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Schlumpf
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Anmeldungsdatum: 17.11.2007
Beiträge: 2572
Wohnort: Ost-Bayern

Beitrag(#2092298) Verfasst am: 22.04.2017, 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:

Da können unsere Banken mehr. Sie erzeugen negatives Geld, und das wirklich.

Auf Materie bezogen: Ein Loch. Das wäre Materie, die nicht nur nicht da ist, sondern sogar fehlt.
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 13166
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2092317) Verfasst am: 22.04.2017, 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

"Das Kapital" gibt's jetzt als Manga:



Zitat:
As the gap between rich and poor continues to widen, a new generation is reflecting on the insights of Karl Marx. Marx not only stood against the global economic system but he also helped us understand it. He explained how wealth was created on the backs of workers, how “surplus value” is realized and how accumulation is achieved through unpaid labour-time, the intensification of work and the tyranny of credit.

Insofern sich die Kluft zwischen Reichen und Armen weiter ausbreitet, reflektiert eine neue Generation die Erkenntnisse von Karl Marx. Marx kritisierte nicht nur das globale Wirtschaftssystem, sondern half uns auch, es zu verstehen. Er erklärte, wie Reichtum auf dem Rücken der Arbeiter geschaffen wurde, wie "Mehrwert" entsteht und wie die Kapitalakkumulation durch unbezahlte Arbeitszeit, durch die Intensivierung der Arbeit sowie die Tyrannei des Kredits erreicht wird.


http://redquillbooks.com/portfolio-posts/capital-manga/


Ist sicher mal eine originelle Form der Wissensvermittlung ...- Daumen hoch!
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"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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Schlumpf
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Anmeldungsdatum: 17.11.2007
Beiträge: 2572
Wohnort: Ost-Bayern

Beitrag(#2092334) Verfasst am: 23.04.2017, 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Das scheint deine "Bibel" zu sein. Auf den Arm nehmen
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2525

Beitrag(#2092346) Verfasst am: 23.04.2017, 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Aus einer Reihe von Nachrufen auf David Sackett, einem frühen Vertreter von evidenz-basierter Medizin. Autor ist John Ioannidis, von ihm stammt auch Why Most Published Research Findings Are False - Warum die meisten veröffentlichen Studien falsch sind.


Zitat:
Evidence-Based Medicine Has Been Hijacked: A Report to David Sackett
John P.A. Ioannidis - 2016

http://andrewgelman.com/wp-content/uploads/2016/04/PIIS0895435616001475.pdf

Deutsch etwa: Evidenzbasierte Medizin wurde gekidnappt.


Die Kernaussage:

Ioannidis hat folgendes geschrieben:
Vielerorts verschwenden Medizin und Gesundheitswesen gesellschaftliche Resourcen und werden zu einer Bedrohung des menschlichen Wohlergehen.

In many places, medicine and health care are wasting societal resources and becoming a threat to human well-being.




Ioannidis hat folgendes geschrieben:
Die selben Leute, die vorher über EBM hergezogen waren, fingen an, den Begriff seines Prestiges wegen für sich zu beanspruchen.

The same people who were previously spitting when mentioning ‘‘EBM’’ started using the very same term to buttress their eminence-based medicine claims to prestige.




Ioannidis hat folgendes geschrieben:
Ich bin nicht gegen die Pharma-Industrie, ganz im Gegenteil: Unternehmertum ist notwendig für Umsetzung, Entwicklung und Wachstum. Aber man sollte Konzerne nicht selbst die Tests ausführen lassen, die über ihre Produkte entscheiden. Zwingt man sie dazu, dann kann ich sie nicht verurteilen, daß sie die bestmögliche Werbung (="Belege") für ihre Produkte einkaufen.

I am not against the industry, quite the opposite, entrepreneurship is crucial for translation, development, and growth. However, corporations should not be asked to practically perform the assessments of their own products [20]. If they are forced to do this, I cannot blame them, if they buy the best advertisement (i.e., ‘‘evidence’’) for whatever they sell.



