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Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017
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göttertod
Atheist und Zweifelsäer



Anmeldungsdatum: 20.08.2004
Beiträge: 1537
Wohnort: Freiburg

Beitrag(#2083312) Verfasst am: 23.01.2017, 02:04    Titel: Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017 Antworten mit Zitat

Aus meiner Sicht erfreulich, wurde heute Benoit Hamon von den Franzosen als Favorit in die zweite Stichwahl geschickt.



Ich zitiere mal ein Kommentar aus der Zeit:



Zitat:


Wenn Benoît Hamon der PS-Kandidat wird, kann man von der französischen Präsidentschaftswahl wirklich nicht behaupten (wie es sonst rechtsaußen gerne tut, „UMPS“), dass der Wähler keine Wahl hat.
Die wesentlichen Kandidaten von links nach rechts:

Jean-Luc Mélenchon, linksaußen, nationalistisch, anti-deutsch,

Benoît Hamon, links, neuen Ansätzen wie Grundeinkommen (die gut oder schlecht sein können) aufgeschlossen, pro-europäisch,

Emmanuel Macron, gemäßigt wirtschaftsliberal, gesellschaftlich linksliberal,

Francois Fillon, hart wirtschaftsliberal (Thatcherfan), gesellschaftlich sehr konservativ,

Marine Le Pen, fremdenfeindlich, anti-EU, verspricht wirtschaftspolitisch allen alles.

Es wird spannend…


Melenchon verfolge ich hin und wieder, wenn es überhaupt mal in den deutschen Medien etwas über ihn zu lesen gibt, aber über Hamon habe ich mich jetzt richtig gefreut.
Vielleicht wird er ja der französische Jeremy Corbyn, Bernie Sanders .... oder die französische SPD verkackt´s, und setzt dem Wähler einen Peer Steinbrück vor die Nase.

Bin sehr gespannt ....

Ich würde mich wirklich freuen, wenn die Franzosen / in Frankreich wohnenden / des Französisch mächtigen hier im Forum, ein bischen was berichten.


hier noch ein Artikel "Utopistische Linke" oder Reformkurs?Frankreichs Sozialisten am Scheideweg

Zitat:
Da wäre vor allem der Ex-Sozialist und frühere Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der eine Bewegung der Mitte gegründet hat und damit inzwischen in Umfragen als dritter Mann der Präsidentschaftswahl gehandelt wird. Also deutlich vor den PS-Kandidaten. Und ganz links wirbelt der kämpferische Jean-Luc Mélenchon. Gut möglich, dass nach der Stichwahl am kommenden Sonntag die Politiker des unterlegenen PS-Flügels sich bei Macron oder Mélenchon besser aufgehoben fühlen könnten. Und falls der PS-Kandidat ein Bündnis mit einem der beiden sucht, könnte das die eigene Partei endgültig zum Zerreißen bringen - doch ohne das wären die Chancen auf einen Erfolg zumindest aktuell verschwindend gering.


In Deutschland war die Gründung der WASG notwendig und gut.
In den USA ist eine Aufspaltung der großen Parteien längst überfällig. Ein glaubhafter Kurswechsel geht nun mal nur mit glaubhaftem Personal.
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Lila Einhorn
posthumanistischer Quantum-Feminist



Anmeldungsdatum: 30.11.2013
Beiträge: 111

Beitrag(#2083316) Verfasst am: 23.01.2017, 03:00    Titel: Antworten mit Zitat

Welche Rolle spielt das alles? Er wird so oder so nicht zur Stichwahl antreten.

Ich freue mich schon auf die Wahl im Mai zwischen Francois Fillon und Marine Le Pen. Es wird köstlich sein, die Linken zu beobachten, wie sie erst öffentlich einen Thatcheristen unterstützen, um dann wenig später von dessen Reformen zu tiefst gedemütigt zu werden Lachen Fillon ist mein klarer Favorit.

Ein Wahlsieg Le Pens ist leider durchaus im Bereich des Möglichen, auch wenn viele die Gefahr aktuell nicht sehen wollen. Aber in Algerien bereiten die Islamisten gerade im Hintergrund einen Putsch vor, da der Präsident vor sich hinstirbt – das Hochvakuum wollen sie für sich nutzen. Das könnte schnell zu einem Bürgerkrieg eskalieren. Sollte das alles noch rechtzeitig zur französischen Präsidentschaftswahl eintreten und Millionen Algerier ihrer Koffer packen, um vor dem Krieg zu ihren französischen Verwandten zu fliehen, wird das Le Pen Millionen zusätzlicher Wäher zutreiben. Die Aussicht, dass sich das deutsche Chaos mit Syrern für sie mit Algeriern wiederholt, wird viele Franzosen überfordern.
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Quéribus
Eretge



Anmeldungsdatum: 21.07.2003
Beiträge: 5493
Wohnort: Avaricum

Beitrag(#2083334) Verfasst am: 23.01.2017, 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Welche Rolle spielt das alles? Er wird so oder so nicht zur Stichwahl antreten.

Ich freue mich schon auf die Wahl im Mai zwischen Francois Fillon und Marine Le Pen. Es wird köstlich sein, die Linken zu beobachten, wie sie erst öffentlich einen Thatcheristen unterstützen, um dann wenig später von dessen Reformen zu tiefst gedemütigt zu werden Lachen Fillon ist mein klarer Favorit.

Ein Wahlsieg Le Pens ist leider durchaus im Bereich des Möglichen, auch wenn viele die Gefahr aktuell nicht sehen wollen. Aber in Algerien bereiten die Islamisten gerade im Hintergrund einen Putsch vor, da der Präsident vor sich hinstirbt – das Hochvakuum wollen sie für sich nutzen. Das könnte schnell zu einem Bürgerkrieg eskalieren. Sollte das alles noch rechtzeitig zur französischen Präsidentschaftswahl eintreten und Millionen Algerier ihrer Koffer packen, um vor dem Krieg zu ihren französischen Verwandten zu fliehen, wird das Le Pen Millionen zusätzlicher Wäher zutreiben. Die Aussicht, dass sich das deutsche Chaos mit Syrern für sie mit Algeriern wiederholt, wird viele Franzosen überfordern.


Das ist momentan erst mal nur die Stichwahl, um den Kandidaten der Linken (mehr oder weniger PS = Sozialistische Partei*) auszuklamüsern.
* als Sozialdemokraten haben die sich eigentlich nie verstanden, eine solche Tendenz innerhalb war zeitweise sogar sehr schief angesehen. Von daher keine echte Parellele zur SPD zwinkern

Kandidat der PS wird somit entweder Valls oder Hamon.

Und das "von den Franzosen als Favorit...." von göttertod Mit den Augen rollen

euhh, nope, nur von denen, die sich für die Kandidatenaufstellung der PS interressieren.
Kann sein, dass da ein paar politisch anders orientierte mitgestimmt haben (soll bei der Primaire des rechten Lagers ja auch vorgekommen sein), aber sooo hoch war die Beteiligung da nun auch wieder nicht.
Zumal die Wahlbüros je nach Wohnort, schon mal in einem 15-20 km entfernte Nachbarort sein konnten (wohnt nicht jeder in der Präfektur/Subpräfektur...). Und es hat nicht unbedingt jeder Lust, einen Euro zu berappen, um da abstimmen zu dürfen (ok, ist nicht viel, aber rein prinzipiell...)

