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Generation Kohl - Die verkohlte Generation
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Religionskritik-Wiesbaden
homo est creator Dei



Anmeldungsdatum: 04.11.2008
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Beitrag(#2039104) Verfasst am: 11.01.2016, 21:34    Titel: Generation Kohl - Die verkohlte Generation Antworten mit Zitat

Ein Thread,
der tiefsinnig und unsinnig zugleich sich mit dem Leben und Sein einer ganzen Generation beschäftigen soll,
die von Käsebuchautoren nur sehr unzutreffend mit 'Generation Golf' beschrieben wird und deren eigentliches Trauma und eigentlicher Identifikationsmittelpunkt nicht eine Karre aus Wolfsburg ist / oder besser war,
sondern vielmehr die 16 Jahre Kanzlerschaft des Pfälzerurmels aus Oggersheim.

Daher:

Generation Kohl - Die verkohlte Generation

Mitmachen dürfen natürlich auch all die anderen Generationen (davor und danach),
auch wenn diese natürlich im fetten Saft ihrer eigenen Traumatas in den Bällefangrunden der lokalen Krankenkassen hängen.

Wie schon oben angedeutet,
führt der verbreitete Begriff 'Generation Golf' doch in die Irre,
viel prägender und die Generation verbindender ist das Gefühl,
in Kindheit und Jugend keinen anderen Kanzler gehabt zu haben, als eben Helmut Kohl.
Und dann,
die erste Wahl dieser Generation,
und Kohl blieb Kanzler.
Geschockt
Ein Schock,
der dieser Generation noch immer in den Knochen steckt.
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Religionskritik-Wiesbaden
homo est creator Dei



Anmeldungsdatum: 04.11.2008
Beiträge: 8390
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Beitrag(#2039140) Verfasst am: 12.01.2016, 01:22    Titel: Hurra Deutschland Antworten mit Zitat

Ein Nacherleben der ganz besonderen Art erlaubt uns die damalige Polit-Puppenshow

Hurra Deutschland:

Classics '91 Highlights der ARD-Puppenshow

https://www.youtube.com/watch?v=OI4Qu1XAsQ0
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unquest
Marx und Freudlos



Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 2849
Wohnort: 2311 N. Los Robles Avenue in Pasadena

Beitrag(#2039142) Verfasst am: 12.01.2016, 01:47    Titel: Antworten mit Zitat

Kann nicht mit reden... bin Generation Kiesinger/Brandt - Die verzogene Generation.
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AdvocatusDiaboli
Femicommie und Nahles-Fanboy



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
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Beitrag(#2039143) Verfasst am: 12.01.2016, 01:54    Titel: Antworten mit Zitat

Meine politische Sozialisation ist untrennbar mit Kohl verbunden. Ich gehöre zu der Generation, die keinen anderen Kanzler kannte, wie es heute schon Jungwähler gibt, die keine Erinnerung mehr an Schröder haben, regiert Merkel doch schon zehn Jahre über unser Land. Wie habe ich mich gegrämt (danke ihr Bananenheinis!) als Kohl nach der deutschen Wende noch einmal die Macht ergriff, obwohl er bereits verbraucht und unerträglich geworden war. Als personifizierter Machtmensch gelang es ihm, noch acht Jahre die Angriffe seiner zahlreichen Feinde innerhalb der Partei abzuschmettern. Die geistig-moralische Wende, die er ausrief, war der tiefste Mief, der eine fast bleierne Zeit heraufbeschwor. Als wacher Geist konnte man nur gegen Kohl sein - und an ihm verzweifeln, wie ein SPD-Kandidat nach dem anderen. Vogel, Rau, edit: Lafontaine, Scharping, wenn ich sie richtig erinnere. Und dann schien Schröder wie eine Erlösung. Kohl hatte die SPD bereits in ihren Grundfesten erschüttert, die beim Drang nach der Macht ihre eigenen Ideale verriet, um einen Pyrrhus-Sieg zu erringen, der sich nach dem erneuten Verlust der Kanzlerschaft offenbarte, als nichts mehr von den ureigensten Werten der Sozialdemokratie übrig war. Davon hat sich die SPD bis heute nicht erholt... Und ich mich auch nicht zwinkern
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Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.

