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Was ist ein "Christ" (>"Christentum") ?
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5513

Beitrag(#2090651) Verfasst am: 06.04.2017, 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:

Es heißt aber „Christentum“, nicht „Jesuismus“.

Richtig.

Dennoch dreht sich vieles im Christentum nach wie vor um Jesus. Nicht nur an Weihnachten und Ostern. Weiß jemand, wie oft Jesus in Predigten oder im Wort zum Sonntag erwähnt wird? Die Zahl wird hoch sein. Da erwarte ich von den Predigern einen gelegentlichen Hinweis, daß man Jesus doch nicht so unbedingt folgt.

Die Quäker machen das ganz gut. Für sie ist Jesus eine Quelle, aber nicht die Wahrheit. "Jesus sagt dies, die Apostel sagen jenes, aber was sagst du?"

Das gefällt mir, diesen klaren Umgang mit der Überlieferung respektiere ich.


Es scheint dir überhaupt viel darum zu gehen, was dir gefällt und was nicht. Ich stelle einfach nur fest, daß ich von außen nicht entscheiden kann, wer „zur Recht“ als Christ gilt, und wer nicht. Das Christentum hat schon so oft seine Moden gewechselt, daß man zwar eine historische Entwicklung beschreiben, aber keine inhaltlichen Kriterien angeben kann.

smallie hat folgendes geschrieben:

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Ich finde, solche Debatten führen zu nichts.

Spätestens wenn es um die "Leitkultur" geht, kommst du um die Debatte nicht mehr herum.


Ach, Quatsch! zwinkern Jede Debatte um „Leitkultur“ ist bisher an ihrer eigenen Inhaltslosigkeit eingegangen. Am Ende reduziert es sich auf Verhaltensnormen, daß man bei Rot nicht über die Ampel geht und Frauen nicht an den Hinter faßt. Das wirst du kaum „christliche Leitkultur“ nennen.

smallie hat folgendes geschrieben:


Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Es geht mir auch nicht um „Recht“ haben, und schon gar nicht darum, den Christen vorzuhalten, sie seien ja eigentlich gar keine.

Es bereitet mir geradezu diebische Freude, das jenen Christen vorzuhalten, die nicht näher über ihr Christsein nachgedacht haben, aber Forderungen aufstellen. Etwa "CSU" mit "DDR"-Anführungszeichen.

(Ich könnte mich gerade schwarz ärgern, weil die Schule für Freitag einen Abschußgottesdienst angesetzt hat, ohne Alternativprogramm für die Heiden.)


Ich sag ja, es scheint mir mehr um deine Vorlieben zu gehen als um die analytische Frage, was es denn inhaltlich mit dem Christentum auf sich habe.

smallie hat folgendes geschrieben:


Marcellinus hat folgendes geschrieben:

Gretchenfrage: kann man Christ sein, und nicht an einen personalen Gott glauben?


In der Praxis? Ja.

smallie hat folgendes geschrieben:

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Mir reicht es eigentlich, Ideologiekritik insofern zu betreiben, daß ich dem Erkenntniswert von Religionen untersuche, und der geht nun einmal gegen Null, ...

Gegen Null?

Im Profund-Profan-Prophetisch-Thread gab es also kein einziges Zitat, das dir irgend etwas sagt?



So isses!

smallie hat folgendes geschrieben:


Marcellinus hat folgendes geschrieben:
... und mich ansonsten auf die soziologische Analyse dessen zu beschränken, welche Rolle Religionen in der Sozio- und Psychogenese unserer Gesellschaften wie der Menschen, die sie gebildet haben und noch bilden, spielt.

Und du denkst, das geht, wenn du die Inhalte der Religionen ignorierst?


Ja. Ich sag es mal etwas deutlicher: ich bin der betoniert zu nennen den Auffassung, daß Religionen keinen „Inhalt“ haben. Es sind Fantasievorstellungen, gegen die die meisten Träume geradezu konkret sind. Credo quia absurdum.

smallie hat folgendes geschrieben:

Gerade sagtest du noch: der Erkenntniswert von Religionen ginge gegen null. Du hast also eine klare Einstellung zur Sache - ob du das nun verteidigst oder nicht. Verpflichtet bist mir gegenüber nicht.


Richtig! Lachen

smallie hat folgendes geschrieben:

Ja, und? Elektrische Anziehung von Plus und Minus und magnetische Anziehung von Nord und Süd sind unterschiedliche Phänomene, und trotzdem lassen sie sich mit ähnlichen Gesetzen beschreiben.

Es geht um die Abstraktion dahinter. Robert Bellah schreibt, und das soll ein Beleg dafür sein, daß der evolutionäre Ansatz inzwischen auch bei den Soziologen angekommen ist:

Zitat:
Robert N. Bellah - Religion in Human Evolution 2011

Auch wenn Moral und Religion evolutionäre Neubildungen sind, was inzwischen vielfach angenommen, so kann Evolution nicht sagen, welcher zu folgen sei.

Even though, as is now widely believed, morality and religion are evolutionary emergents, evolution cannot tell us which of them to follow

S. 48


Mein Standardverweis: Warum gibt es Monogamie? Ohne evolutionären Rahmen dürfte es schwer fallen, das zu erklären.



Das ist ein ganz anderes Thema. Wir kommen schon mit diesem nicht weiter.
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

Friedrich Nietzsche
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 4579

Beitrag(#2090654) Verfasst am: 06.04.2017, 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Wieso sollen Phantasievorstellungen keinen Inhalt haben?

