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Jordan Peterson
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Lila Einhorn
posthumanistischer Quantum-Feminist



Anmeldungsdatum: 30.11.2013
Beiträge: 212

Beitrag(#2115212) Verfasst am: 23.11.2017, 22:56    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ab der 24. Minute geht's dann um die Frage, welches Material man präsentiert, welchen Studenten man es wie präsentieren kann, und ob man es neutral oder kritisch präsentieren soll.


Ja, Sendungen, die von TVOntario, einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, der Wert auf ein familienfreundliches Programm legt, produziert wurden, sind heutigen, von Helikopter-Eltern großgezogen, Studenten, nicht zumutbar; jedenfalls für undergraduates eindeutig zu hard-core. Und wenn doch, dann nur mit kritischer Einleitung, die den Studenten gleich vermittelt, welche Position sie zu vertreten haben. Mit den Augen rollen

Die Sendung, aus der die gezeigten Ausschnitte stammten, war übrigens eine skurrile Freak-Show. Etwas - vermutlich doch eine Frau - klärt den Zuschauer darüber auf, dass es so etwas wie das biologische Geschlecht nicht gibt und er das so seinen Studenten vermittelt:
.
Letztlich bin auch unschlüssig, ob man so etwas diskutieren sollte. Dawkins hat sich auch immer geweigert, öffentlich auf Universitäts-Veranstaltungen mit Kreationisten zu diskutieren. Aber jetzt, da das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und die Gender-Kreationisten ganze Fachbereiche kontrollieren, ist es vielleicht unausweichlich, sich auf derartige Diskussionen einzulassen.

Universitäten sind primär der Wahrheit verpflichtet, nicht den Gefühlen der Studenten oder gar politischen Agenden. Wenn irgendwelche Männer, die Frau spielen, sich davon verletzt fühlen, dass man ihnen sagt, dass sie nicht wirklich Frauen sind, ist das deren privates Problem, nicht das der Universität. Ist es emotional allzu belastend, müssen sie die Uni eben verlassen und einen anderen Lebensweg einschlagen.
Was kommt als nächstes? Philosophie-Studenten nicht mehr mit Nietzsche konfrontieren, weil sich Christen oder Moslems (Islamophobie Ausrufezeichen ) durch dessen Religionskritik gekränkt fühlen?
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Tarvoc
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Beitrag(#2115214) Verfasst am: 23.11.2017, 22:57    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Das klingt für mich ein wenig nach "Kinder, die in ihrem Glauben noch nicht gefestigt sind, sollte man nicht mit Meinungen konfrontieren, die nicht religiös fundiert sind."


Dass man den Unterschied zwischen wissenschaftlichem Vorgehen und unwissenschaftlicher Meinungsäußerung erst lernen muss, siehst du aber ein?
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 33068
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Beitrag(#2115216) Verfasst am: 23.11.2017, 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Universitäten sind primär der Wahrheit verpflichtet, nicht den Gefühlen der Studenten oder gar politischen Agenden.

Mit den Augen rollen Hast du das von dir selbst verlinkte Interview überhaupt gehört? Um verletzte Gefühle geht es allenfalls am Rande, um politische Agenden sogar ausschließlich in deiner eigenen Fantasie.

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Was kommt als nächstes?

Ah, die ewige Frage des unheilbar Paranoiden. Was kommt als nächstes, nachdem man Teaching Assistants dafür rügt, dass sie ihre Kompetenzen ohne Rücksprache mit ihrem Vorgesetzten weit überschreiten und in einem Tutorium, in dem sie eigentlich nur Grammatik lehren sollen, eine TV-Diskussion über Genderfragen zeigen? Was kommt als nächstes, nachdem man Leute wie Peterson, die unwissenschaftlich vorgehen, dafür kritisiert, dass sie unwissenschaftlich vorgehen? Wir stehen schon mit einem Fuß im Stalinismus, ich sage es euch!

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Philosophie-Studenten nicht mehr mit Nietzsche konfrontieren, weil sich Christen oder Moslems (Islamophobie Ausrufezeichen ) durch dessen Religionskritik gekränkt fühlen?

Was für ein Blödsinn. Angesichts der Tatsache, dass du schon über Nietzsches Einstellung zum Islam ganz grundsätzlich im Irrtum bist, solltest du vielleicht den Ball etwas flacher halten.

59. [...] Man lese nur irgend einen christlichen Agitator, den heiligen Augustin zum Beispiel, um zu begreifen, um zu riechen, was für unsaubere Gesellen damit obenauf gekommen sind. Man würde sich ganz und gar betrügen, wenn man irgendwelchen Mangel an Verstand bei den Führern der christlichen Bewegung voraussetzte: – oh sie sind klug, klug bis zur Heiligkeit, diese Herrn Kirchenväter! Was ihnen abgeht, ist etwas ganz Anderes. Die Natur hat sie vernachlässigt, – sie vergaß, ihnen eine bescheidne Mitgift von achtbaren, von anständigen, von reinlichen Instinkten mitzugeben ... Unter uns, es sind nicht einmal Männer ... Wenn der Islam das Christentum verachtet, so hat er tausendmal Recht dazu: der Islam hat Männer zur Voraussetzung ...

