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Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterloh
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Baldur
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Anmeldungsdatum: 05.10.2005
Beiträge: 8326

Beitrag(#1626102) Verfasst am: 09.04.2011, 14:19    Titel: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterloh Antworten mit Zitat

Blutige Unruhen
Arabische Regime fürchten die Macht der Massen


Zitat:
Die arabische Welt steht erneut in Flammen. In Syrien und dem Jemen protestieren Hunderttausende gegen die Regierungen, und auch in Ägypten gehen die Menschen wieder auch die Straße. Die Sicherheitskräfte reagieren brutal, schießen scharf. Es gab Dutzende Tote.


Was kann und was will "der freie Westen" angesichts der um sich greifenden Revolution in Nordafrika und im nahen Osten tun? Wird das Engagement in Lybien genügen? Muss der Westen auch an anderen Revolutionsherden eingreifen und die Freiheitsbewegungen unterstützen? Oder ist auch das Engagement in Lybien nur als Alibi gegenüber dem westlichen Moralismus zu bewerten und weniger ernstgemeinte Unterstützung bei der Selbstbefreiung der Völker?

Wie steht die Linke (in Europa) dazu? Kann man all diese Bewegungen auf einen Nenner zusammenfassen? Sind es Demokratiebewegungen oder der Versuch der Errichtung eines islamischen Kalifats?

... wer weiß was?
... wer hat eine Meinung?

Schulterzucken
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Nordseekrabbe
linker Autist



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 31150
Wohnort: Dresden

Beitrag(#1626135) Verfasst am: 09.04.2011, 17:57    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Baldur hat folgendes geschrieben:

... wer hat eine Meinung?

Schulterzucken


Ich bin zwar nicht die Linke in Europa - nur ein Mitglied der Deutschen Linkspartei; aber als solches habe ich die Meinung, daß ich darin Demokratiebewegungen in den arabischen Ländern sehe, und insofern die Unruhen und Proteste in der arabischen Welt unterstütze.
_________________
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sehr gut
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Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 10132

Beitrag(#1626147) Verfasst am: 09.04.2011, 18:25    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Baldur hat folgendes geschrieben:
Kann man all diese Bewegungen auf einen Nenner zusammenfassen? Sind es Demokratiebewegungen oder der Versuch der Errichtung eines islamischen Kalifats?

Da dürften mehrere Motive zu finden sein, diverse Zielsetzungen.

Nur eines dürfte bei allen "Bewegungen" zu finden sein: die wissen das die Weltöffentlichkeit nur jetzt genau hinschaut, wenn da ein Herrscher ein paar Demonstranten abknallen lässt weiss er das ihn dies isolieren wird, zumindest wenn die Ballerei nicht so schnell und radikal geschieht wie in Bahrain(sehr kleines Land).
Zu anderen Zeiten würde das kaum interessieren, mal eine kurze Empörung und mehr nicht.

Und in Syrien könnten evtl auch Nachbarländer die Aufstände geschürt haben, da wird mehrfach von Scharfschützen auf Dächern geredet, in zivilen Klamotten. Mit ein paar Schüssen kann man so das ganze Land destabilisieren oder schwächen.
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Telliamed
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Anmeldungsdatum: 05.03.2007
Beiträge: 5125
Wohnort: Wanderer zwischen den Welten

Beitrag(#1626167) Verfasst am: 09.04.2011, 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

"Der Westen" skeptisch - so einig stellt sich "der Westen" Europas auch nicht dar.
Das von einem Teil der Medien ausgerufene Entsetzen, dass sich die Bundesrepublik mit ihrer Enthaltung im Sicherheitsrat von seinen Verbündeten "isoliert" hätte, weckt die Befürchtungen all jener, die - wie Angela Merkel 2003 - lieber den Schulterschluss mit den USA beim Angriffskrieg auf den Irak suchten und das zeitweilige Zusammengehen Schröders mit Frankreich und Russland abscheulich fanden.

So sehr Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Russland und China gerechtfertigt sind, so wäre doch auch zu würdigen, dass diese Länder sich möglichen bewaffneten Alleingängen widersetzen können. China, Indien, Russland, Brasilien - das sind mit die bevölkerungsreichsten Länder der Erde, die ebenso vorsichtig abgestimmt hatten - alles zu vernachlässigende Größen oder gar feindselige Kräfte für die Freunde des "atlantischen Bündnisses"? Sich mit Russland abzustimmen, scheint schon deshalb ratsam zu sein, weil wir von dort Erdgas beziehen.