Auch Andersens Märchen, die Edda, Lord of the Rings und Harry Potter haben einen Inhalt. Dies - Marcellinus - dürftest du den Evangelien kaum absprechen können. Oder worin siehst du den Widerspruch zu den vorgenannten? Auch wenn es mehrere sich widersprechende Geschichten über Aggamemmnon (richtig geschrieben?) gibt, dürftest du jeder einzelnen Geschichte für sich den Inhalt nicht absprechen können.
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"Diese Religion ist voll die Seuche." Donmartin
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fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20037
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2090656) Verfasst am: 06.04.2017, 15:28    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
...Am Ende reduziert es sich auf Verhaltensnormen, daß man bei Rot nicht über die Ampel geht und Frauen nicht an den Hinter faßt. Das wirst du kaum „christliche Leitkultur“ nennen. ....

Hast Du ne Ahnung. was meinst Du, warum ich aus der Kirche ausgetreten bin. Bestimmt nicht wegen der Ampel. Sehr glücklich
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20037
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2090657) Verfasst am: 06.04.2017, 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
... Aggamemmnon (richtig geschrieben?) ....

nö. Agamemnon. Aber Deine Version ist auch lustig.
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5513

Beitrag(#2090660) Verfasst am: 06.04.2017, 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Wieso sollen Phantasievorstellungen keinen Inhalt haben?

Auch Andersens Märchen, die Edda, Lord of the Rings und Harry Potter haben einen Inhalt. Dies - Marcellinus - dürftest du den Evangelien kaum absprechen können. Oder worin siehst du den Widerspruch zu den vorgenannten? Auch wenn es mehrere sich widersprechende Geschichten über Aggamemmnon (richtig geschrieben?) gibt, dürftest du jeder einzelnen Geschichte für sich den Inhalt nicht absprechen können.


OK, keinen überprüfbaren Inhalt. Wie heißt es so schön: die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! Lachen

Er fehlt mir natürlich nicht wirklich, nur sind das eben alles Fantasievorstellungen, aus denen sich jeder raussucht, was er will, und es dann auch noch nach Belieben auslegt.
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Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 15108
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Beitrag(#2090661) Verfasst am: 06.04.2017, 15:57    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Gretchenfrage: kann man Christ sein, und nicht an einen personalen Gott glauben?

Nein.
Man kann sich heutzutage freilich als Christ bezeichnen, ja sogar Kirchensteuer bezahlen und den größten Unfug glauben und sich eine eigene Lehre zurechtschneidern, ohne verbrannt zu werden. Aber das Christentum beruht auf einem personalen Gott. Zumindest die evg. Variante, die ich mal gelernt habe, sicher wohl auch die katholische. Egal, was auch Theologen faseln, ist die Lehre im Grunde kurz und bündig: Jesus ist Gott - und er war und ist eine Person und er ist der Christus. Wer das nicht (mehr) glaubt ist kein Christ.
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 4579

Beitrag(#2090662) Verfasst am: 06.04.2017, 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Wieso sollen Phantasievorstellungen keinen Inhalt haben?

Auch Andersens Märchen, die Edda, Lord of the Rings und Harry Potter haben einen Inhalt. Dies - Marcellinus - dürftest du den Evangelien kaum absprechen können. Oder worin siehst du den Widerspruch zu den vorgenannten? Auch wenn es mehrere sich widersprechende Geschichten über Aggamemmnon (richtig geschrieben?) gibt, dürftest du jeder einzelnen Geschichte für sich den Inhalt nicht absprechen können.


OK, keinen überprüfbaren Inhalt. Wie heißt es so schön: die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! Lachen

Er fehlt mir natürlich nicht wirklich, nur sind das eben alles Fantasievorstellungen, aus denen sich jeder raussucht, was er will, und es dann auch noch nach Belieben auslegt.

Literatur braucht keinen überprüfbaren Inhalt.
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5513

Beitrag(#2090663) Verfasst am: 06.04.2017, 16:09    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Wieso sollen Phantasievorstellungen keinen Inhalt haben?

Auch Andersens Märchen, die Edda, Lord of the Rings und Harry Potter haben einen Inhalt. Dies - Marcellinus - dürftest du den Evangelien kaum absprechen können. Oder worin siehst du den Widerspruch zu den vorgenannten? Auch wenn es mehrere sich widersprechende Geschichten über Aggamemmnon (richtig geschrieben?) gibt, dürftest du jeder einzelnen Geschichte für sich den Inhalt nicht absprechen können.


OK, keinen überprüfbaren Inhalt. Wie heißt es so schön: die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! Lachen

Er fehlt mir natürlich nicht wirklich, nur sind das eben alles Fantasievorstellungen, aus denen sich jeder raussucht, was er will, und es dann auch noch nach Belieben auslegt.

Literatur braucht keinen überprüfbaren Inhalt.


Nicht mehr wollte ich sagen! Smilie
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 4579

Beitrag(#2090666) Verfasst am: 06.04.2017, 16:18    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Wieso sollen Phantasievorstellungen keinen Inhalt haben?

Auch Andersens Märchen, die Edda, Lord of the Rings und Harry Potter haben einen Inhalt. Dies - Marcellinus - dürftest du den Evangelien kaum absprechen können. Oder worin siehst du den Widerspruch zu den vorgenannten? Auch wenn es mehrere sich widersprechende Geschichten über Aggamemmnon (richtig geschrieben?) gibt, dürftest du jeder einzelnen Geschichte für sich den Inhalt nicht absprechen können.


OK, keinen überprüfbaren Inhalt. Wie heißt es so schön: die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! Lachen

Er fehlt mir natürlich nicht wirklich, nur sind das eben alles Fantasievorstellungen, aus denen sich jeder raussucht, was er will, und es dann auch noch nach Belieben auslegt.

Literatur braucht keinen überprüfbaren Inhalt.


Nicht mehr wollte ich sagen! Smilie

Ok. Aber: Was ist schlecht/falsch daran; bzw: Was spricht dagegen?
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5513

Beitrag(#2090667) Verfasst am: 06.04.2017, 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Gretchenfrage: kann man Christ sein, und nicht an einen personalen Gott glauben?

