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Theodor W. Adorno

 
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Heike J
...



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 26278
Wohnort: Bochum

Beitrag(#24602) Verfasst am: 09.09.2003, 21:57    Titel: Theodor W. Adorno Antworten mit Zitat

Ein skeptischer Vertreter der Aufklärung

Jahrhundertfigur der Geistesgeschichte: Zum 100. Geburtstag des Philosophen Theodor W. Adorno — Mitbegründer der Frankfurter Schule

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=112008&kat=48
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Frank
registrierter User



Anmeldungsdatum: 31.07.2003
Beiträge: 6634

Beitrag(#27344) Verfasst am: 15.09.2003, 02:33    Titel: Re: Theodor W. Adorno Antworten mit Zitat

Heike Jackler hat folgendes geschrieben:
Ein skeptischer Vertreter der Aufklärung

Jahrhundertfigur der Geistesgeschichte: Zum 100. Geburtstag des Philosophen Theodor W. Adorno — Mitbegründer der Frankfurter Schule

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=112008&kat=48

Also Philosophie ist nicht gerade mein Spezialgebiet. Verlegen Habe letztens im Deutschlandfunk einen Beitrag über Adorno und seine Ansichten über Kulturindustrie und die Manipulation der Massen im Kapitalismus durch die Massenmedien gehört. Ich hatte den Eindruck, Adorno ist heute aktueller denn je.

Gruß Frank
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zamis
Gast






Beitrag(#27363) Verfasst am: 15.09.2003, 07:37    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15611/1.html
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schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 7008

Beitrag(#2091474) Verfasst am: 13.04.2017, 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
[...]
Die Frankfurter Schule hat mit Marxismus eher am Rande zu tun. Sie hat durchaus kritische Ansätze, die rechten Kräften nicht gefallen, aber ihre Kulturkritik kratzt nicht wirklich am Kern der Machtverhältnisse. Insofern ist die kritische Theorie relativ harmlos.

Das magst du als sektiererischer Trotzkist so sehen. Nichtsdestotrotz gehst du wider mal an der Wirklichkeit vorbei.
_________________
So wie das religiöse Gefühl der meisten Frommen sich erst bekundet, wenn es verletzt wird,
so liegt auch der Patriotismus auf der Lauer der Gelegenheit gekränkt zu sein. - Karl Kraus
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Skeptiker
gegen toxische Verträge aller Art



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 12235
Wohnort: Lovetown

Beitrag(#2091491) Verfasst am: 13.04.2017, 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
[...]
Die Frankfurter Schule hat mit Marxismus eher am Rande zu tun. Sie hat durchaus kritische Ansätze, die rechten Kräften nicht gefallen, aber ihre Kulturkritik kratzt nicht wirklich am Kern der Machtverhältnisse. Insofern ist die kritische Theorie relativ harmlos.

Das magst du als sektiererischer Trotzkist so sehen. Nichtsdestotrotz gehst du wider mal an der Wirklichkeit vorbei.


Ja, dann mal schöne Grüße vom (angeblichen) *Trotzkisten-Sektierer* zum angeberhaften Adorno-Sektierer ...-! Prost
_________________
°
"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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AdvocatusDiaboli
Bekennender Volksverräter



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 20838
Wohnort: München

Beitrag(#2091502) Verfasst am: 14.04.2017, 00:49    Titel: Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
[...]
Die Frankfurter Schule hat mit Marxismus eher am Rande zu tun. Sie hat durchaus kritische Ansätze, die rechten Kräften nicht gefallen, aber ihre Kulturkritik kratzt nicht wirklich am Kern der Machtverhältnisse. Insofern ist die kritische Theorie relativ harmlos.

Das magst du als sektiererischer Trotzkist so sehen. Nichtsdestotrotz gehst du wider mal an der Wirklichkeit vorbei.


