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"Man wird wohl noch..." Grauzone Antisemitismus
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 36481
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2120918) Verfasst am: 05.01.2018, 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Nur weil Bb sich vermeintlich falsch ausgedrückt hat, müsst Ihr ihm keinen Antisemitismus andichten. Suspekt Sagt mal, spinnt Ihr?


Nur weil BB der Meinung ist, "dass es beispielsweise in den 20ger Jahren in D ueberproportinial öfters vorkam von juedischen Geschäftsleuten betrogen zu werden als von nichtjuedischen" und es nicht über sich bringt, das auszuräumnen, halte ich ihn nicht für einen Antisemiten. Er Pflegt halt sein Ressentiment. Hältst Du ihn deswegen für einen Antisemiten?



Was erwartest Du eigentlich, wenn Juden aus historischen Gründen in der Gruppe der Geschäftsleute im Vergleich zu Nichtjuden überrepräsentiert waren? Wenn man davon ausgeht, dass Juden und Nichtjuden statistisch gesehen gleich (un)ehrlich sind (und davon gehe ich aus), dann ist es nur logisch zu erwarten, dass Juden innerhalb der Gruppe der unehrlichen Geschäftsleute genauso überrepräsentiert sind wie innerhalb der Gruppe der Geschäftsleute insgesamt. Das hat mit "Resentiments" nicht das Geringste zu tun, sondern mehr mit Mathematik.

Und klar haben sich die damaligen Antisemiten diesen Umstand zunutze gemacht um antisemitische Resentiments zu schüren. Das geht auch ganz einfach. Man muss dazu den wahren Sachverhalt nur mit den falschen Ursachen erklaeren und das mache ich von Anfang an ausdruecklich nicht. Deshalb muss ich auch nichts "ausräumen".

Die Technik wahre Sachverhalte mit falschen Ursachen zu erklaeren um Resentiments gegen Minderheiten zu schüren unterscheidet sich uebrigens um keinen Deut von der, die heute von Rassisten angewandt wird um gegen Flüchtlinge, Moslems und andere "Ausländer" zu hetzen. Die beste Gegenstrategie dazu ist nicht die betreffenden Sachverhalte zu leugnen, sondern die behaupteten Ursachen als falsch zu entlarven und die tatsächlichen Ursachen zu benennen.
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 33327
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2120981) Verfasst am: 06.01.2018, 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Selbst wenn man Deiner schwabbeligen Argumentation folgt, kann man mir immer noch keinen Antisemitismus andichten.

Dafür, dass ich dich hier als Antisemiten bezeichnet hätte, hätte ich doch gerne ein Zitat als Beleg. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, das getan zu haben.

Um das klarzustellen: Ich halte dich nicht für einen Antisemiten, sondern für jemanden, der auf antisemitische Slogans anderer hereingefallen ist. Du übernimmst die Behauptung, Juden seien in der Weimarer Republik auffällig öfter betrügerisch unterwegs gewesen als Nichtjuden, ohne diese Behauptung einem Faktencheck zu unterziehen, und meinst dann, den antisemitischen Charakter dieser Behauptung neutralisieren zu können, indem du für die bereits akzeptierte Behauptung eine andere Erklärung präsentierst als die Antisemiten. Pro-Tipp: Bevor man für ein behauptetes Faktum eine alternative Erklärung präsentiert, wäre es hilfreich, erstmal einen Fakten-Check durchzuführen, um zu sehen, ob das Faktum überhaupt so besteht, wie behauptet. Das ist nicht unsere Aufgabe, sondern deine. Du kannst nicht einfach mal so "davon ausgehen", dass Juden in der Weimarer Republik betrügerischer unterwegs waren als Nichtjuden. Wenn du so eine Behauptung aufstellst, hast du dafür Belege zu bringen, und zwar bevor du dich über verschiedene antisemitische oder nicht-antisemitische Erklärungen auslässt. Was ich dir hier vorwerfe, ist nicht Antisemitismus, sondern unwissenschaftliches und irrationales Vorgehen bei einem heiklen Thema.
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Zuletzt bearbeitet von Tarvoc am 06.01.2018, 14:31, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 33327
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2120982) Verfasst am: 06.01.2018, 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Was erwartest Du eigentlich [...]

Was irgendwer erwartet, ist irrelevant. Wenn jemand behauptet, Juden wären in der Weimarer Republik betrügerischer unterwegs gewesen als Nichtjuden, dann hat er das nicht vorauszusetzen, sondern zu belegen.

Ich habe bisher noch keinen Beleg dazu von dir gesehen.
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Zuletzt bearbeitet von Tarvoc am 06.01.2018, 14:30, insgesamt einmal bearbeitet
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20823
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2120983) Verfasst am: 06.01.2018, 14:30    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
BB wollte sagen: "dass es beispielsweise in den 20ger Jahren in D ueberproportinial (IM VERGLEICH ZU IHREM ANTEIL AN DER GESAMTBEVÖLKERUNG) öfters vorkam von juedischen Geschäftsleuten betrogen zu werden als von nichtjuedischen"

Ich mach's noch einmal ganz simpel:
BB geht davon aus, dass jüdische und nichtjüdische Geschäftsleute gleich betrügerisch sind.
Juden sind aber häufiger Geschäftsleute, wie der Spiegel von 1966 schreibt
Zitat:
"Die Hälfte aller erwerbstätigen Juden waren Selbständige; 61 Prozent (gegenüber 16,4 Prozent der Gesamtbevölkerung) betätigten sich in Handel und Gewerbe."


Wenn jeder 100. Geschäftsmann in Deutschland wegen Betrug im Gefängnis sitzt.
Und gehen wir von 60% jüdischer Geschäftsleute von 500.000 Juden und
von 15% nichtjüdischen Geschäftsleuten von 50.000.000 Deutschen aus. (mit Juden)

So säßen 300 Juden und 7.500 Deutsche im Knast wegen desselben Deliktes.
Von allen Betrüger-Knastis wären folglich 4% Juden, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung 1% beträgt. Das wäre dann viermal soviel wie man erwarten kann, allein weil Juden eher zum Beruf des Geschäftsmanns greifen und nicht, weil sie viermal so betrügerischer sind. zwinkern
So wollte das BB ausdrücken.

