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Grösste Mordserie der deutschen Kriminalgeschichte.
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



Anmeldungsdatum: 29.09.2006
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Beitrag(#1987356) Verfasst am: 26.02.2015, 17:35    Titel: Grösste Mordserie der deutschen Kriminalgeschichte. Antworten mit Zitat

Heute wurde der Serienmörder Niels Högel vom Oldenburger Landgericht wegen fünffachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Inzwischen eingeräumt hat er inzwischen 30 Morde und 60 Mordversuche. Es gibt aber den begründeten Verdacht, dassder am städtischen Klinikum Delmenhorst tätige Krankenpfleger Högel mehr als 200 Menschen durch Injektionen umgebracht hat.

Inzwischen entpuppt sich das ganze als ein grosser Skandal:

http://live.nwzonline.de/Article/874900-Krankenhaus-Morde-Warum-stoppte-niemand-Niels-H
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Kat
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Anmeldungsdatum: 29.04.2011
Beiträge: 245

Beitrag(#1987366) Verfasst am: 26.02.2015, 18:09    Titel: Re: Grösste Mordserie der deutschen Kriminalgeschichte. Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
wegen fünffachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.


Also lt. Tagesschau.de war es "nur" zweifacher Mord, zweifacher Mordversuchs in Tateinheit mit Körperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung in einem weiteren Fall.

Zitat:
Inzwischen eingeräumt hat er inzwischen 30 Morde und 60 Mordversuche.


Ne, m.W. hat er nur die Taten eingeräumt, sich aber nicht des Mordes sondern nur des Totschlags bzw. versuchten Totschlags bekannt.

Außerdem ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, so dass er offiziell noch als unschuldig gilt.

Kat
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cartello
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Anmeldungsdatum: 07.11.2012
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Beitrag(#1987368) Verfasst am: 26.02.2015, 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab mir das jetzt , als Sani , paarmal durchlesen müssen. Dabei ist mir wieder die alte Geschichte aus Wien eingefallen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Todesengel_von_Lainz
Bekomme da immer wieder Magenschmerzen.
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cartello
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Anmeldungsdatum: 07.11.2012
Beiträge: 6424

Beitrag(#1987370) Verfasst am: 26.02.2015, 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Pünktlich um 14 Uhr, wie angekündigt, verkündete Richter Sebastian Bührmann im Landgericht Oldenburg sein Urteil: Der ehemalige Krankenpfleger Niels Högel bekommt lebenslänglich – verurteilt wurde der 38-Jährige wegen zweifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und einem Fall von gefährlicher Körperverletzung an Patienten des Klinikums Delmenhorst. Außerdem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausschließt.


Somit ist die Sache Unschuld gerade über den Jordan gegangen.
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



Anmeldungsdatum: 29.09.2006
Beiträge: 10208
Wohnort: Da, wo noch Ruhe ist

Beitrag(#1987374) Verfasst am: 26.02.2015, 18:46    Titel: Re: Grösste Mordserie der deutschen Kriminalgeschichte. Antworten mit Zitat

Kat hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
wegen fünffachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.


Also lt. Tagesschau.de war es "nur" zweifacher Mord, zweifacher Mordversuchs in Tateinheit mit Körperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung in einem weiteren Fall.

Zitat:
Inzwischen eingeräumt hat er inzwischen 30 Morde und 60 Mordversuche.


Ne, m.W. hat er nur die Taten eingeräumt, sich aber nicht des Mordes sondern nur des Totschlags bzw. versuchten Totschlags bekannt.

Außerdem ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, so dass er offiziell noch als unschuldig gilt.

Kat


30 Morde hat er während des Prozesses gestanden, dazu 60 Mordversuche.

Nach dem Geständnis dürfte es kaum Zweifel daran geben, dass das Urteil rechtskräftig wird.

Zitat:

Insgesamt gab es während der Beschäftigungszeit von Niels H. 411 Sterbefälle, 321 davon während seiner Schicht oder unmittelbar im Anschluss. Von diesen 321 Menschen wurden 191 erdbestattet. Diese Leichen könnten für weitere Untersuchungen exhumiert werden.

Die Staatsanwaltschaft entschloss sich, acht Leichen exhumieren zu lassen.

"Warum acht?" Als Richter Sebastian Bührmann das im dritten Prozess einen der ermittelnden Kriminalbeamten aus Delmenhorst fragt, druckst der Polizist zunächst herum. "Das kam so von der Staatsanwaltschaft", heißt es dann.
[ur=http://live.nwzonline.de/Article/874900-Krankenhaus-Morde-Warum-stoppte-niemand-Niels-Hl]Quelle[/url]


Der eigentliche Skandal liegt aber auf einer anderen Ebene: wie konnte es angehen, dass da weder die Klinikleitung, noch das zuständige Gesundheitsamt Delmenhorst hellhörig wurden, als die Zahl der Todesfälle sich im Delmenhorster Klinikum binnen kürzester Zeit verfünfachten? Es hätte doch irgendwer Verdacht schöpfen müssen, dass da irgendwas falsch läuft - und das hätte noch nicht einmal einen kriminellen sondern auch technische oder organisatorische Mängel als Hintergrund haben können.
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cartello
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Anmeldungsdatum: 07.11.2012
Beiträge: 6424

