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Der etwas andere Blick auf die Affaire Harvey Weinstein.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 36459
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2123696) Verfasst am: 31.01.2018, 02:20    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Dies:

smallie hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Zitat:
In der Bundeswehr gibt es deutlich mehr Fälle von sexueller Belästigung. Sie reichen vom Zuwerfen eines Kusses bis zur Vergewaltigung.

Berlin. Im Jahr 2017 wurden in der Bundeswehr nach Informationen unserer Redaktion 234 Sexualstraftaten gemeldet. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (128 Erstmeldungen) einen Anstieg von mehr als 80 Prozent. Darunter sind auch 14 Fälle von (oder versuchter) Vergewaltigung, fast dreimal so viele wie 2016. Da waren es fünf gewesen.

https://www.derwesten.de/politik/234-verdachtsfaelle-von-sexueller-belaestigung-bei-bundeswehr-id213236271.html

Da steht auf den ersten Blick, die sexuelle Belästung in der der Bundeswehr habe zugenommen. Denkste.

    - Mal ist von Meldungen und Verdachtsfällen die Rede, mal von tatsächlichen Fällen.
    - Sexuelle Belästigung gleich Straftat?
    - Zuwerfen eines Kusses ist sexuelle Belästigung?
    - Ein Sprecher erklärte, die Sensibilät habe sich erhöht, Fälle werden vermehrt gemeldet.
    - Für 2017 liegen der Bundeswehr erstmals vollständige Zahlen über die Verdachtsfälle vor. Ach so, dann liegen für 2016 nur unvollständige Zahlen vor, meinetwegen Juni bis Dezember.


Der genannte Anstieg um 80% stimmt nur auf dem Papier. Die Zahl ist wertlos und recherche-defizitär.



Das "Zuwerfen eines Kusses" ist eine Sexualstraftat? Geschockt Geschockt Geschockt


Wir leben schon in sehr merkwürdigen Zeiten.
_________________
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Diligentia
wúxìng



Anmeldungsdatum: 31.12.2017
Beiträge: 158

Beitrag(#2123697) Verfasst am: 31.01.2018, 02:27    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
...
Das "Zuwerfen eines Kusses" ist eine Sexualstraftat? Geschockt Geschockt Geschockt

Wir leben schon in sehr merkwürdigen Zeiten.

Quatsch! ... Keine Panik! ... Cool down!
Das kann schlimmstenfalls indiv. als Belästigung empfunden werden (evtl. von Alice Schwarzer? zwinkern ).
Ist jedenfalls strafrechtlich nicht relevant. Nicht mal als Antragsdelikt. Zumindest in der BRD kann dich dafür niemand anzeigen.

Wie sich's in CAN verhält weiß ich nicht. Musst halt sicherheitshalber nach D reisen,
wennst die Bevölkerung mit Luftküssen beglücken willst. Smilie
_________________
.
.
.
Meine posts erheben nicht zwangsläufig den Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Namensnennung bei Zitaten = nur © geschuldet + kein Ausdruck eines Personenkults meinerseits.


Auch wenn 50 Millionen etwas Dummes sagen,
bleibt es trotzdem eine Dummheit

(Anatole France)
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22566

Beitrag(#2123720) Verfasst am: 31.01.2018, 09:09    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

....aber wenn das hier Jahre später fuer einen Rücktritt reicht.....





Deine Darstellung ist ja bisschen reduziert, wie du weißt.

zelig hat folgendes geschrieben:
Allerdings verwahre ich mich gegen die Insinuation, daß eure bisherige Argumentation die Interessen der Menschen, denen Unrecht getan wurde, im Auge hatte. Bisher bestand eure Argumentation in der Verteidigung der des Unrechts Angeklagten Interessen.


Also danke für die Bestätigung.
_________________
What game shall we play today?
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Kramer
postvisuell



Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 27198

Beitrag(#2123722) Verfasst am: 31.01.2018, 10:48    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

....aber wenn das hier Jahre später fuer einen Rücktritt reicht.....





Deine Darstellung ist ja bisschen reduziert, wie du weißt.

zelig hat folgendes geschrieben:
Allerdings verwahre ich mich gegen die Insinuation, daß eure bisherige Argumentation die Interessen der Menschen, denen Unrecht getan wurde, im Auge hatte. Bisher bestand eure Argumentation in der Verteidigung der des Unrechts Angeklagten Interessen.


Also danke für die Bestätigung.


Da hast Du damals aber an mich geschrieben. Ich kenne den Herrn auf dem Foto gar nicht.
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Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 1132

Beitrag(#2123731) Verfasst am: 31.01.2018, 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Hab' heute den Artikel in der ZEIT zu Dr. Wedel gelesen.

Wer meint, der hätte nicht veröffentlicht werden sollen, von wegen Vorverurteilung, möge das sagen.


Da schicke ich mal Thomas Fischer ins Rennen.

http://meedia.de/2018/01/29/das-sternchen-system-thomas-fischers-zeit-kritische-anmerkungen-zum-medien-tribunal-gegen-dieter-wedel/
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fwo
ist heute in der vbfa



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20795
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2123748) Verfasst am: 31.01.2018, 15:17    Titel: Antworten mit Zitat

Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Hab' heute den Artikel in der ZEIT zu Dr. Wedel gelesen.

Wer meint, der hätte nicht veröffentlicht werden sollen, von wegen Vorverurteilung, möge das sagen.