Ausserdem haben schon 2 dem linken Lager zuzurechnende Kandidaten (Mélenchon und Macron) sich den Primaires gar nicht erst unterzogen und ihre Kandidatur bereits erklärt.

Nun, es bleibt zu hoffen, dass es einer der Leute aus dem linken Lager in die 2. Runde der Präsidentenwahlen schafft.
Oder dass Marie-Perrine Le Pen (so lautet der wirkliche Vorname der "Dame") es nicht in die 2. Runde schafft.
Fillon wäre auch nur wenig, hmm besser?, weniger schlecht?, als die FN-Tusse (sorry, aber ich kann die Tante nicht ab), wenn man sich sein Programm mal ansieht: "reaktionär" passt da prima als Etikett.

Da bleibt dann nur, das Beste zu hoffen (Herr, lass Hirn regnen....) und Ende April/Anfang Mai auf jeden Fall wählen zu gehen.
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Wenn ich Josef wäre und meine künftige Frau würde mir erzählen, dass sie schwanger ist, nachdem sie mit einem gutaussehenden Mann wie diesem Engel allein war, würde ich mir ein paar Gedanken über den Engel machen.
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göttertod
Atheist und Zweifelsäer



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Beitrag(#2084310) Verfasst am: 02.02.2017, 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

eine Auflistung von aktuellen Umfragen zur Präsidentschaftswahl in Frankreich

Hamon holt mit großen Schritten auf (wie einst Bernie Sanders).

Das Macron von den Mainstreammedien und meisten proeuropäischen Medien als Retter gegen Le Pen stilisiert wird, ist wirklich keine Überraschung.
Ein Neoliberaler, ein Banken- und Reichenstützer, ein Mann der wirtschaftlichen Vernunft ....
..... im Gewand des Sozialen ...... typisch - traurig - trostlos


Hut ab vor Hamon, der allen gleich klar gemacht hat, wo seine Agenda hinführt. Er sucht ein Bündnis mit Mélenchon (grob die WASG nach Schröder und Agenda2010) und dem Grünen-Kandidaten Yannick Jadot.

Es gibt mit Hamon also eine Chance für die Franzosen, sich mit seiner Wahl für Rot-Rot-Grün zu entscheiden.
Wobei Rot-Rot-Grün unter Hamon weit progressiver währe, als eine gleiche Konstellation in Deutschland unter Schulz - zumindest sozialpolitisch.


@Quéribus
Könntest du mir/uns vielleicht bitte erzählen, wie sich Melenchon zum Bündnis mit Hamon äußert. In den deutschen Medien finde ich nichts richtiges dazu. Ich glaube, ein mal hab ich gelesen, dass er ein Bündnis ausschließt (also selbst kandidieren will).
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luc
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Beitrag(#2084334) Verfasst am: 02.02.2017, 18:39    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist dramatisch einfach: Le Pen ist ein Gruselclown, die Sozialisten sind nicht glaubwürdig, Fillon ist out und hatte Mundgeruch, die Grünen sind zu schwach, bleibt nur noch Macron, eher liberal aber noch akzeptabel, wenn Frankreich und damit auch die EU nicht völlig in der Katastrophe versinken.

edit: Hamon hat gute Ansätze aber sein Projekt: Mindesteinkommen für alle kommt zu früh. In 10 Jahren kann man das vielleicht realisieren aber nicht bei der aktuellen wirtschaftlichen und ideologischen Lage.
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Quéribus
Eretge



Anmeldungsdatum: 21.07.2003
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Beitrag(#2084341) Verfasst am: 02.02.2017, 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
Es ist dramatisch einfach: Le Pen ist ein Gruselclown, die Sozialisten sind nicht glaubwürdig, Fillon ist out und hatte Mundgeruch, die Grünen sind zu schwach, bleibt nur noch Macron, eher liberal aber noch akzeptabel, wenn Frankreich und damit auch die EU nicht völlig in der Katastrophe versinken.

edit: Hamon hat gute Ansätze aber sein Projekt: Mindesteinkommen für alle kommt zu früh. In 10 Jahren kann man das vielleicht realisieren aber nicht bei der aktuellen wirtschaftlichen und ideologischen Lage.


Perfekte Analyse der derzeitigen Lage Coole Sache, das...
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Quéribus
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Anmeldungsdatum: 21.07.2003
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Beitrag(#2084344) Verfasst am: 02.02.2017, 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

göttertod hat folgendes geschrieben:
eine Auflistung von aktuellen Umfragen zur Präsidentschaftswahl in Frankreich

Hamon holt mit großen Schritten auf (wie einst Bernie Sanders).

Das Macron von den Mainstreammedien und meisten proeuropäischen Medien als Retter gegen Le Pen stilisiert wird, ist wirklich keine Überraschung.
Ein Neoliberaler, ein Banken- und Reichenstützer, ein Mann der wirtschaftlichen Vernunft ....
..... im Gewand des Sozialen ...... typisch - traurig - trostlos


Hut ab vor Hamon, der allen gleich klar gemacht hat, wo seine Agenda hinführt. Er sucht ein Bündnis mit Mélenchon (grob die WASG nach Schröder und Agenda2010) und dem Grünen-Kandidaten Yannick Jadot.

Es gibt mit Hamon also eine Chance für die Franzosen, sich mit seiner Wahl für Rot-Rot-Grün zu entscheiden.
Wobei Rot-Rot-Grün unter Hamon weit progressiver währe, als eine gleiche Konstellation in Deutschland unter Schulz - zumindest sozialpolitisch.


@Quéribus
Könntest du mir/uns vielleicht bitte erzählen, wie sich Melenchon zum Bündnis mit Hamon äußert. In den deutschen Medien finde ich nichts richtiges dazu. Ich glaube, ein mal hab ich gelesen, dass er ein Bündnis ausschließt (also selbst kandidieren will).


luc hat eine sehr treffende Analyse geliefert

Mélenchon stellt die Bedingung, dass Hamon sich von der bisherigen Regierungslinie deutlich distanzieren muss, wenn er auf Unterstützung seinerseits zählen will. Wahrscheinlich wird er wohl auch selbst als Kandidat antreten, obwohl afaik da bisher noch keine offizielle 100%ige Verlautbarung gibt.

Hamon ist allerdings keineswegs "eine Chance für die Franzosen, sich mit seiner Wahl für Rot-Rot-Grün zu entscheiden." Du kannst deutsche Verhältnisse nicht 1:1 auf die frz politische/wirtschaftliche Landschaft übertragen. Sein Programm ist genauso zu grossen Teilen (und dazu gehört derzeit auch das Grundeinkommen) unumsetzbar wie es das von Hollande war.

Macron ist da noch der realistischste Kandidat, was das Programm betrifft.
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Farbenfroh
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Anmeldungsdatum: 22.12.2016
Beiträge: 43

Beitrag(#2084345) Verfasst am: 02.02.2017, 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:

Ich freue mich schon auf die Wahl im Mai zwischen Francois Fillon und Marine Le Pen. Es wird köstlich sein, die Linken zu beobachten, wie sie erst öffentlich einen Thatcheristen unterstützen, um dann wenig später von dessen Reformen zu tiefst gedemütigt zu werden Lachen Fillon ist mein klarer Favorit.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Le Pen hat es sehr linkes Wirtschaftsprogramm, eigentlich schon sozialistisch. Ich bin zwar auch für Fillon, könnte mir aber vorstellen, dass Le Pen auch viele Linke bei einer Stichwahl an sich ziehen kann.
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Skeptiker
muss noch eine Rezension schreiben



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 12536
Wohnort: Lovetown

Beitrag(#2084347) Verfasst am: 02.02.2017, 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

Farbenfroh hat folgendes geschrieben:
Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:

Ich freue mich schon auf die Wahl im Mai zwischen Francois Fillon und Marine Le Pen. Es wird köstlich sein, die Linken zu beobachten, wie sie erst öffentlich einen Thatcheristen unterstützen, um dann wenig später von dessen Reformen zu tiefst gedemütigt zu werden Lachen Fillon ist mein klarer Favorit.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Le Pen hat es sehr linkes Wirtschaftsprogramm, eigentlich schon sozialistisch.


