Freigeisterhaus Foren-Übersicht www.artikeldrei.de
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   NutzungsbedingungenNutzungsbedingungen   BenutzergruppenBenutzergruppen   LinksLinks   ChatChat   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   KarteKarte   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Kunst, Kunst, Kunst, Kunst, Kunst
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Kultur und Gesellschaft
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Lebensnebel
Dachsdecker



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 937

Beitrag(#2113367) Verfasst am: 05.11.2017, 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:

Diese Geschichte zeigt mal wieder, daß da einige Leute keinen Humor haben. Aber das ist bei Akademikern leider gar nicht selten. Das sind die Leute, die früher beim FKK-Gelände nach Astlöchern im Zaun suchten, damit sie Anstoß nehmen konnten.


Gibts denn da eine Statistik; oder ist das nicht eher Ahrimanscher Vorurteile geschuldet?


Eine Statistik über Akademiker, die Astlöcher in FKK-Zäunen suchen? Wäre nicht schlecht. Eine Aufschlüsselung in Akademiker, die von außerhalb des FKK-Geländes und zwischen Akademikern, die von innerhalb des Geländes nach Löchern suchen, wäre wünschenswert.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
MadMagic
registrierter User



Anmeldungsdatum: 12.06.2017
Beiträge: 16

Beitrag(#2113408) Verfasst am: 05.11.2017, 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:

Diese Geschichte zeigt mal wieder, daß da einige Leute keinen Humor haben. Aber das ist bei Akademikern leider gar nicht selten. Das sind die Leute, die früher beim FKK-Gelände nach Astlöchern im Zaun suchten, damit sie Anstoß nehmen konnten.


Gibts denn da eine Statistik; oder ist das nicht eher Ahrimanscher Vorurteile geschuldet?


Dass Du einer Statistik vertrauen würdest, outet Dich eh schon als....
Dass Ahriman Vorurteile hätte, auch Sehr glücklich
_________________
Wieder da zwinkern
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, Postfeminist



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 35984
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2113432) Verfasst am: 05.11.2017, 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

jdf hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
Man kann Kunstwerke sexistisch finden. Oder nicht. Aber sie deshalb aus einer Ausstellung gleich zu entfernen, finde ich nicht gut.


edit: rs

Nun ja. Man kommt aber auch nicht um die Frage herum:



„Ist das Kunst oder kann das weg?“

Smilie


Ich halte das für schlechte Kunst.

Cool! Sag doch mal warum!


Das ist mein völlig subjektives, persönliches Urteil, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Ich hätte auch sagen können: "Mir gefällt das nicht".
_________________
“Authoritarian agendas have gone too far.” (Lindsay Shepherd)------------ Stoppt die Bajuwarisierung der Kurpfalz jetzt!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20255
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2113533) Verfasst am: 06.11.2017, 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

jdf hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
....

Ich halte das für schlechte Kunst.

Cool! Sag doch mal warum!

Den Maßstab stellt die Zeit:

Kunst kommt von Können. Wenn etwas so gekonnt ist, dass nur eine Lehre nicht ausreicht, diese Ebene zu erreichen, reden wir von Kunst - egal ob es sich um einen Gebrauchsgegenstand oder eine Schöpfung mit Botschaftscharakter handelt.

Wenn sich bei Machwerken mit Botschaftscharakter die Mehrheit am Kopf kratzt und fragt, was das soll, liegt der Verdacht, dass es sich um schlechte Kunst handelt, zumindest nahe. Es besteht dann noch die Möglichkeit, dass der Schaffende der Mehrheit voraus war, dass es sich also um Avantgarde handelte. Und das wird von der Zeit entschieden: Wenn es vergessen wird, war es schlechte Kunst.

Was zählt, ist nicht eine mühsam zu erklärende Intention, sondern ob sie auch ohne die Erklärung ankommt.
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22323

Beitrag(#2113539) Verfasst am: 06.11.2017, 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
„Ist das Kunst oder kann das weg?"


Ich finde die Frage soo lustig!

http://www.sueddeutsche.de/kultur/wie-einst-beuys-fettecke-putzfrau-schrubbt-kunstwerk-kaputt-1.1180540
Damit auch Jüngere den mutmaßlichen Ursprung der Frage verstehen.
Beuys war ja auch so ein verschmitzter Rheinländer.