"CDU? Auf die Fresse! FDP? In die Klöten! AfD? In die Jauchegrube!" Andrea N.
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unquest
Marx und Freudlos



Anmeldungsdatum: 10.10.2010
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Wohnort: 2311 N. Los Robles Avenue in Pasadena

Beitrag(#2039144) Verfasst am: 12.01.2016, 02:25    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Meine politische Sozialisation ist untrennbar mit Kohl verbunden. Ich gehöre zu der Generation, die keinen anderen Kanzler kannte, wie es heute schon Jungwähler gibt, die keine Erinnerung mehr an Schröder haben, regiert Merkel doch schon zehn Jahre über unser Land. Wie habe ich mich gegrämt (danke ihr Bananenheinis!) als Kohl nach der deutschen Wende noch einmal die Macht ergriff, obwohl er bereits verbraucht und unerträglich geworden war. Als personifizierter Machtmensch gelang es ihm, noch acht Jahre die Angriffe seiner zahlreichen Feinde innerhalb der Partei abzuschmettern. Die geistig-moralische Wende, die er ausrief, war der tiefste Mief, der eine fast bleierne Zeit heraufbeschwor. Als wacher Geist konnte man nur gegen Kohl sein - und an ihm verzweifeln, wie ein SPD-Kandidat nach dem anderen. Vogel, Rau, edit: Lafontaine, Scharping, wenn ich sie richtig erinnere. Und dann schien Schröder wie eine Erlösung. Kohl hatte die SPD bereits in ihren Grundfesten erschüttert, die beim Drang nach der Macht ihre eigenen Ideale verriet, um einen Pyrrhus-Sieg zu erringen, der sich nach dem erneuten Verlust der Kanzlerschaft offenbarte, als nichts mehr von den ureigensten Werten der Sozialdemokratie übrig war. Davon hat sich die SPD bis heute nicht erholt... Und ich mich auch nicht zwinkern

Du siehst das zu negativ. Meine Tochter erinnert sich noch heute an ihre erste Quietschepuppe aus der Zeit. Sehr glücklich


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AdvocatusDiaboli
Femicommie und Nahles-Fanboy



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Beitrag(#2039145) Verfasst am: 12.01.2016, 03:08    Titel: Antworten mit Zitat

Die ganzen Kohl-Witze haben auch nicht geholfen. Im Rückblick erscheinen sie wie Witze, die sich Juden im KZ erzählten... Naja, fast... Traurig
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Beitrag(#2098813) Verfasst am: 16.06.2017, 20:15    Titel: Bimbeskanzler Antworten mit Zitat

Folgt nun auf die Ostalgie,
die Kohlagie - sein Sohn möge es verhindern.

Sei es drum.
Unsere Generation hat das Fleisch gewordene Symbol ihrer Jugend- und Heranwachsensjahre verloren.
Von denen, die ihn 94 zum ersten mal wählen durften,
weiß ich nur von einem bestimmt - das er ihn wählte.
Das er wiedergewählt wurde dürfte er wohl kaum den Erstwählern zu verdanken haben. Eher unseren Eltern und Großeltern.

Was nützten all die Birnenwitze,
wenn es der SPD nicht mal gelang - Siegertypen gegen den Bimbeskanzler in Stellung zu bringen. Engholm hatte noch das eine oder andere in Schubladen, Scharping war zu sehr aus ähnlichem Dialektstamm geschnitzt - und hatte nicht alle hinter sich, ach her je.

Aktuell postet die Titanic dies:

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Beitrag(#2098817) Verfasst am: 16.06.2017, 20:54    Titel: Die Ärzte - Helmut Kohl und Helmut Honnecker und Erich Kohl - Heiter bis Wolkig Antworten mit Zitat

Noch einige Lieder aus der Zeit:

Die Ärzte - Helmut Kohl

https://www.youtube.com/watch?v=xiMzsjQ7qRA

und

Helmut Honnecker und Erich Kohl - Heiter bis Wolkig

https://www.youtube.com/watch?v=xiMzsjQ7qRA

(eigentlich von Slime, oder?)

Und wenn die Ärzte durch die mäßigen Boxen des Kassettenrekorders schepperten,

da war die Poloshirttragenden Vertreter der Schülerunion (SU) aber sowas von beleidigt,

da flogen die Automatenkakaobecher durch die Luft - und Worte wie 'der Schlächter von Oggersheim - waren Königsbeleidigung,
welche die Lacoste Krokodile in Schnappatmung brachten,

ja das waren gemäßigt radikale Zeiten -

kein Wunder,
dass der besungene Dicke noch länger in Macht und Verantwortung blieb.
Attentate gab es nämlich nur verübt von Psychopathen - einmal Schäuble, einmal der doppelgehaltige SPD-Linke Oskar.
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Religionskritik-Wiesbaden
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Beitrag(#2098820) Verfasst am: 16.06.2017, 21:12    Titel: Hurra Deutschland Classics '91 Antworten mit Zitat

eine kleine Zeitreise,
mit vielen - die schon von uns gegangen (manchmal auch geflogen) sind,

Hurra Deutschland Classics '91 Highlights der ARD-Puppenshow

https://www.youtube.com/watch?v=OI4Qu1XAsQ0

Smilie
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Beitrag(#2098822) Verfasst am: 16.06.2017, 21:53    Titel: Kohls Machtspiele Antworten mit Zitat

Basis seiner langen Machtjahre - sein geniales Gespür für das richtige,
sein richtiges Personal.