Eigentlich schon fast nationalsozialistisch, gelle?

Farbenfroh hat folgendes geschrieben:
Ich bin zwar auch für Fillon, könnte mir aber vorstellen, dass Le Pen auch viele Linke bei einer Stichwahl an sich ziehen kann.


Wohl weniger. Es ist doch klar, dass es die alte Masche ist.

Die europäischen Rechtsaußen müssen ihre Wähler schon woanders fischen. Und da haben sie leider durchaus Zuspruch.

Aber so lange die Konzerne nicht wieder mal Unterstützung leisten, so wie damals, wird es wohl erst mal nichts mit der Machtergreifung ...-
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"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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Quéribus
Eretge



Anmeldungsdatum: 21.07.2003
Beiträge: 5493
Wohnort: Avaricum

Beitrag(#2084352) Verfasst am: 02.02.2017, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Farbenfroh hat folgendes geschrieben:
Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:

Ich freue mich schon auf die Wahl im Mai zwischen Francois Fillon und Marine Le Pen. Es wird köstlich sein, die Linken zu beobachten, wie sie erst öffentlich einen Thatcheristen unterstützen, um dann wenig später von dessen Reformen zu tiefst gedemütigt zu werden Lachen Fillon ist mein klarer Favorit.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Le Pen hat es sehr linkes Wirtschaftsprogramm, eigentlich schon sozialistisch.


Eigentlich schon fast nationalsozialistisch, gelle?

Farbenfroh hat folgendes geschrieben:
Ich bin zwar auch für Fillon, könnte mir aber vorstellen, dass Le Pen auch viele Linke bei einer Stichwahl an sich ziehen kann.


Wohl weniger. Es ist doch klar, dass es die alte Masche ist.

Die europäischen Rechtsaußen müssen ihre Wähler schon woanders fischen. Und da haben sie leider durchaus Zuspruch.

Aber so lange die Konzerne nicht wieder mal Unterstützung leisten, so wie damals, wird es wohl erst mal nichts mit der Machtergreifung ...-


Le Pen ist alles mögliche, nur nicht links Mit den Augen rollen
Populistisch, rechtsradikal (manchmal leicht übertüncht, aber es reicht, ein bisserl an der Fassade zu kratzen...), verlogen, arrogant...

Mit der Stichwahl MariePerrine Le Pen vs François Fillon wird's höchstwahrscheinlich nix, wenn nicht ein Wunder geschieht
Derzeit haben beide so einige (witzigerweise fast die gleichen: fiktive Jobs) "Kasserolen am Allerwertesten" (um den schönen frz Ausdruck "avoir des casseroles au cul" ins dt. zu übertragen) Lachen
wobei dies Fillon wohl mehr schaden wird als Le Pen, leider. Le PEn hat erklärt, sie werde ihre Kandidatur auch dann nicht zurückziehen, wenn wegen der Sache ein Verfahren eingeleitet werden sollte. Fillon bittet Anhänger und Parteigenossen um Zeit, man solle doch bitte 2 Wochen aushalten, es werde sich vieles aufklâren lassen...will meinen, er steht (verstândlicherweise) bereits unter Druck, den Kandidatenposten zu räumen.
An sich verständlich, in jeder einigermassen seriösen (falls es so etwas gibt Auf den Arm nehmen ) Partei, disqualifiziert ein solcher Skandal jeden Kandidaten, frei nach dem Motto: etwas bleibt immer hängen...
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göttertod
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Beiträge: 1537
Wohnort: Freiburg

Beitrag(#2084977) Verfasst am: 06.02.2017, 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Farbenfroh hat folgendes geschrieben:
Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:

Ich freue mich schon auf die Wahl im Mai zwischen Francois Fillon und Marine Le Pen. Es wird köstlich sein, die Linken zu beobachten, wie sie erst öffentlich einen Thatcheristen unterstützen, um dann wenig später von dessen Reformen zu tiefst gedemütigt zu werden Lachen Fillon ist mein klarer Favorit.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Le Pen hat es sehr linkes Wirtschaftsprogramm, eigentlich schon sozialistisch.


Eigentlich schon fast nationalsozialistisch, gelle?

[...]


Le Pen ist alles mögliche, nur nicht links Mit den Augen rollen
Populistisch, rechtsradikal (manchmal leicht übertüncht, aber es reicht, ein bisserl an der Fassade zu kratzen...), verlogen, arrogant...

[...]


https://www.tagesschau.de/ausland/frankreich-lepen-wahlprogramm-101.html

Zitat:
Das Wahlprogramm ist darüber hinaus eine riesige Geschenkekiste (für Franzosen). Überall im Land sollen umfassende öffentliche Dienstleistungen verfügbar sein. Militär, Sicherheitskräfte, die Justiz werden aufgestockt. Massive Investitionen sind geplant. Rente mit 60 oder sogar früher. Der Staat kümmert sich um alles und sorgt für alle, wenn sie denn Franzosen sind. Zahlen sollen das vor allem die anderen: zusätzliche Steuern auf ausländische Arbeitnehmer, Dienstleistungen und Produkte. Hohe Preise für "Fremdes" und ein Zwangslabel "Made in France" sollen die Landsleute zum Kauf französischer Produkte treiben. "Intelligenten Protektionismus" nennt das Marine Le Pen.


naja, schon links, aber halt nationalsozialistisch



Wikileaks nimmt Macron ins Visier

Zitat:
Im Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich ist nun Emmanuel Macron Gegenstand einer ominösen Enthüllung von Wikileaks.

[...]

«Wir haben interessante Informationen über Emmanuel Macron», sagte Assange der russischen Zeitung «Iswestija», wie «Sputnik France» berichtet. «Diese Informationen erhielten wir aus seinem persönlichen E-Mail-Wechsel mit Hillary Clinton.» Was daran spektakulär sein soll, ist noch unbekannt.



Wenn Mélenchon sich hinter Hamon stellt, dann haben sie zusammen (laut Umfragen) genug Stimmen, um in die Stichwahl zu kommen.
Mélenchon muss sich jetzt überlegen, ob er lieber einen marktkonformen und bankophilen Austeritätspolitiker möchte, oder jemanden aus dem linken Lager, der ihm politisch gar nicht so fern ist.

Gegen Hamon wird trotzdem viel Stimmung gemacht, und zeitgleich Macron als Retter (von was? Stabilität?! weiter so?!) auf`s Podest gehoben.

ein Minibeispiel von sehr vielen
http://www.deutschlandfunk.de/praesidentschaftswahl-in-frankreich-keine-chance-fuer-hamon.694.de.html?dram:article_id=378197

Zitat:
Barenberg: Sind Sie denn sicher wie alle anderen in Frankreich offenbar, dass Le Pen es zwar in die Stichwahl schafft, aber dann garantiert verlieren wird, gegen welchen Kandidaten auch immer?

