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Freigeisterhaus -> Spiel, Spaß und Unterhaltung

#1: Redensarten Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 16.12.2005, 18:11
    —
Gestern: Weihnachtsfeier in der Firma. Ein Kollege kan sowas von yuppiehaft aufgebrezelt daher, daß mir spontan der Spruch "sieht aus wie Graf Koks von der Gasanstalt" in den Sinn kam.
Wikipedia weiß, daß die Figur Graf Koks auf Kurt Tucholsky zurückgeht und seitdem jemanden bezeichnet, der besonders vornehm tut. Aber warum von der Gasanstalt?

#2:  Autor: annoxWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 16.12.2005, 18:43
    —
Vielleicht deshalb, weil die Ableser der Gasanstalt ähnlich abschätzig angesehen wurden. Schulterzucken

#3:  Autor: annoxWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 16.12.2005, 18:47
    —
Ich habe mich gefragt, ob die Redensart "Bombenwetter" womöglich auf die klare Sicht für Bomberpiloten zurückzuführen sei.

#4: Re: Redensarten Autor: joyborg BeitragVerfasst am: 16.12.2005, 19:07
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Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Gestern: Weihnachtsfeier in der Firma. Ein Kollege kan sowas von yuppiehaft aufgebrezelt daher, daß mir spontan der Spruch "sieht aus wie Graf Koks von der Gasanstalt" in den Sinn kam.
Wikipedia weiß, daß die Figur Graf Koks auf Kurt Tucholsky zurückgeht und seitdem jemanden bezeichnet, der besonders vornehm tut. Aber warum von der Gasanstalt?


Wahrscheinlich findest du was, wenn du das berlinerisch als "jasanstalt" in Google suchst.

#5: Re: Redensarten Autor: QuéribusWohnort: Avaricum BeitragVerfasst am: 16.12.2005, 19:12
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Gestern: Weihnachtsfeier in der Firma. Ein Kollege kan sowas von yuppiehaft aufgebrezelt daher, daß mir spontan der Spruch "sieht aus wie Graf Koks von der Gasanstalt" in den Sinn kam.
Wikipedia weiß, daß die Figur Graf Koks auf Kurt Tucholsky zurückgeht und seitdem jemanden bezeichnet, der besonders vornehm tut. Aber warum von der Gasanstalt?


wurde nicht früher Kohle ( ->Koks) zur gasherstellung verwendet? Könnte dann daher kommen.

in Frankreich gibt's die Bezeichnung B.C.-B.G., die "offizielle" Bedeutung ist "bon chic - bon genre" ( in etwa "guter chic und gutes benehmen", kommt auf yuppiemäßig angehaucht raus Mit den Augen rollen )
gibt aber noch ne andere Version zynisches Grinsen (Beau cul, belle gueule = schöner Arsch, gutaussehende Schnauze/Fresse Verlegen )

#6:  Autor: ShadaikWohnort: MG BeitragVerfasst am: 17.12.2005, 10:36
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Koks wird mW durch entgasen von Kohle gewonnen. Schulterzucken

#7:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 12.06.2008, 11:20
    —
Neulich bin ich mal wieder über die Redewendung gestolpert:

"Jemanden zeigen, wo Bartel den Most holt".

Weiß jemand, woher die kommt?

#8:  Autor: Tassilo BeitragVerfasst am: 12.06.2008, 11:44
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Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Neulich bin ich mal wieder über die Redewendung gestolpert:

"Jemanden zeigen, wo Bartel den Most holt".

Weiß jemand, woher die kommt?

Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Meist wird vermutet, dass der Ausdruck aus der Gaunersprache kommt. Bartel wäre dann das Eisen, mit dem man einen Einbruch begeht, Most (vgl. Moos) das Geld.
Genausogut kann der Ausdruck aber vom Namen Bartholomäus (Barthel) abgeleitet sein. Es gibt einige Belege, in denen Barthel und nicht Bartel geschrieben wurde.

Der Ausdruck ist ziemlich alt und kommt schon im Simplicissimus vor.

#9:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 11:49
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Zitat:
Aber warum von der Gasanstalt?

Weil der Koks aus der Gasanstalt kam. Das war das Abfallprodukt bei der Herstellung von Leuchtgas aus Steinkohle.
Das mit dem Bartel stimmt. Hebräisch "Barsel" ist das Brecheisen, und das "Moos" kommt auch aus dem Hebräischen.
Es gibt aber auch noch eine niederdeutsche Redensart "he weet, wo de Barthelt de Mus herhalt". Der Barthelt ist der Storch, die Mäuse sind hier die kleinen Kinder.
---
Weit verbreitet hat sich die Redensart: "Eher friert die Hölle ein, als daß..."
Und ich wundere mich, warum da niemand witzige Variationen erfindet. Wie wäre es denn mit:
"Eher heiratet der Papst, als daß..."
oder noch eins draufsetzen:
"Eher heiratet der Papst eine geschiedene Frau, als daß..."

#10:  Autor: Tassilo BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 13:26
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Weit verbreitet hat sich die Redensart: "Eher friert die Hölle ein, als daß..."
Und ich wundere mich, warum da niemand witzige Variationen erfindet. Wie wäre es denn mit:
"Eher heiratet der Papst, als daß..."
oder noch eins draufsetzen:
"Eher heiratet der Papst eine geschiedene Frau, als daß..."

"Eher wird der Papst schwanger, als dass ..."

#11: Re: Redensarten Autor: Peter H. BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 13:57
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Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Gestern: Weihnachtsfeier in der Firma. Ein Kollege kan sowas von yuppiehaft aufgebrezelt daher, daß mir spontan der Spruch "sieht aus wie Graf Koks von der Gasanstalt" in den Sinn kam.
Wikipedia weiß, daß die Figur Graf Koks auf Kurt Tucholsky zurückgeht und seitdem jemanden bezeichnet, der besonders vornehm tut. Aber warum von der Gasanstalt?


Mit dem Aufkommen des Imperialismus/Monopolismus entstand quasi eine neue Adelskaste, nämlich die der Herren der Industrie, auch Schlotbarone genannt. Im Bereich Kohle und Stahl wurde das besonders deutlich.

#12:  Autor: SanneWohnort: Nordschland BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 14:09
    —
Tassilo hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Weit verbreitet hat sich die Redensart: "Eher friert die Hölle ein, als daß..."
Und ich wundere mich, warum da niemand witzige Variationen erfindet. Wie wäre es denn mit:
"Eher heiratet der Papst, als daß..."
oder noch eins draufsetzen:
"Eher heiratet der Papst eine geschiedene Frau, als daß..."

"Eher wird der Papst schwanger, als dass ..."


Als Umschreibung für einen geschickten oder aufdringlichen Verkäufer benutze ich gerne folgende Redewendung: "der verkauft auch dem Papst ein Doppelbett."

#13:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 15:18
    —
Tassilo hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Weit verbreitet hat sich die Redensart: "Eher friert die Hölle ein, als daß..."
Und ich wundere mich, warum da niemand witzige Variationen erfindet. Wie wäre es denn mit:
"Eher heiratet der Papst, als daß..."
oder noch eins draufsetzen:
"Eher heiratet der Papst eine geschiedene Frau, als daß..."

"Eher wird der Papst schwanger, als dass ..."

Das allerdings halte ich für sinnlos, da es sich um eine Option handelt, die nicht mal theoretisch besteht, und zwar für den Papst ebensowenig wie für einen beliebigen anderen Mann.