Die CDU war in den Zeiten Kohls nie ein Intrigenverein wie die SPD.
Kohl schaltete jede innerparteiliche Opposition aus,
versorgte die Parteilinken mit Symbolämtern - ich zähle mal die sehr nette Rita Süssmuth dazu,
verteilte die neuen Bundesländer an innerparteiliche Konkurrenten - zum Beispiel Biedenkopf,
und zähmte die FDP zum braven Zweitstimmenverein.

Schäuble sollte eigentlich wohl sein Nachfolger werden. Als dieser für höchste scheinbar unbrauchbar geschossen,
viel seine Wahl auf Kohls Mädchen.

Das Kohl dann wie ein Spinnenweibchen von dieser nach dem Skandal fallen gelassen wurde bzw. im Bild bleibend, gefressen wurde,
ja er buchstäblich von dieser geputscht wurde,
ändert nichts daran - das er mit ihr die richtige Wahl traf - und nur durch seine Wahl schließlich die CDU nach dem kurzen Schröderinterim wieder langjährig an der Macht war.

Sicherlich gab es auch viele Fehlentscheidungen im Personal - aber im großen und ganzen waren seine Entscheidungen durchaus erfolgreich.

Dem rechten Flügel lies er Leute wie Dregger und andere. In Zeiten, wo die Reps zeitweise ähnlich gehandelt wurden wie heute die AFD, vielleicht die richtige Entscheidung. Die Reps spielten dann schon ein paar Jahre später keine Rolle mehr - und die Generation Wehrmacht innerhalb der CDU wurde so alt - das sie keine große Bedeutung mehr hatten.

Gleichzeitig trimmte er die CDU zur Europapartei - das nationale wurde zuerst mehr und mehr ersetzt durch einen DM - Partriotismus - und dieser dann durch einen Europa - Patriotismus. Wie ihm das gelang - weite Parteiteile mitziehend, das ist schon phänomenal.

Kohls Mädchen lernte übrigens gut von ihm. Ihr gefährlich erscheinende Politiker wurden Präsidenten - oder anders weggelobt.
Einzig Koch hätte vielleicht noch was ausrichten können - aber dieser hat sich in Hessen schon zu viele Dinge erlaubt.

soweit - so skizzenhaft.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, Postfeminist



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Beitrag(#2098825) Verfasst am: 16.06.2017, 22:02    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Meine politische Sozialisation ist untrennbar mit Kohl verbunden. Ich gehöre zu der Generation, die keinen anderen Kanzler kannte, wie es heute schon Jungwähler gibt, die keine Erinnerung mehr an Schröder haben, regiert Merkel doch schon zehn Jahre über unser Land. Wie habe ich mich gegrämt (danke ihr Bananenheinis!) als Kohl nach der deutschen Wende noch einmal die Macht ergriff, obwohl er bereits verbraucht und unerträglich geworden war. Als personifizierter Machtmensch gelang es ihm, noch acht Jahre die Angriffe seiner zahlreichen Feinde innerhalb der Partei abzuschmettern. Die geistig-moralische Wende, die er ausrief, war der tiefste Mief, der eine fast bleierne Zeit heraufbeschwor. Als wacher Geist konnte man nur gegen Kohl sein - und an ihm verzweifeln, wie ein SPD-Kandidat nach dem anderen. Vogel, Rau, edit: Lafontaine, Scharping, wenn ich sie richtig erinnere. Und dann schien Schröder wie eine Erlösung. Kohl hatte die SPD bereits in ihren Grundfesten erschüttert, die beim Drang nach der Macht ihre eigenen Ideale verriet, um einen Pyrrhus-Sieg zu erringen, der sich nach dem erneuten Verlust der Kanzlerschaft offenbarte, als nichts mehr von den ureigensten Werten der Sozialdemokratie übrig war. Davon hat sich die SPD bis heute nicht erholt... Und ich mich auch nicht zwinkern


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luc
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Beitrag(#2098826) Verfasst am: 16.06.2017, 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

Außenpolitisch war Kohl relativ erfolgreich:

Gute Beziehung zu Frankreich und Mitterrand.
Dialog mit Gorbatschow und Wiedervereinigung.
Es ist ganz bestimmt auch sein Verdienst aber die Wiedervereinigung wäre so oder so gekommen. Er hat die Gunst der Stunde wahrgenommen und er hat nichts vermasselt.