60. Das Christenthum hat uns um die Ernte der antiken Cultur gebracht, es hat uns später wieder um die Ernte der Islam-Cultur gebracht. Die wunderbare maurische Cultur-Welt Spaniens, uns im Grunde verwandter, zu Sinn und Geschmack redender als Rom und Griechenland, wurde niedergetreten (– ich sage nicht von was für Füßen –), warum? weil sie vornehmen, weil sie Männer-Instinkten ihre Entstehung verdankte, weil sie zum Leben Ja sagte auch noch mit den seltnen und raffinirten Kostbarkeiten des maurischen Lebens!... Die Kreuzritter bekämpften später Etwas, vor dem sich in den Staub zu legen ihnen besser angestanden hätte, – eine Cultur, gegen die sich selbst unser neunzehntes Jahrhundert sehr arm, sehr »spät« vorkommen dürfte. – Freilich, sie wollten Beute machen: der Orient war reich... [...]


(Der Antichrist)
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Zuletzt bearbeitet von Tarvoc am 23.11.2017, 23:16, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Kramer
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Beitrag(#2115217) Verfasst am: 23.11.2017, 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Das klingt für mich ein wenig nach "Kinder, die in ihrem Glauben noch nicht gefestigt sind, sollte man nicht mit Meinungen konfrontieren, die nicht religiös fundiert sind."


Dass man den Unterschied zwischen wissenschaftlichem Vorgehen und unwissenschaftlicher Meinungsäußerung erst lernen muss, siehst du aber ein?


Ich sehe nicht ein, warum für das eine vorm anderen geschützt werden muss.
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Tarvoc
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Beitrag(#2115219) Verfasst am: 23.11.2017, 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Das klingt für mich ein wenig nach "Kinder, die in ihrem Glauben noch nicht gefestigt sind, sollte man nicht mit Meinungen konfrontieren, die nicht religiös fundiert sind."


Dass man den Unterschied zwischen wissenschaftlichem Vorgehen und unwissenschaftlicher Meinungsäußerung erst lernen muss, siehst du aber ein?


Ich sehe nicht ein, warum für das eine vorm anderen geschützt werden muss.


Deprimiert Es geht darum, dass man es erschwert, diese Unterscheidung zu lehren, wenn man in einer wissenschaftlichen Lehrveranstaltung unwissenschaftliches Material präsentiert, ohne an ihm die Unwissenschaftlichkeit ordentlich zu demonstrieren. Als Teaching Assistant war sie schlichtweg nicht dazu befugt, allein die Entscheidung darüber zu treffen, mit welchem Material dieser Art man die Studenten wie konfrontiert. Dazu hat sie erstens nicht die Berechtigung und zweitens vermutlich auch nicht die Qualifikation.
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Kramer
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Beitrag(#2115222) Verfasst am: 23.11.2017, 23:28    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Es geht darum, dass man es erschwert, diese Unterscheidung zu lehren, wenn man in einer wissenschaftlichen Lehrveranstaltung unwissenschaftliches Material präsentiert, ohne an ihm die Unwissenschaftlichkeit ordentlich zu demonstrieren. Als Teaching Assistant war sie schlichtweg nicht dazu befugt, allein die Entscheidung darüber zu treffen, mit welchem Material dieser Art man die Studenten wie konfrontiert. Dazu hat sie erstens nicht die Berechtigung und zweitens vermutlich auch nicht die Qualifikation.


Braucht man an kanadischen Universitäten Sondergenehmigen um die Aussagen von Professoren anderer Universitäten zu präsentieren? Der Mann wurde immerhin als Sachverständiger vor den kanadischen Senatsausschuss zum Bill C-16 geladen.
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Tarvoc
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Beitrag(#2115223) Verfasst am: 23.11.2017, 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Braucht man an kanadischen Universitäten Sondergenehmigen um die Aussagen von Professoren anderer Universitäten zu präsentieren?


Hast du eigentlich alles, was ich bisher schon über die Aufgaben und Befugnisse von Teaching Assistants geschrieben habe, mutwillig überlesen oder nur aus Versehen?

Ich kann das gerne alles nochmal extra für dich zitieren, wenn es denn nötig ist.
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Lila Einhorn
posthumanistischer Quantum-Feminist



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Beitrag(#2115224) Verfasst am: 23.11.2017, 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Mit den Augen rollen Hast du das von dir selbst verlinkte Interview überhaupt gehört? .