Großer: Ja. Aber man kann sich kaum vorstellen, dass ein Mann wie Hamon mit seinem Programm der Mann ist, der gewinnen würde.

Barenberg: Hamon, der Kandidat der Sozialisten.

Großer: Ja, der Sozialisten, der sehr links ist, sagen wir mal, der sehr utopisch links ist. Und wenn der Präsidentenkandidat würde gegen Marine Le Pen, müsste man für ihn stimmen, aber das wäre nicht sehr gut, meiner Ansicht nach.

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Quéribus
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Anmeldungsdatum: 21.07.2003
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Beitrag(#2085004) Verfasst am: 06.02.2017, 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hamons Programmpunkt Grundeinkommen ist derzeit unrealistisch und nicht umsetzbar.

Ansonsten in Punkto Stichwahl: egal wer gegen Le Pen antritt, er hat praktisch automatisch gewonnen
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 3470

Beitrag(#2085009) Verfasst am: 06.02.2017, 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:

Ansonsten in Punkto Stichwahl: egal wer gegen Le Pen antritt, er hat praktisch automatisch gewonnen

Dein Wort in Teutates' Ohr.
Btw, was ist dieser Assange eigentlich fuer ein Charakterschwein?
Glaubt er, der westlichen Demokratie einen Dienst zu erweisen, in dem er deren Gegner pimpt?
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luc
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Beiträge: 1070
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Beitrag(#2085015) Verfasst am: 06.02.2017, 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:
Hamons Programmpunkt Grundeinkommen ist derzeit unrealistisch und nicht umsetzbar.

Ansonsten in Punkto Stichwahl: egal wer gegen Le Pen antritt, er hat praktisch automatisch gewonnen


Wäre ich ein gläubiger Mensch, würde ich beten, dass die schrullige Le Pen verliert. Mit Voodu und Puppen mit Nadeln habe ich auch keine Erfahrung. Geschockt
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2085026) Verfasst am: 06.02.2017, 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:
Hamons Programmpunkt Grundeinkommen ist derzeit unrealistisch und nicht umsetzbar.

Ansonsten in Punkto Stichwahl: egal wer gegen Le Pen antritt, er hat praktisch automatisch gewonnen


Ich wuerde das gerne glauben, bin mir aber nicht ganz so sicher wie Du.
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31210
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2085027) Verfasst am: 06.02.2017, 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:
Hamons Programmpunkt Grundeinkommen ist derzeit unrealistisch und nicht umsetzbar.

Ansonsten in Punkto Stichwahl: egal wer gegen Le Pen antritt, er hat praktisch automatisch gewonnen


Ich wuerde das gerne glauben, bin mir aber nicht ganz so sicher wie Du.


Dito. skeptisch
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Beiträge: 1537
Wohnort: Freiburg

Beitrag(#2085129) Verfasst am: 07.02.2017, 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:

Ansonsten in Punkto Stichwahl: egal wer gegen Le Pen antritt, er hat praktisch automatisch gewonnen


Man kann es wohl nicht eins zu eins übertragen, aber in den USA hat bis zum "Wahltag" selbst auch kaum jemand an den Sieg Trumps geglaubt.
Gerade wenn wirtschaftlich enttäuschte Menschen, die selbst eigentlich nicht rechts/nationalistisch/rassistisch/etc. sind und eine Hoffnung auf Veränderung in sich tragen, durch eine falsche Kandidatur ihres normalerweise eigenen Lagers, zur Wahl des politischen Gegners genötigt werden (bei mir jetzt aus der Perspektive eines Linken).

Bei den Amis hat es zu Trump geführt, weil Clinton eine neoliberale, korrupte Frau mit viel Dreck am Stecken ist, deren ethische Richtschnur für mich wie ein Fähnchen im Wind scheint.
In Frankreich kann es zu Le Pen führen, weil normalerweise die etablierten Parteien Kandidaten bekommen, welche dem neoliberalen Zeitgeist des Kapitals folgen, welcher in Europa "NOCH" die politische Richtung vorgibt. Die Medien und politischen Diskusionsformate geben ja täglich und wöchentlich vor, wie wichtig die wirtschaftliche Vernunft sei.
(schönstes Beispiel der letzten Tage Alexander Graf Lambsdorff (der auch ein paar gute Sachen gesagt hat) bei Anne Will, der von der "Gefährdung unseres Wohlstands" spricht ..... einfach nur dummmm, denn es geht um die Frage "Wachstum wofür?!!!!"
Kein dummer Hedonismus, sondern ein aufgeklärter Hedonismus (Bernulf Kanitscheider). Es geht um soziale Nützlichkeit.


Doch gab es mehrere politische Überraschungen bei den französischen Vorwahlen, mit dem Ergebnis Le Pen, Macron, Hamon/Mélenchon.

Rechts (mit Linken Phrasen, wie auch bei Trump) - Neoliberal - wirklich und echt Links

...und diese Linke Möglichkeit eines Politikwechsels hat es seit langer, langer, langer Zeit in einem der mächtigsten Industriestaaten der Welt nicht mehr gegeben

Schulz wird von den deutschen Leitmedien noch zum Garant der Stabilität ausgerufen, weil seine Rot-Rot-Grüne Koalition gegenüber einer gedachten Regierung Hamon/Mélenchon so wirtschaftsfreundlich anmutet.

Genauso wie der französische Seeheimer Kreis der neoliberal und konservativen Parteisoldaten Hamon den Rücken zukehrt, genauso ist es einem Linken Wähler wohl nicht möglich einen Macron ins Amt zu heben, nur um Le Pen zu verhindern. Vor allem wenn Le Pen auch soziale Politik für Franzosen verspricht, und damit die weniger gebildeten leicht einfangen kann.


Gerade hab ich gerne diesen Artikel über Mélenchon gelesen, der über eine Kandidatur Mélechons spekuliert, mit Unterstützung von Hamon.
Das Recht des Volkes auf Glück

Und Gestern hab ich noch im Netz (und nicht auf GoogleNews) gelesen, dass Hamon und Mélechon gerade dabei sind abzuwägen, wer der wahrscheinlich erfolgreicherer Kandidat einer gemeinsamen Linken sein kann. Wichtig war für mich hierbei die Information, dass ein gemeinsames Bündnis wahrscheinlich ist.

Hierzu hätte ich gerne mehr Informationen aus Frankreich ...... Quéribus Ungeduldiges Händetrommeln... Winken bittebitte
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luc
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Beitrag(#2085134) Verfasst am: 07.02.2017, 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht, ob die Franzosen, die ich kenne, repräsentativ sind aber wenn man sie fragt, sagen sie : wir haben alles versucht, links, rechts, Mitte, jetzt gehen wir nicht mehr wählen: nous avons d'autres distractions.
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beachbernie
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Beitrag(#2085172) Verfasst am: 07.02.2017, 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
Ich weiß nicht, ob die Franzosen, die ich kenne, repräsentativ sind aber wenn man sie fragt, sagen sie : wir haben alles versucht, links, rechts, Mitte, jetzt gehen wir nicht mehr wählen: nous avons d'autres distractions.



