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Anschlag in Berlin Dez. 2016
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



Anmeldungsdatum: 30.09.2006
Beiträge: 9716
Wohnort: Da, wo noch Ruhe ist

Beitrag(#2080288) Verfasst am: 24.12.2016, 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Margrethe hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Der Freiburger Mörder wurde in Griechenland zu 10 Jahren Haft verurteilt. Nach 1 1/2 Jahren wurde er freigelassen. Man wusste ganz genau, dass der dann weiter zieht.


Das weiss ich doch. Sie werden sogar inständigst gehofft haben, dass die Kerle, die sie aus ihren Knästen gefegt haben, weiterziehen.

Code:
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/gesetz-zur-entlastung-griechischer-gefaengnisse-14576352.html


Das Gesetz ist ein boshaftes und vorsätzliches Abkippen von Straftätern in anderen Ländern. Es ist für mich ein absolutes Rätsel, dass dieses skandalöse Verhalten für die Griechen keinerlei Konsequenzen hat.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, Postfeminist



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 34758
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2080301) Verfasst am: 24.12.2016, 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Margrethe hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Beim Freiburger Täter kann ich mir gut vorstellen, dass der von irgendwem aus den griechischen Behörden sogar noch den dringenden Rat bekommen hat, nach Deutschland zu gehen. So war man ihn los und die in Griechenland wegen der Schäuble/Merkelschen Austeritätspolitik sehr unbeliebten Deutschen haben dann das Problem bekommen. In Griechenland hat man sich einen Ast gelacht, als der dann in D pronto einen Mord begangen hat.

Der braucht von keiner griechischen Behörde einen "dringenden Rat" bekommen zu haben, der hat wohl nie die Absicht gehabt, in Griechenland zu bleiben. Afghanen waren dort i.d.R. auf Durchreise nach Deutschland. Dem Vernehmen nach hat er sich im griechischen Jugendknast geradezu vorbildlich aufgeführt und ist deswegen unter die Amnestie gefallen, mit deren Hilfe die Griechen ihre übervollen Knäste geleert haben. Sonderlich vermisst haben sie ihn aber wahrscheinlich nicht, als er seiner Meldeauflage umgehend nicht nachgekommen ist. Von der Entlassung in Griechenland bis zum Aufschlagen in Freiburg hat er kaum länger als zwei Wochen gebraucht.
Dass die Griechen sich über den Mord in Freiburg "einen Ast gelacht" hätten, wage ich zudem zu bezweifeln. Da geht Deine Phantasie mal wieder mit Dir durch. Was aber auch schon wieder egal ist, denn inzwischen sitzt der junge Mann auf dem Hohenasperg und redet nicht. Keinen Mucks. Wenn sich einer einen Ast lacht ... also, ich weiss nicht.


Der Freiburger Mörder wurde in Griechenland zu 10 Jahren Haft verurteilt. Nach 1 1/2 Jahren wurde er freigelassen. Man wusste ganz genau, dass der dann weiter zieht.

Das hier trifft's:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Straftaeter gehoeren in den Knast und nicht anderen Leuten vor die Fuesse gekippt!


Genau das haben die Griechen gemacht.
Wenn die Griechen ihn nach 7 Jahren wegen guter Führung hätten laufen lassen, hätte man schwer etwas sagen können. Aber nach eineinhalb Jahren? Das ist nicht grob fahrlässig, was die Griechen da gemacht hat - denen muss man so unterstellen, dass sie da mit Vorsatz gehandelt haben.
Auch die Italiener wären verpflichtet gewesen, im Fall Anus A. die Abschiebung nach Tunesien bei den tunesischen Behörden durchzusetzen. Eine Verurteilung zu vier Jahren bedeutet in der EU nun einmal die zwingende Abschiebung. Die Italiener haben ihn statt dessen haben weiterziehen lassen - und damit anderen in der EU vor die Füße gekippt. Dass sie jetzt die großen Helden spielen, ist erbärmlich.
Über die Erbärmlichkeit der tunesischen Regierung sagen ich hier mal nix.



Bei schwerwiegenden Straftaten sollten Taeter, die vor ihrer Straftat ihren Lebensmittelpunkt nicht in der EU hatten, nach der Verbuessung ihrer Strafe in das Land abgeschoben werden, in dem sie vor ihrer Straftat ihren Lebensmittelpunkt hatten und fuer die Wiedereinreise in die EU gesperrt werden.

