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Putsch in Bolivien
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sehr gut
im Hamsterrad



Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 12937

Beitrag(#2229042) Verfasst am: 23.10.2020, 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wäre mir neu, dass Morales jetzt gewählt wurde.

Nein, aber durch den Begriff "Putsch" in MSM würde sein Exil in Mexiko eher als ungerechtfertigt rüberkommen, als Aufwertung.
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 40311
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2229044) Verfasst am: 23.10.2020, 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Schon interessant welche "finstere" Erklärung aus meinen Beiträgen gestrickt wird. Jo mei...

Naja, du hast diesen merkwürdig verwickelten Gedankengang geäußert, der voraussetzt, dass Journalist:innen nicht einfach so unterschiedlich bzw. anders als vor einem Jahr berichten können (überspitzt ausgedrückt: irgendwelche unbekannten Mächte lenken die Redaktionen), sondern da irgendetwas Unbekanntes im Hintergrund passiert sein müsse (wieder überspitzt ausgedrückt: irgendwelche unbekannten Mächte haben eine Veränderung bei Morales bewirkt, und die ist der Grund für die veränderte Berichterstattung). Wobei du für beides keine Fakten brachtest, wohlgemerkt.

Ein Journalist, der seine Familie durch seinen Job ernähren will, dürfte es sich überlegen ob er PC schreibt oder in Konfrontation dazu geht - was ihn seinen Job kosten könnte.
Da brauchst du keine "unbekannten Mächte im Hintergrund", das ist die Schere im eigenen Kopf. Ein falsches Wort, ein falscher Spin, und du könntest dir einen neuen Job suchen(gerade bei 'freien' Mitarbeitern in dieser Branche), da ist es nun mal sicherer im breiten Strom mitzuschwimmen. Wenn ein Land/Politiker/.. als böse vorgegeben ist nutzt man eben eher abwertende anklagende Begriffe, wenn als gut oder Vasall vorgegeben dann eher aufwertende oder nicht anklagende Begriffe. Thats it.


Ein Journalist denkt in erste Linie daran, dass er gelesen werden möchte.
Was Du schreibst, mag in totalitäre Staaten zutreffen - ich werde jetzt keine Namen nennen - , In Westeuropa eher nicht. Wenn welche schreiben, wie du meinst, riecht man den Schwindel schon kilometerweit.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
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Wohnort: Bonn

Beitrag(#2229094) Verfasst am: 23.10.2020, 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wenn welche schreiben, wie du meinst, riecht man den Schwindel schon kilometerweit.

Du meinst so wie den von Claas Relotius?
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 40311
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2229098) Verfasst am: 23.10.2020, 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wenn welche schreiben, wie du meinst, riecht man den Schwindel schon kilometerweit.

Du meinst so wie den von Claas Relotius?


Der hat so geschrieben, wie die Leuten es gerne lesen wollen.
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sehr gut
im Hamsterrad



Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 12937

Beitrag(#2229113) Verfasst am: 23.10.2020, 22:59    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Schon interessant welche "finstere" Erklärung aus meinen Beiträgen gestrickt wird. Jo mei...

Naja, du hast diesen merkwürdig verwickelten Gedankengang geäußert, der voraussetzt, dass Journalist:innen nicht einfach so unterschiedlich bzw. anders als vor einem Jahr berichten können (überspitzt ausgedrückt: irgendwelche unbekannten Mächte lenken die Redaktionen), sondern da irgendetwas Unbekanntes im Hintergrund passiert sein müsse (wieder überspitzt ausgedrückt: irgendwelche unbekannten Mächte haben eine Veränderung bei Morales bewirkt, und die ist der Grund für die veränderte Berichterstattung). Wobei du für beides keine Fakten brachtest, wohlgemerkt.

