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Ehegattensplitting

 
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AgentProvocateur
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Anmeldungsdatum: 09.01.2005
Beiträge: 7851
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Beitrag(#324073) Verfasst am: 08.08.2005, 13:58    Titel: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Das Ehegattensplitting ist mal wieder in der Diskussion.

verbaende.com hat folgendes geschrieben:
Durch eine verfassungskonforme Reform der Ehegattenbesteuerung lassen sich zusätzliche Steuereinnahmen zwischen 7,5 und 8 Milliarden Euro erzielen. Diese Summe könnte außerhalb des Steuersystems erheblich effektiver für die Förderung von Familien eingesetzt werden, beispielsweise für den Ausbau von Einrichtungen zur Kinderbetreuung. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie, die Professor Dr. Heide Pfarr, Geschäftsführerin der Stiftung, Studienautorin Ulrike Spangenberg und Anne Jenter, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, am 05. August 2005 in Berlin vorstellten. [...] So geht ein wesentlicher Teil der Entlastung an Familien mit Kindern vorbei. Das Ehegattensplitting behindert die Berufstätigkeit von Frauen. Und es erzeugt ungerechte Verteilungswirkungen.


Was ich nicht so ganz an der Diskussion verstehe, will ich mal mit Beispiel-Familien verdeutlichen:

Familie a) kinderlos, beide Akademiker, beide arbeiten halbtags, beide verdienen 40.000 Euro jährlich
Familie b) 3 kleine Kinder, Frau ist Hausfrau ohne weitere Ausbildung und versorgt die Kinder, Mann ist Akademiker, arbeitet vollzeit und verdient 80.000 Euro im Jahr

Im Moment bezahlen beide Familien wegen des Ehegattensplittings die gleichen Steuern; würde das Splitting abgeschafft, müsste Familie b mehr Steuern bezahlen. Familie b hat auch keine Chance, dem zu entgehen.

Nehmen wir eine dritte Beispielfamilie:

Familie c) 3 kleine Kinder, Eltern beide freiberufliche Akademiker, Frau versorgt die Kinder, Mann arbeitet als Selbstständiger und verdient ebenfalls 80.000 Euro im Jahr

Dieser Familie kann es relativ egal sein, ob das Ehegattensplitting gekappt wird oder nicht, denn in diesem Falle kann die Frau ebenfalls als Freiberuflerin auftreten und pro forma einen Teil der Arbeit des Mannes übernehmen, so dass am Ende des Jahres beide für das Finanzamt gleich viel verdient haben (Allerdings ist diese Familie schlechter gestellt als vorher durch den Umstand, dass die Frau nun Krankenkassenbeiträge bezahlen muss).

Fazit für mich: Es scheint mir so zu sein, dass durch das Abbauen des Ehegattensplittings Familien mit Kindern und Ehen von Partnern mit stark unterschiedlicher Ausbildung benachteiligt werden. Was soll daran gerecht sein?
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#324215) Verfasst am: 08.08.2005, 16:50    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Du denkst in die falsche Richtung. Was durch das Ehegattensplitting geschieht, ist eine steuerliche Förderung der Eheschließung. Die Heirat als solche ist aber nicht förderungswürdig. Gefördert werden müssen Familien, ganz egal ob da zwei Personen mit einander verheiratet sind oder nicht. Dann entfällt die Privilegierung Deines Beispielpaares A, die Deines Beispielpaares B wird gestärkt, und ein anderes, unverheiratetes Paar mit Kindern, das gegenwärtig überhaupt nichts kriegt, wird erstmalig gefördert.

Zitat:
Familie a) kinderlos, beide Akademiker, beide arbeiten halbtags, beide verdienen 40.000 Euro jährlich
Familie b) 3 kleine Kinder, Frau ist Hausfrau ohne weitere Ausbildung und versorgt die Kinder, Mann ist Akademiker, arbeitet vollzeit und verdient 80.000 Euro im Jahr

Im Moment bezahlen beide Familien wegen des Ehegattensplittings die gleichen Steuern; würde das Splitting abgeschafft, müsste Familie b mehr Steuern bezahlen. Familie b hat auch keine Chance, dem zu entgehen.

Nehmen wir eine dritte Beispielfamilie:

Familie c) 3 kleine Kinder, Eltern beide freiberufliche Akademiker, Frau versorgt die Kinder, Mann arbeitet als Selbstständiger und verdient ebenfalls 80.000 Euro im Jahr

Dieser Familie kann es relativ egal sein, ob das Ehegattensplitting gekappt wird oder nicht, denn in diesem Falle kann die Frau ebenfalls als Freiberuflerin auftreten und pro forma einen Teil der Arbeit des Mannes übernehmen, so dass am Ende des Jahres beide für das Finanzamt gleich viel verdient haben (Allerdings ist diese Familie schlechter gestellt als vorher durch den Umstand, dass die Frau nun Krankenkassenbeiträge bezahlen muss).