Innenpolitisch war er sehr konservativ aber die Mehrheit der Deutschen fanden das damals gut. (Leider!) Er war der Inbegriff des spießigen Deutschlands.


Zuletzt bearbeitet von luc am 16.06.2017, 22:23, insgesamt einmal bearbeitet
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



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Beiträge: 10170
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Beitrag(#2098828) Verfasst am: 16.06.2017, 22:18    Titel: Re: Kohls Machtspiele Antworten mit Zitat

Eins muss man Kohl lassen: seine CDU war politisch sehr breit aufgestellt. Zwischen Alfred Dregger und Norbert Blüm war in der Partei jede Menge Platz.
Sein unbestrittenes Verdienst waren die im Vertrag von Amsterdam festgeschriebenen und allgemein verbindlichen Diskriminierungsverbote. Arbeitgebern wurde es verboten, Bewerber allein auf Grund von Herkunft, Geschlecht, sexueller Ausrichtung etc. Absagen zu erteilen.
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Lila Einhorn
posthumanistischer Quantum-Feminist



Anmeldungsdatum: 30.11.2013
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Beitrag(#2098838) Verfasst am: 17.06.2017, 01:05    Titel: Antworten mit Zitat

Die Taz ist mal wieder sehr pietätvoll:


Daher will ich ausnahmsweise etwas positives über Kohl sagen. Als der noch Kanzler war, war die Taz die Tageszeitung einer von Pädophilen infiltrierten grünen Partei, die Massenmörder wie Che Guevara huldigte. Und als Kohl dann abdankte und die Taz zur Hauspostille der Rot-Grünen-Koaltion wurde, hat die sich gleich bei einem Angriffskrieg beteiligt und Jugoslawien überfallen. All das war unter der Kohlschen CDU undenkbar. RIP.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, Postfeminist



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 35619
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2098839) Verfasst am: 17.06.2017, 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
Außenpolitisch war Kohl relativ erfolgreich:

Gute Beziehung zu Frankreich und Mitterrand.
Dialog mit Gorbatschow und Wiedervereinigung.
Es ist ganz bestimmt auch sein Verdienst aber die Wiedervereinigung wäre so oder so gekommen. Er hat die Gunst der Stunde wahrgenommen und er hat nichts vermasselt.

Innenpolitisch war er sehr konservativ aber die Mehrheit der Deutschen fanden das damals gut. (Leider!) Er war der Inbegriff des spießigen Deutschlands.



Die Wiedervereinigung wurde durch Willy Brandts Ostpolitik ermoeglicht und Genschers diplomatisches Geschick war es zu verdanken, dass sie so reibungslos und friedlich erfolgte. Der Dicke war nur zufaellig gerade Kanzler als es passiert ist und sein "Verdienst" war es diese einmalige wirtschaftliche Chance in den Sand zu setzen. Die Ausgangsvoraussetzungen waren aehnlich gut wie in der Nachkriegszeit, es gab im Osten einen riesigen ungestillten Bedarf vor allem an Guetern jeglicher Art, es stand eine gut ausgebildete Arbeiterschaft bereit und jede Menge Kapital zum investieren gab es auch. Kohl hat es damals tatsaechlich fertiggebracht anstatt eines Wirtschaftswunders wie nach dem Krieg aus dieser Chance eine Dauerkrise zu machen, bei der sich ein paar Guenstlinge und "Spender" hemmungslos die Taschen vollschaufelten, waehrend sich die versprochenen "bluehenden Landschaften" als Wildblumen auf Industriebrachen manifestierten.