#14:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 17:46
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Tassilo hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Weit verbreitet hat sich die Redensart: "Eher friert die Hölle ein, als daß..."
Und ich wundere mich, warum da niemand witzige Variationen erfindet. Wie wäre es denn mit:
"Eher heiratet der Papst, als daß..."
oder noch eins draufsetzen:
"Eher heiratet der Papst eine geschiedene Frau, als daß..."

"Eher wird der Papst schwanger, als dass ..."

Das allerdings halte ich für sinnlos, da es sich um eine Option handelt, die nicht mal theoretisch besteht, und zwar für den Papst ebensowenig wie für einen beliebigen anderen Mann.


In ferner Zukunft ist der Papst vielleicht mal einer Frau???

#15:  Autor: Mo. BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 18:16
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Tassilo hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Weit verbreitet hat sich die Redensart: "Eher friert die Hölle ein, als daß..."
Und ich wundere mich, warum da niemand witzige Variationen erfindet. Wie wäre es denn mit:
"Eher heiratet der Papst, als daß..."
oder noch eins draufsetzen:
"Eher heiratet der Papst eine geschiedene Frau, als daß..."

"Eher wird der Papst schwanger, als dass ..."

Das allerdings halte ich für sinnlos, da es sich um eine Option handelt, die nicht mal theoretisch besteht, und zwar für den Papst ebensowenig wie für einen beliebigen anderen Mann.


Klar, man könnte auch einfacher sagen:

"Eher wird eine Frau Papst, als dass...."

Witziger ist aber das andere und meint wohl das gleiche.

#16:  Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 20:10
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Tassilo hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Weit verbreitet hat sich die Redensart: "Eher friert die Hölle ein, als daß..."
Und ich wundere mich, warum da niemand witzige Variationen erfindet. Wie wäre es denn mit:
"Eher heiratet der Papst, als daß..."
oder noch eins draufsetzen:
"Eher heiratet der Papst eine geschiedene Frau, als daß..."

"Eher wird der Papst schwanger, als dass ..."

Das allerdings halte ich für sinnlos, da es sich um eine Option handelt, die nicht mal theoretisch besteht, und zwar für den Papst ebensowenig wie für einen beliebigen anderen Mann.

Rein technisch besteht die Möglichkeit schon - die Bildung der Placenta geht von der befruchteten Eizelle bzw den nachfolgenden Stadien aus und nicht von der Mutter, sehr schön zu erkennen z.B. bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mir überlegt habe, als Dyba damals auch gegen die Abtreibung nach einer Vergelwaltigung gewettert hat, dass es für ihn vielleicht eine heilsame Erfahrung wäre, wenn man ihm das Ergebnis einer In-Vitro-Befruchtung in die Bauchhöhle injizierte. Rein so zur Bewusstseinserweiterung.

fwo

#17: Re: Redensarten Autor: r'zrWohnort: Vault 13 BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 20:13
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Gestern: Weihnachtsfeier in der Firma. Ein Kollege kan sowas von yuppiehaft aufgebrezelt daher, daß mir spontan der Spruch "sieht aus wie Graf Koks von der Gasanstalt" in den Sinn kam.
Wikipedia weiß, daß die Figur Graf Koks auf Kurt Tucholsky zurückgeht und seitdem jemanden bezeichnet, der besonders vornehm tut. Aber warum von der Gasanstalt?


Sich benehmen, wie Graf Koks von der Gasanstalt

Im 19. Jahrhundert wuchsen mit der Zahl des Industriebetriebe die Vermögen der Besitzer ins Unermessliche. Deswegen und weil sie für die Entwicklung des Landes so wichtig waren, erreichten nicht wenige von ihnen, geadelt zu werden. Diese "Schlotbarone" genannten Neureichen und Neuadligen wurden wegen ihrer angeblichen Emporkömmlingsmanieren verspottet und sprichwörtlich. Sie galten als arrogant, ungehobelt und rücksichtslos stolz.

"Graf Koks" ist ebenfalls so ein Schmähtitel für einen angeberischen, unhöflichen Kerl. "Koks" bot sich als Ausdruck an, weil er mit dem Umgangssprachewort für Geld "Kohle" zusammenhing, die so einer im Übermaß besaß, und weil im Geldadel nicht wenige Kohlegrubenbesitzer zu finden waren. In den Eisenerzhütten eines Krupp spielte Koks zur Befeuerung ebenfalls eine unverzichtbare Rolle. Den ganz üblichen Ausdruck "Graf Koks" konnte man freilich noch steigern, indem man ihm die Gasanstalt anhängte mit einem "von" ergänzt. Auch diese Betriebe standen für eine moderne Art schnellen Gelderwerbs, doch außerdem parodierte man mit der Ergänzung "von der Gasanstalt" die häufigen Anhängsel an alten Adelsnamen wie "Freiherr von und zu der Tann-Rathsamhausen".

aus essigs essenzen, derzeit ne reihe bei deutschlandradio kultur.
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/essigsessenzen/800945/

#18: Re: Redensarten Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 20:22
    —
r'zr hat folgendes geschrieben:
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Gestern: Weihnachtsfeier in der Firma. Ein Kollege kan sowas von yuppiehaft aufgebrezelt daher, daß mir spontan der Spruch "sieht aus wie Graf Koks von der Gasanstalt" in den Sinn kam.
Wikipedia weiß, daß die Figur Graf Koks auf Kurt Tucholsky zurückgeht und seitdem jemanden bezeichnet, der besonders vornehm tut. Aber warum von der Gasanstalt?


Sich benehmen, wie Graf Koks von der Gasanstalt

Im 19. Jahrhundert wuchsen mit der Zahl des Industriebetriebe die Vermögen der Besitzer ins Unermessliche. Deswegen und weil sie für die Entwicklung des Landes so wichtig waren, erreichten nicht wenige von ihnen, geadelt zu werden. Diese "Schlotbarone" genannten Neureichen und Neuadligen wurden wegen ihrer angeblichen Emporkömmlingsmanieren verspottet und sprichwörtlich. Sie galten als arrogant, ungehobelt und rücksichtslos stolz.

"Graf Koks" ist ebenfalls so ein Schmähtitel für einen angeberischen, unhöflichen Kerl. "Koks" bot sich als Ausdruck an, weil er mit dem Umgangssprachewort für Geld "Kohle" zusammenhing, die so einer im Übermaß besaß, und weil im Geldadel nicht wenige Kohlegrubenbesitzer zu finden waren. In den Eisenerzhütten eines Krupp spielte Koks zur Befeuerung ebenfalls eine unverzichtbare Rolle. Den ganz üblichen Ausdruck "Graf Koks" konnte man freilich noch steigern, indem man ihm die Gasanstalt anhängte mit einem "von" ergänzt. Auch diese Betriebe standen für eine moderne Art schnellen Gelderwerbs, doch außerdem parodierte man mit der Ergänzung "von der Gasanstalt" die häufigen Anhängsel an alten Adelsnamen wie "Freiherr von und zu der Tann-Rathsamhausen".

aus essigs essenzen, derzeit ne reihe bei deutschlandradio kultur.
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/essigsessenzen/800945/


Die Sendung höre ich auch immer.
Hier ein Link für die Sendungen die bereits gelaufen sind:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/essigsessenzen/

#19:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 16:56
    —
Was mir in letzter Zeit immer öfter auffällt, ist, daß Leute andauernd "am Ende des Tages" sagen, wo sie "letztendlich" oder so meinen.

Woher zum Henker kommt denn jetzt dieser Blödsinn??

#20:  Autor: Mo. BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 17:12
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Was mir in letzter Zeit immer öfter auffällt, ist, daß Leute andauernd "am Ende des Tages" sagen, wo sie "letztendlich" oder so meinen.

Woher zum Henker kommt denn jetzt dieser Blödsinn??

Von Eintagsfliegen?