Da schicke ich mal Thomas Fischer ins Rennen.

http://meedia.de/2018/01/29/das-sternchen-system-thomas-fischers-zeit-kritische-anmerkungen-zum-medien-tribunal-gegen-dieter-wedel/

Es gibt natürlich auch eine Gegenmeinung:
http://meedia.de/2018/01/30/einspruch-herr-fischer-die-replik-einer-jura-professorin-auf-die-medientribunal-schelte-im-fall-wedel/

Interessant auch einige Kommentare darunter - auch wenn man sie nicht alle lesen kann.
In beiden Fällen gibt es z.T. Antworten der Autoren, bei der Antwort der Frau Hoven auf Herrn Fischer gibt es sowohl Kommentare von Fischer wie auch von Frommel.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Kramer
postvisuell



Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 27198

Beitrag(#2123754) Verfasst am: 31.01.2018, 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Was ich mich frage: Gibt es eigentlich einen klaren Unterschied zwischen der kollektiven Ausgrenzung und Ablehnung eines Menschen, den man einer Straftat beschuldigt und Mobbing? Wer sich in einem Mobbingfall der mobbenden Mehrheit anschliesst, tut das ja nicht, weil er endlich mal zu "den Bösen" gehören will. Man tut das ja i.d.R., weil man meint, der Gemobbte hätte aus irgend einem Grund verdient, ausgegrenzt zu werden. Man wähnt sich ja auf der Seite derjenigen, die ein Recht haben, einen Menschen zu bestrafen.
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fwo
ist heute in der vbfa



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20795
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2123763) Verfasst am: 31.01.2018, 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Was ich mich frage: Gibt es eigentlich einen klaren Unterschied zwischen der kollektiven Ausgrenzung und Ablehnung eines Menschen, den man einer Straftat beschuldigt und Mobbing? Wer sich in einem Mobbingfall der mobbenden Mehrheit anschliesst, tut das ja nicht, weil er endlich mal zu "den Bösen" gehören will. Man tut das ja i.d.R., weil man meint, der Gemobbte hätte aus irgend einem Grund verdient, ausgegrenzt zu werden. Man wähnt sich ja auf der Seite derjenigen, die ein Recht haben, einen Menschen zu bestrafen.

Ich würde die Unterscheidung so treffen:
Wenn man sich in einem Mobbingfall der mobbenden Mehrheit anschließt, weil es einfach geil ist, zu den stärkeren zu gehören, redet man von Mobbing.
Wenn man sich der mobbenden Mehrheit anschließt, weil man auch zu den Guten gehört oder gehören will, redet man von political correctness.

Wenn eine ganze Gruppe wegen vermeintlicher oder echter Eigenschaften gemobbt wird, redet man übrigens von Rassismus.
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DonMartin
registrierter User



Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 4221

Beitrag(#2123764) Verfasst am: 31.01.2018, 18:21    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:

Wenn eine ganze Gruppe wegen vermeintlicher oder echter Eigenschaften gemobbt wird, redet man übrigens von Rassismus.

Dort findet man ein halbes Dutzend verschiedener Definitionen.
Kann ich mir eine aussuchen? Oder gleich eine selber basteln?
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fwo
ist heute in der vbfa



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20795
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2123769) Verfasst am: 31.01.2018, 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
...
Wenn man sich der mobbenden Mehrheit anschließt, weil man auch zu den Guten gehört oder gehören will, redet man von political correctness.

Wenn eine ganze Gruppe wegen vermeintlicher oder echter Eigenschaften gemobbt wird, redet man übrigens von Rassismus.

Dort findet man ein halbes Dutzend verschiedener Definitionen.
Kann ich mir eine aussuchen? Oder gleich eine selber basteln?

Natürlich kannst Du Dir selber eine basteln, aber ich habe die von Memmi genommen, weil die laut Wikipedia "die aktuell am breitesten akzeptierte Definition" ist, und auch, weil sie besonders gerne von den Guten zitiert wird.
Deshalb habe ich auch den Zusammenhang im Zitat wieder hergestellt.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 36459
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2123770) Verfasst am: 31.01.2018, 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

....aber wenn das hier Jahre später fuer einen Rücktritt reicht.....





Deine Darstellung ist ja bisschen reduziert, wie du weißt.

zelig hat folgendes geschrieben:
Allerdings verwahre ich mich gegen die Insinuation, daß eure bisherige Argumentation die Interessen der Menschen, denen Unrecht getan wurde, im Auge hatte. Bisher bestand eure Argumentation in der Verteidigung der des Unrechts Angeklagten Interessen.


Also danke für die Bestätigung.



Was meinst Du denn mit der "ein bisschen reduzierten Darstellung"? Willst Du behaupten, der Al Franken haette die Fummelei nicht nur, wie im Foto dargestellt, angedeutet, sondern waere bei dem Vorfall tatsaechlich handgreiflich geworden?

Worin besteht denn jetzt das grosse Unrecht des Al Franken, das Jahre später seinen Rücktritt als Senator begründen soll?

Ist es vielleicht das ungefragt aufgedrückte Kuesschen, das er auch zugegeben hat?

Sowas reicht maximal um dem als eine sofortige Antwort auf seine Untat eine zu kleben, aber es taugt nicht um den Mann Jahre später wie einen Verbrecher zu behandeln.

Bei der Behandlung des Falles Franken wird ein hirnloser moralischer Rigorismus erkennbar, dem zunehmend alle menschlichen Massstaebe abhanden kommen,der mich bei Teilen der Linken schon immer gestoert hat und der unfähig ist zwischen schlimmeren und weniger schlimmen Vorfällen zu differenzieren und so in diesem Fall letztlich tatsächliche sexuelle Gewalt verharmlost.

Bei dem Vorfall in Kambodscha koennte ich mir uebrigens schon eher vorstellen, dass ein(e) Politiker(in) deswegen zuruecktritt, der oder die nachweislich bei dem wüsten Geraufe und Geschnaufe beteiligt war, weil er/sie seine Unfähigkeit bewiesen hat auf regionale Empfindlichkeiten Rücksicht zu nehmen und deshalb eher ungeeignet zu sein scheint sein/ihr Land politisch nach aussen zu vertreten. Aber auch da nur, wenn der Vorfall relativ zeitnah stattfand und nicht Jahre vorher, bevor der Mann oder auch die Frau in die Politik ging.


Auch Dir danke fuer die ständige Bestätigung meiner Vorbehalte gegen die "metoo"-Kampagne, dass dort naemlich jeder Sinn fuer rechtsstaatliche Prinzipien und Verhältnismäßigkeit abhanden gekommen zu sein scheint. Wenn sogar einer relativ radikalen Feministin wie Margaret Atwood schon auffällt, dass hier was schief geht, dann wird es höchste Zeit mal innezuhalten und erstmal ueber das weitere Vorgehen zu reflektieren.
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2464

Beitrag(#2123780) Verfasst am: 31.01.2018, 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Diligentia hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Diligentia hat folgendes geschrieben:
@schtonk:

Auf die Gefahr hin, dass du vllt. die Einstellung "Wer sich verteidigt, klagt sich an!" vertrittst - was ich in Anbetracht deiner letzten posts nicht für ausgeschlossen halte - möchte ich dir trotzdem antworten. Und zwar ausdrücklich nicht als Verteidigung, sondern als Stellungnahme.

