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Können Tiere denken?
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 38403
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2154021) Verfasst am: 10.10.2018, 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Könnte es womöglich sein, dass "denken" einfach kein scharfer Begriff ist?


Es ist vor allem ein anthropozentrischer Begriff.
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fwo
leider wieder manchmal da



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 21838
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2154024) Verfasst am: 10.10.2018, 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Könnte es womöglich sein, dass "denken" einfach kein scharfer Begriff ist?

Wenn man ihn so unscharf formuliert, wie zelig es gemacht hat, mit Sicherheit.

Deshalb bezieht sich das Denken, von dem ich hier geschrieben hat, immer auf das bewusste, abstrakte Denken mit dem Vehikel Sprache. Nur mit diesem Vehikel ist es auch in der Lage, das gesammelte Wissen vieler Generationen zu akkumulieren, um damit genetisches Handlungswissen zu verdrängen. Nur deshalb stellt es überhaupt diesen evolutionären Sprung dar.

Insofern ist mir zeligs absichtliche oder unabsichtliche Verwässerung des Denkbegriffs auch ziemlich egal. Da kann man dann auch ruhig sagen, dass Kälber, Forellen und auch Spinnen, alles Lebewesen, die wahrnehmen und auch gewisse Formen der Konditionierung zeigen, also in dieser Form auf alte Wahrnehmungen "zurückgreifen" also "sich erinnern", denken. Man sollte sich aber bewusst bleiben, dass es etwas anderes ist als das bewusste menschliche Denken, auch wenn das der reine Speziezismus ist, die Forellen diskriminiert und sich deshalb nicht gehört.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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narr
workingglass



Anmeldungsdatum: 02.01.2009
Beiträge: 647

Beitrag(#2154035) Verfasst am: 10.10.2018, 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
...Verwässerung des Denkbegriffs ...Kälber, Forellen ..., denken. ... bewusste menschliche Denken, ...


menschliches Denken ist sicher nur bei Menschen zu erwarten. Finde ich nicht so erstaunlich. Wie sollte eine andere Spezies menschlich Denken (wobei ich bei Hunden manchmal zweifle) Aber es gibt doch noch etliche Tiere die logisch denken? Sogar welche ohne Neo-cortex. Oktopusse denken sicher nicht "menschlich" - leben ja in gänzlich anderem Milieu, aber die von "Verwässerung des Denkbegriffs" kann man imo nicht sprechen, wenn man auch bei Tieren ohne Lautsprache und Schrift von "Denken" ausgeht.
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Critic
oberflächlich



Anmeldungsdatum: 22.07.2003
Beiträge: 14474
Wohnort: Arena of Air

Beitrag(#2154053) Verfasst am: 11.10.2018, 01:12    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Könnte es womöglich sein, dass "denken" einfach kein scharfer Begriff ist?

Wenn man ihn so unscharf formuliert, wie zelig es gemacht hat, mit Sicherheit.

Deshalb bezieht sich das Denken, von dem ich hier geschrieben hat, immer auf das bewusste, abstrakte Denken mit dem Vehikel Sprache. Nur mit diesem Vehikel ist es auch in der Lage, das gesammelte Wissen vieler Generationen zu akkumulieren, um damit genetisches Handlungswissen zu verdrängen. Nur deshalb stellt es überhaupt diesen evolutionären Sprung dar.

Insofern ist mir zeligs absichtliche oder unabsichtliche Verwässerung des Denkbegriffs auch ziemlich egal. Da kann man dann auch ruhig sagen, dass Kälber, Forellen und auch Spinnen, alles Lebewesen, die wahrnehmen und auch gewisse Formen der Konditionierung zeigen, also in dieser Form auf alte Wahrnehmungen "zurückgreifen" also "sich erinnern", denken. Man sollte sich aber bewusst bleiben, dass es etwas anderes ist als das bewusste menschliche Denken, auch wenn das der reine Speziezismus ist, die Forellen diskriminiert und sich deshalb nicht gehört.