Ein Journalist, der seine Familie durch seinen Job ernähren will, dürfte es sich überlegen ob er PC schreibt oder in Konfrontation dazu geht - was ihn seinen Job kosten könnte.
Da brauchst du keine "unbekannten Mächte im Hintergrund", das ist die Schere im eigenen Kopf. Ein falsches Wort, ein falscher Spin, und du könntest dir einen neuen Job suchen(gerade bei 'freien' Mitarbeitern in dieser Branche), da ist es nun mal sicherer im breiten Strom mitzuschwimmen. Wenn ein Land/Politiker/.. als böse vorgegeben ist nutzt man eben eher abwertende anklagende Begriffe, wenn als gut oder Vasall vorgegeben dann eher aufwertende oder nicht anklagende Begriffe. Thats it.


Ein Journalist denkt in erste Linie daran, dass er gelesen werden möchte.
Was Du schreibst, mag in totalitäre Staaten zutreffen - ich werde jetzt keine Namen nennen - , In Westeuropa eher nicht. Wenn welche schreiben, wie du meinst, riecht man den Schwindel schon kilometerweit.

Also müsste man nach deiner Meinung in "totalitären" Staaten damit rechnen das Journalisten nach den gesetzten Vorgaben oder innerhalb bestimmter Grenzen schreiben, in anderen Staaten muß man damit rechnen das Journalisten Dinge schreiben die gefallen(was wie bei Relotius auch von der Realität entfernt sein könnte)?
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



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Beiträge: 18204

Beitrag(#2229171) Verfasst am: 24.10.2020, 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
Also müsste man nach deiner Meinung in "totalitären" Staaten damit rechnen das Journalisten nach den gesetzten Vorgaben oder innerhalb bestimmter Grenzen schreiben, in anderen Staaten muß man damit rechnen das Journalisten Dinge schreiben die gefallen(was wie bei Relotius auch von der Realität entfernt sein könnte)?

Man muss in totalitären taaten nicht damit rechnen, sondern davon ausgehen. U.a. deswegen nennt man sie totalitär.
In anderen Staaten hingegen, ja, muss man damit rechnen, dass es passieren kann, dass Journalisten schreiben, was gefällt. "Gefallen" können aber bei unterschiedlichen Teilen des Publikums aber unterschiedliche Dinge; Journalisten können auch unterschiedlich beurteilen, was gefällt; und bei einem erheblichen Teil des Publikums ist journalistische Korrektheit auch wichtiger Teil dessen, was gefällt.

Das ist der Unterschied zwischen Journalismus in totalitären und anderen Staaten, den durch den billigen Trick gleicher Wortwahl ("man muss damit rechnen") zu verwischen suchst.
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Skeptiker
"I can't breathe!"



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
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Beitrag(#2229182) Verfasst am: 24.10.2020, 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Also müsste man nach deiner Meinung in "totalitären" Staaten damit rechnen das Journalisten nach den gesetzten Vorgaben oder innerhalb bestimmter Grenzen schreiben, in anderen Staaten muß man damit rechnen das Journalisten Dinge schreiben die gefallen(was wie bei Relotius auch von der Realität entfernt sein könnte)?

Man muss in totalitären taaten nicht damit rechnen, sondern davon ausgehen. U.a. deswegen nennt man sie totalitär.
In anderen Staaten hingegen, ja, muss man damit rechnen, dass es passieren kann, dass Journalisten schreiben, was gefällt. "Gefallen" können aber bei unterschiedlichen Teilen des Publikums aber unterschiedliche Dinge; Journalisten können auch unterschiedlich beurteilen, was gefällt; und bei einem erheblichen Teil des Publikums ist journalistische Korrektheit auch wichtiger Teil dessen, was gefällt.

Das ist der Unterschied zwischen Journalismus in totalitären und anderen Staaten, den durch den billigen Trick gleicher Wortwahl ("man muss damit rechnen") zu verwischen suchst.


