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Früher links, heute konservativ ?
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Ralf Rudolfy
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Anmeldungsdatum: 11.12.2003
Beiträge: 26674

Beitrag(#491163) Verfasst am: 07.06.2006, 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Am besten ist das (spontan) in einem Monolog in dem Film,"Dioe fetten jahre sind vorbie" ausgedrückt:
"Irgendwann willst du mal was haben, as sein, denn haste was, biste was. Irgendwann hast du eine Familie, und denen willst du was bieten. Dazu musst du Karriere machen, dazu musst du handeln wie di andern, und so bist du irgendwann wie die anderen. und irgendwann ertappst du dich, wie du in der Wahlkabine steht, und für CDU ein Kreuz machst.

Das ist mir zu pauschal, und den darin unterstellten Automatismus verneine ich. Man kann sehr wohl materiell auskömmlich leben, ohne anderen in den Arsch zu kriechen und sich mit Statussymbolen zu umgeben.
Ich bin das, was man gemeinhin als leitenden Angestellten bezeichnet und ich habe ich respektables Einkommen, und dennoch mache ich kein Kreuz bei der CDU, dennoch hab ich kein Bedürfnis nach dickem Auto, Eigenheim und dergleichen, dennoch muß ich mich nicht zwecks Karriere verbiegen, und dennoch muß ich das Haste-was-biste-was-Spiel nicht mitmachen. Gut, ich habe vielleicht nicht ganz soviel Kohle wie andere, die das tun. Aber ich habe genug, mehr brauche ich nicht. Kurz gesagt: man kann jederzeit entscheiden, was einem im Leben wichtig ist.
_________________
Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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Tapuak
registrierter User



Anmeldungsdatum: 23.02.2006
Beiträge: 1264

Beitrag(#491170) Verfasst am: 07.06.2006, 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz großen Applaus für diesen Beitrag, Ralf Rudolfy! Smilie
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Ralf Rudolfy
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Anmeldungsdatum: 11.12.2003
Beiträge: 26674

Beitrag(#491172) Verfasst am: 07.06.2006, 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

Tapuak hat folgendes geschrieben:
Ganz großen Applaus für diesen Beitrag, Ralf Rudolfy! Smilie

Dankedanke. *verbeug*
_________________
Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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kolja
der Typ im Maschinenraum
Betreiber



Anmeldungsdatum: 02.12.2004
Beiträge: 16631
Wohnort: NRW

Beitrag(#491199) Verfasst am: 07.06.2006, 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

*ebenfalls bei Ralf unterschreib*
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Hard work often pays off after time, but laziness always pays off now.
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Skeptiker
"I can't breathe!"



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 16834
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#491249) Verfasst am: 07.06.2006, 15:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Am besten ist das (spontan) in einem Monolog in dem Film,"Dioe fetten jahre sind vorbie" ausgedrückt:
"Irgendwann willst du mal was haben, as sein, denn haste was, biste was. Irgendwann hast du eine Familie, und denen willst du was bieten. Dazu musst du Karriere machen, dazu musst du handeln wie di andern, und so bist du irgendwann wie die anderen. und irgendwann ertappst du dich, wie du in der Wahlkabine steht, und für CDU ein Kreuz machst.

Das ist mir zu pauschal, und den darin unterstellten Automatismus verneine ich. Man kann sehr wohl materiell auskömmlich leben, ohne anderen in den Arsch zu kriechen und sich mit Statussymbolen zu umgeben.
Ich bin das, was man gemeinhin als leitenden Angestellten bezeichnet und ich habe ich respektables Einkommen, und dennoch mache ich kein Kreuz bei der CDU, dennoch hab ich kein Bedürfnis nach dickem Auto, Eigenheim und dergleichen, dennoch muß ich mich nicht zwecks Karriere verbiegen, und dennoch muß ich das Haste-was-biste-was-Spiel nicht mitmachen. Gut, ich habe vielleicht nicht ganz soviel Kohle wie andere, die das tun. Aber ich habe genug, mehr brauche ich nicht. Kurz gesagt: man kann jederzeit entscheiden, was einem im Leben wichtig ist.


Bravo, sehe ich genau so! Coole Sache, das...

Die sehr klischeehafte, alte Leier von Xamanoth kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen.