Die Zahlen sind bekannt, ich habe auch auf sie hingewiesen. Nur gab es diese Statistiken damals nicht, es hat auch keiner damals so argumentiert.

Womit man Stimmung gemacht hat, das waren die sehr wenigen großen jüdischen Kaufhäuser wie z.B. das KDW, mit denen man den jüdischen Kaufmann in die Fußstapfen des jüdischen Wucherers setzte.

Selbst, wenn ich Deiner Darstellung folge, erlebe ich 25 deutsche Betrüger, in Ballungsgebieten war der Abstand geringer, bevor ich einen jüdischen erlebe, und das wäre die einzige Proportion, die man wahrnimmt - alles andere wird erst durch die Statistik erfahrbar, die es damals nicht in dieser öffentlichen Form gab.

Ich unterstelle bb keinen bewussten Antisemitismus, aber es stellt sich schon die Frage, warum er immer wieder derartige falsche Beispiele konstruiert, um das nicht an der falschen Benutzung des Begriffs der Proportionalität auf zuhängen.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20823
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2120985) Verfasst am: 06.01.2018, 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
....
Was erwartest Du eigentlich, wenn Juden aus historischen Gründen in der Gruppe der Geschäftsleute im Vergleich zu Nichtjuden überrepräsentiert waren? Wenn man davon ausgeht, dass Juden und Nichtjuden statistisch gesehen gleich (un)ehrlich sind (und davon gehe ich aus), dann ist es nur logisch zu erwarten, dass Juden innerhalb der Gruppe der unehrlichen Geschäftsleute genauso überrepräsentiert sind wie innerhalb der Gruppe der Geschäftsleute insgesamt. Das hat mit "Resentiments" nicht das Geringste zu tun, sondern mehr mit Mathematik.

Und klar haben sich die damaligen Antisemiten diesen Umstand zunutze gemacht um antisemitische Resentiments zu schüren. Das geht auch ganz einfach. Man muss dazu den wahren Sachverhalt nur mit den falschen Ursachen erklaeren und das mache ich von Anfang an ausdruecklich nicht. Deshalb muss ich auch nichts "ausräumen"....

Da ich kein Beispiel dieser Argumentation kenne, bin ich jetzt neugierig, und bitte Dich, doch einmal genau zu erzählen, wer so wann argumentiert hat. Da Du das nicht aus eigener Erfahrung haben kannst, wirst Du wohl zitieren müssen.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 27260

Beitrag(#2120986) Verfasst am: 06.01.2018, 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Nur gab es diese Statistiken damals nicht, es hat auch keiner damals so argumentiert.


Ich finde Statistiken in diesem Zusammenhang auch nicht wirklich aussagekräftig. Wenn ich das Gefühl habe, im Supermarkt immer in der langsamsten Schlange zu stehen, dann wird zwar jede Statistik mein Gefühl widerlegen - aber das ist meinem Gefühl zunächst egal. Es braucht keine statistisch nachweisbare Überzahl von schlechten Erfahrungen, um die vorurteilsbehaftete Erwartung einer schlechten Erfahrung zu bestätigen. Unser Erinnerungsvermögen funktioniert nicht statistisch.
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Commander Vimes
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Beitrag(#2121221) Verfasst am: 08.01.2018, 00:23    Titel: Antworten mit Zitat

Die Statistik ist im Zweifel hinderlich. Die alte wie die neue Rechte arbeiten stattdessen viel lieber mit Anekdoten, also dem Verweis auf einzelne Sachverhalte. Diese werden dann einfach nicht als Einzelfälle, sondern als Regelfall dargestellt. Ist für das tumbe Publikum ausreichend.
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There is a rumour going around that I have found God. I think this is unlikely because I have enough difficulty finding my keys, and there is empirical evidence that they exist.
(Terry Pratchett)
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22577

Beitrag(#2123259) Verfasst am: 28.01.2018, 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Interview mit Michael Friedmann in der taz

Zitat:
Vor einer Woche hat der Bundestag beschlossen, einen Antisemitismusbeauftragten einzusetzen.

Ich würde den Begriff des Antisemitismus gerne präzisieren. Es geht um Judenhass. Und es geht um Menschenhass. Judenfeindlichkeit ist Menschenfeindlichkeit. Wenn Menschenfeindlichkeit auftritt, erwarte ich von Ihnen und von jedem anderen, sein Gesicht zu zeigen, weil er selbst gemeint ist. Solange ich als Jude ein Mensch für Sie bin und man mich als solchen angreift, sind Sie genauso gemeint, auch wenn Sie kein Jude sind. Wer sich nur einsetzt, weil er Juden helfen will, hat nicht begriffen, was Menschenhass ist. Er hilft mir nicht und sich selbst auch nicht.

[...]

Verfolgt man die Debatte der vergangenen Wochen, könnte man meinen, „importierter Antisemitismus“ sei das größte Problem.

Es gibt seit Jahrzehnten einen Sockel von zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung in Deutschland, die unabhängig von Bildung und Einkommen judenfeindliche Einstellungen hegen. In den letzten Jahren ist eine weitere Gruppe aufgetreten, Menschen, die aus arabischen Ländern kommen, Muslime, wobei die Betonung auf arabischen Ländern liegt. In den dortigen Diktaturen sind diese Menschen mit einem Feindbild aufgewachsen: Der Teufel, das sind die Juden. Die Juden, das ist der Staat Israel, und beide müssen eliminiert werden. Es ist richtig, über diese neue Form des Antisemitismus zu sprechen. Aber es ist wichtig, daran zu erinnern, dass laut der Berichte des Bundesinnenministers weiterhin neunzig Prozent der Gewaltakte gegen Juden von der deutschen, nichtmuslimischen Bevölkerung ausgehen. Der Judenhass ist keine deutsche Erfindung. Aber Auschwitz ist eine.