Beitrag(#1987477) Verfasst am: 27.02.2015, 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

Der ganze Skandal ist der das man Pflegepersonal spritzen lässt bzw zugriff zu solchen mitteln haben.
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sünnerklaas
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Anmeldungsdatum: 29.09.2006
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Beitrag(#1987479) Verfasst am: 27.02.2015, 09:23    Titel: Antworten mit Zitat

cartello hat folgendes geschrieben:
Der ganze Skandal ist der das man Pflegepersonal spritzen lässt bzw zugriff zu solchen mitteln haben.


Wo war da eigentlich das so hochgelobte "Qualitätsmanagement" der Klinik? Da gibt es in der Verwaltung Heerscharen von Betriebswirten, die virtuos mit Excel-Tabellen hantieren und angeblich alles messen können - sogar und vor allem "Soft-Skills". Lachen
Ich wette ja, dass es ungleich viel mehr Ärger gegeben hat, wenn die Schwester oder der Pfleger am Empfang statt eines "Wunderschönen Guten Tag, Wie geht es Ihnen, Was kann ich für Sie tun?" nur "Guten Tag, was kann ich für Sie tun" gesagt haben.
Ich orakle mal: in der Verwaltung hat man ob der Verfünffachung der Todesfälle aus nackter Angst vor dem "Guten Ruf" erst exzessiv in die Tischkanten gebissen und danach den Kinderspielplatz aufgesucht hat, um mal ordentlich den Kopf in den Sand zu stecken.
Die Klinik kann man wohl zumachen. Bei 200 bis 300 Verdachtsfällen über Jahre hinweg und 30 zugegebenen Morden dürfte der Ruf wohl irreparabel zerstört sein. Da hilft auch kein Personalwechsel mehr.

Dass das Mittel übrigens im grossen Maße aus dem Schrank verschwand, hat laut Hannoversche Allgemein niemand wirklich bemerkt. Da wurden nur die Rechnungen kontrolliert - und weil das quasi ein Pfennig-Artikel war, ist das den prüfenden Kaufleuten nie aufgefallen.
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31738
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#1987491) Verfasst am: 27.02.2015, 09:58    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
cartello hat folgendes geschrieben:
Der ganze Skandal ist der das man Pflegepersonal spritzen lässt bzw zugriff zu solchen mitteln haben.


Wo war da eigentlich das so hochgelobte "Qualitätsmanagement" der Klinik? Da gibt es in der Verwaltung Heerscharen von Betriebswirten, die virtuos mit Excel-Tabellen hantieren und angeblich alles messen können - sogar und vor allem "Soft-Skills". Lachen
Ich wette ja, dass es ungleich viel mehr Ärger gegeben hat, wenn die Schwester oder der Pfleger am Empfang statt eines "Wunderschönen Guten Tag, Wie geht es Ihnen, Was kann ich für Sie tun?" nur "Guten Tag, was kann ich für Sie tun" gesagt haben.
Ich orakle mal: in der Verwaltung hat man ob der Verfünffachung der Todesfälle aus nackter Angst vor dem "Guten Ruf" erst exzessiv in die Tischkanten gebissen und danach den Kinderspielplatz aufgesucht hat, um mal ordentlich den Kopf in den Sand zu stecken.
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Dass das Mittel übrigens im grossen Maße aus dem Schrank verschwand, hat laut Hannoversche Allgemein niemand wirklich bemerkt. Da wurden nur die Rechnungen kontrolliert - und weil das quasi ein Pfennig-Artikel war, ist das den prüfenden Kaufleuten nie aufgefallen.


Gesternabend war ein Mann bei Markus Lanz, dessen Vater unter den Todesopfer ist.
Er erzählte, dass in Delmenhorst Leute angefeindet werden, die darauf drängen, möglichst lückenlos alles aufzuklären.
Er herscht anscheint ein Klima von "alle gemeinsam den Kopf in den Sand zu stecken".
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Margrethe
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Beitrag(#1987492) Verfasst am: 27.02.2015, 10:00    Titel: Antworten mit Zitat

Die Parallelen drängen sich auf - auch wenn hier vielleicht ein gutes Dutzend Patienten und keine hundert oder mehr unmittelbar betroffen waren.

http://www.spiegel.de/spiegel/a-618444.html

Dem hier im SPIEGEL geschilderten Prozess folgte übrigens 3 Jahre später ein weiterer, in dem die Krankenschwester wegen Mordes und Mordversuchs angeklagt war. Mangels Beweisen und bei sichtbarem Unwohlsein des Vorsitzenden Richters musste sie freigesprochen werden.