Für die Linke hat der vormalige Abrüstungsexperte v. Aken die Unterstützung für dieses Abstimmungsverhalten der Bundesregierung erklärt, was freilich ein ziemlich seltener Fall ist. Die Linke sollte vor allem darauf hinweisen, wie die bisherigen Bundesregierungen und maßgebliche Wirtschaftskreise die Diktaturen im Nahen Osten und in Nordafrika erst unterstützt haben und Waffenlieferungen in solche Länder bis heute anhalten. Man braucht dann gar nicht erstaunt zu sein, wenn Aufständische auf Waffen und Gerät hinweisen, die Armee und Polizei erst kurz vorher aus Deutschland geliefert bekommen haben.
Sodann täte eine gewisse Zurückhaltung der Bundesregierung bei bewaffneten Eingriffen generell geraten zu sein, solange nicht eindeutige Hinweise auf einen bevorstehenden Völkermord greifbar sind.
Sehr leicht kann man zwischen die unklaren und häufig wechselnden Fronten eines veritablen Bürgerkrieges geraten, wo das "deutsche Wesen" wirklich nichts zu suchen hat. Die Arabische Liga und die Afrikanischen Organisationen, die viel näher an den Brennpunkten des Geschehens sind, halten sich mit der Entsendung von Truppen eher zurück und lassen die Flugzeuge der USA und der NATO in die Situation kommen, nahezu zwangsläufig auch Zivilisten zu bombardieren.
Muß humanitäre Hilfe von Armeeangehörigen geleistet werden, oder wären andere Hilfsdienste nicht so spektakulär und medienwirksam?
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satsche
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Anmeldungsdatum: 30.07.2006
Beiträge: 2086
Wohnort: Südhessen

Beitrag(#1626229) Verfasst am: 09.04.2011, 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

"Andere Hilfsdienste wären nicht so spektakulär und medienwirksam", und dienen nicht der Großmannssucht eines Sarkozy, die ja auch, so ganz nebenher und parallel, an der Elfenbeinküste ihre dubiosen Auswüchse zeitigt.

Mit Demokratie hat das mMn nichts zu tun.
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Das, was lebt, ist etwas anderes als das, was denkt. G. Benn
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Skeptiker
linksunten



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 12711
Wohnort: Lovetown

Beitrag(#1626410) Verfasst am: 10.04.2011, 14:17    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Baldur hat folgendes geschrieben:
Blutige Unruhen
Arabische Regime fürchten die Macht der Massen


Zitat:
Die arabische Welt steht erneut in Flammen. In Syrien und dem Jemen protestieren Hunderttausende gegen die Regierungen, und auch in Ägypten gehen die Menschen wieder auch die Straße. Die Sicherheitskräfte reagieren brutal, schießen scharf. Es gab Dutzende Tote.


Was kann und was will "der freie Westen" angesichts der um sich greifenden Revolution in Nordafrika und im nahen Osten tun? Wird das Engagement in Lybien genügen? Muss der Westen auch an anderen Revolutionsherden eingreifen und die Freiheitsbewegungen unterstützen? Oder ist auch das Engagement in Lybien nur als Alibi gegenüber dem westlichen Moralismus zu bewerten und weniger ernstgemeinte Unterstützung bei der Selbstbefreiung der Völker?

Wie steht die Linke (in Europa) dazu? Kann man all diese Bewegungen auf einen Nenner zusammenfassen? Sind es Demokratiebewegungen oder der Versuch der Errichtung eines islamischen Kalifats?

... wer weiß was?
... wer hat eine Meinung?

Schulterzucken


Es gibt in der Welt viele brutal unterdrückte Demokratiebewegungen. Die derzeitige in der arabischen Welt ist *nur* eine davon.

Warum wird ausgerechnet diese und dann auch nur in Libyen vom Westen "unterstützt"?

Da kann doch schon mal was nicht stimmen, oder?

Die Wahrheit ist: Demokratie ist für den Westen eine Bedrohung - sowohl außen als auch im inneren. Deshalb würde in Libyen nach einem eventuellen Sturz von Gaddafi auch sofort zugesehen werden, dass die eigenen Leute installiert werden, also diejenigen Marionetten, die den ungehinderten Ölfluss weiter garantieren. Das hat man im Irak gesehen, das sieht man auch in Afghanistan.

Es ist der alte Neokolonialismus und Imperialismus unter dem ewigen (!) Vorwand der angeblichen Menschenrechte. Würden letztere den Westen auch nur ein wenig interessieren, dann gäbe es auf der Welt schon längst keine Armut & Unterentwicklung, keine sozialen oder auch ökologischen Desaster mehr.

Das Problem ist, dass die Demokratiebewegungen in der "3. Welt" an zwei Fronten kämpfen: gegen die Antidemokraten in den eigenen Ländern und gegen die herrschenden Kapitalmagnaten in der "1. Welt", die dort nun mal das Zepter schwingen.

Es sollte versucht werden, beide Gegner gegeneinander auszuspielen ...-!

Skeptiker
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"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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Baldur
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Anmeldungsdatum: 05.10.2005
Beiträge: 8326

Beitrag(#1626416) Verfasst am: 10.04.2011, 14:29    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Es gibt in der Welt viele brutal unterdrückte Demokratiebewegungen. Die derzeitige in der arabischen Welt ist *nur* eine davon.


Ja richtig. Aber diejenige in der arabischen Welt ist derzeit (seit langer Zeit) die größte, und schlagkräftigste (ob sie auch die entschlossenste ist kann ich nicht beurteilen) und derzeit vehementeste mit der breitesten Basis (nach meinem Eindruck) und auf alle Fälle mit der höchsten internationalen Öffentlichkeitswirkung bzw. Medienpräsens.