Vor einiger Zeit hatten wir ja auch schon die Frage, ob Tiere Schmerzen empfinden können. Es mag sein, daß es mit dem Bewußtsein bei der Forelle oder beim Hausschwein noch eine Ecke komplizierter ist: Man müßte ja erst einmal bestimmen, was "Bewußtsein" überhaupt ist. Und dann müßte noch jemand zeigen, wie ein Versuch aussehen sollte, der definitiv zeigt, ob ein Lebewesen bewußt handelt.

(Mir erinnerlich ist etwa ein Versuch, bei dem Versuchspersonen einfach entscheiden sollten, ob sie den linken oder den rechten Knopf drücken. Und es habe schon Aktivitätsmuster im Gehirn gegeben, bevor die Versuchspersonen überhaupt entschieden haben. War das Knopfdrücken also eine bewußte Handlung?)
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Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 21838
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2154079) Verfasst am: 11.10.2018, 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

narr hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
...Verwässerung des Denkbegriffs ...Kälber, Forellen ..., denken. ... bewusste menschliche Denken, ...


menschliches Denken ist sicher nur bei Menschen zu erwarten. Finde ich nicht so erstaunlich. Wie sollte eine andere Spezies menschlich Denken (wobei ich bei Hunden manchmal zweifle) Aber es gibt doch noch etliche Tiere die logisch denken? Sogar welche ohne Neo-cortex. Oktopusse denken sicher nicht "menschlich" - leben ja in gänzlich anderem Milieu, aber die von "Verwässerung des Denkbegriffs" kann man imo nicht sprechen, wenn man auch bei Tieren ohne Lautsprache und Schrift von "Denken" ausgeht.

Denken Tiere logisch? Es gibt einzelne Versuche bei Schimpansen und Papageien, die - aber nur bei diesen Tieren - in diese Richtung zeigen, sicher bin ich mir da nicht.

Um mal auf die anthropozentrischen Fallstricke hinzuweisen, über die wir regelmäßig stolpern. Du wirst in jedem Lehrbuch finden, dass Tiere bei Gefahr Warnrufe ausstoßen. Wenn Du Dir die Situation genau ansiehst, stellst Du fest, dass man da einfach nie versucht hat, Ockhams Rasiermesser anzuwenden, denn es gibt eine viel einfachere Interpretation.

Zur Illustration die Erfahrung eines Urlaubers, dass Fische sehr schnell lernen, dass mit Harpunenjägern (ich meine die Geräte mit Abschuss, keine einfache Lanze) nicht gut Kirschen essen ist. Der war in ein Gebiet gekommen, in dem noch nie, oder sehr lange nicht mehr mit Harpunen gejagt worden war und hatte am ersten Tag x Abschüsse. Ein paar Tage später reichte ein Schuss und dann war kein Fisch mehr zu sehen.

Aus der Sicht des Zoologen sieht das etwas anders aus: Das "Warnsystem" bei Fischen ist schon sehr lange bekannt: Verletzte Fische verlieren Stoffe, die von anderen Fischen als "Schreckstoff" "interpretiert" werden. Es ist eine angeborene Reaktion, bei der Wahrnehmung dieser Stoffe zu flüchten - es leuchtet auch sofort ein, dass eine derartige Reaktion bei nicht wehrhaften Tieren positiv selektioniert wird - da ist kein Verstehen oder Denken oder irgendeine derartige Tätigkeit nötig. Wenn ich ein bestimmtes Geräusch mache und jedesmal kommt anschließend sofort eine Schreckstoffwolke, verursache ich den Effekt, der bedingte Konditionierung genannt wird: Das Schussgeräusch wird assoziativ mit dem Schreckstoff verknüpft. Es handelt sich also nicht um eine logische Folgerung - wir brauchen auch kein Bewusstsein dafür. Ich kann das zwar als Lernen beschreiben, aber es ist etwas anderes, als wir es normalerweise unter Lernen verstehen.