Nein.
Man kann sich heutzutage freilich als Christ bezeichnen, ja sogar Kirchensteuer bezahlen und den größten Unfug glauben und sich eine eigene Lehre zurechtschneidern, ohne verbrannt zu werden. Aber das Christentum beruht auf einem personalen Gott. Zumindest die evg. Variante, die ich mal gelernt habe, sicher wohl auch die katholische. Egal, was auch Theologen faseln, ist die Lehre im Grunde kurz und bündig: Jesus ist Gott - und er war und ist eine Person und er ist der Christus. Wer das nicht (mehr) glaubt ist kein Christ.


Und wer sagt das? Ein Nicht-Christ. Wenig überzeugend. Weil es sofort die Frage anschließt, was eigentlich ein "Gott" ist. Vertrau mir. Ich habe das lange genug mit Gläubigen diskutiert. Du kriegst keine eindeutige Antwort. Einen Begriff dieser Art kann man nicht definieren. Leichter kann man einen Pudding an die Wand nageln.

Wenn du aber nicht sagen kannst, was ein "Gott" ist, macht die Frage, ob jemand an einen "Gott" glaubt, keinen Sinn. Übrigens auch nicht die Aussage, man glaube nicht daran. Das einzige, was du sagen kannst, ist, ob jemand Teil der Tradition ist, die Begriffe wie Christus oder Gott in der Beschreibung ihrer Weltanschauung verwendet, gewissermaßen eine Sprachtradition.

P.S.: "Jesus ist Gott - und er war und ist eine Person und er ist der Christus." ist selbst nach christologischen Maßstäben eine hoffnungslose Vereinfachung. zwinkern
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5513

Beitrag(#2090668) Verfasst am: 06.04.2017, 16:31    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:

Ok. Aber: Was ist schlecht/falsch daran; bzw: Was spricht dagegen?


Gar nichts, solange man nicht etwas anderes behauptet. Aber so wie es nicht das eine richtige Verständnis von Andersens Märchen gibt, so gibt es nicht das eine richtige Verständnis der Bibel, es sei denn, die Christen könnten dieses eine Verständnis nach innen durchsetzen. Aber das haben sie nicht mal geschafft, als sie noch mehr Macht hatten als heute. Im Islam läuft im Moment ebenfalls der Versuch, ein einziges Verständnis durchzusetzen. Ich wage zu behaupten, daß auch das nicht gelingen wird. Wie heißt es doch: Am Anfang war das Wort, und das Wort bedarf der Auslegung. zwinkern
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sehr gut
im Hamsterrad



Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 10146

Beitrag(#2090669) Verfasst am: 06.04.2017, 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Ich stelle einfach nur fest, daß ich von außen nicht entscheiden kann, wer „zur Recht“ als Christ gilt, und wer nicht. Das Christentum hat schon so oft seine Moden gewechselt, daß man zwar eine historische Entwicklung beschreiben, aber keine inhaltlichen Kriterien angeben kann.

Zumindest Christen in einem 'reiferen' Stadium sollte man erkennen können wenn man auf die Ziele eines Weges schaut, denn auch bei den Christen geht es wie bei Mose um ein "gelobtes Land", nur eben nicht um ein äusseres sondern ein inneres(bzw von Innen). Sowas sollte man schon sehen können.

Aber genau das ist der Punkt der für mich gegen diesen Weg spricht, denn ich kann mich nicht an jemanden erinnern an dem ich sowas gesehen hätte. Nicht mal 1.
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schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 8184

Beitrag(#2090682) Verfasst am: 06.04.2017, 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Ich stelle einfach nur fest, daß ich von außen nicht entscheiden kann, wer „zur Recht“ als Christ gilt, und wer nicht. Das Christentum hat schon so oft seine Moden gewechselt, daß man zwar eine historische Entwicklung beschreiben, aber keine inhaltlichen Kriterien angeben kann.

Zumindest Christen in einem 'reiferen' Stadium sollte man erkennen können wenn man auf die Ziele eines Weges schaut, denn auch bei den Christen geht es wie bei Mose um ein "gelobtes Land", nur eben nicht um ein äusseres sondern ein inneres(bzw von Innen). Sowas sollte man schon sehen können.

Aber genau das ist der Punkt der für mich gegen diesen Weg spricht, denn ich kann mich nicht an jemanden erinnern an dem ich sowas gesehen hätte. Nicht mal 1.

Ich auch nicht.
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Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5513

Beitrag(#2090685) Verfasst am: 06.04.2017, 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Ich stelle einfach nur fest, daß ich von außen nicht entscheiden kann, wer „zur Recht“ als Christ gilt, und wer nicht. Das Christentum hat schon so oft seine Moden gewechselt, daß man zwar eine historische Entwicklung beschreiben, aber keine inhaltlichen Kriterien angeben kann.

Zumindest Christen in einem 'reiferen' Stadium sollte man erkennen können wenn man auf die Ziele eines Weges schaut, denn auch bei den Christen geht es wie bei Mose um ein "gelobtes Land", nur eben nicht um ein äusseres sondern ein inneres(bzw von Innen). Sowas sollte man schon sehen können.

Aber genau das ist der Punkt der für mich gegen diesen Weg spricht, denn ich kann mich nicht an jemanden erinnern an dem ich sowas gesehen hätte. Nicht mal 1.


Dein Post strotzt nur so von schwammigen Begriffen. Was soll ein "reifes Stadium" sein, und wer beurteilt das? Was ist ein "gelobtes Land". Meines Wissens wird dieser Begriff im NT überhaupt nicht verwendet. Und daß es im Christentum um einen Weg nach "Innen" ginge, ist dein Privatvorstellung. Manche Christen sehen das so, die meisten wohl nicht. Schließlich sollte es dich nicht wundern, daß du das, was du im Christentum siehst oder suchst, bei Christen nicht findest, ist es doch dein persönliche Illusion. Wobei ich sicher bin, unter den über 2 Mrd. Christen wirst du auch solche mit deinen Vorlieben finden. Du hast nur nicht lange genug gesucht. Sehr glücklich
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zelig
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Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22219

Beitrag(#2090700) Verfasst am: 06.04.2017, 19:04    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
...Und somit auch das voraussetzungslose Sprechen darüber ummöglich.