Ich dreh' das mal um und sage: "Angriff ist die beste Verteidigung". zwinkern ...

Das kannst du gerne umdrehen; und ist auch sehr gewitzt! Smilie, trifft allerdings nicht auf o.g. zu. zwinkern
... oder hast du das ganz anders gemeint und ich steh' nur auf'm Schlauch? Am Kopf kratzen

Das war nur meine Art zu sagen, daß schtonk hier gerade etwas falsch belichtet ist. Erstmal Suchfunktion nutzen? WTF?


Man kann Beiträge wohlwollend lesen, man kann sie kritisch lesen. schtonk hat etwas in deine Beiträge hineingelesen, das nicht drinstand. Fairerweise sage ich aber auch: schtonk wollte von dir ein Beispiel haben, du hast keins geliefert. Doppelt fairerweise hätte schtonk aber auch höflich insistieren können, bis du lieferst, oder dich in Widersprüche verwickelst. Jetzt hat er sich in Widersprüche verwickelt. Das passiert, wenn man Mensch ist.

Damit bin ich bei Fehlerkultur gelandet. Das bräuchte einen eigenen Beitrag.
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22566

Beitrag(#2123782) Verfasst am: 31.01.2018, 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Was meinst Du denn mit der "ein bisschen reduzierten Darstellung"?

Zitat:
Am 16. November 2017 beschuldigte die frühere Radiomoderatorin Leeann Tweeden Franken, sie im Dezember 2006 bei der Probe für einen gemeinsamen Unterhaltungsauftritt bei US-Truppen (United Service Organizations) gegen ihren Willen geküsst und später unsittlich berührt zu haben, wofür sie ein Foto als Beleg anführte.[15] Der republikanische Mehrheitsführer im Senat Mitch McConnell, Minderheitsführer Charles Schumer und weitere Senatoren beider Parteien forderten eine Untersuchung der Vorwürfe durch den Ethikausschuss. Franken bat um Entschuldigung, gab an, sich anders an den Vorfall zu erinnern und bat selbst um eine entsprechende Untersuchung.[16] Nachdem in den Wochen darauf – im Kontext der #MeToo-Debatte und weiterer Belästigungsvorwürfe gegen andere Spitzenpolitiker – sechs weitere Frauen von sexuellen Übergriffen Frankens berichtet hatten, forderten Anfang Dezember 32 seiner 48 Parteikollegen im Senat Frankens Rückzug, zuerst Kirsten Gillibrand, schließlich auch der Fraktionsvorsitzende und enge Vertraute Frankens, Chuck Schumer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Al_Franken

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Willst Du behaupten... [viele aufgeregte Mutmaßungen]

Nein. Ich behaupte das:

zelig hat folgendes geschrieben:
Deine Darstellung ist ja bisschen reduziert, wie du weißt.

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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 36459
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2123793) Verfasst am: 31.01.2018, 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Was meinst Du denn mit der "ein bisschen reduzierten Darstellung"?

Zitat:
Am 16. November 2017 beschuldigte die frühere Radiomoderatorin Leeann Tweeden Franken, sie im Dezember 2006 bei der Probe für einen gemeinsamen Unterhaltungsauftritt bei US-Truppen (United Service Organizations) gegen ihren Willen geküsst und später unsittlich berührt zu haben, wofür sie ein Foto als Beleg anführte.[15] Der republikanische Mehrheitsführer im Senat Mitch McConnell, Minderheitsführer Charles Schumer und weitere Senatoren beider Parteien forderten eine Untersuchung der Vorwürfe durch den Ethikausschuss. Franken bat um Entschuldigung, gab an, sich anders an den Vorfall zu erinnern und bat selbst um eine entsprechende Untersuchung.[16] Nachdem in den Wochen darauf – im Kontext der #MeToo-Debatte und weiterer Belästigungsvorwürfe gegen andere Spitzenpolitiker – sechs weitere Frauen von sexuellen Übergriffen Frankens berichtet hatten, forderten Anfang Dezember 32 seiner 48 Parteikollegen im Senat Frankens Rückzug, zuerst Kirsten Gillibrand, schließlich auch der Fraktionsvorsitzende und enge Vertraute Frankens, Chuck Schumer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Al_Franken

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Willst Du behaupten... [viele aufgeregte Mutmaßungen]

Nein. Ich behaupte das:

zelig hat folgendes geschrieben:
Deine Darstellung ist ja bisschen reduziert, wie du weißt.



Der Kuss war nach Aussage Al Frankens nicht "gegen ihren Willen", sondern lediglich ohne vorherige Erlaubnis und was verbirgt sich ganz konkret hinter jener "unsittlichen Berührung"? Der Begriff allein ist mir angesichts der Tatsache, dass ansonsten blosse Lappalien aufgeblasen wurden, zu allgemein und unspezifisch.
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2464

Beitrag(#2123802) Verfasst am: 31.01.2018, 22:40    Titel: Antworten mit Zitat

Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Hab' heute den Artikel in der ZEIT zu Dr. Wedel gelesen.

Wer meint, der hätte nicht veröffentlicht werden sollen, von wegen Vorverurteilung, möge das sagen.


Da schicke ich mal Thomas Fischer ins Rennen.

http://meedia.de/2018/01/29/das-sternchen-system-thomas-fischers-zeit-kritische-anmerkungen-zum-medien-tribunal-gegen-dieter-wedel/

Fischer ist scharfsichtig und scharfzüngig. Das gefällt mir. In zwei Punkten mag ich ihm hier aber nicht folgen.

Erstens beansprucht er eine Deutungshoheit für die Justiz, die grundfalsch ist. Gegenbeispiel: O. J. Simpson. Gegenbeispiel: Roland Freisler. Zweitens verkennt er das Problem.