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13698024/Freispruch-fuer-den-Todesengel-von-Tuttlingen.html

In der Zeit zwischen den beiden Prozessen (bis zu ihrer erneuten Verhaftung) war die Frau übrigens bei einem ambulanten privaten Pflegedienst beschäftigt ...
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Alchemist
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Anmeldungsdatum: 03.08.2004
Beiträge: 20736
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#1987493) Verfasst am: 27.02.2015, 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
cartello hat folgendes geschrieben:
Der ganze Skandal ist der das man Pflegepersonal spritzen lässt bzw zugriff zu solchen mitteln haben.


Wo war da eigentlich das so hochgelobte "Qualitätsmanagement" der Klinik? Da gibt es in der Verwaltung Heerscharen von Betriebswirten, die virtuos mit Excel-Tabellen hantieren und angeblich alles messen können - sogar und vor allem "Soft-Skills". Lachen
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sünnerklaas
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Anmeldungsdatum: 29.09.2006
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Beitrag(#1987494) Verfasst am: 27.02.2015, 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
cartello hat folgendes geschrieben:
Der ganze Skandal ist der das man Pflegepersonal spritzen lässt bzw zugriff zu solchen mitteln haben.


Wo war da eigentlich das so hochgelobte "Qualitätsmanagement" der Klinik? Da gibt es in der Verwaltung Heerscharen von Betriebswirten, die virtuos mit Excel-Tabellen hantieren und angeblich alles messen können - sogar und vor allem "Soft-Skills". Lachen
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In Delmenhorst herrscht offenbar die Angst, dass der Ruf der Stadt wieder den Tiefpunkt der 1980er Jahre erreicht. Damals stand die Stadt in Sachen Gewaltkriminalität an der Spitze der deutschen Kriminalstatistik: Hamburg-Wilhelmsburg, Duisburg-Marxloh, Köln-Mülheim und Berlin-Neukölln konzentriert auf einen Ort.
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Naastika
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Beitrag(#1987497) Verfasst am: 27.02.2015, 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

In Delmenhorst herrscht offenbar die Angst, dass der Ruf der Stadt wieder den Tiefpunkt der 1980er Jahre erreicht. Damals stand die Stadt in Sachen Gewaltkriminalität an der Spitze der deutschen Kriminalstatistik: Hamburg-Wilhelmsburg, Duisburg-Marxloh, Köln-Mülheim und Berlin-Neukölln konzentriert auf einen Ort.



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Was hat denn diese knapp 75-Tausend-Einwohner-Stadt so an sich...??
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sünnerklaas
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Beiträge: 10208
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Beitrag(#1987500) Verfasst am: 27.02.2015, 10:54    Titel: Antworten mit Zitat

Naastika hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

In Delmenhorst herrscht offenbar die Angst, dass der Ruf der Stadt wieder den Tiefpunkt der 1980er Jahre erreicht. Damals stand die Stadt in Sachen Gewaltkriminalität an der Spitze der deutschen Kriminalstatistik: Hamburg-Wilhelmsburg, Duisburg-Marxloh, Köln-Mülheim und Berlin-Neukölln konzentriert auf einen Ort.



Geschockt Geschockt


Was hat denn diese knapp 75-Tausend-Einwohner-Stadt so an sich...??


Letztendlich ist das keine eigenständige Stadt, sondern so etwas, wie eben Wilhelmsburg oder Harburg. Die Stadt ist im 19. Jahrhundert aus dem Boden gestampft worden, weil Bremen bis 1889 nicht zum Deutschen Reich gehört hat. Zwischen Delmenhorst und Bremen verlief bis dahin eine Staatsgrenze. Und weil Fertigprodukte einen höheren Zoll kosteten, als Rohprodukte, wurden die Industriebetriebe eben auf Reichsgebiet angesiedelt. Dadurch entstanden so "Städte", wie Harburg und Wilhelmsburg im damaligen Hamburger Umland - oder Delmenhorst, Vegesack und Blumenthal im Bremer Umland. Nur: Delmenhorst kam beim Grosshamburg-Gesetz im Gegensatz zu Vegesack und Blumenthal nicht zu Bremen.
Anfang der 1980er Jahre ist dann in Delmenhorst die komplette Industrie zusammengebrochen. Übrig blieb ein sehr hoher Ausländeranteil und eine sehr hohe strukturelle Arbeitslosigkeit. Dazu kamen schwere Fehlentscheidungen im Städtebau.
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Alchemist
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Beiträge: 20736
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Beitrag(#1987501) Verfasst am: 27.02.2015, 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Naastika hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

In Delmenhorst herrscht offenbar die Angst, dass der Ruf der Stadt wieder den Tiefpunkt der 1980er Jahre erreicht. Damals stand die Stadt in Sachen Gewaltkriminalität an der Spitze der deutschen Kriminalstatistik: Hamburg-Wilhelmsburg, Duisburg-Marxloh, Köln-Mülheim und Berlin-Neukölln konzentriert auf einen Ort.



Geschockt Geschockt


Was hat denn diese knapp 75-Tausend-Einwohner-Stadt so an sich...??


