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Meinungsfreiheit
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mat-in
registrierter User



Anmeldungsdatum: 03.12.2011
Beiträge: 780
Wohnort: Heidelberg

Beitrag(#1976236) Verfasst am: 06.01.2015, 13:13    Titel: Meinungsfreiheit Antworten mit Zitat

Ich versteh da wohl was nicht bei Peigida. Es schallt immer lauter, dass "die Meinungsfreiheit beschnitten wird" und man "deswegen nicht mit den Medien redet". Meinungsfreiheit war doch, das man sagen darf was man zu sagen hat (solange es nicht volksverhetzend, beleidigend, etc. wird), dass man demonstrieren darf und Kundgebungen abhält... ich dachte nicht, das es darum geht, dass Meinungsfreiheiheit bedeutet, dass "alle meiner Meinung sein müssen und keine widerworte geben". Irgend was ist da seltsam. Die demonstrieren doch. Wenn sie mal was sagen, wird das gedruckt. Nur druckt man eben auch ne Klarstellung dazu, wenn gesagt wird, das Sachsen von Muslimen überrant sei, wenn es insgesamt nur 4000 sind. Ich verstehe nicht, wo da die Meinungsfreiheit beschnitten ist. Ist das das gleiche "Meinungsfreiheitsproblem", dass die anderen Neonazis haben?
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Holz ist ein nachwachsender Rohstoff - auch in den Köpfen der Leute.
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 4578

Beitrag(#1976237) Verfasst am: 06.01.2015, 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Code:
http://www.michael-klonovsky.de/artikel/item/213-bedroht-ist-die-freiheit-immer


Zitat:
Wenn Sarrazin also von den Grenzen der Meinungsfreiheit spricht, meint er nicht jene Demarkationen, über welche der Staatsanwalt wacht (und deren Legitimität ein anderes Thema ist), sondern in Rede stehen die Grenzen, die vom meinungsbildenden Milieu errichtet werden und bei deren Überschreitung die Diskurslinierichter heftig mit dem Abseitsfähnchen zu wedeln beginnen.

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"Diese Religion ist voll die Seuche." Donmartin
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22219

Beitrag(#1976242) Verfasst am: 06.01.2015, 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Code:
http://www.michael-klonovsky.de/artikel/item/213-bedroht-ist-die-freiheit-immer


Zitat:
Wenn Sarrazin also von den Grenzen der Meinungsfreiheit spricht, meint er nicht jene Demarkationen, über welche der Staatsanwalt wacht (und deren Legitimität ein anderes Thema ist), sondern in Rede stehen die Grenzen, die vom meinungsbildenden Milieu errichtet werden und bei deren Überschreitung die Diskurslinierichter heftig mit dem Abseitsfähnchen zu wedeln beginnen.


Das ist hohl. Wenn viele Menschen vernünftiger als Sarrazin und Klonovsky sind, und sich entsprechend äußern, dann ist das keine "Grenze der Meinungsfreiheit". Diese Titulierung ist vor allem ein Gejammer darüber, daß man mit der Verbreitung von Ressentiments nicht den erhofften Erfolg einfährt. Wobei ich fürchte, daß sich das gerade ändert. Also bitte, Meinungsfreiheit ist ein zu hohes Gut, als daß man den Schindluder verteidigen sollte, der mit dem Begriff getrieben wird.
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Alchemist
Luminous beings are we, not this crude matter.



Anmeldungsdatum: 03.08.2004
Beiträge: 20736
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#1976243) Verfasst am: 06.01.2015, 13:40    Titel: Re: Meinungsfreiheit Antworten mit Zitat

mat-in hat folgendes geschrieben:
Ich versteh da wohl was nicht bei Peigida. Es schallt immer lauter, dass "die Meinungsfreiheit beschnitten wird" und man "deswegen nicht mit den Medien redet". Meinungsfreiheit war doch, das man sagen darf was man zu sagen hat (solange es nicht volksverhetzend, beleidigend, etc. wird), dass man demonstrieren darf und Kundgebungen abhält... ich dachte nicht, das es darum geht, dass Meinungsfreiheiheit bedeutet, dass "alle meiner Meinung sein müssen und keine widerworte geben". Irgend was ist da seltsam. Die demonstrieren doch. Wenn sie mal was sagen, wird das gedruckt. Nur druckt man eben auch ne Klarstellung dazu, wenn gesagt wird, das Sachsen von Muslimen überrant sei, wenn es insgesamt nur 4000 sind. Ich verstehe nicht, wo da die Meinungsfreiheit beschnitten ist. Ist das das gleiche "Meinungsfreiheitsproblem", dass die anderen Neonazis haben?