Natürlich, um den Vorwurf der Transphobie geht es doch die ganze Zeit indirekt und der Punkt wird sogar direkt unmittelbar vor der zitierten Stelle ab 24:00 erwähnt ("I'm not transphobic...").

Das sehen so übrigens auch die Gegner Petersons: https://www.facebook.com/WLURainbowCentre/posts/1628430573891091
Zitat:

... The discourse of freedom of speech, is being used to cover over the underlying reality of transphobia that is so deeply ingrained in our contemporary political context. Ironically, these discourses seem intent on silencing those who speak out against the systemic violence perpetrated against trans people while propagating a far right ideology. ....
Debates about gender neutral pronouns or the validity of trans identities are not only discussions about (dis)allowable speech but, also, affronts on the reality of trans experience. ...
These experiences of transphobia and their aforementioned implications, are the realities in which our conversations about this issue need to be embedded ...


Transphob ist letztlich alles, was die Gefühle von Transpersonix verletzt - zum Beispiel eben, wenn man sie nicht mit deren selbst ersonnen Pronomen anredet, weil man ihren Narzissmus nicht weiter bedienen will.

Zitat:
Was für ein Blödsinn. Angesichts der Tatsache, dass du schon über Nietzsches Einstellung zum Islam ganz grundsätzlich im Irrtum bist, solltest du vielleicht den Ball etwas flacher halten.


Toll. Aufgrund des Schrotschussprinzips liegt der Islam an einer Stelle für Nietzsche mal richtig. Das ist etwas anderes als eine prinzipielle Verteidigung.
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Tarvoc
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Beitrag(#2115225) Verfasst am: 23.11.2017, 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Natürlich, um den Vorwurf der Transphobie geht es doch die ganze Zeit indirekt.

Unter anderem, ja sicher. Kann mich nicht erinnern, das bestritten zu haben.

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Transphob ist letztlich alles, was die Gefühle von Transpersonix verletzt

Das steht nicht in dem, was du zitiert hast.

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
zum Beispiel eben, wenn man sie nicht mit deren selbst ersonnen Pronomen anredet

Du meinst absichtlich und wider besseren Wissens? Ja, das ist allerdings transphob.

Was hat das mit dem von dir verlinkten Interview zu tun? Ach ja, gar nichts.

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
weil man ihren Narzissmus nicht weiter bedienen will.

Das Bestehen auf der eigenen Persönlichkeit und Würde als Person ist kein Narzissmus, du Pflaume. Aber immerhin hast du damit zugegeben, dass der einzige Grund, aus dem du sie nicht so anredest, wie sie angeredet werden wollen, darin besteht, dass du darauf aus bist, sie in ihrer Persönlichkeit und ihrem Selbstbild zu verletzen. Ich werde mir diesen Charakterzug von dir merken und in Zukunft entsprechend auf dich reagieren.

Naja, das hat mit dem Fall Shepard sowieso buchstäblich nichts zu tun.

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Toll. Aufgrund des Schrotschussprinzips liegt der Islam an einer Stelle für Nietzsche mal richtig. Das ist etwas anderes als eine prinzipielle Verteidigung.

Du kannst gerne andere Stellen von Nietzsche zum Thema Islam zitieren, wenn du meinst, welche zu haben, die deine Deutung belegen.
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Zuletzt bearbeitet von Tarvoc am 23.11.2017, 23:53, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Kramer
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Beiträge: 26461

Beitrag(#2115227) Verfasst am: 23.11.2017, 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Braucht man an kanadischen Universitäten Sondergenehmigen um die Aussagen von Professoren anderer Universitäten zu präsentieren?


Hast du eigentlich alles, was ich bisher schon über die Aufgaben und Befugnisse von Teaching Assistants geschrieben habe, mutwillig überlesen oder nur aus Versehen?

Ich kann das gerne alles nochmal extra für dich zitieren, wenn es denn nötig ist.


Das ist nicht der Punkt, um den es mir geht. Wenn jemand an der Göttinger Universität dafür gerügt werden würde, dass er in einer Veranstaltung ein Video eines Tübinger Professors gezeigt hat, dann will ich wissen, was entweder in Göttingen oder in Tübingen schief läuft. Mich interessiert dann nicht, dass jemand seine Befugnisse überschritten hat, sondern warum er seine Befugnise überhaupt überschreiten konnte. Denn irgendwas muss da an einer Stelle im wissenschaftlichen Betrieb kaputt sein.
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Tarvoc
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Beitrag(#2115228) Verfasst am: 23.11.2017, 23:51    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Das ist nicht der Punkt, um den es mir geht. Wenn jemand an der Göttinger Universität dafür gerügt werden würde, dass er in einer Veranstaltung ein Video eines Tübinger Professors gezeigt hat, dann will ich wissen, was entweder in Göttingen oder in Tübingen schief läuft. Mich interessiert dann nicht, dass jemand seine Befugnisse überschritten hat, sondern warum er seine Befugnise überhaupt überschreiten konnte. Denn irgendwas muss da an einer Stelle im wissenschaftlichen Betrieb kaputt sein.


