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Von Gutmenschen und Political Correctness
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Nordseekrabbe
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Anmeldungsdatum: 16.07.2003
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Beitrag(#186720) Verfasst am: 01.10.2004, 22:12    Titel: Antworten mit Zitat

gwarpy hat folgendes geschrieben:

und in afghanistan und im irak ist´s besser seid die usa einmarschiert sind? da hört man aber ganz was anderes. es wird schon seinen grund haben, dass immer mehr iraker meinen, sie hätten unter saddam besser gelebt, und es wird schon was dran sein, wenn menschenrechtsorganisationen in afghanistan gar nicht erst auf´s land rausfahren können, weil dort warlords und talibaneinheiten herrschen.
natürlich wollen wir an dieser stelle nicht vergessen, wer diese regime erst möglich gemacht hat: die usa, die sowohl in afghanistan, als auch im irak ihre verbündeten sahen - zumindest solange diese nützlich waren.


So ist es. Ausrufezeichen

gwarpy hat folgendes geschrieben:

und wie du es findest zu einem schwarzen nicht "neger" sagen zu dürfen ist absolut nebensächlich, solange die bezeichnung "neger" von den betroffenen als rassistische herabwürdigung empfunden wird.
die pc-manie treibt seltsame blüten, aber solange die betroffenen für sich selbst entscheiden wie sie bezeichnet werden wollen, haben wir uns auch danach zu richten, denn ab dem zeitpunkt, wo sich jemand durch deine worte herabgewürdigt oder beleidigt fühlt, kannst du dir deine ablehnung der neuen bezeichnungen an den hut stecken.


Ebenfalls Zustimmung.

gwarpy hat folgendes geschrieben:

deine persönliche freiheit endet nämlich da, wo sie anderen schadet, und das gefühl zu haben herabgewürdigt zu werden ist ein schaden.


Stimmt! Smilie

Dies allerdings gilt für jeden; ich z. B. nehme mich da selber auch gar nicht aus.
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Zebra
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Beitrag(#186722) Verfasst am: 01.10.2004, 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

gwarpy hat folgendes geschrieben:
aber solange die betroffenen für sich selbst entscheiden wie sie bezeichnet werden wollen, haben wir uns auch danach zu richten, denn ab dem zeitpunkt, wo sich jemand durch deine worte herabgewürdigt oder beleidigt fühlt, kannst du dir deine ablehnung der neuen bezeichnungen an den hut stecken.
deine persönliche freiheit endet nämlich da, wo sie anderen schadet, und das gefühl zu haben herabgewürdigt zu werden ist ein schaden.


Wir hatten ähnliches schonmal... Darf ich einen naiven Menschen nicht naiv nennen, weil ihn das stören könnte?

Ich bin nicht dafür, den historischen und gesellschaftlichen Kontext zu vernachlässigen, aber PC führt in der Hauptsache zu "Stilblüten" und ändert gar nichts an der sozialen Lage der Betroffenen.
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Nordseekrabbe
linker Autist



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 31150
Wohnort: Dresden

Beitrag(#186724) Verfasst am: 01.10.2004, 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

Zebra hat folgendes geschrieben:
gwarpy hat folgendes geschrieben:
aber solange die betroffenen für sich selbst entscheiden wie sie bezeichnet werden wollen, haben wir uns auch danach zu richten, denn ab dem zeitpunkt, wo sich jemand durch deine worte herabgewürdigt oder beleidigt fühlt, kannst du dir deine ablehnung der neuen bezeichnungen an den hut stecken.
deine persönliche freiheit endet nämlich da, wo sie anderen schadet, und das gefühl zu haben herabgewürdigt zu werden ist ein schaden.


Wir hatten ähnliches schonmal... Darf ich einen naiven Menschen nicht naiv nennen, weil ihn das stören könnte?


Nein, blos Du - oder Leute die einen so bezeichnen - werden damit rechnen müssen, dass sie von dem so bezeichneten für diese Äusserung Reaktionen bekommen werden. Reaktionen, die ihnen möglicherweise nicht behagen werden. Mit den Augen rollen
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 33070
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Beitrag(#186727) Verfasst am: 01.10.2004, 22:16    Titel: Antworten mit Zitat

Zebra hat folgendes geschrieben:
Darf ich einen naiven Menschen nicht naiv nennen, weil ihn das stören könnte?