Ja, das ist immer die gleiche Leier.
Auch wiederholt zu beobachten in diversen online Bereichen der Medien.
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"Does anybody remember laughter?"
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mat-in
registrierter User



Anmeldungsdatum: 03.12.2011
Beiträge: 780
Wohnort: Heidelberg

Beitrag(#1976245) Verfasst am: 06.01.2015, 13:43    Titel: Antworten mit Zitat

Dann hab ich das wohl richtig aufgefasst... Meinungsfreiheit ist die Freiheit das alle anderen meiner Meinung sind. O.K.
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Defätist
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Anmeldungsdatum: 09.06.2010
Beiträge: 8557

Beitrag(#1976251) Verfasst am: 06.01.2015, 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

Und schon weicht deine Meinung von meiner ab. Nur schränke ich damit deine Meinungsfreiheit nicht ein oder du meine, die ist immer noch da ... Mr. Green
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funkeimdunkeln
Bösmensch



Anmeldungsdatum: 12.05.2014
Beiträge: 878

Beitrag(#1976252) Verfasst am: 06.01.2015, 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Code:
http://www.michael-klonovsky.de/artikel/item/213-bedroht-ist-die-freiheit-immer


Zitat:
Wenn Sarrazin also von den Grenzen der Meinungsfreiheit spricht, meint er nicht jene Demarkationen, über welche der Staatsanwalt wacht (und deren Legitimität ein anderes Thema ist), sondern in Rede stehen die Grenzen, die vom meinungsbildenden Milieu errichtet werden und bei deren Überschreitung die Diskurslinierichter heftig mit dem Abseitsfähnchen zu wedeln beginnen.


Sehr richtig. Die gesetzliche Garantie der Meinungsfreiheit ist nur eine formale Regelungt. Die Kultur der Meinungsfreiheit muss darüber hinaus gepflegt werden mit gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Empathie selbst bei differierenden Weltanschauungen. Also jedenfalls nicht so, wie das die Kanzlerin in ihrer Neujahresansprache macht! Smilie

Mit freundlichem Gruß,
Mirko
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Schlumpf
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Anmeldungsdatum: 17.11.2007
Beiträge: 2468
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Beitrag(#1976265) Verfasst am: 06.01.2015, 14:26    Titel: Re: Meinungsfreiheit Antworten mit Zitat

mat-in hat folgendes geschrieben:
Ich versteh da wohl was nicht bei Peigida. Es schallt immer lauter, dass "die Meinungsfreiheit beschnitten wird" und man "deswegen nicht mit den Medien redet".

Die Teilnehmer dieser Demos reden ja stets von der Lügenpresse. Beileibe nicht alle Medien liegen auf dem Niveau der Bildzeitung.
Eine wichtige Sache ist auch die Meinungsbildung. Ob man sich eine einigermassen objektive Meinung bilden kann, hängt damit zusammen, ob wir über die Medien objektiv informiert werden. Da habe ich so meine Zweifel. MMn gibt es da schon einen Mainstream, z. B. dass recht schnell alles Mögliche als rechtsradikal eingestuft wird, u. a. weil die Politiker das so vorschwätzen.
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I'll make Schlumpfhausen great again
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sehr gut
im Hamsterrad



Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 10142

Beitrag(#1976270) Verfasst am: 06.01.2015, 14:45    Titel: Re: Meinungsfreiheit Antworten mit Zitat

mat-in hat folgendes geschrieben:
Meinungsfreiheit war doch, das man sagen darf was man zu sagen hat (solange es nicht volksverhetzend, beleidigend, etc. wird), dass man demonstrieren darf und Kundgebungen abhält...

"Meinungsfreiheit" ist nichtssagend solange man nicht auch Möglichkeiten hat das denken zu manipulieren. Denn eigene Gedanken zu haben ist schon noch möglich (etlicher Propaganda/Werbung&Co muß man sich nicht aussetzen).
Was du wohl meinst ist "Redefreiheit", und die gibt es nur eingeschränkt. Es bringt nichts wenn man Dinge sagen darf aber danach keinen Job mehr bekommt(oder nur noch schlechte) oder sonstige Nachteile einfährt.

Zitat:
ich dachte nicht, das es darum geht, dass Meinungsfreiheiheit bedeutet, dass "alle meiner Meinung sein müssen und keine widerworte geben".