http://www.taz.de/Michel-Friedmann-ueber-Menschenhass/!5477285/
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beachbernie
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Beitrag(#2123588) Verfasst am: 30.01.2018, 00:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
..In der evangelischen Kirche von Herxheim hängt die sogenannte Hitlerglocke, die aus dem Jahr 1934 stammt. In sie ist eingraviert: »Alles fuer‘s Vaterland. Adolf Hitler«. Nach Protesten gegen Pläne, die Glocke wieder in den kirchlichen Dienst zu nehmen, hatte Bürgermeister Welker, der auch pensionierter Pfarrer ist, im ARD-Magazin Kontraste gesagt, er höre im Läuten die Menschen, die unter der NS-Zeit gelitten hätten. Auf Kritik an diesem Satz hatte er geantwortet: »Ich sage nur, ich höre die Opfer, das waren auch deutsche Bürger, also nicht nur die jüdischen.«

Wegen dieser Äußerungen wird Welker jetzt verklagt....



http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30706


Da hat wohl einer die Nürnberger Rassegesetze verinnerlicht. Vor diesen waren die deutschen Juden naemlich genauso deutsche Bürger wie dieser peinliche Bürgermeister selbst und als solche sollten sie seit 1945 auch wieder gelten. Mit den Augen rollen
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DonMartin
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Beitrag(#2123600) Verfasst am: 30.01.2018, 07:35    Titel: Antworten mit Zitat

Verbreitet die Glocke Hitlerreden?
Den Schriftzug kann auch keiner von aussen einsehen. Hat ja 70+ Jahre auch keiner gemerkt.
Also was soll die Aufregung.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 36481
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2123675) Verfasst am: 30.01.2018, 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Verbreitet die Glocke Hitlerreden?
Den Schriftzug kann auch keiner von aussen einsehen. Hat ja 70+ Jahre auch keiner gemerkt.
Also was soll die Aufregung.



Dieser peinliche Bürgermeister unterscheidet zwischen deutschen Bürgern und "juedischen Bürgern" und fuer den scheinen auch irgendwie beide Gruppen Opfer zu sein. (Wobei es nirgendwo eine "juedische Staatsbürgerschaft" gibt und somit auch keine "juedischen Bürger")

Wer diese beiden Gruppen in dieser Weise unterscheidet macht sich die Rassenideologie der Nazis zu eigen, fuer jeden normal denkenden Menschen waren naemlich die deutschen Juden genauso Deutsche wie deren nichtjuedische Nachbarn. Ausserdem läuft die Betonung deutscher Opfer (im Kontext als Gegensatz zu "juedischen Bürgern") auf eine Verharmlosung des Holocausts hinaus. So nach dem Motto "Was wollen diese Juden eigentlich von uns Deutschen, wir Deutsche waren schliesslich auch Opfer".

Darin besteht der Skandal bei diesem Vorfall und nicht so sehr darin, was auf dieser ollen Glocke steht.
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Diligentia
wúxìng



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Beitrag(#2123701) Verfasst am: 31.01.2018, 03:43    Titel: Antworten mit Zitat

Die Glocke gehört m.E. in ein Museum + Erläuterung ihrer Geschichte.

Ansonsten ist sie m.E. nur eines von unzähligen Beispielen, warum die allseits gerühmte "Aufarbeitung" unserer Nazi-Vergangenheit nichts weiter als eine scheinheilige - faktisch teilweise sogar kriminelle - Farce ist. Erbrechen

Das nächste Erbrechen kann einem kommen, wenn man an "unsere" Nationalhymne denkt.
Das nächste "Fass", das ein eigenes Thema eröffnen würde.


Da kann man nur noch mit Brecht sprechen:

"Wahnsinn wird unsichtbar,
sobald er ein genügend großes Ausmaß angenommen hat!"


Und trotzdem nannte man diesen Wahnsinn früher, wie auch noch heute (!): "Normal" .... Pillepalle Pillepalle Pillepalle... "Was seid ihr nur für Heuchler in diesem Land!"**

Der Psychotherapeut Manfred Lütz (von dem ich mich ansonsten ausdrücklich distanziere!), hat die "Normalität" in einem Buchtitel - zugegebenermaßen unschlagbar - in eine treffende Formulierung gefasst:

"IRRE!
Wir behandeln die Falschen.
Unser Problem sind die Normalen!"
*


Und zu den "Normalen" zählen immer noch die unterschwelligen, bzw. kryptischen Antisemiten. Seit nunmehr rund sieben Jahrzehnten!



... armes Deutschland!



*
https://www.amazon.de/Irre-behandeln-Falschen-Problem-Normalen/dp/3442156793/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1517367461&sr=8-1&keywords=Irre+wir+behandeln+die+falschen

**
Marlene Dietrich im Film "Zeugin der Anklage"
https://www.amazon.de/Zeugin-Anklage-Tyrone-Power-jr/dp/B00GRLPP1A/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1517369963&sr=8-2&keywords=Zeugin+der+Anklage

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DonMartin
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Beitrag(#2123713) Verfasst am: 31.01.2018, 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

Darin besteht der Skandal bei diesem Vorfall und nicht so sehr darin, was auf dieser ollen Glocke steht.

Der Anlass für die Aufregung war sehr wohl die Glocke.
An den Sätzen kann ich nichts schlimmes erkennen.
Zu der Zeit, auf die sich der BM bezieht, wurde nunmal nach Juden und Deutschen unterschieden.
Ich hab's dreimal lesen müssen, um auch nur zu ahnen, wie man sich daran hochziehen kann.
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 4235

Beitrag(#2123714) Verfasst am: 31.01.2018, 08:13    Titel: Antworten mit Zitat

Diligentia hat folgendes geschrieben:

Ansonsten ist sie m.E. nur eines von unzähligen Beispielen, warum die allseits gerühmte "Aufarbeitung" unserer Nazi-Vergangenheit nichts weiter als eine scheinheilige - faktisch teilweise sogar kriminelle - Farce ist. Erbrechen