Das Argument kann ich allerdings schon eher verstehen. Die Frage wäre dann z.B., warum Frau Shepard nicht ausreichend darüber informiert wurde, was von ihr als Teaching Assistant erwartet wird, welche Aufgaben sie zu erfüllen hat und wie sie dabei vorzugehen hat.
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Lila Einhorn
posthumanistischer Quantum-Feminist



Anmeldungsdatum: 30.11.2013
Beiträge: 212

Beitrag(#2115229) Verfasst am: 23.11.2017, 23:52    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Hast du eigentlich alles, was ich bisher schon über die Aufgaben und Befugnisse von Teaching Assistants geschrieben habe, mutwillig überlesen oder nur aus Versehen?


Auch solchen Hilfskräften wird nicht 1:1 vorgegeben, was sie zu sagen haben. Improvisation und Kreativität seitens der Hilfskräfte ist vorgesehen, sonst könnte man sich das ganze auch sparen und den Studenten Videos vorspielen.

In der Unterrichtseinheit ging es um die Komplexität von Grammatik und deren Auswirkung. Und die Hilfskraft kam dummerweise auf ein Beispiel, dass der Gender-Polizei nicht passte. Die Gender-Polizei hat das Beispiel nicht kritisiert, weil es am Thema vorbeiging (vielleicht war das der Fall). Problematisch war es, weil es nicht in die politische Agenda der Gender-Polizei passte.
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
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Beitrag(#2115231) Verfasst am: 23.11.2017, 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Die Gender-Polizei hat das Beispiel nicht kritisiert, weil es am Thema vorbeiging (vielleicht war das der Fall).


Glatt gelogen. Die Representatives machen genau diesen Punkt z.B. bei 35:12.

"Your role as TA is not really to be teaching about the politics of grammar. It's to be teaching grammar. To be teaching punctuation. To be going through these things like... with... to add clarification or discussion with regards to the lecture material... but not to be... bringing original content around side issues."
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 26461

Beitrag(#2115235) Verfasst am: 24.11.2017, 00:05    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Das ist nicht der Punkt, um den es mir geht. Wenn jemand an der Göttinger Universität dafür gerügt werden würde, dass er in einer Veranstaltung ein Video eines Tübinger Professors gezeigt hat, dann will ich wissen, was entweder in Göttingen oder in Tübingen schief läuft. Mich interessiert dann nicht, dass jemand seine Befugnisse überschritten hat, sondern warum er seine Befugnise überhaupt überschreiten konnte. Denn irgendwas muss da an einer Stelle im wissenschaftlichen Betrieb kaputt sein.


Das Argument kann ich allerdings schon eher verstehen. Die Frage wäre dann z.B., warum Frau Shepard nicht ausreichend darüber informiert wurde, was von ihr als Teaching Assistant erwartet wird, welche Aufgaben sie zu erfüllen hat und wie sie dabei vorzugehen hat.


Meine Frage wäre eher: "Warum ist es an Universität A verboten, die Aussagen von Professor X zu diskutieren, während Professor X an Universität B unbehelligt lehren kann?"
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Domingo
ungläubig



Anmeldungsdatum: 09.01.2005
Beiträge: 1167
Wohnort: Westkanada

Beitrag(#2115237) Verfasst am: 24.11.2017, 00:11    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
zum Beispiel eben, wenn man sie nicht mit deren selbst ersonnen Pronomen anredet

Du meinst absichtlich und wider besseren Wissens? Ja, das ist allerdings transphob.


Also bin ich transphob, wenn ich mich nicht bemuessigt fuehle, "Xim" or "xar" auswendig zu lernen oder die englische Sprache absicthlich zu verunstalten, und das ist wissenschaftlich?

Nebenbei: Pence hat sich (es sei denn, du kannst das belegen)sich nie fuer E;ektroshocktherapie ausgeprochen. Trump hat auch nie gesagt, dass alle Mexikaner Vergewaltiger seien. Es sei denn, du kannst mir die genaue Stelle zeigen, wo er das getan hat. Cool
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 33068
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2115238) Verfasst am: 24.11.2017, 00:16    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Meine Frage wäre eher: "Warum ist es an Universität A verboten, die Aussagen von Professor X zu diskutieren, während Professor X an Universität B unbehelligt lehren kann?"