Einige haben die Deutungshoheit, deine eigene Meinung kannste haben .... solange du sie für dich behältst. Wenn du nicht die Deutungshoheit hast interessiert die sowieso nicht.
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Commander Vimes
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Anmeldungsdatum: 25.01.2013
Beiträge: 840
Wohnort: Ankh-Morpork

Beitrag(#1976278) Verfasst am: 06.01.2015, 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Code:
http://www.michael-klonovsky.de/artikel/item/213-bedroht-ist-die-freiheit-immer


Zitat:
Wenn Sarrazin also von den Grenzen der Meinungsfreiheit spricht, meint er nicht jene Demarkationen, über welche der Staatsanwalt wacht (und deren Legitimität ein anderes Thema ist), sondern in Rede stehen die Grenzen, die vom meinungsbildenden Milieu errichtet werden und bei deren Überschreitung die Diskurslinierichter heftig mit dem Abseitsfähnchen zu wedeln beginnen.


Sehr richtig. Die gesetzliche Garantie der Meinungsfreiheit ist nur eine formale Regelungt. Die Kultur der Meinungsfreiheit muss darüber hinaus gepflegt werden mit gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Empathie selbst bei differierenden Weltanschauungen. Also jedenfalls nicht so, wie das die Kanzlerin in ihrer Neujahresansprache macht! Smilie

Mit freundlichem Gruß,
Mirko


Zur Meinungsfreiheit gehört nunmal auch, dass man Hetze als Hetze bezeichnet - und zwar unabhängig davon, ab der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist oder nicht. Es mag unterschiedliche Ansichten darüber geben, wann und wo die Schwelle zur Hetze überschritten ist. Aber es steht jedem frei, seine Meinung darüber kundzutun.
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astarte
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Beiträge: 37380

Beitrag(#1976291) Verfasst am: 06.01.2015, 15:56    Titel: Antworten mit Zitat

Commander Vimes hat folgendes geschrieben:
funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:

Sehr richtig. Die gesetzliche Garantie der Meinungsfreiheit ist nur eine formale Regelungt. Die Kultur der Meinungsfreiheit muss darüber hinaus gepflegt werden mit gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Empathie selbst bei differierenden Weltanschauungen. Also jedenfalls nicht so, wie das die Kanzlerin in ihrer Neujahresansprache macht! Smilie

Mit freundlichem Gruß,
Mirko


Zur Meinungsfreiheit gehört nunmal auch, dass man Hetze als Hetze bezeichnet - und zwar unabhängig davon, ab der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist oder nicht. Es mag unterschiedliche Ansichten darüber geben, wann und wo die Schwelle zur Hetze überschritten ist. Aber es steht jedem frei, seine Meinung darüber kundzutun.

Jepp, und ich muss auch dumm nachgeschwätzte, substanzlose Hetze nicht respektieren und wertschätzen. Wüsste nicht warum.
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Die einen kennen mich, die anderen können mich.
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Commander Vimes
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Beitrag(#1976327) Verfasst am: 06.01.2015, 17:44    Titel: Re: Meinungsfreiheit Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
mat-in hat folgendes geschrieben:
Meinungsfreiheit war doch, das man sagen darf was man zu sagen hat (solange es nicht volksverhetzend, beleidigend, etc. wird), dass man demonstrieren darf und Kundgebungen abhält...

"Meinungsfreiheit" ist nichtssagend solange man nicht auch Möglichkeiten hat das denken zu manipulieren. Denn eigene Gedanken zu haben ist schon noch möglich (etlicher Propaganda/Werbung&Co muß man sich nicht aussetzen).
Was du wohl meinst ist "Redefreiheit", und die gibt es nur eingeschränkt. Es bringt nichts wenn man Dinge sagen darf aber danach keinen Job mehr bekommt(oder nur noch schlechte) oder sonstige Nachteile einfährt.

Zitat:
ich dachte nicht, das es darum geht, dass Meinungsfreiheiheit bedeutet, dass "alle meiner Meinung sein müssen und keine widerworte geben".

Einige haben die Deutungshoheit, deine eigene Meinung kannste haben .... solange du sie für dich behältst. Wenn du nicht die Deutungshoheit hast interessiert die sowieso nicht.


Unfug! Du verwechselst Redefreiheit mit Narrenfreiheit. Handeln und Rede knönnen nunmal Konsequenzen haben - nicht unbedingt juristische, aber vielleicht soziale, gesellschaftliche oder auch berufliche. Ein Unternehmer, der schlecht über seine Kundschaft redet, darf sich nicht wundern, wenn diese künftig woanders einkauft. Alles andere wäre auch ein Verstoß gegen die Vertragsfreiheit!
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Rabert
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Beitrag(#1976329) Verfasst am: 06.01.2015, 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

Meinungsfreiheit steht - wie jede andere Form der Freiheit auch - seit längerem unter Beschuss. Sie ist ganz gewiss kein Grundrecht mehr, wenn man wegen seiner Meinung den Arbeitsplatz verlieren kann oder gar nicht erst bekommt (wer erinnert sich noch an die Zeit der Berufsverbote?).