Und dann liess sich dieser eitle Geck als "Kanzler der Einheit" feiern. Ich erinnere mich an eine Veranstaltung vorm Schoeneberger Rathaus als die Berliner den wahren Kanzler der Einheit, Willy Brandt, feiern wollten und sich stattdessen Kohl in bester Trumpscher Manier in den Vordergrund draengte und anfing mit falscher Stimme die Hymne zu kraechzen, waehrend er von den Berlinern gnadenlos ausgepfiffen wurde. Kein Anlass drueckte besser den Unterschied zwischen Kohls vermessenem Anspruch und der Wirklichkeit aus.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Beitrag(#2098841) Verfasst am: 17.06.2017, 01:45    Titel: Antworten mit Zitat

Kohls dreistester Betrug am Volk war das unter seiner Amtsfuehrung ausgearbeitete und verabschiedeter Parteispendengesetz, das von Anfang an nur dazu dienen sollte die anderen Parteien zu behindern und ungleiche Ausgangsvoraussetzungen bei Wahlen zu schaffen. Kohl hatte naemlich von Anfang an nie vor sich daran zu halten und er brach dieses Gesetz fortdauernd und routinemaessig, obwohl er in seinem Amtseid geschworen hatte "die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland zu achten und einzuhalten".
Deshalb war die Kanzlerschaft Helmut Kohls ungefaehr so legitim wie die Goldmedaille eines gedopten Sportlers und ich bezweifle, dass Kohl unter fairen Bedingungen solange Kanzler geblieben waere. Konsequenterweise missachtete er sein eigenes Parteispendengesetz auch nach seiner letztendlichen Abwahl bis zu seinem Tod und ist somit genauso meineidig gestorben wie er gelebt hat.

Fuer mich ist Kohl gleichbedeutend mit dem geistig-moralischen Niedergang eines Landes, in dem ich mich mal sehr wohl gefuehlt hatte. Das Westdeutschland der 70ger Jahre war eines der besten Laender, in dem man als Teenager aufwachsen konnte. Kaum irgendwo lebte man freier und vor allem zu keiner Zeit vorher und nachher in Deutschland. Zu der politischen Freiheit gesellte sich die Freiheit von gesellschaftlichen Konventionen und sozialer Kontrolle. Dafuer bin ich den "68gern" noch heute dankbar, dass sie all dies erkaempft hatten und genauso verachte ich Helmut Kohl, unter dessen Kanzlerschaft viele dieser Freiheiten wieder einkassiert wurden, verkuemmerten und auf dem Altar einer immer materialistischer werdenden Konsumgesellschaft geopfert wurden.

Fuer mich persoenlich positiv war an Kohls Kanzlerschaft eigentlich nur, dass mir diese klarmachte wie wichtig es ist in Freiheit zu leben, viel wichtiger als in immer groesserem materiellen Luxus und mich so dazu inspirierte mein Buendel zu schnueren und mir bessere Lebensbedingungen zu suchen als die der verkohlten Republik.
Kohls Wiederwahl 1990, als Lafointaines Kanzlerambitionen der Wiedervereinigungsbesoffenheit zum Opfer fielen, liess mich zum ersten Mal ernsthaft darueber nachdenken das Weite zu suchen. Als Kohl 1994 noch einmal wiedergewaehlt wurde, war mein Entschluss endgueltig: Nie wieder Deutschland!
Ich verbrachte ab da mehr Zeit in Kanada als in Deutschland, erwarb 1997 mein offizielles Einwanderungsvisum und bin seit 2005 Kanadier. Kohl sei Dank dafuer! Wer weiss ob ich anders den Arsch hochgekriegt haette! Sehr glücklich


Ach ja, zum Schluss......Ein einziges Mal ist mir Kohl persoenlich begegnet als ich zufaellig an einer Buchhandlung in der Mannheimer Fussgaengerzone vorbeikam und Kohl gerade dabei war diese zu betreten um dort Buecher zu signieren. Als er an mir vorbeiging warf ich ihm wortlos ein paar Muenzen vor die Fuesse um zum Ausdruck zu bringen, was ich von seiner korrupten politischen Karriere hielt.
Auf eine weitere moegliche Begegnung verzichtete ich freiwillig als ich als Mitglied eines Kreistagsausschusses im Landkreis Ludwigshafen eine Einladung zu Kohls Verabschiedung mit grossem Mummenschanz in Speyer erhielt. Ich traf mich stattdessen mit ein paar weiteren eingeladenen und freiwillig abwesenden Gruenen zum Umtrunk um mit ein paar Flaschen Rotwein Kohls Abwahl gebuehrend zu feiern, bevor ich wieder nach Hause flog.
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Beitrag(#2098856) Verfasst am: 17.06.2017, 11:45    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Kohls dreistester Betrug am Volk war das unter seiner Amtsfuehrung ausgearbeitete und verabschiedeter Parteispendengesetz, das von Anfang an nur dazu dienen sollte die anderen Parteien zu behindern und ungleiche Ausgangsvoraussetzungen bei Wahlen zu schaffen. Kohl hatte naemlich von Anfang an nie vor sich daran zu halten und er brach dieses Gesetz fortdauernd und routinemaessig, obwohl er in seinem Amtseid geschworen hatte "die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland zu achten und einzuhalten".
Deshalb war die Kanzlerschaft Helmut Kohls ungefaehr so legitim wie die Goldmedaille eines gedopten Sportlers und ich bezweifle, dass Kohl unter fairen Bedingungen solange Kanzler geblieben waere. Konsequenterweise missachtete er sein eigenes Parteispendengesetz auch nach seiner letztendlichen Abwahl bis zu seinem Tod und ist somit genauso meineidig gestorben wie er gelebt hat.