Skeptiker hat hier nicht unrecht. Die Frankfurter Schule war intellektuell scharf, aber politisch harmlos. Adornos Kulturkritik hat ein großbürgerliches Geschmäckle, was dem deutschen Feuilleton gefallen mag, aber eine breite Masse nicht erreicht und anspricht. Adorno selbst lehnte den praktischen revolutionären Kampf ab, deswegen auch sein Widerwille mit den progressiven Kräften der Studentenbewegung zu sympathisieren. Allein mit den Mitteln der Vernunft gegen die Macht des Kapitalismus zu kämpfen ist ein mühsames Unterfangen, das für avantgardistische Leninisten wie Skeptiker nur als suspekt erscheinen kann.
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Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.
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AdvocatusDiaboli
Bekennender Volksverräter



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 20838
Wohnort: München

Beitrag(#2091503) Verfasst am: 14.04.2017, 01:23    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Beschäftigung mit der Kritischen Theorie liegt lange zurück und war auch nur oberflächlich, muss ich zugeben. Ich hatte mal ein sozialpsychologisches Seminar über die Dialektik der Aufklärung belegt.

Bei meiner Recherche bin ich über diesen so wahren wie doch hilflosen Ausspruch Adornos gestolpert. "Mit dieser Welt gibt es keine Verständigung; wir gehören ihr nur in dem Maße an, wie wir uns gegen sie auflehnen. Alle sind unfrei unter dem Schein, frei zu sein".
Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7892302.html
Der Spiegel sekundiert: "Einen radikaleren und eloquenteren Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft als den hochgebildeten jüdischen Linksintellektuellen Adorno, der wie Horkheimer und Marcuse bald nach Hitlers Machtergreifung in Amerika Zuflucht fand, kann man sich schwerlich vorstellen."

Mir ist nicht ganz klar, was Adorno unter "Auflehnung" verstand, wenn er auf Sci-Fi-Filme gestanden hätte, gefiele ihm vielleicht eine lächerliche "Meuterei" wie in "Star Trek: Der Aufstand". zwinkern

Sich nicht gemein zu machen, ist noch keine wirkliche Auflehnung. Die Macht der kapitalistischen Realität lässt sich nicht durch Worte beeindrucken, vereinnahmt siedoch sogar hemmungslos revolutionäre Gegengewalt, verkauft sich selbst das Che-Guevara-Konterfei blendend auf T-Shirts und Tassen, und Fidel Castro trug Adidas.
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Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.
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abbahallo
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Anmeldungsdatum: 10.12.2012
Beiträge: 1491

Beitrag(#2091583) Verfasst am: 14.04.2017, 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

es gibt kein richtiges Leben im falschen
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5217

Beitrag(#2091590) Verfasst am: 14.04.2017, 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

abbahallo hat folgendes geschrieben:
es gibt kein richtiges Leben im falschen

Kein Verlaß auf Sprüche.
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

Friedrich Nietzsche
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abbahallo
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Anmeldungsdatum: 10.12.2012
Beiträge: 1491

Beitrag(#2091598) Verfasst am: 14.04.2017, 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

Keine Anleitung für richtiges Leben von Adorno
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5217

Beitrag(#2091601) Verfasst am: 14.04.2017, 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

abbahallo hat folgendes geschrieben:
Keine Anleitung für richtiges Leben von Adorno

Das hatte ich auch nicht erwartet. Smilie
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es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

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unquest
Marx und Freudlos



Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 2663
Wohnort: 2311 N. Los Robles Avenue in Pasadena

Beitrag(#2091607) Verfasst am: 14.04.2017, 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Meine Beschäftigung mit der Kritischen Theorie liegt lange zurück und war auch nur oberflächlich, muss ich zugeben. Ich hatte mal ein sozialpsychologisches Seminar über die Dialektik der Aufklärung belegt.


Gleich zu Beginn stellt Adorno die Frage, die er in diesem Werk zu beantworten sucht:

Zitat:
...warum die Menschheit, statt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art der Barbarei versinkt.


Unfreiwillig offenbart schon diese Frage, dass der Autor einem alten Mythos folgt: Der Vorstellung des Endes der Geschichte in der perfekten Welt. Was unterscheidet z.B. die Vorstellung des "wahrhaft menschlichen Zustandes" vom "Goldenen Zeitalter" des Islam oder der christlichen Paradiesvorstellung mit ewiger Glückseligkeit? Was bei ihm als Traum vom Kommunismus durchscheint sieht für mich als Suche nach Erlösung aus.
Und inwiefern seine Exkurse zu Homer und Marquis de Sade den Nationalsozialismus erhellen hat sich mir nie erschlossen.