Es gibt doch wohl einen Unterschied zwischen einer abwertenden Bemerkung gegen die Leichtgläubigkeit einer Person und einer solchen Bemerkung gegen die ethnische Abstammung!
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Zebra
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Beitrag(#186742) Verfasst am: 01.10.2004, 22:38    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Zebra hat folgendes geschrieben:
Darf ich einen naiven Menschen nicht naiv nennen, weil ihn das stören könnte?


Es gibt doch wohl einen Unterschied zwischen einer abwertenden Bemerkung gegen die Leichtgläubigkeit einer Person und einer solchen Bemerkung gegen die ethnische Abstammung!


Nunja, wenn sich einer herabgewürdigt fühlt, weil man ihn "schwarz" und nicht zB "afro-amerikanisch" nennt, dann muss der schon recht... sagen wir mal labil sein? Er ist halt schwarz.

Und seit wann muss ich Einwohner bestimmter Länder so bezeichnen, wie deren Sprache das vorgibt? Wir reden auch nicht von Francais oder Englishmen (wo bleiben da eigentlich die Frauen? Sexismus!) sondern von Franzosen und Engländern... ich sehe auch nicht ein, warum ich gerade für die Inuit/Eskimos eine Ausnahme machen soll.
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
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Beitrag(#186749) Verfasst am: 01.10.2004, 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

Zebra hat folgendes geschrieben:
weil man ihn "schwarz" und nicht zB "afro-amerikanisch" nennt, dann muss der schon recht... sagen wir mal labil sein? Er ist halt schwarz.


Geschenkt! Aber hier ging es um "Neger"!

Zebra hat folgendes geschrieben:
Und seit wann muss ich Einwohner bestimmter Länder so bezeichnen, wie deren Sprache das vorgibt?


Zumindest solltest du sie nicht so bezeichnen, wie sie aus plausiblen und historisch vertretbaren Gründen nicht genannt werden wollen! Das hat einfach 'was mit Höflichkeit und Achtung zu tun!
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Nav
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Beitrag(#186753) Verfasst am: 01.10.2004, 22:54    Titel: Antworten mit Zitat

"Eskimo" heißt nichts anderes als "Esser von rohem Fisch". Das ist völlig korrekt, die tun das auch.

Und da roher Fisch bei uns als Delikatesse gilt, die man sich nicht täglich reinzimmert, weil es kostbar ist, ist das auch keine Beleidigung.
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Zebra
Gast






Beitrag(#186756) Verfasst am: 01.10.2004, 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

Es ging um PC allgemein, nicht um "Neger", da gibt es diese seltsamen Auswüchse durchaus. Und was sind nun die plausiblen historischen Gründe, dass ich nicht Eskimos sagen darf? Die kennt hier doch gar keiner. Und wenn ich in der Kneipe um die Ecke mich einmischen würde in ein Gespräch, wüsste auch keiner, wer oder was Inuit eigentlich sind.

Ich nenne niemanden Neger. Ich rede gemeinhin - aus Höflichkeit - auch von Inuit. Ich muss jedoch diesen Wahn nicht gutheißen.

Ich erlebe auch Diskrimminierung und werde herabgewürdigt - aufgrund meines Geschlechts, meiner Körpergröße, meiner Statur (für die ich nichts kann), meiner Herkunft, des Berufes meiner Großeltern (!). Darf man mich jetzt nicht mehr kleines, dralles, ostdeutsches Mädchen nennen, weil es nicht höflich ist und mir das unangenehm sein könnte, es aber dennoch so ist? (Das war übrigens die neutral formulierte Variante.)
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Nordseekrabbe
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Beitrag(#186767) Verfasst am: 01.10.2004, 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

Zebra hat folgendes geschrieben:
Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Es ging explizit nicht ...


Dann wäg doch ab, was dir wichtiger ist:
Toleranz zur Intoleranz auf dass die dich dann versklaven möge... oder "wehrhafte" (zugegeben, blödes Wort) Toleranz...


Hach... ich liebe dieses Schwarz-Weiss-Denken... Mit den Augen rollen
Farbe bzw. den Mittelweg gibts wohl nich...
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Tarvoc
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Beitrag(#186770) Verfasst am: 01.10.2004, 23:40    Titel: Antworten mit Zitat

Nav hat folgendes geschrieben:
"Eskimo" heißt nichts anderes als "Esser von rohem Fisch". Das ist völlig korrekt, die tun das auch.


Mit dem gleichen Recht könntest du auch die Japaner als "Eskimos" bezeichnen!