Meinungsfreiheit wird bedeutungslos, wenn es mit Nachteilen verbunden ist, diese zu äußern. Heute, im Zeitalter von NSA und elektronischer Verbreitung von Meinung (auch hier in diesem Forum), gilt bereits, dass alles was man sagt möglicherweise gespeichert wird und gegen einen verwendet werden kann. Wer einen Beruf hat, der die Zusammenarbeit mit amerikanischen Unternehmen oder gar Behörden erfordert, muss sich heute bereits sehr gut überlegen, ob und falls ja welche amerikakritischen Äußerungen er im Internet macht. Ich stelle zunehmend fest, dass sich bei vielen, auch bei mir, eine Zensurschere im Kopf entwickelt, die die Meinungsäußerung einschränkt. Man sagt nicht mehr was man meint, sondern nur noch das, was einen nicht gefährdet.

Es entsteht zunehmend eine Schizophrenie der Meinung, die, die man öffentlich vertritt, und die, die man privat seinen Freunden gegenüber vertritt. Eine Situation, die alle Bürger von Diktaturen und Unrechtsstaaten nur zu gut kennen. Wir lernen gerade, uns damit zu arrangieren.
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Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
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Commander Vimes
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Beitrag(#1976345) Verfasst am: 06.01.2015, 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Rabert hat folgendes geschrieben:
Meinungsfreiheit steht - wie jede andere Form der Freiheit auch - seit längerem unter Beschuss. Sie ist ganz gewiss kein Grundrecht mehr, wenn man wegen seiner Meinung den Arbeitsplatz verlieren kann oder gar nicht erst bekommt (wer erinnert sich noch an die Zeit der Berufsverbote?).

Meinungsfreiheit wird bedeutungslos, wenn es mit Nachteilen verbunden ist, diese zu äußern. Heute, im Zeitalter von NSA und elektronischer Verbreitung von Meinung (auch hier in diesem Forum), gilt bereits, dass alles was man sagt möglicherweise gespeichert wird und gegen einen verwendet werden kann. Wer einen Beruf hat, der die Zusammenarbeit mit amerikanischen Unternehmen oder gar Behörden erfordert, muss sich heute bereits sehr gut überlegen, ob und falls ja welche amerikakritischen Äußerungen er im Internet macht. Ich stelle zunehmend fest, dass sich bei vielen, auch bei mir, eine Zensurschere im Kopf entwickelt, die die Meinungsäußerung einschränkt. Man sagt nicht mehr was man meint, sondern nur noch das, was einen nicht gefährdet.

Es entsteht zunehmend eine Schizophrenie der Meinung, die, die man öffentlich vertritt, und die, die man privat seinen Freunden gegenüber vertritt. Eine Situation, die alle Bürger von Diktaturen und Unrechtsstaaten nur zu gut kennen. Wir lernen gerade, uns damit zu arrangieren.


Du forderst also einen Kontrahierungszwang, der Arbeitgeber dazu verpflichtet, jemanden einzustellen, auch wenn dieser öffentlich Stimmung gegen das Unternehmen macht oder in anderer Form durch seine öffentliche Meinung die Interessen des Unternehmens schädigt?

Gab es jemals eine Zeit, in der eine Meinungsäußerung grundsätzlich keine Nachteile bringen konnte?
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Rabert
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Anmeldungsdatum: 31.03.2010
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Beitrag(#1976386) Verfasst am: 06.01.2015, 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich erwarte, dass man hinsichtlich Meinungsäußerung zwischen Beruf und Privatheit trennt (womit ja z.B praktisch alle konfessionsgebundenen Arbeitgeber ein Problem haben). Wenn mein Chef in die USA zu einer Veranstaltung von FBI, CIA, NSA & Co. fliegt (wie im vergangenen Sommer geschehen), dann denke ich zweimal darüber nach, ob ich ihm dorthin einen amerikakritischen Artikel schicke, den ich im Internet gefunden habe. Nicht weil es mir schaden würde (das wäre mir egal), aber weil es ihm schaden könnte, oder meinem Unternehmen. Allein dass ich mir diese Gedanken mache, zeigt wie weit die Einschüchterung durch Staat und Wirtschaft schon reicht.