Ich weiss nicht, ob es an Wilfried Laurier ganz grundsätzlich verboten ist, die Aussagen von Peterson überhaupt in irgendeiner Weise zu diskutieren. Das Interview gibt das auch nicht her. Lindsay Shepard wird neben der Tatsache ihrer Kompetenzüberschreitung für die Art und Weise kritisiert, wie sie ihn diskutiert hat. Ob dieser zweite Punkt berechtigt ist, hängt natürlich davon ab, ob Jordan Peterson selbst wissenschaftlich arbeitet oder nicht. Falls sich seine Arbeiten und Ansätze insgesamt als unwissenschaftlich herausstellen, würde sich allerdings die Frage stellen, warum er selbst einen akademischen Posten an einer Universität haben kann. Allerdings können die Leute von Wilfried Laurier vermutlich nicht viel dagegen tun, selbst wenn sich das herausstellen würde. Hier haben wir vielleicht auch mal wieder das bekannte Problem, dass die Leute, die einen Lehrstuhl haben, selbst kaum noch angreifbar sind, während die niederen Ränge wegen jedem Kleinkram Scheiße fressen müssen.
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Critic
oberflächlich



Anmeldungsdatum: 22.07.2003
Beiträge: 14036
Wohnort: Arena of Air

Beitrag(#2115239) Verfasst am: 24.11.2017, 00:17    Titel: Antworten mit Zitat

Das wurde wohl oben schon formuliert, unter dem Gedanken "Wenn ein Student einer entsprechenden Fakultät in einem mittleren bis gehobenen Semester es nicht schafft, sich mit NS-Literatur aus seinem Fachbereich auseinanderzusetzen und sie zu entkräften, sollte er sich sein Lehrgeld wiedergeben lassen" als auch neulich schon einmal in einem anderen Thread unter dem Stichwort "Life is your trigger warning"?! Am Kopf kratzen



Es geht ja nicht einmal um etwas, von dem man Albträume kriegen könnte, sondern um eine Binsenweisheit, mit der man eigentlich umgehen können sollte:

Zu jedem Thema dürfte es auf der Welt ungefähr drei Milliarden Menschen geben, die dazu eine andere und vielleicht sogar eine beschissene Meinung vertreten. Selbst wenn eine akademische Institution sich als Ort der Toleranz versteht, muß es ja doch möglich sein, den Studenten zu erklären, daß es diese anderen Meinungen gibt, und ihnen das Rüstzeug dafür zu geben, sich damit auseinanderzusetzen und das auch zu erörtern.

(Auch auf die Gefahr hin, daß man sich tatsächlich in die Perspektive der Leute versetzt und versucht zu verstehen, warum sie diese Gedankengänge verfolgen. Das mag bisweilen sogar neue Erkenntnisse bringen, Kompromisse ermöglichen oder eigene Haltungen verändern.)

Sind vielleicht am Ende sogar diejenigen, die sich gegen derartige Auseinandersetzungen dogmatisch verwahren, sich der Stichhaltigkeit ihrer Auffassung gar nicht so sicher?

(Offensichtlich gibt es ja so etwas wie ein "biologisches Geschlecht", die Frage ist aber, was sich daraus ableiten läßt: Die Berufswahl? Rollenerwartungen? Die Zwangsverpflichtung darauf, auch so empfinden zu müssen, was man an Geschlechtsorganen hat?)
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"Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"

Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

"Wahrheit läßt sich nicht zeigen, nur erfinden." (Max Frisch)
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Kramer
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Beiträge: 26461

Beitrag(#2115240) Verfasst am: 24.11.2017, 00:19    Titel: Antworten mit Zitat

Inzwischen hat sich die Universität bei Lindey Shepard offiziell entschuldigt: https://www.wlu.ca/news/spotlights/2017/nov/apology-from-laurier-president-and-vice-chancellor.html
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Tarvoc
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Wohnort: Bonn

Beitrag(#2115241) Verfasst am: 24.11.2017, 00:21    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:
Selbst wenn eine akademische Institution sich als Ort der Toleranz versteht, muß es ja doch möglich sein, den Studenten zu erklären, daß es diese anderen Meinungen gibt, und ihnen das Rüstzeug dafür zu geben, sich damit auseinanderzusetzen und das auch zu erörtern.

Ich verstehe das Argument und stimme ihm zu. Der Punkt ist der, dass das nicht Lindsay Shepards Aufgabe war, sie nicht dazu berechtigt war, das unplanmäßig in ein Tutorium einzuschieben, und sie als Teaching Assistant wahrscheinlich auch nicht dazu qualifiziert war, das verantwortungsbewusst zu lehren. Dass das Material selbst problematisch war, ist da eigentlich nur noch ein Nebenproblem.
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Lila Einhorn
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Anmeldungsdatum: 30.11.2013
Beiträge: 212

Beitrag(#2115242) Verfasst am: 24.11.2017, 00:32    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Das Bestehen auf der eigenen Persönlichkeit und Würde als Person ist kein Narzissmus, du Pflaume.