Man bedenke, dass Friedrich Engels selbst ein erfolgreicher Unternehmer war. Trotzdem war er der engste Mitarbeiter von Karl Marx anstatt seine Seele als Hure des Kapitals zu verkaufen ...-



Skeptiker
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Das ist Postmoderne Ideologie! Psychologe und Philosoph analysieren RASSISMUS-Video

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Rene Hartmann
Säkular? Na klar!



Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 1404
Wohnort: Rhein-Main

Beitrag(#491567) Verfasst am: 07.06.2006, 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

Da gibt's doch diesen Spruch, der geht ungefähr so:
Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz, wer es mit 40 immer noch ist, hat keinen Verstand.

(Wird oft Churchill zugeschrieben, was aber unwahrscheinlich ist, denn der war nie Kommunist)
_________________
"Es kommt darauf an, zur Gruppe der Individualisten zu gehören"
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Wolf
registrierter User



Anmeldungsdatum: 23.08.2004
Beiträge: 16610
Wohnort: Zuhause

Beitrag(#491581) Verfasst am: 07.06.2006, 21:00    Titel: Antworten mit Zitat

Rene Hartmann hat folgendes geschrieben:
Da gibt's doch diesen Spruch, der geht ungefähr so:
Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz, wer es mit 40 immer noch ist, hat keinen Verstand.

(Wird oft Churchill zugeschrieben, was aber unwahrscheinlich ist, denn der war nie Kommunist)
Ersetze Kommunist durch links.
_________________
Trish:(
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#491582) Verfasst am: 07.06.2006, 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:

Das ist mir zu pauschal,

Ja, das ist polemik, die ich amüsant finde.

Zitat:
und den darin unterstellten Automatismus verneine ich.

Ganz so krass ist es natürlich nicht. Aber das man als Revolutionskämpfer und Linksagitator seinen Lebenslauf nciht unbedingt aufbessert, dürfte klar sien.


Zitat:
Man kann sehr wohl materiell auskömmlich leben, ohne anderen in den Arsch zu kriechen und sich mit Statussymbolen zu umgeben.
Durchaus.

Zitat:
Ich bin das, was man gemeinhin als leitenden Angestellten bezeichnet und ich habe ich respektables Einkommen, und dennoch mache ich kein Kreuz bei der CDU, dennoch hab ich kein Bedürfnis nach dickem Auto, Eigenheim und dergleichen, dennoch muß ich mich nicht zwecks Karriere verbiegen, und dennoch muß ich das Haste-was-biste-was-Spiel nicht mitmachen. Gut, ich habe vielleicht nicht ganz soviel Kohle wie andere, die das tun. Aber ich habe genug, mehr brauche ich nicht. Kurz gesagt: man kann jederzeit entscheiden, was einem im Leben wichtig ist.

Ein Mindestmaß an Anpassung halte ich in der Tat unvermeidlich, ob man das als Verbiegen bezeichnet, ist Geschmackssache, totale Schleimer udn Individualitätsauflöser sind in der Ats genauso erfolglos wie die Rebellen, aufgrund geringeren Mutes und meist geringeren Verstnades sogar mehr.
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Mrs. Krabs
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Anmeldungsdatum: 23.09.2005
Beiträge: 239
Wohnort: NRW

Beitrag(#491687) Verfasst am: 07.06.2006, 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:

Ein Mindestmaß an Anpassung halte ich in der Tat unvermeidlich.

Das muss ja nicht gleich bedeuten, dass man sein Kreuzchen bei der CDU macht. zwinkern

Aber mal was ganz anderes, wo ist denn der Teufel, den Du vorher als Avatar hattest? *heul*
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"Ich bin nicht mehr schön. Was hat das Leben noch für einen Sinn?" (aus "Das wandelnde Schloss")
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#491689) Verfasst am: 07.06.2006, 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

britta hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:

Ein Mindestmaß an Anpassung halte ich in der Tat unvermeidlich.

Das muss ja nicht gleich bedeuten, dass man sein Kreuzchen bei der CDU macht. zwinkern

Aber mal was ganz anderes, wo ist denn der Teufel, den Du vorher als Avatar hattest? *heul*

Nöö, FDP geht auch. zwinkern
Der kommt wieder. Das hier ist ein Porträt von einem Straßenmaler (zeigt mich). Ist aber auf Avatargröße verklienert etwas düster.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45792
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#491726) Verfasst am: 07.06.2006, 23:06    Titel: Antworten mit Zitat

Rene Hartmann hat folgendes geschrieben:
Da gibt's doch diesen Spruch, der geht ungefähr so:
Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz, wer es mit 40 immer noch ist, hat keinen Verstand.