Dieser Drops ist doch längst gelutscht.
Spätestens jetzt, wo so gut wie alle Täter wie Opfer entweder tot oder dement sind.
Man kann sich vielleicht noch darüber aufregen, dass man Mengele nicht erwischt hat,
aber was soll's. Verschüttete Milch.
"Aufarbeitung" ist ab jetzt ein Haufen Kleinklein für Historiker.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
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Beitrag(#2123737) Verfasst am: 31.01.2018, 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
...
Dieser peinliche Bürgermeister unterscheidet zwischen deutschen Bürgern und "juedischen Bürgern" und fuer den scheinen auch irgendwie beide Gruppen Opfer zu sein. (Wobei es nirgendwo eine "juedische Staatsbürgerschaft" gibt und somit auch keine "juedischen Bürger")

Nicht unbedingt. Wir haben hier einen Pastor vor uns, der zwar bibelfest sein mag, aber nicht zwangsläufig all die auf der Rechnung hat, die auch jedes gesprochene Wort auf die Goldwaage legen, um glasklar entscheiden zu können, ob der Sprechen zu den Guten oder den Bösen zu zählen ist.

Bevor jemand mit Freud'schen Versprechern kommt: Im direkten Gespräch halte ich es für relativ normal, dass bei diesem Thema auch jemandem, der selbst weit von den Ansichten der Nazis entfernt ist, die damalige Einteilung der Welt durch den Kopf geht und sich in die Antwort mischt.

Gibt es irgendeine Antwort von ihm auf Nachfragen zu dieser Äußerung?
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Diligentia
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Beiträge: 158

Beitrag(#2123757) Verfasst am: 31.01.2018, 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Diligentia hat folgendes geschrieben:

Ansonsten ist sie m.E. nur eines von unzähligen Beispielen, warum die allseits gerühmte "Aufarbeitung" unserer Nazi-Vergangenheit nichts weiter als eine scheinheilige - faktisch teilweise sogar kriminelle - Farce ist. Erbrechen

Dieser Drops ist doch längst gelutscht.
Spätestens jetzt, wo so gut wie alle Täter wie Opfer entweder tot oder dement sind.
Man kann sich vielleicht noch darüber aufregen, dass man Mengele nicht erwischt hat,
aber was soll's. Verschüttete Milch.
"Aufarbeitung" ist ab jetzt ein Haufen Kleinklein für Historiker.


Mit dem Aussterben der NS-Täter-, bzw. Opfergeneration hat sich das Thema eben nicht erledigt. Und sich nur auf ein paar prominente NS-Namen zu fokussieren, ist auch viel zu kurzsichtig.



Zitat:
„Die unbewusste Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen an nachfolgende Generationen

Der psychoanalytische Begriff der Übertragung bezeichnet [...] ein, die menschlichen Beziehungen generell begleitendes und prägendes Phänomen, das sich auch in den Beziehungen zwischen den Generationen findet und diese im positiven wie negativen Sinn entscheidend beeinflusst. Freud bezeichnete diesen Vorgang als »Gefühlserbschaft«.

Damit stellt sich die Frage, was Generationen voneinander unterscheidet und was sie verbindet und welche Rolle dabei die bewusste wie unbewusste Tradierung spielt. Es werden zunächst die Mechanismen der unbewussten Übermittlung von Erfahrungen zwischen Eltern und Kindern beschrieben sowie ferner die Auswirkungen, die die ungewollte Weitergabe von (extremen) Traumatisierungen auf die Nachkommen von Opfern oder aber von Schuldverstrickungen auf die Nachkommen von Täter/innen haben. [...]"

Quelle:
https://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/268/310




Formulierungen wie „Gelutschter Drops“ und „verschüttete Milch“ bagatellisieren nicht nur das Geschehen, sondern ist ein Schlag ins Gesicht von Betroffenen. Wer glaubt, das wäre alles nur Geschichte und kann deshalb im Elfenbeinturm von kochentrockenen Historikern entsorgt werden, unterliegt einem fatalen Irrtum, der die ganze Gesellschaft schädigt.

Für Interessierte häng' ich ein paar Literaturhinweise an. Nebenbei erschließen sich dabei auch Erklärungsmuster für ganz aktuelle Phänomene wie Neo-Nazis, Pegida, AfD usw., aber auch die Explosion von Angsterkrankungen bei den Nachkriegsgenerationen.


KRIEGSERBE IN DER SEELE
Was Kindern und Enkeln wirklich hilft

von Udo Baer & Gabriele Frick-Baer
https://www.amazon.de/Kriegserbe-Seele-Kindern-Kriegsgeneration-wirklich/dp/3407857403/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1517406414&sr=8-1&keywords=KRIEGSERBE+IN+DER+SEELE



WIR KINDER DER KRIEGSKINDER
Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs

von Anne-Ev Ustorf
https://www.amazon.de/Wir-Kinder-Kriegskinder-Generation-Weltkriegs/dp/3451062127/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1517406446&sr=1-1&keywords=WIR+KINDER+DER+KRIEGSKINDER



DIE GEPRÜGELTE GENERATION
Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen

von Ingrid Müller-Münch
https://www.amazon.de/Die-gepr%C3%BCgelte-Generation-Kochl%C3%B6ffel-Rohrstock/dp/3492302831/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1517406483&sr=1-1&keywords=DIE+GEPR%C3%9CGELTE+GENERATIONEN



NACHKRIEGSKINDER
Die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter

von Sabine Bode
https://www.amazon.de/Nachkriegskinder-1950er-Jahrg%C3%A4nge-ihre-Soldatenv%C3%A4ter/dp/3608980520/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1517406522&sr=1-1&keywords=NACHKRIEGSKINDER



SCHATTEN AUF MEINER SEELE
Ein Kriegsenkel entdeckt die Geschichte seiner Familie

von Jens Orback
https://www.amazon.de/Schatten-auf-meiner-Seele-Kriegsenkel/dp/B01LP1BW1I/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1517406565&sr=1-1&keywords=SCHATTEN+AUF+MEINER+SEELE

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Zuletzt bearbeitet von Diligentia am 01.02.2018, 12:04, insgesamt einmal bearbeitet
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beachbernie
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Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2123774) Verfasst am: 31.01.2018, 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Darin besteht der Skandal bei diesem Vorfall und nicht so sehr darin, was auf dieser ollen Glocke steht.