Diejenigen "Auslaender", die in der EU aufgewachsen und gepraegt worden sind, sind ein europaeisches Problem und mit dem muss man sich, unabhaengig von eventueller Staatsbuergerschaft auch in der EU befassen, zumal die meist nur deshalb eine andere Staatsbuergerschaft haben, weil ihnen aufgrund eines antiquierten Staatsbuergerschaftsrecht die eigentlich selbstverstaendliche Einbuergerung verweigert wird.
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



Anmeldungsdatum: 30.09.2006
Beiträge: 9716
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Beitrag(#2080305) Verfasst am: 24.12.2016, 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

Bei schwerwiegenden Straftaten sollten Taeter, die vor ihrer Straftat ihren Lebensmittelpunkt nicht in der EU hatten, nach der Verbuessung ihrer Strafe in das Land abgeschoben werden, in dem sie vor ihrer Straftat ihren Lebensmittelpunkt hatten und fuer die Wiedereinreise in die EU gesperrt werden.


Sehe ich ähnlich. Der Freiburger Mörder hätte von den Griechen in den Flieger nach Kabul gesetzt werden müssen. Allein schon wegen der Verurteilung war er abschiebepflichtig.

In Tunesien gibt es übrigens erste Demonstrationen für die Haltung, Abschiebepflichtige Staatsbürger nicht zurück zu nehmen:

Zitat:
Etwa 200 Menschen haben in Tunesien gegen die Rückkehr tunesischer Dschihadisten ins eigene Land demonstriert. Anis Amri sollte eigentlich nach einem abgelehnten Asylantrag von Deutschland aus in seine Heimat abgeschoben werden. Die Demonstranten vor dem Parlament in Tunis trugen Plakate mit der Aufschrift „Verschließt dem Terrorismus die Türen“ und „Keine Toleranz, keine Rückkehr“. Andere schwenkten tunesische Fahnen und sangen die Nationalhymne. Einer der Teilnehmer, Faten Mejri, sagte: „Für uns sind sie keine Tunesier. Das sind schreckliche Menschen“.
Quelle


Da sehe ich schwere Konflikte auftauchen. Die Rücknahme der eigenen Staatsbürger ist völkerrechtlich verpflichtend. Sollte diese Haltung weiterhin die der tunesischen Regierung sein, sind Sanktionen gegen das Land zu verhängen - vom Aussetzen bis zur Streichung der Entwicklungshilfe bis hin zu Wirtschaftssanktionen.
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Margrethe
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Beiträge: 5659

Beitrag(#2080313) Verfasst am: 24.12.2016, 22:11    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Sehe ich ähnlich. Der Freiburger Mörder hätte von den Griechen in den Flieger nach Kabul gesetzt werden müssen. Allein schon wegen der Verurteilung war er abschiebepflichtig.


Oder nach Teheran. Oder nach Islamabad.
Darüber, wo genau er herkommt, herrscht immer noch keine Klarheit. Den Griechen hat er jedenfalls erzählt, er käme aus dem Iran. Die Version Afghanistan hat er wohl in Freiburg aufgetischt.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 34758
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2080317) Verfasst am: 24.12.2016, 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Margrethe hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Sehe ich ähnlich. Der Freiburger Mörder hätte von den Griechen in den Flieger nach Kabul gesetzt werden müssen. Allein schon wegen der Verurteilung war er abschiebepflichtig.


Oder nach Teheran. Oder nach Islamabad.
Darüber, wo genau er herkommt, herrscht immer noch keine Klarheit. Den Griechen hat er jedenfalls erzählt, er käme aus dem Iran. Die Version Afghanistan hat er wohl in Freiburg aufgetischt.



Alternativ zur Abschiebung solcher Typen koennte ich mir auch Beugehaft vorstellen um sie zur konstruktiven Mitarbeit bei der Ermittlung des Landes, in dem sie vor ihrer Inhaftierung ihren Lebensmittelpunkt hatten, anzuhalten.
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sünnerklaas
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Anmeldungsdatum: 30.09.2006
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Beitrag(#2080318) Verfasst am: 24.12.2016, 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Margrethe hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Sehe ich ähnlich. Der Freiburger Mörder hätte von den Griechen in den Flieger nach Kabul gesetzt werden müssen. Allein schon wegen der Verurteilung war er abschiebepflichtig.