Was wohl mit einem Assange in *totalitären* Staaten passieren würde?
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°
"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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vrolijke
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Beitrag(#2229183) Verfasst am: 24.10.2020, 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Also müsste man nach deiner Meinung in "totalitären" Staaten damit rechnen das Journalisten nach den gesetzten Vorgaben oder innerhalb bestimmter Grenzen schreiben, in anderen Staaten muß man damit rechnen das Journalisten Dinge schreiben die gefallen(was wie bei Relotius auch von der Realität entfernt sein könnte)?

Man muss in totalitären taaten nicht damit rechnen, sondern davon ausgehen. U.a. deswegen nennt man sie totalitär.
In anderen Staaten hingegen, ja, muss man damit rechnen, dass es passieren kann, dass Journalisten schreiben, was gefällt. "Gefallen" können aber bei unterschiedlichen Teilen des Publikums aber unterschiedliche Dinge; Journalisten können auch unterschiedlich beurteilen, was gefällt; und bei einem erheblichen Teil des Publikums ist journalistische Korrektheit auch wichtiger Teil dessen, was gefällt.

Das ist der Unterschied zwischen Journalismus in totalitären und anderen Staaten, den durch den billigen Trick gleicher Wortwahl ("man muss damit rechnen") zu verwischen suchst.


Was wohl mit einem Assange in *totalitären* Staaten passieren würde?


Der würde kein Tageslicht mehr zu sehen bekommen.
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Beitrag(#2229185) Verfasst am: 24.10.2020, 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Also müsste man nach deiner Meinung in "totalitären" Staaten damit rechnen das Journalisten nach den gesetzten Vorgaben oder innerhalb bestimmter Grenzen schreiben, in anderen Staaten muß man damit rechnen das Journalisten Dinge schreiben die gefallen(was wie bei Relotius auch von der Realität entfernt sein könnte)?

Man muss in totalitären taaten nicht damit rechnen, sondern davon ausgehen. U.a. deswegen nennt man sie totalitär.
In anderen Staaten hingegen, ja, muss man damit rechnen, dass es passieren kann, dass Journalisten schreiben, was gefällt. "Gefallen" können aber bei unterschiedlichen Teilen des Publikums aber unterschiedliche Dinge; Journalisten können auch unterschiedlich beurteilen, was gefällt; und bei einem erheblichen Teil des Publikums ist journalistische Korrektheit auch wichtiger Teil dessen, was gefällt.

Das ist der Unterschied zwischen Journalismus in totalitären und anderen Staaten, den durch den billigen Trick gleicher Wortwahl ("man muss damit rechnen") zu verwischen suchst.


Was wohl mit einem Assange in *totalitären* Staaten passieren würde?

Was würde mit Journalisten passieren, die positiv über ihn schreiben? Was würde in totalitären Staaten mit einem "Skeptiker" und einem "sehr gut" passieren, die sich positiv über jemanden äußern, den die Regierung für einen Staatsfeind hält? Vielleicht kommt ihr auf den Unterschied.
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Skeptiker
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Beitrag(#2229186) Verfasst am: 24.10.2020, 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Der SPIEGEL-Autor Jens Glüsing hat Ende 2019 den Begriff "Putsch" genau so abgelehnt wie die Autoren anderer großer Zeitungen:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Jetzt spricht der selbe Jens Glüsing wie selbstverständlich von einem Putsch in Bolivien:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Ich weiß nicht, wer dieser Jens Glüsing ist. Er ist sicherlich nicht der einzige Wendehals und Opportunist im deutschen Pressewesen, der sich sich sensibel an die jeweils vermutete politische Wetterlage anzupassen bereit ist.

Opportunismus zu politischen Wünschen, besseres Wissen um den Ablauf der Wahl, besseres Wissen um das Handeln der Gegner Morales', eine aus anderen Gründen veränderte Meinung ... es sind viele Gründe denkbar, warum jemand jetzt eine anders wertende Wortwahl benutzt als noch vor einem Jahr. Keine davon verlangt die Annahme unbekannter Faktoren hinter den Kulissen wie sehr guts Spekulationen.


