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AfD
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VanHanegem
Weltmeister



Anmeldungsdatum: 24.04.2006
Beiträge: 2972

Beitrag(#2303126) Verfasst am: 01.02.2024, 10:01    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Die Argumentation ist immer dann berechtigt, wenn eine Partei behauptet, spezielle Kompetenz für "die Wirtschaft" (bzw. was in der politischen Meinungsbildung so genannt wird) zu besitzen

mit dem Zusatz in Klammern deutest Du ja bereits an, dass es gar nicht um Kompetenzen, sondern um Erzählungen geht. Und das rechte Narrativ richtet sich halt auch gegen die angeblich oder tatsächlich ausbeuterischen internationalen Konzerne. Und schließt damit nicht nur an die SED Propaganda zu DDR Zeiten, sondern auch an Nazi Propaganda (Stichwort Finanzjudentum) nahtlos an.
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Hup Holland Hup, Oranje winnt de cup (2022)
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Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 20254
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2303216) Verfasst am: 04.02.2024, 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

demos gegen rechts und afd:

Zitat:
Hunderttausende bei Demos: Protestforscher sieht "Narrativ-Wechsel"
Aktualisiert am 04.02.2024




sieh da, ein interessantes bild hat man da ausgewählt:
https://www.gmx.net/magazine/politik/hunderttausende-demos-protestforscher-narrativ-wechsel-39284610

auf dem abgebildeten plakat steht:
Zitat:
gegen rechts hilft nur radikal
gegen staat, nation und kapital


Geschockt
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tillich (epigonal)
hat Spaß



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Beiträge: 21821

Beitrag(#2303219) Verfasst am: 04.02.2024, 20:33    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
auf dem abgebildeten plakat steht:
Zitat:
gegen rechts hilft nur radikal
gegen staat, nation und kapital

Naja, ein paar traditionsbewusste Antifas wollen anscheinend lieber kuschelig unter sich bleiben.
Wahrscheinlich wissen die nicht so richtig, wie sie damit umgehen sollen, dass auf einmal hunderttausende ganz normale Bürger mit ihnen auf antifaschistischen Demos laufen, die zwar auch gegen Nazis, aber zum allergrößten Teil eher nicht gegen "Staat, Nation und Kapital" sind.

Die Balance ist halt schwierig zu finden: Einerseits muss man, um effektiv gegen Rechtsextremismus zu arbeiten, natürlich auch Druck auf die anderen Parteien machen, damit diese nicht weiter den Nazis hinterherlaufen oder ihre Narrative füttern. (Im Artikel ist ja zu lesen, wie verschnupft Politiker:innen darauf reagieren.) Andererseits muss man bereit sein, das wirklich breite Bündnis gegen Nazis einzugehen, auch mit Leuten, mit denen man außerdem nichts gemein hat und die zu "Staat, Nation und Kapital" vielleicht eine völlig andere Meinung haben. Das fällt Traditions-Antifas, für die Faschismus rechts von der KPD anfängt, manchmal halt eher schwer.
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closeman
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Anmeldungsdatum: 27.11.2007
Beiträge: 1467

Beitrag(#2303223) Verfasst am: 04.02.2024, 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
demos gegen rechts und afd:

Zitat:
Hunderttausende bei Demos: Protestforscher sieht "Narrativ-Wechsel"
Aktualisiert am 04.02.2024




sieh da, ein interessantes bild hat man da ausgewählt:
https://www.gmx.net/magazine/politik/hunderttausende-demos-protestforscher-narrativ-wechsel-39284610

auf dem abgebildeten plakat steht:
Zitat:
gegen rechts hilft nur radikal
gegen staat, nation und kapital


Geschockt

Die Hardcore Antifa hat sich immer schon gegen bürgerliche Proteste abgegrenzt. Leider waren das aber lange Zeit die einzigen Leute, die regelmässig gegen Rechts auf die Straße gingen. Gut, wenn sich das jetzt ändert. Cool
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Wilson
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Beitrag(#2303230) Verfasst am: 05.02.2024, 12:23    Titel: Antworten mit Zitat

closeman hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:
demos gegen rechts und afd:

Zitat:
Hunderttausende bei Demos: Protestforscher sieht "Narrativ-Wechsel"
Aktualisiert am 04.02.2024




sieh da, ein interessantes bild hat man da ausgewählt:
https://www.gmx.net/magazine/politik/hunderttausende-demos-protestforscher-narrativ-wechsel-39284610

auf dem abgebildeten plakat steht:
Zitat:
gegen rechts hilft nur radikal
gegen staat, nation und kapital