Fazit für mich: Es scheint mir so zu sein, dass durch das Abbauen des Ehegattensplittings Familien mit Kindern und Ehen von Partnern mit stark unterschiedlicher Ausbildung benachteiligt werden. Was soll daran gerecht sein?
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AgentProvocateur
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Anmeldungsdatum: 09.01.2005
Beiträge: 7851
Wohnort: Berlin

Beitrag(#324264) Verfasst am: 08.08.2005, 18:07    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Raphael hat folgendes geschrieben:
Du denkst in die falsche Richtung. Was durch das Ehegattensplitting geschieht, ist eine steuerliche Förderung der Eheschließung. Die Heirat als solche ist aber nicht förderungswürdig. Gefördert werden müssen Familien, ganz egal ob da zwei Personen mit einander verheiratet sind oder nicht. Dann entfällt die Privilegierung Deines Beispielpaares A, die Deines Beispielpaares B wird gestärkt, und ein anderes, unverheiratetes Paar mit Kindern, das gegenwärtig überhaupt nichts kriegt, wird erstmalig gefördert.

Eine Familienförderung ist aber doch gar nicht im Gespräch. Wenn Du Dir den verlinkten Artikel einmal durchliest, wirst Du auch dort nichts davon finden. Es geht nur darum, das Ehegattensplitting abzubauen; die Politik verspricht sich davon Mehreinnahmen in Höhe von 8 Milliarden Euro. Politiker sind immer auf der Suche nach neuen Einnahmequellen und versuchen dann, diese als furchtbar gerecht darzustellen.

Was ich nur wissen möchte: Warum soll die Steuer eines Ehepaares davon abhängen, ob einer verdient oder ob beide verdienen? Mir scheint die heutige Regelung gerechter zu sein, nach der das Gesamteinkommen des Ehepaares betrachtet wird.
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Chaja
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Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 83

Beitrag(#324273) Verfasst am: 08.08.2005, 18:31    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Was ich nur wissen möchte: Warum soll die Steuer eines Ehepaares davon abhängen, ob einer verdient oder ob beide verdienen? Mir scheint die heutige Regel gerechter zu sein, nach der das Gesamteinkommen des Ehepaares betrachtet wird.


Das Steuerrecht begünstigt durch das Ehegattensplitting einseitig die Einverdienst-Ehen mit höchstens geringem Hinzuverdienst (Minijobs). Ehegattensplitting und Lohnsteuerklassen im Zusammenspiel mit den Freibeträgen für Kinder und den Mini-Jobs enthalten negative Anreize für die Erwerbstätigkeit von Müttern. Das benachteiligt berufstätige Mütter in besonderer Weise und erschwert noch immer einer Vielzahl von Frauen den Weg zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit.
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AgentProvocateur
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Anmeldungsdatum: 09.01.2005
Beiträge: 7851
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Beitrag(#324281) Verfasst am: 08.08.2005, 18:47    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Chaja hat folgendes geschrieben:
AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Was ich nur wissen möchte: Warum soll die Steuer eines Ehepaares davon abhängen, ob einer verdient oder ob beide verdienen? Mir scheint die heutige Regel gerechter zu sein, nach der das Gesamteinkommen des Ehepaares betrachtet wird.

Das Steuerrecht begünstigt durch das Ehegattensplitting einseitig die Einverdienst-Ehen mit höchstens geringem Hinzuverdienst (Minijobs). Ehegattensplitting und Lohnsteuerklassen im Zusammenspiel mit den Freibeträgen für Kinder und den Mini-Jobs enthalten negative Anreize für die Erwerbstätigkeit von Müttern. Das benachteiligt berufstätige Mütter in besonderer Weise und erschwert noch immer einer Vielzahl von Frauen den Weg zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit.

Es ist nicht so, wie Du schreibst, dass die Mütter "negative Anreize" bekommen, sondern es ist im Gegenteil so, dass es positive Anreize gibt, nicht zu arbeiten. Dieser positive Anreiz ist aber gar nicht durch das Ehegattensplitting begründet, sondern eher durch die kostenlose Mitversicherung in der Krankenkasse, wenn kein eigenes Einkommen vorhanden ist.

Durch einen Abbau des Ehegattensplittings würden aber andere benachteiligt werden und zwar, wie schon gesagt, Paare mit stark unterschiedlicher Ausbildung und damit unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten und Familien mit kleinen Kindern, die darauf angewiesen sind, dass einer der Partner zu Hause bleibt, sich um die Kinder kümmert und deswegen nicht arbeiten kann.
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Chaja
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Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 83

Beitrag(#324312) Verfasst am: 08.08.2005, 19:44    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Chaja hat folgendes geschrieben:
AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Was ich nur wissen möchte: Warum soll die Steuer eines Ehepaares davon abhängen, ob einer verdient oder ob beide verdienen? Mir scheint die heutige Regel gerechter zu sein, nach der das Gesamteinkommen des Ehepaares betrachtet wird.

Das Steuerrecht begünstigt durch das Ehegattensplitting einseitig die Einverdienst-Ehen mit höchstens geringem Hinzuverdienst (Minijobs). Ehegattensplitting und Lohnsteuerklassen im Zusammenspiel mit den Freibeträgen für Kinder und den Mini-Jobs enthalten negative Anreize für die Erwerbstätigkeit von Müttern. Das benachteiligt berufstätige Mütter in besonderer Weise und erschwert noch immer einer Vielzahl von Frauen den Weg zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit.

Es ist nicht so, wie Du schreibst, dass die Mütter "negative Anreize" bekommen, sondern es ist im Gegenteil so, dass es positive Anreize gibt, nicht zu arbeiten. Dieser positive Anreiz ist aber gar nicht durch das Ehegattensplitting begründet, sondern eher durch die kostenlose Mitversicherung in der Krankenkasse, wenn kein eigenes Einkommen vorhanden ist.