Fischer hat folgendes geschrieben:
Die reihenweise aufgeführten Leumunds- und Sekundärzeugen sind, folgt man den „erdrückenden Beweisen“ der Zeit, allesamt soziale Versager, auch wenn sie noch so bedeutsam aus ihren Agentur-Fotos blicken: Reihenweise berichten da Menschen, dass sie jahrelang Zeugen schwerer Übergriffe und dadurch verursachter Notsituationen wurden, ohne jemals einen Finger zur Hilfe gekrümmt zu haben.

Am 25. Januar wird referiert, Schauspieler und Theatermitarbeiter seien anwesend gewesen, als Wedel eine Geschädigte vor ihren Augen so lange gedemütigt habe, bis sie auf der Bühne zusammenbrach, einen so genannten „Nervenzusammenbruch“ (was immer das sein mag) und später eine Fehlgeburt erlitt (von der recht deutlich insinuiert wird, sie sei von Wedel verursacht, also eine Quasi-Abtreibung gewesen).

Alle Zeugen hätten dem untätig beigewohnt. Wenn das zutrifft, handelte es sich um eine grundsätzlich strafbare unterlassene Hilfeleistung, in jedem Fall aber um ein feiges und verächtliches Verhalten. Es ist bemerkenswert, dass Personen solchen moralischen Kalibers kritiklos als Zeugen präsentiert werden, die (nach 25 Jahren) tapfer „das Schweigen brechen“.

Fischers Anspruch an die Menschheit ist hoch und ehrenhaft. Aber er verkennt die Macht sozialer und psychologischer Zwänge. An dieser Stelle müßte er innehalten und sich fragen, verdammt, warum ist das eigentlich so?

(Fortsetzung gleich.)
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2464

Beitrag(#2123806) Verfasst am: 31.01.2018, 23:12    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Was ich mich frage: Gibt es eigentlich einen klaren Unterschied zwischen der kollektiven Ausgrenzung und Ablehnung eines Menschen, den man einer Straftat beschuldigt und Mobbing? Wer sich in einem Mobbingfall der mobbenden Mehrheit anschliesst, tut das ja nicht, weil er endlich mal zu "den Bösen" gehören will. Man tut das ja i.d.R., weil man meint, der Gemobbte hätte aus irgend einem Grund verdient, ausgegrenzt zu werden. Man wähnt sich ja auf der Seite derjenigen, die ein Recht haben, einen Menschen zu bestrafen.

Mein Blick auf #metoo ist ein anderer. Es geht nicht darum, die Weinsteins, Wedels, Clintons dieser Welt fertig zu machen.

Es geht darum, warum dieses Treiben jahrzehntelang durchgegangen ist. Warum weder die Betroffenen noch die direkten Beobachter eine kritische Masse gebildet haben, die dem Treiben einen Riegel vorgeschoben hätte.


Die Antwort darauf ist naheliegend, aber schmerzhaft:
Diligentia hat folgendes geschrieben:
Solange nicht Klugheit regiert, sondern nur, z.B. in Form von Menschenrechten, auf geduldiges Papier gedruckt ist und für hohle Sonntagsreden aus der verstaubten Ecke gezogen werden, solange werden „Starke“ den „Schwachen“ ggü. ihre Macht nicht nur ausüben, sondern auch missbrauchen. Und zwar auf jeder Ebene, bis hinein in persönliche Beziehungen. Und bekanntermaßen ist selbst die Eltern-Kind-Beziehung mehr oder weniger davon geprägt.



smallie hat folgendes geschrieben:
Von klein auf wird Kindern beigebracht, daß der eigene Wunsch nicht gilt. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Kids das verinnerlichen und dann auch in Harvey-Weinstein-Situationen hilflos dastehen. Oder wenn die Weinsteins das verinnerlichen und feststellen, hey, die wehren sich ja noch nicht einmal.

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vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 32382
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2123808) Verfasst am: 31.01.2018, 23:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ein bisschen erinnert mich den Umgang mit #metoo an manche Debatte, wos darum ging, dass Kindern verprügeln strafbar wurde.
Jahrhunderte wurde nichts dagegen unternommen. Und plötzlich durfte man nicht mehr. skeptisch
Was da manchmal an "Argumente" gegen das Gesetz gebracht wurde, war mitunter haarsträubend.
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 8608

Beitrag(#2123810) Verfasst am: 31.01.2018, 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

Diligentia hat folgendes geschrieben:
[...]
Das war keine Bestätigung meinerseits, sondern ein Formulierungsfehler. [...]

Aber natürlich, was denn sonst Lachen

Diligentia hat folgendes geschrieben:
(...) Könnte es sein, dass du schlechte Erfahrungen mit anderen auf mich überträgst? ...

Hör gleich wieder damit auf, hier meinen Psychoanalytiker zu spielen. Achte auf die Grenzen Ausrufezeichen


Diligentia hat folgendes geschrieben:
(...)(ich hoffe, mir unterläuft jetzt, bei diesem post, nicht schon wieder so ein folgenschwerer Fehler). ...

Doch, und zwar ein gewaltiger:

Diligentia hat folgendes geschrieben:

[...]
schtonk hat folgendes geschrieben:
Diligentia hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Diligentia hat folgendes geschrieben:
(...) Wer wirklich an die Ursache für solche Missstände ran will, darf sich auch nicht scheuen, an der Wurzel des Übels anzusetzen: Die Macht-Verhältnisse! (...)

Wie geht das?

Ein erfolgversprechender Anfang wäre schon mal, wenn man nicht primär über Macht-Missbrauchs-Fälle (Symptome) debattiert und darüber (verständlicherweise) in Streit gerät, sondern über die Machtverhältnisse/Hierarchie (Ursache) diskutiert, die solche Missstände erst ermöglichen.
(...)

Das wurde in der Vergangenheit schon häufiger gemacht. Das Forum existiert ja nicht erst seit dem Tag, an dem du dich hier angemeldet hast.
Du kannst das per entspr. Stichworteingabe mit der softwareeigenen Suchfunktion gerne überprüfen.

Am Kopf kratzen … verstehe ich das wirklich richtig?!? ... du meinst, wenn ich auf eine Frage von dir antworten will, muss ich vorher ...
schtonk hat folgendes geschrieben:
… per entspr. Stichworteingabe mit der softwareeigenen Suchfunktion ...