Wenn ein Volk aus vertretbaren Gründen eine Bezeichnung für sich ablehnt, dann ist das zu respektieren! Du sagst doch auch Juden und nicht Jidden!

Zebra hat folgendes geschrieben:
Und wenn ich in der Kneipe um die Ecke mich einmischen würde in ein Gespräch, wüsste auch keiner, wer oder was Inuit eigentlich sind.


Du kannst mit deinen Kneipenkumpanen von mir aus reden, was du willst. Du solltest nur nicht einen Inuit mit Eskimo ansprechen, wenn du weisst, dass das als Beleidigung aufgefasst werden könnte.
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Nordseekrabbe
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Anmeldungsdatum: 16.07.2003
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Beitrag(#186771) Verfasst am: 01.10.2004, 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:

Wenn ein Volk aus vertretbaren Gründen eine Bezeichnung für sich ablehnt, dann ist das zu respektieren!


Eben!

Tarvoc hat folgendes geschrieben:

Du kannst mit deinen Kneipenkumpanen von mir aus reden, was du willst. Du solltest nur nicht einen Inuit mit Eskimo ansprechen, wenn du weisst, dass das als Beleidigung aufgefasst werden könnte.


Es gibt zwei schöne Sprichwörter, die ich in diesem Zusammenhang für äusserst sinnvoll halte - das erste:

"Was Du nicht willst, das man Dir tu - das füg auch keinem anderen zu."

und das zweite:

"Andere Länder, andere Sitten."
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Zebra
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Beitrag(#186774) Verfasst am: 02.10.2004, 00:06    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Du kannst mit deinen Kneipenkumpanen von mir aus reden, was du willst. Du solltest nur nicht einen Inuit mit Eskimo ansprechen, wenn du weisst, dass das als Beleidigung aufgefasst werden könnte.


Wie ich mit "meinen ( Pillepalle ) Kumpanen" rede, lass ich mir sicher nicht vorschreiben, ganz recht zwinkern

Und wer lesen kann, ist immer noch klar im Vorteil:

Zebra hat folgendes geschrieben:
Ich nenne niemanden Neger. Ich rede gemeinhin - aus Höflichkeit - auch von Inuit. Ich muss jedoch diesen Wahn nicht gutheißen.
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Tarvoc
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Beitrag(#186775) Verfasst am: 02.10.2004, 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wollte dich keinesfalls damit angehen! Sorry, wenn das so aufgefasst wurde, ich bin im Moment verständlicherweise etwas müde...
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Graf Zahl
untot



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 7040
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Beitrag(#186786) Verfasst am: 02.10.2004, 01:06    Titel: Antworten mit Zitat

Zum Thema PC:
http://de.wikipedia.org/wiki/Political_correctness

Auszug:
Zitat:
Hinter der Idee der politischen Korrektheit steht die Einschätzung der Sprache als Ergebnis einer laufend fortgeschriebenen sozialen Konvention. Die Gesellschaft formt die Sprache und diese hat wiederum Einfluss auf die Denkprozesse und Vorstellungswelten der Menschen, die die Gesellschaft formen. (siehe auch: Sapir-Whorf-Hypothese und George Orwells Roman 1984)

Deshalb, argumentieren Befürworter politischer Korrektheit, könne die Sprache entweder Hierarchien tradieren und verfestigen oder als Mittel sozialen Protestes eben diese Hierarchien untergraben. Da die Sprache (Wortwahl etc.) einen Einfluss auf die Vorstellungen der rezipierenden Personen hat, könne über die Wortwahl und Sprache „Veränderungen in den Köpfen“ hervorgerufen werden. Sprache wirke als Beeinflussung des Denkens – dieser Prozess müsse bewusst und sichtbar gemacht werden.

Konkret werden als politisch korrekte Sprachnormierungen Bemühungen bezeichnet, im Sprachgebrauch die Benachteiligung verschiedener sozialer Gruppen (Frauen, Angehörige bestimmter ethnischer, religiöser oder sozialer Minderheiten) aufzuheben und so einen Bewusstseinswandel herbeizuführen, der wiederum zu einer kulturellen Veränderung und der realen Aufhebung von Diskriminierungen führen soll. Andererseits soll PC helfen, direkte Diskriminierung über die Sprache zu verhindern, etwa durch die Nichtbenutzung von als diskriminierend empfundenen Formulierungen wie „Krüppel“ statt „Behinderte“. Vor allem in den USA verschieben sich auch solche Begriffe noch ins Positive, um den Fokus nicht auf den Mangel zu lenken, etwa „anders begabt“ für „geistig behindert“, „vertikal herausgefordert“ (vertically challenged) für kleinwüchsig. Die Grenzen zu humorig gemeinten Formulierungen sind hier allerdings fließend, so Kritiker der Political Correctness.

Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff eher im verneinenden Sinne benutzt: Kaum jemand nimmt für sich in Anspruch, politisch korrekt zu sprechen oder zu schreiben, man sagt aber häufig, etwas sei „nicht pc“.



@NSK:
PC betrifft m.E. eher die Sprache, nicht zwangsläufig auch das Handeln.
Ich sage auch "Eskimo" und trotzdem habe ich nichts gegen sie.
Ich sage "Schwarze" und habe trotzdem nichts gegen sie; da heißt es mal, "Farbige", dann wieder "Afro-Amerikaner" (wenn aus USA), was ist jetzt gerade aktuell?
Das ist mir egal: Ich sehe es nicht ein, meinen Sprachgebrauch zu Hause deswegen zu ändern.
Wenn ich mit diesen Personen jedoch persönlich rede, achte ich darauf, daß sie sich nicht beleidigt fühlen (Höflichkeit).
Extremformen lehne natürlich auch ich ab.
Höflichkeit und Respekt: ja. Die übertriebene PC (vor allem in der Sprache) empfinde ich jedoch schon fast als Krankheit.
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gwarpy
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Beitrag(#186842) Verfasst am: 02.10.2004, 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

Nav hat folgendes geschrieben:
"Eskimo" heißt nichts anderes als "Esser von rohem Fisch". Das ist völlig korrekt, die tun das auch.

Und da roher Fisch bei uns als Delikatesse gilt, die man sich nicht täglich reinzimmert, weil es kostbar ist, ist das auch keine Beleidigung.



ursprünglich ging man davon aus, dass das wort "eskimo" aus der algonkinsprache abgeleitet wurde, und "esser von rohem fleisch" bedeutet. heute geht man davon aus, dass das wort aus der sprache eines anderen indianerstammes (weiss den namen nicht mehr, aber es war was mit M) abgeleitet wurde, was "schneeschuhknüpfer" bedeutet, während "inuit" das wort für "mensch" ist.

es wird wohl nicht so schlimm sein die leute als menschen zu bezeichnen, und sie in ihrer bezeichnung nicht bloss auf eine einzige tätigkeit festzulegen, die noch dazu kaum noch ausgeübt wird.

nur 6% bis 8% (es gibt da unterschiedliche angaben) der inuit leben noch traditionell, wobei unter traditionell auch schon die benutzung von motorschlitten, gewehren und moderner synthetikkleidung bei der jagd, und ein nur noch zeitweilig gelebtes nomadenleben fällt. der rest der inuit lebt schon längst in häusern, hat normale jobs (meist in der fischereiindustrie), und kauft im supermarkt ein.
demnach sind eher die japaner eskimos (nach dem alten wortverständnis)als die inuit.


gwarpy
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gwarpy
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Beitrag(#186845) Verfasst am: 02.10.2004, 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:
Höflichkeit und Respekt: ja. Die übertriebene PC (vor allem in der Sprache) empfinde ich jedoch schon fast als Krankheit.


wie ich schon schrieb, treibt die pc seltsame blüten, aber das wird meist von den betroffenen weniger eng gesehen, als von den verkündern der wahren pc-lehre.
ich kenne einen cheyenneindianer persönlich, und der findet die bezeichnung "indianer" in ordnung, aber bezeichnungen wie "rothaut" oder "häuptling" als diskriminierend, und die bezeichnung "amerikanischer ureinwohner" als viel zu lang und unpraktisch.
ich kenne auch einen roma, und der lehnt die bezeichnung als "zigeuner" ganz klar ab, weil diese bezeichnung für etwas negatives steht, und er stolz auf seine romaherkunft ist. so wie roma und sinti bei uns behandelt werden, ist stolz auch oft das einzige, das diesen menschen bleibt.


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annox
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Beitrag(#186847) Verfasst am: 02.10.2004, 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

gwarpy hat folgendes geschrieben:
Nav hat folgendes geschrieben:
"Eskimo" heißt nichts anderes als "Esser von rohem Fisch". Das ist völlig korrekt, die tun das auch.