Man kann dem Phänomen derzeit medial nicht oder kaum entgehen.

Zitat:
Warum wird ausgerechnet diese und dann auch nur in Libyen vom Westen "unterstützt"?

Da kann doch schon mal was nicht stimmen, oder?


Eben. Genau das ist ja auch meine Frage. Uns fehlen Informationen, meine ich.
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Misterfritz
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Anmeldungsdatum: 09.03.2006
Beiträge: 21867
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Beitrag(#1626426) Verfasst am: 10.04.2011, 15:36    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Baldur hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Es gibt in der Welt viele brutal unterdrückte Demokratiebewegungen. Die derzeitige in der arabischen Welt ist *nur* eine davon.


Ja richtig. Aber diejenige in der arabischen Welt ist derzeit (seit langer Zeit) die größte, und schlagkräftigste (ob sie auch die entschlossenste ist kann ich nicht beurteilen) und derzeit vehementeste mit der breitesten Basis (nach meinem Eindruck) und auf alle Fälle mit der höchsten internationalen Öffentlichkeitswirkung bzw. Medienpräsens.

Man kann dem Phänomen derzeit medial nicht oder kaum entgehen.

Zitat:
Warum wird ausgerechnet diese und dann auch nur in Libyen vom Westen "unterstützt"?

Da kann doch schon mal was nicht stimmen, oder?


Eben. Genau das ist ja auch meine Frage. Uns fehlen Informationen, meine ich.

vielleicht weil die um hilfe gebeten haben? Schulterzucken
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sehr gut
im Hamsterrad



Anmeldungsdatum: 05.08.2007
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Beitrag(#1626430) Verfasst am: 10.04.2011, 15:48    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Misterfritz hat folgendes geschrieben:
Baldur hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Es gibt in der Welt viele brutal unterdrückte Demokratiebewegungen. Die derzeitige in der arabischen Welt ist *nur* eine davon.


Ja richtig. Aber diejenige in der arabischen Welt ist derzeit (seit langer Zeit) die größte, und schlagkräftigste (ob sie auch die entschlossenste ist kann ich nicht beurteilen) und derzeit vehementeste mit der breitesten Basis (nach meinem Eindruck) und auf alle Fälle mit der höchsten internationalen Öffentlichkeitswirkung bzw. Medienpräsens.

Man kann dem Phänomen derzeit medial nicht oder kaum entgehen.

Zitat:
Warum wird ausgerechnet diese und dann auch nur in Libyen vom Westen "unterstützt"?

Da kann doch schon mal was nicht stimmen, oder?


Eben. Genau das ist ja auch meine Frage. Uns fehlen Informationen, meine ich.

vielleicht weil die um hilfe gebeten haben? Schulterzucken

Angenommen "Aufständische" plündern Waffendepots der Bundeswehr in Deutschland. Als sie merken das die Gegenwehr der Bundeswehr zu stark ist rufen sie das Ausland um Hilfe. Wer würde denn dann zu Hilfe kommen? Und wem?
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 12711
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Beitrag(#1626433) Verfasst am: 10.04.2011, 16:15    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Misterfritz hat folgendes geschrieben:
Baldur hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Es gibt in der Welt viele brutal unterdrückte Demokratiebewegungen. Die derzeitige in der arabischen Welt ist *nur* eine davon.


Ja richtig. Aber diejenige in der arabischen Welt ist derzeit (seit langer Zeit) die größte, und schlagkräftigste (ob sie auch die entschlossenste ist kann ich nicht beurteilen) und derzeit vehementeste mit der breitesten Basis (nach meinem Eindruck) und auf alle Fälle mit der höchsten internationalen Öffentlichkeitswirkung bzw. Medienpräsens.

Man kann dem Phänomen derzeit medial nicht oder kaum entgehen.

Zitat:
Warum wird ausgerechnet diese und dann auch nur in Libyen vom Westen "unterstützt"?

Da kann doch schon mal was nicht stimmen, oder?


Eben. Genau das ist ja auch meine Frage. Uns fehlen Informationen, meine ich.

vielleicht weil die um hilfe gebeten haben? Schulterzucken


Ach, dann müssten die boat-peoples nur um Hilfe bitten, damit ihnen der Westen stabile Boote liefern würde. Na siehste! Das wird's sein! Cool

Wer den Westen bittet, dem wird geholfen. Dies erfuhr ja auch der tunesische Ex-Dikator Ben Ali, der von der französischen Außeministerin Michèle Alliot-Marie sogar offenbar die Zusicherung bekam, ihn gegen die Demonstranten und Aufständischen mit französischen Soldaten zu unterstützen.

http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/tunesien-franzoesische-aussenministerin-alliot-marie-in-erklaerungsnot_aid_601011.html

Kurze Zeit später musste sie erkennen, dass ihr Kumpel Ben Ali insbesondere in der französischen Bevölkerung nicht mehr so beliebt war und so trat sie zurück.