: )
_________________
What game shall we play today?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 15176
Wohnort: 89250 Senden

Beitrag(#2113568) Verfasst am: 07.11.2017, 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Kunstwerk, das man nur darum als solches erkennt, weil es auf einem Sockel steht oder in einem Museum an der Wand hängt ist kein Kunstwerk.
Ein Kunstwerk, das man erklären muß ist kein Kunstwerk.

Bleibt dann nur noch die Frage, wozu, zu welchem Zweck, heutzutage Kunstwerke erschaffen werden, die häßlich, gar abstoßend oder sogar ekelerregend sind.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31923
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2113569) Verfasst am: 07.11.2017, 13:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ein Kunstwerk, das man nur darum als solches erkennt, weil es auf einem Sockel steht oder in einem Museum an der Wand hängt ist kein Kunstwerk.
Ein Kunstwerk, das man erklären muß ist kein Kunstwerk.

Bleibt dann nur noch die Frage, wozu, zu welchem Zweck, heutzutage Kunstwerke erschaffen werden, die häßlich, gar abstoßend oder sogar ekelerregend sind.


Es gibt Kunstwerke, die sich nicht für jeden erschließen.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Zumsel
registrierter User



Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3219

Beitrag(#2113572) Verfasst am: 07.11.2017, 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ein Kunstwerk, das man erklären muß ist kein Kunstwerk.


Das kann man so pauschal nicht sagen. Natürlich gibt es Kunst, die nur mit Wissen um bestimmte gesellschaftliche oder persönliche Umstände verstanden werden kann. Man kann ja auch Picassos "Guernica" nicht verstehen, wenn man nichts über den spanischen Bürgerkrieg weiß.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 15176
Wohnort: 89250 Senden

Beitrag(#2113582) Verfasst am: 07.11.2017, 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ein Kunstwerk, das man erklären muß ist kein Kunstwerk.


Das kann man so pauschal nicht sagen. Natürlich gibt es Kunst, die nur mit Wissen um bestimmte gesellschaftliche oder persönliche Umstände verstanden werden kann. Man kann ja auch Picassos "Guernica" nicht verstehen, wenn man nichts über den spanischen Bürgerkrieg weiß.

Dann ist es kein Kunstwerk. Denn es taugt als solches nicht mal zur Dekoration. Es ist häßlich.
Nimm als Beispiel das hier:



Auch wenn man nichts vom Christentum wüßte: Es macht Vergnügen, es nur zu betrachten. Es braucht keine Erklärung und kein Hintergrundwissen.
(Die Wahl dieses Bildes hat jetzt hier nix zu bedeuten, es fiel mir nur grade spontan ein.)


Zuletzt bearbeitet von Ahriman am 08.11.2017, 16:16, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Zumsel
registrierter User



Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3219

Beitrag(#2113587) Verfasst am: 07.11.2017, 18:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:

Auch wenn man nichts vom Christentum wüßte: Es macht Vergnügen, es nur zu betrachten. Es braucht keine Erklärung und kein Hintergrundwissen.


Ach so, für dich ist "Kunst" bloß ein anderes Wort für "handwerklich sauber gemachter Kitsch". Na ja, damit kann ich nu wiederrum wenig anfangen...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tupã
registrierter User



Anmeldungsdatum: 19.01.2013
Beiträge: 98
Wohnort: Jetz?

Beitrag(#2113609) Verfasst am: 07.11.2017, 20:23    Titel: Alex Gray Antworten mit Zitat

interessante Künstler:

Alex Gray


YAYOI KUSAMA
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 8309

Beitrag(#2113615) Verfasst am: 07.11.2017, 22:57    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
„Ist das Kunst oder kann das weg?"


Ich finde die Frage soo lustig!

http://www.sueddeutsche.de/kultur/wie-einst-beuys-fettecke-putzfrau-schrubbt-kunstwerk-kaputt-1.1180540
Damit auch Jüngere den mutmaßlichen Ursprung der Frage verstehen.
Beuys war ja auch so ein verschmitzter Rheinländer.

: )

Ja, Beuys hat auch sein Fett wegbekommen Smilie
_________________
Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
sponor
registrierter User



Anmeldungsdatum: 16.05.2008
Beiträge: 1415
Wohnort: München

Beitrag(#2113633) Verfasst am: 08.11.2017, 10:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:

Auch wenn man nichts vom Christentum wüßte: Es macht Vergnügen, es nur zu betrachten. Es braucht keine Erklärung und kein Hintergrundwissen.


Ach so, für dich ist "Kunst" bloß ein anderes Wort für "handwerklich sauber gemachter Kitsch". Na ja, damit kann ich nu wiederrum wenig anfangen...