Letztendlich ist das keine eigenständige Stadt, sondern so etwas, wie eben Wilhelmsburg oder Harburg. Die Stadt ist im 19. Jahrhundert aus dem Boden gestampft worden, weil Bremen bis 1889 nicht zum Deutschen Reich gehört hat. Zwischen Delmenhorst und Bremen verlief bis dahin eine Staatsgrenze. Und weil Fertigprodukte einen höheren Zoll kosteten, als Rohprodukte, wurden die Industriebetriebe eben auf Reichsgebiet angesiedelt. Dadurch entstanden so "Städte", wie Harburg und Wilhelmsburg im damaligen Hamburger Umland - oder Delmenhorst, Vegesack und Blumenthal im Bremer Umland. Nur: Delmenhorst kam beim Grosshamburg-Gesetz im Gegensatz zu Vegesack und Blumenthal nicht zu Bremen.
Anfang der 1980er Jahre ist dann in Delmenhorst die komplette Industrie zusammengebrochen. Übrig blieb ein sehr hoher Ausländeranteil und eine sehr hohe strukturelle Arbeitslosigkeit. Dazu kamen schwere Fehlentscheidungen im Städtebau.


wie passt denn deine Ausführung damit zusammen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Delmenhorst#Geschichte
Zitat:
1371 erhielt Delmenhorst die Stadtrechte nach Bremer Recht.

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sünnerklaas
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Beitrag(#1987502) Verfasst am: 27.02.2015, 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Naastika hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

In Delmenhorst herrscht offenbar die Angst, dass der Ruf der Stadt wieder den Tiefpunkt der 1980er Jahre erreicht. Damals stand die Stadt in Sachen Gewaltkriminalität an der Spitze der deutschen Kriminalstatistik: Hamburg-Wilhelmsburg, Duisburg-Marxloh, Köln-Mülheim und Berlin-Neukölln konzentriert auf einen Ort.



Geschockt Geschockt


Was hat denn diese knapp 75-Tausend-Einwohner-Stadt so an sich...??


Letztendlich ist das keine eigenständige Stadt, sondern so etwas, wie eben Wilhelmsburg oder Harburg. Die Stadt ist im 19. Jahrhundert aus dem Boden gestampft worden, weil Bremen bis 1889 nicht zum Deutschen Reich gehört hat. Zwischen Delmenhorst und Bremen verlief bis dahin eine Staatsgrenze. Und weil Fertigprodukte einen höheren Zoll kosteten, als Rohprodukte, wurden die Industriebetriebe eben auf Reichsgebiet angesiedelt. Dadurch entstanden so "Städte", wie Harburg und Wilhelmsburg im damaligen Hamburger Umland - oder Delmenhorst, Vegesack und Blumenthal im Bremer Umland. Nur: Delmenhorst kam beim Grosshamburg-Gesetz im Gegensatz zu Vegesack und Blumenthal nicht zu Bremen.
Anfang der 1980er Jahre ist dann in Delmenhorst die komplette Industrie zusammengebrochen. Übrig blieb ein sehr hoher Ausländeranteil und eine sehr hohe strukturelle Arbeitslosigkeit. Dazu kamen schwere Fehlentscheidungen im Städtebau.


wie passt denn deine Ausführung damit zusammen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Delmenhorst#Geschichte
Zitat:
1371 erhielt Delmenhorst die Stadtrechte nach Bremer Recht.


Das ist bis 1870 ein kleines Kaff mit vielleicht 2000 Einwohnern gewesen, das sich "Stadt" nennen durfte.
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Beitrag(#1987503) Verfasst am: 27.02.2015, 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Naastika hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

In Delmenhorst herrscht offenbar die Angst, dass der Ruf der Stadt wieder den Tiefpunkt der 1980er Jahre erreicht. Damals stand die Stadt in Sachen Gewaltkriminalität an der Spitze der deutschen Kriminalstatistik: Hamburg-Wilhelmsburg, Duisburg-Marxloh, Köln-Mülheim und Berlin-Neukölln konzentriert auf einen Ort.



Geschockt Geschockt


Was hat denn diese knapp 75-Tausend-Einwohner-Stadt so an sich...??


Letztendlich ist das keine eigenständige Stadt, sondern so etwas, wie eben Wilhelmsburg oder Harburg. Die Stadt ist im 19. Jahrhundert aus dem Boden gestampft worden, weil Bremen bis 1889 nicht zum Deutschen Reich gehört hat. Zwischen Delmenhorst und Bremen verlief bis dahin eine Staatsgrenze. Und weil Fertigprodukte einen höheren Zoll kosteten, als Rohprodukte, wurden die Industriebetriebe eben auf Reichsgebiet angesiedelt. Dadurch entstanden so "Städte", wie Harburg und Wilhelmsburg im damaligen Hamburger Umland - oder Delmenhorst, Vegesack und Blumenthal im Bremer Umland. Nur: Delmenhorst kam beim Grosshamburg-Gesetz im Gegensatz zu Vegesack und Blumenthal nicht zu Bremen.
Anfang der 1980er Jahre ist dann in Delmenhorst die komplette Industrie zusammengebrochen. Übrig blieb ein sehr hoher Ausländeranteil und eine sehr hohe strukturelle Arbeitslosigkeit. Dazu kamen schwere Fehlentscheidungen im Städtebau.


wie passt denn deine Ausführung damit zusammen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Delmenhorst#Geschichte
Zitat:
1371 erhielt Delmenhorst die Stadtrechte nach Bremer Recht.