Durch einen Abbau des Ehegattensplittings würden aber andere benachteiligt werden und zwar, wie schon gesagt, Paare mit stark unterschiedlicher Ausbildung und damit unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten und Familien mit kleinen Kindern, die darauf angewiesen sind, dass einer der Partner zu Hause bleibt, sich um die Kinder kümmert und deswegen nicht arbeiten kann.


Hmm, ein Unterschied zwischen "negativen Anreizen für Erwerbstätigkeit" und "positiven Anreizen, nicht zu arbeiten" erschließt sich mir momentan nicht.

Im Übrigen plädiere ich für eine echte Familienförderung, d. h. die Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten der Förderung von Eltern mit Kindern, ob nun un/verheiratet, in Lebenspartnerschaft, alleinerziehend...

Warum ich außerdem für die Abschaffung des Ehegattensplittings bin, habe ich ja schon kurz angesprochen. Ich halte zudem die Idee des Ehegattenunterhalts - basierend auf dem bürgerlichen Ehekonzept des 19. Jahrhunderts - für überholt. Außerdem hat der Schutz der Ehe gegenüber dem Schutz der Familie durch den gesellschaftlichen Wandel an Bedeutung verloren. Es ist auch hierzulande endlich an der Zeit, geschlechtsspezifische Asymmetrie in der Angewiesenheit auf Unterhalt zu überwinden.

Die Abschaffung des Ehegattensplittings wird ja sehr kontrovers in Parteien und auch Frauenverbänden gesehen. Ein erster Schritt in diese Richtung könnte eine Modifizierung sein, z. B. durch eine Verminderung des Splittingfaktors. Oder aber die Kappung des Splitting-Vorteils durch Vorgabe eines Höchstbetrages für die Entlastungswirkung. Bestehenden Ehen, deren Lebensmodell auf der bisherigen steuerlichen Ausgestaltung beruht, soll selbstverständlich Vertrauensschutz gewährt werden.
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#324353) Verfasst am: 08.08.2005, 20:42    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Raphael hat folgendes geschrieben:
Du denkst in die falsche Richtung. Was durch das Ehegattensplitting geschieht, ist eine steuerliche Förderung der Eheschließung. Die Heirat als solche ist aber nicht förderungswürdig. Gefördert werden müssen Familien, ganz egal ob da zwei Personen mit einander verheiratet sind oder nicht. Dann entfällt die Privilegierung Deines Beispielpaares A, die Deines Beispielpaares B wird gestärkt, und ein anderes, unverheiratetes Paar mit Kindern, das gegenwärtig überhaupt nichts kriegt, wird erstmalig gefördert.

Eine Familienförderung ist aber doch gar nicht im Gespräch. Wenn Du Dir den verlinkten Artikel einmal durchliest, wirst Du auch dort nichts davon finden. Es geht nur darum, das Ehegattensplitting abzubauen; die Politik verspricht sich davon Mehreinnahmen in Höhe von 8 Milliarden Euro. Politiker sind immer auf der Suche nach neuen Einnahmequellen und versuchen dann, diese als furchtbar gerecht darzustellen.


Ja, ich hab mich nicht deutlich genug ausgedrückt. Meiner Meinung nach muss die Abschaffung des Ehegattensplittings der steuerlichen Familienförderung dienen, nicht dem Stopfen von Haushaltslöchern.
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#324363) Verfasst am: 08.08.2005, 20:52    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Chaja hat folgendes geschrieben:


Bestehenden Ehen, deren Lebensmodell auf der bisherigen steuerlichen Ausgestaltung beruht, soll selbstverständlich Vertrauensschutz gewährt werden.



Dieses Lebensmodell halte ich nicht für förderungswürdig, und es genießt m.E. auch keinen Anspruch auf Vertrauensschutz, denn es ist gleichheitswidrig. Wir reden von dem Modell "Hausfrauenehe", im Einzelfall auch "Hausmännerehe". Das ist keine Partnerschaft zwischen gleichberechtigten Menschen, sondern da begibt sich ein Mensch, in der Regel die Frau, in die totale wirtschaftliche Abhängigkeit von einem anderen. Gerechtfertigt wird das theoretisch noch immer durch den Verweis auf die Kindererziehung. Nur geht dieser Verweis längst an der Lebenswirklichkeit vorbei. Da werden kinderlose Ehen zwischen Großverdienern und Großverdienersgattinnen subventioniert, und nicht mit einander verheiratete Elternpaare mit Kindern werden geschröpft, um diese Subvention der Großverdienersgattinnen bezahlen zu können.
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Chaja
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Beiträge: 83

Beitrag(#324413) Verfasst am: 08.08.2005, 23:07    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Raphael hat folgendes geschrieben:
Chaja hat folgendes geschrieben:


Bestehenden Ehen, deren Lebensmodell auf der bisherigen steuerlichen Ausgestaltung beruht, soll selbstverständlich Vertrauensschutz gewährt werden.