Ja, da kann ich jetzt mal den Advocatus Diaboli geben (wobei das meiner echten Meinung schon nahekommt, nur ziemlich überspitzt):

Wenn ich bei einem Werk nicht zum Nachdenken angeregt werde, wenn ich nicht erst versuchen muss, die Dinge zu verstehen, dann ist das für mich (bestenfalls gelungenes) Kunsthandwerk, nicht Kunst.
Also: Die ganze gegenständliche Malerei (die "alten Schinken" mit Portraits etc.) bis kurz vor die Moderne ist halt bloß Ausfluss der Tatsache, dass es noch keine Fotoapparate gab. Danach war sie nicht mehr nötig...
_________________
Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.
(G. Chr. Lichtenberg)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Zumsel
registrierter User



Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3219

Beitrag(#2113638) Verfasst am: 08.11.2017, 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

sponor hat folgendes geschrieben:

Also: Die ganze gegenständliche Malerei (die "alten Schinken" mit Portraits etc.) bis kurz vor die Moderne ist halt bloß Ausfluss der Tatsache, dass es noch keine Fotoapparate gab. Danach war sie nicht mehr nötig...


Na ja, das würde ich so nun auch wieder nicht sagen. ich wollte mit meiner Aussage auch nicht behaupten, dass die Kunst alter Meister "Kitsch" wäre, sondern nur, dass Ahrimanns Kriterium offenbat auf Kitsch zielt. Denn natürlich stecken auch in den Werken alter Meister Botschaften, die der Interpretation bedürfen. Und auch die Genialität bestimmter neuer Darstellungsarten und Farbeinsätze kann man ohne entsprechendes Wissen nicht verstehen. Gerade bei den Alten Meistern steckt das Revolutionäre (oder zumindest Interessante) ja oft auch im Detail. Es ist eben nicht einfach nur "schön zum an die Wand hängen" wie ein Alpenpanorama mit röhrendem Hirsch oder sowas in der Art.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
abbahallo
Moderator
Moderator



Anmeldungsdatum: 10.12.2012
Beiträge: 1839

Beitrag(#2113643) Verfasst am: 08.11.2017, 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich meine, dass das Ahriman-Kriterium gar nicht als erstes gegenständliche von weniger gegenständlicher Kunst scheidet, sondern ihre Gegenstände. Es gibt ausgesprochen grauenvolle gegenständliche Darstellungen von zu Tode gefolterten Heiligen, die kein Mensch für "schön" halten kann. Nicht-gegenständliches als Ausdruck sehr sonniger Stimmungen gibt es auch, als erstes fällt mir einiges von Klee ein.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 22323

Beitrag(#2113648) Verfasst am: 08.11.2017, 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

"Man sieht nur, was man weiß." gilt wohl auch für die Kunst. Alleine wenn man bedenkt, wie kunstgeschichtlich alles aufeinander baut. Oder sich eben absetzt von einer Vorform.
Wobei man andererseits auch Phänomenalist sein kann. Oder phasenweise mal dies oder jenes. Wie bei mir. Wobei ich nicht weiß, ob es einen passenderen Begriff im Kunstkontext gibt, der einen rein sinnesbasierten Zugang zu den Werken meint.
_________________
What game shall we play today?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20255
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2113650) Verfasst am: 08.11.2017, 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

sponor hat folgendes geschrieben:
....
Also: Die ganze gegenständliche Malerei (die "alten Schinken" mit Portraits etc.) bis kurz vor die Moderne ist halt bloß Ausfluss der Tatsache, dass es noch keine Fotoapparate gab. Danach war sie nicht mehr nötig...

Aus dem Also erfolgt für mich, dass photographische Kunst nicht möglich ist. Dem stimme ich nicht zu.

Auch scheint mir diese Aussage zu sehr auf die bildende Kunst fixiert zu sein.
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31923
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2113658) Verfasst am: 08.11.2017, 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
sponor hat folgendes geschrieben:

Also: Die ganze gegenständliche Malerei (die "alten Schinken" mit Portraits etc.) bis kurz vor die Moderne ist halt bloß Ausfluss der Tatsache, dass es noch keine Fotoapparate gab. Danach war sie nicht mehr nötig...