Das ist bis 1870 ein kleines Kaff mit vielleicht 2000 Einwohnern gewesen, das sich "Stadt" nennen durfte.


ah ok.
Ich habe diesen Satz "Die Stadt ist im 19. Jahrhundert aus dem Boden gestampft worden," so verstanden, dass die Stadt erst in jüngster Geschichte entstanden ist. So wie Wolfsburg
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Beitrag(#1987510) Verfasst am: 27.02.2015, 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
cartello hat folgendes geschrieben:
Der ganze Skandal ist der das man Pflegepersonal spritzen lässt bzw zugriff zu solchen mitteln haben.


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Ich orakle mal: in der Verwaltung hat man ob der Verfünffachung der Todesfälle aus nackter Angst vor dem "Guten Ruf" erst exzessiv in die Tischkanten gebissen und danach den Kinderspielplatz aufgesucht hat, um mal ordentlich den Kopf in den Sand zu stecken.
Die Klinik kann man wohl zumachen. Bei 200 bis 300 Verdachtsfällen über Jahre hinweg und 30 zugegebenen Morden dürfte der Ruf wohl irreparabel zerstört sein. Da hilft auch kein Personalwechsel mehr.

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Gesternabend war ein Mann bei Markus Lanz, dessen Vater unter den Todesopfer ist.
Er erzählte, dass in Delmenhorst Leute angefeindet werden, die darauf drängen, möglichst lückenlos alles aufzuklären.
Er herscht anscheint ein Klima von "alle gemeinsam den Kopf in den Sand zu stecken".


Mir erscheint so etwas viel Skandalöser, als Versäumnisse im Klinikbetrieb


Bei Lanz gestern:
Es gab massive Anfeindungen aus der delmenhorster Ratspolitik. Und die steht sowieso unter massivem Druck, weil gerade erst ein Ratsherr wegen des Besitzes von Kinderpornographie verurteilt worden ist (Quelle).
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Ein Bericht aus dem November: Prozess gegen Krankenpfleger: Oberarzt erhebt schwere Vorwürfe
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goatmountain
arnes, charlis & leos opa



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Beitrag(#1987687) Verfasst am: 28.02.2015, 04:30    Titel: Antworten mit Zitat

delmenhorst - das palermo deutschlands?
oder doch "nur" ein durchgeknallter krankenpfleger ohne ordentliche kontrolle?
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ich rauch jetzt erstmal eine......
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



Anmeldungsdatum: 29.09.2006
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Beitrag(#2105780) Verfasst am: 28.08.2017, 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Neues zum Fall Högel:

Zitat:
Insgesamt werteten die bis zu 15 Beamten der Soko „Kardio“ in den vergangenen drei Jahren 500 Patientenakten aus und leiteten 332 Strafverfahren wegen Mordverdachts ein. Allein 10 000 Arbeitsstunden fielen bei den Exhumierungen an: Insgesamt mussten die Ermittler 134 Leichen auf 67 Friedhöfen ausgraben.
Quelle


Von den 332 Fällen konnten 90 Högel zugeordnet werden, ca. 130 können nie aufgeklärt werden, weil die mutmaßlichen Opfer eine Brandbestattung bekamen.
Das Übelste: Högel hat wohl auch als Rettungsassistent im RTW seine Praktiken vollführt.

Edit: "Quote" vergessen.
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Zuletzt bearbeitet von sünnerklaas am 29.08.2017, 06:27, insgesamt einmal bearbeitet
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, Postfeminist



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 35827
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2105783) Verfasst am: 28.08.2017, 20:34    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Neues zum Fall Högel:

Insgesamt werteten die bis zu 15 Beamten der Soko „Kardio“ in den vergangenen drei Jahren 500 Patientenakten aus und leiteten 332 Strafverfahren wegen Mordverdachts ein. Allein 10 000 Arbeitsstunden fielen bei den Exhumierungen an: Insgesamt mussten die Ermittler 134 Leichen auf 67 Friedhöfen ausgraben.
Quelle

Von den 332 Fällen konnten 90 Högel zugeordnet werden, ca. 130 können nie aufgeklärt werden, weil die mutmaßlichen Opfer eine Brandbestattung bekamen.
Das Übelste: Högel hat wohl auch als Rettungsassistent im RTW seine Praktiken vollführt.