... das komplette Forum danach durchsuchen, ob nicht schon mal jemand meine Meinung vertreten hat?!? Geschockt ... oder danach, ob dir schon früher mal jemand so geantwortet hat?!? (...)

fett-braun v mir

Ich wies dich schlicht darauf hin, dass über Machtverhältnisse/Hierarchie hier bereits grundsätzlich in früheren Diskussionen in unterschiedlichen Threads debattiert wurde und man das über die SuFu recherchieren kann.

Es ist eine verdammt freche Sinnverdrehung von dir, daraus abzuleiten, ich würde erwarten, dass du die SuFu benutzen sollst, bevor du auf eine Frage von mir antwortest oder ob mir schon mal zu einem bestimmten Thema geantwortet wurde. Übrigens kann es für neue User u.U. erleichternd sein, sich in älteren Threats ein wenig umzuschauen.



Diligentia hat folgendes geschrieben:

[...]
schtonk hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
[...]

Der Hinweis auf das Medizinwesen hat mit Diligentias Aussage über die Notwendigkeit einer Analyse zu tun, das mit dem Journalismus ist eine ergänzende Nebenaussage.

...

Diligentia hat eine eine Aussage über "unseren" Journalismus getroffen, die Absolutheitscharakter hat. Und den Begriff Journalismus in Anführungszeichen zu setzen hat zusätzlich einen entwertenden Charakter.
Wenn man das tut, muss man das auch gut begründen können, völlig egal, ob das eine Neben- oder eine Hauptaussage ist.

(...)
1.
Wir (hier in der BRD, bzw. der sogen. westl. Welt) haben ein Metier, genannt: Journalismus. Also ist es unser Journalismus, der div. Untergruppen bietet.
(...)

Ach. Erst wird generalisiert, dann gejammert, weil jemand das nicht in Ordnung findet, und dann plötzlich doch spezifiziert ("div. Untergruppen").
Na geht doch. Und hoffentlich nächstes mal gleich und ohne sinnfreien Exkurs ins Medizinwesen.

Auf den Rest deines eitlen Geschwurbels muss ich nicht eingehen.


s.a. -> http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=2123809#2123809
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Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
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Beitrag(#2123816) Verfasst am: 31.01.2018, 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Was ich mich frage: Gibt es eigentlich einen klaren Unterschied zwischen der kollektiven Ausgrenzung und Ablehnung eines Menschen, den man einer Straftat beschuldigt und Mobbing? Wer sich in einem Mobbingfall der mobbenden Mehrheit anschliesst, tut das ja nicht, weil er endlich mal zu "den Bösen" gehören will. Man tut das ja i.d.R., weil man meint, der Gemobbte hätte aus irgend einem Grund verdient, ausgegrenzt zu werden. Man wähnt sich ja auf der Seite derjenigen, die ein Recht haben, einen Menschen zu bestrafen.

Mein Blick auf #metoo ist ein anderer. Es geht nicht darum, die Weinsteins, Wedels, Clintons dieser Welt fertig zu machen.

Es geht darum, warum dieses Treiben jahrzehntelang durchgegangen ist. Warum weder die Betroffenen noch die direkten Beobachter eine kritische Masse gebildet haben, die dem Treiben einen Riegel vorgeschoben hätte.


Das ist ja auch ein ähnlicher Vorgang wie beim Mobben. Niemand wollte sich mit Weinstein oder Wedel anlegen und auch nicht mit allen anderen in der Branche, die ebenfalls geschwiegen haben. Wer dazu gehören wollte, der hatte zu schweigen und wenn jemand doch etwas sagte, dann wurde der oder die gemobbt oder zumindest gemieden und fallen gelassen. Unter den Prominenten, die sich jetzt öffentlich mit der #metoo-Kampagne solidarisieren sind auch viele von denjenigen, die etwas wussten und geschwiegen haben.
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fwo
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Beitrag(#2123825) Verfasst am: 01.02.2018, 00:57    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
...
Fischer ist scharfsichtig und scharfzüngig. Das gefällt mir. In zwei Punkten mag ich ihm hier aber nicht folgen.

Erstens beansprucht er eine Deutungshoheit für die Justiz, die grundfalsch ist. Gegenbeispiel: O. J. Simpson. Gegenbeispiel: Roland Freisler. ....

Die einzige, die eine Deutungshoheit hat, die höher ist als die der Justiz, ist die Geschichte. Wenn Du der Justiz die Deutungshoheit für den Moment nehmen willst, beendest Du den Rechtsstaat.

Aber es ging Fischer gar nicht um die Deutungshoheit der Justiz, es ging ihm darum, dass dass es eine Täuschung der Leser ist, wenn man vorgibt, mit der Präzision der Justiz zu untersuchen und das in Wirklichkeit nicht kann - selbst, wenn es nur wäre, dass man keine Mittel hat, die Beantwortung seiner Fragen wirklich durchzusetzen und sie deshalb nicht stellt.

Sein zweiter Punkt war, dass, nachdem man die Überzeugung gewonnen hatte, dass die Zeugen glaubhaft seien, eine Tatberichterstattung stattfand und keine Verdachstsberichterstattung. wir wissen also noch nicht wirklich, ob überhaupt eine Tat stattgefunden hat, reden aber voller Überzeugung schon vom mutmaßlichen Täter. Genau diese Unart des Boulevard-Journalismus hatte die Zeit kurz vorher vehement abgelehnt.

Der dritte Punkt Fischers, und darauf zielt auch seine Aussage von den Zeugen als moralischen Versagern hin, sind die gesellschaftlichen Bedingungen, die von genau den Medien, die sich heute darüber aufregen, in einer Jahrzehnte dauernden Berichterstattung über Stars und minderwertige Sternchen gefestigt wurde. Die ganze Scheinheiligkeit bringt er in einen Absatz:
Zitat:
Frau Alice Schwarzer aus Köln, Sachverständige für Moral und Strafrecht, schrieb im Jahr 1993 – einem Jahr Wedelscher Übergriffe – über Marlene Dietrich: „Sie hat sich alle Frauen oder Männer genommen, auf die sie Lust hatte.“ Das war als höchstes Lob gemeint. Man sollte den Satz einmal probeweise in eine aktuelle Biografie des Regisseurs Wedel einbauen und warten, was dann passiert.


smallie hat folgendes geschrieben:
....
Es geht darum, warum dieses Treiben jahrzehntelang durchgegangen ist. Warum weder die Betroffenen noch die direkten Beobachter eine kritische Masse gebildet haben, die dem Treiben einen Riegel vorgeschoben hätte.
...