Na ja, das würde ich so nun auch wieder nicht sagen. ich wollte mit meiner Aussage auch nicht behaupten, dass die Kunst alter Meister "Kitsch" wäre, sondern nur, dass Ahrimanns Kriterium offenbat auf Kitsch zielt. Denn natürlich stecken auch in den Werken alter Meister Botschaften, die der Interpretation bedürfen. Und auch die Genialität bestimmter neuer Darstellungsarten und Farbeinsätze kann man ohne entsprechendes Wissen nicht verstehen. Gerade bei den Alten Meistern steckt das Revolutionäre (oder zumindest Interessante) ja oft auch im Detail. Es ist eben nicht einfach nur "schön zum an die Wand hängen" wie ein Alpenpanorama mit röhrendem Hirsch oder sowas in der Art.

Wer damals die Sendung 1000 Meisterwerke hin und wieder geschaut hat, weiß wieviel Verborgenes in den alten Meister vesteckt war.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
sponor
registrierter User



Anmeldungsdatum: 16.05.2008
Beiträge: 1415
Wohnort: München

Beitrag(#2113660) Verfasst am: 08.11.2017, 13:57    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit dem "Advocatus Diaboli" habt ihr schon gesehen, oder?
_________________
Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.
(G. Chr. Lichtenberg)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 20255
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2113661) Verfasst am: 08.11.2017, 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

sponor hat folgendes geschrieben:
Das mit dem "Advocatus Diaboli" habt ihr schon gesehen, oder?

Ja. Aber ganz selten hat der Teufel auch in meinen Augen einfach unrecht. zwinkern
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DonMartin
registrierter User



Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 4028

Beitrag(#2113662) Verfasst am: 08.11.2017, 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:

Wer damals die Sendung 1000 Meisterwerke hin und wieder geschaut hat, weiß wieviel Verborgenes in den alten Meister vesteckt war.

Die Sendung gibt es immer noch.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31923
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2113665) Verfasst am: 08.11.2017, 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Wer damals die Sendung 1000 Meisterwerke hin und wieder geschaut hat, weiß wieviel Verborgenes in den alten Meister vesteckt war.

Die Sendung gibt es immer noch.


Danke! Ich habe die immer gerne gesehen.
Um die Uhrzeit, wo sie jetzt kommt, schau ich selten fern.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 15176
Wohnort: 89250 Senden

Beitrag(#2113669) Verfasst am: 08.11.2017, 16:09    Titel: Antworten mit Zitat

abbahallo hat folgendes geschrieben:
Ich meine, dass das Ahriman-Kriterium gar nicht als erstes gegenständliche von weniger gegenständlicher Kunst scheidet, sondern ihre Gegenstände. Es gibt ausgesprochen grauenvolle gegenständliche Darstellungen von zu Tode gefolterten Heiligen, die kein Mensch für "schön" halten kann. Nicht-gegenständliches als Ausdruck sehr sonniger Stimmungen gibt es auch, als erstes fällt mir einiges von Klee ein.

Oben ging es mir darum, ob ein Kunstwerk überhaupt eines ist oder nur Scharlatanerie und Publikumsverarschung.
Ob nun ein Kunstwerk, wenn es denn eines ist, schön oder häßlich ist wäre erst die nächste Frage.
Die ist oft schwerer zu beantworten. Ich habe völlig abstrakte Werke der Malerei gesehen, die ich ausgesprochen schön fand. (Aber leider auch zu teuer für mich.) Aber wenn einer vier Reisigbündel gegen die Wand lehnt und einen Ventilator davorstellt und das dann als Installation "Wind von den Kahlen Bergen" ausgibt - dann fühle ich mich verarscht. (Das hab ich nicht erfunden!) Mit den Werken des Herrn Buys geht es mir und vielen ja nicht anders.
Und wenn der Herr Lüpertz von seiner Aphrodite (die die Augsburger nicht haben wollten) sagt, "sie schraubt sich auf den Horizont" (hat er gesagt, ehrlich, stand in der Zeitung) dann ist er entweder bekloppt oder er reflektiert unverfroren auf die Dummheit der sog. Kunstwelt.
"grauenvolle gegenständliche Darstellungen von zu Tode gefolterten Heiligen" waren gut für Kirchen und Klöster um die Gläubigen zu schrecken und die Mönche zu disziplinieren. Im bischöflichen oder fürstlichen Palais fand sich dafür immer irgendein abgelegener Flur, wo seine Durchlaucht kaum mal hin kam. Oder ein Gästezimmer für solche Gäste, die man lieber gehen als kommen sieht.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 15176
Wohnort: 89250 Senden

Beitrag(#2113670) Verfasst am: 08.11.2017, 16:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hab grade gemerkt, daß ich nun auch mal doof genug war, um mit einem zu großen Bild den Thread zu zerschießen. Ich habs verkleinert.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 15176
Wohnort: 89250 Senden

Beitrag(#2113671) Verfasst am: 08.11.2017, 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:


Ach so, für dich ist "Kunst" bloß ein anderes Wort für "handwerklich sauber gemachter Kitsch". Na ja, damit kann ich nu wiederrum wenig anfangen...