Geschockt

Die Hardcore Antifa hat sich immer schon gegen bürgerliche Proteste abgegrenzt. Leider waren das aber lange Zeit die einzigen Leute, die regelmässig gegen Rechts auf die Straße gingen. Gut, wenn sich das jetzt ändert. Cool

Daumen hoch!
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Wilson
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Beitrag(#2304619) Verfasst am: 10.04.2024, 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

https://www.instagram.com/p/C5gaWrNtQpa/?utm_source=ig_embed&ig_rid=0df39060-d4a5-428d-bea7-61dc970e26f1&ig_mid=DA70BF4E-1875-4CEB-88F9-4168B4D32D82


https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/tv-duell-hoecke-gegen-voigt-spd-ruft-zu-boykott-auf-will-aber-nicht-sagen-ob-sie-selbst-schaut-li.2204076

Zitat:
it Nazis redet man nicht“, fasst Thüringens SPD-Chef Georg Maier die Position seiner Partei zum TV-Duell zwischen Mario Voigt (CDU) und Björn Höcke (AfD) zusammen. So weit, so bekannt. Doch jetzt ruft die Landes-SPD die Bürger nicht nur dazu auf, mit AfD-Politikern nicht zu kommunizieren. Bürger sollen nun auch nicht zusehen, wenn diese mit anderen sprechen. Man solle die Diskussion der Spitzenkandidaten im Welt-Nachrichtensender am Donnerstagabend ignorieren und stattdessen etwas anderes anschauen; die Sendung „Germany’s Next Topmodel“ mit Heidi Klum zum Beispiel, die donnerstags um 20.15 Uhr bei ProSieben läuft. Oder den Film „Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio.


Letzteres galte ich für die bessere Wahl, gleich nach dem Duell.
Schließlich sind die Bürger nicht zu blöd, den Faschisten hoecje zu entlarven, nicht,?
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Bravopunk
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Beitrag(#2304620) Verfasst am: 10.04.2024, 10:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ich widerspreche: Doch, man redet mit Nazis. Man lässt sie unter keinen Umständen an die Macht, aber reden kann man immer mit denen. Wer weiß, vielleicht kann man dem ein oder anderen sogar noch klarmachen, wie falsch und dämlich seine Ansichten sind.

Als ich neulich einem bekennenden AfD-Wähler auf die Aussage, Russland sei eine Weltmacht, die ergoogelte Wirtschaftsleistung der Föderation unter die Nase rieb, die noch unter der von Frankreich steht, kam danach nur noch so gedruckse.
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Wilson
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Beitrag(#2304622) Verfasst am: 10.04.2024, 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich widerspreche: Doch, man redet mit Nazis. Man lässt sie unter keinen Umständen an die Macht, aber reden kann man immer mit denen. Wer weiß, vielleicht kann man dem ein oder anderen sogar noch klarmachen, wie falsch und dämlich seine Ansichten sind.

Eben, deshalb sollte man das ansehen, um sich dann von den langweiligen unästethischen Ideen und Vorstellungen von Gesellschaft eines höcke und co zu abzuwenden.
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Bravopunk
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Beitrag(#2304624) Verfasst am: 10.04.2024, 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich widerspreche: Doch, man redet mit Nazis. Man lässt sie unter keinen Umständen an die Macht, aber reden kann man immer mit denen. Wer weiß, vielleicht kann man dem ein oder anderen sogar noch klarmachen, wie falsch und dämlich seine Ansichten sind.

Eben, deshalb sollte man das ansehen, um sich dann von den langweiligen unästethischen Ideen und Vorstellungen von Gesellschaft eines höcke und co zu abzuwenden.


So ist es.
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Wilson
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Beitrag(#2304630) Verfasst am: 10.04.2024, 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich widerspreche: Doch, man redet mit Nazis. Man lässt sie unter keinen Umständen an die Macht, aber reden kann man immer mit denen. Wer weiß, vielleicht kann man dem ein oder anderen sogar noch klarmachen, wie falsch und dämlich seine Ansichten sind.

Eben, deshalb sollte man das ansehen, um sich dann von den langweiligen unästethischen Ideen und Vorstellungen von Gesellschaft eines höcke und co zu abzuwenden.


So ist es.