Fuer mich ist Kohl gleichbedeutend mit dem geistig-moralischen Niedergang eines Landes, in dem ich mich mal sehr wohl gefuehlt hatte. Das Westdeutschland der 70ger Jahre war eines der besten Laender, in dem man als Teenager aufwachsen konnte. Kaum irgendwo lebte man freier und vor allem zu keiner Zeit vorher und nachher in Deutschland. Zu der politischen Freiheit gesellte sich die Freiheit von gesellschaftlichen Konventionen und sozialer Kontrolle. Dafuer bin ich den "68gern" noch heute dankbar, dass sie all dies erkaempft hatten und genauso verachte ich Helmut Kohl, unter dessen Kanzlerschaft viele dieser Freiheiten wieder einkassiert wurden, verkuemmerten und auf dem Altar einer immer materialistischer werdenden Konsumgesellschaft geopfert wurden.

Fuer mich persoenlich positiv war an Kohls Kanzlerschaft eigentlich nur, dass mir diese klarmachte wie wichtig es ist in Freiheit zu leben, viel wichtiger als in immer groesserem materiellen Luxus und mich so dazu inspirierte mein Buendel zu schnueren und mir bessere Lebensbedingungen zu suchen als die der verkohlten Republik.
Kohls Wiederwahl 1990, als Lafointaines Kanzlerambitionen der Wiedervereinigungsbesoffenheit zum Opfer fielen, liess mich zum ersten Mal ernsthaft darueber nachdenken das Weite zu suchen. Als Kohl 1994 noch einmal wiedergewaehlt wurde, war mein Entschluss endgueltig: Nie wieder Deutschland!
Ich verbrachte ab da mehr Zeit in Kanada als in Deutschland, erwarb 1997 mein offizielles Einwanderungsvisum und bin seit 2005 Kanadier. Kohl sei Dank dafuer! Wer weiss ob ich anders den Arsch hochgekriegt haette! Sehr glücklich


Ach ja, zum Schluss......Ein einziges Mal ist mir Kohl persoenlich begegnet als ich zufaellig an einer Buchhandlung in der Mannheimer Fussgaengerzone vorbeikam und Kohl gerade dabei war diese zu betreten um dort Buecher zu signieren. Als er an mir vorbeiging warf ich ihm wortlos ein paar Muenzen vor die Fuesse um zum Ausdruck zu bringen, was ich von seiner korrupten politischen Karriere hielt.
Auf eine weitere moegliche Begegnung verzichtete ich freiwillig als ich als Mitglied eines Kreistagsausschusses im Landkreis Ludwigshafen eine Einladung zu Kohls Verabschiedung mit grossem Mummenschanz in Speyer erhielt. Ich traf mich stattdessen mit ein paar weiteren eingeladenen und freiwillig abwesenden Gruenen zum Umtrunk um mit ein paar Flaschen Rotwein Kohls Abwahl gebuehrend zu feiern, bevor ich wieder nach Hause flog.