Und damit bist Du dieser Scheinheiligkeit auf den Leim gegangen. Es gibt mehrere Gründe, warum so alte Fälle hervorgeholt werden: Da wird kein Staatsanwalt auf den Plan gerufen, der das Offizialdelikt Vergewaltigung überprüfen müsste, sobald er von einem hört, das noch nicht verjährt ist. Die Leute, die man da verbrennt, sind zu alt, um sich noch ernsthaft zu wehren, wenn man sie nur zusätzlich noch mit genügend weiteren Dingen wie persönliche Eitelkeit usw. bewirft. Wesentlich dürfte aber auch sein, dass die Gegenwart kaum noch etwas hergibt. Das ist die Aussage von Frau Frommel, die zu diesem Thema auch gearbeitet hat, deshalb hatte ich drauf hingewiesen, dass die sich auch in den Kommentaren zu Wort gemeldet hat. Nach ihren Aussagen gibt es dieses Treiben hier in Europa schon lange nicht mehr in dieser Art - der Riegel ist schon lange vorgeschoben.
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Diligentia
wúxìng



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Beitrag(#2123866) Verfasst am: 01.02.2018, 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
Diligentia hat folgendes geschrieben:
[...]

[...]

Ich werde hier nicht weiter auf dein posting eingehen, weil ich das - wie bereits erwähnt - für off-topic halte.

Gerne per PN oder - falls Admins das ebenso sehen und die posts verschieben - im "Sandkasten".
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schtonk
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Beitrag(#2123898) Verfasst am: 01.02.2018, 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

Einen Beitrag in den Sandkasten getan.
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Diligentia
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Beitrag(#2123938) Verfasst am: 02.02.2018, 02:55    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Hab' heute den Artikel in der ZEIT zu Dr. Wedel gelesen.

Wer meint, der hätte nicht veröffentlicht werden sollen, von wegen Vorverurteilung, möge das sagen.


Da schicke ich mal Thomas Fischer ins Rennen.

http://meedia.de/2018/01/29/das-sternchen-system-thomas-fischers-zeit-kritische-anmerkungen-zum-medien-tribunal-gegen-dieter-wedel/

Fischer ist scharfsichtig und scharfzüngig. Das gefällt mir. In zwei Punkten mag ich ihm hier aber nicht folgen.

Erstens beansprucht er eine Deutungshoheit für die Justiz, die grundfalsch ist. Gegenbeispiel: O. J. Simpson. Gegenbeispiel: Roland Freisler.

Zweitens verkennt er das Problem. ...

*zustimm*
Fischer ist m.E. zweifelsohne wert, ihn sich anzuhören. Aber neben deinen weiteren Ausführungen, möchte ich dazufügen:

Er spricht eben auch als Vertreter seiner Zunft und ist vermutl. auch ein wenig (?) befangen. Nicht nur außerjuristisch wird Unfug getrieben! Der Fokus darf sich m.E. dabei auch auf die staatlichen Institutionen richten. Also seine eigene "Branche" sollte sich auch in Selbstkritik üben.

Denn wenn ich mich recht erinnere, wurden z.B. im Kachelmann-Fall Informationen von der Staatsanwaltschaft an die Presse "durchgestochen". Und man denke auch an die Filmaufnahmen von K's Gefangenentransport, die die betr. Vollzugsanstalt nicht verhindert hat, bzw. nicht dafür gesorgt hat, dass der diskret vonstatten geht.

Von dem, was m.W. Fakt ist, dass die Staatsanwaltschaft ggü. dem Justizminister(-ium) - wenn auch nicht in Alltagspraxis, aber dennoch in speziellen Einzelfällen - grundsätzlich weisungsgebunden ist, ganz zu schweigen. Die Staatsanwaltschaft ist demnach nicht so unabhängig, wie es scheint und wie sie sich öffentlich darstellt.

Alles irgendwie miteinander verflochten, aber die "Welt" springt natürlich auf die reißerischste Berichterstattung an.
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fwo
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Beitrag(#2123950) Verfasst am: 02.02.2018, 10:11    Titel: Antworten mit Zitat

Diligentia hat folgendes geschrieben:
....
Von dem, was m.W. Fakt ist, dass die Staatsanwaltschaft ggü. dem Justizminister(-ium) - wenn auch nicht in Alltagspraxis, aber dennoch in speziellen Einzelfällen - grundsätzlich weisungsgebunden ist, ganz zu schweigen. Die Staatsanwaltschaft ist demnach nicht so unabhängig, wie es scheint und wie sie sich öffentlich darstellt....

Sie stellt sich nirgends so da, die Weisungsgebundenheit ist ganz offiziell, betrifft auch nicht nur besondere Fälle oder Beamte, sondern ist ganz normal in der Hierarchie der Staatsanwaltschaft verankert. Das ist auch nicht geheim:
https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsanwaltschaft_%28Deutschland%29#Weisungsrecht

Es gibt einen schönen Kommentar von Prantl, der selbst Jurist ist. Es würde mich auch nicht wundern, wenn auch Fischer dazu schon scharfen Senf gegeben hätte - aber ich lese ihn zu selten.

Die Nase, an die da gefasst werden muss, ist also nicht die der Justiz, sondern die der Politik.
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Diligentia
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Beiträge: 158

Beitrag(#2123959) Verfasst am: 02.02.2018, 11:29    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Diligentia hat folgendes geschrieben:
....
Von dem, was m.W. Fakt ist, dass die Staatsanwaltschaft ggü. dem Justizminister(-ium) - wenn auch nicht in Alltagspraxis, aber dennoch in speziellen Einzelfällen - grundsätzlich weisungsgebunden ist, ganz zu schweigen. Die Staatsanwaltschaft ist demnach nicht so unabhängig, wie es scheint und wie sie sich öffentlich darstellt....