Mein Tip zum Thema: Eine Buchempfehlung von Searle

Aber du erinnerst mich an ein Buch das schon länger auf meiner Einkaufsliste steht:
Briefwechsel von Hans und Paul
Sicher sind hierin die Frankfurter und Adlatus Habermas des öfteren Thema. Smilie
_________________
Dazed and confused - trying to continue (Redhat)
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Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 7642

Beitrag(#2091609) Verfasst am: 14.04.2017, 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Meine Beschäftigung mit der Kritischen Theorie liegt lange zurück und war auch nur oberflächlich, muss ich zugeben. Ich hatte mal ein sozialpsychologisches Seminar über die Dialektik der Aufklärung belegt.


Gleich zu Beginn stellt Adorno die Frage, die er in diesem Werk zu beantworten sucht:

Zitat:
...warum die Menschheit, statt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art der Barbarei versinkt.


Unfreiwillig offenbart schon diese Frage, dass der Autor einem alten Mythos folgt: Der Vorstellung des Endes der Geschichte in der perfekten Welt. Was unterscheidet z.B. die Vorstellung des "wahrhaft menschlichen Zustandes" vom "Goldenen Zeitalter" des Islam oder der christlichen Paradiesvorstellung mit ewiger Glückseligkeit? Was bei ihm als Traum vom Kommunismus durchscheint sieht für mich als Suche nach Erlösung aus.
Und inwiefern seine Exkurse zu Homer und Marquis de Sade den Nationalsozialismus erhellen hat sich mir nie erschlossen.

Mein Tip zum Thema: Eine Buchempfehlung von Searle

Aber du erinnerst mich an ein Buch das schon länger auf meiner Einkaufsliste steht:
Briefwechsel von Hans und Paul
Sicher sind hierin die Frankfurter und Adlatus Habermas des öfteren Thema. Smilie


2.absatz zu o.g.literaturempfehlung :
Zitat:
Das ist eine erstaunliche Tatsache. Die kapitalistischen Demokratien mit ihren unfähigen politischen Führern, ihrer instabilen Wirtschaftslage, chronischen Arbeitslosigkeit, massiv ungerechten Verteilung der Güter und ihren krassen materialistischen Wertvorstellungen besiegten alle die großartigen, fanatischen, utopischen, kollektivistischen Ideologien des 20. Jahrhunderts. Und die kapitalistischen Demokratien siegten nicht etwa nur um Haaresbreite. Sie siegten auf der ganzen Linie. Ihre früheren Gegner wollen nichts lieber, als genauso zu sein wie die Länder, die sie einst verachteten.

http://www.zeit.de/1999/28/199928.jh-searle_hayek_.xml

und weiter lese ich dann auch nicht.

sieg sieg sieg? sieg?
ja und?

die barbarei, denn so ungefähr sah wohl adorno die welt, siegte also.
und weil sie siege, siegte sie? es ist richtig, weil sie siegte?
und worin besteht denn der sieg genau?
im sieg?


es gäbe mehr zu sagen, das ist mir aber zu....
_________________
"als ob"
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5217

Beitrag(#2091627) Verfasst am: 14.04.2017, 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Die Erwähnung von Adorno hier habe ich als Anregung genommen, noch einmal die Rede zu lesen, die Norbert Elias angesichts der Verleihung des Theodor W. Adorno-Preises an ihn durch die Stadt Frankfurt 1977 hielt.

Dieser Preis hat eine Eigentümlichkeit, ist er doch benannt nach einem Mann, der Anfang der 30er Jahre mit dem ersten Träger dieses Preises im gleichen Haus gearbeitet hatte, dem Institut für Sozialforschung, Adorno als Privatdozent unter Max Horkheimer, Elias als Assistent des Soziologen Karl Mannheim.