Und da roher Fisch bei uns als Delikatesse gilt, die man sich nicht täglich reinzimmert, weil es kostbar ist, ist das auch keine Beleidigung.



ursprünglich ging man davon aus, dass das wort "eskimo" aus der algonkinsprache abgeleitet wurde, und "esser von rohem fleisch" bedeutet. heute geht man davon aus, dass das wort aus der sprache eines anderen indianerstammes (weiss den namen nicht mehr, aber es war was mit M) abgeleitet wurde, was "schneeschuhknüpfer" bedeutet, während "inuit" das wort für "mensch" ist.

es wird wohl nicht so schlimm sein die leute als menschen zu bezeichnen, und sie in ihrer bezeichnung nicht bloss auf eine einzige tätigkeit festzulegen, die noch dazu kaum noch ausgeübt wird.


Ich hoerte, dass das Wort "Kanake" uebersetzt "Mensch" heisst. Es wird von Nazis als Schimpfwort gegenueber Tuerken benutzt...

Zitat:
nur 6% bis 8% (es gibt da unterschiedliche angaben) der inuit leben noch traditionell, wobei unter traditionell auch schon die benutzung von motorschlitten, gewehren und moderner synthetikkleidung bei der jagd, und ein nur noch zeitweilig gelebtes nomadenleben fällt. der rest der inuit lebt schon längst in häusern, hat normale jobs (meist in der fischereiindustrie), und kauft im supermarkt ein.
demnach sind eher die japaner eskimos (nach dem alten wortverständnis)als die inuit.


Eskimo ist in Oesterreich also ein Schimpfwort, wie albern. Verkauft die Firma 'Langnese' bei euch nicht ihr Speiseeis unter dem Firmennamen 'Eskimo'..? Lachen
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gwarpy
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Beitrag(#186851) Verfasst am: 02.10.2004, 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

Svantevit hat folgendes geschrieben:
Ich hoerte, dass das Wort "Kanake" uebersetzt "Mensch" heisst. Es wird von Nazis als Schimpfwort gegenueber Tuerken benutzt...


kanaken sind ein polynesisches nomadenvolk, dass auf booten, künstlichen inseln und zeitweise in inselsiedlungen lebt. türken haben damit nichts zu tun, also ist die bezeichnung falsch. so einfach ist das.


Zitat:
Eskimo ist in Oesterreich also ein Schimpfwort, wie albern. Verkauft die Firma 'Langnese' bei euch nicht ihr Speiseeis unter dem Firmennamen 'Eskimo'..? Lachen


stimmt, eskimo/iglo vertreibt tiefkühlprodukte, und ich habe die namen schon immer als unpassend empfunden. eskimo ist nicht direkt ein schimpfwort, aber wenn die inuit nicht so genannt werden wollen, sollte das ausreichend sein, sie nicht mehr so zu nennen. jede weitere diskussion ist da überflüssig.


gwarpy
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Nordseekrabbe
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Beitrag(#187073) Verfasst am: 02.10.2004, 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:

@NSK:
PC betrifft m.E. eher die Sprache, nicht zwangsläufig auch das Handeln.


Nicht zwangsläufig, aber es kann das Handeln auch mitbeeinflussen. Bei mir zumindest ist das so. Mit den Augen rollen

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:

Ich sage auch "Eskimo" und trotzdem habe ich nichts gegen sie.
Ich sage "Schwarze" und habe trotzdem nichts gegen sie; da heißt es mal, "Farbige", dann wieder "Afro-Amerikaner" (wenn aus USA), was ist jetzt gerade aktuell?


Keine Ahnung. Mit den Augen rollen

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:

Das ist mir egal: Ich sehe es nicht ein, meinen Sprachgebrauch zu Hause deswegen zu ändern.


Zu Hause siehts ja auch keiner. zwinkern

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:

Wenn ich mit diesen Personen jedoch persönlich rede, achte ich darauf, daß sie sich nicht beleidigt fühlen (Höflichkeit).
Extremformen lehne natürlich auch ich ab.
Höflichkeit und Respekt: ja. Die übertriebene PC (vor allem in der Sprache) empfinde ich jedoch schon fast als Krankheit.