Dieses Lebensmodell halte ich nicht für förderungswürdig, und es genießt m.E. auch keinen Anspruch auf Vertrauensschutz, denn es ist gleichheitswidrig. Wir reden von dem Modell "Hausfrauenehe", im Einzelfall auch "Hausmännerehe". Das ist keine Partnerschaft zwischen gleichberechtigten Menschen, sondern da begibt sich ein Mensch, in der Regel die Frau, in die totale wirtschaftliche Abhängigkeit von einem anderen. Gerechtfertigt wird das theoretisch noch immer durch den Verweis auf die Kindererziehung. Nur geht dieser Verweis längst an der Lebenswirklichkeit vorbei. Da werden kinderlose Ehen zwischen Großverdienern und Großverdienersgattinnen subventioniert, und nicht mit einander verheiratete Elternpaare mit Kindern werden geschröpft, um diese Subvention der Großverdienersgattinnen bezahlen zu können.


Wie schon gesagt, heiße ich dieses Modell ebenfalls nicht gut, bin aber grundsätzlich für Vertrauensschutzregelungen. Ehepaare, die sich seit Jahrzehnten in diesem Modell eingerichtet haben, sollten nicht ad hoc steuerlich derart schlechter gestellt werden. Sie dürften kaum Gestaltungsspielraum in ihrem auf einen Alleinverdiener ausgerichteten Lebensentwurf haben. Außerdem halte ich die Modifizierung des Ehegattensplitting ohne Übergangsregelungen für sog. "Altehen" politisch kaum durchsetzbar.
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AgentProvocateur
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Anmeldungsdatum: 09.01.2005
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Beitrag(#324469) Verfasst am: 09.08.2005, 00:53    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Chaja hat folgendes geschrieben:
Hmm, ein Unterschied zwischen "negativen Anreizen für Erwerbstätigkeit" und "positiven Anreizen, nicht zu arbeiten" erschließt sich mir momentan nicht.

Nun, vielleicht ist das Haarspalterei von mir, aber ich denke, es ist z.B. ein positiver Anreiz, wenn man Geld erhält und ein negativer Anreiz, wenn man Geld bezahlen muss. Das ist für mich durchaus ein Unterschied.

Chaja hat folgendes geschrieben:
Im Übrigen plädiere ich für eine echte Familienförderung, d. h. die Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten der Förderung von Eltern mit Kindern, ob nun un/verheiratet, in Lebenspartnerschaft, alleinerziehend...

Nimm's mir nicht übel, aber das hat mit dem Thema hier nicht so viel zu tun. Es geht erst mal darum, Geld für den Staat zu akquirieren. Was dann mit dem Geld gemacht wird, bleibt offen. Da ich prinzipiell misstrauisch bin, gehe ich davon aus, dass es zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet wird.

Chaja hat folgendes geschrieben:
Warum ich außerdem für die Abschaffung des Ehegattensplittings bin, habe ich ja schon kurz angesprochen. Ich halte zudem die Idee des Ehegattenunterhalts - basierend auf dem bürgerlichen Ehekonzept des 19. Jahrhunderts - für überholt. Außerdem hat der Schutz der Ehe gegenüber dem Schutz der Familie durch den gesellschaftlichen Wandel an Bedeutung verloren. Es ist auch hierzulande endlich an der Zeit, geschlechtsspezifische Asymmetrie in der Angewiesenheit auf Unterhalt zu überwinden.

Auch diese Ausführungen haben mit dem Ehegattensplitting nicht so viel zu tun, oder, anders ausgedrückt, durch die Abschaffung des Ehegattensplittings bist Du Deinem Ziel keinen Schritt näher gekommen.

Chaja hat folgendes geschrieben:
Die Abschaffung des Ehegattensplittings wird ja sehr kontrovers in Parteien und auch Frauenverbänden gesehen. Ein erster Schritt in diese Richtung könnte eine Modifizierung sein, z. B. durch eine Verminderung des Splittingfaktors. Oder aber die Kappung des Splitting-Vorteils durch Vorgabe eines Höchstbetrages für die Entlastungswirkung. Bestehenden Ehen, deren Lebensmodell auf der bisherigen steuerlichen Ausgestaltung beruht, soll selbstverständlich Vertrauensschutz gewährt werden.

Aus meiner Sicht sollte die Politik ehrlich sein und einfach sagen, dass sie mehr Geld benötigt und jetzt mal wieder beschlossen hat, die Familien zu schröpfen. Diese haben keine Lobbby und werden daher wenig Gegenwehr leisten. Dies ist in der Politik das Wichtigste, um eine Kürzung durchzusetzen. Wenn jetzt aber auch noch eine Studie erstellt wird und diese Kürzungen unter dem Mantel der vorgeblichen Gerechtigkeit erfolgen sollen, dann kommt mir nur noch das Kotzen. Tut mir Leid.

Eine (auch aus meiner Sicht notwendige) Diskussion über veränderte Familienformen und -förderung kann ich in dem Vorschlag, das Ehegattensplitting zu kürzen, nicht erkennen, sorry.
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AgentProvocateur
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Anmeldungsdatum: 09.01.2005
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Beitrag(#325363) Verfasst am: 10.08.2005, 18:06    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Raphael hat folgendes geschrieben:
Chaja hat folgendes geschrieben:

Bestehenden Ehen, deren Lebensmodell auf der bisherigen steuerlichen Ausgestaltung beruht, soll selbstverständlich Vertrauensschutz gewährt werden.

Dieses Lebensmodell halte ich nicht für förderungswürdig, und es genießt m.E. auch keinen Anspruch auf Vertrauensschutz, denn es ist gleichheitswidrig. Wir reden von dem Modell "Hausfrauenehe", im Einzelfall auch "Hausmännerehe". Das ist keine Partnerschaft zwischen gleichberechtigten Menschen, sondern da begibt sich ein Mensch, in der Regel die Frau, in die totale wirtschaftliche Abhängigkeit von einem anderen. Gerechtfertigt wird das theoretisch noch immer durch den Verweis auf die Kindererziehung. Nur geht dieser Verweis längst an der Lebenswirklichkeit vorbei.