"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein." - Karl Marx

So ein SPIEGEL oder sonstige bürgerliche Blätter sind von Großkunden abhängig, die wiederum politische Interessen haben. Da können Journalisten nicht einfach schreiben, was sie denken oder wissen. Deshalb hat Jens Glüsing ja auch seine Anpassungsleistung vollbracht.

Er ist kein Einzelfall.

Angesichts erhoffter Geschäfte um Rohstoffe mit Bolivien nach dem Regierungswechsel, ist es nötig, auf Schönwetter mit der neuen Regierung zu machen. Anders in Venezuela. Da hofiert die Bundesregierung im Interesse der Konzerne Guaido.

Couragierter Journalismus kann nur entstehen auf der Basis finanzieller Unabhängigkeit.
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beachbernie
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Beitrag(#2229191) Verfasst am: 24.10.2020, 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Der SPIEGEL-Autor Jens Glüsing hat Ende 2019 den Begriff "Putsch" genau so abgelehnt wie die Autoren anderer großer Zeitungen:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Jetzt spricht der selbe Jens Glüsing wie selbstverständlich von einem Putsch in Bolivien:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Ich weiß nicht, wer dieser Jens Glüsing ist. Er ist sicherlich nicht der einzige Wendehals und Opportunist im deutschen Pressewesen, der sich sich sensibel an die jeweils vermutete politische Wetterlage anzupassen bereit ist.

Opportunismus zu politischen Wünschen, besseres Wissen um den Ablauf der Wahl, besseres Wissen um das Handeln der Gegner Morales', eine aus anderen Gründen veränderte Meinung ... es sind viele Gründe denkbar, warum jemand jetzt eine anders wertende Wortwahl benutzt als noch vor einem Jahr. Keine davon verlangt die Annahme unbekannter Faktoren hinter den Kulissen wie sehr guts Spekulationen.


"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein." - Karl Marx

So ein SPIEGEL oder sonstige bürgerliche Blätter sind von Großkunden abhängig, die wiederum politische Interessen haben. Da können Journalisten nicht einfach schreiben, was sie denken oder wissen. Deshalb hat Jens Glüsing ja auch seine Anpassungsleistung vollbracht.

Er ist kein Einzelfall.

Angesichts erhoffter Geschäfte um Rohstoffe mit Bolivien nach dem Regierungswechsel, ist es nötig, auf Schönwetter mit der neuen Regierung zu machen. Anders in Venezuela. Da hofiert die Bundesregierung im Interesse der Konzerne Guaido.

Couragierter Journalismus kann nur entstehen auf der Basis finanzieller Unabhängigkeit.



Und wo soll diese finanzielle Unabhängigkeit herkommen? Irgendwer wird den Journalismus immer bezahlen muessen. Die Alternative waere Hobbyjournalismus ohne Bezahlung.

Am Besten scheint es mir zu sein, wenn Journalismus so weit wie moeglich durch Leser/Zuhoerer/Zuschauer finanziert wird und er so wenig wie moeglich von Wirtschaftsinteressen von Werbekunden und politischen Interessen von Parteien und Regierung abhängig ist.
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Prinz Ipienreiter



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Beiträge: 18204

Beitrag(#2229201) Verfasst am: 24.10.2020, 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Der SPIEGEL-Autor Jens Glüsing hat Ende 2019 den Begriff "Putsch" genau so abgelehnt wie die Autoren anderer großer Zeitungen:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Jetzt spricht der selbe Jens Glüsing wie selbstverständlich von einem Putsch in Bolivien:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Ich weiß nicht, wer dieser Jens Glüsing ist. Er ist sicherlich nicht der einzige Wendehals und Opportunist im deutschen Pressewesen, der sich sich sensibel an die jeweils vermutete politische Wetterlage anzupassen bereit ist.