Nachdem Sarg-ozy also sein Kabinettchen kurz umgestylt hatte, griffen seine Flieger in einer Art ejaculatio preacox noch vor den NATO-Bombern Gaddafis Armee an.

Wer einiges erhellende zum Thema nachlesen will, insbesondere über die humanitäre Hilfsbereitschaft des Westens, der kann dies z.B. hier:

http://www.labournet.de/internationales/arabien/aufstande2011.html


Skeptiker
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Haiduk
Weißgardist



Anmeldungsdatum: 18.05.2008
Beiträge: 1058
Wohnort: Bayern

Beitrag(#1626471) Verfasst am: 10.04.2011, 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Arabische Liga für Flugverbotszone über Gaza

Wer für die Flugverbotszone über Libyen war, wird nun Schwierigkeiten haben, wenn er gegen eine Flugverbotszone über Gaza ist … Mit den Augen rollen
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Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Ein Gesetz ist erst dann legitim, wenn selbst der letzte Schweinehirte in Galizien es verstehen kann. (Kaiserin Maria Theresia)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, Postfeminist



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 35787
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#1626593) Verfasst am: 10.04.2011, 20:55    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Baldur hat folgendes geschrieben:
Blutige Unruhen
Arabische Regime fürchten die Macht der Massen


Zitat:
Die arabische Welt steht erneut in Flammen. In Syrien und dem Jemen protestieren Hunderttausende gegen die Regierungen, und auch in Ägypten gehen die Menschen wieder auch die Straße. Die Sicherheitskräfte reagieren brutal, schießen scharf. Es gab Dutzende Tote.


Was kann und was will "der freie Westen" angesichts der um sich greifenden Revolution in Nordafrika und im nahen Osten tun? Wird das Engagement in Lybien genügen? Muss der Westen auch an anderen Revolutionsherden eingreifen und die Freiheitsbewegungen unterstützen? Oder ist auch das Engagement in Lybien nur als Alibi gegenüber dem westlichen Moralismus zu bewerten und weniger ernstgemeinte Unterstützung bei der Selbstbefreiung der Völker?




Teils, teils....


...im Jemen z.B. muss der Westen Seit' an Seit' mit dem Regime stehen und ihm helfen den Aufstand niederzuschlagen, weil dort ist das Regime "the good guys" und dementsprechend die Demokratiebewegung "the bad guys", zumindest vorlaeufig bei derzeitiger Interessenlage.

Aber wie wir am Beispiel Libyen gesehen haben, aendern sich Interessenlage und Parteiergreifung mitunter recht schnell.
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Stoppt die Bajuwarisierung der Kurpfalz jetzt!
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AdvocatusDiaboli
Femicommie und Nahles-Fanboy



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
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Wohnort: München

Beitrag(#1685436) Verfasst am: 10.09.2011, 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.sueddeutsche.de/politik/eskalation-in-kairo-aufgebrachte-aegypter-stuermen-israelische-botschaft-1.1141391

Zitat:
Szenen blindwütiger Gewalt: Hunderte ägyptische Demonstranten haben in Kairo eine Mauer vor der israelischen Botschaft niedergerissen und das Gebäude gestürmt. Es kam zu brutalen Zusammenstößen mit der Polizei. Mindestens drei Menschen sind in der Nacht ums Leben gekommen, mehr als 1000 wurden verletzt. Israels Botschafter verließ fluchtartig das Land. Ägyptens Regierung gerät unter Druck - Rücktrittsgerüchte werden laut.
Nein
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Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.

"CDU? Auf die Fresse! FDP? In die Klöten! AfD? In die Jauchegrube!" Andrea N.
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aztec
crazy social liberal drunkard



Anmeldungsdatum: 26.12.2007
Beiträge: 966
Wohnort: DD

Beitrag(#1685487) Verfasst am: 10.09.2011, 16:38    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Baldur hat folgendes geschrieben:


Muss der Westen auch an anderen Revolutionsherden eingreifen und die Freiheitsbewegungen unterstützen? Oder ist auch das Engagement in Lybien nur als Alibi gegenüber dem westlichen Moralismus zu bewerten und weniger ernstgemeinte Unterstützung bei der Selbstbefreiung der Völker?


Schulterzucken



Der Westen muss überhaupt nichts (Bsp. Ruanda).
Ich habe lange überlegt wieso sich der Westen überhaupt gegen Gaddafi gestellt hat.
Die Rebellen waren praktisch schon in den Folterkellern und meines Wissens nach kooperierte
Gaddafi. Das Öl floss ungehindert. Warum sollte man also ausgerechnet wegen Öl gegen Gaddafi ziehen? Das würde keinen Sinn ergeben. Also wegen des gemeinsamen Interesses von EU und USA
an arabisch- afrikanischen Menschenrechten? Der öffentliche Druck war bei weitem nicht groß genug.
Ich denke mittlerweile das war ein französisches Pokerspiel. Die Franzosen sind immer noch stolz auf ihre Revolution. Sarkozy war in den Umfragen im Keller und hat versucht das auszunutzen.
Ich denke mit der Unterstützung der Revolte in Libyen wollte Sarkozy sein Image aufpolieren und unter hohem Risiko französischen Einfluss auf libysches Territorium erweitern. Die restlichen EU Staaten haben dann einfach mitgezogen um auch ein
Stück vom Kuchen zu bekommen, nur Dt hat geschlafen. (Westerwelle, der Schröder für sein Nein
im Irakkrieg gerügt hat, hatte nach diesem politischen Fiasko allen Ernstes noch behauptet das Sanktionen Gaddhafi zu Fall gebracht hätten. Argh )