In seiner Rede geht Elias auf die Arbeiten von Adorno ein, und charakterisiert sie als Ausdruck eines humanen, unorthodoxen Marxismus. Elias schildert die Sympathie Adornos für den Marxismus und seine Verwendung als gedankliches Orientierungsmittel auch als Versuch, das Erschrecken über den Aufstieg des Nationalsozialismus, die Traumatisierung durch die Vertreibung aus seiner Heimat Deutschland sowie die Furcht vor einer Rückkehr der Nazibarbarei zu verarbeiten. Auf dieser Basis kam es 68 zu einem vorübergehenden Bündnis zwischen Adorno und Teilen der linksgerichteten Studenten.

Die Studenten verwendeten den Marxismus unter anderem, um sich von dem „Stigma der Gaskammern“ freizumachen, mit denen das Wir-Bild der Deutschen belastet war, und für das die Studenten nicht zu Unrecht die Generation ihre Väter verantwortlich machten. Mit dem Hang zum Extrem, der Verachtung von Kompromissen, die bis heute wirksamer Teil der deutschen Tradition sind, gingen die Studenten gegen ihren Lehrer Adorno vor, dessen humanem Marxismus sie als „lauwarm“ sie im Namen ihres „wilden“ Marxismus verwarfen, ein Vorwurf, der ja auch hier und heute zu lesen ist, obwohl Adorno den meisten Jüngeren wohl kaum noch etwas sagt.

Aber ob humaner oder „wilder“ Marxismus, beide, Adorno wie seine Studenten, scheiterten an der simplen Tatsache, daß ihre Gedankenwelt an das politische Spektrum der Vorkriegszeit gebunden war, dessen einen Pol marxistische und dessen anderer Pol faschistische Gruppierungen bildeten. Adorno sah wohl, daß auch die siegreichen Marxisten aus Unterdrückten zu Unterdrückern werden konnten, aber gefangen in einer Gedankenwelt, in der ihm der Marxismus als Waffe gegen eine bürgerliche Gesellschaft diente, die er beständig verdächtigte, im Klassenkampf gegen die Arbeiterklasse ein neues faschistisch-diktatorisches Regime anzustreben, einer Gedankenwelt, deren Begriffe und Kategorien, autoritativ erstarrt, nicht mehr Schritt gehalten hatten mit einer veränderten gesellschaftlichen Wirklichkeit, fand er keinen Ausweg aus seinem Dilemma.
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Friedrich Nietzsche
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Gödelchen
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Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 91

Beitrag(#2091630) Verfasst am: 14.04.2017, 20:51    Titel: Philou 64 Antworten mit Zitat

" .........Arbeiterklasse ein neues faschistisch-diktatorisches Regime anzustreben, einer Gedankenwelt, deren Begriffe und Kategorien, autoritativ erstarrt, nicht mehr Schritt gehalten hatten mit einer veränderten gesellschaftlichen Wirklichkeit, fand er keinen Ausweg aus seinem Dilemma."

Gut erkannt und er fand sich in deiner geschilderten Auffassung bestätigt durch die Angänge von Studenten auf seine Person hin. Besonders von den Studenten, die nie eine Vorlesung von ihm gehört, geschweige denn etwas von ihm gelsesen/verstanden haben.

Ihm diente das als "Ausgleich"

https://www.youtube.com/watch?v=Qvv8fzZISfU
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schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 7008

Beitrag(#2091643) Verfasst am: 15.04.2017, 00:22    Titel: Re: Philou 64 Antworten mit Zitat

Gödelchen hat folgendes geschrieben:
" .........Arbeiterklasse ein neues faschistisch-diktatorisches Regime anzustreben, einer Gedankenwelt, deren Begriffe und Kategorien, autoritativ erstarrt, nicht mehr Schritt gehalten hatten mit einer veränderten gesellschaftlichen Wirklichkeit, fand er keinen Ausweg aus seinem Dilemma."

Gut erkannt und er fand sich in deiner geschilderten Auffassung bestätigt durch die Angänge von Studenten auf seine Person hin. Besonders von den Studenten, die nie eine Vorlesung von ihm gehört, geschweige denn etwas von ihm gelsesen/verstanden haben.