Ach, ist das so? Wie ist eine gleichzeitige Berufstätigkeit von 2 Partnern möglich, wenn kleine Kinder zu versorgen sind? Warum soll das, was Du abfällig "Hausfrauenehe" bezeichnest, bestraft werden? Warum kannst Du nicht akzeptieren, dass dieses Lebensmodell von Anderen durchaus als Partnerschaft zwischen gleichberechtigten Menschen aufgefasst wird?

Mir ist das etwas unklar. Bei uns ist das so: Wir haben gemeinsame Kasse; es spielt absolut keine Rolle, wer gerade offiziell das Einkommen bezieht. Beide leisten ihren Teil im Familienleben, das Einkommen gehört Beiden. Du hast damit ein Problem, nun gut, wir haben kein Problem damit. Ich habe aber ein Problem damit, dass Du diese Lebensweise als minderwertig abklassifizierst.

Raphael hat folgendes geschrieben:
Da werden kinderlose Ehen zwischen Großverdienern und Großverdienersgattinnen subventioniert, und nicht mit einander verheiratete Elternpaare mit Kindern werden geschröpft, um diese Subvention der Großverdienersgattinnen bezahlen zu können.

Der Popanz "Großverdiener". Nun gut. Dieser Großverdiener soll seinen Teil zum Gemeinschaftswesen beitragen, keine Frage und das sollte über die Einkommenssteuer geschehen. "Subvention der Großverdienersgattinnen", auch ein hübscher Popanz.

Meine Frage bleibt aber bestehen:

Warum soll bei gleichem Gesamteinkommen ein Ehepaar, bei dem nur einer verdient, mehr Steuern bezahlen als das Ehepaar, bei dem beide Partner gleich viel verdienen? Warum ist es eine Subvention, wenn beide Ehepaare gleich viel Steuern bezahlen?
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#325375) Verfasst am: 10.08.2005, 19:00    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Raphael hat folgendes geschrieben:
Chaja hat folgendes geschrieben:

Bestehenden Ehen, deren Lebensmodell auf der bisherigen steuerlichen Ausgestaltung beruht, soll selbstverständlich Vertrauensschutz gewährt werden.

Dieses Lebensmodell halte ich nicht für förderungswürdig, und es genießt m.E. auch keinen Anspruch auf Vertrauensschutz, denn es ist gleichheitswidrig. Wir reden von dem Modell "Hausfrauenehe", im Einzelfall auch "Hausmännerehe". Das ist keine Partnerschaft zwischen gleichberechtigten Menschen, sondern da begibt sich ein Mensch, in der Regel die Frau, in die totale wirtschaftliche Abhängigkeit von einem anderen. Gerechtfertigt wird das theoretisch noch immer durch den Verweis auf die Kindererziehung. Nur geht dieser Verweis längst an der Lebenswirklichkeit vorbei.

Ach, ist das so?


Oh ja, es geht an der Lebenswirklichkeit vorbei, weil eine Vielzahl von Ehepaaren kinderlos bleibt und eine Vielzahl von Elternpaaren nicht verheiratet ist. Mithin werden kinderlose Ehen gefördert, während familien leer ausgehen.

Zitat:
Wie ist eine gleichzeitige Berufstätigkeit von 2 Partnern möglich, wenn kleine Kinder zu versorgen sind?


Irgendwann sind Kinder nicht mehr "klein". In meinem Falle nahm meine Mutter ihre Erwerbstätigkeit halbtags wieder auf, als ich 8 Jahre alt war. Ich halte das nicht für unzumutbar. Das gesellschaftliche Problem liegt hier eher darin, dass entsprechende Arbeitsplätze fehlen.

Zitat:
Warum soll das, was Du abfällig "Hausfrauenehe" bezeichnest, bestraft werden? Warum kannst Du nicht akzeptieren, dass dieses Lebensmodell von Anderen durchaus als Partnerschaft zwischen gleichberechtigten Menschen aufgefasst wird?


Aber bitte doch. Nur nicht auf Kosten kinderreicher Familien, die dieses Lebensmodell finanzieren sollen. Übrigens stammt der Begriff "Hausfrauenehe" nicht von mir, sondern ist ein Relikt jener Zeit, in der der Mann hinaus ging ins feindliche Leben und drinnen die züchtige Hausfrau waltete.

Zitat:
Mir ist das etwas unklar. Bei uns ist das so: Wir haben gemeinsame Kasse; es spielt absolut keine Rolle, wer gerade offiziell das Einkommen bezieht. Beide leisten ihren Teil im Familienleben, das Einkommen gehört Beiden. Du hast damit ein Problem, nun gut, wir haben kein Problem damit. Ich habe aber ein Problem damit, dass Du diese Lebensweise als minderwertig abklassifizierst.


Ich qualifiziere das nicht als minderwertig ab, sondern ich verurteile die Förderung kinderloser Ehen um des Trauscheins willen bei gleichzeitiger Schlechterstellung von Lebensgemeinschaften mit Kindern gegenüber kinderlosen Ehen sowie Schlechterstellung der Kinder nicht mit einander verheirateter Eltern gegenüber den Kindern mit einander verheirateter Eltern als unsozial und christlich-ideologisch begründet.