Also weißte, ein Werk von Gustav Doré als Kitsch zu bezeichnen...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
unquest
Marx und Freudlos



Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 2869
Wohnort: 2311 N. Los Robles Avenue in Pasadena

Beitrag(#2113673) Verfasst am: 08.11.2017, 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Wer damals die Sendung 1000 Meisterwerke hin und wieder geschaut hat, weiß wieviel Verborgenes in den alten Meister vesteckt war.

Die Sendung gibt es immer noch.


Danke! Ich habe die immer gerne gesehen.
Um die Uhrzeit, wo sie jetzt kommt, schau ich selten fern.

Zum Teil aber mit sexistischen Beiträgen: Der Parkhauspfeiler "Es ist irgendwie unheimlich wichtig, dass Frau ihre eigene Identität auch im öffentlichen Parkraum ein stückweit verwirklichen kann".
_________________
Dazed and confused - trying to continue (Redhat)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Critic
oberflächlich



Anmeldungsdatum: 22.07.2003
Beiträge: 14034
Wohnort: Arena of Air

Beitrag(#2113677) Verfasst am: 08.11.2017, 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

:captainobvious:

"Kunst liegt im Auge des Betrachters": Da kann man sich noch so mit einem Gegenstand abmühen, aber wenn niemand es als Kunst ansieht, Brötchen zu backen oder eine Wand zu tapezieren, wird man auf ewig "unentdeckt" bleiben.


Und sie hat zum Teil auch etwas mit Originalität zu tun, also etwas zu wagen, das Andere noch nicht gewagt haben, und das dann auch zu vertreten.

Es gab mal einen russischen Maler, der vor gut 100 Jahren ein schwarzes Quadrat auf ein Blatt Papier gemalt hat - und das galt dann irgendwann als Kunst und ist wahrscheinlich auch wesentlich wertvoller als wenn ich dem nacheifern würde.

Marcel Duchamp hat sich in einem Geschäft für Sanitärbedarf eine Toilettenschüssel gekauft, sie auf ein Brett genagelt, und das war dann fortan Kunst. Hätte ich das getan, würde womöglich kein Hahn danach krähen - und/oder die Leute mich für verrückt halten. (Kann aber auch sein, daß das mit Duchamp nicht anders war - und die Anerkennung dieser Kunstform erst viel später einsetzte.)

Meine Versuche, auf dem Klavier zu klimpern, hören sich auch nicht unbedingt anders an als manches Werk aus der "neuen Musik". Aber was bei mir nur "Gehunze" ist, wird bei dem Komponisten als Kunst angesehen, weil er kommuniziert, was er damit verbindet et cetera.

Auch bei diesem Gedicht "avenidas" von Eugen Gomringer, das zur Zeit durch in den Kulturgazetten diskutiert wird ("Streit um Gedicht an Fassade der Alice-Salmon-Hochschule"), ob Frauen zu bewundern an sich schon übergriffig sei - mag man sich fragen, ob es schon eine genügend hohe "Schöpfungshöhe" besitzt: Es handelt sich nur um ein paar Zeilen, nur ganz wenige Worte. Wie vergleicht es sich dann wieder mit einem dieser Gebrauchstexte in Werbeanzeigen? Andererseits habe ich aber auch schon Werbespots gesehen, die ich auch wieder nicht bloß als Gebrauchsmaterialien, sondern als Kunst - oder mindestens hart an der Grenze dazu - ansehen würde. Am Kopf kratzen
_________________
"Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"

Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

"Wahrheit läßt sich nicht zeigen, nur erfinden." (Max Frisch)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 8494
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2113693) Verfasst am: 08.11.2017, 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

zum schwarzen quadrat- gemeint ist wohl Kasimir Malewitsch,

Zitat:

„Als ich 1913 den verzweifelten Versuch unternahm, die Kunst vom Gewicht der Dinge zu befreien, stellte ich ein Gemälde aus, das nicht mehr war als ein schwarzes Quadrat auf einem weißen Grundfeld […] Es war kein leeres Quadrat, das ich ausstellte, sondern vielmehr die Empfindung der Gegenstandslosigkeit.“
Kasimir Malewitsch