Ihm diente das als "Ausgleich"

https://www.youtube.com/watch?v=Qvv8fzZISfU


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schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 7008

Beitrag(#2091844) Verfasst am: 18.04.2017, 00:43    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
[...]
Die Frankfurter Schule hat mit Marxismus eher am Rande zu tun. Sie hat durchaus kritische Ansätze, die rechten Kräften nicht gefallen, aber ihre Kulturkritik kratzt nicht wirklich am Kern der Machtverhältnisse. Insofern ist die kritische Theorie relativ harmlos.

Das magst du als sektiererischer Trotzkist so sehen. Nichtsdestotrotz gehst du wider mal an der Wirklichkeit vorbei.


Skeptiker hat hier nicht unrecht. Die Frankfurter Schule war intellektuell scharf, aber politisch harmlos. Adornos Kulturkritik hat ein großbürgerliches Geschmäckle, was dem deutschen Feuilleton gefallen mag, aber eine breite Masse nicht erreicht und anspricht. Adorno selbst lehnte den praktischen revolutionären Kampf ab, deswegen auch sein Widerwille mit den progressiven Kräften der Studentenbewegung zu sympathisieren. Allein mit den Mitteln der Vernunft gegen die Macht des Kapitalismus zu kämpfen ist ein mühsames Unterfangen, das für avantgardistische Leninisten wie Skeptiker nur als suspekt erscheinen kann.


Der Begriff "Frankfurter Schule" geht zurück auf das Institut für Sozialforschung, das 1924 in Ffm gegründet wurde und an dem Max Horkheimer maßgeblich beteiligt war (er löste Carl Grünberg als dessen Direktor im Jahre 1930 ab). Adorno war dieser Einrichtung zwar schon früh verbunden, aber erst 1938 schloss er sich aus seinem amerikanischen Exil heraus ihr endgültig an. Horkheimer meinte, dass am Ende alle Formen der Klassenherrschaft sich als "unangemessen" herausgestellt hätten, und das war auch Adornos Ansicht, das verband die beiden.

Untersuchungen über die Geschichte der Arbeiterbewegung, die politökonomischen Therorien von Marx sowie die Probleme der sowjetischen Planwirtschaft standen zunächst im Vordergrund des Erkenntnisinteresses des Instituts, während sich später die sozialphilosophische Grundlagenforschung in den Vordergrund schob. Aber Marxens kritisch-analytisches Denken lieferte immer das Fundament für die Arbeiten der Einrichtung, und das bestimmte ebenso das Grundinteresse der Frankfurter Schule. Ein eindimensionaler Flugblattaphoristiker wie Skeptiker kann das natürlich nicht verstehen, ihm sind in seiner trotzkistischen Leninfixiertheit die mehrdimensionalen Implikationen dieses Genres nicht zugänglich.

Adorno, um auf ihn zurück zu kommen, war alles andere als ein Revolutionär, da sind wir uns wohl einig. Er war trotz seines aufklärerischen Impetus (er war mit Hegels und Marxens Theorie sehr gut vertraut) in gewissem Sinne bürgerlich, d.h. moralisch konservativ, gefühlskontrolliert und skeptisch gegenüber allem Spontanen. Deshalb kam er wohl auch mit den Aktionen der Studenten nicht gut zurecht, die er als gegen ihn gerichtet empfand - was nicht per se der Fall war. Dieses lustvoll-herausvordernde Moment war ihm fremd, aber er verstand sehr gutd as Aufbegehren der Jugend.
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Malone
Misanthrop und Humanist



Anmeldungsdatum: 02.09.2004
Beiträge: 5232
Wohnort: Düsseldorf

Beitrag(#2092014) Verfasst am: 20.04.2017, 02:05    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
[...]
Die Frankfurter Schule hat mit Marxismus eher am Rande zu tun. Sie hat durchaus kritische Ansätze, die rechten Kräften nicht gefallen, aber ihre Kulturkritik kratzt nicht wirklich am Kern der Machtverhältnisse. Insofern ist die kritische Theorie relativ harmlos.

Das magst du als sektiererischer Trotzkist so sehen. Nichtsdestotrotz gehst du wider mal an der Wirklichkeit vorbei.