Wenn Du schon so penibel bist: Ein voraussetzungsloses Sprechen ist generell unmöglich. Nicht nur, dass es der Sprache und des Sprechers bedarf, jede Sprache transportiert die Geschichte ihrer eigenen Entwicklung, und damit in ihrem Vokabular auch, worauf sich die Leute während dieser Geschichte geeinigt haben.

Versuch mal, dich mit einem unbeschulten San über das Bruttosozialprodukt Deutschlands zu unterhalten. :)


Schon klar. Die Überlegung hat jedoch die Abgrenzung der faktischen zur notwendigen Voraussetzung zum Inhalt. Was in dem Schnipsel natürlich nicht mehr sichtbar ist.
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sehr gut
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Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 10146

Beitrag(#2090709) Verfasst am: 06.04.2017, 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Was soll ein "reifes Stadium" sein, und wer beurteilt das?

Wenn du in ein Flugzeug steigst sitzt links vorne der Flugkapitän, rechts der Co-Pilot. Um Flugkapitän zu werden musste er/sie u.a. je nach Airline eine bestimmte Anzahl Flugstunden an Flugerfahrung aufweisen(3000 bis 6000).

Übertragen könnte man sagen, wenigstens diejenigen die zB 25 Jahre aktiv in einer Gemeinde/Kirche waren ("Älteste") an denen sollte man die Ziele deren Weges erkennen können(muß ja nicht gleich in Vollkommenheit erscheinen).

Zitat:
Was ist ein "gelobtes Land". Meines Wissens wird dieser Begriff im NT überhaupt nicht verwendet. Und daß es im Christentum um einen Weg nach "Innen" ginge, ist dein Privatvorstellung. Manche Christen sehen das so, die meisten wohl nicht.

Lies mal die Paulus-Briefe und zähle wie oft der Begriff "Geist" [Gottes] zitiert wird, und wo der bei denen sein soll.

Paulus: "Denn das Reich Gottes ist [..] Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist"
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smallie
Mädchen.



Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2346

Beitrag(#2090716) Verfasst am: 06.04.2017, 20:24    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:

Es heißt aber „Christentum“, nicht „Jesuismus“.

Richtig.

Dennoch dreht sich vieles im Christentum nach wie vor um Jesus. Nicht nur an Weihnachten und Ostern. Weiß jemand, wie oft Jesus in Predigten oder im Wort zum Sonntag erwähnt wird? Die Zahl wird hoch sein. Da erwarte ich von den Predigern einen gelegentlichen Hinweis, daß man Jesus doch nicht so unbedingt folgt.

Die Quäker machen das ganz gut. Für sie ist Jesus eine Quelle, aber nicht die Wahrheit. "Jesus sagt dies, die Apostel sagen jenes, aber was sagst du?"

Das gefällt mir, diesen klaren Umgang mit der Überlieferung respektiere ich.


Es scheint dir überhaupt viel darum zu gehen, was dir gefällt und was nicht.

Warum mir das gefällt steht dabei.

Natürlich bist du nicht verpflichtet, zu sagen, warum du das ignorierst. Zustimmung



Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Ich stelle einfach nur fest, daß ich von außen nicht entscheiden kann, wer „zur Recht“ als Christ gilt, und wer nicht. Das Christentum hat schon so oft seine Moden gewechselt, daß man zwar eine historische Entwicklung beschreiben, aber keine inhaltlichen Kriterien angeben kann.

Jetzt hast du meine morbide Seite geweckt.

Bei den Römern wurden die Christen einfach gefoltert und jene, die nicht abgeschworen haben, waren die "echten" Christen ...

Inhaltliches Kriterium: ans Kreuz nageln lassen oder Sprenggürtel umbinden. Wer ist der Christ?



Marcellinus hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Mir reicht es eigentlich, Ideologiekritik insofern zu betreiben, daß ich dem Erkenntniswert von Religionen untersuche, und der geht nun einmal gegen Null, ...

Gegen Null?

Im Profund-Profan-Prophetisch-Thread gab es also kein einziges Zitat, das dir irgend etwas sagt?


So isses!

Was ist, wenn ein (antiker) Philosoph das selbe sagt, wie irgend eine Religion? Sprichst du dem Philosophen dann auch den Erkenntniswert ab?



Marcellinus hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
... und mich ansonsten auf die soziologische Analyse dessen zu beschränken, welche Rolle Religionen in der Sozio- und Psychogenese unserer Gesellschaften wie der Menschen, die sie gebildet haben und noch bilden, spielt.

Und du denkst, das geht, wenn du die Inhalte der Religionen ignorierst?


Ja. Ich sag es mal etwas deutlicher: ich bin der betoniert zu nennen den Auffassung, daß Religionen keinen „Inhalt“ haben. Es sind Fantasievorstellungen, gegen die die meisten Träume geradezu konkret sind. Credo quia absurdum.

Na, da haben sich ja die zwei richtigen Betonköpfe getroffen. Mr. Green

Nochmal William James. Für ihn ist Religion (unter anderem) eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Du triffst Fremde - wie werden sie mit dir umgehen, wie gehst du mit ihnen um. Laut James macht es einen Unterschied, welche Annahmen du mitbringst. Befürchtest du, auf's Maul zu bekommen, oder erwartes du freundliches Auskommen? Deine Haltung wird den weiteren Verlauf des Treffens beeinflussen.

Die "Fantasievorstellung" hat aus Nichts etwas gemacht. Das Credo kann absurd sein, wenn es nur einen funktionalen Kern hat.