Opportunismus zu politischen Wünschen, besseres Wissen um den Ablauf der Wahl, besseres Wissen um das Handeln der Gegner Morales', eine aus anderen Gründen veränderte Meinung ... es sind viele Gründe denkbar, warum jemand jetzt eine anders wertende Wortwahl benutzt als noch vor einem Jahr. Keine davon verlangt die Annahme unbekannter Faktoren hinter den Kulissen wie sehr guts Spekulationen.


"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein." - Karl Marx

So ein SPIEGEL oder sonstige bürgerliche Blätter sind von Großkunden abhängig, die wiederum politische Interessen haben. Da können Journalisten nicht einfach schreiben, was sie denken oder wissen. Deshalb hat Jens Glüsing ja auch seine Anpassungsleistung vollbracht.

Er ist kein Einzelfall.

Angesichts erhoffter Geschäfte um Rohstoffe mit Bolivien nach dem Regierungswechsel, ist es nötig, auf Schönwetter mit der neuen Regierung zu machen. Anders in Venezuela. Da hofiert die Bundesregierung im Interesse der Konzerne Guaido.

Couragierter Journalismus kann nur entstehen auf der Basis finanzieller Unabhängigkeit.

Kann alles sein, ist teilweise auch richtig, ändert nur trotzdem nichts daran, dass journalistische Unabhängigkeit in totalitären Staaten noch mal ganz anders eingeschränkt sind.
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Beitrag(#2229202) Verfasst am: 24.10.2020, 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Also müsste man nach deiner Meinung in "totalitären" Staaten damit rechnen das Journalisten nach den gesetzten Vorgaben oder innerhalb bestimmter Grenzen schreiben, in anderen Staaten muß man damit rechnen das Journalisten Dinge schreiben die gefallen(was wie bei Relotius auch von der Realität entfernt sein könnte)?

Man muss in totalitären taaten nicht damit rechnen, sondern davon ausgehen. U.a. deswegen nennt man sie totalitär.
In anderen Staaten hingegen, ja, muss man damit rechnen, dass es passieren kann, dass Journalisten schreiben, was gefällt. "Gefallen" können aber bei unterschiedlichen Teilen des Publikums aber unterschiedliche Dinge; Journalisten können auch unterschiedlich beurteilen, was gefällt; und bei einem erheblichen Teil des Publikums ist journalistische Korrektheit auch wichtiger Teil dessen, was gefällt.

Das ist der Unterschied zwischen Journalismus in totalitären und anderen Staaten, den durch den billigen Trick gleicher Wortwahl ("man muss damit rechnen") zu verwischen suchst.


Was wohl mit einem Assange in *totalitären* Staaten passieren würde?


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Einzelhaft, mit Befürchtung von bis zu 175 Jahren Haft oder bis hin zur Todesstrafe?
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Beitrag(#2229204) Verfasst am: 24.10.2020, 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Also müsste man nach deiner Meinung in "totalitären" Staaten damit rechnen das Journalisten nach den gesetzten Vorgaben oder innerhalb bestimmter Grenzen schreiben, in anderen Staaten muß man damit rechnen das Journalisten Dinge schreiben die gefallen(was wie bei Relotius auch von der Realität entfernt sein könnte)?

Man muss in totalitären taaten nicht damit rechnen, sondern davon ausgehen. U.a. deswegen nennt man sie totalitär.
In anderen Staaten hingegen, ja, muss man damit rechnen, dass es passieren kann, dass Journalisten schreiben, was gefällt. "Gefallen" können aber bei unterschiedlichen Teilen des Publikums aber unterschiedliche Dinge; Journalisten können auch unterschiedlich beurteilen, was gefällt; und bei einem erheblichen Teil des Publikums ist journalistische Korrektheit auch wichtiger Teil dessen, was gefällt.

Das ist der Unterschied zwischen Journalismus in totalitären und anderen Staaten, den durch den billigen Trick gleicher Wortwahl ("man muss damit rechnen") zu verwischen suchst.


Was wohl mit einem Assange in *totalitären* Staaten passieren würde?


Der würde kein Tageslicht mehr zu sehen bekommen.