Bei uns in Kanada gab es vor nicht allzulanger Zeit einen aehnlichen Fall, bei dem eine Altenpflegerin "Todesengel" spielte. Die Zahl der Opfer war dabei bei weitem nicht so hoch aber fuer einen gruseligen Serienmord hat's dennoch gerreicht, wobei "Mitleid" als moegliches Motiv bei der Gerichtsverhandlung ausgeschlossen wurde. Die Frau war wohl psychisch schwer gestoert und gefiel sich sichtlich in der Rolle ueber Leben und Tod entscheiden zu koennen.
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



Anmeldungsdatum: 29.09.2006
Beiträge: 10208
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Beitrag(#2105815) Verfasst am: 29.08.2017, 06:36    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Neues zum Fall Högel:

Insgesamt werteten die bis zu 15 Beamten der Soko „Kardio“ in den vergangenen drei Jahren 500 Patientenakten aus und leiteten 332 Strafverfahren wegen Mordverdachts ein. Allein 10 000 Arbeitsstunden fielen bei den Exhumierungen an: Insgesamt mussten die Ermittler 134 Leichen auf 67 Friedhöfen ausgraben.
Quelle

Von den 332 Fällen konnten 90 Högel zugeordnet werden, ca. 130 können nie aufgeklärt werden, weil die mutmaßlichen Opfer eine Brandbestattung bekamen.
Das Übelste: Högel hat wohl auch als Rettungsassistent im RTW seine Praktiken vollführt.



Bei uns in Kanada gab es vor nicht allzulanger Zeit einen aehnlichen Fall, bei dem eine Altenpflegerin "Todesengel" spielte. Die Zahl der Opfer war dabei bei weitem nicht so hoch aber fuer einen gruseligen Serienmord hat's dennoch gerreicht, wobei "Mitleid" als moegliches Motiv bei der Gerichtsverhandlung ausgeschlossen wurde. Die Frau war wohl psychisch schwer gestoert und gefiel sich sichtlich in der Rolle ueber Leben und Tod entscheiden zu koennen.


Im Fall Högel geht es inzwischen um viel mehr. Obwohl Högel bereits zu lebenslang verurteilt und dabei auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde, wird es wegen der 90 weiteren Fälle einen weiteren Mordprozess gegen ihn geben. Im Mittelpunkt dütrften dabei vor allem mögliche schwere Versäumnisse von Chefärzten, medizinischen Direktoren, Verwaltungsdirektoren und auch den Strafverfolgungsbehörden selbst gehen.

Vor allem die Staatsanwaltschaft Oldenburg blieb lange Zeit bemerkenswert untätig, obwohl es mehr als einen hinreichenden Verdacht auf Tötungsdelikte gab.

Das Problem aus meiner Sicht: der die akademischen Disziplinen übergreifende Corpsgeist und falsch verstandene Kollegialität. Man kennt einander, besucht in der Freizeit dieselben Veranstaltungen, man ist zusammen zur Schule und zur Universität gegangen, die Kinder gehen in dieselbe Schule, man trifft sich auf Vernissagen von Künstlern, im Theater, auf Konzerten, auf Vorträgen, trinkt das eine oder ander Glas Wein, Sekt oder Bier zusammen, plaudert entspannt miteinander über Themen, die nichts mit dem Beruf zu tun haben etc.. Und über allem steht der Grundsatz, dass man als Akademiker einem anderen Akademiker - auch wenn er einer anderen Disziplin angehört - nicht ans Bein pinkelt. Man kennt sich, man schätzt sich - und schließlich sind es Kollegen, Freunde, Bekannte.
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DonMartin
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Beiträge: 3915

Beitrag(#2105817) Verfasst am: 29.08.2017, 08:05    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Und über allem steht der Grundsatz, dass man als Akademiker einem anderen Akademiker - auch wenn er einer anderen Disziplin angehört - nicht ans Bein pinkelt. Man kennt sich, man schätzt sich - und schließlich sind es Kollegen, Freunde, Bekannte.

Högel war Akademiker?
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vrolijke
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Moderator



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Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2105818) Verfasst am: 29.08.2017, 08:47    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Und über allem steht der Grundsatz, dass man als Akademiker einem anderen Akademiker - auch wenn er einer anderen Disziplin angehört - nicht ans Bein pinkelt. Man kennt sich, man schätzt sich - und schließlich sind es Kollegen, Freunde, Bekannte.

Högel war Akademiker?


Hier geht es wohl eindeutig um den schludrigen Umgang mit Verdachtsmomente.
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sünnerklaas
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Anmeldungsdatum: 29.09.2006
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Beitrag(#2105819) Verfasst am: 29.08.2017, 08:49    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Und über allem steht der Grundsatz, dass man als Akademiker einem anderen Akademiker - auch wenn er einer anderen Disziplin angehört - nicht ans Bein pinkelt. Man kennt sich, man schätzt sich - und schließlich sind es Kollegen, Freunde, Bekannte.

Högel war Akademiker?


Wenn Du den Beitrag genau gelesen hättest Du auch gelesen, dass sich die Sache inzwischen nicht mehr allein auf Högel bezieht. Es geht inzwischen um die Frage, welche Rolle das medizinische Personal, Verwaltungsleitung und Staatsanwälte gespielt haben. Lange Zeit gab es Stellen - auch bei der Staatsanwaltschaft, die ganz offenbar kein Interesse an Ermittlungen hatten. Hinzu kam, dass auf leitender medizinischer und auf der Verwaltungsebene der Krankenhäuser die Furcht um Reputations- und Imageverlust groß war. Da ging es um den Ruf der Krankenhäuser und auch um persönliche Karrieren.
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Ahriman
boshafter Spötter



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Beitrag(#2105824) Verfasst am: 29.08.2017, 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Die Klinik kann man wohl zumachen. Bei 200 bis 300 Verdachtsfällen über Jahre hinweg und 30 zugegebenen Morden dürfte der Ruf wohl irreparabel zerstört sein. Da hilft auch kein Personalwechsel mehr.