Menschenrechte könnten am Rande eine Rolle gespielt haben, aber wenn dann nur eine untergeordnete. Idealistische Vorstellungen sind leider der Feind jeder Realpolitik.

Ich denke dennoch das das militärische Eingreifen prinzipiell richtig war, wenn auch aus eher
niederträchtigen/ falschen Motiven.

Libyen war ein Einzelfall. Der Westen dreht seine gut geölte Kollaboration mit Despoten nicht einfach über Nacht. Als Grund für die Unterstützung solcher Regime dürfen wir uns dann mit der Begründung "Stabilität im arabischen Raum" begnügen...

(edit)
Was ist eigentlich aus dem Panzerdeal mit Saudi Arabien geworden?
Im Dunkeln abgewickelt?
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And I sincerely believe, with you, that banking establishments are more dangerous than standing armies; and that the principle of spending money to be paid by posterity, under the name of funding, is but swindling futurity on a large scale.

Thomas Jefferson, May 28, 1816

Letter to John Taylor


Zuletzt bearbeitet von aztec am 10.09.2011, 16:46, insgesamt einmal bearbeitet
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aztec
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Anmeldungsdatum: 26.12.2007
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Beitrag(#1685489) Verfasst am: 10.09.2011, 16:44    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
Baldur hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Es gibt in der Welt viele brutal unterdrückte Demokratiebewegungen. Die derzeitige in der arabischen Welt ist *nur* eine davon.


Ja richtig. Aber diejenige in der arabischen Welt ist derzeit (seit langer Zeit) die größte, und schlagkräftigste (ob sie auch die entschlossenste ist kann ich nicht beurteilen) und derzeit vehementeste mit der breitesten Basis (nach meinem Eindruck) und auf alle Fälle mit der höchsten internationalen Öffentlichkeitswirkung bzw. Medienpräsens.

Man kann dem Phänomen derzeit medial nicht oder kaum entgehen.

Zitat:
Warum wird ausgerechnet diese und dann auch nur in Libyen vom Westen "unterstützt"?

Da kann doch schon mal was nicht stimmen, oder?


Eben. Genau das ist ja auch meine Frage. Uns fehlen Informationen, meine ich.

vielleicht weil die um hilfe gebeten haben? Schulterzucken

Angenommen "Aufständische" plündern Waffendepots der Bundeswehr in Deutschland. Als sie merken das die Gegenwehr der Bundeswehr zu stark ist rufen sie das Ausland um Hilfe. Wer würde denn dann zu Hilfe kommen? Und wem?


Angenommen am 17. Juni 1953 stürmen westliche Konterevolutionäre Dienstgebäude des Ministeriums für Staatssicherheit, eine Bezirksleitung der SED und mehrere Polizeireviere.
Wem sollte geholfen werden?
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Thomas Jefferson, May 28, 1816

Letter to John Taylor
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unquest
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Beitrag(#1685511) Verfasst am: 10.09.2011, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
http://www.sueddeutsche.de/politik/eskalation-in-kairo-aufgebrachte-aegypter-stuermen-israelische-botschaft-1.1141391

Zitat:
Szenen blindwütiger Gewalt: Hunderte ägyptische Demonstranten haben in Kairo eine Mauer vor der israelischen Botschaft niedergerissen und das Gebäude gestürmt. Es kam zu brutalen Zusammenstößen mit der Polizei. Mindestens drei Menschen sind in der Nacht ums Leben gekommen, mehr als 1000 wurden verletzt. Israels Botschafter verließ fluchtartig das Land. Ägyptens Regierung gerät unter Druck - Rücktrittsgerüchte werden laut.
Nein

Das ist doch auch bei uns mittlerweile common sense: zynisches Grinsen

Das Selbstverständnis des Staates Israel steht dem Friedensprozess im Nahen Osten im Weg.
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Beitrag(#1685671) Verfasst am: 11.09.2011, 00:38    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
http://www.sueddeutsche.de/politik/eskalation-in-kairo-aufgebrachte-aegypter-stuermen-israelische-botschaft-1.1141391

Zitat:
Szenen blindwütiger Gewalt: Hunderte ägyptische Demonstranten haben in Kairo eine Mauer vor der israelischen Botschaft niedergerissen und das Gebäude gestürmt. Es kam zu brutalen Zusammenstößen mit der Polizei. Mindestens drei Menschen sind in der Nacht ums Leben gekommen, mehr als 1000 wurden verletzt. Israels Botschafter verließ fluchtartig das Land. Ägyptens Regierung gerät unter Druck - Rücktrittsgerüchte werden laut.
Nein