...und genau damit koennten sie Le Pen den Wahlsieg bescheren.
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Quéribus
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Beitrag(#2086286) Verfasst am: 17.02.2017, 17:12    Titel: Antworten mit Zitat

göttertod hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:

Ansonsten in Punkto Stichwahl: egal wer gegen Le Pen antritt, er hat praktisch automatisch gewonnen


Man kann es wohl nicht eins zu eins übertragen, aber in den USA hat bis zum "Wahltag" selbst auch kaum jemand an den Sieg Trumps geglaubt.
Gerade wenn wirtschaftlich enttäuschte Menschen, die selbst eigentlich nicht rechts/nationalistisch/rassistisch/etc. sind und eine Hoffnung auf Veränderung in sich tragen, durch eine falsche Kandidatur ihres normalerweise eigenen Lagers, zur Wahl des politischen Gegners genötigt werden (bei mir jetzt aus der Perspektive eines Linken).

Bei den Amis hat es zu Trump geführt, weil Clinton eine neoliberale, korrupte Frau mit viel Dreck am Stecken ist, deren ethische Richtschnur für mich wie ein Fähnchen im Wind scheint.
In Frankreich kann es zu Le Pen führen, weil normalerweise die etablierten Parteien Kandidaten bekommen, welche dem neoliberalen Zeitgeist des Kapitals folgen, welcher in Europa "NOCH" die politische Richtung vorgibt. Die Medien und politischen Diskusionsformate geben ja täglich und wöchentlich vor, wie wichtig die wirtschaftliche Vernunft sei.
(schönstes Beispiel der letzten Tage Alexander Graf Lambsdorff (der auch ein paar gute Sachen gesagt hat) bei Anne Will, der von der "Gefährdung unseres Wohlstands" spricht ..... einfach nur dummmm, denn es geht um die Frage "Wachstum wofür?!!!!"
Kein dummer Hedonismus, sondern ein aufgeklärter Hedonismus (Bernulf Kanitscheider). Es geht um soziale Nützlichkeit.


Doch gab es mehrere politische Überraschungen bei den französischen Vorwahlen, mit dem Ergebnis Le Pen, Macron, Hamon/Mélenchon.

Rechts (mit Linken Phrasen, wie auch bei Trump) - Neoliberal - wirklich und echt Links

...und diese Linke Möglichkeit eines Politikwechsels hat es seit langer, langer, langer Zeit in einem der mächtigsten Industriestaaten der Welt nicht mehr gegeben

Schulz wird von den deutschen Leitmedien noch zum Garant der Stabilität ausgerufen, weil seine Rot-Rot-Grüne Koalition gegenüber einer gedachten Regierung Hamon/Mélenchon so wirtschaftsfreundlich anmutet.

Genauso wie der französische Seeheimer Kreis der neoliberal und konservativen Parteisoldaten Hamon den Rücken zukehrt, genauso ist es einem Linken Wähler wohl nicht möglich einen Macron ins Amt zu heben, nur um Le Pen zu verhindern. Vor allem wenn Le Pen auch soziale Politik für Franzosen verspricht, und damit die weniger gebildeten leicht einfangen kann.


Gerade hab ich gerne diesen Artikel über Mélenchon gelesen, der über eine Kandidatur Mélechons spekuliert, mit Unterstützung von Hamon.
Das Recht des Volkes auf Glück

Und Gestern hab ich noch im Netz (und nicht auf GoogleNews) gelesen, dass Hamon und Mélechon gerade dabei sind abzuwägen, wer der wahrscheinlich erfolgreicherer Kandidat einer gemeinsamen Linken sein kann. Wichtig war für mich hierbei die Information, dass ein gemeinsames Bündnis wahrscheinlich ist.

Hierzu hätte ich gerne mehr Informationen aus Frankreich ...... Quéribus Ungeduldiges Händetrommeln... Winken bittebitte


Derzeit sind die Diskussionen zwischen Mélenchon und Hamon noch im Gange, ein Ergebnis ist noch nicht in Sicht. Am Kopf kratzen
Das Thema (ob und wenn ja, welche Einigung, zwischen Mélenchon und Hamon) verfolge ich nur so am Rande. Schulterzucken
Im Falle eines Falles (einer der beiden in der 2. Runde gegen Le Pen) würde ich sogar Mélenchon noch lieber als Président sehen als Marion Marie-Perrine; hoffentlich bleiben mir derartige Extremitäten erspart Bitte nicht!
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Hebart
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Beitrag(#2086322) Verfasst am: 18.02.2017, 02:01    Titel: Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:
göttertod hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:

Ansonsten in Punkto Stichwahl: egal wer gegen Le Pen antritt, er hat praktisch automatisch gewonnen


Man kann es wohl nicht eins zu eins übertragen, aber in den USA hat bis zum "Wahltag" selbst auch kaum jemand an den Sieg Trumps geglaubt.
Gerade wenn wirtschaftlich enttäuschte Menschen, die selbst eigentlich nicht rechts/nationalistisch/rassistisch/etc. sind und eine Hoffnung auf Veränderung in sich tragen, durch eine falsche Kandidatur ihres normalerweise eigenen Lagers, zur Wahl des politischen Gegners genötigt werden (bei mir jetzt aus der Perspektive eines Linken).

Bei den Amis hat es zu Trump geführt, weil Clinton eine neoliberale, korrupte Frau mit viel Dreck am Stecken ist, deren ethische Richtschnur für mich wie ein Fähnchen im Wind scheint.
In Frankreich kann es zu Le Pen führen, weil normalerweise die etablierten Parteien Kandidaten bekommen, welche dem neoliberalen Zeitgeist des Kapitals folgen, welcher in Europa "NOCH" die politische Richtung vorgibt. Die Medien und politischen Diskusionsformate geben ja täglich und wöchentlich vor, wie wichtig die wirtschaftliche Vernunft sei.
(schönstes Beispiel der letzten Tage Alexander Graf Lambsdorff (der auch ein paar gute Sachen gesagt hat) bei Anne Will, der von der "Gefährdung unseres Wohlstands" spricht ..... einfach nur dummmm, denn es geht um die Frage "Wachstum wofür?!!!!"
Kein dummer Hedonismus, sondern ein aufgeklärter Hedonismus (Bernulf Kanitscheider). Es geht um soziale Nützlichkeit.


Doch gab es mehrere politische Überraschungen bei den französischen Vorwahlen, mit dem Ergebnis Le Pen, Macron, Hamon/Mélenchon.

Rechts (mit Linken Phrasen, wie auch bei Trump) - Neoliberal - wirklich und echt Links

...und diese Linke Möglichkeit eines Politikwechsels hat es seit langer, langer, langer Zeit in einem der mächtigsten Industriestaaten der Welt nicht mehr gegeben

Schulz wird von den deutschen Leitmedien noch zum Garant der Stabilität ausgerufen, weil seine Rot-Rot-Grüne Koalition gegenüber einer gedachten Regierung Hamon/Mélenchon so wirtschaftsfreundlich anmutet.

Genauso wie der französische Seeheimer Kreis der neoliberal und konservativen Parteisoldaten Hamon den Rücken zukehrt, genauso ist es einem Linken Wähler wohl nicht möglich einen Macron ins Amt zu heben, nur um Le Pen zu verhindern. Vor allem wenn Le Pen auch soziale Politik für Franzosen verspricht, und damit die weniger gebildeten leicht einfangen kann.


Gerade hab ich gerne diesen Artikel über Mélenchon gelesen, der über eine Kandidatur Mélechons spekuliert, mit Unterstützung von Hamon.
Das Recht des Volkes auf Glück

Und Gestern hab ich noch im Netz (und nicht auf GoogleNews) gelesen, dass Hamon und Mélechon gerade dabei sind abzuwägen, wer der wahrscheinlich erfolgreicherer Kandidat einer gemeinsamen Linken sein kann. Wichtig war für mich hierbei die Information, dass ein gemeinsames Bündnis wahrscheinlich ist.