Der Anlass für die Aufregung war sehr wohl die Glocke.
An den Sätzen kann ich nichts schlimmes erkennen.
Zu der Zeit, auf die sich der BM bezieht, wurde nunmal nach Juden und Deutschen unterschieden.
Ich hab's dreimal lesen müssen, um auch nur zu ahnen, wie man sich daran hochziehen kann.



Die Tatsache allein, dass die Glocke mit diesen Sprüchen in dem Kirchturm hing, reicht nach meiner Auffassung keinesfalls aus um irgendjemand zu verklagen oder zum Rücktritt zu zwingen. Gruende dafuer gab es erst als jener Bürgermeister so dumm auf die Kritik daran reagiert hat. Dem seine Reaktion ist der eigentliche Skandal, nicht so sehr diese Glocke an sich.
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Beitrag(#2123775) Verfasst am: 31.01.2018, 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
...
Dieser peinliche Bürgermeister unterscheidet zwischen deutschen Bürgern und "juedischen Bürgern" und fuer den scheinen auch irgendwie beide Gruppen Opfer zu sein. (Wobei es nirgendwo eine "juedische Staatsbürgerschaft" gibt und somit auch keine "juedischen Bürger")

Nicht unbedingt. Wir haben hier einen Pastor vor uns, der zwar bibelfest sein mag, aber nicht zwangsläufig all die auf der Rechnung hat, die auch jedes gesprochene Wort auf die Goldwaage legen, um glasklar entscheiden zu können, ob der Sprechen zu den Guten oder den Bösen zu zählen ist.

Bevor jemand mit Freud'schen Versprechern kommt: Im direkten Gespräch halte ich es für relativ normal, dass bei diesem Thema auch jemandem, der selbst weit von den Ansichten der Nazis entfernt ist, die damalige Einteilung der Welt durch den Kopf geht und sich in die Antwort mischt.

Gibt es irgendeine Antwort von ihm auf Nachfragen zu dieser Äußerung?



Welchen Grund kann es Deiner Meinung nach geben wie jener Bürgermeister im Kontext von Opfern der Hitlerzeit zwischen "deutschen Bürgern" und "juedischen Bürgern" zu unterscheiden, der nicht bescheuert ist?

Klar haben die Nazis neben auslaendischen Bürgern auch deutsche Bürger ermordet. Zu Letzteren gehören die deutschen Juden allerdings dazu und wer die dabei herausrechnet, der kann keine guten Gruende dafuer haben, sondern fuer den scheinen die Nürnberger Rassegesetze noch immer Gültigkeit zu besitzen. Wobei es mir scheint, dass jener Bürgermeister gar nicht mal unbedingt die deutschen Opfer der Nazis meint, sondern andere. Aber Gemäß dem Grundsatz "Im Zweifel fuer den Anklage", behaupte ich jetzt mal nicht, dass das so waere....
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fwo
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Beitrag(#2123786) Verfasst am: 31.01.2018, 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
...
Dieser peinliche Bürgermeister unterscheidet zwischen deutschen Bürgern und "juedischen Bürgern" und fuer den scheinen auch irgendwie beide Gruppen Opfer zu sein. (Wobei es nirgendwo eine "juedische Staatsbürgerschaft" gibt und somit auch keine "juedischen Bürger")

Nicht unbedingt. Wir haben hier einen Pastor vor uns, der zwar bibelfest sein mag, aber nicht zwangsläufig all die auf der Rechnung hat, die auch jedes gesprochene Wort auf die Goldwaage legen, um glasklar entscheiden zu können, ob der Sprechen zu den Guten oder den Bösen zu zählen ist.

Bevor jemand mit Freud'schen Versprechern kommt: Im direkten Gespräch halte ich es für relativ normal, dass bei diesem Thema auch jemandem, der selbst weit von den Ansichten der Nazis entfernt ist, die damalige Einteilung der Welt durch den Kopf geht und sich in die Antwort mischt.

Gibt es irgendeine Antwort von ihm auf Nachfragen zu dieser Äußerung?



Welchen Grund kann es Deiner Meinung nach geben wie jener Bürgermeister im Kontext von Opfern der Hitlerzeit zwischen "deutschen Bürgern" und "juedischen Bürgern" zu unterscheiden, der nicht bescheuert ist? ....

Habe ich gesagt, dass so ein Grund existiert? Woher weißt Du, dass dieser Bürgermeister diese Unterscheidung überhaupt treffen wollte?

Ich wiederhole meine Frage:
Gibt es irgendeine Antwort von ihm auf Nachfragen zu dieser Äußerung?
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beachbernie
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Beitrag(#2123791) Verfasst am: 31.01.2018, 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
...
Dieser peinliche Bürgermeister unterscheidet zwischen deutschen Bürgern und "juedischen Bürgern" und fuer den scheinen auch irgendwie beide Gruppen Opfer zu sein. (Wobei es nirgendwo eine "juedische Staatsbürgerschaft" gibt und somit auch keine "juedischen Bürger")

Nicht unbedingt. Wir haben hier einen Pastor vor uns, der zwar bibelfest sein mag, aber nicht zwangsläufig all die auf der Rechnung hat, die auch jedes gesprochene Wort auf die Goldwaage legen, um glasklar entscheiden zu können, ob der Sprechen zu den Guten oder den Bösen zu zählen ist.

Bevor jemand mit Freud'schen Versprechern kommt: Im direkten Gespräch halte ich es für relativ normal, dass bei diesem Thema auch jemandem, der selbst weit von den Ansichten der Nazis entfernt ist, die damalige Einteilung der Welt durch den Kopf geht und sich in die Antwort mischt.

Gibt es irgendeine Antwort von ihm auf Nachfragen zu dieser Äußerung?



Welchen Grund kann es Deiner Meinung nach geben wie jener Bürgermeister im Kontext von Opfern der Hitlerzeit zwischen "deutschen Bürgern" und "juedischen Bürgern" zu unterscheiden, der nicht bescheuert ist? ....