Ioannidis hat folgendes geschrieben:
Ich habe im klinischen Umfeld gearbeitet, oft wurde meine Rolle falsch eingeschätzt. Einige CROs [? Clinical Research Organizations, Contract Research Organisation], die Patienten für Feldstudien anheuerten, dachten ich sei Klinikchef oder hätte einen Lehrstuhl in Kardiologie, Rheumatologie und so weiter. Auf meinem Fax landeten Einladungen wie diese:

Zitat:
Sehr geehrter Professor Ioannidis,

wir kennen Sie als großartigen Kardiologen; ihre Klinik ist eine der besten. Wären Sie daran interessiert, an der Studie X teilzunehmen?

Spaßeshalber rief ich eines Tages die Kontaktnummer an. Ich erwähnte, dieses freundliche Einladungsschreiben erhalten zu haben und wollte wissen, wie ich an den Forschungen teilnehmen könnte. Die Person am anderen Ende der Leitung versprach mir, Autor zu werden bei einer Doppelblindstudie; je mehr Patienten ich vermitteln könne, desto höher sei meine Position unter den Autoren. Ich fragte, ob ich wohl das Protokoll und Erläuterungen dazu sehen könne.

Die Antwort war eindeutig und kam ohne Zögern:


Zitat:
Ach, das Protokoll, machen Sie sich doch keine Gedanken um das Protokoll. Der Geldgeber hat sich bereits um das Protokoll gekümmert und wird sich auch um die Niederschrift der Studie kümmern. Sie müssen sich nicht mit solchen Nebensächlichkeiten herumschlagen; Sie werden ihre zeit nicht mit dem Protokoll verschwenden oder damit, Entwurfsfassungen gegenzulesen. Wir werden Sie als Mitautor der Studie nennen, keine Sorge. So machen das alle angesehen klinischen Forscher.



Having worked in many different clinical fields, my identity was often mistaken. Some CROs recruiting patients for industry trials believed that I was a clinic chief or chair in cardiology, rheumatology, or other clinical fields. I would get invitations in my fax machine running ‘‘Dear Professor Ioannidis, we know that you are a great interventional cardiologist and your clinic is one of the best. Would you be interested to participate in the X trial..’’

For fun, one day I called back the contact number. I mentioned that I had received that kind invitation and wanted to find out how I could join the research.

The person at the other end of the phone line promised me authorship in the randomized trial; the more patients I could recruit, the better my authorship position. I asked to see the protocol and comment on it. The answer was clear and immediate

‘‘Oh, the protocol, why should you worry about the protocol? The sponsoring company has taken care of the protocol already and will also take care of writing the paper. You don’t need to worry about that minor stuff. You shouldn’t waste time with the protocol or editing drafts. We will put your name as an author on the papers, no worries. This is what all prestigious clinical researchers do.’’




Ioannidis hat folgendes geschrieben:
Wie wahrscheinlich ist es, daß Ärzte Studien konzipieren, deren Resultate ihre Arbeit gefährden könnte, wenn sich herausstellt, daß weniger Behandlungen, Vorsorgetests und Eingriffe besser sind?

Yet, how likely is it that physicians will design studies whose results may threaten their jobs by suggesting that less procedures, testing, interventions are needed? How likely is it that, if they do design such studies, they will accept results suggesting that they should quit their jobs?




Ioannidis hat folgendes geschrieben:
Das Gesundheitswesen macht 20 % der Wirtschaftsleistung aus. Die Gelder werden so ineffizient ausgegeben, bei beschränkter oder widersprüchlicher Datenlage, daß Medizin und Gesundheitswesen zur Bedrohung für Gesundheit und Wohlfahrt werden können.

However, with 20% of GDP being spent on health and health care so inefficiently, with such limited evidence or with conflicted evidence, medicine and health care can become a major threat to health and well-being.