Was bezeichnest Du als "übertriebene" PC? Frage
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Beitrag(#187116) Verfasst am: 03.10.2004, 04:28    Titel: Antworten mit Zitat

Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:

Wenn ich mit diesen Personen jedoch persönlich rede, achte ich darauf, daß sie sich nicht beleidigt fühlen (Höflichkeit).
Extremformen lehne natürlich auch ich ab.
Höflichkeit und Respekt: ja. Die übertriebene PC (vor allem in der Sprache) empfinde ich jedoch schon fast als Krankheit.


Was bezeichnest Du als "übertriebene" PC? Frage

Ich empfinde die "PC" an sich schon oft als ein Extrem.
Beispiele wären u.a. die obigen Bezeichnungen für "Schwarze", die in den USA leben: Einmal hieß es, man solle "Schwarze" sagen, dann auf einmal "Farbige", dann war auch das wiederum falsch und "Afroamerikaner" sei angebracht, aber m.W. ist auch das nicht mehr aktuell. Ich habe aber schon "Schwarze" live erleben dürfen, die sich gegenseitig als "Nigger" titulierten (und das finde ich kraß).

Anderes Beispiel:
"Man sagt heute das und das, ..."
wird bei manchen zu
"Frau sagt heute das und das, ..."

Noch ein Beispiel:
Aus Rundschreiben von Lehrern an Schülereltern:
"Die Eltern der Schülerinnen und Schüler der Klasse xy werden gebeten..."
Überall "Innen" anzufügen und dabei Redundanzen zu erzeugen, empfinde ich als Verschandelung der deutschen Sprache, oftmals sinnlos oder geradezu grotesk.

In den USA sind die Ausmaße noch um ein Vielfaches schlimmer als bei uns.
Den Betroffenen ist damit häufig nicht geholfen - das Gegenteil kann sogar der Fall sein.


Nochmals:
Höflichkeit und Respekt gegenüber seinen Mitmenschen - ja.
PC: nein.

S. auch gwarpys Beitrag
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Tarvoc
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Beitrag(#187125) Verfasst am: 03.10.2004, 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

"Die Schüler/innen werden gebeten/innen, ihre Taschenrechner/innen herauszunehmen und die Rechenaufgaben/innen zu bearbeiten."
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Nordseekrabbe
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Beitrag(#187368) Verfasst am: 03.10.2004, 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:

Noch ein Beispiel:
Aus Rundschreiben von Lehrern an Schülereltern:
"Die Eltern der Schülerinnen und Schüler der Klasse xy werden gebeten..."
Überall "Innen" anzufügen und dabei Redundanzen zu erzeugen, empfinde ich als Verschandelung der deutschen Sprache, oftmals sinnlos oder geradezu grotesk.


Du möchtest also, dass z. B. eine Frau, die beim Supermarkt an der Kasse sitzt, Kassierer genannt wird?
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Beitrag(#187523) Verfasst am: 03.10.2004, 23:25    Titel: Antworten mit Zitat

Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
Graf Zahl hat folgendes geschrieben:

Noch ein Beispiel:
Aus Rundschreiben von Lehrern an Schülereltern:
"Die Eltern der Schülerinnen und Schüler der Klasse xy werden gebeten..."
Überall "Innen" anzufügen und dabei Redundanzen zu erzeugen, empfinde ich als Verschandelung der deutschen Sprache, oftmals sinnlos oder geradezu grotesk.


Du möchtest also, dass z. B. eine Frau, die beim Supermarkt an der Kasse sitzt, Kassierer genannt wird?

Wo habe ich das geschrieben? Kleinen Strohmann aufgebaut, hm?
Ich schrieb oben von unsinnigen Pluralformen.
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Nordseekrabbe
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Beitrag(#187531) Verfasst am: 04.10.2004, 00:28    Titel: Antworten mit Zitat

Graf Zahl hat folgendes geschrieben:
Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
Graf Zahl hat folgendes geschrieben:

Noch ein Beispiel:
Aus Rundschreiben von Lehrern an Schülereltern:
"Die Eltern der Schülerinnen und Schüler der Klasse xy werden gebeten..."
Überall "Innen" anzufügen und dabei Redundanzen zu erzeugen, empfinde ich als Verschandelung der deutschen Sprache, oftmals sinnlos oder geradezu grotesk.


Du möchtest also, dass z. B. eine Frau, die beim Supermarkt an der Kasse sitzt, Kassierer genannt wird?

Wo habe ich das geschrieben? Kleinen Strohmann aufgebaut, hm?
Ich schrieb oben von unsinnigen Pluralformen.