Hierzu hätte ich gerne mehr Informationen aus Frankreich ...... Quéribus Ungeduldiges Händetrommeln... Winken bittebitte


Derzeit sind die Diskussionen zwischen Mélenchon und Hamon noch im Gange, ein Ergebnis ist noch nicht in Sicht. Am Kopf kratzen
Das Thema (ob und wenn ja, welche Einigung, zwischen Mélenchon und Hamon) verfolge ich nur so am Rande. Schulterzucken
Im Falle eines Falles (einer der beiden in der 2. Runde gegen Le Pen) würde ich sogar Mélenchon noch lieber als Président sehen als Marion Marie-Perrine; hoffentlich bleiben mir derartige Extremitäten erspart Bitte nicht!

Der Franzose bei mir im Büro wählt in jedem Fall die LE Pen, der hat ein Jugendtrauma mit den Arabern... ich befürchte der gehört zu keiner Minderheit...
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göttertod
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Beitrag(#2087299) Verfasst am: 28.02.2017, 05:10    Titel: Antworten mit Zitat

https://www.change.org/p/pour-une-coalition-entre-beno%C3%AEt-hamon-jean-luc-m%C3%A9lenchon-et-yannick-jadot

Petition für eine Koalition zwischen Hamon - Mélenchon - Jadot


Und laut dieser News

http://www.telesurtv.net/english/news/French-Socialist-and-Left-Party-Candidates-Fail-to-Reach-Deal-20170227-0010.html

ist eine Koalition noch nicht vom Tisch (was den franz. Finanzmarkt und dessen Jünger mächtig stresst)
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wolle
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Beitrag(#2087539) Verfasst am: 02.03.2017, 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.spiegel.de/politik/ausland/marine-le-pen-eu-parlament-hebt-immunitaet-auf-a-1136987.html
schrieb:
Zitat:
EU-Parlament hebt Marine Le Pens Immunität auf

(Wegen Verbreitung von Gewaltbildern von Islamismus-Opfern, was in Frankreich eine Straftat ist, die mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden kann).
Es soll mir zwar aus politischen Gründen recht sein, die Maßnahme finde ich juristisch trotzdem überraschend scharf.
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Besondere Ergebnisse des G20-Gipfels in China: http://german.china.org.cn/txt/2016-09/08/content_39261108.htm
G20 Leaders' Communique Hangzhou Summit: http://www.g20.org/English/Dynamic/201609/t20160906_3396.html
http://www.un.org/en/index.html
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Quéribus
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Beitrag(#2087541) Verfasst am: 02.03.2017, 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

wolle hat folgendes geschrieben:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/marine-le-pen-eu-parlament-hebt-immunitaet-auf-a-1136987.html
schrieb:
Zitat:
EU-Parlament hebt Marine Le Pens Immunität auf

(Wegen Verbreitung von Gewaltbildern von Islamismus-Opfern, was in Frankreich eine Straftat ist, die mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden kann).
Es soll mir zwar aus politischen Gründen recht sein, die Maßnahme finde ich juristisch trotzdem überraschend scharf.


Nach diversen stattgefundenen Anschlägen (Charle Hebdo, Bataclan, Nice...), etlichen verhinderten/geplanten (weil man die Leute noch rechtzeitig vorher geschnappt hat), Vigipirate, Opération Sentinelle ist seit 2 Jahren im Gange...
da bleibt es schon mal quer im Hals stecken, wenn da jemand aus purer Provokation solche Bilder einstellt. Frei nach dem Motto "was zuviel ist, geht zu weit", irgendwo ist die Grenze dann überschritten und dann sind da auch noch die Familien der abgebildeten Opfer, die das auch nicht unbedingt an jedem Zeitungskiosk oder auf jeder Internetseite bis ins letzte grausame Detail sehen wollen, was mit ihren Angehörigen geschehen ist. Und das nur, weil diese Zicke meint, mal wieder provozieren zu "müssen"... Böse

edith:
die Immunität wurde "nur" für diese Sache aufgehoben, nicht jedoch für die anderen Kasserolen die Marion-Marie-Perrine noch am Allerwertesten hat (fiktive Arbeitsverträge bzw Mitarbeiter die im frz Parteisitz arbeiten mit Arbeitsverträgen als parlamentarische Assistenten für Le Pen als Euro-Abgeordnete, was nun mal 2 Paar Stiefel sind etc pp)
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göttertod
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Beitrag(#2089176) Verfasst am: 21.03.2017, 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-03/wahl-in-frankreich-tv-debatte#comments

In diesem Zeitartikel zur ersten TV-Debatte der Spitzenkaditaten bin ich sofort auf zwei Kommentare gestoßen, die ich doch teilen muss, da sie absolut meiner Meinung entsprechen.
Bin ich froh, so etwas lesen zu können ... Dieser Hype um Macron ist schon fast unerträglich.

Zitat:
Da wirft ein Spalter der dem anderen Spalter vor das Land zu spalten.
Ich würde einen Linken wählen, aber Macron könnte ich nicht mal in der zweiten Runde wählen.


Zitat:
Also für mich wäre der Mann unwählbar und ich verstehe auch nicht was er zumindest pseudomäßig will.

Emmanuel Macron steht für ein "weiter so wie bisher, wir benennen es nur anders". Also genau das, was viele - Pardon - sehr viele Franzosen genau nicht so wollen. Der Artikel vergreift sich dann auch noch an der eigenen Restglaubwürdigkeit mit den Worten: ("Macron schien beim Publikum gut anzukommen". Könnte man auch übersetzen mit: "Schei*e, ist der unbeliebt.")
Ich sehe daher beim zweiten Wahlgang in Frankreich schon die Trump-Clinton-Situation vor mir: Eine Erpressung der Wähler Le Pen zu wählen, um Macron zu verhindern. Denn sollte es Macron werden, wird sich das Polit-Establishment mit dieser Präsidentschaft endgültig unwählbar machen, nur das der Schaden an der Grande Nation dann noch größer sein wird als jetzt schon.

Klammer und Fett von mir

aber das Establishment denkt sich halt... "Naja, besser eine Frau von sehr sehr weit rechts, als ein echter Linker!
Die Rechten sorgen normalerweise wenigstens für Ordnung und Sicherheit, und die fassen die Besitzstandsverhältnisse nicht an!"

Dumm nur für die Reichen, Eliten, Mainstreammedien, Mitte/NeoliberalPolitiker, dass LePen auch Politik für Arme machen würde, und den Reichen nehmen würde.

Das eine Zerschlagung des Euros eine weltweite Finanzkrise auslösen würde halte ich für gut möglich. Aber die kommt sowieso.
Und ein Europa ala Junker und Ceta etc. brauch ich auch nicht.

Scheiß Pseudoeliten!

Keiner will aus Trump vs. Clinton lernen.

Bernie Sander & Jeremy Corbyn rules Let's Rock
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Quéribus
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Beitrag(#2089237) Verfasst am: 21.03.2017, 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

göttertod hat folgendes geschrieben:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-03/wahl-in-frankreich-tv-debatte#comments

In diesem Zeitartikel zur ersten TV-Debatte der Spitzenkaditaten bin ich sofort auf zwei Kommentare gestoßen, die ich doch teilen muss, da sie absolut meiner Meinung entsprechen.
Bin ich froh, so etwas lesen zu können ... Dieser Hype um Macron ist schon fast unerträglich.