Das ist doch auch bei uns mittlerweile common sense: zynisches Grinsen

Das Selbstverständnis des Staates Israel steht dem Friedensprozess im Nahen Osten im Weg.
Pfaffenblatt


Ich fange doch tatsächlich mal mit einer Arbeitsfrage und einer Hypothese an:

Was haben eigentlich die vormaligen Machthaber Sabat und Mubarak seit dem Friedensschluß mit Israel getan, ihre eigene Politik gegenüber Israel auch dem Volk zu vermitteln - und den "neuen Frieden" zu vermitteln? Das Verhältnis zwischen Ägypten und Israel wird denn auch als ein "kalter Frieden" bezeichnet, wobei man zwar auf bestimmten Ebenen kooperiert und auch die Bühne für Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern geboten hat, andererseits seien aber in den staatlich gelenkten Medien antisemitische Töne verbreitet gewesen (Link).

In anderen Staaten der Region werden bekanntermaßen Proteste von den Regierungen gesteuert - hier hat die vormalige Regierung vielleicht das Ressentiment einerseits unter dem Deckel gehalten, andererseits aber die Möglichkeit belassen, es falls nötig herauszulassen - während nun die Mittel mehr oder weniger weggefallen sind, die Stimmung unter dem Deckel zu halten Am Kopf kratzen.
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"Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"

Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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Nordseekrabbe
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Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 31150
Wohnort: Dresden

Beitrag(#1685954) Verfasst am: 11.09.2011, 20:39    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
Baldur hat folgendes geschrieben:

... wer hat eine Meinung?

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Ich bin zwar nicht die Linke in Europa - nur ein Mitglied der Deutschen Linkspartei; aber als solches habe ich die Meinung, daß ich darin Demokratiebewegungen in den arabischen Ländern sehe, und insofern die Unruhen und Proteste in der arabischen Welt unterstütze.


Was Libyen angeht, muß ich - nach dem heutigen Abend - mein Urteil revidieren.
Hier führt die NATO einen Aggressionskrieg, bei dem es - wie bei so vielen Kriegen - nur um Geld, Macht und Öl geht. Federführend sind die USA und Barack Obama. Wobei: Politiker sind eigentlich nur Marionetten und Erfüllungsgehilfen die für ihr Entgegenkommen freudig die Hand bei der nächsten Wahl aufhalten.

Libyen hatte unter Gaddhafi ein funktionierendes Sozial-, Bildungs- und Gesundheitssystem sowie die Bevölkerung hatte Wohlstand. Das alles war der Wirtschafts- und der Waffenlobby der USA ein Dorn im Auge. Durfte halt nicht sein.

Darüber dürfen aber Medien - so scheint es - auch hierzulande nicht so gerne berichten. Stattdessen werden Veranstaltungen, wie der Dokumentarfilm im Kino heute abend, allzu gerne auch von hiesigen Tageszeitungen als "Freundeskreise von Muanmar Gaddhafi" bezeichnet.

Und um den ganzen noch die Krone aufzusetzen, sickerte heute in den Nachrichten durch, daß Interpol nach Gaddhafi fahndet. Geschockt
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Sokrateer
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Beitrag(#1685967) Verfasst am: 11.09.2011, 21:23    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:

Was Libyen angeht, muß ich - nach dem heutigen Abend - mein Urteil revidieren.
Hier führt die NATO einen Aggressionskrieg, bei dem es - wie bei so vielen Kriegen - nur um Geld, Macht und Öl geht. Federführend sind die USA und Barack Obama. Wobei: Politiker sind eigentlich nur Marionetten und Erfüllungsgehilfen die für ihr Entgegenkommen freudig die Hand bei der nächsten Wahl aufhalten.

Libyen hatte unter Gaddhafi ein funktionierendes Sozial-, Bildungs- und Gesundheitssystem sowie die Bevölkerung hatte Wohlstand. Das alles war der Wirtschafts- und der Waffenlobby der USA ein Dorn im Auge. Durfte halt nicht sein.

Darüber dürfen aber Medien - so scheint es - auch hierzulande nicht so gerne berichten. Stattdessen werden Veranstaltungen, wie der Dokumentarfilm im Kino heute abend, allzu gerne auch von hiesigen Tageszeitungen als "Freundeskreise von Muanmar Gaddhafi" bezeichnet.

Und um den ganzen noch die Krone aufzusetzen, sickerte heute in den Nachrichten durch, daß Interpol nach Gaddhafi fahndet. Geschockt

Wo sind die Belege für deine Behauptungen?

Gaddafi war bei westlichen Politikern in den letzten Jahren gerne gesehen. Dem Terror hatte er abgeschworen und er war, wie wir nun wissen, ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Al Quaida. Das Öl verkaufte er uns gerne und von den Erträgen steckte er einen Teil ein und einen anderen Teil verteilte er im Volk, so wie das in anderen Öl-Förderländern, die Verbündete des Westens sind, auch geschieht. Außerdem geht Gaddafi sichtlich auf seinen Lebensabend zu und sein Sohn Saif war pro-westlich eingestellt. Saif bezeichnet das heute als Fehler, aber er hatte es ernst gemeint, wie er heute sagt.