Ja, aber was ist für Dich an der unterschiedlichen Nennung wegen des Geschlechts unsinnig? Mit den Augen rollen

Deswegen ja das Beispiel mit der Kassiererin.
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Graf Zahl
untot



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
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Beitrag(#187536) Verfasst am: 04.10.2004, 01:38    Titel: Antworten mit Zitat

Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
Graf Zahl hat folgendes geschrieben:
Nordseekrabbe hat folgendes geschrieben:
Graf Zahl hat folgendes geschrieben:

Noch ein Beispiel:
Aus Rundschreiben von Lehrern an Schülereltern:
"Die Eltern der Schülerinnen und Schüler der Klasse xy werden gebeten..."
Überall "Innen" anzufügen und dabei Redundanzen zu erzeugen, empfinde ich als Verschandelung der deutschen Sprache, oftmals sinnlos oder geradezu grotesk.


Du möchtest also, dass z. B. eine Frau, die beim Supermarkt an der Kasse sitzt, Kassierer genannt wird?

Wo habe ich das geschrieben? Kleinen Strohmann aufgebaut, hm?
Ich schrieb oben von unsinnigen Pluralformen.


Ja, aber was ist für Dich an der unterschiedlichen Nennung wegen des Geschlechts unsinnig? Mit den Augen rollen

Ich schrieb doch nicht, daß das generell unsinnig ist.
Beim Singular ist das angebracht, das habe ich doch auch nie bestritten. Bei der Pluralform ist das oft nicht nötig.
Nochmals zum obigen Beispiel:

A) 1 männliches Mitglied einer Schulklasse = 1 Schüler
B) 1 weibliches Mitglied einer Schulklasse = 1 Schülerin
Dagegen sage ich ja überhaupt nichts!

C) Eine komplette, gemischte Schulklasse = Mehrere Schüler

Es ist i.d.R. nicht notwendig zu sagen "Mehrere Schüler und mehrere Schülerinnen".

Das Wort "Schüler" in seiner Pluralform impliziert hier sowohl die männlichen als auch die weiblichen Mitglieder dieser Gruppe, d.h. es ist nicht nötig zu sagen "Mehrere Schülerinnen und mehrere Schüler".
Wenn dann jemand schreibt, "Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b werden gebeten, um 8 Uhr im Klassensaal zu sein", ist das eine unnötige Redundanz aufgrund Political Correctness, da nämlich der gleiche Sachverhalt mit dem Satz "Die Schüler der Klasse 7b werden gebeten, um 8 Uhr im Klassensaal zu sein" ausgedrückt werden könnte.


Man kann sagen: "Den Politikern geht es nur um Macht."
Lt. obiger "Political-Correctness-Regel" würde es aber heißen "Den Politikern und Politikerinnen geht es nur um Macht."
Was natürlich völlig unästhetisch und (von Ausnahmefällen abgesehen) unsinnig ist, da "die Politiker" (d.h. die Pluralform) sowohl Männer als auch Frauen beinhaltet.
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Rasmus
entartet und notorisch gottlos - Ich bin Papst



Anmeldungsdatum: 20.05.2004
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Beitrag(#187543) Verfasst am: 04.10.2004, 04:20    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Zebra hat folgendes geschrieben:
Darf ich einen naiven Menschen nicht naiv nennen, weil ihn das stören könnte?


Es gibt doch wohl einen Unterschied zwischen einer abwertenden Bemerkung gegen die Leichtgläubigkeit einer Person und einer solchen Bemerkung gegen die ethnische Abstammung!


Warum?

Doch nur, wenn an irgendeinem Punkt unterstellt wird, daß ein Bezug auf die Abstammung eines Menschen xenophobische Grundlagen hat, eienr auf dessen Naivität aber nicht.

Oder ist es so, daß ein Mensch mit irgendeiner speziellen Hautpigmentierung nun beurteilen kann, wann er beleidigt wird, jemand naives aber nicht?

Was ist mit dicken, dünnen, häßlichen oder arroganten Menschen? Zumindestens wenn ich jemanden als arrogant bezeichne, ist das definitv nicht positiv gemeint. Darf ich das Wort benutzen, um andere Personen zu beschreiben?

Rasmus.
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Rasmus
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Beiträge: 17559

Beitrag(#187544) Verfasst am: 04.10.2004, 04:36    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Du solltest nur nicht einen Inuit mit Eskimo ansprechen, wenn du weisst, dass das als Beleidigung aufgefasst werden könnte.