#21:  Autor: nocquae BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 17:16
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Was mir in letzter Zeit immer öfter auffällt, ist, daß Leute andauernd "am Ende des Tages" sagen, wo sie "letztendlich" oder so meinen.

Woher zum Henker kommt denn jetzt dieser Blödsinn??

Nie gehört. Schulterzucken

#22:  Autor: Rasmus BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 17:17
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Was mir in letzter Zeit immer öfter auffällt, ist, daß Leute andauernd "am Ende des Tages" sagen, wo sie "letztendlich" oder so meinen.

Woher zum Henker kommt denn jetzt dieser Blödsinn??


At the end of the day

-> "Im Endeffekt".

#23:  Autor: Effô TisettiWohnort: 75 BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 17:22
    —
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Was mir in letzter Zeit immer öfter auffällt, ist, daß Leute andauernd "am Ende des Tages" sagen, wo sie "letztendlich" oder so meinen.

Woher zum Henker kommt denn jetzt dieser Blödsinn??


At the end of the day

-> "Im Endeffekt".


Ja, ein weiterer schnöder Anglizismus wie "einen guten Job machen", "eine gute Zeit haben", "in 2009", ...

#24:  Autor: WraithWohnort: Regensburg BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 17:25
    —
Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Was mir in letzter Zeit immer öfter auffällt, ist, daß Leute andauernd "am Ende des Tages" sagen, wo sie "letztendlich" oder so meinen.

Woher zum Henker kommt denn jetzt dieser Blödsinn??


At the end of the day

-> "Im Endeffekt".


Ja, ein weiterer schnöder Anglizismus wie "einen guten Job machen", "eine gute Zeit haben", "in 2009", ...


Hör auf, sowas bereitet mir Schmerzen.

#25:  Autor: nocquae BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 17:26
    —
Effô Tisetti hat folgendes geschrieben:
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Was mir in letzter Zeit immer öfter auffällt, ist, daß Leute andauernd "am Ende des Tages" sagen, wo sie "letztendlich" oder so meinen.

Woher zum Henker kommt denn jetzt dieser Blödsinn??


At the end of the day

-> "Im Endeffekt".


Ja, ein weiterer schnöder Anglizismus wie "einen guten Job machen", "eine gute Zeit haben", "in 2009", ...

Ach du liebe Zeit Bitte nicht! der Untergang des Abendlandes rückt wieder ein Stück näher.

Tut Buße. Anbetung des lila Einhorns

#26:  Autor: Spartacus Leto BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 17:59
    —
Was ist an Anglizismen so schlimm? Seid doch froh, dass die Deutsche Sprache nicht so weit mit Gallizismen durchsetzt ist. Die, die wir bereits haben reichen schon.

#27:  Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 18:06
    —
Spartacus Leto hat folgendes geschrieben:
Was ist an Anglizismen so schlimm?


Sie versteht nicht jeder.
Wenn ich mich mit Dir, meiner Tochter und meinen Eltern gleichzeitig unterhalte, möchte ich nicht alles dreimal, sondern nur einmal sagen, damit es jeder von euch versteht.

Anglizismen wären also nur in ganz speziellen Sonderfällen angebracht, udn eigentlich da auch nicht, weil man sich da gleich ganz englisch unterhalten kann.

#28:  Autor: YogoshWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 19:02
    —
Spartacus Leto hat folgendes geschrieben:
Was ist an Anglizismen so schlimm?

Eigentlich gar nichts. Sie klingen bloß erst mal verdammt blöd. Was daran liegen kann dass die meisten von BWLern, Werbefuzzis und anderen professionellen Bullshit Verbreitern eingeführt werden. Falls ein Anglizismus vom allgemeinen Sprachgebrauch angenommen und verwendet wird gewöhnt man sich dran. Bullshit ist ja z.B. ein Wort das man unbedingt braucht. Ich jedenfalls.

#29:  Autor: nocquae BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 19:07
    —
Spartacus Leto hat folgendes geschrieben:
Was ist an Anglizismen so schlimm?

*grml* Bei der Umstellung auf phpBB 3 bestehe ich auf die Einführung von Ironie-Tags.

#30:  Autor: Rasmus BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 19:12
    —
Spartacus Leto hat folgendes geschrieben:
Was ist an Anglizismen so schlimm?


Ich finde es in der Tat schlimm, wenn Anglizismen eingedeutscht werden, dabei völlig falsched Deutsch bei rauskommt und das nur, weil ein paar Dummbatzen weder die Deutsche noch die Englische Sprache auch nur rudimentär beherrschen.

Dabei ist nicht der Anglizismus als solcher schlimm, sondern die Defizite der Sprechenden.

Wieso sollte jemand darauf verzichten einen Sachverhalt klar verständlich auszudrüclken und es statt dessen vorziehen, eine Redewendung zu erfinden die nicht jeder versteht und die die bekannten Regeln der Sprache missachtet?

Da mag es ab und an mal gute Gründe für geben, aber in der weiten Mehrheit der Fälle dürften Dummheit und Inkompetenz die Auslöser sein.

Ebenso gut könntest du fragen was denn so schlimm daran sei, wenn jemand nicht Lesen und Schreiben kann.

#31:  Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 19:15
    —
NOCQUAE hat folgendes geschrieben:
Spartacus Leto hat folgendes geschrieben:
Was ist an Anglizismen so schlimm?

*grml* Bei der Umstellung auf phpBB 3 bestehe ich auf die Einführung von Ironie-Tags.


Dann bitte aber gleich so, dass man sie im Profil als üblich voreinstellen kann.
Dann kann ich nämlich endlich wieder gewisse Beiträge lesen, wenn ich mir einrede, dass da nur wieder jemand vergessen hat die Häkchen wegzunehmen.

#32:  Autor: ShadaikWohnort: MG BeitragVerfasst am: 13.06.2009, 11:47
    —
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Spartacus Leto hat folgendes geschrieben:
Was ist an Anglizismen so schlimm?


Ich finde es in der Tat schlimm, wenn Anglizismen eingedeutscht werden, dabei völlig falsched Deutsch bei rauskommt und das nur, weil ein paar Dummbatzen weder die Deutsche noch die Englische Sprache auch nur rudimentär beherrschen.
Wodurch definiert sich deines Erachtens, was in einer Sprache richtig und was falsch ist?

#33:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 13.06.2009, 12:42
    —
Zitat:
Wodurch definiert sich deines Erachtens, was in einer Sprache richtig und was falsch ist?

Richtig ist, was richtig verstanden wird. Ist doch einfach.

#34:  Autor: Spartacus Leto BeitragVerfasst am: 13.06.2009, 13:06
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Wodurch definiert sich deines Erachtens, was in einer Sprache richtig und was falsch ist?

Richtig ist, was richtig verstanden wird. Ist doch einfach.


Irgendjeman versteht es immer.

#35:  Autor: ShadaikWohnort: MG BeitragVerfasst am: 13.06.2009, 19:11
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Wodurch definiert sich deines Erachtens, was in einer Sprache richtig und was falsch ist?

Richtig ist, was richtig verstanden wird. Ist doch einfach.
Eine Möglichkeit, aber aus seinen Ausführungen folgend offenbar nicht jene, der Rasmus sich anschließt.

#36:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 13.06.2009, 23:09
    —
Zitat:
Richtig ist, was richtig verstanden wird. Ist doch einfach.

Daraus folgt: Wer mißverstanden wird, beherrscht seine eigene Sprache nicht richtig. Wir hatten das doch schon mit den Studenten, die es nicht schafften, sich der Arbeiterklasse verständlich zu machen. War das in den berüchtigten 68ern?
"systemimmanent" ist ein Lieblingswort solcher Quatschköppe. Das paßt in eine Doktorarbeit, aber nicht auf die Straße und in die Kneipe.