Sie stellt sich nirgends so da, die Weisungsgebundenheit ist ganz offiziell, betrifft auch nicht nur besondere Fälle oder Beamte, sondern ist ganz normal in der Hierarchie der Staatsanwaltschaft verankert. Das ist auch nicht geheim:
https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsanwaltschaft_%28Deutschland%29#Weisungsrecht

Es gibt einen schönen Kommentar von Prantl, der selbst Jurist ist. Es würde mich auch nicht wundern, wenn auch Fischer dazu schon scharfen Senf gegeben hätte - aber ich lese ihn zu selten. ...

Stimmt. Ich meinte zwar auch nicht, dass das geheim ist, sondern m.E. zuwenig kommuniziert wird. Aber ich hab zu schlampig formuliert.

Merci für die Korrektur und die Links.



fwo hat folgendes geschrieben:
... Die Nase, an die da gefasst werden muss, ist also nicht die der Justiz, sondern die der Politik.

Eben. Und wer weiß?! - evtl. auch noch an die von div. Lobbyisten, die in der Politik die Klinken putzen.
Ich meinte ja, die Medien alleine in den Fokus zu nehmen reicht wohl nicht.
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Tarvoc
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Beitrag(#2124007) Verfasst am: 02.02.2018, 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Die einzige, die eine Deutungshoheit hat, die höher ist als die der Justiz, ist die Geschichte.

Wie fällt denn die Geschichte ihre Urteile?
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



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Beiträge: 36459
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Beitrag(#2124008) Verfasst am: 02.02.2018, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Die einzige, die eine Deutungshoheit hat, die höher ist als die der Justiz, ist die Geschichte.

Wie fällt denn die Geschichte ihre Urteile?



Die Geschichte selbst faellt keine Urteile, das machen die, die die Geschichte schreiben.
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Kramer
postvisuell



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Beiträge: 27198

Beitrag(#2124011) Verfasst am: 02.02.2018, 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Die einzige, die eine Deutungshoheit hat, die höher ist als die der Justiz, ist die Geschichte.

Wie fällt denn die Geschichte ihre Urteile?



Die Geschichte selbst faellt keine Urteile, das machen die, die die Geschichte schreiben.


Das ist jetzt auch wieder zweideutig.
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smallie
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Beiträge: 2464

Beitrag(#2124022) Verfasst am: 02.02.2018, 20:00    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ein bisschen erinnert mich den Umgang mit #metoo an manche Debatte, wos darum ging, dass Kindern verprügeln strafbar wurde.
Jahrhunderte wurde nichts dagegen unternommen. Und plötzlich durfte man nicht mehr. skeptisch
Was da manchmal an "Argumente" gegen das Gesetz gebracht wurde, war mitunter haarsträubend.

Das ist ein guter Vergleich.




Kramer hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Was ich mich frage: Gibt es eigentlich einen klaren Unterschied zwischen der kollektiven Ausgrenzung und Ablehnung eines Menschen, den man einer Straftat beschuldigt und Mobbing? Wer sich in einem Mobbingfall der mobbenden Mehrheit anschliesst, tut das ja nicht, weil er endlich mal zu "den Bösen" gehören will. Man tut das ja i.d.R., weil man meint, der Gemobbte hätte aus irgend einem Grund verdient, ausgegrenzt zu werden. Man wähnt sich ja auf der Seite derjenigen, die ein Recht haben, einen Menschen zu bestrafen.

Mein Blick auf #metoo ist ein anderer. Es geht nicht darum, die Weinsteins, Wedels, Clintons dieser Welt fertig zu machen.

Es geht darum, warum dieses Treiben jahrzehntelang durchgegangen ist. Warum weder die Betroffenen noch die direkten Beobachter eine kritische Masse gebildet haben, die dem Treiben einen Riegel vorgeschoben hätte.


Das ist ja auch ein ähnlicher Vorgang wie beim Mobben. Niemand wollte sich mit Weinstein oder Wedel anlegen und auch nicht mit allen anderen in der Branche, die ebenfalls geschwiegen haben. Wer dazu gehören wollte, der hatte zu schweigen und wenn jemand doch etwas sagte, dann wurde der oder die gemobbt oder zumindest gemieden und fallen gelassen. Unter den Prominenten, die sich jetzt öffentlich mit der #metoo-Kampagne solidarisieren sind auch viele von denjenigen, die etwas wussten und geschwiegen haben.

Stimmt. Der Aspekt geht leider etwas unter in der Diskussion - obwohl er bereits im Eingangsbeitrag von bb steckt.

Das ist schade, denn damit läuft man Gefahr, den gleichen Fehler an anderer Stelle erneut zu machen. Menschen machen Fehler. Sie tun Dinge, die sie besser hätten lassen sollen. Sie unterlassen Dinge, die sie besser hätten tun sollen. Hinterher ist man immer klüger. Mir geht's hauptsächlich darum, was sich aus der Sache lernen läßt. Schuldzuweisungen helfen dabei eher wenig.


Dazu noch der passende Spruch aus der (anderen) Bibel:

Zitat:
Arbeite am Problem, nicht an Vorwürfen

Es macht keinen wirklichen Unterschied, ob ein Bug deine Schuld ist, oder die eines anderen - er bleibt dein Problem und muß nach wie vor behoben werden.



Fix the Problem, Not the Blame

It doesn't really matter whether the bug is your fault or someone else's – it is still your problem, and it still needs to be fixed.

https://blog.codinghorror.com/a-pragmatic-quick-reference/

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smallie
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Beiträge: 2464

Beitrag(#2124025) Verfasst am: 02.02.2018, 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
...
Fischer ist scharfsichtig und scharfzüngig. Das gefällt mir. In zwei Punkten mag ich ihm hier aber nicht folgen.

Erstens beansprucht er eine Deutungshoheit für die Justiz, die grundfalsch ist. Gegenbeispiel: O. J. Simpson. Gegenbeispiel: Roland Freisler. ....

Die einzige, die eine Deutungshoheit hat, die höher ist als die der Justiz, ist die Geschichte. Wenn Du der Justiz die Deutungshoheit für den Moment nehmen willst, beendest Du den Rechtsstaat.