Oder nach Teheran. Oder nach Islamabad.
Darüber, wo genau er herkommt, herrscht immer noch keine Klarheit. Den Griechen hat er jedenfalls erzählt, er käme aus dem Iran. Die Version Afghanistan hat er wohl in Freiburg aufgetischt.



Alternativ zur Abschiebung solcher Typen koennte ich mir auch Beugehaft vorstellen um sie zur konstruktiven Mitarbeit bei der Ermittlung des Landes, in dem sie vor ihrer Inhaftierung ihren Lebensmittelpunkt hatten, anzuhalten.


Normalerweise gäbe es sicherlich die Möglichkeit, solche Leute zu internieren. Dazu muss man nur entsprechend sorgfältig juristisch vorgehen.
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Margrethe
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Anmeldungsdatum: 26.03.2013
Beiträge: 5659

Beitrag(#2080320) Verfasst am: 24.12.2016, 23:26    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

Alternativ zur Abschiebung solcher Typen koennte ich mir auch Beugehaft vorstellen um sie zur konstruktiven Mitarbeit bei der Ermittlung des Landes, in dem sie vor ihrer Inhaftierung ihren Lebensmittelpunkt hatten, anzuhalten.


Jetzt sitzt er erstmal da und macht keinen Mucks!
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Sermon
panta rhei



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
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Wohnort: Sine Nomine

Beitrag(#2080331) Verfasst am: 25.12.2016, 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:
Die Rücknahme der eigenen Staatsbürger ist völkerrechtlich verpflichtend. Sollte diese Haltung weiterhin die der tunesischen Regierung sein, sind Sanktionen gegen das Land zu verhängen - vom Aussetzen bis zur Streichung der Entwicklungshilfe bis hin zu Wirtschaftssanktionen.


Nach dem Anschlag in Berlin mehren sich die Forderungen nach schnelleren Abschiebungen in die Maghreb-Staaten. Am Samstag haben nun Hunderte Tunesier in Tunis gegen die Rückkehr von Dschihadisten protestiert.

Zitat:
Nach Uno-Schätzungen kämpfen mehr als 5000 Tunesier für dschihadistische Organisationen im Ausland, zumeist im Irak, Syrien oder Libyen, darunter auch für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Viele von ihnen seien rückkehrwillig, hatte der Präsident Anfang Dezember gesagt. Für ihre Verhaftung fehlten Plätze im Gefängnis, sie würden aber überwacht.

Diese Äußerungen hatten viele Tunesier empört. Seit dem Arabischen Frühling 2011 wurden in dem nordafrikanischen Land mehr als hundert Soldaten und Polizisten bei Anschlägen getötet - ebenso wie rund 20 Zivilisten und 59 ausländische Touristen.

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"Der Typ hat halt so seine Marotten" (Sermon über Sermon) Der Typ hat so seine Macken
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Sermon
panta rhei



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 18363
Wohnort: Sine Nomine

Beitrag(#2080332) Verfasst am: 25.12.2016, 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Die Art, wie deutsche Politiker und andere öffentliche Personen diese Woche auf den Anschlag von Berlin reagierten, macht einen Wandel sichtbar: Hysterie scheint plötzlich salonfähig. Ist sie aber nicht.

Zitat:
Der Zyklus Ereignis-Ermittlung-Einordnung-Reaktion-Forderung funktioniert schon längst nicht mehr. Jetzt wird gefordert, reagiert, politisch ausgeschlachtet, bevor überhaupt klar ist, was eigentlich genau passiert ist. Dem Niveau der Debatte ist das, was kaum überrascht, wenig zuträglich.


Zitat:
Das ist das Perfide an der Provokationsstrategie von rechts - wenn die Prämissen der vorschnellen Schreihälse sich als falsch erweisen, hat das kaum Konsequenzen, auch der dümmste Tweet versendet sich. Wenn sie sich als richtig erweisen, scheint das in den Augen der eigenen Fans rückwirkend auch jede noch so widerwärtige Äußerung zu rechtfertigen. Die gefühlte Wahrheit schert sich einen Dreck um die Fakten.