Wer etwas bei seinem Arbeitgeber oder in seiner Branche nicht gut findet, und den Maulkorb akzeptiert, den man ihm aufzustülpen versucht, der wägt aus seiner persönlichen Sicht ab was ihm wichtiger ist, seine berufliche Karriere oder seine persönliche Freiheit. Die meisten entscheiden sich für die Karriere und gegen die Freiheit. Das war schon immer so. Die Hand zu beißen, die einen füttert, nur weil sie bösartig ist, hat schon immer Mut erfodert, den die meisten Menschen nicht aufbringen.
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 32864
Wohnort: Bonn

Beitrag(#1976538) Verfasst am: 07.01.2015, 16:18    Titel: Antworten mit Zitat

funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Die Kultur der Meinungsfreiheit muss darüber hinaus gepflegt werden mit gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Empathie [...]

Warum fängt Sarrazin dann nicht mal damit an, anderen Menschen Respekt, Wertschätzung und Empathie entgegenzubringen? - Antwort: Weil er dann seine Bücher nicht veröffentlichen könnte.
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funkeimdunkeln
Bösmensch



Anmeldungsdatum: 12.05.2014
Beiträge: 878

Beitrag(#1976566) Verfasst am: 07.01.2015, 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Commander Vimes hat folgendes geschrieben:

Zur Meinungsfreiheit gehört nunmal auch, dass man Hetze als Hetze bezeichnet - und zwar unabhängig davon, ab der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist oder nicht. Es mag unterschiedliche Ansichten darüber geben, wann und wo die Schwelle zur Hetze überschritten ist. Aber es steht jedem frei, seine Meinung darüber kundzutun.


Ich rede von der Kultur der Meinungsfreiheit. Und dazu gehört, dass man nicht vermeintliche Feinde der Muslime als Hetzer bezeichnet, sondern die Diskussion um den Islam mit Sympathie und Wertschätzung für die Sorgen der Menschen betreibt.

Das machen die Muslime übrigens nach meiner Einschätzung genau richtig. Bei meinem Buch des Tags der offenen Moschee waren sie sehr offen für die Beantwortung kritischer Fragen und hatten keine Tabus bezüglich der üblichen islamkritischen Themen. Sie können sich hervorragend selber verteidigen. Meiner Einschätzung nach brauchen sie also niemanden, der sie vor Hetze beschützt.

Mirko
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funkeimdunkeln
Bösmensch



Anmeldungsdatum: 12.05.2014
Beiträge: 878

Beitrag(#1976569) Verfasst am: 07.01.2015, 16:56    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Die Kultur der Meinungsfreiheit muss darüber hinaus gepflegt werden mit gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Empathie [...]

Warum fängt Sarrazin dann nicht mal damit an, anderen Menschen Respekt, Wertschätzung und Empathie entgegenzubringen? - Antwort: Weil er dann seine Bücher nicht veröffentlichen könnte.


Ich vermute mal, Sarrazin hatte einfach nur Lust an der Provokation. Wie Pirincci auch. Geld hatten beide vorher schon genug.

Das ist übrigens die Kehrseite der political correctness. Wenn sie zu stark ausgeprägt ist, dann lockt sie böse Leutchen an, die Lust daran verspüren mal so richtig auf die Pauke zu hauen. Was sich zum Beispiel auch auf den Aufklebern "Kein Raum für Rassismus" widerspiegelt, die ich neulich in einer Schule entdeckt habe: Einige spitzbübischen Schüler haben bei diesem Spruch einfach das "K" am Anfang des Satzes wegretuschiert.

Mirko
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22219

Beitrag(#1976572) Verfasst am: 07.01.2015, 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Das ist übrigens die Kehrseite der political correctness. Wenn sie zu stark ausgeprägt ist, dann lockt sie böse Leutchen an, die Lust daran verspüren mal so richtig auf die Pauke zu hauen. Was sich zum Beispiel auch auf den Aufklebern "Kein Raum für Rassismus" widerspiegelt, die ich neulich in einer Schule entdeckt habe: Einige spitzbübischen Schüler haben bei diesem Spruch einfach das "K" am Anfang des Satzes wegretuschiert.

Mirko


Und wenn bei Dir jemand einbricht, dann ist das nur die Kehrseite Deiner Gewohnheit, die Türe abzuschließen.
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tillich (epigonal)
schiebt den Wal



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 15064

Beitrag(#1976585) Verfasst am: 07.01.2015, 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Ich rede von der Kultur der Meinungsfreiheit. Und dazu gehört, dass man nicht vermeintliche Feinde der Muslime als Hetzer bezeichnet, [...]