Es gab also keinen rationalen, machtpolitischen oder imperialistischen Grund, Gaddafi zu entmachten.

Dann kamen die Aufstände in Nordafrika, die den Westen völlig unvorbereitet trafen, unterschiedlich und teilweise enthusiastisch weltfremd interpretiert wurden. Erst wollte Sarkozy Ben-Ali schützen, dann machte er einen Rückzieher. Obama und Hillary Clinton tätigten täglich irgendwelche Aussagen, die sich gegenseitig und von Tag zu Tag widersprachen.
Die Neokonservativen und ihre Israelischen Verbündeten hatten plötzlich diametral entgegen gesetzte Auffassungen.
Der Verteidigungsminister der USA meinte, dass jeder, der dem Präsidenten einen weiteren Krieg empfiehlt sich psychologisch untersuchen lassen sollte.

Laut eigener, durchaus plausibler Darstellung, hat der französische Philosoph Bernhard Henry-Levy Sarkozy vom Kriegseinsatz überzeugt. Levy hatte sich zuvor mit den Rebellen getroffen und sich einlullen lassen. Der gleiche Levy war vehementer Gegner des Irak-Kriegs und beschuldigt die USA in ähnlicher Weise wie du.

Obama ließ sich als Internationalist von den Briten und Franzosen einspannen. Er meinte, dass der Krieg Tage, nicht Wochen dauern würde. Wer diese Rebellen eigentlich sind, dämmert vielen erst jetzt und dass deren Machtübernahme im objektiven Interesse der USA oder Israels wäre, kann man ausschließen.

Dieses gesamte Bild widerlegt die These vom kühl berechnenden, wirtschaftlich oder machtpolitischen US-Imperialismus. Die westliche Politik wird nicht von Staatsmännern gemacht, sondern von aufgeschreckten Hühnern und Ahnungslosen, deren außenpolitisches Verständnis das von billigen Hollywood-Schinken nicht übersteigt.
Gaddafi passt in das Skript des verrückten Diktators. Und "Rebellen" werden reflexartig als gutherzig und freiheitsliebend aufgefasst.
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Beitrag(#1685975) Verfasst am: 11.09.2011, 21:55    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

[quote="Nordseekrabbe" postid=1685954]
Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:


Libyen hatte unter Gaddhafi ein funktionierendes Sozial-, Bildungs- und Gesundheitssystem sowie die Bevölkerung hatte Wohlstand. Das alles war der Wirtschafts- und der Waffenlobby der USA ein Dorn im Auge. Durfte halt nicht sein.


Quelle?

Als ich dort war (noch unter Gaddafi) konnte ich dort - Großstädte ausgenommen - jedenfalls wenig Wohlstand entdecken, jedoch viel soziale Ungleichheit, extreme Geld- und Wasserverschwendung (man made river, offene Wasserberieselungsanlagen in der Sahara usw.), Nepotismus, staatliche Willkür, Personenkult, Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem usw.

Richtig ist, dass Nachbarländer - besonders Richtung Süden - noch schlechter dran waren/sind.
Die haben aber auch nicht so viel Öl.

Mit den Milliarden aus dem Öl hätten diese Diktatur den Lebensstandard der wenigen Bewohner sichtbarer anheben können, wenn der Wille dazu vorhanden gewesen wäre.

Der "König Afrikas" hatte daran aber offensichtlich weniger Interesse.

Eine Lobhudelei dieser Diktatur finde ich ärgerlich.
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Nordseekrabbe
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Beitrag(#1686485) Verfasst am: 12.09.2011, 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

@Sokrateer und Standpunkt: Quelle

Übrigens: Libyen - unter Gaddhafi - saß auch im UNO-Sicherheitsrat.
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narziss
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Beitrag(#1686529) Verfasst am: 12.09.2011, 22:40    Titel: Antworten mit Zitat

Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
@Sokrateer und Standpunkt: Quelle

Übrigens: Libyen - unter Gaddhafi - saß auch im UNO-Sicherheitsrat.
Das spricht nicht für Gaddafi, sondern gegen die UNO.
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Beitrag(#1686559) Verfasst am: 12.09.2011, 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
@Sokrateer und Standpunkt: Quelle



Ich habe Probleme damit, diese Quelle als seriös einzustufen.
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Evilbert
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Beitrag(#1686565) Verfasst am: 12.09.2011, 23:12    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Sokrateer hat folgendes geschrieben:


Es gab also keinen rationalen, machtpolitischen oder imperialistischen Grund, Gaddafi zu entmachten.