Zitat:
Die folgenden Begriffe passen auf derartiges Verhalten erstaunlich gut: "Emotionale Labilität, starke Affekterregbarkeit bei geringer Nachhaltigkeit der Gefühle", "egozentrische Einstellung, Geltungssucht", "theatralisches Gebaren".

Sie stammen aus einer alten Ausgabe von Dorschs Psychologischem Wörterbuch, aus dem Eintrag zum Thema "hysterischer Charakter". Hysterie als diagnostische Kategorie ist in der Fachwelt außer Mode gekommen - als politischer Kommunikationsmodus erlebt sie augenscheinlich gerade eine Renaissance.

Zur Erinnerung: Die IS-Terrorstrategen haben zwei erklärte Ziele: Hysterie zu erzeugen und einen Keil zwischen die Muslime Europas und den Rest der Bevölkerung zu treiben.

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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 3111

Beitrag(#2080333) Verfasst am: 25.12.2016, 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

In der Sahara wäre doch sicher genug Platz für das eine oder andere Bootcamp.
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vrolijke
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Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 30710
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2080335) Verfasst am: 25.12.2016, 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
In der Sahara wäre doch sicher genug Platz für das eine oder andere Bootcamp.


Das ist zynisch, und gibts übrigens schon:


Flüchtlingscamp in der Wüßte.

Welche Wege stehen einem offen, wenn man dort hinein geboren wird?
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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Zuletzt bearbeitet von vrolijke am 26.12.2016, 00:25, insgesamt einmal bearbeitet
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 3111

Beitrag(#2080337) Verfasst am: 25.12.2016, 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
In der Sahara wäre doch sicher genug Platz für das eine oder andere Bootcamp.


Das ist zynisch,

Nö. Jedenfalls nicht zynischer als A. und seine Kumpane.
vrolijke hat folgendes geschrieben:

und gibts übrigens schon:

...schnipp... (Bildwiederholung erspart)

Welche Wege stehen einem offen, wenn man dort hinein geboren wird?

Sacht mir jetzt nix. Sieht weder wie ein Wüstenknast noch wie ein Elendsviertel aus.
Dass tunesische Jugendliche in einer misslichen Lage sind, d'accord,
das heisst aber nicht, dass man deswegen zum gewalttätigen Desperado werden muss.
Bootcamps o.ä. scheinen mir die richtige Unterbringung für narzistische Lutz-Bachmann-Typen.
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fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 18821
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Beitrag(#2080339) Verfasst am: 25.12.2016, 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

Sermon hat folgendes geschrieben:
Die Art, wie deutsche Politiker und andere öffentliche Personen diese Woche auf den Anschlag von Berlin reagierten, macht einen Wandel sichtbar: Hysterie scheint plötzlich salonfähig. Ist sie aber nicht.
...

Der nachfolgenden Analyse stimme im Wesentlichen zu, der hier zitierte Vorspann zeugt allerdings auch von einem gewissen Realitätsverlust:
Wiktionary: salonfähig: von der Allgemeinheit als akzeptabel erachtet, den vorherrschenden gesellschaftlichen Normen entsprechend.
Auch der Duden stimmt dieser Bedeutung zu, wir sollten also von ihr ausgehen.

Die Salonfähigkeit ist also eine statistische Angelegenheit oder Mehrheitsfunktion und entzieht sich dadurch dem persönlichen Urteil: Was salonfähig ist, bestimmt - zwar ohne Wahl, aber ganz demokratisch - die Mehrheit: Der Anschein ist die Realität. Der letzte Satz "Ist sie aber nicht." ist entsprechend dummes Zeug. Was der Autor sagen wollte: "Ich finde nicht gut, dass das so ist."