Wir haben Vermögenstrennung mit drei Kassen und drei Bankkonten. Jeder hat seine eigene Kasse und sein eigenes Konto, und wir haben eine gemeinsame Kasse und ein gemeinsames Konto. Auch wir haben unsere Aufgaben im Haushalt und in der Partnerschaft aufgeteilt, und das funktioniert sehr gut. Sollen es alle halten, wie sie wollen. Aber dass der Staat von all den verschiedenen Möglichkeiten ausgerechnet die altertümlichste steuerlich fördert und sonst keine, kann ich nicht für richtig halten.

Zitat:
Raphael hat folgendes geschrieben:
Da werden kinderlose Ehen zwischen Großverdienern und Großverdienersgattinnen subventioniert, und nicht mit einander verheiratete Elternpaare mit Kindern werden geschröpft, um diese Subvention der Großverdienersgattinnen bezahlen zu können.

Der Popanz "Großverdiener". Nun gut. Dieser Großverdiener soll seinen Teil zum Gemeinschaftswesen beitragen, keine Frage und das sollte über die Einkommenssteuer geschehen. "Subvention der Großverdienersgattinnen", auch ein hübscher Popanz.


Kein Popanz. Ich kenne genug solche Ehen. Der Herr Professor oder der Herr Chefarzt bringt das Geld nach Hause, und Madame veranstaltet Kaffeekränzchen und Einkaufsbummel. Dafür kassieren beide Erstattungen vom Finanzamt. Unverheiratete Paare, in denen sich der Vater mit Überstunden krumm legt und die Mutter neben der Kindererziehung noch arbeitet, gehen leer aus. - Nein, ich korrigiere meine frühere Aussage: Das ist nicht unsozial, das ist asozial.

Zitat:
Meine Frage bleibt aber bestehen:

Warum soll bei gleichem Gesamteinkommen ein Ehepaar, bei dem nur einer verdient, mehr Steuern bezahlen als das Ehepaar, bei dem beide Partner gleich viel verdienen? Warum ist es eine Subvention, wenn beide Ehepaare gleich viel Steuern bezahlen?


Warum soll nicht jede Einzelperson nach ihrem Verdienst besteuert werden? Das und nur das wäre gerecht. Wieso muss das vom Personenstand abhängen? Wieso darf sich der verheiratete, kinderlose Gutverdiener künstlich arm rechnen, während der unverheiratete Familienvater voll blechen muss?
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AgentProvocateur
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Anmeldungsdatum: 09.01.2005
Beiträge: 7851
Wohnort: Berlin

Beitrag(#325414) Verfasst am: 10.08.2005, 21:08    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Raphael hat folgendes geschrieben:
AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Meine Frage bleibt aber bestehen:

Warum soll bei gleichem Gesamteinkommen ein Ehepaar, bei dem nur einer verdient, mehr Steuern bezahlen als das Ehepaar, bei dem beide Partner gleich viel verdienen? Warum ist es eine Subvention, wenn beide Ehepaare gleich viel Steuern bezahlen?

Warum soll nicht jede Einzelperson nach ihrem Verdienst besteuert werden?

Weil eine Familie keine Einzelperson ist?

Raphael hat folgendes geschrieben:
Das und nur das wäre gerecht. Wieso muss das vom Personenstand abhängen? Wieso darf sich der verheiratete, kinderlose Gutverdiener künstlich arm rechnen, während der unverheiratete Familienvater voll blechen muss?

Irgendwie reden wir aneinander vorbei. Ich möchte nochmal auf den Link aus dem Anfangsposting zurückkommen. Wie man dort nachlesen kann, soll das Ehegattensplitting abgebaut werden, dadurch werden ca. 8 Milliarden Euro gespart. Wichtig: Es ist keine Rede davon, Familien zu fördern! Nein, es geht schlicht und einfach darum, Mehreinnahmen des Staates zu veranlassen.

Warum gibt es so viele "Hausfrauenehen"?

Meine Thesen:
- diese gibt es dann, wenn kleine Kinder da sind
- wenn die Ehepartner sehr unterschiedliche Ausbildung haben
- weil der Arbeitsmarkt nicht genügend Stellen hergibt

Nochmal: ME ist es keine Subvention, wenn ein Familieneinkommen (anstatt eines Einzeleinkommens) besteuert wird. Dieses Ausspielen der Familien gegeneinander ist in meiner Sicht ziemlich ekelhaft.

Wenn man in der Politik über einen neuen Familienbegriff diskutieren würde (Familie ist da, wo Kinder sind), dann hätte das meine volle Unterstützung. Dem ist aber nicht so! Es geht nur darum, den Familien Geld zu kürzen.

verbaende.com hat folgendes geschrieben:
43 Prozent aller Ehen, die vom Ehegattensplitting profitieren, sind kinderlos.

Interpretiere ich so, dass 57% der Ehen Kinder haben und diese unter der Änderung des Ehegattensplittings leiden werden.

Was soll dann mit dem Geld gemacht werden (außer Haushaltslochstopfung)?

verbaende.com hat folgendes geschrieben:
Diese Summe könnte außerhalb des Steuersystems erheblich effektiver für die Förderung von Familien eingesetzt werden, beispielsweise für den Ausbau von Einrichtungen zur Kinderbetreuung.