Es gibt Leute, die nicht "vermeintliche Feinde der Muslime" und "Hetzer" sind, sondern - meiner Meinung nach - ganz eindeutig tatsächlich. Warum soll ich sie dann nicht so bezeichnen? Wo bliebe denn da die Meinungsfreiheit?

funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
[...] sondern die Diskussion um den Islam mit Sympathie und Wertschätzung für die Sorgen der Menschen betreibt.

Dazu bin ich bei denen bereit, die die Diskussion um den Islam ihrerseits mit Sympathie und Wertschätzung für die Situation der Muslime führen. Das ist bei den üblichen "Islamkritikern" nur leider überhaupt nicht der Fall.
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Gelobt sei der große und allbarmherzige Bananenaufhänger,
der uns die Früchte in die Bäume hängt!
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astarte
anderweitig
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Anmeldungsdatum: 13.11.2006
Beiträge: 37380

Beitrag(#1976589) Verfasst am: 07.01.2015, 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Das ist übrigens die Kehrseite der political correctness. Wenn sie zu stark ausgeprägt ist, dann lockt sie böse Leutchen an, die Lust daran verspüren mal so richtig auf die Pauke zu hauen. Was sich zum Beispiel auch auf den Aufklebern "Kein Raum für Rassismus" widerspiegelt, die ich neulich in einer Schule entdeckt habe: Einige spitzbübischen Schüler haben bei diesem Spruch einfach das "K" am Anfang des Satzes wegretuschiert.

Mirko


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schtonk
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Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 8178

Beitrag(#1976617) Verfasst am: 07.01.2015, 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:

Das ist übrigens die Kehrseite der political correctness. Wenn sie zu stark ausgeprägt ist, dann lockt sie böse Leutchen an, die Lust daran verspüren mal so richtig auf die Pauke zu hauen. Was sich zum Beispiel auch auf den Aufklebern "Kein Raum für Rassismus" widerspiegelt, die ich neulich in einer Schule entdeckt habe: Einige spitzbübischen Schüler haben bei diesem Spruch einfach das "K" am Anfang des Satzes wegretuschiert.

Ein fantastisches Beispiel. Und so gut beobachtet, wie diese Spitzbübelchen so richtig auf die...
Wenn sich wieder mal was auf Aufklebern widerspiegelt, sag einfach Bescheid.
Falls du nicht grad zu stark ausgeprägt bist...
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Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin
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funkeimdunkeln
Bösmensch



Anmeldungsdatum: 12.05.2014
Beiträge: 878

Beitrag(#1976793) Verfasst am: 08.01.2015, 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Das ist übrigens die Kehrseite der political correctness. Wenn sie zu stark ausgeprägt ist, dann lockt sie böse Leutchen an, die Lust daran verspüren mal so richtig auf die Pauke zu hauen. Was sich zum Beispiel auch auf den Aufklebern "Kein Raum für Rassismus" widerspiegelt, die ich neulich in einer Schule entdeckt habe: Einige spitzbübischen Schüler haben bei diesem Spruch einfach das "K" am Anfang des Satzes wegretuschiert.

Mirko


Und wenn bei Dir jemand einbricht, dann ist das nur die Kehrseite Deiner Gewohnheit, die Türe abzuschließen.


Dein Vergleich impliziert, dass das Beschimpfen von Leuten als Hetzer, wie es zum Beispiel die geehrte Frau Angela Merkel tut, einem Abschließen der Türe ähnelt. Dem kann ich aber nicht zustimmen. Tatsächlich macht man nämlich so die Tür erst sperrangelweit auf! Cool

Mirko
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funkeimdunkeln
Bösmensch



Anmeldungsdatum: 12.05.2014
Beiträge: 878

Beitrag(#1976799) Verfasst am: 08.01.2015, 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
funkeimdunkeln hat folgendes geschrieben:
Ich rede von der Kultur der Meinungsfreiheit. Und dazu gehört, dass man nicht vermeintliche Feinde der Muslime als Hetzer bezeichnet, [...]

Es gibt Leute, die nicht "vermeintliche Feinde der Muslime" und "Hetzer" sind, sondern - meiner Meinung nach - ganz eindeutig tatsächlich. Warum soll ich sie dann nicht so bezeichnen? Wo bliebe denn da die Meinungsfreiheit?


Nun, bezeichnen kannst du natürlich jeden wie du willst. Ich rede ja auch nicht von der Meinungsfreiheit an sich, die erlaubt es in der Tat PEGIDA-Demonstranten als Islamhasser oder Muslime als potentielle Mörder zu verunglimpfen. Ich rede von der Kultur der Meinungsfreiheit. Die besteht darin, dass man nicht bei der Feindbezeichnung stehen bleibt, sondern mit Empathie eine Untersuchung ihrer Motive vornimmt.