Es gibt auch Eskimos, die sich selber akls Eskimos bezeichnen. Hab' mal ein Poster gesehen, auf dem es um eine Ausstellung oder Kulturveranstaltung oder so ging ... ich habe damals nachgefragt, ob daß nicht "Inuit" hieße - ich hab' die Erklärung damals nicht verstanden oder sie zumindestens vergessen - aber ich z.B. weiß nicht, daß es diese Menschen stört, wenn ich sie "Eskimos" nenne. Ich weiß nur, da´ß es einige gibt, die darauf sogar Wert zu legen scheinen. Und nu?

Sobald jemand vor mir steht und um eine bestimmte Bezeichnung bittet, oder eine andere ablehnt hat das was mit Höflichkeit zu tun - klar. Aber nur weil irgendwelche Leute meinen sie hätten den Durchblick muß ich nicht meine Sprache ändern müssen.

Ansonsten halte ich die geaamte PC für schädlich. Dinge werden nunmal nicht besser, bloß weil ich einen hübschen Namen für sie erfinde. Ein Behinderter Menscjh ist nicht "anders mobil", oder "anders sehend". Es sind Menschen, die bestimmte Dinge nicht können. Wie kann ich darauf Rücksicht nehmen und dem entsprechzend begegnen, wenn ich noch nichteinmal meiner Sprach- und Denkweise erlaube, diese Defizite anzuerkennen?

Rasmus.
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annox
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Anmeldungsdatum: 29.05.2004
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Beitrag(#187557) Verfasst am: 04.10.2004, 07:24    Titel: Antworten mit Zitat

gwarpy hat folgendes geschrieben:
Svantevit hat folgendes geschrieben:
Ich hoerte, dass das Wort "Kanake" uebersetzt "Mensch" heisst. Es wird von Nazis als Schimpfwort gegenueber Tuerken benutzt...


kanaken sind ein polynesisches nomadenvolk, dass auf booten, künstlichen inseln und zeitweise in inselsiedlungen lebt. türken haben damit nichts zu tun, also ist die bezeichnung falsch. so einfach ist das.


Eine Uebersetzung ist das zwar nicht, dennoch eine gute Erlaeuterung.

In der DDR wurde umgangssprachlich der Begriff 'Fidschis' verwendet. Die so benannten Vietnamesen waren darueber gewiss nicht sonderlich erbaut.


Zitat:
Eskimo ist in Oesterreich also ein Schimpfwort, wie albern. Verkauft die Firma 'Langnese' bei euch nicht ihr Speiseeis unter dem Firmennamen 'Eskimo'..? Lachen


Zitat:
stimmt, eskimo/iglo vertreibt tiefkühlprodukte, und ich habe die namen schon immer als unpassend empfunden. eskimo ist nicht direkt ein schimpfwort, aber wenn die inuit nicht so genannt werden wollen, sollte das ausreichend sein, sie nicht mehr so zu nennen. jede weitere diskussion ist da überflüssig.



Gibt es andere genannte Gruende seitens der Eskimos/Inuits?
Moechten Groenlaender Daenen genannt werden?

Darf man die Zigeuner eventuell noch Nomaden nennen oder moegen sie das auch nicht? Muss jetzt alles umbenannt werden inkl. der Operettentexte usw.?

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Beitrag(#187559) Verfasst am: 04.10.2004, 07:41    Titel: Antworten mit Zitat

Svantevit hat folgendes geschrieben:
Darf man die Zigeuner eventuell noch Nomaden nennen oder moegen sie das auch nicht? Muss jetzt alles umbenannt werden inkl. der Operettentexte usw.?

Herr Ober, bitte ein Sinti&Romasteak! Lachen


Man sagt dazu jetzt "Mobile ethnische Minderheit". Lachen

Ein Bekannter von mir arbeitet bei der Kripo und hat erzählt, dass in Berichten die Formulierung "Sah aus wie ein Zigeuner" (meint eine bestimmte Physiologie, also eben nicht Sinti oder Roma, da es wohl auch blonde und blauäugige geben mag) nicht mehr verwandt werden darf.
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Beitrag(#187569) Verfasst am: 04.10.2004, 08:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zur Kassierer(in). Das ist alles nur Gewöhnungssache.
Ich wäre für: Kassierer = Geschlecht unspezifiziert.
Wenn das Geschlecht relevant ist, dann: weiblicher/männlicher Kassierer.

Es gibt allerdings wichtigeres....
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