Super. Den 57% Familien mit Kindern werden also um die 200 Euro im Monat abgezogen und damit bezahlen sie ihre eigene (oder auch die von anderen Familien) Kinderbetreuung (zusätzlich zu den normalen Kinderbetreuungskosten). Tolles Konzept. Ich bin begeistert.
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#325504) Verfasst am: 10.08.2005, 23:33    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Raphael hat folgendes geschrieben:
AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Meine Frage bleibt aber bestehen:

Warum soll bei gleichem Gesamteinkommen ein Ehepaar, bei dem nur einer verdient, mehr Steuern bezahlen als das Ehepaar, bei dem beide Partner gleich viel verdienen? Warum ist es eine Subvention, wenn beide Ehepaare gleich viel Steuern bezahlen?

Warum soll nicht jede Einzelperson nach ihrem Verdienst besteuert werden?

Weil eine Familie keine Einzelperson ist?


Dicht vorbei ist auch daneben. Vor allem ist ein Paar keine Familie. Nicht mit einander verheiratete Eltern werden als Einzelpersonen behandelt. Verheiratete kinderlose Paare sollen "Familien" sein. Verrückt.

Zitat:
Raphael hat folgendes geschrieben:
Das und nur das wäre gerecht. Wieso muss das vom Personenstand abhängen? Wieso darf sich der verheiratete, kinderlose Gutverdiener künstlich arm rechnen, während der unverheiratete Familienvater voll blechen muss?

Irgendwie reden wir aneinander vorbei. Ich möchte nochmal auf den Link aus dem Anfangsposting zurückkommen. Wie man dort nachlesen kann, soll das Ehegattensplitting abgebaut werden, dadurch werden ca. 8 Milliarden Euro gespart. Wichtig: Es ist keine Rede davon, Familien zu fördern! Nein, es geht schlicht und einfach darum, Mehreinnahmen des Staates zu veranlassen.


Und dass ich das für falsch halte, habe ich jetzt oft genug gesagt. Wir brauchen keine Ehe-, sondern eine Familienförderung, und ein Abbau der Eheförderung muss muss muss den Familien zugute kommen. Die Zielrichtung des verlinkten Artikels mache ich mir nicht nicht nicht zu eigen. Nimm das doch bitte endlich zur Kenntnis.

Zitat:
Warum gibt es so viele "Hausfrauenehen"?

Meine Thesen:
- diese gibt es dann, wenn kleine Kinder da sind
- wenn die Ehepartner sehr unterschiedliche Ausbildung haben
- weil der Arbeitsmarkt nicht genügend Stellen hergibt

Nochmal: ME ist es keine Subvention, wenn ein Familieneinkommen (anstatt eines Einzeleinkommens) besteuert wird. Dieses Ausspielen der Familien gegeneinander ist in meiner Sicht ziemlich ekelhaft.


Ich glaube, ich habe ausreichend deutlich gemacht, dass unter Hausfrauenehen kinderlose Ehen zwischen erwerbstätigem Ehemann und nicht erwerbstätiger Ehefrau verstanden werden sollen.

Zitat:
Wenn man in der Politik über einen neuen Familienbegriff diskutieren würde (Familie ist da, wo Kinder sind), dann hätte das meine volle Unterstützung.


Dann vermag ich nicht zu erkennen, worin Deine und meine Ansicht sich unterscheiden.
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AgentProvocateur
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Beitrag(#325547) Verfasst am: 11.08.2005, 00:04    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Raphael hat folgendes geschrieben:
AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Wenn man in der Politik über einen neuen Familienbegriff diskutieren würde (Familie ist da, wo Kinder sind), dann hätte das meine volle Unterstützung.

Dann vermag ich nicht zu erkennen, worin Deine und meine Ansicht sich unterscheiden.

Unsere Ansichten unterscheiden sich insofern, als ich den Abbau des Ehegattensplittings vehement ablehne, solange nicht eine akzeptable neue Familienförderung beschlossen wurde. Diese Reihenfolge ist für mich wichtig, da ich der Politik grundsätzlich unterstelle, nur Einsparungen machen zu wollen und diese mit selbst beauftragten Pseudo-Gerechtigkeitsstudien zu begründen. "Wir schaffen erst das Splitting ab und dann schauen wir mal" -> bedeutet für mich: Wir wollen mal wieder die Familien schröpfen, weil sich die am wenigsten wehren.
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Raphael
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Beitrag(#325569) Verfasst am: 11.08.2005, 00:26    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Raphael hat folgendes geschrieben:
AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Wenn man in der Politik über einen neuen Familienbegriff diskutieren würde (Familie ist da, wo Kinder sind), dann hätte das meine volle Unterstützung.

Dann vermag ich nicht zu erkennen, worin Deine und meine Ansicht sich unterscheiden.

Unsere Ansichten unterscheiden sich insofern, als ich den Abbau des Ehegattensplittings vehement ablehne, solange nicht eine akzeptable neue Familienförderung beschlossen wurde. Diese Reihenfolge ist für mich wichtig, da ich der Politik grundsätzlich unterstelle, nur Einsparungen machen zu wollen und diese mit selbst beauftragten Pseudo-Gerechtigkeitsstudien zu begründen. "Wir schaffen erst das Splitting ab und dann schauen wir mal" -> bedeutet für mich: Wir wollen mal wieder die Familien schröpfen, weil sich die am wenigsten wehren.