Skeptiker hat hier nicht unrecht. Die Frankfurter Schule war intellektuell scharf, aber politisch harmlos. Adornos Kulturkritik hat ein großbürgerliches Geschmäckle, was dem deutschen Feuilleton gefallen mag, aber eine breite Masse nicht erreicht und anspricht. Adorno selbst lehnte den praktischen revolutionären Kampf ab, deswegen auch sein Widerwille mit den progressiven Kräften der Studentenbewegung zu sympathisieren. Allein mit den Mitteln der Vernunft gegen die Macht des Kapitalismus zu kämpfen ist ein mühsames Unterfangen, das für avantgardistische Leninisten wie Skeptiker nur als suspekt erscheinen kann.


Ein Absatz aus meinem Buch stellt es ähnlich dar:

Die Linksintellektuellen haben schon durch ihren abgehobenen Sprachgebrauch jeden Zusammenhalt mit denen verloren, deren Interessen sie zu vertreten vorgaben. Welche Schlüsse kann denn ein einfacher Arbeiter, womöglich ohne Schulabschluss, aus Adornos Ergüssen ziehen? Nicht mal eine wirksame Parole ist diesen zu entnehmen! Die Frankfurter Schule hat offenbar das Grab jener Bewegung zu schaufeln begonnen, der sie neues Leben einzuhauchen gedachte. Aber vielleicht war es gar nicht anders möglich, denn das Ausbleiben klarer Erkenntnisse und berechtigter Forderungen lässt sich am besten durch mit Fremdworten gespickte, ausufernde Nebensätze verschleiern.
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Was für ein Glück für die Regierenden, dass die Menschen nicht denken. (Adolf Hitler)

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schtonk
Korinthenliegenlasser
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Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 7008

Beitrag(#2092016) Verfasst am: 20.04.2017, 02:13    Titel: Antworten mit Zitat

Malone hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
[...]
Die Frankfurter Schule hat mit Marxismus eher am Rande zu tun. Sie hat durchaus kritische Ansätze, die rechten Kräften nicht gefallen, aber ihre Kulturkritik kratzt nicht wirklich am Kern der Machtverhältnisse. Insofern ist die kritische Theorie relativ harmlos.

Das magst du als sektiererischer Trotzkist so sehen. Nichtsdestotrotz gehst du wider mal an der Wirklichkeit vorbei.


Skeptiker hat hier nicht unrecht. Die Frankfurter Schule war intellektuell scharf, aber politisch harmlos. Adornos Kulturkritik hat ein großbürgerliches Geschmäckle, was dem deutschen Feuilleton gefallen mag, aber eine breite Masse nicht erreicht und anspricht. Adorno selbst lehnte den praktischen revolutionären Kampf ab, deswegen auch sein Widerwille mit den progressiven Kräften der Studentenbewegung zu sympathisieren. Allein mit den Mitteln der Vernunft gegen die Macht des Kapitalismus zu kämpfen ist ein mühsames Unterfangen, das für avantgardistische Leninisten wie Skeptiker nur als suspekt erscheinen kann.


Ein Absatz aus meinem Buch stellt es ähnlich dar:

Die Linksintellektuellen haben schon durch ihren abgehobenen Sprachgebrauch jeden Zusammenhalt mit denen verloren, deren Interessen sie zu vertreten vorgaben. Welche Schlüsse kann denn ein einfacher Arbeiter, womöglich ohne Schulabschluss, aus Adornos Ergüssen ziehen? Nicht mal eine wirksame Parole ist diesen zu entnehmen! Die Frankfurter Schule hat offenbar das Grab jener Bewegung zu schaufeln begonnen, der sie neues Leben einzuhauchen gedachte. Aber vielleicht war es gar nicht anders möglich, denn das Ausbleiben klarer Erkenntnisse und berechtigter Forderungen lässt sich am besten durch mit Fremdworten gespickte, ausufernde Nebensätze verschleiern.

Völlig daneben. Adorno z.B. hat niemals jemandens Interesse vertreten. Sein Antrieb war das Erkenntnisinteresse.
Der Rest ist subjektives Geplapper ohne Evidenz, aber vllt kaufts ja trotzdem jemand.
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