#37:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 08:14
    —
Spartacus Leto hat folgendes geschrieben:
Was ist an Anglizismen so schlimm?

Schlimm in diesem Fall nicht. Nur doof.

#38:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 08:22
    —
Yogosh hat folgendes geschrieben:
Bullshit ist ja z.B. ein Wort das man unbedingt braucht. Ich jedenfalls.

Ihc nicht. Da würden mir spontan mindestens 10 deutsche Wörter einfallen, die das gleiche ausdrücken und mindestens ebenso treffend sind.

Ein Angrizismus z.B., den ich absichtlich benutze, ist "Junkfood" -- und zwar deswegen, weil ich den benannten Sachverhalt bewußt als etwas Kulturfremdes herausstellen möchte.

#39:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 08:26
    —
"Angrizismus".....das Wort gefaellt mir. zwinkern

#40:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 08:29
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
"Angrizismus".....das Wort gefaellt mir. zwinkern

Guck an, eine zufällige Wortschöpfung ... Smilie

#41:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 08:41
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Tassilo hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Weit verbreitet hat sich die Redensart: "Eher friert die Hölle ein, als daß..."
Und ich wundere mich, warum da niemand witzige Variationen erfindet. Wie wäre es denn mit:
"Eher heiratet der Papst, als daß..."
oder noch eins draufsetzen:
"Eher heiratet der Papst eine geschiedene Frau, als daß..."

"Eher wird der Papst schwanger, als dass ..."

Das allerdings halte ich für sinnlos, da es sich um eine Option handelt, die nicht mal theoretisch besteht, und zwar für den Papst ebensowenig wie für einen beliebigen anderen Mann.



Dir gebricht's am Glauben, junger Freund...


Wer eine Frau schwanger macht, ohne dass sie ihre Jungfraeulichkeit verliert, der kriegt auch sowas hin.

#42:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 08:42
    —
Yogosh hat folgendes geschrieben:
Bullshit ist ja z.B. ein Wort das man unbedingt braucht. Ich jedenfalls.


Bullshit!

#43:  Autor: YogoshWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 09:46
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Yogosh hat folgendes geschrieben:
Bullshit ist ja z.B. ein Wort das man unbedingt braucht. Ich jedenfalls.

Ihc nicht. Da würden mir spontan mindestens 10 deutsche Wörter einfallen, die das gleiche ausdrücken und mindestens ebenso treffend sind.

Die würden mich interessieren. Aber wenn Du gleich eine Menge von deutschen Synoymen hast, vermute ich dass unsere Verwendung sich stark unterscheiden würden.

#44:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 10:41
    —
Wichtig ist ja auch noch der Klang des Wortes. "Bullshit" ist als Klangfolge an sich lange nicht so wirkungsvoll wie "Scheiße". Vor allem das scharfe ß macht hier wohl die Musik. Ein spanischer Arbeitskollege sagte mir mal, daß er uns Deutsche um dieses herrlich kraftvolle Wort beneide. Das spanische "mierda" klänge dagegen richtig sanft und harmlos. Da sei schon das französische "merde" ein gutes Stück härter.

#45:  Autor: ShadaikWohnort: MG BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 17:43
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Wichtig ist ja auch noch der Klang des Wortes. "Bullshit" ist als Klangfolge an sich lange nicht so wirkungsvoll wie "Scheiße". Vor allem das scharfe ß macht hier wohl die Musik. Ein spanischer Arbeitskollege sagte mir mal, daß er uns Deutsche um dieses herrlich kraftvolle Wort beneide. Das spanische "mierda" klänge dagegen richtig sanft und harmlos. Da sei schon das französische "merde" ein gutes Stück härter.
Scheisse ist schon härter als mierda, aber bullshit fängt mit einem b an und hört mit einem t auf - härter als diese beiden Laute in An- und Auslaut geht gar nicht.
Aber es bedeutet eh nicht Scheisse, mehr sowas ähnliches wie Schwachsinn. Eine genaue Übersetzung des Begriffs ins Deutsche kenne ich aber auch nicht.

#46:  Autor: Rasmus BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 17:58
    —
Shadaik hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Wichtig ist ja auch noch der Klang des Wortes. "Bullshit" ist als Klangfolge an sich lange nicht so wirkungsvoll wie "Scheiße". Vor allem das scharfe ß macht hier wohl die Musik. Ein spanischer Arbeitskollege sagte mir mal, daß er uns Deutsche um dieses herrlich kraftvolle Wort beneide. Das spanische "mierda" klänge dagegen richtig sanft und harmlos. Da sei schon das französische "merde" ein gutes Stück härter.
Scheisse ist schon härter als mierda, aber bullshit fängt mit einem b an und hört mit einem t auf - härter als diese beiden Laute in An- und Auslaut geht gar nicht.
Aber es bedeutet eh nicht Scheisse, mehr sowas ähnliches wie Schwachsinn. Eine genaue Übersetzung des Begriffs ins Deutsche kenne ich aber auch nicht.


Ich würde synonym "Schwachsinn" oder "Unsinn" oder so verwenden, ja.

#47:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 17:59
    —
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Shadaik hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Wichtig ist ja auch noch der Klang des Wortes. "Bullshit" ist als Klangfolge an sich lange nicht so wirkungsvoll wie "Scheiße". Vor allem das scharfe ß macht hier wohl die Musik. Ein spanischer Arbeitskollege sagte mir mal, daß er uns Deutsche um dieses herrlich kraftvolle Wort beneide. Das spanische "mierda" klänge dagegen richtig sanft und harmlos. Da sei schon das französische "merde" ein gutes Stück härter.
Scheisse ist schon härter als mierda, aber bullshit fängt mit einem b an und hört mit einem t auf - härter als diese beiden Laute in An- und Auslaut geht gar nicht.
Aber es bedeutet eh nicht Scheisse, mehr sowas ähnliches wie Schwachsinn. Eine genaue Übersetzung des Begriffs ins Deutsche kenne ich aber auch nicht.


Ich würde synonym "Schwachsinn" oder "Unsinn" oder so verwenden, ja.

Schwachfug
Bockmist
Mumpitz

#48:  Autor: ShadaikWohnort: MG BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 18:36
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Shadaik hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Wichtig ist ja auch noch der Klang des Wortes. "Bullshit" ist als Klangfolge an sich lange nicht so wirkungsvoll wie "Scheiße". Vor allem das scharfe ß macht hier wohl die Musik. Ein spanischer Arbeitskollege sagte mir mal, daß er uns Deutsche um dieses herrlich kraftvolle Wort beneide. Das spanische "mierda" klänge dagegen richtig sanft und harmlos. Da sei schon das französische "merde" ein gutes Stück härter.
Scheisse ist schon härter als mierda, aber bullshit fängt mit einem b an und hört mit einem t auf - härter als diese beiden Laute in An- und Auslaut geht gar nicht.
Aber es bedeutet eh nicht Scheisse, mehr sowas ähnliches wie Schwachsinn. Eine genaue Übersetzung des Begriffs ins Deutsche kenne ich aber auch nicht.


Ich würde synonym "Schwachsinn" oder "Unsinn" oder so verwenden, ja.

Schwachfug
Bockmist
Mumpitz
Bockmist ist doch schön - klingt auch ähnlich (ein stimmhafter Plosiv vorne, ein stimmloser hinten, dazwischen eine sehr schöne Lautfolge).
Würde mich nicht wundern, wenn es eine Lehnübertragung von Bullshit ist (oder sogar umgekehrt).