Andererseits, meint die Kommentare zum Artikel:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article250940628/Polizeiliche-Kriminalstatistik-Innenministerin-Faeser-Wer-sich-nicht-an-die-Regeln-haelt-muss-gehen.html


Außer:
Erwin G.
vor 7 Stunden
Zitat:
Würde der Mensch, beim Blick in den Spiegel statt des Ebenbildes seinen Charakter sehen, so mancher würde zu Tode erschrecken
.

Ich hoffe, sie sind nicht repräsentativ, die meisten Kommentare. skeptisch
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tillich (epigonal)
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Beitrag(#2304633) Verfasst am: 10.04.2024, 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich widerspreche: Doch, man redet mit Nazis. Man lässt sie unter keinen Umständen an die Macht, aber reden kann man immer mit denen.

Da hier ein Politiker über eine öffentliche Diskussion gesprochen hat, ging es aber mMn genau darum: Ob man als Politiker öffentlich mit AfD-Leuten diskutieren soll. Das sollten Politiker:innen demokratischer Parteien mMn möglichst vermeiden.

Das würde nämlich implizieren, dass es sich um prinzipiell gutwillige Gesprächspartner:innern handeln würde, mit denen man eine gemeinsame Gesprächsbasis teilt. Das ist aber nicht der Fall: Rechtsstaat, Demokratie und Menschenrechte sind ziemlich offensichtlich keine Basis, die AfD-Leute unbedingt teilen, und sie sind oft auch keine gutwilligen Gesprächspartner, sondern Leute, die oft bedenkenlos lügen und Beliebiges behaupten, also letztlich Taubenschach spielen.

Dass man im provaten Rahmen dennoch mit AfD-Leuten reden kann, sofern man zu ihnen eine private Gesprächsbasis hat - geschenkt.
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Wilson
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Beiträge: 20254
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2304634) Verfasst am: 10.04.2024, 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich widerspreche: Doch, man redet mit Nazis. Man lässt sie unter keinen Umständen an die Macht, aber reden kann man immer mit denen.

Da hier ein Politiker über eine öffentliche Diskussion gesprochen hat, ging es aber mMn genau darum: Ob man als Politiker öffentlich mit AfD-Leuten diskutieren soll. Das sollten Politiker:innen demokratischer Parteien mMn möglichst vermeiden.

Das würde nämlich implizieren, dass es sich um prinzipiell gutwillige Gesprächspartner:innern handeln würde, mit denen man eine gemeinsame Gesprächsbasis teilt. Das ist aber nicht der Fall: Rechtsstaat, Demokratie und Menschenrechte sind ziemlich offensichtlich keine Basis, die AfD-Leute unbedingt teilen, und sie sind oft auch keine gutwilligen Gesprächspartner, sondern Leute, die oft bedenkenlos lügen und Beliebiges behaupten, also letztlich Taubenschach spielen.

Dass man im provaten Rahmen dennoch mit AfD-Leuten reden kann, sofern man zu ihnen eine private Gesprächsbasis hat - geschenkt.
aus 0p
Politisch +taktischen Gründen sollte man es öffentlich, so entlarvt nan sie. Schließlich wollen die AFD Ca 30% wählen
Also.

Oder wird's hier moralisch?
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vrolijke
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Beitrag(#2304636) Verfasst am: 10.04.2024, 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Heute habe ich mir Gedanken gemacht, wieso die AFD in den neuen Bundesländer so stark ist.
Die Menschen die noch wissen wie unzulänglich die DDR war sind alle älter als 50 Jahr.
Die unter 35 kennen sie nur noch aus Nostalgiegeschichten; "früher war alles besser".
Die dazwischen (im allgemeinen, die die am meisten Einfluss haben), wurden in ihre Schulzeit mit Propaganda zugedröhnt und hatten wenig mit der Realität zu tun. - Anstehen für Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs. Stets Acht geben was man sagt, usw usw - , und haben dementsprechend wenig Probleme mit Diktaturen. "Law an Order" ist für sie die bessere Gesellschaftsform.
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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Bravopunk
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Beiträge: 31791
Wohnort: Woanders

Beitrag(#2304641) Verfasst am: 10.04.2024, 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich widerspreche: Doch, man redet mit Nazis. Man lässt sie unter keinen Umständen an die Macht, aber reden kann man immer mit denen.

Da hier ein Politiker über eine öffentliche Diskussion gesprochen hat, ging es aber mMn genau darum: Ob man als Politiker öffentlich mit AfD-Leuten diskutieren soll. Das sollten Politiker:innen demokratischer Parteien mMn möglichst vermeiden.