Marcellinus hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Ja, und? Elektrische Anziehung von Plus und Minus und magnetische Anziehung von Nord und Süd sind unterschiedliche Phänomene, und trotzdem lassen sie sich mit ähnlichen Gesetzen beschreiben.

Es geht um die Abstraktion dahinter. Robert Bellah schreibt, und das soll ein Beleg dafür sein, daß der evolutionäre Ansatz inzwischen auch bei den Soziologen angekommen ist:

Zitat:
Robert N. Bellah - Religion in Human Evolution 2011

Auch wenn Moral und Religion evolutionäre Neubildungen sind, was inzwischen vielfach angenommen, so kann Evolution nicht sagen, welcher zu folgen sei.

Even though, as is now widely believed, morality and religion are evolutionary emergents, evolution cannot tell us which of them to follow

S. 48


Mein Standardverweis: Warum gibt es Monogamie? Ohne evolutionären Rahmen dürfte es schwer fallen, das zu erklären.


Das ist ein ganz anderes Thema. Wir kommen schon mit diesem nicht weiter.

Ach so. Wenn ich sage, das gefällt mir, dann bin ich unanalytisch. Wenn ich analytisch sein will, dann ist es ein anderes Thema. CATCH-22. Aus der Falle komme ich nicht raus. Aber du hast recht, das ist wirklich ein anderes Thema. Für meine Zwecke und für diesen Thread war das Zitat so gemeint:

Mindestens ein Soziologe schreibt den Religionen unterscheidbare Inhalte zu.
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fwo
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Beiträge: 20037
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2090717) Verfasst am: 06.04.2017, 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
....
Bei den Römern wurden die Christen einfach gefoltert und jene, die nicht abgeschworen haben, waren die "echten" Christen ...

Ah, danke. Jetzt weiß ich endlich woher die Christen den Wasser-Trick mit den Hexen hatten: Die die keine waren, sind halt ertrunken. Pech gehabt.
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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2346

Beitrag(#2090718) Verfasst am: 06.04.2017, 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

Erstaunlich. Genau das ist mir auch durch den Kopf gegangen, hab's nur nicht hingeschrieben.
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Skeptiker
linksunten



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 12717
Wohnort: Lovetown

Beitrag(#2090719) Verfasst am: 06.04.2017, 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:

Es heißt aber „Christentum“, nicht „Jesuismus“.

Richtig.

Dennoch dreht sich vieles im Christentum nach wie vor um Jesus. Nicht nur an Weihnachten und Ostern. Weiß jemand, wie oft Jesus in Predigten oder im Wort zum Sonntag erwähnt wird? Die Zahl wird hoch sein. Da erwarte ich von den Predigern einen gelegentlichen Hinweis, daß man Jesus doch nicht so unbedingt folgt.

Die Quäker machen das ganz gut. Für sie ist Jesus eine Quelle, aber nicht die Wahrheit. "Jesus sagt dies, die Apostel sagen jenes, aber was sagst du?"

Das gefällt mir, diesen klaren Umgang mit der Überlieferung respektiere ich.


Es scheint dir überhaupt viel darum zu gehen, was dir gefällt und was nicht.

Warum mir das gefällt steht dabei.

Natürlich bist du nicht verpflichtet, zu sagen, warum du das ignorierst. Zustimmung



Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Ich stelle einfach nur fest, daß ich von außen nicht entscheiden kann, wer „zur Recht“ als Christ gilt, und wer nicht. Das Christentum hat schon so oft seine Moden gewechselt, daß man zwar eine historische Entwicklung beschreiben, aber keine inhaltlichen Kriterien angeben kann.

Jetzt hast du meine morbide Seite geweckt.

Bei den Römern wurden die Christen einfach gefoltert und jene, die nicht abgeschworen haben, waren die "echten" Christen ...

Inhaltliches Kriterium: ans Kreuz nageln lassen oder Sprenggürtel umbinden. Wer ist der Christ?



Marcellinus hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Mir reicht es eigentlich, Ideologiekritik insofern zu betreiben, daß ich dem Erkenntniswert von Religionen untersuche, und der geht nun einmal gegen Null, ...

Gegen Null?

Im Profund-Profan-Prophetisch-Thread gab es also kein einziges Zitat, das dir irgend etwas sagt?


So isses!

Was ist, wenn ein (antiker) Philosoph das selbe sagt, wie irgend eine Religion? Sprichst du dem Philosophen dann auch den Erkenntniswert ab?



Marcellinus hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
... und mich ansonsten auf die soziologische Analyse dessen zu beschränken, welche Rolle Religionen in der Sozio- und Psychogenese unserer Gesellschaften wie der Menschen, die sie gebildet haben und noch bilden, spielt.

Und du denkst, das geht, wenn du die Inhalte der Religionen ignorierst?


Ja. Ich sag es mal etwas deutlicher: ich bin der betoniert zu nennen den Auffassung, daß Religionen keinen „Inhalt“ haben. Es sind Fantasievorstellungen, gegen die die meisten Träume geradezu konkret sind. Credo quia absurdum.

Na, da haben sich ja die zwei richtigen Betonköpfe getroffen. Mr. Green

Nochmal William James. Für ihn ist Religion (unter anderem) eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Du triffst Fremde - wie werden sie mit dir umgehen, wie gehst du mit ihnen um. Laut James macht es einen Unterschied, welche Annahmen du mitbringst. Befürchtest du, auf's Maul zu bekommen, oder erwartes du freundliches Auskommen? Deine Haltung wird den weiteren Verlauf des Treffens beeinflussen.

Die "Fantasievorstellung" hat aus Nichts etwas gemacht. Das Credo kann absurd sein, wenn es nur einen funktionalen Kern hat.

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Ja, und? Elektrische Anziehung von Plus und Minus und magnetische Anziehung von Nord und Süd sind unterschiedliche Phänomene, und trotzdem lassen sie sich mit ähnlichen Gesetzen beschreiben.

