werden, um sie auf den Rang gesicherter wissenschaftlicher Tatsachen zu befördern und dass sie Anwendung in der Erforschung konkreter Evolutionsprozesse finden.

Ergebnisse sind erst dann bedeutsam, falls sie - zu konkreten Ergebnissen führen. zwinkern



Ahemm. Das ist jetzt ein ziemlicher Verriß geworden. Sowas sollte ich wirklich nicht machen auf Basis einer Rezension. Verlegen Ich möchte nicht ausschließen, daß da mehr dahintersteckt, als in der Rezension 'rüberkommt.
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Darwin Upheaval
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Beitrag(#2099708) Verfasst am: 26.06.2017, 17:26    Titel: Vergessene Archäologie: Steinwerkzeuge fast so alt wie Dinosaurier? Antworten mit Zitat

Nur, falls es jemanden interessiert:

http://www.ag-evolutionsbiologie.net/html/2017/vergessene-archaeologie.html




Zitat:
Steine, wie von Menschenhand bearbeitet: Immer wieder stößt man auf solche Funde, die mit ihren Formen und Bruchkanten an steinzeitliche Werkzeuge (Steinartefakte) erinnern. Einige dieser sogenannten Eolithen sind über 50 Millionen Jahre alt. Nur: Damals, im sogenannten Tertiär, gab es noch gar keine Menschen!

Muss also die Menschheitsgeschichte umgeschrieben werden, wie der Autor Michael BRANDT in seinem Buch "Vergessene Archäologie" behauptet? Keineswegs! - sagt der Kreationismuskritiker Martin NEUKAMM. In seinem Beitrag erklärt er anhand wissenschaftlicher Primärliteratur und zahlreicher Experten-Aussagen, warum gesplittertes Gestein aussehen kann wie Werkzeug. BRANDTs Argumentation wird dabei umfassend kritisiert. Es wird dargelegt, warum aus wissenschaftlicher Sicht an eine Rehabilitierung der Eolithen nicht zu denken ist. Mit 36 Abbildungen.



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