Das würde nämlich implizieren, dass es sich um prinzipiell gutwillige Gesprächspartner:innern handeln würde, mit denen man eine gemeinsame Gesprächsbasis teilt. Das ist aber nicht der Fall: Rechtsstaat, Demokratie und Menschenrechte sind ziemlich offensichtlich keine Basis, die AfD-Leute unbedingt teilen, und sie sind oft auch keine gutwilligen Gesprächspartner, sondern Leute, die oft bedenkenlos lügen und Beliebiges behaupten, also letztlich Taubenschach spielen.

Dass man im provaten Rahmen dennoch mit AfD-Leuten reden kann, sofern man zu ihnen eine private Gesprächsbasis hat - geschenkt.


Man mag darüber streiten wie gut sich, besonders in einer recht politikverdrossenen Gesellschaft, Politiker als Vorbilder eigenen, aber wenn die schon nicht mehr miteinander reden, warum sollte es dann noch Ottonormal-Wähler tun. Durch dieses imho grenzenlos debile und bescheuerte "bloß den Rechten keine Bühne bieten"-Gefuchtel generiert man auf lange Sicht dieselben verhärteten Frontverhältnisse, wie in den USA, wo beide Extremseiten schon von Abspaltungen und Bürgerkriegen träumen. Gerade Politiker sollten insbesondere öffentlich miteinander reden und dann auch wenn eben möglich nicht wie ein emotionaler Teenager moralisch entrüstet auf den Schwachsinn der Rechten reagieren, sondern stattdessen dem Publikum in Erweiterung des Gegners, sauber und gut begründet auseinandersetzen, warum die Lügen Lügen sind und warum die politischen Ziele rechter Couleur niemandem helfen, insbesondere ihren Wählern nicht. Nur so gewinnt man dauerhaft und nur so spaltet man eine Gesellschaft nicht, sondern zeigt auch den rechten Wählern, dass sie nicht abgehängt sind und sich um ihre Sorgen keiner kümmert, sondern man eben sogar bessere Lösungen dafür bieten kann.

Nicht mit Rechten zu reden bewirkt hingegen nur, dass ihre Anhänger auch nur noch ihnen zuhören und eben nicht einem selbst.
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Kanashikute Yarikirenai
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Beiträge: 21821

Beitrag(#2304665) Verfasst am: 11.04.2024, 00:56    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Gerade Politiker sollten insbesondere öffentlich miteinander reden und dann auch wenn eben möglich nicht wie ein emotionaler Teenager moralisch entrüstet auf den Schwachsinn der Rechten reagieren, sondern stattdessen dem Publikum in Erweiterung des Gegners, sauber und gut begründet auseinandersetzen, warum die Lügen Lügen sind und warum die politischen Ziele rechter Couleur niemandem helfen, insbesondere ihren Wählern nicht.

Das funktioniert nicht. Lügen kann man aus dem Stegreif dutzendweise erfinden, sie zu widerlegen ist für jede einzelne Lüge eine langwierige, mühsame Arbeit. In der direkten Konfrontation vor Publikum hat deswegen der Lügner immer einen Vorteil.

Der moralische Anspruch (es ist ein bisschen albern, dass du im gleichen Atemzug einen solchen moralischen Anspruch erhebst und dich über moralische Entrüstung mokierst), dass Politiker:innen miteinander reden sollten, ist zwar richtig. Er kann aber logischerweise nur dann gelten, wenn sie auch tatsächlich miteinander reden wollen statt sich auf Kosten des Gegenübers vor dem Publikum gut darzustellen. Diese Bedingung ist natürlich auch unter den demokratischen Parteien schon oft genug kompromittiert, da man nun mal um Wählerstimmen kämpft. Unter den demokratischen Parteien sollte es aber immerhin den genannten Konsens von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten sowie einem Bezug auf eine gemeinsame Realität (aka "Wahrheit") geben. Wenn es diesen Konsens nicht mehr gibt, weil das Gegenüber auf Demokratie und Wahrheit scheißt, kann man im Gespräch nur verlieren. Taubenschach.