Ioannidis hat folgendes geschrieben:
In den meisten entwickelten Ländern stehen Kliniker unter dem Druck des Marktes. Die Gespräche in Abteilungsmeetings drehen sich meist um Geld. Es herrscht spürbarer Druck, Leistungen zu erbringen, einen möglichst großen Markanteil abzugreifen, die Kunden zufriedenzustellen, um hohe Bewertungen zu erreichen, mehr zu verrechnen, mehr zu operieren, und mehr Kreuzchen am Abrechnungsbogen zu setzen.

Ein guter Witz ist dabei, daß diese honorargetriebenen Abrechnungsdaten für weitere Forschung benutzt werden.



In most developed countries, clinicians are under tremendous market pressure. Most discussions in department meetings are about money. One can sense the pressure to deliver services, to capture the largest possible market share (a synonym for ‘‘patients’’), to satisfy customers (synonyms for ‘‘humans’’), to get high satisfaction scores, to charge more, to perform more procedures, and to tick off more items on charge forms.

(As an aside, a nice joke is that these chargedriven electronic health records are then used for research.)



Ioannidis hat folgendes geschrieben:
Zuviel Medizin, zuviel Gesundheitswesen verursachen bereits Schäden. Wir müssen dies umkehren und es freiheraus sagen. In meiner Antrittsrede als Vorsitzender der disease prevention - Krankheitsvermeidung- in Stanford sagte ich meinen Kollegen [...], wenn ich Erfolg habe, dann kann euch das euren Job kosten.

However, too much medicine and too much health care is already causing harm. We need to revert this and be frank. In my inaugural speech for the chair of disease prevention at Stanford, I told my well-meaning physician colleagues chairing the therapeutic disciplines’ departments that if I succeed in my goals to promote health and well-being, they may lose their jobs.

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unquest
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Beitrag(#2092360) Verfasst am: 23.04.2017, 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Schlumpf hat folgendes geschrieben:
Das scheint deine "Bibel" zu sein. Auf den Arm nehmen

Endlich haben Inhalt und Form ihre Vollendung gefunden. Auf den Arm nehmen
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Skeptiker
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Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2092369) Verfasst am: 23.04.2017, 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Schlumpf hat folgendes geschrieben:
Das scheint deine "Bibel" zu sein. Auf den Arm nehmen

Endlich haben Inhalt und Form ihre Vollendung gefunden. Auf den Arm nehmen


Es müssen ja auch solche Formen gefunden werden, die du verstehst ...- Cool
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sponor
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Beitrag(#2092748) Verfasst am: 27.04.2017, 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Wer nicht an einer finanziell potenten Uni ist, aber trotzdem hin und wieder ein Paper lesen will, für den ist das hier vielleicht auch interessant:
http://unpaywall.org/
(Browser Add-on für FF/Chromium, das frei zugängliche, legale Alternativen zu teuren Veröffentlichungen bereitstellt)
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Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.
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smallie
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Beitrag(#2094285) Verfasst am: 08.05.2017, 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

"Kann Evolutionstheorie helfen, die Anziehungskraft Donald Trumps zu verstehen?"

Folgender Artikel hält nicht, was die Überschrift verspricht. Auf die Frage "Warum genau jetzt" geht er nicht wirklich ein. Er liefert aber einen Rahmen, der zu Themen wie Trump, Einwanderung und Feminismus passt.


Zitat:
Darwin Applied to Trump: Can Evolutionary Theory Help Us Understand the Appeal of Donald Trump?
Lesley Newson, Peter J. Richerson

https://evolution-institute.org/focus-article/darwin-applied-to-trump-can-evolutionary-theory-help-us-understand-the-appeal-of-donald-trump/?source=sef

Zusammengefasst:


- Über das Wahlergebnis wird viel gesprochen, aber es gibt kaum theoretische Ansätze, die über wirtschaftliche Gründe wie Zukunftsängste, Unzufriedenheit oder Neid hinausgehen.