Einzelhaft, mit Befürchtung von bis zu 175 Jahren Haft oder bis hin zur Todesstrafe?


Frag doch mal Anna Stepanowna Politkowskaja... ach so, ja. Die kann man nicht mehr fragen. Aber 175 Jahren waren es nicht.
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Beitrag(#2229205) Verfasst am: 24.10.2020, 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Am Besten scheint es mir zu sein, wenn Journalismus so weit wie moeglich durch Leser/Zuhoerer/Zuschauer finanziert wird und er so wenig wie moeglich von Wirtschaftsinteressen von Werbekunden und politischen Interessen von Parteien und Regierung abhängig ist.

Nennt sich Crowdfunding.
Da gibt es dann die Frage zum Vertriebsweg, denn abseits der üblichen Quasi-Monopol-Webseiten (die sperren können) könnte es schwieriger werden überhaupt gefunden zu werden.
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Skeptiker
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Beitrag(#2229274) Verfasst am: 25.10.2020, 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Der SPIEGEL-Autor Jens Glüsing hat Ende 2019 den Begriff "Putsch" genau so abgelehnt wie die Autoren anderer großer Zeitungen:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Jetzt spricht der selbe Jens Glüsing wie selbstverständlich von einem Putsch in Bolivien:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Ich weiß nicht, wer dieser Jens Glüsing ist. Er ist sicherlich nicht der einzige Wendehals und Opportunist im deutschen Pressewesen, der sich sich sensibel an die jeweils vermutete politische Wetterlage anzupassen bereit ist.

Opportunismus zu politischen Wünschen, besseres Wissen um den Ablauf der Wahl, besseres Wissen um das Handeln der Gegner Morales', eine aus anderen Gründen veränderte Meinung ... es sind viele Gründe denkbar, warum jemand jetzt eine anders wertende Wortwahl benutzt als noch vor einem Jahr. Keine davon verlangt die Annahme unbekannter Faktoren hinter den Kulissen wie sehr guts Spekulationen.


"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein." - Karl Marx

So ein SPIEGEL oder sonstige bürgerliche Blätter sind von Großkunden abhängig, die wiederum politische Interessen haben. Da können Journalisten nicht einfach schreiben, was sie denken oder wissen. Deshalb hat Jens Glüsing ja auch seine Anpassungsleistung vollbracht.

Er ist kein Einzelfall.

Angesichts erhoffter Geschäfte um Rohstoffe mit Bolivien nach dem Regierungswechsel, ist es nötig, auf Schönwetter mit der neuen Regierung zu machen. Anders in Venezuela. Da hofiert die Bundesregierung im Interesse der Konzerne Guaido.

Couragierter Journalismus kann nur entstehen auf der Basis finanzieller Unabhängigkeit.

Kann alles sein, ist teilweise auch richtig, ändert nur trotzdem nichts daran, dass journalistische Unabhängigkeit in totalitären Staaten noch mal ganz anders eingeschränkt sind.


Diese Masche, Alles zu rechtfertigen, weil es anderswo noch schlimmer ist, befestigt nicht nur die hiesigen Mißstände, sondern auch die noch schlimmeren Mißstände anderswo.

Würde man etwa hier eine finanziell unabhängige und politisch forschrittliche Presse haben, dann wäre das ein leuchtendes Vorbild für den Rest der Welt.

Aber so haben wir einen Zustand, bei dem die Öffentlichkeit mit Nebensächlichen zugelullt wird, anstatt Diskussionen über soziale und ökologische Mißstände so zu führen, dass politisches Bewusstsein entsteht.

Immer nur das kleinere Übel zu loben und Alles schön zu reden, führt dazu, dass auch das kleinere Übel immer größer wird.
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Beitrag(#2229275) Verfasst am: 25.10.2020, 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Der SPIEGEL-Autor Jens Glüsing hat Ende 2019 den Begriff "Putsch" genau so abgelehnt wie die Autoren anderer großer Zeitungen:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Jetzt spricht der selbe Jens Glüsing wie selbstverständlich von einem Putsch in Bolivien:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Ich weiß nicht, wer dieser Jens Glüsing ist. Er ist sicherlich nicht der einzige Wendehals und Opportunist im deutschen Pressewesen, der sich sich sensibel an die jeweils vermutete politische Wetterlage anzupassen bereit ist.