Gleichzeitig sind wir mit dem Schreckstoff auch bei einer Erklärung des "Warnrufes", die von geringeren Voraussetzungen ausgeht: Es ist evolutionär von Vorteil, eine Angst- oder Erregungsäußerung eines Artgenossen mit der selben Erregung zu beantworten. Nach Ockham ist es deshalb wahrscheinlicher, dass hier also gar keine Warnabsicht vorliegt, sondern der Warnruf einfach wie Balzlaute, Schmerzäußerungen usw. eine Äußerung der eigenen Erregung oder der Gestimmtheit ist, für die sich evolutionär sinnvolle Reaktionen auf der Empfängerseite etabliert haben. Und wenn z.B. das Murmeltier verschiedene "Warnrufe" kennt, bedeutet das nichts anderes, als dass hier verschiedene Erregungen signalisiert werden, die auf der Empfängerseite unterschiedliche Erregungen auslösen.

Wenn Du übrigens nach "Logisches Denken bei Tieren" googelst, findest Du Berichte von einigen unvorsichtig interpretierten Experimenten, aber auch die distanzierten Zusammenfassungen zweier Philosophen, die komischerweise eine Auffassung vertreten, die meiner sehr ähnelt.
Können Tiere denken? Haben sie einen Geist? Und was unterscheidet sie vom Menschen?
Der Hund fühlt, aber denkt nicht

@ Critic
Was ich gerade beschrieben habe, ist auch eine Antwort auf Deine Frage. Lautäußerungen zu einer Verletzungen lassen sich evolutionstheoretisch genauso erklären wie das Aussenden von Schreckstoffen oder die Enstehung von Warnrufen und sind nicht notwendigerweise mit dem Gefühl verbunden, wie wir es als Schmerz kennen, auch wenn sie von uns natürlich so interpretiert werden. Das heißt nicht, dass ich davon ausgehe, dass Tiere kein Schmerzgefühl kennen. Ich gehe aber davon aus, dass es erst relativ spät einsetzt. Und ich gehe nicht davon aus, dass ein unbewusster Schmerz vergleichbar mit einem bewussten ist, oder dass jeder bewusste Schmerz wirklich vergleichbar mit dem eines Tieres ist, für das Zukunft vorstellbar ist. Da bin ich in der Diskussion, auf die Du Dich beziehst aber näher drauf eingegangen.
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Grey
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Beitrag(#2154085) Verfasst am: 11.10.2018, 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

narr hat folgendes geschrieben:
Wie sollte eine andere Spezies menschlich Denken (wobei ich bei Hunden manchmal zweifle)


https://www.infranken.de/ueberregional/nicht-schlauer-als-andere-tiere-intelligenz-von-hunden-wird-ueberschaetzt;art55462,3735811

Zitat:
Nicht schlauer als andere Tiere: Intelligenz von Hunden wird überschätzt

Der "beste Freund des Menschen" ist im Vergleich zu anderen Tieren nicht herausragend schlau. Eine neue Studie zeigt: Die Intelligenz von Hunden wird überschätzt.

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vrolijke
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Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2154088) Verfasst am: 11.10.2018, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:

Um mal auf die anthropozentrischen Fallstricke hinzuweisen, über die wir regelmäßig stolpern. Du wirst in jedem Lehrbuch finden, dass Tiere bei Gefahr Warnrufe ausstoßen. Wenn Du Dir die Situation genau ansiehst, stellst Du fest, dass man da einfach nie versucht hat, Ockhams Rasiermesser anzuwenden, denn es gibt eine viel einfachere Interpretation.



Gerade bei den Warnrufe gibt es Tiere die Warnrufe ausstoßen, obwohl keine Gefahr vorhanden ist.
In der Voraussicht, dass alle andere in den Bäumen verschwinden, und der Rufer das Leckerlie für sich allein hat.
Quasi eine "Lüge". Um zu lügen, muß man schon ein bisschen kombinieren.
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vrolijke
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Beitrag(#2154090) Verfasst am: 11.10.2018, 14:46    Titel: Antworten mit Zitat

Grey hat folgendes geschrieben:
narr hat folgendes geschrieben:
Wie sollte eine andere Spezies menschlich Denken (wobei ich bei Hunden manchmal zweifle)


https://www.infranken.de/ueberregional/nicht-schlauer-als-andere-tiere-intelligenz-von-hunden-wird-ueberschaetzt;art55462,3735811

Zitat:
Nicht schlauer als andere Tiere: Intelligenz von Hunden wird überschätzt

Der "beste Freund des Menschen" ist im Vergleich zu anderen Tieren nicht herausragend schlau. Eine neue Studie zeigt: Die Intelligenz von Hunden wird überschätzt.