Das hat der geehrte User ratio in einem Beitrag vorbildlich gemacht. Ich habe seinen Beitrag schon zwei oder dreimal zitiert und darauf ist noch keine einzige Antwort gekommen! Vielleicht weil es bequemer und angenehmer ist Feinde zu haben?

Ratio hat folgendes geschrieben:
Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Ich verstehe einfach nicht, warum so viele Menschen sich dazu verleiten lassen, für ein solches Nischenthema wie Zuwanderung bzw. "Islamisierung", das ohne viel diskutiert wird, auf die Straße zu gehen, statt gegen eine verfehlte Sozial- und Bildungspolitik zu demonstrieren. Die Schere zwischen Arm und Reich geht seit Jahren immer weiter auseinander. Das betrifft unsere Gesellschaft tatsächlich im Kern. Und "das Volk" hat nichts besseres zu tun, als gegen die halluzinierte "Islamisierung des Abendlandes" auf die Straße zu gehen, um vielfach seine Ressentiments auszuleben. Einfach nur ballaballa... Komplett von der Rolle


Hm. Sofern mich mein Eindruck von dir nicht täuscht denke ich, dass du das doch schon sehr gut verstehst zwinkern . War aber vermutlich auch eher eine rhetorische Unmutsbekundung von dir nehme ich an Smilie .

Da spielt einfach eine ungemeine Ferne zur Politik, die Komplexität des Apparates an sich und ein generelles Gefühl der Handlungsunfähigkeit eine Rolle. Das Problem mit den "andersartigen" migrantischen Mitbewohnern nebenan ist greifbarer, als Bildungspolitik. Für was wollen die da überhaupt streiken? Der durchschnittliche Bürger kann das höchstens als Wunsch formulieren und sagen "Die Bildung muss besser oder mehr werden!". Wenn man aber dafür demonstriert, die nervigen, ungewohnten Mitmenschen loszuwerden, dann heißt die Lösung einfach "gleich an der Grenze abfangen und draussen lassen". Das ist simpel und das versteht jeder.
Bildung und Soziales erscheint den meisten auch nicht wirklich akut. Die haben schon mal gehört dass es auch besser ginge. Aber bisher leben sie noch, Fernseher läuft auch, Strom ist bezahlt. Die Kinder gehen auch irgendwo für 8h täglich hin. Läuft.


Mit freundlichem Gruß,
Mirko
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Freedom666
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Beitrag(#1978602) Verfasst am: 14.01.2015, 18:09    Titel: Ganz praktisch zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland Antworten mit Zitat

Deutschlands Gesetze gegen Beleidigung sind international gerügt worden. Fast ein Viertel aller Strafrechtsfälle in Deutschland sind Beleidigungsdelikte – über 150.000 pro Jahr! England schaffte seine Gesetze gegen Beleidigung schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ab, da sie gegen die Meinungsfreiheit verstossen. Der Germanywatcher Peter Briody hat sich des Themas angenommen – der Link ist auch bei Wikipedia Deutschland zu finden unter “Links”. Zitat hieraus:

http://de.wikipedia.org/wiki/Beleidigung_%28Deutschland%29#Weblinks

http://rechtsanwalt-andreas-fischer.de/wp-content/uploads/2010/01/die-beleidigungsgesetze-in-deutschland.pdf

Die Stellungnahme des KSZE (Kommittee für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) zu den Strafgesetzen einiger Staaten gegen ‘Beleidigung’ von 24. Mai 2002 lautete:

“Strafgesetze gegen Beleidigung und Diffamierung werden häufig als nötige Abwehr gegen angeblichen Missbrauch der Meinungsfreiheit gerechtfertigt. Sie sind aber mit OSCE Normen nicht konform und deren Anwendung bildet einen Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäusserung.”

Deutschland fällt nicht nur wegen der Pflege solcherGesetzgebung auf, sondern durch den Exzess, den es auf der Grundlage solcher Paragraphen treibt. Der ‘infantile Ehrenkult’, der dahintersteckt, ist symptomatisch für zurückgbliebene unreife Staatsdiener.

Die Gesetzgebung wegen des Tatbestands der “Beleidigung” ist für Behörden sowie Industrie sehr nützlich, um unbequeme Bürger in die Falle zu locken: Sobald er auf eine Provokation mit einer “Beleidigung” reagiert, hat man ihn – für alles andere sorgen die untergeordneten Gerichte – auch für die Rechtsbeugung. Der Bürger wird sich im allgemeinen nicht wehren können.