#49:  Autor: WraithWohnort: Regensburg BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 18:42
    —
Ich mag Blödsinn, das lässt sich auch schön mit BS abkürzen.

#50:  Autor: kerengWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 19:34
    —
Wraith hat folgendes geschrieben:
Ich mag Blödsinn, das lässt sich auch schön mit BS abkürzen.

Das hat Bruder Spaghettus nicht bedacht.

#51:  Autor: Einsiedler BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 22:06
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Schwachfug
Bockmist
Mumpitz

Stuß

#52:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 15.06.2009, 23:05
    —
Ebenezer Scrooge sagte "Humbug!"

#53:  Autor: ShadaikWohnort: MG BeitragVerfasst am: 17.06.2009, 18:58
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ebenezer Scrooge sagte "Humbug!"
Das sagte er allerdings auch in English zwinkern

#54:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 26.06.2015, 13:54
    —
wolle hat folgendes geschrieben:
Das ist übrigens auch so eine Sache mit dem Jugendverbot:
Sex und Aufklärung über Sex gilt immer noch als sündig, während sich die Kinder den ganzen Tag Mord und Totschlag bis zur Vergasung anschauen dürfen.
Das hat uns die christliche Moral-Lehre eingebrockt.

fett von mir

Keine schöne Redewendung, oder? Ich will dir nichts unterstellen außer Gedankenlosigkeit, aber wer die Geschichte kennt sollte diesen Ausdruck vermeiden.
Auch wenn er etymologisch betrachtet auf den Ersten Weltkrieg zurückzuführen ist: Die Assoziation, die sich bei seiner Verwendung einstellt, ist klar.

#55:  Autor: wolle BeitragVerfasst am: 26.06.2015, 15:02
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:
Das ist übrigens auch so eine Sache mit dem Jugendverbot:
Sex und Aufklärung über Sex gilt immer noch als sündig, während sich die Kinder den ganzen Tag Mord und Totschlag bis zur Vergasung anschauen dürfen.
Das hat uns die christliche Moral-Lehre eingebrockt.

fett von mir

Keine schöne Redewendung, oder? Ich will dir nichts unterstellen außer Gedankenlosigkeit, aber wer die Geschichte kennt sollte diesen Ausdruck vermeiden.
Auch wenn er etymologisch betrachtet auf den Ersten Weltkrieg zurückzuführen ist: Die Assoziation, die sich bei seiner Verwendung einstellt, ist klar.


Es ging mir auch nicht um Schönheit, sondern um Wahrheit. Für den Ausdruck Judenvergasung darf man keine Beschönigungen erfinden. Den Ausdruck habe ich bewusst verwendet, da auch Kinder ohne weiteres in Bild und Ton beispielsweise über die Juden-Vergasung informiert werden, jedoch die Aufklärung über Sex ab 16 Jahren erst erlaubt ist. Also Darstellung von Sex ist nach praktizierter Moral-Lehre Jugend-Gefährdend, Darstellung von Massenmord aber nicht. Das ist aus meiner Sicht ein Widerspruch. Vor was genau soll die Jugend mit dem Verbot der Aufklärung geschützt werden? Das Durchschnitts-Alter für praktizierten Sex ist bei der Jugend bereits 16 Jahre.

#56:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 26.06.2015, 21:52
    —
wolle hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:
Das ist übrigens auch so eine Sache mit dem Jugendverbot:
Sex und Aufklärung über Sex gilt immer noch als sündig, während sich die Kinder den ganzen Tag Mord und Totschlag bis zur Vergasung anschauen dürfen.
Das hat uns die christliche Moral-Lehre eingebrockt.

fett von mir

Keine schöne Redewendung, oder? Ich will dir nichts unterstellen außer Gedankenlosigkeit, aber wer die Geschichte kennt sollte diesen Ausdruck vermeiden.
Auch wenn er etymologisch betrachtet auf den Ersten Weltkrieg zurückzuführen ist: Die Assoziation, die sich bei seiner Verwendung einstellt, ist klar.


Es ging mir auch nicht um Schönheit, sondern um Wahrheit. Für den Ausdruck Judenvergasung darf man keine Beschönigungen erfinden. Den Ausdruck habe ich bewusst verwendet, da auch Kinder ohne weiteres in Bild und Ton beispielsweise über die Juden-Vergasung informiert werden, jedoch die Aufklärung über Sex ab 16 Jahren erst erlaubt ist. Also Darstellung von Sex ist nach praktizierter Moral-Lehre Jugend-Gefährdend, Darstellung von Massenmord aber nicht. Das ist aus meiner Sicht ein Widerspruch. Vor was genau soll die Jugend mit dem Verbot der Aufklärung geschützt werden? Das Durchschnitts-Alter für praktizierten Sex ist bei der Jugend bereits 16 Jahre.

Es geht hier nicht um Aufklärung, sondern um eine Redewendung, die von niemandem, der auch nur ein kleines bisschen Fingerspitzengefühl hat, verwendet wird.
Was du hier konstruierst, ist Bullshit. Aber vielleicht begegnest du ja mal einem Efraim:

Zitat:
Alfred Andersch hat 1971 den Roman Efraim geschrieben, in dem der jüdische Icherzähler auf einer Party hört, wie jemand davon redet, er könne die ganze Nacht »bis zur Vergasung« durchfeiern. Efraim stellt den Mann zur Rede, versetzt ihm einen Kinnhaken und argumentiert dann, »dass man kein kompliziertes politisches, sondern ein einfaches moralisches Bewusstsein braucht, um gewisse Wörter zu vermeiden«. Und das gilt unabhängig von deren ursprünglicher Herkunft
http://www.zeit.de/2009/03/Stimmts

#57: Gewalt Autor: wolle BeitragVerfasst am: 26.06.2015, 23:48
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:


Es geht hier nicht um Aufklärung, sondern um eine Redewendung, die von niemandem, der auch nur ein kleines bisschen Fingerspitzengefühl hat, verwendet wird.
Was du hier konstruierst, ist Bullshit. Aber vielleicht begegnest du ja mal einem Efraim:

Zitat:
Alfred Andersch hat 1971 den Roman Efraim geschrieben, in dem der jüdische Icherzähler auf einer Party hört, wie jemand davon redet, er könne die ganze Nacht »bis zur Vergasung« durchfeiern. Efraim stellt den Mann zur Rede, versetzt ihm einen Kinnhaken und argumentiert dann, »dass man kein kompliziertes politisches, sondern ein einfaches moralisches Bewusstsein braucht, um gewisse Wörter zu vermeiden«. Und das gilt unabhängig von deren ursprünglicher Herkunft
http://www.zeit.de/2009/03/Stimmts


In meinem Kontext ging es aber nicht um das Party Feiern, sondern um Mord, Totschlag und die Frage, welche Maßstäbe angelegt werden, wenn es um die Beurteilung von Jugendschutz geht. Insofern war die Verwendung des Begriffes Vergasung gerechtfertigt, angemessen und im Übrigen auch wohl überlegt.
Es kann nicht sein, dass man bestimmte Wörter im angemessenen Kontext nicht verwenden darf.
In N24, n-tv und ZDF Info laufen den ganzen Tag Dokumentationen über Hitlers Kriegs-Greuel ohne jegliche Alters-Beschränkung. Nur, wenn es um qualifizierte sexuelle Aufklärung geht, muss die Sendung in die Nacht-Stunden verlegt werden. Das ist absurd.

Im Übrigen ist es nicht nur nicht angemessen, auf eine unangemessene Verwendung von einem Wort einen Kinnhaken zu verpassen, sondern illegal, und zwar nicht nur nach derzeitigem deutschen Gesetz, sondern bereits nach dem mosaischen "Auge um Auge, Zahn um Zahn", welches bereits damals zwecks Vermeidung von Eskalation gedient haben mag.