Zitat:
Da wirft ein Spalter der dem anderen Spalter vor das Land zu spalten.
Ich würde einen Linken wählen, aber Macron könnte ich nicht mal in der zweiten Runde wählen.


Zitat:
Also für mich wäre der Mann unwählbar und ich verstehe auch nicht was er zumindest pseudomäßig will.

Emmanuel Macron steht für ein "weiter so wie bisher, wir benennen es nur anders". Also genau das, was viele - Pardon - sehr viele Franzosen genau nicht so wollen. Der Artikel vergreift sich dann auch noch an der eigenen Restglaubwürdigkeit mit den Worten: ("Macron schien beim Publikum gut anzukommen". Könnte man auch übersetzen mit: "Schei*e, ist der unbeliebt.")
Ich sehe daher beim zweiten Wahlgang in Frankreich schon die Trump-Clinton-Situation vor mir: Eine Erpressung der Wähler Le Pen zu wählen, um Macron zu verhindern. Denn sollte es Macron werden, wird sich das Polit-Establishment mit dieser Präsidentschaft endgültig unwählbar machen, nur das der Schaden an der Grande Nation dann noch größer sein wird als jetzt schon.

Klammer und Fett von mir

aber das Establishment denkt sich halt... "Naja, besser eine Frau von sehr sehr weit rechts, als ein echter Linker!
Die Rechten sorgen normalerweise wenigstens für Ordnung und Sicherheit, und die fassen die Besitzstandsverhältnisse nicht an!"

Dumm nur für die Reichen, Eliten, Mainstreammedien, Mitte/NeoliberalPolitiker, dass LePen auch Politik für Arme machen würde, und den Reichen nehmen würde.

Das eine Zerschlagung des Euros eine weltweite Finanzkrise auslösen würde halte ich für gut möglich. Aber die kommt sowieso.
Und ein Europa ala Junker und Ceta etc. brauch ich auch nicht.

Scheiß Pseudoeliten!

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Der von dir zitierte Kommentator sagt unter anderem auch ganz richtig dass er "kein Frankreichexperte" ist...
Macron ist nicht abgekoppelter von der Realität als andere Kandidaten, von dene etliche im Gegensatz zu ihm reine Berufspolitiker sind.
Die ENA absolviert zu haben, ist für einen frz Präsidentschaftskandidaten keine Ausnahme, sondern war bis vor kurzem eher die Regel: Hollande, Royal,
guckst du hier

in einem Punkt liegt er falsch: dass die Leute Le Pen wählen würden, um Macron zu verhindern.
Das Gegenteil ist realistischer, dass sich die Leute sagen, lieber einen mehr oder weniger linken relativ jungen Kandidaten als diese rechtsextreme Tussi.
Hier geht man allgemein davon aus, dass, egal wer in der 2. Runde gegen Le Pen antritt, praktisch schon gewonnen hat. Zwar nicht mit demselben Prozentsatz wie Chirac gegen Le Pens Vater, aber doch mit deutlichem Vorsprung.

ähm, in zwei Punkten sogar: dass nämlich Le Pen ernsthaft Politik "für Arme" machen würde. Ausser grossen Versprechungen ist da nur heisse Luft. Die hat Programmpunkte und Versprechungen so oft umgemodelt, damit sie verdaulicher wirken... aber ob davon etwas umgesetzt würde ist sehr fraglich. Frei nach dem alten Spruch, dass Versprechen nur die binden, die sie sich anhören.

Link klickbar gemacht. vrolijke
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göttertod
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Beitrag(#2089479) Verfasst am: 24.03.2017, 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

Der Linke ist der Reichste (oder Ehrlichste)

alles kaum überprüfbare Selbstauskünfte, die Teilweise durch öffentlichen Druck oder Steuerprüfer von manchen der Kandidaten nach "oben" korrigiert wurden

Le Pen 630.000 Euro

Fillon ca. 1.000.000 Euro

Macron ca. 330.000 Euro

Hamon ca. 460.000 Euro

Mélenchon über 1.000.000 Euro


Die Kommentare zum Artikel wiedermal lehrreicher als der Artikel selbst:

Zitat:
Schlampig
Der Beitrag ist doch arg ungenau. Der Ultra-Gaullist Dupont-Aignan ist mit Abstand der Reichste und wir gar nicht genannt. Fillon hat einen Toyota Landcruiser und einen Peugeot 308. Und Le Pen erwähnt natürlich nicht, dass die Familie in den Panamaleaks mit einem offshore Konto firmiert. Besonders bemerkenswert ist, dass kein einziger Kandidat intelligent investiert hat. Alles nur Sparbücher und staatlich geförderte Lebensversicherungen. Solchen Losern würde ich mein Geld nicht anvertrauen. Schön wäre es, solche Fakten auch für Schulz und Merkel zu haben.


Zitat:
Interessant
wie Zahlen interpretierbar sind. Wollen Sie nicht die Verbindlichkeiten dazu nehmen, z.B. eines Benoit Hamon? http://www.linternaute.com/actualite/politique/1373176-les-patrimoines-des-11-candidats-a-l-election-presidentielle/1373244-benoit-hamon Auf jeden Fall ziehe ich daraus zwei Schlüsse: Erstens möchte ich das Gleiche hier erleben. Das ist Demokratie Zweitens hat bleibt Herr Macron ein wenig im künstlerischen Flou. Interessant ist in dem Zusammenhang die Art, wie seine Wahlveranstaltungen organisiert sind: eine einzige Marketingveranstaltung, bei der eine Stimmung künstlich erzeugt wird, als wären alle von ihm begeistert. Bitte hierlang, ein Lehrstück mit Leakmaterial in Sachen Manipulation: https://www.youtube.com/watch?v=3BPckfQ8N7c


Das Youtube-Video zu Macron ist ziemlich lustig und erschreckend (oder einfach nur günstig geschnitten?)
https://www.youtube.com/watch?v=3BPckfQ8N7c

ab Minute 02:40 hat man einen Eindruck, aber klar machen das fast alle, sogar Schulz Smilie
Ihr könnt doch mal rufen! Lachen


Alle???? na vielleicht doch nicht alle

Hundertausend demonstrieren für Melenchon und soziale Gerechtigkeit

Gab es diese Demo wirklich Queribus?
Es ist nämlich schon ein starkes Stück, dass ich in der Tagesschau, Tagesthemen, heuteJournal, etc. immer Macron als Liebling der Nachrichtenredaktionen aufgetischt bekomme, aber von einer Demo mit 100.000 Menschen eines linken Kandidaten nichts berichtet bekomme.


Mélenchon will Präsidenten entmachten

Zitat:
Jean-Luc Mélenchon will mit der »präsidentiellen Monarchie« in Frankreich Schluss machen. Als neu gewählter Präsident werde er umgehend eine Konstituierende Versammlung einberufen, damit diese eine Verfassung für eine neue, sechste Republik ausarbeitet und beschließt.


wobei dieses Thema bereits besser in diesem Artikel dargelegt wurde, den ich hier schon verlinkt hab
Mélenchon
Zitat:
Ich würde gerne als letzter Präsident der Fünften Republik nach Annahme der neuen Verfassung durch das Volk nach Hause gehen können, so Mélenchon. Die „präsidiale Monarchie“ mit ihrem Hintertürentscheidungen wäre beendet. Theoretisch. In der Praxis braucht die Demokratie definitionsgemäß die aktive Teilnahme des Demos, daraus folgen: Senkung des Wahlalters, Verhältniswahlrecht, das Recht, Abgeordnete abzuwählen, echte Volksentscheide, parlamentarische Transparenz, Verbot der Lobbyarbeit.