Och nö. Was kann das Personal dafür? Der Hausmeister bspw. wird kaum was gemerkt haben. Und wenn schon, wer was sagt fliegt raus.
Mir fiel was anderes auf: Bisher war ich der Meinung, Ärzte sehen es als persönliche Niederlage an, wenn ein Patient stirbt. Im allgemeinen wollen sie es nicht wahrhaben, das irgendwann Gevatter Tod eben doch der Stärkere ist, sie kämpfen bis zur letzten Magensonde gegen ihn an.
Tja, da irrte ich mich wohl? Hat sich da was geändert, ist es ihnen inzwischen egal?
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sünnerklaas
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Anmeldungsdatum: 29.09.2006
Beiträge: 10208
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Beitrag(#2105826) Verfasst am: 29.08.2017, 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Die Klinik kann man wohl zumachen. Bei 200 bis 300 Verdachtsfällen über Jahre hinweg und 30 zugegebenen Morden dürfte der Ruf wohl irreparabel zerstört sein. Da hilft auch kein Personalwechsel mehr.

Och nö. Was kann das Personal dafür? Der Hausmeister bspw. wird kaum was gemerkt haben. Und wenn schon, wer was sagt fliegt raus.
Mir fiel was anderes auf: Bisher war ich der Meinung, Ärzte sehen es als persönliche Niederlage an, wenn ein Patient stirbt. Im allgemeinen wollen sie es nicht wahrhaben, das irgendwann Gevatter Tod eben doch der Stärkere ist, sie kämpfen bis zur letzten Magensonde gegen ihn an.
Tja, da irrte ich mich wohl? Hat sich da was geändert, ist es ihnen inzwischen egal?


Bei den Arbeitszeiten und den Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäusern dürften die allermeisten Ärzte kaum noch Zeit haben, sich darüber Gedanken zu machen. Was da läuft, ist Fließbandarbeit. Und hinter ihnen steht die Krankenhausleitung mit dem Knüppel. Der Betreiber - egal, ob nun öffentlich oder privat - will die geforderten Zahlen sehen.
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fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



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Beitrag(#2105828) Verfasst am: 29.08.2017, 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Die Klinik kann man wohl zumachen. Bei 200 bis 300 Verdachtsfällen über Jahre hinweg und 30 zugegebenen Morden dürfte der Ruf wohl irreparabel zerstört sein. Da hilft auch kein Personalwechsel mehr.

Och nö. Was kann das Personal dafür? Der Hausmeister bspw. wird kaum was gemerkt haben. Und wenn schon, wer was sagt fliegt raus.
Mir fiel was anderes auf: Bisher war ich der Meinung, Ärzte sehen es als persönliche Niederlage an, wenn ein Patient stirbt. Im allgemeinen wollen sie es nicht wahrhaben, das irgendwann Gevatter Tod eben doch der Stärkere ist, sie kämpfen bis zur letzten Magensonde gegen ihn an.
Tja, da irrte ich mich wohl? Hat sich da was geändert, ist es ihnen inzwischen egal?


Bei den Arbeitszeiten und den Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäusern dürften die allermeisten Ärzte kaum noch Zeit haben, sich darüber Gedanken zu machen. Was da läuft, ist Fließbandarbeit. Und hinter ihnen steht die Krankenhausleitung mit dem Knüppel. Der Betreiber - egal, ob nun öffentlich oder privat - will die geforderten Zahlen sehen.

Das ist die eine Seite.
Auf der anderen Seite steht natürlich das Bild aus den Fernsehserien, das Ahriman transportiert, das aber so im Leben gar nicht durchhaltbar ist - die Leute würden aus psychischen Gründen jede zweite Woche ausfallen, wenn sie das alles so persönlich nähmen- ich vermute, dass das nur der Fall ist, wenn es sich um irgendein Politikum handelt und der Träger Druck macht.

Ansonsten gibt es soetwas wie dieses "Kämpfen bis zur letzten Magensonde" noch bei jungen Ärzten, die noch "üben", im Medizinerjargon heißt das "Jugend forscht". Wenn Da ein älterer Mediziner das sagen hat, dann gibt der sich zwar auch Mühe, wenn er noch eine Chance sieht, aber wenn er die nicht mehr sieht, dann lässt der den Patienten auch in Ruhe sterben, anstatt da bis zum Schluss panisch rumzuhampeln.