Wohin ein Kinnhaken führen kann, nämlich zum Tod, zeigt einmal mehr der Fall Tugce:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-06/tugce-urteil-prozess-kommentar
Dass Du als Moderator einen solchen Kinnhaken als probates Mittel in Erwägung ziehst, mag doch sehr bedenklich sein.


Zuletzt bearbeitet von wolle am 27.06.2015, 00:34, insgesamt einmal bearbeitet

#58:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 27.06.2015, 00:28
    —
wolle hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:


Es geht hier nicht um Aufklärung, sondern um eine Redewendung, die von niemandem, der auch nur ein kleines bisschen Fingerspitzengefühl hat, verwendet wird.
Was du hier konstruierst, ist Bullshit. Aber vielleicht begegnest du ja mal einem Efraim:

Zitat:
Alfred Andersch hat 1971 den Roman Efraim geschrieben, in dem der jüdische Icherzähler auf einer Party hört, wie jemand davon redet, er könne die ganze Nacht »bis zur Vergasung« durchfeiern. Efraim stellt den Mann zur Rede, versetzt ihm einen Kinnhaken und argumentiert dann, »dass man kein kompliziertes politisches, sondern ein einfaches moralisches Bewusstsein braucht, um gewisse Wörter zu vermeiden«. Und das gilt unabhängig von deren ursprünglicher Herkunft
http://www.zeit.de/2009/03/Stimmts


In meinem Kontext ging es aber nicht um das Party Feiern, sondern um Mord, Totschlag und die Frage, welche Maßstäbe angelegt werden, wenn es um die Beurteilung von Jugendschutz geht. Insofern war die Verwendung des Begriffes Vergasung gerechtfertigt, angemessen und im Übrigen auch wohl überlegt.
Es kann nicht sein, dass man bestimmte Wörter im angemessenen Kontext nicht verwenden darf.
In N24, n-tv und ZDF Info laufen den ganzen Tag Dokumentationen über Hitlers Kriegs-Greuel ohne jegliche Alters-Beschränkung. Nur, wenn es um qualifizierte sexuelle Aufklärung geht, muss die Sendung in die Nacht-Stunden verlegt werden. Das ist absurd.



Es geht nicht ums "Woerter verwenden duerfen", sonst wuerde hier schon laengst moderiert werden, sondern ob man manche Woerter nicht einfach von selber besser weglaesst.

Was den Begriff "bis zur Vergasung" angeht, so wird der im Volksmund haeufig sehr unreflektiert verwandt. Meine Mutter verwendete diese Vokabel z.B. auch immer und der will ich wirklich nicht unterstellen, dass sie damit in irgendeiner Weise den Holocaustopfern ans Bein pinkeln wollte.

Ich selber verwende diesen Begriff nicht und ich wuerde auch jedem anderen empfehlen sich mal bewusst zu machen wo der herkommt und welche Assoziationen durch ihn ganz unweigerlich hervorgerufen werden. Ist dieser Begriff denn wirklich noetig? Stell Dir auch einfach mal vor Du gebrauchst diese Redewendung und ohne dass Dir das bewusst ist hoert das jemand mit, der Angehoerige in Auschwitz verloren hat. Mir waere eine solche Situation sehr, sehr unangenehm und sowas vermeide ich nach Moeglichkeit.

Nimm dieses Posting bitte nicht als Bevormundung, sondern einfach nur als Denkanstoss. Ob Du daraus Konsequenzen fuer Deinen Sprachgebrauch ziehst ist und bleibt Dir ueberlassen.

#59: Begriffe im Wandel der Zeit Autor: wolle BeitragVerfasst am: 27.06.2015, 11:37
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:


Es geht nicht ums "Woerter verwenden duerfen", sonst wuerde hier schon laengst moderiert werden, sondern ob man manche Woerter nicht einfach von selber besser weglaesst.

Was den Begriff "bis zur Vergasung" angeht, so wird der im Volksmund haeufig sehr unreflektiert verwandt. Meine Mutter verwendete diese Vokabel z.B. auch immer und der will ich wirklich nicht unterstellen, dass sie damit in irgendeiner Weise den Holocaustopfern ans Bein pinkeln wollte.

Ich selber verwende diesen Begriff nicht und ich wuerde auch jedem anderen empfehlen sich mal bewusst zu machen wo der herkommt und welche Assoziationen durch ihn ganz unweigerlich hervorgerufen werden. Ist dieser Begriff denn wirklich noetig? Stell Dir auch einfach mal vor Du gebrauchst diese Redewendung und ohne dass Dir das bewusst ist hoert das jemand mit, der Angehoerige in Auschwitz verloren hat. Mir waere eine solche Situation sehr, sehr unangenehm und sowas vermeide ich nach Moeglichkeit.

Nimm dieses Posting bitte nicht als Bevormundung, sondern einfach nur als Denkanstoss. Ob Du daraus Konsequenzen fuer Deinen Sprachgebrauch ziehst ist und bleibt Dir ueberlassen.


Ich achte sehr darauf, welche Wörter ich verwende und in welchen Zusammenhang. In diesem Fall habe ich mich wie gesagt bewusst dafür entschieden.
Man kann aber auch nicht erwarten, dass die Bedeutung von Wörtern über alle Zeiten erhalten bleibt. Vielmehr ändern sich die Bedeutungen von Wörtern mit der Zeit.
Das beste Beispiel ist die Verwendung des Wortes Gott. Der Begriff Gott war vor 2000 Jahren so heilig, dass er in der Bibel häufig durch die Wörter Herr HERR ersetzt wird. Später sagte man häufiger GOTT, noch später fluchte man in der Form Himmelherrgottsakrament, und heute wird "Oh mein Gott" teils in Form von omg als Ausdruck von Überraschung verwendet.
Das muss man auch irgendwie akzeptieren. Man darf nicht jeder Tussi von der High Heel Fraktion einen Kinnhaken verpassen, weil sie den Namen Gottes misbraucht.

#60: Re: Gewalt Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 27.06.2015, 15:58
    —
wolle hat folgendes geschrieben:

...
Wohin ein Kinnhaken führen kann, nämlich zum Tod, zeigt einmal mehr der Fall Tugce:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-06/tugce-urteil-prozess-kommentar
Dass Du als Moderator einen solchen Kinnhaken als probates Mittel in Erwägung ziehst, mag doch sehr bedenklich sein.

fett von mir

Das musst du mir jetzt eindeutig belegen!

#61: Re: Gewalt Autor: wolle BeitragVerfasst am: 27.06.2015, 17:33
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:


...
Was du hier konstruierst, ist Bullshit. Aber vielleicht begegnest du ja mal einem Efraim:

Zitat:
Alfred Andersch hat 1971 den Roman Efraim geschrieben, in dem der jüdische Icherzähler auf einer Party hört, wie jemand davon redet, er könne die ganze Nacht »bis zur Vergasung« durchfeiern. Efraim stellt den Mann zur Rede, versetzt ihm einen Kinnhaken und argumentiert dann, »dass man kein kompliziertes politisches, sondern ein einfaches moralisches Bewusstsein braucht, um gewisse Wörter zu vermeiden«. Und das gilt unabhängig von deren ursprünglicher Herkunft
http://www.zeit.de/2009/03/Stimmts


Das ergibt sich für mich aus dem Kontext.