Das heißt natürlich nicht, dass man die Lügen nicht widerlegen sollte. Aber das tut man in einem anderen Format, zB Faktenchecks. Dann spricht man über den Lügner, nicht mit ihm.
Ja, das zeigt eine Missachtung des Gegenübers und eine Zerstörung des gemeinsamen Bodens. Das geht dann aber beides vom Gegenüber aus und man kann es nicht einseitig reparieren.
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Bravopunk
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Beiträge: 31791
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Beitrag(#2304669) Verfasst am: 11.04.2024, 04:30    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Gerade Politiker sollten insbesondere öffentlich miteinander reden und dann auch wenn eben möglich nicht wie ein emotionaler Teenager moralisch entrüstet auf den Schwachsinn der Rechten reagieren, sondern stattdessen dem Publikum in Erweiterung des Gegners, sauber und gut begründet auseinandersetzen, warum die Lügen Lügen sind und warum die politischen Ziele rechter Couleur niemandem helfen, insbesondere ihren Wählern nicht.

Das funktioniert nicht. Lügen kann man aus dem Stegreif dutzendweise erfinden, sie zu widerlegen ist für jede einzelne Lüge eine langwierige, mühsame Arbeit. In der direkten Konfrontation vor Publikum hat deswegen der Lügner immer einen Vorteil.

Der moralische Anspruch (es ist ein bisschen albern, dass du im gleichen Atemzug einen solchen moralischen Anspruch erhebst und dich über moralische Entrüstung mokierst), dass Politiker:innen miteinander reden sollten, ist zwar richtig. Er kann aber logischerweise nur dann gelten, wenn sie auch tatsächlich miteinander reden wollen statt sich auf Kosten des Gegenübers vor dem Publikum gut darzustellen. Diese Bedingung ist natürlich auch unter den demokratischen Parteien schon oft genug kompromittiert, da man nun mal um Wählerstimmen kämpft. Unter den demokratischen Parteien sollte es aber immerhin den genannten Konsens von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten sowie einem Bezug auf eine gemeinsame Realität (aka "Wahrheit") geben. Wenn es diesen Konsens nicht mehr gibt, weil das Gegenüber auf Demokratie und Wahrheit scheißt, kann man im Gespräch nur verlieren. Taubenschach.

Das heißt natürlich nicht, dass man die Lügen nicht widerlegen sollte. Aber das tut man in einem anderen Format, zB Faktenchecks. Dann spricht man über den Lügner, nicht mit ihm.
Ja, das zeigt eine Missachtung des Gegenübers und eine Zerstörung des gemeinsamen Bodens. Das geht dann aber beides vom Gegenüber aus und man kann es nicht einseitig reparieren.


Ich kann dich nicht ernst nehmen, wenn du sowas schreibst. Das ist die Bankrotterklärung des politischen Diskurses. Damit spielst du den Rechten weit mehr in die Hände als eine durch Lügen verlorene Debatte es jemals könnte. Denn eine Lüge kann immerhin sogar noch von einem Anhänger des Lügners in Zweifel gezogen werden, wenn dieser sie spontan erfindet. Du hingegen gibst diese Leute schon von vornherein auf, indem du mit ihren politischen Rädelsführern gar nicht erst sprichst und so die Möglichkeit sie von ihrer Unglaubwürdigkeit zu überzeugen gar nicht erst erzeugst.

Glückwunsch. Mit den Augen rollen Was du willst ist das, was die Rechten erst stark macht.
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Tarvoc
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Beiträge: 44179

Beitrag(#2304672) Verfasst am: 11.04.2024, 07:55    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
man kann es nicht einseitig reparieren.

Ausrufezeichen
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Wilson
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Beitrag(#2304673) Verfasst am: 11.04.2024, 10:08    Titel: Antworten mit Zitat

Und damit die Rechten ihre lügen nicht weiter raus blasen: vebieten, verbieten , verbieten.
(Wäre mir zwar auch Recht, aber...)

Hätte man Mal mehr in Bildung gesteckt, Pardon, wurde nicht gerade ein Bildungspakt beschlossen? nicht so sehr in das schüren von existenziell Ängsten, danke auch die SPD, Jugendeinrichtungen geschlossen usw., sähe es wohl nicht so aus.
Wichtig ist auch Aufrüstung, schließlich ist die Rakete gen Mars noch nicht fertig, und so kann auch der vermögende Elit nicht vor der Bedrohung durch den ebenso reichen Putin und co entkommen und muss hier in die Erde investieren, seinen kuscheligen Bunker.
Alles irgendwie vertraut, das apokalyptische. nicht zuletzt dank der großen Unterstützung des militaerkomplexes für entspr. (apokalyptische) filme, wo es ja nun wirklich nicht ohne Waffen geht.
Nein nein nein, anders geht's nun mal nicht. Das ist eben so. Das haben auch die greenen kapiert.