Keinen, der jedenfalls Dir einfallen würde; soviel war sicher.
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Sokrateer
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Beitrag(#1686602) Verfasst am: 13.09.2011, 01:23    Titel: Antworten mit Zitat

stadtmenschen.de verlinkt "Infokriegernews.de" als Quelle und die zitieren auf tendenziöse Weise Teile eines Agentur-Artikels der unter anderem in der Basler Zeitung veröffentlicht wurde.

http://www.infokriegernews.de/wordpress/2011/06/17/gaddafi-bietet-wahlen-an-usa-lehnen-ab/

Hier das Original:
http://www.bernerzeitung.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Ghadhafi-laut-Sohn-zum-Ruecktritt-bereit/story/10744567

Ausgelassen haben die manipulativen Infokrieger folgendes:
Zitat:
Die Wahl könne innerhalb von drei Monaten und spätestens bis Ende des Jahres stattfinden. Später schränkte der libysche Ministerpräsident den Vorstoss allerdings ein. Eine Wahl habe keine Auswirkungen für Ghadhafi, weil dieser kein politisches Amt ausübe

Scherzkeks, dieser Gaddafi.

Ausgelassen haben sie auch den folgenden unterstrichenen Teil:
Zitat:
Die Rebellen mit Sitz im ostlibyschen Benghazi lehnten den Vorschlag ab. Saif al-Islam sei nicht in der Position, Wahlen anzubieten, sagte ein Sprecher. «Libyen wird freie Wahlen und Demokratie haben, aber die Familie Ghadhafi spielt dabei keine Rolle.»


Zitat:
Auch das US-Aussenministerium lehnte den Vorstoss ab. Dafür sei es zu spät, sagte eine Sprecherin.


Das trug sich Mitte Juli zu. Zu diesem Zeitpunkt hatte Gaddafi schon unzählige Male Waffenstillstände und Verhandlungen versprochen, die er nicht eingehalten hatte, also ein taktisches Täuschmanöver waren. Zurücktreten hätte Gaddafi auch einfach aus eigener Initiative können. Das hat er ja mittlerweile auch getan.

Die Rebellen akzeptierten das Angebot sowieso nicht.

Und das ägyptische Regime geht nicht einmal mehr ans Telefon, wenn die Amis anrufen:

Egypt's military rulers ignored pleas from US as mob attacked Israeli embassy hat folgendes geschrieben:
With six Israeli security guards fending off an angry mob rampaging through the mission, Leon Panetta, the US defence secretary, tried for two hours to get hold of Field Marshal Hussein Tantawi, Egypt's de facto head of state, to demand an immediate rescue operation.


Soviel zur Infokrieger-Fiktion der alles beherrschenden, kontrollierenden und manipulierenden USA.
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Sokrateer
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Beitrag(#1686603) Verfasst am: 13.09.2011, 01:25    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Evilbert hat folgendes geschrieben:
Sokrateer hat folgendes geschrieben:


Es gab also keinen rationalen, machtpolitischen oder imperialistischen Grund, Gaddafi zu entmachten.


Keinen, der jedenfalls Dir einfallen würde; soviel war sicher.

Die blühende Phantasie der antiamerikanischen Infokrieger fehlt mir in der Tat.
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goatmountain
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Beitrag(#1686606) Verfasst am: 13.09.2011, 04:05    Titel: Re: Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen... - Der Nahe Osten brennt lichterl Antworten mit Zitat

Sokrateer hat folgendes geschrieben:
Evilbert hat folgendes geschrieben:
Sokrateer hat folgendes geschrieben:


Es gab also keinen rationalen, machtpolitischen oder imperialistischen Grund, Gaddafi zu entmachten.


Keinen, der jedenfalls Dir einfallen würde; soviel war sicher.

Die blühende Phantasie der antiamerikanischen Infokrieger fehlt mir in der Tat.

merkst du, wie du agitierst? leute, die kritisch sind, werden diffamiert.
das ist unterirdisch.
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ich rauch jetzt erstmal eine......
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Nordseekrabbe
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Beitrag(#1687474) Verfasst am: 14.09.2011, 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Jedenfalls ist die Berichterstattung in unseren Medien äußerst einseitig.
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sehr gut
im Hamsterrad



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Beitrag(#1687487) Verfasst am: 14.09.2011, 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
Jedenfalls ist die Berichterstattung in unseren Medien äußerst einseitig.

Bei einem anderen Thema meinte der Chefredakteur der Washington Post das nicht Journalisten sondern die Bevölkerung oder die Hinterbliebenen selbst recherchieren sollen.

http://www.youtube.com/watch?v=BI7qUGhXbfo#t=3m17s
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unquest
Marx und Freudlos



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Beitrag(#1687546) Verfasst am: 14.09.2011, 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
Jedenfalls ist die Berichterstattung in unseren Medien äußerst einseitig.

Der Westen tut sich halt etwas schwer mit Demokratiebewegungen in Afrika. Ich denke, dass die Menschen in Libyen die grössten Chancen haben endlich in Freiheit nach z.B. iranischem Modell leben zu können. Und wenn es Abbas noch schafft in die UNO zu kommen sollte die Demokratisierung des Nahen Ostens wieder ein bisschen mehr Realität geworden sein.
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