Fillon beschuldigt Hollande der Verschwörung

Zitat:
Allerdings widersprach einer der Autoren des Buchs Fillons Aussagen. "Das haben wir nie geschrieben", sagte Didier Hassoux dem Sender Franceinfo. Der Einzige, der an die Existenz eines schwarzen Kabinetts im Élysée glaube, sei Fillon. Das Buch werde instrumentalisiert. Der Élysée-Palast teilte mit, die Exekutive habe sich seit Hollandes Amtsantritt 2012 niemals in irgendein richterliches Verfahren eingemischt und habe stets die Unabhängigkeit der Richterschaft respektiert. Von Fillons Affären habe der Präsident aus der Presse erfahren. "Der einzige Skandal betrifft nicht den Staat, sondern eine Person, die sich vor der Justiz verantworten müssen wird."

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Beitrag(#2089490) Verfasst am: 24.03.2017, 11:31    Titel: Antworten mit Zitat

Die "Demo" für Mélenchon war eine Wahlveranstaltung am 16. März in Paris, die allerdings tatsächlich 100.000 Leute auf die Beine gebracht hat.
Eine "Demo" im eigentlichen Sinn war's allerdings nicht, da hat sich die von dir zitierte Zeitung vermutlich etwas in ihren Quellen verlesen... das Ganze war unter anderem hier zu finden unter dem Titel "La démonstration de force de Jean-Luc Mélenchon" (also eine Machtdemonstration/ein Beweis der Stärke JL Mélenchons). Hat wohl der Übersetzer geschlampt oder die Übersetzungsfunktion von Google bemüht...

Mélenchon ist, was man hier einen "tribun" nennt, ein sehr geschickter Redner und er hat es wirklich drauf.

Was die Vermögenserklärungen betrifft:
- Le Pen ist stark unterschätzt, sie hat deswegen auch den Fiskus auf den Fersen...

- Fillon dürfte auch etwas unterbewertet haben, den hat (unter anderem) auch deswegen auch der Fiskus im Visier

- Macron selbst besitzt vermutlich tatsächlich nicht viel mehr, was auf seinen eigenen Namen eingetragen ist.
Was auf den Namen seiner Frau eingetragen ist (bzw was sie als eigenen Besitz mit in die Ehe gebracht hat), zählt dabei offiziell nicht: das ist ihr Eigentum, nicht seins.
Kommt drauf an, welches "régime matrimonial" sie haben (gibt 3 davon: völlige Gütertrennung, völlige Gütergemeinschaft und Zugewinngemeinschaft; letzteres ist das, was automatisch gilt, falls kein Ehevertrag es anders regelt: alles, was die Parteien vor der Ehe besassen, gehört jedem weiterhin als alleiniges Eigentum, nur was nach der Eheschliessung angeschafft wurde, gehört beiden zusammen; ausgenommen sind Erbschaften: die gehören jeweils dem Erben alleine)

- Mélenchon könnte stimmen, warum auch nicht? Politisch links zu stehen UND Geld zu haben schliessen sich nicht unbedingt aus... (Hollande z.B. stammt aus dem Grossbürgertum)

- der Einzige, der wirklich kein besonders grosses "Vermögen" besitzt, ist Poutou... zwinkern
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Beitrag(#2089705) Verfasst am: 27.03.2017, 05:14    Titel: Antworten mit Zitat

Die Bande des Monsieur Macron

Zitat:
Fazit: Emmanuel Macron, der als der neue Mann ohne Vergangenheit und ohne Beziehungen posiert, verkörpert mit seiner Person und mit seiner Umgebung das kompakte Aufgebot der Staatsaristokratie (Abteilung Finanzministerium) und der Hochfinanz, kurz: das „System“ schlechthin.


Link klickbar gemacht. vrolijke
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Beitrag(#2089848) Verfasst am: 29.03.2017, 03:08    Titel: Antworten mit Zitat

Im "National" der kanadischen CBC war gestern eine ausfuehrliche Reportage ueber den franzoesischen Praesidentschaftswahlkampf inklusive eines Interviews mit Marine Le Pen zu sehen.

Darin gab es auch einen kurzen Abriss der moslemischen Immigration nach Frankreich. Die paar kurzen Bilder einer Protestdemonstration aus den 80ger Jahren von Nordafrikanern, die nach dem Ende der franzoesischen Kolonialherrschaft in Nordafrika, als Kollaborateure der Konolialherren in ihrer Heimat keine Zukunft mehr sahen und sich folgerichtig in Frankreich ansiedelten, wo sie sich alsbald ausgegrenzt in den beruechtigten Banlieus wiederfanden, sagten alles aus, was man ueber die Ursache der heutigen Verhaeltnisse in Frankreich wissen muss.
Die damals fuer bessere Moeglichkeiten zur Integration demonstrierenden Menschen waren fast ausnahmslos westlich gekleidet. Kopftuecher sah man nur vereinzelt, weitergehende Verhuellungen ueberhaupt nicht, dafuer viel wallendes weibliches Haar.

Ob am Ende die heutige zunehmende Hinwendung der Kinder und Enkel dieser Menschen zum Islam, oft in seiner fundamentalistischen Auspraegung, mit dem zu tun hat, was der Kommentator ueber den fehlenden Erfolg dieser Proteste zu sagen wusste? Dass es naemlich alle franzoesischen Regierungen, inklusive der sozialistischen, die zum Zeitpunkt der gezeigten Massenproteste in Paris das Sagen hatte, nicht geschafft haben die sehr offensichtlich integrationswilligen Menschen auch tatsaechlich zu integrieren? Stattdessen wurden sie in eigene Ghettos abgedraengt und dort vergessen. Ihren Kindern wurde der gleichberechtigte Zugang zu Bildung und Zukunftschancen verwehrt und das Ergebnis kann man heute besichtigen. Statt Integration steht heute in den Banlieus die Rueckbesinnung auf die alten Traditionen aus der alten Heimat der Vorfahren auf dem Programm und so eine Demagogin wie Le Pen stellt sich dann hin und wirft den Leuten "Integrationsunwilligkeit" vor, so als ob die Le Pens damals wie heute jemals an der Integration der Neubuerger und ihrer Nachkommen interessiert gewesen waeren.

Mein Fazit: Die Probleme mit dem radikalen Islam in Frankreich und auch andernorts in Europa kommen nicht von aussen, sondern die sind hausgemacht! Nicht der Islam ist schuld an fehlender Integration, sondern es ist die fehlende Integration, die zunehmend junge Moslems in Europa radikalen islamistischen Rattenfaengern in die Arme treibt! Und Politiker wie Marine Le Pen, die diese Zusammenhaenge nicht erkennen koennen oder wollen, werden mit ihren untauglichen Rezepten wie "Moslembann" und "Kleiderverboten" nicht nur die drohende gesellschaftliche Spaltung nicht verhindern koennen, sondern sie im Gegenteil noch verschaerfen und beschleunigen. Sie werden den dschihadistischen Terror nicht nur nicht in den Griff bekommen, sondern die abgehaengten und ausgegrenzten Bewohner der Banlieus erst richtig reif fuer islamistische Radikalisierung machen!
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