- "Abstammung mit Abwandlung" (Darwin). Das gilt auch für kulturelle Varianten. Ideen werden von den Eltern oder der engeren Sippschaft übernommen oder aus dem weiteren kulturellen Umfeld, falls es eines gibt.

- "Die Familie" war zwei Millionen Jahre lang die wesentliche soziale Institution. Das liegt daran, daß Menschenkinder ohne Unterstützung nicht überlebensfähig sind. Families are child-rearing teams.

- Die erfolgreichsten Familien waren jene mit starkem Zusammenhalt als child-rearing team.


Artikel hat folgendes geschrieben:
Der Ursprung des Konservatismus

Eine kurze Überlegung zu den Glaubenssätzen, Regeln und Gebräuchen, die am effektivsten Ressourcen in Nachkommen verwandeln führt zu dieser Liste, die heute als "extremer Konservatismus" gelten kann. Die erfolgreichsten Familien hatten Mitglieder, die folgendes als natürlich betrachteten:



1. Die Interessen der Familie gehen vor.
    - Mitglieder dürfen noch nicht einmal darüber nachdenken, was in ihrem persönlichen Interesse wäre. "Respektiere und gehorche den Älteren" ist eine gute allgemeine Regel.


2. Es muß immer davon ausgegangen werden, daß Menschen die Interessen ihrer Familien anderem vorziehen.
    - Deshalb macht es keinen Sinn, einem Freund so zu vertrauen wie einem Familienmitglied. Außerhalb der Familie bist du nie völlig vertrauenswürdig.


3. Fremde, die freundlich oder großzügig sind, gelten als besonders zweifelhaft.
    - Warum würde jemand das tun? Sie beleidigen deine Intelligenz.


4. Kinder sind ein Segen. Dementsprechend sollten sie sich verhalten.
    - Sie sollten willig so viel Arbeit leisten, wie ihr Alter und ihr Können erlaubt. [...]


5. Frauen und Mädchen sollten nach Mutterschaft streben und Arbeiten erledigen, die mit Mutterschaft und Kindsaufzucht vereinbar sind.
    - Die Zukunft einer Familie hängt von den Frauen im gebärfähigen Alter, die die Einschränkungen und Gefahren einer Schwangerschaft ertragen. Die Frauen sollten keine Arbeit erledigen, die auch Männer und Jungen erledigen können.


6. Sexualverhalten, das zu Schwangerschaft führen kann, muß von der Familie eingeschränkt werden.
    - Ein Baby kann nur in einem Team überleben, das fähig und willens ist, es großzuziehen. Babies zu bekommen, die nicht großgezogen werden können, ist ungeheuerlich und eine Verschwendung.


7. Heiraten außerhalb des engsten Familienkreises sind notwendig, aber idealerweise kann sie zwischen Mitgliedern verwandter Familien arrangiert werden.
    - Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, daß sich die Verwandten von Braut und Bräutigam einig sind und die Kinder aus der Ehe unterstützen.



- Historische und anthropologische Studien legen nahe - über viele unterschiedliche Kulturen hinweg - daß Respekt vor Älteren, der Vorrang der Familie, Xenophobie, Kinderarbeit, Geschlechterteilung der Arbeit, hohe Geburtenraten und arrangierte Ehen üblicherweise als "normal" angesehen wurden; in Europa bis zum 18. oder 19. Jahrhundert, in dem meisten anderen Ländern bis ins 20. Jahrhundert.


- Seitdem sind die familien-zentrierten Wertevorstellungen am Schwinden. Dies hat die Art, wie Menschen leben, revolutioniert. Trotz unseres höhren Wohlstandes zeugen wir weniger Kinder als unsere Vorfahren.