Habe ich gesagt, dass so ein Grund existiert? Woher weißt Du, dass dieser Bürgermeister diese Unterscheidung überhaupt treffen wollte?

Ich wiederhole meine Frage:
Gibt es irgendeine Antwort von ihm auf Nachfragen zu dieser Äußerung?



Warten wir mal ab. Ich gehe davon aus, dass jener Bürgermeister vor Gericht ausreichend Gelegenheit haben wird, sich zu aeußern. Auf jeden Fall empfinde ich die Klage gegen ihn zunächst mal als gerechtfertigt.
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fwo
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Beitrag(#2123807) Verfasst am: 31.01.2018, 23:18    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
...
Warten wir mal ab. Ich gehe davon aus, dass jener Bürgermeister vor Gericht ausreichend Gelegenheit haben wird, sich zu aeußern. Auf jeden Fall empfinde ich die Klage gegen ihn zunächst mal als gerechtfertigt.

Ich halte diese Klage in zweifacher Hinsicht für dummes Zeug.

Selbst, wenn er es so gemeint hätte, wie es ihm unterstellt wird, wäre er ausgesprochen blöd, wenn es zu dieser Verhandlung käme. Es handelt sich um eine private Klage auf Unterlassung. Jede private Klage beginnt mit dem Versuch eines Vergleiches. Dabei wird er nur einfach sagen, dass er das ihm Unterstellte überhaupt nicht sagen wollte und gar keine Veranlassung hätte, die Formulierung zu wiederholen.

Ich gehe davon aus, dass es nicht zu einer Verhandlung kommen wird - falls diese Klage überhaupt zugelassen wird.
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schtonk
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Beitrag(#2123811) Verfasst am: 31.01.2018, 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
...
Dieser peinliche Bürgermeister unterscheidet zwischen deutschen Bürgern und "juedischen Bürgern" und fuer den scheinen auch irgendwie beide Gruppen Opfer zu sein. (Wobei es nirgendwo eine "juedische Staatsbürgerschaft" gibt und somit auch keine "juedischen Bürger")

(...)
Bevor jemand mit Freud'schen Versprechern kommt: Im direkten Gespräch halte ich es für relativ normal, dass bei diesem Thema auch jemandem, der selbst weit von den Ansichten der Nazis entfernt ist, die damalige Einteilung der Welt durch den Kopf geht und sich in die Antwort mischt. (...)

Sehe ich auch so. Das kann auch ein Lapsus sein - unbedacht rausgerutscht, ganz unabhängig von der Grundüberzeugung.
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DonMartin
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Beiträge: 4235

Beitrag(#2123841) Verfasst am: 01.02.2018, 08:23    Titel: Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
...
Dieser peinliche Bürgermeister unterscheidet zwischen deutschen Bürgern und "juedischen Bürgern" und fuer den scheinen auch irgendwie beide Gruppen Opfer zu sein. (Wobei es nirgendwo eine "juedische Staatsbürgerschaft" gibt und somit auch keine "juedischen Bürger")

(...)
Bevor jemand mit Freud'schen Versprechern kommt: Im direkten Gespräch halte ich es für relativ normal, dass bei diesem Thema auch jemandem, der selbst weit von den Ansichten der Nazis entfernt ist, die damalige Einteilung der Welt durch den Kopf geht und sich in die Antwort mischt. (...)

Sehe ich auch so. Das kann auch ein Lapsus sein - unbedacht rausgerutscht, ganz unabhängig von der Grundüberzeugung.

Vielleicht wollte er unbewusst darauf hinweisen, dass es beim üblichen Opfergedenken anscheinend eine Klasseneinteilung gibt.
Opfer 1. Klasse sind die 6 Mio Juden, die sind eh gesetzt.
In der 2. Klasse fahren dann die diversen Minderheiten, je nach Agenda Schwule, Lesben, Sinti, Zeugen Jehovas etc.
Drittklassig und schwer rechtsverdächtig ist der Hinweis, dass am Ende des Krieges auch 6 Mio Deutsche tot waren.
In der Holzklasse schliesslich findet man die grösste Gruppe: 20 Mio tote Russen, die ebenfalls auf das Konto der Nazis gehen, die aber äusserst selten erwähnt werden.
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zelig
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Beitrag(#2123854) Verfasst am: 01.02.2018, 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
[...] Hat ja 70+ Jahre auch keiner gemerkt.
Also was soll die Aufregung.


Ich hoffe, du verwechselst das nicht mit einem Argument.
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Diligentia
wúxìng



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Beiträge: 158

Beitrag(#2123865) Verfasst am: 01.02.2018, 12:17    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
... Opfer 1. Klasse sind die 6 Mio Juden, die sind eh gesetzt.
In der 2. Klasse fahren dann die diversen Minderheiten, je nach Agenda Schwule, Lesben, Sinti, Zeugen Jehovas etc. ...

(Hervorhebung von mir)


Kleine differenzierende Korrektur:


Zitat:
>> Anders als homosexuelle Männer wurden lesbische Frauen vom NS-Staat aufgrund ihrer Homosexualität nicht systematisch verfolgt. Auch nach der Verschärfung des § 175 (Kriminalisierung sexueller Handlungen zwischen Männern) blieben auf dem Staatsgebiet des heutigen Deutschland sexuelle Kontakte zwischen Frauen straffrei.

Nur ganz selten wurden Frauen ausschließlich wegen ihrer Homosexualität in ein Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. Lesbische Frauen trugen in diesen Lagern nicht den „Rosa Winkel“; dieses Kennzeichen auf der Häftlingskleidung war ausschließlich Männern vorbehalten. Lesbische Frauen wurden auch nicht systematisch unter dem Vorwand der „Asozialität“ verfolgt und daher auch nur in Ausnahmefällen mit dem „Schwarzen Winkel“ der „Asozialen“ gekennzeichnet. [...] <<


(Hervorhebungen von mir)


Quelle:
http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/7809/2010-03-08-Anmerkungen-zur-Verfolgung-von-lesbischen-Frauen-im

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fwo
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Beitrag(#2123869) Verfasst am: 01.02.2018, 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

Diligentia hat folgendes geschrieben:
....
Zitat:
>> Anders als homosexuelle Männer wurden lesbische Frauen vom NS-Staat aufgrund ihrer Homosexualität nicht systematisch verfolgt. Auch nach der Verschärfung des § 175 (Kriminalisierung sexueller Handlungen zwischen Männern) blieben auf dem Staatsgebiet des heutigen Deutschland sexuelle Kontakte zwischen Frauen straffrei.