Deine gespielte Empörung beeindruckt mich nicht.
Wenn man sich für so etwas besonders hält, dass man sich gar ein eigenes Pronomen ersinnt, und von Menschen, mit denen man nur oberflächlich Kontakt hat, verlangt, dass sie sich auf solche Spielereien einlassen, ist das für mich ein Zeichen von Narzissmus, oder ganz allgemein ein deutliches Indiz für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung.

Zitat:
Aber immerhin hast du damit zugegeben, dass der einzige Grund, aus dem du sie nicht so anredest, wie sie angeredet werden wollen, darin besteht, dass du darauf aus bist, sie in ihrer Persönlichkeit und ihrem Selbstbild zu verletzen.


Ich gebe mir keine Mühe, sie absichtlich zu verletzen. Aber sie sind auch nicht so wichtig für mich, dass ich ihretwegen meine normale Alltagsgrammatik aufgebe.

Zitat:
Glatt gelogen. Die Representatives machen genau diesen Punkt z.B. bei 35:12.


Ich gab die Sicht der Angeklagten wieder. Ob die herbeigerufene Gender-Polizei, die nicht ihre eigentlichen Chefs sind, richtig liegt oder sie, kann ich zugegebenermaßen nicht beurteilen - du aber auch nicht.

Zitat:
Du kannst gerne andere Stellen von Nietzsche zum Thema Islam zitieren


Rudimentäre Kenntnisse des Islams und dessen Absolutheitsanspruchs sowie Nietzsches und dessen skeptischer Haltung sollten ausreichen, um das Thema ad acta zu legen. Entweder hast du kein Ahnung - dann bin ich zu faul, das auszuführen - oder du willst spielen - und dann ist es mir zu blöd, darauf einzugehen zynisches Grinsen
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
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Beitrag(#2115243) Verfasst am: 24.11.2017, 00:38    Titel: Antworten mit Zitat

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Glatt gelogen. Die Representatives machen genau diesen Punkt z.B. bei 35:12.

Ich gab die Sicht der Angeklagten wieder.

Schon wieder glatt gelogen. Das hier hast du tatsächlich geschrieben:

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Die Gender-Polizei hat das Beispiel nicht kritisiert, weil es am Thema vorbeiging (vielleicht war das der Fall).


Es ist eine Tatsache, dass die Representatives genau das sehr wohl kritisiert haben. Mit irgendeiner "Sicht" hat das buchstäblich überhaupt nichts zu tun.

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Ob die herbeigerufene Gender-Polizei, die nicht ihre eigentlichen Chefs sind, richtig liegt oder sie, kann ich zugegebenermaßen nicht beurteilen - du aber auch nicht.


Moving the Goal Post. Du hattest behauptet, sie hätten diese Kritik nicht geübt. Aber das haben sie nunmal. Ob sie mit dieser Kritik richtig liegen oder nicht, ändert nichts daran, dass sie sie geäußert haben.

Lila Einhorn hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Du kannst gerne andere Stellen von Nietzsche zum Thema Islam zitieren


Rudimentäre Kenntnisse [blablabla] dann bin ich zu faul, das auszuführen [blablabla]


Aha. Du hast also keine Belege für deine These. Dachte ich mir.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 26461

Beitrag(#2115244) Verfasst am: 24.11.2017, 00:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin mir nicht sicher, aber das hier ist wohl das Video, um das es geht: https://www.youtube.com/watch?v=jcDKCmC9gWU
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
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Beitrag(#2115245) Verfasst am: 24.11.2017, 00:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schau's mir morgen an.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 26461

Beitrag(#2115246) Verfasst am: 24.11.2017, 00:59    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich schau's mir morgen an.


Ich habe nur mal reingeklickt un bin irgendwo bei Minute 3 gelandet. Da wirft der Herr rechts im Bild Peterson vor, dass er Studenten auf seinem Campus missbraucht hätte. Auf Nachfrage des Moderators erklärt er dann, dass der Missbrauch darin bestand, dass Peterson sich nicht der korrekten transgender-gerechten Pronomen bedient hätte.

Wenn das tatsächlich der Agenda dieser Bewegung entspricht, also: "Wir haben eine politische Forderung und wer sie nicht erfüllt, der missbraucht uns" - dann steckt dahinter eine überzogene Anspruchshaltung, die durchaus narzisstische Züge hat.
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Tarvoc
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Beitrag(#2115248) Verfasst am: 24.11.2017, 01:05    Titel: Antworten mit Zitat

Jemanden mit dem falschen Pronomen anzusprechen konstituiert natürlich keinen Missbrauch, und bis auf ein paar Schafsköpfe fordert das m.W. auch niemand.
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Critic
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Beitrag(#2115249) Verfasst am: 24.11.2017, 01:11    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Critic hat folgendes geschrieben:
Selbst wenn eine akademische Institution sich als Ort der Toleranz versteht, muß es ja doch möglich sein, den Studenten zu erklären, daß es diese anderen Meinungen gibt, und ihnen das Rüstzeug dafür zu geben, sich damit auseinanderzusetzen und das auch zu erörtern.