https://thewalkingdead.fandom.com/de/wiki/Waffen

Oder


Kriegspropaganda im us- film
https://medienwoche.ch/2022/06/28/top-gun-als-spitze-des-eisbergs-kriegspropaganda-im-us-film/
Nischenforschung



Einflussnahme von CIA und militaer, pentagon:

https://www.wsws.org/de/articles/2020/04/24/bogl-a24.html

Z.b.
Zitat:

Im Falle von „Der Krieg des Charlie Wilson“ wandte die CIA diese Ideologie in der Weise an, dass Szenen aus dem Skript herausgeschnitten wurden, die progressives sowjetisches Verhalten während der Okkupation Afghanistans dokumentierten. Beispielsweise wurde eine Szene aus dem Drehbuch entfernt, in welcher ein „CIA-Sonderling“ beschrieb, wie russische Soldaten afghanische Flüchtlinge in Halbkreisen um sich scharten und ihnen Lesen und Schreiben beibrachten.



Ich befürchte, diesbezueglich steht man Russland oder China in keiner Weise skeptisch nach.

OK, das wars, ist eher o.t.
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Bravopunk
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Beitrag(#2304678) Verfasst am: 11.04.2024, 11:46    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
man kann es nicht einseitig reparieren.

Ausrufezeichen


Jetzt tu doch nicht so, als ob das profund wäre. Es ist ja nichtmal wahr.
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fwo
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Wohnort: im Speckgürtel

Beitrag(#2304681) Verfasst am: 11.04.2024, 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
....

Einflussnahme von CIA und militaer, pentagon:

https://www.wsws.org/de/articles/2020/04/24/bogl-a24.html

Z.b.
Zitat:

Im Falle von „Der Krieg des Charlie Wilson“ wandte die CIA diese Ideologie in der Weise an, dass Szenen aus dem Skript herausgeschnitten wurden, die progressives sowjetisches Verhalten während der Okkupation Afghanistans dokumentierten. Beispielsweise wurde eine Szene aus dem Drehbuch entfernt, in welcher ein „CIA-Sonderling“ beschrieb, wie russische Soldaten afghanische Flüchtlinge in Halbkreisen um sich scharten und ihnen Lesen und Schreiben beibrachten.



Ich befürchte, diesbezueglich steht man Russland oder China in keiner Weise skeptisch nach.

OK, das wars, ist eher o.t.

Das ist eine nette Zusammenstellung, auch wenn es nicht neu ist, dass in den USSA eine Menge Kriegspornografie mit Unterstützung des Staates produziert wird.

Aber Dein Fazit ist falsch: Oliver Stone kann hier seine Filme machen, auch wenn er in der Finanzierung behindert wird. Er kann das auch machen, wenn er sich in der Sache vergallopiert und Zusammenhänge nicht nur jenseits der historischen Sachlage sondern auch der Machbarkeit (Ukraine on Fire) konstruiert. Und, noch viel wichtiger - er fällt hinterher nicht aus dem Fenster oder stirbt eines sonstigen ungeklärten Todes, oder geht ins Gefängnis.
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer. Isso.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel (wenn es sie überhaupt gab).
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Wilson
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Beitrag(#2304683) Verfasst am: 11.04.2024, 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:
....

Einflussnahme von CIA und militaer, pentagon:

https://www.wsws.org/de/articles/2020/04/24/bogl-a24.html

Z.b.
Zitat:

Im Falle von „Der Krieg des Charlie Wilson“ wandte die CIA diese Ideologie in der Weise an, dass Szenen aus dem Skript herausgeschnitten wurden, die progressives sowjetisches Verhalten während der Okkupation Afghanistans dokumentierten. Beispielsweise wurde eine Szene aus dem Drehbuch entfernt, in welcher ein „CIA-Sonderling“ beschrieb, wie russische Soldaten afghanische Flüchtlinge in Halbkreisen um sich scharten und ihnen Lesen und Schreiben beibrachten.



Ich befürchte, diesbezueglich steht man Russland oder China in keiner Weise skeptisch nach.

OK, das wars, ist eher o.t.

Das ist eine nette Zusammenstellung, auch wenn es nicht neu ist, dass in den USSA eine Menge Kriegspornografie mit Unterstützung des Staates produziert wird.