Das kam jetzt aus eigener Erfahrung - nein, ich bin noch nicht gestorben, ich habe nur während meines Studiums einige Nächte im Intensivzimmer eines Krankenhauses gearbeitet. Und wenn jetzt jemand Fragezeichen in den Augen hat: Ein Intensivzimmer gibt es rechtlich gar nicht - das ist die Billiglösung einer Intensivstation, für die es aber examinierte Intensivpfleger braucht, die extra teuer sind, wenn man sie überhaupt bekommt.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Margrethe
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Anmeldungsdatum: 26.03.2013
Beiträge: 5768

Beitrag(#2105831) Verfasst am: 29.08.2017, 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Neues zum Fall Högel:

Insgesamt werteten die bis zu 15 Beamten der Soko „Kardio“ in den vergangenen drei Jahren 500 Patientenakten aus und leiteten 332 Strafverfahren wegen Mordverdachts ein. Allein 10 000 Arbeitsstunden fielen bei den Exhumierungen an: Insgesamt mussten die Ermittler 134 Leichen auf 67 Friedhöfen ausgraben.
Quelle

Von den 332 Fällen konnten 90 Högel zugeordnet werden, ca. 130 können nie aufgeklärt werden, weil die mutmaßlichen Opfer eine Brandbestattung bekamen.
Das Übelste: Högel hat wohl auch als Rettungsassistent im RTW seine Praktiken vollführt.



Bei uns in Kanada gab es vor nicht allzulanger Zeit einen aehnlichen Fall, bei dem eine Altenpflegerin "Todesengel" spielte. Die Zahl der Opfer war dabei bei weitem nicht so hoch aber fuer einen gruseligen Serienmord hat's dennoch gerreicht, wobei "Mitleid" als moegliches Motiv bei der Gerichtsverhandlung ausgeschlossen wurde. Die Frau war wohl psychisch schwer gestoert und gefiel sich sichtlich in der Rolle ueber Leben und Tod entscheiden zu koennen.


Ein Fall, der sich quasi vor meiner Haustüre zugetragen hat, so dass ich einige der Leute, die da unmittelbar involviert waren, persönlich kenne (u.a. den als - ehemaliger - Landespolitiker einigermaßen prominenten Sohn eines der verstorbenen Patienten) hat sich über Jahre hingezogen. Die Krankenschwester, nach dem ersten Urteil (2 Jahre auf Bewährung) vom Kreiskrankenhaus nicht mehr weiterbeschäftigt, fand eine Anstellung bei einem ambulanten Pflegedienst, bis sie erneut verhaftet wurde. Was die Aufregung selbstredend nicht kleiner machte. Wer einen ambulanten Pflegedienst in der Gegend in Anspruch genommen hat, kriegte nachträglich einen Schreck: die wird doch nicht bei uns ... ??!!

Der Spiegel-Artikel aus dem Jahr 2009 erzählt die Geschichte einigermaßen korrekt vom Anfang an - der Flurschaden, den sie im Kreiskrankenhaus angerichtet hat, wirkt bis heute nach, auch wenn einige der Akteure mittlerweile im Ruhestand eingelaufen sind. "Abgeschlossen" wurde der Fall erst 2011 - er endete mit dem Freispruch der Krankenschwester: "aus Mangel an Beweisen".


Zuletzt bearbeitet von Margrethe am 29.08.2017, 17:04, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Margrethe
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Anmeldungsdatum: 26.03.2013
Beiträge: 5768

Beitrag(#2105832) Verfasst am: 29.08.2017, 16:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:

Mir fiel was anderes auf: Bisher war ich der Meinung, Ärzte sehen es als persönliche Niederlage an, wenn ein Patient stirbt. Im allgemeinen wollen sie es nicht wahrhaben, das irgendwann Gevatter Tod eben doch der Stärkere ist, sie kämpfen bis zur letzten Magensonde gegen ihn an.
Tja, da irrte ich mich wohl? Hat sich da was geändert, ist es ihnen inzwischen egal?


Nun ja, nicht auf alle Ärzte, aber doch auf sehr viele hat das bis vor ein paar Jahren noch zugetroffen, und diese Haltung hat dazu geführt, dass so mancher Patient buchstäblich zu Tode behandelt worden ist, anstatt man halt dafür gesorgt hätte, dass er keine oder nur wenige Schmerzen hat und ihn ansonsten hätte sterben lassen.
Die Hospizbewegung ist inzwischen ein paar Jahrzehnte alt, die Palliativmedizin ist als relativ neues Fachgebiet mittlerweile anerkannt und wird, zwar nur in Grundzügen aber halt doch, neuerdings verpflichtend an medizinischen Fakultäten gelehrt ... Palliativmediziner und palliativmedizinisch ausgebildetes Hilfspersonal können es inzwischen ab, den Tod nicht "besiegen" zu können.

Aber es gibt sie schon noch hier und da und dort: die Ärzte, die es als persönliche Niederlage empfinden, wenn ein Patient stirbt. Von deren Ehrgeiz können Patienten, bei denen noch etwas zu retten ist, durchaus profitieren. Allen anderen aber bleiben sie vieles schuldig - wer sich mit der Tatsache konfrontieren kann, dass er unheilbar krank ist, sollte ihnen tunlichst aus dem Wege gehen.
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