Katzen sind viel schlauer.

Kleine Scherz am Rande:
Falls es den einen oder andere nicht als solches erkennt.



Man sieht ganz deutlich, dass unser Raudi genau überlegt, was Spiegelbilder sind, und wie sie zustande kommen.
Eine Lösung hat er allerdings noch nicht gefunden. zwinkern
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fwo
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Beitrag(#2154100) Verfasst am: 11.10.2018, 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Um mal auf die anthropozentrischen Fallstricke hinzuweisen, über die wir regelmäßig stolpern. Du wirst in jedem Lehrbuch finden, dass Tiere bei Gefahr Warnrufe ausstoßen. Wenn Du Dir die Situation genau ansiehst, stellst Du fest, dass man da einfach nie versucht hat, Ockhams Rasiermesser anzuwenden, denn es gibt eine viel einfachere Interpretation.



Gerade bei den Warnrufe gibt es Tiere die Warnrufe ausstoßen, obwohl keine Gefahr vorhanden ist.
In der Voraussicht, dass alle andere in den Bäumen verschwinden, und der Rufer das Leckerlie für sich allein hat.
Quasi eine "Lüge". Um zu lügen, muß man schon ein bisschen kombinieren.

Dabei gehst Du davon aus, dass das Tier zwischen wahr und unwahr unterscheiden kann - schon eine ziemlich abstrakte Angelegenheit, die z.B. von den beiden Philosophen, die ich verlinkt habe, bestritten wird. Auch hier kann Ockhams Razor helfen.

Das einfachere Erklärungsmodell sagt, dass die diese Unterscheidung nicht kennen, aber ein paar mal erfahren haben, dass sie nach einem echten Warnruf alleine mit der Nahrung waren. Dann haben wir eine ganz schlichte bedingte Konditionierung, um diese Situation zu erklären.

Genau solche Dinge meinte ich, als ich geschrieben habe, dass man beim Googeln auch Beobachtungen mit unvorsichtigen Interpretationen finden kann - sogar in Fachbüchern, wie ich oben gezeigt habe, in denen als Warnruf bezeichnet wird, was viel wahrscheinlicher ein Schreckruf ist: Eine Warnung wäre ein beabsichtigtes Signal über eine externe Gefahrenlage - bei dem, was wir sonst von diesen Tieren und ihrem Verhalten wissen, sehr wahrscheinlich eine Überschätzung ihrer Möglichkeiten.
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worse
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Beitrag(#2154103) Verfasst am: 11.10.2018, 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:


(Mir erinnerlich ist etwa ein Versuch, bei dem Versuchspersonen einfach entscheiden sollten, ob sie den linken oder den rechten Knopf drücken. Und es habe schon Aktivitätsmuster im Gehirn gegeben, bevor die Versuchspersonen überhaupt entschieden haben. War das Knopfdrücken also eine bewußte Handlung?)

Das ist mE der springende Punkt. Menschen treffen - glaub ich weit über 90% ihrer Entscheidungen ebenfalls unbewusst und rationalisieren sie hinterher einfach. Mir ist etwas mit 7 Sekunden erinnerlich bevor eine getroffene Entscheidung ins Bewusstsein dringt.

Und es gibt sehr wohl Tiere, die sich im Spiegel erkennen können, kleine Kinder können das nicht.
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"Die Philosophen haben den Nihilismus immer nur überwunden, es kömmt darauf an, ihn zu vollenden."