Eine Aussage des Autors, der ich auch widerspreche, ist dass das grundsätzlich eine neue Erscheinung darstellt. Neu ist eigentlich nur seine pathologisierende Einteilung massentauglicher, sich selbst verstärkender Gefühle als Hysterie. Ansonsten ist es unabhängig von der Staatsform üblich, dass Politiker sich der Gefühle bedienen, die sie vorfinden oder die sie zu erzeugen imstande sind. Sehr ursprüngliche Gefühle wie Angst sind massentauglich und wurden auch in unserer Demokratie schon regelmäßig benutzt (Bsp: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:CDU_Wahlkampfplakat_-_kaspl010.JPG ). Salonfähig im Sinne der Linken war das natürlich nie, die Linke hat den einfachen Nachteil, dass die Gefühle, an die sie appelliert, nicht in dem Sinne massentauglich sind, dass der, der sie hat, seine Individualität in der Masse aufgehen lässt, wie das bei Angst oder Aggression der Fall sein kann. Das hält die Rechte aber nicht davon ab, entsprechend z.B. "Sozialneid!" zu schreien, wenn sie Angst hat, die Linke könnte Gefühle erzeugen. Dabei braucht sie keine Angst zu haben: Sozialneid ist und bleibt ein individuelles Gefühl.

Was da im Hintergrund immer als Irrtum mitspielt, ist die Ansicht, dass Demokratie die Herrschaft der Ratio und der Moral sei. Ist sie aber nicht. Sie ist die Herrschaft der Mehrheit. Und wie die gewonnen wird, bestimmt das Gesetz, letztlich der Sieger, aber auf keinen Fall die Presse, die in den letzten Jahren versucht, sich ihre eigenen Realität zu schreiben, und sich dann wundert, wenn die "Straße" da nicht mitspielt.

Wer in der Demokratie z.B. mit den Ergebnissen seiner Flüchtlingspolitik genügend Menschen hinreichend verunsichert, dass sich in dieser Unsicherheit Angst schüren lässt, der muss damit leben, dass andere kommen, um aus dieser Angst neue Mehrheiten zu formen. Moralisch zu sein ist in der Demokratie nicht per se ein politischer Vorteil. Gegen diese Erkenntnis anzuschreiben, mag zwar ehrenwert sein, ist aber der Anzahl der Leser auf Dauer nicht förderlich.

Und, wo wir gerade bei der Moral sind: Die implizite Forderung auch des schlechter gestellten Teils der Bevölkerung nach dem Gefühl der Sicherheit ist auch keine unmoralische.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 30710
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2080498) Verfasst am: 27.12.2016, 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Diskussionen über "Wie sollte man mit Gefährdern umgehen?" gehen ---> dort weiter.
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 1407

Beitrag(#2082638) Verfasst am: 15.01.2017, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

https://www.tagesschau.de/inland/amri-bka-bericht-101.html schrieb:

Zitat:
Amri sei im "Drogenkleinsthandel" unterwegs gewesen, habe sich mit Konkurrenten aus dem Milieu geschlagen und schließlich selbst Kokain und Ecstasy konsumiert. Auffällig sei gewesen, dass er sich im Lauf der Zeit immer weniger um religiöse Angelegenheiten gekümmert habe.


Es scheint Amri also eher um Terror für den IS und möglicherweise um das dadurch zu verdienende Geld gegangen zu sein, als um den religiös motivierten Islamismus.
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Besondere Ergebnisse des G20-Gipfels in China: http://german.china.org.cn/txt/2016-09/08/content_39261108.htm
G20 Leaders' Communique Hangzhou Summit: http://www.g20.org/English/Dynamic/201609/t20160906_3396.html
http://www.un.org/en/index.html
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5246

Beitrag(#2082639) Verfasst am: 15.01.2017, 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

wolle hat folgendes geschrieben:
https://www.tagesschau.de/inland/amri-bka-bericht-101.html schrieb:

Zitat:
Amri sei im "Drogenkleinsthandel" unterwegs gewesen, habe sich mit Konkurrenten aus dem Milieu geschlagen und schließlich selbst Kokain und Ecstasy konsumiert. Auffällig sei gewesen, dass er sich im Lauf der Zeit immer weniger um religiöse Angelegenheiten gekümmert habe.


Es scheint Amri also eher um Terror für den IS und möglicherweise um das dadurch zu verdienende Geld gegangen zu sein, als um den religiös motivierten Islamismus.


Vielleicht ein Hinweis darauf, sich mehr um das zu kümmern, was Menschen tun, und weniger um ihre vermeintlichen Motive. Die gibt's nämlich im Dutzend billiger.
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

Friedrich Nietzsche
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