Ich verstehe das Argument und stimme ihm zu. Der Punkt ist der, dass das nicht Lindsay Shepards Aufgabe war, sie nicht dazu berechtigt war, das unplanmäßig in ein Tutorium einzuschieben, und sie als Teaching Assistant wahrscheinlich auch nicht dazu qualifiziert war, das verantwortungsbewusst zu lehren. Dass das Material selbst problematisch war, ist da eigentlich nur noch ein Nebenproblem.


Gut, ich habe den Rollenwechsel nicht drin, kenne das jetzt nur als Student. Und es kann auch sein, daß, wenn ich mir das beanstandete Material ansähe, es auch eher als ungeeignet für die entsprechende Lerneinheit ansähe:

Nur würde ich von jemandem, der in dem Umfeld unterrichten möchte, auch erwarten, daß sie oder er in der Lage ist, Materialien zur Präsentation auszuwählen, die irgendwo einen Lernwert haben, bestimmte Aspekte verdeutlichen o.ä.. Und im ersten Seminar, das ich seinerzeit besucht habe, wurde auch erklärt, daß man (je nach dem Thema) durchaus so vorgehen könne, Zuhörer mit einer kräftigen, kontroversen These aufs Thema einzustimmen Am Kopf kratzen.
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Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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Tarvoc
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Beitrag(#2115250) Verfasst am: 24.11.2017, 01:17    Titel: Antworten mit Zitat

Kann man machen, aber es kommt auf die Umstände und die Art der Veranstaltung an. Als Wissenschaftliche Hilfskraft war ich auch schon mit Tutorien betreut (das wäre das deutsche Äquivalent einer TA-Stelle, wie Frau Shepard sie wohl hatte), und da hätte ich das glaube ich nicht gemacht, bzw. auf keinen Fall ohne vorherige Rücksprache mit meinem Vorgesetzten. Ein solches Tutorium ist eben eine Begleitveranstaltung zu einer Lehrveranstaltung eines höherrangigen Akademikers, der dann auch meist gleichzeitig der Vorgesetzte ist (üblicherweise z.B. der Dissertationsbetreuer). Im Tutorium geht es darum, das Material der Hauptveranstaltung nachzubearbeiten oder allenfalls spezifisches zusätzliches Material zu erarbeiten, das dann aber im engen Zusammenhang zur Hauptveranstaltung steht. Das zu bearbeitende Material wählt auch nicht der Tutor aus, sondern der für die Hauptveranstaltung zuständige Dozent. Anders sähe es aus, wenn es sich um Shepards eigene Lehrveranstaltung gehandelt hätte. Eigene Lehrveranstaltungen habe ich auch schon zweimal gehalten, und bei denen hatte ich natürlich eine sehr viel größere Freiheit, mir auszuwählen, was ich lehren wollte, und auch, wie ich es präsentieren wollte.
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Kramer
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Beitrag(#2115251) Verfasst am: 24.11.2017, 01:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
“She was doing, as she said in that interview, exactly what a faculty member or TA should be doing. She was raising a controversial issue related to the subject matter of the course, and she was presenting different perspectives on that issue. That’s what university education is about.”


https://globalnews.ca/news/3870557/wilfred-laurier-freedom-of-expression-lindsay-shepherd/
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Tarvoc
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Beitrag(#2115252) Verfasst am: 24.11.2017, 01:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiss nicht, wie das an Wilfrid Laurier gehandhabt wird, aber das ist eigentlich nicht die Aufgabe eines TA.

https://en.wikipedia.org/wiki/Teaching_assistant

Zitat:
Graduate teaching assistants (often referred to as GTAs or simply TAs) are graduate students employed on a temporary contract by a department at a college or university in teaching-related responsibilities. In New Zealand, Australian, and some Canadian universities, graduate TAs are known as tutors. North American graduate TA positions provide funding for postgraduate research—although the main purpose is to provide teaching support—and it often serves as a first career step for aspiring academics.[3] TA responsibilities vary greatly and may include: tutoring; holding office hours; invigilating tests or exams; and assisting a professor with a large lecture class by teaching students in recitation, laboratory, or discussion sessions. Professors may also use their teaching assistants to help teach discussions during regular class. This gives the graduate student opportunity to use their teaching skills, as many are in pursuit of teaching careers. Some graduate students assist in distance education courses by meeting with the students as professors are not able to. Graduate TAs should not be confused with teaching fellows (TFs) or graduate student instructors (GSIs), who are graduate students who serve as the primary instructors for courses. However, at some universities the TF and TA titles are used interchangeably.