Aber Dein Fazit ist falsch: Oliver Stone kann hier seine Filme machen, auch wenn er in der Finanzierung behindert wird. Er kann das auch machen, wenn er sich in der Sache vergallopiert und Zusammenhänge nicht nur jenseits der historischen Sachlage sondern auch der Machbarkeit (Ukraine on Fire) konstruiert. Und, noch viel wichtiger - er fällt hinterher nicht aus dem Fenster oder stirbt eines sonstigen ungeklärten Todes, oder geht ins Gefängnis.


klar, hier gibts ja auch arte und dennoch wählt man flei0ig afd und zeichnet nazi-zonen in städten und ermordet über 10 jahren leute (nsu) und eine maaßen ist verfassungsschutzchef.
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fwo
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Beitrag(#2304685) Verfasst am: 11.04.2024, 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
....
klar, hier gibts ja auch arte und dennoch wählt man flei0ig afd und zeichnet nazi-zonen in städten und ermordet über 10 jahren leute (nsu) und eine maaßen ist verfassungsschutzchef.

Maaßen war Verfassungsschutzchef, er ist es nicht mehr.

Dass die NSU so lange aktiv sein konnte ist schrecklich, aber man sollte dabei im Kopf behalten, dass diese Leute aus kriminalistischer Sicht ein Novum waren: Bis dahin wurden politisch motivierte Taten immer und eindeutig von Bekennerschreiben begleitet, was eigentlich auch logisch ist, wenn Täter ein politisches Ziel verfolgen.

Ich halte es auch für schwierig, den Erfolg der AfD mit den Tätigkeiten des Verfassungsschutzes in Verbindung zu bringen.
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tillich (epigonal)
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Beitrag(#2304688) Verfasst am: 11.04.2024, 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
man kann es nicht einseitig reparieren.

Ausrufezeichen

Jetzt tu doch nicht so, als ob das profund wäre. Es ist ja nichtmal wahr.

Dann erklär mir doch mal, wie du es schaffen willst, mit jemandem eine vernünftige Diskussion zu führen, der keine vernünftige Diskussion führen will. Wie man mit jemandem über eine sinnvolle Politik in einem demokratischen Rechtsstaat reden will, der auf Demokratie und Rechtsstaat scheißt. Wie man überhaupt mit jemandem über vernünftige Politik reden will, der sich nicht für die Realität interessiert.
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Wilson
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Beitrag(#2304690) Verfasst am: 11.04.2024, 16:14    Titel: Antworten mit Zitat

Realität ist, dass viele deren Wähler keine Zeit und Ahnung haben. Sind mit existenziellen sorgen beschäftigt oder dass sie nsich keinen Skiurlaub mehr leisten koennen. Oder eine Kreuzfahrt oder billig gdn aegypten.
Oder warum wollen sie nicht reden wollen wollen( sic!)?
Offen heraus, trau dich, du traust denen doch nicht zu, nach denken zu können, meint, kritisch denken zu können und das auch noch richtig.
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tillich (epigonal)
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Beitrag(#2304691) Verfasst am: 11.04.2024, 16:30    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Dass die NSU so lange aktiv sein konnte ist schrecklich, aber man sollte dabei im Kopf behalten, dass diese Leute aus kriminalistischer Sicht ein Novum waren: Bis dahin wurden politisch motivierte Taten immer und eindeutig von Bekennerschreiben begleitet, was eigentlich auch logisch ist, wenn Täter ein politisches Ziel verfolgen.

Da kann ich nicht zustimmen. Das mit den Bekennerschreiben kannte man von linken Terroristen. Die mussten nämlich tatsächlich erklären, welche Ziele sie haben und auf welche Weise ihrer Meinung nach der Terror für das Erreichen der Ziele nützlich sein sollte. Der Terror selbst war nämlich nicht das - echte oder vorgegebene, wie auch immer - Ziel.

Bei rechten Terroristen wie dem NSU ist dagegen oft der Terror selbst das Ziel. Entweder will man in bestimmten Bevölkerungsgruppen Schrecken verbreiten; das erreicht man schon allein dadurch, dass man immer wieder Leute aus diesen Bevölkerungsgruppen ermordet. Dass die Täter und ihre Absichten unklar bleiben, schadet das diesem Ziel überhaupt nicht, im Gegenteil. Dass die Behörden dann u.U. in andere Richtungen ermitteln und die Falschen verdächtigen (etwa Familienangehörige oder Leute aus diesen Bevölkerungsgruppen selbst), kann diesem Ziel sogar nützen.
Wenn man dagegen allgemein Chaos stiften will, um den demokratischen Staat zu gefährden, gilt das Gleiche.