#62: Re: Gewalt Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 27.06.2015, 19:12
    —
wolle hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:


...
Was du hier konstruierst, ist Bullshit. Aber vielleicht begegnest du ja mal einem Efraim:

Zitat:
Alfred Andersch hat 1971 den Roman Efraim geschrieben, in dem der jüdische Icherzähler auf einer Party hört, wie jemand davon redet, er könne die ganze Nacht »bis zur Vergasung« durchfeiern. Efraim stellt den Mann zur Rede, versetzt ihm einen Kinnhaken und argumentiert dann, »dass man kein kompliziertes politisches, sondern ein einfaches moralisches Bewusstsein braucht, um gewisse Wörter zu vermeiden«. Und das gilt unabhängig von deren ursprünglicher Herkunft
http://www.zeit.de/2009/03/Stimmts


Das ergibt sich für mich aus dem Kontext.

Ich habe dich nicht nach deiner Interpretation gefragt. Das Stichwort heißt Beleg für deine Behauptung

wolle hat folgendes geschrieben:
...
Dass Du als Moderator einen solchen Kinnhaken als probates Mittel in Erwägung ziehst...


Also?

#63: Re: Gewalt Autor: wolle BeitragVerfasst am: 27.06.2015, 22:12
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:


...
Was du hier konstruierst, ist Bullshit. Aber vielleicht begegnest du ja mal einem Efraim:

Zitat:
Alfred Andersch hat 1971 den Roman Efraim geschrieben, in dem der jüdische Icherzähler auf einer Party hört, wie jemand davon redet, er könne die ganze Nacht »bis zur Vergasung« durchfeiern. Efraim stellt den Mann zur Rede, versetzt ihm einen Kinnhaken und argumentiert dann, »dass man kein kompliziertes politisches, sondern ein einfaches moralisches Bewusstsein braucht, um gewisse Wörter zu vermeiden«. Und das gilt unabhängig von deren ursprünglicher Herkunft
http://www.zeit.de/2009/03/Stimmts


Das ergibt sich für mich aus dem Kontext.

Ich habe dich nicht nach deiner Interpretation gefragt. Das Stichwort heißt Beleg für deine Behauptung

wolle hat folgendes geschrieben:
...
Dass Du als Moderator einen solchen Kinnhaken als probates Mittel in Erwägung ziehst...


Also?


Der Beleg ist meine Interpretation aus dem Kontext. Du hast durch Dein Zitat einen Zusammenhang nahe gelegt und nicht weiter erläutert. Den Interpretations-Spielraum hast Du dem Leser also offen gelassen.

#64: Re: Gewalt Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 27.06.2015, 22:56
    —
wolle hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:


Es geht hier nicht um Aufklärung, sondern um eine Redewendung, die von niemandem, der auch nur ein kleines bisschen Fingerspitzengefühl hat, verwendet wird.
Was du hier konstruierst, ist Bullshit. Aber vielleicht begegnest du ja mal einem Efraim:

Zitat:
Alfred Andersch hat 1971 den Roman Efraim geschrieben, in dem der jüdische Icherzähler auf einer Party hört, wie jemand davon redet, er könne die ganze Nacht »bis zur Vergasung« durchfeiern. Efraim stellt den Mann zur Rede, versetzt ihm einen Kinnhaken und argumentiert dann, »dass man kein kompliziertes politisches, sondern ein einfaches moralisches Bewusstsein braucht, um gewisse Wörter zu vermeiden«. Und das gilt unabhängig von deren ursprünglicher Herkunft
http://www.zeit.de/2009/03/Stimmts


In meinem Kontext ging es aber nicht um das Party Feiern, sondern um Mord, Totschlag und die Frage, welche Maßstäbe angelegt werden, wenn es um die Beurteilung von Jugendschutz geht. Insofern war die Verwendung des Begriffes Vergasung gerechtfertigt, angemessen und im Übrigen auch wohl überlegt.
Es kann nicht sein, dass man bestimmte Wörter im angemessenen Kontext nicht verwenden darf.
In N24, n-tv und ZDF Info laufen den ganzen Tag Dokumentationen über Hitlers Kriegs-Greuel ohne jegliche Alters-Beschränkung. Nur, wenn es um qualifizierte sexuelle Aufklärung geht, muss die Sendung in die Nacht-Stunden verlegt werden. Das ist absurd.

Im Übrigen ist es nicht nur nicht angemessen, auf eine unangemessene Verwendung von einem Wort einen Kinnhaken zu verpassen, sondern illegal, und zwar nicht nur nach derzeitigem deutschen Gesetz, sondern bereits nach dem mosaischen "Auge um Auge, Zahn um Zahn", welches bereits damals zwecks Vermeidung von Eskalation gedient haben mag.

Wohin ein Kinnhaken führen kann, nämlich zum Tod, zeigt einmal mehr der Fall Tugce:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-06/tugce-urteil-prozess-kommentar
Dass Du als Moderator einen solchen Kinnhaken als probates Mittel in Erwägung ziehst, mag doch sehr bedenklich sein.


Geschrieben am 26.06. um 23:48 Uhr -> http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=2008023#2008023
Antwort BB am 27.06. um 0:28 Uhr -> http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=2008026#2008026
Verändert am 27.06. um 0:34 Uhr


Forumsregeln 2.3 hat folgendes geschrieben:
Nachträgliche Veränderungen an eigenen Beiträgen, die den Diskussionsverlauf verfälschen oder unkenntlich machen, sind verboten.


Und nun komme mal langsam zurück zu "Redensarten".

#65: Re: Gewalt Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 27.06.2015, 23:48
    —
wolle hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:


...
Was du hier konstruierst, ist Bullshit. Aber vielleicht begegnest du ja mal einem Efraim:

Zitat:
Alfred Andersch hat 1971 den Roman Efraim geschrieben, in dem der jüdische Icherzähler auf einer Party hört, wie jemand davon redet, er könne die ganze Nacht »bis zur Vergasung« durchfeiern. Efraim stellt den Mann zur Rede, versetzt ihm einen Kinnhaken und argumentiert dann, »dass man kein kompliziertes politisches, sondern ein einfaches moralisches Bewusstsein braucht, um gewisse Wörter zu vermeiden«. Und das gilt unabhängig von deren ursprünglicher Herkunft
http://www.zeit.de/2009/03/Stimmts


Das ergibt sich für mich aus dem Kontext.

Ich habe dich nicht nach deiner Interpretation gefragt. Das Stichwort heißt Beleg für deine Behauptung

wolle hat folgendes geschrieben:
...
Dass Du als Moderator einen solchen Kinnhaken als probates Mittel in Erwägung ziehst...


Also?


Der Beleg ist meine Interpretation aus dem Kontext. Du hast durch Dein Zitat einen Zusammenhang nahe gelegt und nicht weiter erläutert. Den Interpretations-Spielraum hast Du dem Leser also offen gelassen.


Ich fasse mal kurz zusammen:

Du hast eine sehr üble Redewendung gebraucht.
Ich habe in freundlichem Ton darauf hingewiesen, warum man sie nach meiner Ansicht vermeiden sollte.
Du hast gesagt, den Begriff bewusst (wohlüberlegt) und in aufklärerischer (!) Absicht verwendet zu haben und hast das mit Sexualität und Gewalt vermischt.
Ich brachte durch ein Andersch-Zitat, also eine literarische Szene, zum Ausdruck, dass man mit dummen Redensarten auch mal an den Falschen geraten kann.
Du unterstelltest mir daraufhin (potentielle) Gewalttätigkeit, deklariertest deine Interpretation dessen, dass ich diese Textstelle aus dem Andersch-Roman anführte,
als Beleg dafür und schobst mir auch noch die Verantwortung für deine Interpretation zu.