Es geht um die Abstraktion dahinter. Robert Bellah schreibt, und das soll ein Beleg dafür sein, daß der evolutionäre Ansatz inzwischen auch bei den Soziologen angekommen ist:

Zitat:
Robert N. Bellah - Religion in Human Evolution 2011

Auch wenn Moral und Religion evolutionäre Neubildungen sind, was inzwischen vielfach angenommen, so kann Evolution nicht sagen, welcher zu folgen sei.

Even though, as is now widely believed, morality and religion are evolutionary emergents, evolution cannot tell us which of them to follow

S. 48


Mein Standardverweis: Warum gibt es Monogamie? Ohne evolutionären Rahmen dürfte es schwer fallen, das zu erklären.


Das ist ein ganz anderes Thema. Wir kommen schon mit diesem nicht weiter.

Ach so. Wenn ich sage, das gefällt mir, dann bin ich unanalytisch. Wenn ich analytisch sein will, dann ist es ein anderes Thema. CATCH-22. Aus der Falle komme ich nicht raus. Aber du hast recht, das ist wirklich ein anderes Thema. Für meine Zwecke und für diesen Thread war das Zitat so gemeint:

Mindestens ein Soziologe schreibt den Religionen unterscheidbare Inhalte zu.


Marcellinus hat weder ein Verständnis von dem was Religion ist - es sei denn die des Finanzamtes, welches ankreuzen lässt, zu welcher *Religionsgemeinschaft* man gehöre - noch besitzt er eine Religionskritik.

Sondern seine Aussage ist einfach: Religion ist, wie sie ist, das habe sich historisch so entwickelt und alles habe sich außerdem verändert und basta. Man kriege Religion einfach nicht zu fassen, also sei sie einfach eine Gruppe.

Soziologisch gesehen ist das genau das, Marcellinus der Religion vorwirft, nämlich inhaltslos.

Denn wenn man als Soziologe nicht einmal die Frage nach gesellschaftlichen Funktion von Religion - hier: dem Christentum - stellt, dann ist man kein Soziologe.

Ich würde halt noch genauer fragen, welche Position nimmt das Christentum über die verschiedenen Jahrhunderte zur Klassenfrage ein? Und welche Position nimmt etwa das Christentum zur Frage der menschliche Emanzipation ein?

Die Antworten darauf differieren in der Tat von Epoche zu Epoche und heute übernimmt nicht allein das Christentum in diesem unseren Lande herrschaftserhaltende Funktionen. Nein, heute gibt es darüber hinaus ganz neuartige Herrschaftsmethoden, welche die christliche Religion zum großen Teil ersetzt hat und in Zukunft noch weiter ersetzen wird.

Ist es also unter diesem - wie sagt man - *Blickwinkel* eine frohe Botschaft, dass das Christentum eine immer geringere gesellschaftliche Rolle spielt ...-?
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Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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Marcellinus
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Beitrag(#2090760) Verfasst am: 07.04.2017, 09:51    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Marcellinus hat weder ein Verständnis von dem was Religion ist - es sei denn die des Finanzamtes, welches ankreuzen lässt, zu welcher *Religionsgemeinschaft* man gehöre - noch besitzt er eine Religionskritik.

Sondern seine Aussage ist einfach: Religion ist, wie sie ist, das habe sich historisch so entwickelt und alles habe sich außerdem verändert und basta. Man kriege Religion einfach nicht zu fassen, also sei sie einfach eine Gruppe.

Soziologisch gesehen ist das genau das, Marcellinus der Religion vorwirft, nämlich inhaltslos.

Denn wenn man als Soziologe nicht einmal die Frage nach gesellschaftlichen Funktion von Religion - hier: dem Christentum - stellt, dann ist man kein Soziologe.


Das Problem ist, du hast die Fragestellung nicht verstanden: Sie war nicht: Was ist Religion?, sondern wann genau ist man EIN Christ! Thema verfehlt!
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Marcellinus
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Beitrag(#2090766) Verfasst am: 07.04.2017, 10:28    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Ich stelle einfach nur fest, daß ich von außen nicht entscheiden kann, wer „zur Recht“ als Christ gilt, und wer nicht. Das Christentum hat schon so oft seine Moden gewechselt, daß man zwar eine historische Entwicklung beschreiben, aber keine inhaltlichen Kriterien angeben kann.

Jetzt hast du meine morbide Seite geweckt.

Bei den Römern wurden die Christen einfach gefoltert und jene, die nicht abgeschworen haben, waren die "echten" Christen ...

Inhaltliches Kriterium: ans Kreuz nageln lassen oder Sprenggürtel umbinden. Wer ist der Christ?


Interessanterweise haben die frühen Christen genau das diskutiert. Stichwort: Donatistenstreit. Es ging darum, was mit denen passieren sollte, die während der Diokletian’schen Verfolgungen abgefallen waren (und nein: auch die anderen hatte man nicht alle umgebracht, sonst hätte es diesen Streit nicht gegeben). Der lange Rede kurzer Sinn: die Donatisten wollten alle Abgefallenen ausschließen. Sie konnten sich nicht durchsetzen. Christ ist auch der, der sich vorübergehend als Nicht-Christ bekennt. Nun kommst du!

smallie hat folgendes geschrieben:

Was ist, wenn ein (antiker) Philosoph das selbe sagt, wie irgend eine Religion? Sprichst du dem Philosophen dann auch den Erkenntniswert ab?


Das wäre wieder ein eigener Thread: Entwicklung des menschlichen Wissens aus vorwissenschaftlichen Erkenntnisformen.

smallie hat folgendes geschrieben:

Die "Fantasievorstellung" hat aus Nichts etwas gemacht. Das Credo kann absurd sein, wenn es nur einen funktionalen Kern hat.