Nur ganz selten wurden Frauen ausschließlich wegen ihrer Homosexualität in ein Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. Lesbische Frauen trugen in diesen Lagern nicht den „Rosa Winkel“; dieses Kennzeichen auf der Häftlingskleidung war ausschließlich Männern vorbehalten. Lesbische Frauen wurden auch nicht systematisch unter dem Vorwand der „Asozialität“ verfolgt und daher auch nur in Ausnahmefällen mit dem „Schwarzen Winkel“ der „Asozialen“ gekennzeichnet. [...] <<

Quelle:
http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/7809/2010-03-08-Anmerkungen-zur-Verfolgung-von-lesbischen-Frauen-im

Nur, um das richtig einzuordnen - das war in der damaligen Zeit kein Zeichen der Liberalität, sondern ist eher anders herum zu deuten: Frauen waren in diesem Zusammenhang einfach nicht wichtig genug, um sie wahrzunehmen.

Sie waren üblicherweise entweder von ihrer Familie oder ihrem Mann abhängig, wobei sie wahrscheinlich hormonell, mit Sicherheit aber sozialisationsbedingt der familiär arrangierten Ehe weniger Widerstand entgegensetzten als Männer. Und was viel wichtiger war: Sie brauchten selbst nicht viel zu tun, um die familiär oder staatlich gewünschten Kinder zu produzieren. Eine sexuelle Befriedigung der Frau war in dieser noch sehr stark christlich bestimmten Zeit auch in Heteroverhältnissen nicht wirklich ein Thema. Obwohl die Frauen als das verführende Geschlecht stilisiert wurden, kam Spaß an der Sexualität offiziell nur bei Huren vor.

Warum sollte man sich also mit der Homosexualität der Frau überhaupt abgeben?

Allerdings scheinen die Lesben heute darunter zu leiden, nicht durch eine systematische Verfolgung als Gruppe durch die Nazis geadelt worden zu sein.
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Diligentia
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Beitrag(#2123870) Verfasst am: 01.02.2018, 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Diligentia hat folgendes geschrieben:
....
Zitat:
>> Anders als homosexuelle Männer wurden lesbische Frauen vom NS-Staat aufgrund ihrer Homosexualität nicht systematisch verfolgt. Auch nach der Verschärfung des § 175 (Kriminalisierung sexueller Handlungen zwischen Männern) blieben auf dem Staatsgebiet des heutigen Deutschland sexuelle Kontakte zwischen Frauen straffrei.

Nur ganz selten wurden Frauen ausschließlich wegen ihrer Homosexualität in ein Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. Lesbische Frauen trugen in diesen Lagern nicht den „Rosa Winkel“; dieses Kennzeichen auf der Häftlingskleidung war ausschließlich Männern vorbehalten. Lesbische Frauen wurden auch nicht systematisch unter dem Vorwand der „Asozialität“ verfolgt und daher auch nur in Ausnahmefällen mit dem „Schwarzen Winkel“ der „Asozialen“ gekennzeichnet. [...] <<

Quelle:
http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/7809/2010-03-08-Anmerkungen-zur-Verfolgung-von-lesbischen-Frauen-im

Nur, um das richtig einzuordnen - das war in der damaligen Zeit kein Zeichen der Liberalität, sondern ist eher anders herum zu deuten: Frauen waren in diesem Zusammenhang einfach nicht wichtig genug, um sie wahrzunehmen.

Sie waren üblicherweise entweder von ihrer Familie oder ihrem Mann abhängig, wobei sie wahrscheinlich hormonell, mit Sicherheit aber sozialisationsbedingt der familiär arrangierten Ehe weniger Widerstand entgegensetzten als Männer. Und was viel wichtiger war: Sie brauchten selbst nicht viel zu tun, um die familiär oder staatlich gewünschten Kinder zu produzieren. Eine sexuelle Befriedigung der Frau war in dieser noch sehr stark christlich bestimmten Zeit auch in Heteroverhältnissen nicht wirklich ein Thema. Obwohl die Frauen als das verführende Geschlecht stilisiert wurden, kam Spaß an der Sexualität offiziell nur bei Huren vor.

Warum sollte man sich also mit der Homosexualität der Frau überhaupt abgeben?

Allerdings scheinen die Lesben heute darunter zu leiden, nicht durch eine systematische Verfolgung als Gruppe durch die Nazis geadelt worden zu sein.

Bis auf deine letzte Aussage, mit der ich so noch nicht konfrotiert wurde, aber selbstverständlich auch nicht ausschließen kann/will:
Sehr gut aufgeschlüsselt. Absolut *zustimm*! Daumen hoch!

... ich wollte nur nicht so weit ausholen und es bei der kleinen Differenzierung belassen. zwinkern
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2123904) Verfasst am: 01.02.2018, 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
...
Dieser peinliche Bürgermeister unterscheidet zwischen deutschen Bürgern und "juedischen Bürgern" und fuer den scheinen auch irgendwie beide Gruppen Opfer zu sein. (Wobei es nirgendwo eine "juedische Staatsbürgerschaft" gibt und somit auch keine "juedischen Bürger")

(...)
Bevor jemand mit Freud'schen Versprechern kommt: Im direkten Gespräch halte ich es für relativ normal, dass bei diesem Thema auch jemandem, der selbst weit von den Ansichten der Nazis entfernt ist, die damalige Einteilung der Welt durch den Kopf geht und sich in die Antwort mischt. (...)

Sehe ich auch so. Das kann auch ein Lapsus sein - unbedacht rausgerutscht, ganz unabhängig von der Grundüberzeugung.