Ich kann beide Punkte nicht voneinander isolieren. Die Abschaffung der Eheförderung und die Einführung einer Familienförderung müssen gleichzeitig geschehen. Deshalb stellt sich mir die von Dir aufgezeigte und abgelehnte Alternative gar nicht.
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AgentProvocateur
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Beitrag(#325579) Verfasst am: 11.08.2005, 00:34    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Raphael hat folgendes geschrieben:
Ich kann beide Punkte nicht voneinander isolieren. Die Abschaffung der Eheförderung und die Einführung einer Familienförderung müssen gleichzeitig geschehen. Deshalb stellt sich mir die von Dir aufgezeigte und abgelehnte Alternative gar nicht.

Dann schau Dir mal die Meldungen zur Abschaffung des Ehegattensplittings an. Nirgends wird dort die Einführung einer Familienförderung propagiert, es wird nur von einer Ersparnis von 8 Milliarden gesprochen.
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Raphael
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Beitrag(#325595) Verfasst am: 11.08.2005, 00:50    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Raphael hat folgendes geschrieben:
Ich kann beide Punkte nicht voneinander isolieren. Die Abschaffung der Eheförderung und die Einführung einer Familienförderung müssen gleichzeitig geschehen. Deshalb stellt sich mir die von Dir aufgezeigte und abgelehnte Alternative gar nicht.

Dann schau Dir mal die Meldungen zur Abschaffung des Ehegattensplittings an. Nirgends wird dort die Einführung einer Familienförderung propagiert, es wird nur von einer Ersparnis von 8 Milliarden gesprochen.


Verdammt noch mal! Mir ist doch diese Meldung sch...egal. Meine Ansicht zu dem Thema hab ich klar und deutlich dargelegt. Ehegattensplitting abschaffen, Familiensplitting einführen. Alles andere ist nicht meine Meinung.
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AgentProvocateur
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Beitrag(#325613) Verfasst am: 11.08.2005, 01:02    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

Raphael hat folgendes geschrieben:
Verdammt noch mal! Mir ist doch diese Meldung sch...egal. Meine Ansicht zu dem Thema hab ich klar und deutlich dargelegt. Ehegattensplitting abschaffen, Familiensplitting einführen. Alles andere ist nicht meine Meinung.

Nun gut, damit könnten wir durchaus auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
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Raphael
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Beitrag(#325614) Verfasst am: 11.08.2005, 01:04    Titel: Re: Ehegattensplitting Antworten mit Zitat

AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Raphael hat folgendes geschrieben:
Verdammt noch mal! Mir ist doch diese Meldung sch...egal. Meine Ansicht zu dem Thema hab ich klar und deutlich dargelegt. Ehegattensplitting abschaffen, Familiensplitting einführen. Alles andere ist nicht meine Meinung.

Nun gut, damit könnten wir durchaus auf einen gemeinsamen Nenner kommen.


concedo
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fwo
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Beitrag(#2093362) Verfasst am: 03.05.2017, 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Mal einen Exhumierung von mir.
jdf hat folgendes geschrieben:
...
Dass unser liberales und aufgeklärtes Gemeinwesen auch noch voll von ewiggestriger Mackeridieologie ist, übersiehst du gern, was? (Das Ehegattensplittig und der Widerstand gegen dessen Aufhebung ist ein besonders hübsches Beispiel...)
...


Aus einen ganz anderen Thread, aber ich finde es interessant.

@ jdf
Freundlicherweise hat AP hier bereits eine Einleitung gemacht, der ich nichts hinzufügen muss.

Kannst Du mal erklären, warum der Widerstand gegen die Aufhebung ein gutes Beispiel für eine "Mackerideologie" ist?
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Naastika
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Beitrag(#2093367) Verfasst am: 03.05.2017, 16:12    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Mal einen Exhumierung von mir.
jdf hat folgendes geschrieben:
...
Dass unser liberales und aufgeklärtes Gemeinwesen auch noch voll von ewiggestriger Mackeridieologie ist, übersiehst du gern, was? (Das Ehegattensplittig und der Widerstand gegen dessen Aufhebung ist ein besonders hübsches Beispiel...)
...


Aus einen ganz anderen Thread, aber ich finde es interessant.

@ jdf
Freundlicherweise hat AP hier bereits eine Einleitung gemacht, der ich nichts hinzufügen muss.

Kannst Du mal erklären, warum der Widerstand gegen die Aufhebung ein gutes Beispiel für eine "Mackerideologie" ist?



Was hat euch getrieben, hier ein familienrechtlich-politisches Dauerthema durchzunehmen? Geschockt Naja, wieso Mackerideologie? weil -> qui bono? (Auch wenn interner Ausgleich möglich ist.. )

editH: Übrigens, eine echt abgehangene Leiche..
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www.saekulare-gruene.de

Lebe besser, helfe öfter, staune mehr

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fwo
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Beitrag(#2093579) Verfasst am: 04.05.2017, 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Naastika hat folgendes geschrieben:
.... Übrigens, eine echt abgehangene Leiche..

Aber eine sehr lebendige, wie man am Gefühlsgehalt von jdfs Posting sehen kann. Von tillich kam vor kurzem auch schon so eine Bemerkung, und da wollte ich doch mal sehen, was da außer Gefühl so dahintersteckt.

Aber wie mir scheint, möchte man zu diesem Thema nur dumpf blubbern.
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