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Beitrag(#1978605) Verfasst am: 14.01.2015, 18:18    Titel: Re: Ganz praktisch zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland Antworten mit Zitat

Freedom666 hat folgendes geschrieben:

Deutschland fällt nicht nur wegen der Pflege solcherGesetzgebung auf, sondern durch den Exzess, den es auf der Grundlage solcher Paragraphen treibt. Der ‘infantile Ehrenkult’, der dahintersteckt, ist symptomatisch für zurückgbliebene unreife Staatsdiener.




Wie im Kindergarten: Taaante, der Hans hat Sau zu mir gesagt ... Und als Erwachsener gehen die Gleichen anstatt ihre gestörte Persönlichkeit beim Onkel Doktor therapieren zu lassen, beim Staw petzen.
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Skeptiker
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Beitrag(#1978607) Verfasst am: 14.01.2015, 18:25    Titel: Re: Ganz praktisch zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland Antworten mit Zitat

Freedom666 hat folgendes geschrieben:
Deutschlands Gesetze gegen Beleidigung sind international gerügt worden. Fast ein Viertel aller Strafrechtsfälle in Deutschland sind Beleidigungsdelikte – über 150.000 pro Jahr! England schaffte seine Gesetze gegen Beleidigung schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ab, da sie gegen die Meinungsfreiheit verstossen. Der Germanywatcher Peter Briody hat sich des Themas angenommen – der Link ist auch bei Wikipedia Deutschland zu finden unter “Links”. Zitat hieraus:

http://de.wikipedia.org/wiki/Beleidigung_%28Deutschland%29#Weblinks

http://rechtsanwalt-andreas-fischer.de/wp-content/uploads/2010/01/die-beleidigungsgesetze-in-deutschland.pdf

Die Stellungnahme des KSZE (Kommittee für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) zu den Strafgesetzen einiger Staaten gegen ‘Beleidigung’ von 24. Mai 2002 lautete:

“Strafgesetze gegen Beleidigung und Diffamierung werden häufig als nötige Abwehr gegen angeblichen Missbrauch der Meinungsfreiheit gerechtfertigt. Sie sind aber mit OSCE Normen nicht konform und deren Anwendung bildet einen Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäusserung.”

Deutschland fällt nicht nur wegen der Pflege solcherGesetzgebung auf, sondern durch den Exzess, den es auf der Grundlage solcher Paragraphen treibt. Der ‘infantile Ehrenkult’, der dahintersteckt, ist symptomatisch für zurückgbliebene unreife Staatsdiener.

Die Gesetzgebung wegen des Tatbestands der “Beleidigung” ist für Behörden sowie Industrie sehr nützlich, um unbequeme Bürger in die Falle zu locken: Sobald er auf eine Provokation mit einer “Beleidigung” reagiert, hat man ihn – für alles andere sorgen die untergeordneten Gerichte – auch für die Rechtsbeugung. Der Bürger wird sich im allgemeinen nicht wehren können.

MA pol Dragan Pavlovic


Na ja, so wie der Beleidigungsparagraf formuliert ist, ist er stark renovierungs- und modernisierungsbedürftig weil er sich in dem derzeitigen Zustand in der Tat leicht missbrauchen lässt, da z.B. Wortfetzen aus dem Kontext gerissen werden dürfen, jedenfalls ist es derzeit so möglich.

Aber die Abschaffung des Beleidigungstatbestandes an sich würde wohl das Kind mit dem Bade ausschütten und den Persönlichkeitsschutz auch da aushöhlen, wo er benötigt wird ...-
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"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
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Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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Schlumpf
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Beitrag(#1978616) Verfasst am: 14.01.2015, 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Dann aber auch bitte die Beamtenbeleidigung abschaffen, damit wir uns gegenseitig so richtig "zur Sau machen" können. zwinkern
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Alchemist
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Beitrag(#1978621) Verfasst am: 14.01.2015, 19:22    Titel: Antworten mit Zitat

Schlumpf hat folgendes geschrieben:
Dann aber auch bitte die Beamtenbeleidigung abschaffen, damit wir uns gegenseitig so richtig "zur Sau machen" können. zwinkern


Welcher Paragraph soll denn "Beamtenbeleidigung" genau sein? zwinkern
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Samson83
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Beitrag(#1978627) Verfasst am: 14.01.2015, 19:52    Titel: Re: Ganz praktisch zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
weil er sich in dem derzeitigen Zustand in der Tat leicht missbrauchen lässt, da z.B. Wortfetzen aus dem Kontext gerissen werden dürfen, jedenfalls ist es derzeit so möglich.

Nein, ist es nicht.
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