Artikel hat folgendes geschrieben:
Warum kam es zu diesen kulturellen Veränderungen? Oberflächlich betrachtet könnte es das Ergebnis einer rationalen Überlegung sein. Die Menschen könnten erkannt haben, daß starke Familien keine praktische Notwendigkeit mehr waren, also änderten sie ihre Meinung und ihr Verhalten. Aber die Vorstellung, daß rationale Überlegung mitspielt, erscheint lachhaft, angesichts der Emotionen, die das Thema "Wertewandel" hervorruft.


Why did these cultural changes happen? A superficial look might suggest that it was the result of rational reasoning. Individuals might have simply seen that maintaining a strong family was no longer a practical necessity and so they changed their minds about how to behave. But the idea of rational reasoning being involved seems laughable given the emotion generated by discussion of changes in “family values”.



Artikel hat folgendes geschrieben:
In den Köpfen vieler Menschen wurde das Konzept "meine Familie" teilweise durch die größere soziale Gruppe ersetzt, der sie angehören, zum Beispiel "meine Nation", "meine Kirche", "meine Rasse". Das war eine Zeit des ausgeprägten Nationalismuses, religiösen Eifers sowie des Rassismuses in Europa. Millionen von Europäern bezahlten zwischen 1914 und 1918 mit ihrem Leben, als sie für das eintraten, was gemäß ihrer Anführer im Interesse der Nation lag.

In many people’s minds, the concept of “my family” had been partly replaced with the larger social groups they felt they belonged to, such as “my nation”, “my church” and “my race”. This was a time of intense nationalism, religious fervor, and racism in Europe. Between 1914 and 1918 millions of Europeans dutifully laid down their lives to further what their leaders told them were the interests of their nation.



- Viele Menschen sehen sich nach wie vor als Teil einer Familie, die in einer lokalen Gemeinschaft lebt, aber man fing an, sich auch als Teil einer Arbeiterschaft, einer sozialen Klasse, einer ethnischen Gruppe, Religion oder Nation zu sehen. Im Ergebnis wird die Bestätigung der Familienwerte durch die Sippschaft verwässert durch Ideen von außerhalb. Was nicht heißt, daß alle Glaubensvorstellungen, Regeln, Gebräuche und Gewohnheiten, die über Jahrtausende von Generation zu Generation weitergegeben wurden, auf einen Schlag ausgelöscht wären.


Artikel hat folgendes geschrieben:
Kulturelle Variablen sind das Ergebnis vieler Einflüsse. Zwei Arten werden genannt. Die historischen, wie Fischers Beobachtung, daß regionale Wahlergebnisse in den Vereinigten Staaten darauf zurückführen lassen, aus welcher britischen Gegend die Siedler einst kamen. Und die Umgebungsvariablen, wie Ingleharts Feststellung, daß der Politikstil einer Gemeinschaft mit dem Sicherheit der Umgebung zusammenhängt. Keine Erklärung kann die wahre Geschichte sein; neue Vorstellungen sind nicht notwendigerweise bedrohlich für ältere.


Patterns of cultural variation are the result of many influences but explanations of these influences are of two types. They can be historical, such as Fischer’s observation that regional voting patterns in the United States can be tied to the point of origin in the British Isles of people who settled in the region in previous centuries.13 Or they can be environmental, such as Inglehart’s observation that what he calls the “political style” of a group of people can be tied to the level of security in the environment in which they were socialized.14 No explanation can be the whole story and new ideas are not necessarily a threat to old ones.


- Einwanderer stammen meist aus Bevölkerungen, die konservativer sind als die einheimische. Auch wenn die Integration klappt führt es dazu, daß die Gesellschaft konservativer wird.

- Landbevölkerung ist konservativer als Stadtbevölkerung. Auf dem Land haben die Menschen weniger Kontakt zu anderen Kulturen und Ideen.

- Die Ansichten von Donald Trump passen zu den Resten der Familienwerte, die besagen, daß "die unseren" zuerst kommen müßen. Mit "die unseren" sind bei Trump unterschwellig Amerikaner europäischer und christlicher Herkunft gemeint.