Ich bin Kohl im Laufe der Zeit mehrfach begegnet. Was mir - im direkten Vergleich zu den Vorsitzenden anderer Parteien, auch zu CSU-Vorsitzenden - auffiel: Kohl war stets von eine Gruppe auch nach außen hin sichtbar sehr unterwürfig auftretenden Typen umgeben. Man konnte förmlich sehen, wie die tief im Hintern des Dicken drin steckten - und er genoss das sichtlich.
Eine sehr deutliche Charakterstudie Kohls dürfte das Ausbooten von Franz-Josef Strauß' liefern. Als die Meldung kam, dass Ehefrau von Strauß tödlich verunglückt war, hat Kohl mitten in der Nacht das Kabinett umgebildet: den nicht mehr tragbaren Otto Graf Lambsdorff raus - Martin Bangemann rein. Kohl wollte Strauß auf gar keinen Fall im Kabinett haben - was man durchaus verstehen kann. Die Kohlsche Methode, Strauß praktisch still zu legen, war aber schäbig und entwürdigend. Ich glaube, da hat man den echten Helmut Kohl zu sehen bekommen.
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Beitrag(#2098857) Verfasst am: 17.06.2017, 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Die führenden Politiker und ihre Parteien aus der langen Ära Kohl haben sich aus der zeitlichen Distanz allerdings mehr geähnelt, als sich selber in der gegenwärtigen Erscheinung. Politische Absprachen und Entscheidungen in den Hinterzimmern waren die Sache von machtbewußten Männern, auf der Grundlage von informellen Strukturen. Kohl war ein besonders ausgeprägtes Exemplar dieses Typus, aber nicht das einzige. Das hat sich mit dem Aufkommen der Grünen und mit Merkel grundlegend geändert.
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Beitrag(#2098859) Verfasst am: 17.06.2017, 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Die führenden Politiker und ihre Parteien aus der langen Ära Kohl haben sich aus der zeitlichen Distanz allerdings mehr geähnelt, als sich selber in der gegenwärtigen Erscheinung. Politische Absprachen und Entscheidungen in den Hinterzimmern waren die Sache von machtbewußten Männern, auf der Grundlage von informellen Strukturen. Kohl war ein besonders ausgeprägtes Exemplar dieses Typus, aber nicht das einzige. Das hat sich mit dem Aufkommen der Grünen und mit Merkel grundlegend geändert.


Zum Glueck.
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luc
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Beitrag(#2098913) Verfasst am: 17.06.2017, 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

@ Baeachbernie

Zitat:

Die Wiedervereinigung wurde durch Willy Brandts Ostpolitik ermoeglicht und Genschers diplomatisches Geschick war es zu verdanken, dass sie so reibungslos und friedlich erfolgte. Der Dicke war nur zufaellig gerade Kanzler als es passiert ist und sein "Verdienst" war es diese einmalige wirtschaftliche Chance in den Sand zu setzen. Die Ausgangsvoraussetzungen waren aehnlich gut wie in der Nachkriegszeit, es gab im Osten einen riesigen ungestillten Bedarf vor allem an Guetern jeglicher Art, es stand eine gut ausgebildete Arbeiterschaft bereit und jede Menge Kapital zum investieren gab es auch. Kohl hat es damals tatsaechlich fertiggebracht anstatt eines Wirtschaftswunders wie nach dem Krieg aus dieser Chance eine Dauerkrise zu machen, bei der sich ein paar Guenstlinge und "Spender" hemmungslos die Taschen vollschaufelten, waehrend sich die versprochenen "bluehenden Landschaften" als Wildblumen auf Industriebrachen manifestierten.


Das wirtschaftliche Debakel der neuen Bundesländer kann man nicht 100% Kohl ankreiden.

Die ganze Wirtschaft und die ganze Industrie der DDR war Schrott und als die DM dort eingeführt wurde, verlor die ex-DDR ihre traditionellen Absatzmärkte in Osteuropa, weil diese Länder die Güter schlechter Qualität nicht in DM zahlen konnten/wollten. Die DM war das Problem aber die Ostdeutschen wollten unbedingt zur DM mit den verheerenden Konsequenzen, die wir kennen. Abgesehen davon kann ich mir nicht eine Wiedervereinigung mit zwei verschiedenen Währungen vorstellen. Das war eben das Dilemma und der unlösbare Widerspruch. Dass westdeutsche Firmen sich auch die Taschen auf Kosten der Ostdeutschen vollschaufelten ist leider auch Realität.
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sünnerklaas
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Beitrag(#2098939) Verfasst am: 17.06.2017, 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
@ Baeachbernie

Zitat:

Die Wiedervereinigung wurde durch Willy Brandts Ostpolitik ermoeglicht und Genschers diplomatisches Geschick war es zu verdanken, dass sie so reibungslos und friedlich erfolgte. Der Dicke war nur zufaellig gerade Kanzler als es passiert ist und sein "Verdienst" war es diese einmalige wirtschaftliche Chance in den Sand zu setzen. Die Ausgangsvoraussetzungen waren aehnlich gut wie in der Nachkriegszeit, es gab im Osten einen riesigen ungestillten Bedarf vor allem an Guetern jeglicher Art, es stand eine gut ausgebildete Arbeiterschaft bereit und jede Menge Kapital zum investieren gab es auch. Kohl hat es damals tatsaechlich fertiggebracht anstatt eines Wirtschaftswunders wie nach dem Krieg aus dieser Chance eine Dauerkrise zu machen, bei der sich ein paar Guenstlinge und "Spender" hemmungslos die Taschen vollschaufelten, waehrend sich die versprochenen "bluehenden Landschaften" als Wildblumen auf Industriebrachen manifestierten.