- Ludger Lütkehaus


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fwo
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Beitrag(#2154105) Verfasst am: 11.10.2018, 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

worse hat folgendes geschrieben:
....
Das ist mE der springende Punkt. Menschen treffen - glaub ich weit über 90% ihrer Entscheidungen ebenfalls unbewusst und rationalisieren sie hinterher einfach. Mir ist etwas mit 7 Sekunden erinnerlich bevor eine getroffene Entscheidung ins Bewusstsein dringt.
...

Dieser Formulierungsunsinn stammt wahrscheinlich nicht von Dir, aber ich möchte doch auf ihn hinweisen: Wenn sie die Entscheidungen unbewusst träfen, wüssten sie sie nachher nicht.

Gemeint ist, dass sie ihre Entscheidung "aus dem Gefühl" fällen und hinterher rationalisieren. Dieses Gefühl hat aber nur wenig mit Instinkt zu tun, ist also anders als viele Entscheidungen anderer Tiere. Dieses Gefühl ist normalerweise eine Funktion früherer Erfahrungen, die nicht mehr einzeln zur Verfügung stehen, sondern nur noch summarisch.
Sach ich mal so, als forenamtlicher Küchenpsychologe.
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worse
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Beitrag(#2154110) Verfasst am: 11.10.2018, 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
worse hat folgendes geschrieben:
....
Das ist mE der springende Punkt. Menschen treffen - glaub ich weit über 90% ihrer Entscheidungen ebenfalls unbewusst und rationalisieren sie hinterher einfach. Mir ist etwas mit 7 Sekunden erinnerlich bevor eine getroffene Entscheidung ins Bewusstsein dringt.
...

Dieser Formulierungsunsinn stammt wahrscheinlich nicht von Dir, aber ich möchte doch auf ihn hinweisen: Wenn sie die Entscheidungen unbewusst träfen, wüssten sie sie nachher nicht.

Gemeint ist, dass sie ihre Entscheidung "aus dem Gefühl" fällen und hinterher rationalisieren. Dieses Gefühl hat aber nur wenig mit Instinkt zu tun, ist also anders als viele Entscheidungen anderer Tiere. Dieses Gefühl ist normalerweise eine Funktion früherer Erfahrungen, die nicht mehr einzeln zur Verfügung stehen, sondern nur noch summarisch.
Sach ich mal so, als forenamtlicher Küchenpsychologe.

Nein, gemeint ist, dass die Entscheidung vom zuständigen Hirnareal bereits getroffen ist und erst sieben Sekunden später ins Bewusstsein tritt. Das ist durchaus eine 'unbewusste' Entscheidung.

Wenn dus genau wissen willst, lies Metzinger oder wo das steht, ich habe keine Lust mit dir darüber zu diskutieren, weil du sowieso daran glauben willst dass Tiere nicht zu denken imstande sind.
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Beitrag(#2154113) Verfasst am: 11.10.2018, 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

worse hat folgendes geschrieben:
....
Wenn dus genau wissen willst, lies Metzinger oder wo das steht, ich habe keine Lust mit dir darüber zu diskutieren, weil du sowieso daran glauben willst dass Tiere nicht zu denken imstande sind.

Sehr glücklich Aber Du musst zugeben, dass ich es sehr gut zu rationalisieren weiß.

Hast Du einen Linkt zu den Aussagen von Metzinger, auf die Du Dich beziehst?
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worse
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Beitrag(#2154114) Verfasst am: 11.10.2018, 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
worse hat folgendes geschrieben:
....
Wenn dus genau wissen willst, lies Metzinger oder wo das steht, ich habe keine Lust mit dir darüber zu diskutieren, weil du sowieso daran glauben willst dass Tiere nicht zu denken imstande sind.

Sehr glücklich Aber Du musst zugeben, dass ich es sehr gut zu rationalisieren weiß.

Sehr lustig. Da geht nur noch Baumwollepflücken drüber Coole Sache, das...


fwo hat folgendes geschrieben:

Hast Du einen Linkt zu den Aussagen von Metzinger, auf die Du Dich beziehst?