Artikel hat folgendes geschrieben:
Weil die meisten Menschen am Heute orientiert sind, stellen sie eine erhebliche moralische Trennlinie fest zwischen ihnen und den Menschen des Mittleren Ostens oder Afrikas, die gerade erst angefangen haben, sich zu modernisieren.

Aber aus darwinistischer Sicht handelt es sich hier nur um Kulturen, die an verschiedenen Zeitpunkten ihrer Entwicklung stehen. Die gleiche Trennlinie gibt es zwischen uns und unseren Urgroßeltern, die zu ihrer Zeit für Rassismus, Sexismus, Homophobie und Kriegslust standen, was Ursache war für die Misere und das Blutvergießen des 20ten Jahrhunderts.



Because most humans live in the moment, Westerners perceive a great moral divide between themselves and the peoples in the Middle East and African who have begun to modernize recently. But this Darwinian view suggests that what seems to be a great divide is simply the result of populations being at different points in the process of cultural change. The same moral divide would exist between ourselves and our own great-grandparents if we could meet them in their youth when they were giving voice to the racism, sexism, homophobia and bellicosity which caused so much bloodshed and misery in the 20th century.



PS:

Einen Einwand habe ich, aber der hebelt das Grundargument nicht aus.
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 2232

Beitrag(#2103024) Verfasst am: 31.07.2017, 12:54    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Schwerkraft-Quanten-Anomalie wurde in einem besonderen Kristall simuliert.
Damit könnten neue Schaltelemente konstruiert werden.
Nebenbei simuliert man Zustände in Schwarzen Löchern.
Diverse Institute waren beteiligt.
Ergebnisse wurden im „Nature“ veröffentlicht.
http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/News/Dresdner-Forscher-werfen-klassische-Physik-ueber-den-Haufen
https://futurezone.at/science/forscher-wiesen-quanten-anomalie-auf-der-erde-nach/276.157.219
https://www.analytik-news.de/Presse/2017/438.html
https://www.ifw-dresden.de/press-and-events/press-release/current-news/?tx_ttnews[tt_news]=71&cHash=93cbadb7f27e0eb90dde5e516b06ffef
http://www.nature.com/nature/journal/v547/n7663/full/nature23005.html
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72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2525

Beitrag(#2114576) Verfasst am: 18.11.2017, 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Wie lebt es sich in einer hierarchischen Gesellschaft?


Als Meta-Kommentar zu einigen Themen, die gerade herumschwirren, Weinstein oder auch "Angst" aus Diskussionen aus Zitate, Sprüche, Lebensweisheiten, etc.. Zu Weinstein werden ich dort noch etwas sagen.


Die Sache stammt aus einem Artikel zum Patriarchat. Passt ganz gut zum "Ursprung des Konservatismuses" von oben.

Zitat:
Das Patriarchat ist das Problem.

- das Patriarchat legitimiert Mißbrauch von Frauen durch ihre Ehemänner und Mißbrauch von Kindern durch Eltern.

- Zwischen Hierarchie und Mißbrauch läßt sich nicht scharf trennen. Dominantes und unterwürfiges Verhalten unter Primaten zeigt Parallelen zu dem was Menschen häuslichen Mißbrauch nennen würden.


https://srconstantin.wordpress.com/2017/09/12/patriarchy-is-the-problem/

Zwei Aspekte möchte ich herausgreifen:

Zitat:
Mißbrauch im Säugetierkontext.

Aus einer Studie über Grüne Meerkatzen. Der Serotonin-Pegel eines Affen folgt eng seinem Status in der Hierarchie. Viel Serotonin macht den dominanten Affen gütig und weniger aggressiv. Die Ragnidrigeren Affen zeigen dann weniger unterwürfiges Verhalten, worauf der Serotoninspiegel des dominanten sinkt, er ängstlich und irritierbar wird und mehr Dominanzgesten zeigt. Worauf alles von vorne losgeht.