Das wirtschaftliche Debakel der neuen Bundesländer kann man nicht 100% Kohl ankreiden.

Die ganze Wirtschaft und die ganze Industrie der DDR war Schrott und als die DM dort eingeführt wurde, verlor die ex-DDR ihre traditionellen Absatzmärkte in Osteuropa, weil diese Länder die Güter schlechter Qualität nicht in DM zahlen konnten/wollten. Die DM war das Problem aber die Ostdeutschen wollten unbedingt zur DM mit den verheerenden Konsequenzen, die wir kennen. Abgesehen davon kann ich mir nicht eine Wiedervereinigung mit zwei verschiedenen Währungen vorstellen. Das war eben das Dilemma und der unlösbare Widerspruch. Dass westdeutsche Firmen sich auch die Taschen auf Kosten der Ostdeutschen vollschaufelten ist leider auch Realität.


Was auf jeden Fall in den nächsten Jahren interessant wird, ist die Untersuchung von Kohls Stasi-Akte.
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2099041) Verfasst am: 18.06.2017, 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ein schöner Nachruf von Titanic: "Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Er ist Gechichte"
http://www.titanic-magazin.de/news/gaertners-kritisches-sonntagsfruehstueck-er-ist-gechichte-8939/
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Kat
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Beitrag(#2099065) Verfasst am: 18.06.2017, 19:24    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Ein schöner Nachruf von Titanic:


Naja, nach dem ersten Satz mit 81 Wörtern (lt. Word) habe ich aufgehört weiter zu lesen...

Kat
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2099072) Verfasst am: 18.06.2017, 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Kat hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Ein schöner Nachruf von Titanic:


Naja, nach dem ersten Satz mit 81 Wörtern (lt. Word) habe ich aufgehört weiter zu lesen...

Kat


Generation Trump? Geschockt Es gibt Sätze mit mehr als 140 Zeichen!
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Samson83
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Beitrag(#2099073) Verfasst am: 18.06.2017, 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Aber nur von schlechten Schreibern. Zumindest wenn sie nicht das Format eines Thomas Mann haben.
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Samson83
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Beitrag(#2099075) Verfasst am: 18.06.2017, 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin wegen ihm vor einer gefühlten Ewigkeit in die CDU eingetreten und das war gut. Und ihr seid Affen.
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Beitrag(#2099080) Verfasst am: 18.06.2017, 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich Kohl im TV gesehen habe, habe ich mich manchmal gefragt, wie so ein dummer, tapsiger und nichtssagender Bauerntrampel zum Kandesbunzler gewählt werden kann. Vielleicht, so dachte ich mal, verwechselt man seine Dummheit, Tapsigkeit und Nichtsagendheit mit Menschlichkeit. Aber nein, menschlich war Kohl gerade nicht. Er war wirklich nur dumm, tapsig und nichtssagend. Insofern fällt mir zu ihm auch nichts weiter ein.
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Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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Samson83
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Beitrag(#2099082) Verfasst am: 18.06.2017, 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

Kohl war keineswegs dumm und tapsig. Er war nur kein Rhetoriker.

Die treffendste Bemerkung zu Kohl fand ich ausgerechnet von Gysi in der Bams: Er war jemand der besser dachte als redete. Das ist bemerkenswert, denn meistens ist es umgekehrt.
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Quéribus
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Beitrag(#2099083) Verfasst am: 18.06.2017, 23:36    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Kohl war keineswegs dumm und tapsig. Er war nur kein Rhetoriker.

Die treffendste Bemerkung zu Kohl fand ich ausgerechnet von Gysi in der Bams: Er war jemand der besser dachte als redete. Das ist bemerkenswert, denn meistens ist es umgekehrt.


Kann mich noch an die Zeit erinnern, als Kohl den Spitznamen "InDULa" hatte... Mit den Augen rollen
weil er fast jeder Rede mit "In Diesem Unserem LAnde..." begann.

Später hat er dann wohl den Ghostwriter gewechselt zwinkern

So Ende der 70er, Anfang der 80er war er bei vielen nicht besonders beliebt, manchen JU-Gruppen wäre Strauss lieber gewesen als Kohl, der lange Zeit nur als Strauss' Befehlsempfänger galt.
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schtonk
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Beitrag(#2099086) Verfasst am: 19.06.2017, 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Ich bin wegen ihm vor einer gefühlten Ewigkeit in die CDU eingetreten ..

Primitiver Personenkult.

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Und ihr seid Affen.

Na du doch auch, wir entstammen alle der selben Familie Smilie
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