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schwarze_Quadrat

und:

Zitat:
Der Suprematismus wurde von Malewitsch nach seiner neo-primitivistischen und kubofuturistischen Phase in den Jahren 1912/13 aus den Ideen des Futurismus heraus entwickelt. Vor allem durch El Lissitzky beeinflusste der Suprematismus De Stijl und das Bauhaus. Es handelt sich dabei um die erste konsequent ungegenständliche Kunstrichtung. Die ungegenständliche Kunst unterscheidet sich von der abstrakten insofern, als ihre Formen keine Abstraktionen (Verwesentlichungen / Vereinfachungen) von sichtbaren Gegenständen sind. Der Suprematismus ist eine von Gegenstandsbezügen befreite konstruktive Kunstrichtung; sie stellt die Reduktion auf einfachste geometrische Formen in den Dienst der Veranschaulichung ‚höchster‘ menschlicher Erkenntnisprinzipien. Zu den Hauptwerken des Suprematismus zählen die von Malewitsch geschaffenen Gemälde Schwarzes Quadrat auf weißem Grund (1915), Rotes Quadrat (1915), Weißes Quadrat auf Weißem Grund (1919). 1915/16 fand die Kunstausstellung 0.10 in Sankt Petersburg statt.

weite hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Suprematismus_(Kunst)


ist doch interessant...
_________________
"als ob"
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 15176
Wohnort: 89250 Senden

Beitrag(#2113719) Verfasst am: 09.11.2017, 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

Wiki hat folgendes geschrieben:
Im Jahr 2015 stellte sich bei Untersuchungen heraus, dass unter dem Schwarzen Quadrat nicht nur ein, sondern zwei Vorgängergemälde liegen. Zugleich wurde eine Aufschrift auf dem Gemälde entziffert, die sinngemäß bedeutet Schlacht von Schwarzen in einer dunklen Höhle.

Ich krieg mich nicht mehr ein. Damals in der Schule, fünfte oder sechste Klasse, malte mein Schulfreund Helmut eine schwarze Fläche und sagte dann, das sei ein Bild von einem Negerboxkampf im Tunnel. Hätten wir gewußt, daß das Kunst ist!
Der Malewitsch hat sein Publikum fein verarscht. Ist sein Name wenigstens echt? Ein Maler, der Malewitsch heißt - sowas gibts in lustigen Kinderbüchern.

"...spottet ihrer selbst und weiß nicht wie...." Goethe, Faust I
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Critic
oberflächlich



Anmeldungsdatum: 22.07.2003
Beiträge: 14034
Wohnort: Arena of Air

Beitrag(#2113763) Verfasst am: 10.11.2017, 15:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ad Beitrag:

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ist sein Name wenigstens echt? Ein Maler, der Malewitsch heißt - sowas gibts in lustigen Kinderbüchern.


Bei Wilhelm Busch war es dann ja wohl der Maler Klecksel.

Nein, ich denke, in dem Falle ist das Zufall, denn wie Google meint, heißt "malen" auf russisch "краска / kraska".

Viele Nachnamen waren ursprünglich Berufsbezeichnungen, noch aus einer Zeit, in der Söhne oft noch denselben Beruf ausübten wie ihre Väter, die dann aber irgendwann bestehen blieben, auch als das nicht mehr so war. Es gibt aber meines Wissens tatsächlich eine Untersuchung, ob nicht tatsächlich Menschen mit bestimmten Namen auch von bestimmten Berufen angezogen werden könnten: Es gibt beispielsweise einen Koch namens Otto Koch. Und was ist Peter Schreier von Beruf? Richtig, Sänger.

In Bochum gibt oder gab es auch ein oder zwei -- könnte das evtl. inzwischen die Tochter sein? -- Ärzte namens Schiwago, und ich denke, er oder sie können die Frage auch nicht mehr hören, ob die Berufswahl womöglich auch mit der Romanfigur zu tun hat.

Es gibt auch etliche Castros in der US-amerikanischen Politik. Das könnte aber auch nicht nur an Fidel, sondern daran liegen, daß der Name unter Latinos relativ häufig vorkommt.
_________________
"Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"

Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

"Wahrheit läßt sich nicht zeigen, nur erfinden." (Max Frisch)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Kultur und Gesellschaft Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8  Weiter
Seite 7 von 8

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Disclaimer / Impressum


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group