Ja, Glaubensvorstellungen können neben fantastischen Gehalten auch realistische haben. Vermutlich müssen sie das sogar, um erfolgreich zu sein. Aber es ist eine merkwürdige Form von Realismus, wie bei dem regentanzenden Schamanen. Er tanzt und nach einer gewissen Zeit regnet es. Das kann lange funktionieren. Bis durch eine Klimaänderung der Regen auf einmal ausbleibt, Getanze hin oder her. Und dann kann man merken, daß der Regen auch vorher nicht wegen der Tänze kam. Soviel zum Verhältnis von Erfolg und „funktionalem Kern“.

smallie hat folgendes geschrieben:

Mindestens ein Soziologe schreibt den Religionen unterscheidbare Inhalte zu.


Ich habe schon Skeptiker zu sagen versucht, daß das nicht unser Thema war. Unser Thema war die Frage, woran ich einen einzelnen Christen erkenne. Meine Position ist bis heute: daran, daß er sich selbst und andere ihn für einen Christen halten, meistens in Form einer Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche oder Sekte; kurz: dadurch, daß er Teil einer bestimmten narrativen Tradition ist, sich selbst also mindestens als Christ bezeichnet. Ansonsten hat nach 2000 Jahren Entwicklung das Christentum so viele Inhalte an- und aufgenommen, daß du persönlich darunter alles und nichts verstehen kannst.

Die verschiedenen Christentümer als soziale Organisationen dagegen bemühen sich redlich, „inhaltlich“ bestimmbar zu sein, was immer „inhaltlich“ im Zusammenhang einer Religion oder Konfession bedeuten mag. Ganze Generationen von Theologen haben darüber ganze Schrankwände vollgeschrieben, und ja, den Einfluß, den Religionsvereine auf den sozialen Prozeß gehabt haben und noch haben, und die Wechselwirkungen zwischen Religionsvereinen und den übrigen gesellschaftlichen Gruppen, die Veränderung der Machtgewichte kann man beschreiben. Da wird man Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Religionen finden, wie auch zwischen den verschiedenen Gesellschaften, deren jeweiliger Teil sie sind.

Und noch eins zum Schluß: Während ich immer noch sehr bezweifle, ob man ein gemeinsames Kriterium für „Christ sein“ angeben kann außer der Zugehörigkeit zur Gruppe der Christen, gibt es doch ein Ausschlußkriterium. Wenn jemand ausdrücklich sagt, er sei kein Christ, dann wird er auch von dem meisten auch nicht für einen gehalten. Obwohl: keine Regel ohne Ausnahme: Stichwort: Anonymer Christ! Lachen
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fwo
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Beitrag(#2090769) Verfasst am: 07.04.2017, 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
.....Stichwort: Anonymer Christ! Lachen

Ups. Und dabei klingt das so kuschelig nach einer einsichtigen Selbsthilfegruppe, so nach zelig im FGH.
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Lebensnebel
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Beitrag(#2090776) Verfasst am: 07.04.2017, 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:

Ja, Glaubensvorstellungen können neben fantastischen Gehalten auch realistische haben. Vermutlich müssen sie das sogar, um erfolgreich zu sein. Aber es ist eine merkwürdige Form von Realismus, wie bei dem regentanzenden Schamanen. Er tanzt und nach einer gewissen Zeit regnet es. Das kann lange funktionieren. Bis durch eine Klimaänderung der Regen auf einmal ausbleibt, Getanze hin oder her. Und dann kann man merken, daß der Regen auch vorher nicht wegen der Tänze kam. Soviel zum Verhältnis von Erfolg und „funktionalem Kern“.



Was ist dieses "man", das das merkt?
Das ist eine Schlussfolgerung, die wohl nicht von den "Gläubigen des Regentanzes" gezogen wird. Die werden wohl eher annehmen, dass die regensbringenden Kräfte des Regentanzes nicht wirken können, weil böse Menschen einen Gegenzauber gemacht haben oder die Sünden der Menschen die Effekte des Tanzes aufheben.
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schtonk
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Beitrag(#2090784) Verfasst am: 07.04.2017, 12:30    Titel: Antworten mit Zitat

Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:

Ja, Glaubensvorstellungen können neben fantastischen Gehalten auch realistische haben. Vermutlich müssen sie das sogar, um erfolgreich zu sein. Aber es ist eine merkwürdige Form von Realismus, wie bei dem regentanzenden Schamanen. Er tanzt und nach einer gewissen Zeit regnet es. Das kann lange funktionieren. Bis durch eine Klimaänderung der Regen auf einmal ausbleibt, Getanze hin oder her. Und dann kann man merken, daß der Regen auch vorher nicht wegen der Tänze kam. Soviel zum Verhältnis von Erfolg und „funktionalem Kern“.



Was ist dieses "man", das das merkt?
Das ist eine Schlussfolgerung, die wohl nicht von den "Gläubigen des Regentanzes" gezogen wird. Die werden wohl eher annehmen, dass die regensbringenden Kräfte des Regentanzes nicht wirken können, weil böse Menschen einen Gegenzauber gemacht haben oder die Sünden der Menschen die Effekte des Tanzes aufheben.

...oder der Schamane macht seinen Job nicht mehr gut und wird auf Fortbildung geschickt Smilie
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Marcellinus
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Beitrag(#2090805) Verfasst am: 07.04.2017, 16:15    Titel: Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:

Ja, Glaubensvorstellungen können neben fantastischen Gehalten auch realistische haben. Vermutlich müssen sie das sogar, um erfolgreich zu sein. Aber es ist eine merkwürdige Form von Realismus, wie bei dem regentanzenden Schamanen. Er tanzt und nach einer gewissen Zeit regnet es. Das kann lange funktionieren. Bis durch eine Klimaänderung der Regen auf einmal ausbleibt, Getanze hin oder her. Und dann kann man merken, daß der Regen auch vorher nicht wegen der Tänze kam. Soviel zum Verhältnis von Erfolg und „funktionalem Kern“.