Möglicherweise wars im egotunnel oder in irgendeinem interview. google
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Beitrag(#2154115) Verfasst am: 11.10.2018, 18:20    Titel: Antworten mit Zitat

vielleicht wars auch gar nicht metzinger? Am Kopf kratzen
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Beitrag(#2154153) Verfasst am: 11.10.2018, 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
In Haynes’ Studie förderte die Mustererkennung zunächst zwei Hirnbereiche zutage, in denen die Entscheidung vorbereitet wurde (das Brodmann-Areal 10 im frontopolaren Kortex und eine Region im parietalen Kortex). Aus den Aktivitätsmustern dieser Areale ließ sich mit einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit ableiten, welchen der beiden Knöpfe eine Versuchsperson später drücken wird – und zwar bereits sieben Sekunden bevor die Versuchsperson eine bewusste Entscheidung traf!

Hinkt das Bewusstsein also um sieben Sekunden hinterher? Nein, um noch viel mehr. »Der Kernspintomograf zeigt die Hirnaktivitäten mit einer Verzögerung von drei bis vier Sekunden«, erklärt Haynes, »tatsächlich also sind diese Areale bereits etwa zehn Sekunden aktiv, bevor die Entscheidung als bewusst erlebt wird.«

...

So leicht lässt sich an Haynes’ Ergebnis nicht rütteln. Der Befund von Libet ist damit nicht nur bestätigt, sondern sogar noch mächtig verschärft: Das Gehirn wird nicht erst 0,3, sondern volle 10 Sekunden vor einer als bewusst erlebten Entscheidung aktiv.

...

»Was uns bewusst wird, ist nur dessen Spitze. Neunzig Prozent liegen unter Wasser – das sind die unbewussten Prozesse in unserem Gehirn. Aber die Spitze gehört ja zum Eisberg dazu, beide bilden eine Einheit.«


https://www.zeit.de/2008/17/Freier-Wille/seite-2
_________________
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Beitrag(#2154155) Verfasst am: 11.10.2018, 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

worse hat folgendes geschrieben:
Zitat:
In Haynes’ Studie förderte die Mustererkennung zunächst zwei Hirnbereiche zutage, in denen die Entscheidung vorbereitet wurde (das Brodmann-Areal 10 im frontopolaren Kortex und eine Region im parietalen Kortex). Aus den Aktivitätsmustern dieser Areale ließ sich mit einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit ableiten, welchen der beiden Knöpfe eine Versuchsperson später drücken wird – und zwar bereits sieben Sekunden bevor die Versuchsperson eine bewusste Entscheidung traf!

Hinkt das Bewusstsein also um sieben Sekunden hinterher? Nein, um noch viel mehr. »Der Kernspintomograf zeigt die Hirnaktivitäten mit einer Verzögerung von drei bis vier Sekunden«, erklärt Haynes, »tatsächlich also sind diese Areale bereits etwa zehn Sekunden aktiv, bevor die Entscheidung als bewusst erlebt wird.«

...

So leicht lässt sich an Haynes’ Ergebnis nicht rütteln. Der Befund von Libet ist damit nicht nur bestätigt, sondern sogar noch mächtig verschärft: Das Gehirn wird nicht erst 0,3, sondern volle 10 Sekunden vor einer als bewusst erlebten Entscheidung aktiv.

...

»Was uns bewusst wird, ist nur dessen Spitze. Neunzig Prozent liegen unter Wasser – das sind die unbewussten Prozesse in unserem Gehirn. Aber die Spitze gehört ja zum Eisberg dazu, beide bilden eine Einheit.«


https://www.zeit.de/2008/17/Freier-Wille/seite-2


In der Tat findet der überwiegende Teil des Denkens - beim Menschen wie bei höherentwickelteren Tieren - unbewusst statt.

Die Forschungsergebnisse von Haynes beziehen sich auf das von Freud so genannte Vorbewusste, d.h. auf Antriebe, Gefühle oder Gedanken, die ins Bewusstsein vordringen, aber schon zuvor als nicht bewusste Vorgänge vorhanden waren.

Im Unterschied bzw. Gegensatz dazu spricht Freud vom Unbewussten. Dies sind Inhalte, die unbewusst bleiben, etwa, weil sie der Verdrängung unterliegen.
_________________
°
"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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