Vielleicht wollte er unbewusst darauf hinweisen, dass es beim üblichen Opfergedenken anscheinend eine Klasseneinteilung gibt.
Opfer 1. Klasse sind die 6 Mio Juden, die sind eh gesetzt.
In der 2. Klasse fahren dann die diversen Minderheiten, je nach Agenda Schwule, Lesben, Sinti, Zeugen Jehovas etc.
Drittklassig und schwer rechtsverdächtig ist der Hinweis, dass am Ende des Krieges auch 6 Mio Deutsche tot waren.
In der Holzklasse schliesslich findet man die grösste Gruppe: 20 Mio tote Russen, die ebenfalls auf das Konto der Nazis gehen, die aber äusserst selten erwähnt werden.



Das halte ich fuer eher unwahrscheinlich. Wenn deutsche Juden fuer ihn keine "deutschen Buerger" sind, dann sind es Sinti und Roma erst recht nicht.
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Ahriman
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Beitrag(#2123905) Verfasst am: 01.02.2018, 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
..In der evangelischen Kirche von Herxheim hängt die sogenannte Hitlerglocke, die aus dem Jahr 1934 stammt. In sie ist eingraviert: »Alles fuer‘s Vaterland. Adolf Hitler«. Nach Protesten gegen Pläne, die Glocke wieder in den kirchlichen Dienst zu nehmen, hatte Bürgermeister Welker, der auch pensionierter Pfarrer ist, im ARD-Magazin Kontraste gesagt, er höre im Läuten die Menschen, die unter der NS-Zeit gelitten hätten. Auf Kritik an diesem Satz hatte er geantwortet: »Ich sage nur, ich höre die Opfer, das waren auch deutsche Bürger, also nicht nur die jüdischen.«

Meine erste Reaktion auf diesen Satz war Zustimmung. Recht hat er. Zu Hitlers Opfern zählen nicht nur die, von denen man andauernd redet, die Opfer in den KZs. Da sind die im Bombenkrieg getöteten, die Soldaten an den Fronten und - die wurden in obigem Satz nun nicht mitgerechnet - die Toten in den im Krieg verwüsteten Ländern. So habe ich das verstanden. Und so, unterstelle ich ihm, hat er sich das gedacht. Er hat halt etwas unglücklich formuliert.
Um das nun so zu verstehen wie ihr das erörtert habt: Man muß da wohl dieses permanente Such-Schnüffel-Denken haben, das überall hinlauscht, wo es wohl was gibt, über das man ein Geschrei anstimmen kann. Früher waren das die sexuell Verklemmten, die es fertigbrachten aus harmlosen Äußerungen "Obszönitäten" herauszuhören. Das klappt heute nicht mehr so richtig, wo man sogar im Fernsehen das Wort "Ficken" zur Hauptsendezeit gebrauchen darf. Also sucht man sich andere Bereiche, wie etwa die Genderitis auch, und legt in gewohnter bewährter Art jedes Wörtchen auf die Goldwaage und zieht sich dran hoch, das hebt, und man fühlt sich großartig.
Siehe jenes Gedicht an der Wand, ein schlagendes Beispiel für meine Behauptung hier.
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beachbernie
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Beitrag(#2123912) Verfasst am: 01.02.2018, 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Zitat:
..In der evangelischen Kirche von Herxheim hängt die sogenannte Hitlerglocke, die aus dem Jahr 1934 stammt. In sie ist eingraviert: »Alles fuer‘s Vaterland. Adolf Hitler«. Nach Protesten gegen Pläne, die Glocke wieder in den kirchlichen Dienst zu nehmen, hatte Bürgermeister Welker, der auch pensionierter Pfarrer ist, im ARD-Magazin Kontraste gesagt, er höre im Läuten die Menschen, die unter der NS-Zeit gelitten hätten. Auf Kritik an diesem Satz hatte er geantwortet: »Ich sage nur, ich höre die Opfer, das waren auch deutsche Bürger, also nicht nur die jüdischen.«

Meine erste Reaktion auf diesen Satz war Zustimmung. Recht hat er. Zu Hitlers Opfern zählen nicht nur die, von denen man andauernd redet, die Opfer in den KZs. Da sind die im Bombenkrieg getöteten, die Soldaten an den Fronten und - die wurden in obigem Satz nun nicht mitgerechnet - die Toten in den im Krieg verwüsteten Ländern. So habe ich das verstanden. Und so, unterstelle ich ihm, hat er sich das gedacht. Er hat halt etwas unglücklich formuliert.
Um das nun so zu verstehen wie ihr das erörtert habt: Man muß da wohl dieses permanente Such-Schnüffel-Denken haben, das überall hinlauscht, wo es wohl was gibt, über das man ein Geschrei anstimmen kann. Früher waren das die sexuell Verklemmten, die es fertigbrachten aus harmlosen Äußerungen "Obszönitäten" herauszuhören. Das klappt heute nicht mehr so richtig, wo man sogar im Fernsehen das Wort "Ficken" zur Hauptsendezeit gebrauchen darf. Also sucht man sich andere Bereiche, wie etwa die Genderitis auch, und legt in gewohnter bewährter Art jedes Wörtchen auf die Goldwaage und zieht sich dran hoch, das hebt, und man fühlt sich großartig.
Siehe jenes Gedicht an der Wand, ein schlagendes Beispiel für meine Behauptung hier.



Das sehe ich nicht so. Zu dem Unrecht an den deutschen Juden, das dem Holocaust vorausgegangen ist, gehört deren staatsrechtliche Ausgrenzung aus dem deutschen Staat in den "Nürnberger Rassegesetze" mit weitreichenden Folgen fuer deren wirtschaftliche und soziale Existenzfähigkeit. Einem Ahrimann nehme ich vielleicht noch ab, dass ihm das nicht bewusst ist, einem Pfarrer und Bürgermeister jedoch nicht.


.....und ja, um es mal auf den Punkt zu bringen, ein SS-Mann, der an der Ost-Front gefallen ist, gehört nicht in die gleiche "Opferklasse" wie ein in Auschwitz verbranntes Kind.
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