Abuse in Mammalian Context

A study of male vervet monkeys gives an illustration of what I mean by abuse.

Serotonin levels closely track a monkey’s status in the dominance hierarchy. When a monkey is dominant, his serotonin is high, and is sustained at that high level by observing submissive displays from other monkeys. The more serotonin a dominant monkey has in his system, the more affection and the less aggression he displays; you can see this experimentally by injecting him with a serotonin precursor. When a high status monkey is full of serotonin, he relaxes and becomes more tolerant towards subordinates; the subordinates, feeling less harassed, offer him fewer submissive displays; this rapidly drops the dominant’s serotonin levels, leaving him more anxious and irritable; he then engages in more dominance displays; the submissive monkeys then display more submission, thereby raising the dominant’s serotonin level and starting all over again.



srconstantin hat folgendes geschrieben:
Toleranz herrscht nur, solange unterwürfiges Verhalten gezeigt wird. Zorn, Drohungen und Gewalt folgen jedem Nachlassen der Unterwerfungsgesten. Ich halte das für eine Arbeitsdefinition von Dominanz und Mißbrauch: der Mißbraucher ist schnell beleidigt und nimmt jede Majestätsbeleidigung zum Grund für einen Ausbruch.

Unterdrückung beim Menschen folgt in vielen Aspekten diesem Muster. Sklaven wurden für respektloses Verhalten dem Herrn gegenüber schwer bestraft, das Fußvolk muß Gangstern und Kriegsherren respektieren unter Androhung von Gewalt, Despoten verlangen Rituale der Unterwerfung oder Tribut, usw. Ich glaube, das ist ein uraltes Muster, älter als der Mensch.





srconstantin hat folgendes geschrieben:
Symptome von CPTSD beinhalten "kronisches und durchdringes Gefühl der Hilflosigkeit, Lähmung des Antriebs, Scham, Schuld, Selbst-Vorwürfe, ein Gefühl der Schande oder des Stigmas" ...

Der körperliche Ausdruck von Scham (abgewandter Blick, schiefe Blicke, nervöses Lächeln, gesenkter Kopf und krumme Haltung sind auch übliche Beschwichtigungsgesten bei Säugetieren: rangniedrige Affen zeigen ebenso ein "Angstlächeln" und weichen dem Blick der Dominanten aus.




Die Sache hat auch einen gesundheitlichen Aspekt: ein rangniedriger Primat ist kein gesunder Primat.

srconstantin hat folgendes geschrieben:
A subordinate primate is not a healthy primate. Robert Sapolsky has an overview article about how low-ranked primates are more stressed and more susceptible to disease in hierarchical species.

The physiological results of social stress are cardiovascular and immune:

Prolonged stress adversely affects cardiovascular function, producing (i) hypertension and elevated heart rate; (ii) platelet aggregation and increased circulating levels of lipids and cholesterol, collectively promoting atherosclerotic plaque formation in injured blood vessels; (iii) decreased levels of protective high-density lipoprotein (HDL) cholesterol and/or elevated levels of endangering low-density lipoprotein (LDL) cholesterol; and (iv) vasoconstriction of damaged coronary arteries…




srconstantin hat folgendes geschrieben:
Wenn unsere Gesellschaft von Scham und Beschwichtigung angetrieben wird, insbesondere für Frauen, dann werden Frauen darunter leiden. Alles was wir heutzutage tun und denken, einschließlich des modernen Liberalismus, baut auf einer Grundlage, die den Mißbrauch von Macht legitimiert. Ich meine das nicht im Sinne von "alles ist verdorben, du mußt die Welt durch eine Brille von Schlamm sehen." sondern in dem Sinn, daß dies unser Erbe ist, diese Einflüsse sind noch da, das war der Boden, auf dem wir wuchsen.

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