Ich fresse einen Besen, wenn dir kein Beispiel einfällt, bei dem du Richter- oder Urteilsschelte anbringen kannst.

Das Gerichte faktisch force majeure sind, heißt nicht, das ich alles für gut und richtig halten muß. Meinst du wirklich, ich beende den Rechtsstaat, wenn ich das O. J. Simpson-Urteil anzweifle?




fwo hat folgendes geschrieben:
Aber es ging Fischer gar nicht um die Deutungshoheit der Justiz, es ging ihm darum, dass dass es eine Täuschung der Leser ist, wenn man vorgibt, mit der Präzision der Justiz zu untersuchen und das in Wirklichkeit nicht kann - selbst, wenn es nur wäre, dass man keine Mittel hat, die Beantwortung seiner Fragen wirklich durchzusetzen und sie deshalb nicht stellt.

Sein zweiter Punkt war, dass, nachdem man die Überzeugung gewonnen hatte, dass die Zeugen glaubhaft seien, eine Tatberichterstattung stattfand und keine Verdachstsberichterstattung. wir wissen also noch nicht wirklich, ob überhaupt eine Tat stattgefunden hat, reden aber voller Überzeugung schon vom mutmaßlichen Täter. Genau diese Unart des Boulevard-Journalismus hatte die Zeit kurz vorher vehement abgelehnt.

Ich halte die Recherche der ZEIT für stichhaltig. Punkt der Wahrheit könnte sein, daß Wedels Gebaren auch den Fernsehsendern bekannt war.

Allerdings hast du mich überzeugt, daß die Darstellung nicht ganz in Ordnung ist. Siehe unten.



fwo hat folgendes geschrieben:
Der dritte Punkt Fischers, und darauf zielt auch seine Aussage von den Zeugen als moralischen Versagern hin, sind die gesellschaftlichen Bedingungen, die von genau den Medien, die sich heute darüber aufregen, in einer Jahrzehnte dauernden Berichterstattung über Stars und minderwertige Sternchen gefestigt wurde.

"Moralische Versager" ist mir zu stark. Sowas sage ich nur, wenn ich in einem Thema emotional verwickelt bin. Sonst bin ich eher Determinist.



fwo hat folgendes geschrieben:
Die ganze Scheinheiligkeit bringt er in einen Absatz:
Zitat:
Frau Alice Schwarzer aus Köln, Sachverständige für Moral und Strafrecht, schrieb im Jahr 1993 – einem Jahr Wedelscher Übergriffe – über Marlene Dietrich: „Sie hat sich alle Frauen oder Männer genommen, auf die sie Lust hatte.“ Das war als höchstes Lob gemeint. Man sollte den Satz einmal probeweise in eine aktuelle Biografie des Regisseurs Wedel einbauen und warten, was dann passiert.

Schlechter Vergleich.

Aber ohne schlüpfrige Datails zum Fall Dietrich, ist der Verweis weder gerichtsverwertbar noch Boulevard-tauglich. zwinkern


fwo hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
....
Es geht darum, warum dieses Treiben jahrzehntelang durchgegangen ist. Warum weder die Betroffenen noch die direkten Beobachter eine kritische Masse gebildet haben, die dem Treiben einen Riegel vorgeschoben hätte.
...

Und damit bist Du dieser Scheinheiligkeit auf den Leim gegangen. Es gibt mehrere Gründe, warum so alte Fälle hervorgeholt werden: Da wird kein Staatsanwalt auf den Plan gerufen, der das Offizialdelikt Vergewaltigung überprüfen müsste, sobald er von einem hört, das noch nicht verjährt ist. Die Leute, die man da verbrennt, sind zu alt, um sich noch ernsthaft zu wehren, wenn man sie nur zusätzlich noch mit genügend weiteren Dingen wie persönliche Eitelkeit usw. bewirft. Wesentlich dürfte aber auch sein, dass die Gegenwart kaum noch etwas hergibt. Das ist die Aussage von Frau Frommel, die zu diesem Thema auch gearbeitet hat, deshalb hatte ich drauf hingewiesen, dass die sich auch in den Kommentaren zu Wort gemeldet hat. Nach ihren Aussagen gibt es dieses Treiben hier in Europa schon lange nicht mehr in dieser Art - der Riegel ist schon lange vorgeschoben.

Das kann ich teilweise nachvollziehen.

Du erinnerst dich an die Diskussion um die rabiaten Methoden bis hin zu klarem Mißbrauch in (kirchlichen) Internaten? Dort wurden ebenfalls lange vergangene Fälle hervorgeholt. Statthaft oder nicht? Ich sage statthaft. Sage ergänzend, daß man die Vergangenheit nicht unbedingt an heutigen Werten messen kann, sage aber auch, daß es in der Vergangenheit oft Leute gab, die das Treiben durchschauten und nicht mitspielten.



Elisa Hoven erwähnte die Watergate-Affaire als Beispiel für investigativen Journalismus. Das war das erste, was mir zu Fischers Artikel einfiel. Passt. Inzwischen habe ich die Kommentare überflogen. Hier hat Fischer ein Argument:

Fischer hat folgendes geschrieben:
Die ZEIT hat ihr „Dossier“ vom 25.1.2018 mit einem großen Foto Wedels aufgemacht, das mit „Der Schattenmann“ untertitelt war. Der „Schattenmann“ ist die Figur Jan Herzog aus einem Film Wedels. Es handelt sich dort um einen mafiösen Schwerverbrecher und Unterwelt-König, drer – buchstäblich – über Leichen geht.

Mit dem Titel dieses (fiktiven) Schwerverbrechers übertitelt die ZEIT ihren „nach den Grundsätzen der Ermittler“ zusammengestellten „Verdachtsbericht“ und behauptet allen Ernstes, dass sie „das Urteil den Lesern überlässt“.

Und keinem fällt auf, dass dies eigentlich das Gegenteil von „Verdachtsberichterstattung“ ist?

http://meedia.de/2018/01/30/einspruch-herr-fischer-die-replik-einer-jura-professorin-auf-die-medientribunal-schelte-im-fall-wedel/

Mir ist das nicht aufgefallen (bin Fernseher-Abstinent). Fischer hat Recht, das ist grob. Dieser Kritik schließe ich mich an.
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