Folgendes Szenario:

Was würdest du sagen, wenn ich dein ursprüngliches Posting so interpretiert hätte, als zögest du Vergasung als probates Mittel in Erwägung? Und das "belegen" würde damit,
dass sich das so für mich aus dem Kontext ergäbe? Weil du einen Zusammenhang nahe gelegt, deine Redewendung nicht weiter erläutert und mir somit Interpretations-Spielraum offen gelassen hättest?

Überlege mal genau, bevor du antwortest. Ich weiß, dass das ein völlig idiotisches Szenario ist. Aber kommt dir sein Konstrukt nicht bekannt vor?

#66:  Autor: wolle BeitragVerfasst am: 28.06.2015, 01:08
    —
@ vrolijke: Während ich meinen Text ergänz habe, hat BB geantwortet. Das kann passieren.

@ schtonk: Jetzt wirfst Du alles durcheinander. Meine ursprüngliche Argumentation war, dass sexuelle Aufklärung mit Jugend-Verbot belegt ist, während Darstellung von Mord und Totschlag bis hin zur Vergasung von Juden im KZ, oder beispielsweise von Bergen verhungerter Leichen im KZ, Völkermord durch Nazis, keinem Jugend-Verbot unterliegt. Fünfjährige Kinder könnten sich das versehentlich ansehen. Ich habe deutlich gemacht, dass dieses Verhältnis absurd ist, da die Darstellung von Mord bis hin zur Vergasung Kindern nicht zugemutet werden sollte.
Der Ausdruck bis zur Vergasung bezog sich natürlich auf die Darstellung der Gewalt, und war nicht als Redewendung gedacht. Kinder würden sich Darstellungen realer Gewalt doch nicht bis zum Nerven-Zusammenbruch ansehen, wenn sie dadurch traumatisiert werden, sondern vorher weglaufen.
Falls ich mich hier durch die Satzstellung bedingt missverständlich ausgedrückt haben sollte, bedauere ich dies.
Darauf hin bringst Du ein Beispiel von Gewalt aufgrund einer Wort Interpretation.
Es war mir schon klar, dass alles missverstanden werden kann.
Das Beispiel konnte aber auch missverstanden werden, da Du diese Anwendung von Gewalt nicht bewertet hast und einfach als Möglichkeit im Raum stehen gelassen hast.
Insofern war nicht klar, ob Du dich von der Anwendung dieser Gewalt distanzierst.
Für mich hat Dein Beispiel bedeutet, dass Du die Verhaltensweise mit dem Kinnhaken unterstützt.

#67:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 28.06.2015, 21:42
    —
wolle hat folgendes geschrieben:
... sexuelle Aufklärung ... Jugend-Verbot ... Darstellung von Mord und Totschlag ... Vergasung von Juden im KZ ... Bergen verhungerter Leichen ... Völkermord ... Jugend-Verbot ... Nerven-Zusammenbruch ... traumatisiert ... weglaufen....


wolle hat folgendes geschrieben:

...
@ schtonk: Jetzt wirfst Du alles durcheinander. ...


Geschockt und Argh und Gröhl...

#68:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 28.06.2015, 22:18
    —
wolle hat folgendes geschrieben:

@ schtonk:
Das Beispiel konnte aber auch missverstanden werden, da Du diese Anwendung von Gewalt nicht bewertet hast und einfach als Möglichkeit im Raum stehen gelassen hast.
Insofern war nicht klar, ob Du dich von der Anwendung dieser Gewalt distanzierst.
Für mich hat Dein Beispiel bedeutet, dass Du die Verhaltensweise mit dem Kinnhaken unterstützt.

Kann ich nicht nachvollziehen. Mit dem Zitat sagt schtonk mMn ziemlich klar, dass ja schließlich auch direkt oder indirekt Betroffene zuhören könnten, allenfalls dass er Verständnis hätte, wenn ein Jude da angepisst reagieren würde. Aber selbst letzteres ist schon recht frei rein interpretiert.

#69: Re: Gewalt Autor: Kival BeitragVerfasst am: 29.06.2015, 00:51
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:

...
Wohin ein Kinnhaken führen kann, nämlich zum Tod, zeigt einmal mehr der Fall Tugce:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-06/tugce-urteil-prozess-kommentar
Dass Du als Moderator einen solchen Kinnhaken als probates Mittel in Erwägung ziehst, mag doch sehr bedenklich sein.

fett von mir

Das musst du mir jetzt eindeutig belegen!


Ich finde die Verknüpfung mit der brutalen Tötung von Tugce Albayrak (sie hat übrigens einen Nachnamen ...) hier eigentlich besonders widerwärtig.

#70: Re: Gewalt Autor: Ratio BeitragVerfasst am: 29.06.2015, 10:40
    —
Kival hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:

...
Wohin ein Kinnhaken führen kann, nämlich zum Tod, zeigt einmal mehr der Fall Tugce:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-06/tugce-urteil-prozess-kommentar
Dass Du als Moderator einen solchen Kinnhaken als probates Mittel in Erwägung ziehst, mag doch sehr bedenklich sein.

fett von mir

Das musst du mir jetzt eindeutig belegen!


Ich finde die Verknüpfung mit der brutalen Tötung von Tugce Albayrak (sie hat übrigens einen Nachnamen ...) hier eigentlich besonders widerwärtig.


Wie er die Verbindung hergestellt hat ist mir auch schleierhaft... allerdings interessiert mich, wieso du von "brutal" sprichst - meiner Kenntnis nach beschränkt sich die physische Auseinandersetzung auf einen einzelnen Schubser/Schlag? Für zartbesaitete sicherlich bereits zuviel des Guten, aber generell?

#71: Re: Gewalt Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 29.06.2015, 10:52
    —
Ratio hat folgendes geschrieben:
Kival hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:

...
Wohin ein Kinnhaken führen kann, nämlich zum Tod, zeigt einmal mehr der Fall Tugce:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-06/tugce-urteil-prozess-kommentar
Dass Du als Moderator einen solchen Kinnhaken als probates Mittel in Erwägung ziehst, mag doch sehr bedenklich sein.

fett von mir

Das musst du mir jetzt eindeutig belegen!


Ich finde die Verknüpfung mit der brutalen Tötung von Tugce Albayrak (sie hat übrigens einen Nachnamen ...) hier eigentlich besonders widerwärtig.


Wie er die Verbindung hergestellt hat ist mir auch schleierhaft... allerdings interessiert mich, wieso du von "brutal" sprichst - meiner Kenntnis nach beschränkt sich die physische Auseinandersetzung auf einen einzelnen Schubser/Schlag? Für zartbesaitete sicherlich bereits zuviel des Guten, aber generell?

SZ (s.u.) hat folgendes geschrieben:
Drei Jahre Gefängnis nach Jugendstrafrecht wegen Körperverletzung mit Todesfolge. So lautete am Dienstag das Urteil in einem Fall, der für sich betrachtet "so ungewöhnlich gar nicht ist", wie der Richter Jens Aßling sagte. Ein Streit zwischen jungen Leuten nach einer durchfeierten Nacht, unter Alkoholeinfluss. Derbe Flüche und Verwünschungen. Ein Schlag im Zorn, an den Kopf, ein unglücklicher Sturz, der zu tödlichen Kopfverletzungen führt.

Kival sitzt wahrscheinlich noch auf dem Zug. "Am Anfang stand eine Kampagne", sagte Aßling. "Ein 18-jähriger Täter, der sich nicht wehren kann", sei "einer großen Zeitung" ausgeliefert gewesen. Ungepixelt im Bild gezeigt, als "Killer" und "Komaschläger" gebrandmarkt. Nicht nur andere Zeitungen, sondern sogar Politiker seien auf den Zug aufgesprungen.



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