Opportunismus zu politischen Wünschen, besseres Wissen um den Ablauf der Wahl, besseres Wissen um das Handeln der Gegner Morales', eine aus anderen Gründen veränderte Meinung ... es sind viele Gründe denkbar, warum jemand jetzt eine anders wertende Wortwahl benutzt als noch vor einem Jahr. Keine davon verlangt die Annahme unbekannter Faktoren hinter den Kulissen wie sehr guts Spekulationen.


"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein." - Karl Marx

So ein SPIEGEL oder sonstige bürgerliche Blätter sind von Großkunden abhängig, die wiederum politische Interessen haben. Da können Journalisten nicht einfach schreiben, was sie denken oder wissen. Deshalb hat Jens Glüsing ja auch seine Anpassungsleistung vollbracht.

Er ist kein Einzelfall.

Angesichts erhoffter Geschäfte um Rohstoffe mit Bolivien nach dem Regierungswechsel, ist es nötig, auf Schönwetter mit der neuen Regierung zu machen. Anders in Venezuela. Da hofiert die Bundesregierung im Interesse der Konzerne Guaido.

Couragierter Journalismus kann nur entstehen auf der Basis finanzieller Unabhängigkeit.



Und wo soll diese finanzielle Unabhängigkeit herkommen? Irgendwer wird den Journalismus immer bezahlen muessen. Die Alternative waere Hobbyjournalismus ohne Bezahlung.

Am Besten scheint es mir zu sein, wenn Journalismus so weit wie moeglich durch Leser/Zuhoerer/Zuschauer finanziert wird und er so wenig wie moeglich von Wirtschaftsinteressen von Werbekunden und politischen Interessen von Parteien und Regierung abhängig ist.


Es gibt heute schon Genossenschaftsmodelle oder auch Diskussionen über die Möglichkeit einer gesetzlich garantierten steuerlichen Unterstützung von Zeitungen und Internetpublikationen bei Nachweis zuvor definierter Qualitätsmerkmale.
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Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 18204

Beitrag(#2229286) Verfasst am: 25.10.2020, 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Diese Masche, Alles zu rechtfertigen, weil es anderswo noch schlimmer ist, befestigt nicht nur die hiesigen Mißstände, sondern auch die noch schlimmeren Mißstände anderswo.

Tu ich ja nicht, also ist dieser Vorwurf Quatsch.
Ich halte nur dafür, dass man die Unterschiede zwischen Medien, die vom Gefallen des Publikum abhängig sind, und denen, die staatlich kontrolliert werden, vielleicht nicht s einfach verwischen sollte, wie sehr gut es versuchte.
Ein weiterer Unterschied: Hierzulande kann man Medien nach dem von dir präferierten Modell gründen. (Eine solche Tagezeitung, die genossenschaftlich organisiert ist, habe ich abonniert - aber die ist dir wahrscheinlich auch wieder nicht recht.)
Das ist in totalitären Staaten nicht so einfach.
_________________
"YOU HAVE TO START OUT LEARNING TO BELIEVE THE LITTLE LIES." -- "So we can believe the big ones?" -- "YES."

(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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beachbernie
male Person of Age and without Color



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 44869
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2229294) Verfasst am: 25.10.2020, 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Der SPIEGEL-Autor Jens Glüsing hat Ende 2019 den Begriff "Putsch" genau so abgelehnt wie die Autoren anderer großer Zeitungen:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Jetzt spricht der selbe Jens Glüsing wie selbstverständlich von einem Putsch in Bolivien:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1295829.html

Ich weiß nicht, wer dieser Jens Glüsing ist. Er ist sicherlich nicht der einzige Wendehals und Opportunist im deutschen Pressewesen, der sich sich sensibel an die jeweils vermutete politische Wetterlage anzupassen bereit ist.