In British, Australian, New Zealand, South African, Italian, Irish and some Canadian universities, a tutor is often, but not always, a postgraduate student or a lecturer assigned to conduct a seminar for undergraduate students, often known as a tutorial. The equivalent of this kind of tutor in the United States and the rest of Canada is known as a graduate teaching assistant or a graduate student instructor (GSI).


Ein Tutorium ist wie gesagt keine eigenständige Lehrveranstaltung, sondern eine Begleitveranstaltung zu einer anderen Veranstaltung. Es ist normalerweise nicht die Aufgabe des Tutors, besonders kontroverse Themen zu diskutieren (es sei denn, der Veranstalter der Hauptveranstaltung hätte ihm genau dies aufgetragen - aber das käme mir merkwürdig vor und scheint hier auch nicht der Fall), sondern den Stoff der Hauptveranstaltung vertiefend nachzubearbeiten. Nun weiss ich natürlich nicht, was ihr Vorgesetzter ihr aufgetragen hat, aber Rücksprache mit ihm hätte sie meiner Einschätzung nach vor einer solchen Entscheidung schon deshalb halten müssen, weil es sich bei einem solchen Tutorium eben um eine Begleitveranstaltung zu einer anderen Veranstaltung handelt und nicht um ein eigenständiges Seminar. Anscheinend hat sie das aber wohl nicht getan.
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Kramer
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Beitrag(#2115253) Verfasst am: 24.11.2017, 02:27    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich weiss nicht, wie das an Wilfrid Laurier gehandhabt wird, aber das ist eigentlich nicht die Aufgabe eines TA.

https://en.wikipedia.org/wiki/Teaching_assistant

Zitat:
Graduate teaching assistants (often referred to as GTAs or simply TAs) are graduate students employed on a temporary contract by a department at a college or university in teaching-related responsibilities. In New Zealand, Australian, and some Canadian universities, graduate TAs are known as tutors. North American graduate TA positions provide funding for postgraduate research—although the main purpose is to provide teaching support—and it often serves as a first career step for aspiring academics.[3] TA responsibilities vary greatly and may include: tutoring; holding office hours; invigilating tests or exams; and assisting a professor with a large lecture class by teaching students in recitation, laboratory, or discussion sessions. Professors may also use their teaching assistants to help teach discussions during regular class. This gives the graduate student opportunity to use their teaching skills, as many are in pursuit of teaching careers. Some graduate students assist in distance education courses by meeting with the students as professors are not able to. Graduate TAs should not be confused with teaching fellows (TFs) or graduate student instructors (GSIs), who are graduate students who serve as the primary instructors for courses. However, at some universities the TF and TA titles are used interchangeably.

In British, Australian, New Zealand, South African, Italian, Irish and some Canadian universities, a tutor is often, but not always, a postgraduate student or a lecturer assigned to conduct a seminar for undergraduate students, often known as a tutorial. The equivalent of this kind of tutor in the United States and the rest of Canada is known as a graduate teaching assistant or a graduate student instructor (GSI).


Ein Tutorium ist wie gesagt keine eigenständige Lehrveranstaltung, sondern eine Begleitveranstaltung zu einer anderen Veranstaltung. Es ist normalerweise nicht die Aufgabe des Tutors, besonders kontroverse Themen zu diskutieren (es sei denn, der Veranstalter der Hauptveranstaltung hätte ihm genau dies aufgetragen - aber das käme mir merkwürdig vor und scheint hier auch nicht der Fall), sondern den Stoff der Hauptveranstaltung vertiefend nachzubearbeiten. Nun weiss ich natürlich nicht, was ihr Vorgesetzter ihr aufgetragen hat, aber Rücksprache mit ihm hätte sie meiner Einschätzung nach vor einer solchen Entscheidung schon deshalb halten müssen, weil es sich bei einem solchen Tutorium eben um eine Begleitveranstaltung zu einer anderen Veranstaltung handelt und nicht um ein eigenständiges Seminar. Anscheinend hat sie das aber wohl nicht getan.


Ja, wie es aussieht, haben wir da eine Kontroverse. Ich schlage folgendes Vorgehen vor: Ich und zwei weitere Personen, die meiner Meinung sind, laden Dich zu geeigneter Zeit zu einem Gespräch ein. Du darfst uns dann erklären, warum Du uns so feindlich gesinnt bist - denn das musst Du ja sein, wenn Du die Frechheit hast, anderer Meinung als wir zu sein. Wir werden uns dann weitere Schritte, wie wir in Deinem Fall vorgehen, vorbehalten. Ist doch fair, oder?
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