Was ist dieses "man", das das merkt?
Das ist eine Schlussfolgerung, die wohl nicht von den "Gläubigen des Regentanzes" gezogen wird. Die werden wohl eher annehmen, dass die regensbringenden Kräfte des Regentanzes nicht wirken können, weil böse Menschen einen Gegenzauber gemacht haben oder die Sünden der Menschen die Effekte des Tanzes aufheben.

...oder der Schamane macht seinen Job nicht mehr gut und wird auf Fortbildung geschickt Smilie


Eher nicht auf Fortbildung geschickt, sondern fortgeschickt, nicht selten mit dem Kopf unter dem Arm.

Es gibt ein paar Kulturen in Mittelamerika, die an Klimaveränderungen zugrunde gegangen sind. Da war die erste Reaktion, die Beschwörungen zu verstärken, zT auch mit Menschenopfern. Als das alles nichts half, haben sich die Gemeinschaften aufgelöst, weil das Bild, das sie sich von sich und dieser Welt gemacht hatten, unrettbar zerstört war.
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smallie
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Beitrag(#2090810) Verfasst am: 07.04.2017, 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Versuch mal, dich mit einem unbeschulten San über das Bruttosozialprodukt Deutschlands zu unterhalten. Smilie

Sowas kann ich nicht vorbeigehen lassen. Sehr glücklich

Ein zeitgenössischer San dürfte wissen, was ein Rind ist. Falls nicht, müßte ich folgendes in Gazellen-Einheiten umrechnen.

Ein Rindvieh kostet 1600 EUR.
Bei einem BiP von 3100 Mrd. EUR macht das rund 2 Mrd. Kühe.
Um diese Kühe aufzustellen, Schulter an Schulter, bei 2 qm pro Kuh, braucht es eine Fläche von 30 x 30 km.

Dem San kann man sagen: geh einen Tag lang nach Westen, dann nach Norden, zwei weitere Tage zurück nach Osten und Süden. Soviel Kühe, Schulter an Schulter, wie du gesehen hast, soviel wie die Kühe wert sind, erarbeitet Deutschland in einem Jahr.

Ist das Kalahari-kompatibel? zwinkern
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luc
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Beitrag(#2090812) Verfasst am: 07.04.2017, 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Was ist ein Christ? Eine Nervensäge, die seit ihrer Geburt eine Erbsünde mit sich zu tragen glaubt, und deswegen den anderen ebenfalls ein schlechtes Gewissen einreden möchte.
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fwo
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Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2090835) Verfasst am: 07.04.2017, 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Versuch mal, dich mit einem unbeschulten San über das Bruttosozialprodukt Deutschlands zu unterhalten. Smilie

Sowas kann ich nicht vorbeigehen lassen. Sehr glücklich

Ein zeitgenössischer San dürfte wissen, was ein Rind ist. Falls nicht, müßte ich folgendes in Gazellen-Einheiten umrechnen.

Ein Rindvieh kostet 1600 EUR.
Bei einem BiP von 3100 Mrd. EUR macht das rund 2 Mrd. Kühe.
Um diese Kühe aufzustellen, Schulter an Schulter, bei 2 qm pro Kuh, braucht es eine Fläche von 30 x 30 km.

Dem San kann man sagen: geh einen Tag lang nach Westen, dann nach Norden, zwei weitere Tage zurück nach Osten und Süden. Soviel Kühe, Schulter an Schulter, wie du gesehen hast, soviel wie die Kühe wert sind, erarbeitet Deutschland in einem Jahr.

Ist das Kalahari-kompatibel? zwinkern

OK. Und wie lange meinst Du, bräuchtest Du dann noch, um ihm das abstrakte Konzept der Arbeit zu erläutern, das hinter Deiner Erklärung steht?

Die San haben keine arbeitsteilige Gesellschaft, da gibt es zwar - auch anstrengende - Tätigkeiten, die anfallen, aber es gibt kein System, wie die gegeneinander verrechnet werden können. Der Handel, den sie kennen, ist ein Tauschhandel mit Gegenständen.

Aber ich hätte mit meinem Objekt nicht so hinterlistig zu sein brauchen: Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch ein Versuch zeligs, sich mit einem San über die Erklärungskraft des Mytos und die Transzendenz zu unterhalten, in einen sehr unterhaltsame Kette von Missverständnissen führen würde - wenn man beider Sprachen wirklich mächtig wäre, um diesen Sketch zu genießen.
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Jesus Christus
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Wohnort: Redizier

Beitrag(#2090879) Verfasst am: 08.04.2017, 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Was soll ein "reifes Stadium" sein, und wer beurteilt das?

Wenn du in ein Flugzeug steigst sitzt links vorne der Flugkapitän, rechts der Co-Pilot. Um Flugkapitän zu werden musste er/sie u.a. je nach Airline eine bestimmte Anzahl Flugstunden an Flugerfahrung aufweisen(3000 bis 6000).

Übertragen könnte man sagen, wenigstens diejenigen die zB 25 Jahre aktiv in einer Gemeinde/Kirche waren ("Älteste") an denen sollte man die Ziele deren Weges erkennen können(muß ja nicht gleich in Vollkommenheit erscheinen).

Zitat:
Was ist ein "gelobtes Land". Meines Wissens wird dieser Begriff im NT überhaupt nicht verwendet. Und daß es im Christentum um einen Weg nach "Innen" ginge, ist dein Privatvorstellung. Manche Christen sehen das so, die meisten wohl nicht.

Lies mal die Paulus-Briefe und zähle wie oft der Begriff "Geist" [Gottes] zitiert wird, und wo der bei denen sein soll.

Paulus: "Denn das Reich Gottes ist [..] Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist"


Dann schlage ich vor, du begibst dich in die nächste Kirche in deiner Nähe und erklärst dem Priester, dass er nicht deinen Erwartungen entspricht und was es deiner Ansicht nach bedeutet, ein Christ zu sein.
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