Terror ohne Bekennerschreiben war auch keineswegs neu. Beim Oktoberfestattentat, bei antisemitischen orden im gleichen Jahr, bei diversen Brandanschlägen (hinter denen vielleicht manchmal keine Organisation steht, die aber trotzdem eine terroristische Absicht haben) gab es mW auch keine Bekennerschreiben. Die Sicherheitsbehörden haben nur regelmäßig (keineswegs beim NSU das erste Mal) darin versagt, rechten Terror als solchen wahrzunehmen.
Und das wiederum hängt mE durchaus mit den Verbindungen zwischen Leuten aus dem Sicherheitsapparat und rechtsextremen Kreisen zusammen. Wobei ich eigentlich einigermaßen optimistisch bin und denke, dass das gegenüber den frühen Jahrzehnten der BRD etwas abgenommen hat.
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Bravopunk
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Beitrag(#2304692) Verfasst am: 11.04.2024, 18:54    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
man kann es nicht einseitig reparieren.

Ausrufezeichen

Jetzt tu doch nicht so, als ob das profund wäre. Es ist ja nichtmal wahr.

Dann erklär mir doch mal, wie du es schaffen willst, mit jemandem eine vernünftige Diskussion zu führen, der keine vernünftige Diskussion führen will. Wie man mit jemandem über eine sinnvolle Politik in einem demokratischen Rechtsstaat reden will, der auf Demokratie und Rechtsstaat scheißt. Wie man überhaupt mit jemandem über vernünftige Politik reden will, der sich nicht für die Realität interessiert.


Indem man es versucht und nicht von vornherein ablehnt. Das ist der erste Schritt. Der zweite ist der, dass man die Diskussion nicht deshalb führt, um mit einem Populisten vernünftig zu diskutieren, sondern um dessen Wähler davon zu überzeugen, dass er keine brauchbaren Antworten auf die Probleme hat und schon bar keine, die ihnen helfen. Man führt die Diskussion also nicht um des Gegners, sondern um seiner Anhängerschaft willen. Dass der Gegner dadurch ein verlogener Populist zu sein, sich in den Mittelpunkt spielen will und damit dann Posten, Macht und Geld erringen will, ist klar. Aber dadurch, dass man sich in sein Schneckenhaus zurückzieht, wenn er dies tut, gibt man ihm ja nur das, was er will. Denn dann kann er ungestört seinen Jüngern predigen und sie gegen seine Gegner aufstacheln. Genau um diese Echokammer zu verhindern, auch auf der eigenen Seite, muss man ihn in der Öffentlichkeit mit seinen fehlerhaften Ideen konfrontieren. Der einzige, der daran dieses Isolation nicht zu beenden, Interesse hat, ist der, der auf seiner Seite seine Schäfchen im Trockenen haben und nicht durch fremde Ideen verunreinigt sehen will. Der also Angst hat, dass die Konfrontation nur dem anderen nützt, weil die eigene Seite zu schwach ist zu gewinnen.
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Beitrag(#2304693) Verfasst am: 11.04.2024, 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
....
Bei rechten Terroristen wie dem NSU ist dagegen oft der Terror selbst das Ziel. Entweder will man in bestimmten Bevölkerungsgruppen Schrecken verbreiten; das erreicht man schon allein dadurch, dass man immer wieder Leute aus diesen Bevölkerungsgruppen ermordet. Dass die Täter und ihre Absichten unklar bleiben, schadet das diesem Ziel überhaupt nicht, im Gegenteil. ....

Man merkt, dass Du kein Terrorost bist (ich eigentlich auch nicht, aber nach dem Eignungstest wurde ich immerhin für die Abwehr vorgeschlagen, weil man mit mit nix anfangen konnte zwinkern ).
Terror muss für die Zielgruppe als solcher erkennbar sein. D.h. bei einer sehr kleinen Zielgruppe, die spätestens nach dem dritten Mord auch klar erkennbar ist, brauche ich kein Bekennerschreiben.

Aber bei einer Gruppe wie "Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund", wie viele Tausend davon gibt es in Deutschland?, schaffst Du mit 9 Morden und drei Bombenanschlägen in 6 Jahren nur eine Verunsicherung in den betroffenen Familien, die sich diese Verbrechen nicht erklären können. Der Rest dürfte sich kaum als gemeint begriffen haben. Die Erkennbarkeit dieses Terrorismus ergibt sich erst im Rückblick mit zusätzlicher Information.
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Beitrag(#2304703) Verfasst am: 11.04.2024, 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hab's mir angesehen, das sog. duell.
Einer verf*** und verl*** als der andere. OK, der eine mehr.
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