Opportunismus zu politischen Wünschen, besseres Wissen um den Ablauf der Wahl, besseres Wissen um das Handeln der Gegner Morales', eine aus anderen Gründen veränderte Meinung ... es sind viele Gründe denkbar, warum jemand jetzt eine anders wertende Wortwahl benutzt als noch vor einem Jahr. Keine davon verlangt die Annahme unbekannter Faktoren hinter den Kulissen wie sehr guts Spekulationen.


"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein." - Karl Marx

So ein SPIEGEL oder sonstige bürgerliche Blätter sind von Großkunden abhängig, die wiederum politische Interessen haben. Da können Journalisten nicht einfach schreiben, was sie denken oder wissen. Deshalb hat Jens Glüsing ja auch seine Anpassungsleistung vollbracht.

Er ist kein Einzelfall.

Angesichts erhoffter Geschäfte um Rohstoffe mit Bolivien nach dem Regierungswechsel, ist es nötig, auf Schönwetter mit der neuen Regierung zu machen. Anders in Venezuela. Da hofiert die Bundesregierung im Interesse der Konzerne Guaido.

Couragierter Journalismus kann nur entstehen auf der Basis finanzieller Unabhängigkeit.



Und wo soll diese finanzielle Unabhängigkeit herkommen? Irgendwer wird den Journalismus immer bezahlen muessen. Die Alternative waere Hobbyjournalismus ohne Bezahlung.

Am Besten scheint es mir zu sein, wenn Journalismus so weit wie moeglich durch Leser/Zuhoerer/Zuschauer finanziert wird und er so wenig wie moeglich von Wirtschaftsinteressen von Werbekunden und politischen Interessen von Parteien und Regierung abhängig ist.


Es gibt heute schon Genossenschaftsmodelle oder auch Diskussionen über die Möglichkeit einer gesetzlich garantierten steuerlichen Unterstützung von Zeitungen und Internetpublikationen bei Nachweis zuvor definierter Qualitätsmerkmale.



Wobei derjenige, der die Qualitätsmerkmale definiert, dann doch wieder Einfluss auf die Inhalte nehmen kann....
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vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 40311
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2229999) Verfasst am: 02.11.2020, 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Also müsste man nach deiner Meinung in "totalitären" Staaten damit rechnen das Journalisten nach den gesetzten Vorgaben oder innerhalb bestimmter Grenzen schreiben, in anderen Staaten muß man damit rechnen das Journalisten Dinge schreiben die gefallen(was wie bei Relotius auch von der Realität entfernt sein könnte)?

Man muss in totalitären taaten nicht damit rechnen, sondern davon ausgehen. U.a. deswegen nennt man sie totalitär.
In anderen Staaten hingegen, ja, muss man damit rechnen, dass es passieren kann, dass Journalisten schreiben, was gefällt. "Gefallen" können aber bei unterschiedlichen Teilen des Publikums aber unterschiedliche Dinge; Journalisten können auch unterschiedlich beurteilen, was gefällt; und bei einem erheblichen Teil des Publikums ist journalistische Korrektheit auch wichtiger Teil dessen, was gefällt.

Das ist der Unterschied zwischen Journalismus in totalitären und anderen Staaten, den durch den billigen Trick gleicher Wortwahl ("man muss damit rechnen") zu verwischen suchst.


Was wohl mit einem Assange in *totalitären* Staaten passieren würde?


Der würde kein Tageslicht mehr zu sehen bekommen.

Einzelhaft, mit Befürchtung von bis zu 175 Jahren Haft oder bis hin zur Todesstrafe?


Frag doch mal Anna Stepanowna Politkowskaja... ach so, ja. Die kann man nicht mehr fragen. Aber 175 Jahren waren es nicht.


Huhu Winken
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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