(Wird oft Churchill zugeschrieben, was aber unwahrscheinlich ist, denn der war nie Kommunist)


Den kenne ich anders: "Wer mit 20 kein Kommunist ist, der hat kein Herz, wer mit 40 kein Kapitalist ist, der hat keinen Verstand !" Das stand uebrigens so vor Jahren in einem Kundenmagazin einer Schweizer Privatbank, dem "Bank von Ernst - Kurier"....

Tja, wer einmal "das Kapital" gelesen und auch begriffen hat, den laesst das ein Leben lang nicht mehr los.... Sehr glücklich

Gruss, Bernie
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Ralf Rudolfy
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Anmeldungsdatum: 11.12.2003
Beiträge: 26674

Beitrag(#491821) Verfasst am: 08.06.2006, 07:47    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Ein Mindestmaß an Anpassung halte ich in der Tat unvermeidlich, ob man das als Verbiegen bezeichnet, ist Geschmackssache, totale Schleimer udn Individualitätsauflöser sind in der Ats genauso erfolglos wie die Rebellen, aufgrund geringeren Mutes und meist geringeren Verstnades sogar mehr.

Ein Maß an Anpassung ist sicher überall notwendig. Die Grenze zum Verbiegen würde ich da setzen, wo ich für Ziele arbeiten müßte, die mir nicht passen. Oder auch, wenn ich dauern gebügelt und geschniegelt rumlaufen müßte, was mir auch nicht entspräche. Oder wenn ich täglich vorspielen müßte, etwas zu sein, das ich nicht bin oder sein will.
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Hubert
registrierter User



Anmeldungsdatum: 29.05.2006
Beiträge: 19
Wohnort: Frankfurt

Beitrag(#492029) Verfasst am: 08.06.2006, 13:40    Titel: Die Grenze ... Antworten mit Zitat

Die Grenze für jeden einzelnen ist immer das jeweilige ethische Empfinden
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Sehwolf
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Anmeldungsdatum: 26.03.2006
Beiträge: 10077

Beitrag(#492054) Verfasst am: 08.06.2006, 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Am besten ist das (spontan) in einem Monolog in dem Film,"Dioe fetten jahre sind vorbie" ausgedrückt:
"Irgendwann willst du mal was haben, as sein, denn haste was, biste was. Irgendwann hast du eine Familie, und denen willst du was bieten. Dazu musst du Karriere machen, dazu musst du handeln wie di andern, und so bist du irgendwann wie die anderen. und irgendwann ertappst du dich, wie du in der Wahlkabine steht, und für CDU ein Kreuz machst.

Das ist mir zu pauschal, und den darin unterstellten Automatismus verneine ich. Man kann sehr wohl materiell auskömmlich leben, ohne anderen in den Arsch zu kriechen und sich mit Statussymbolen zu umgeben.
Ich bin das, was man gemeinhin als leitenden Angestellten bezeichnet und ich habe ich respektables Einkommen, und dennoch mache ich kein Kreuz bei der CDU, dennoch hab ich kein Bedürfnis nach dickem Auto, Eigenheim und dergleichen, dennoch muß ich mich nicht zwecks Karriere verbiegen, und dennoch muß ich das Haste-was-biste-was-Spiel nicht mitmachen. Gut, ich habe vielleicht nicht ganz soviel Kohle wie andere, die das tun. Aber ich habe genug, mehr brauche ich nicht. Kurz gesagt: man kann jederzeit entscheiden, was einem im Leben wichtig ist.

Ich mach mein Kreuzchen auch unter Ralfs Aussage.

Dazu aber noch eine kleine Ergänzung:
Es ist ja nicht zwangsweise so, dass man das unmittelbar bemerkt. Viele rutschen in diese "Mühle" hinein, sich dieser "Mühle" wieder zu entziehen ist dann ungleich schwerer. Das gelingt nur den wenigsten, und zudem verspüren die wenigsten überhaupt den Wunsch sich dieser Mühle zu entziehen, die "schädlichen Nebenwirkungen" (zerrüttete Familie, Magengeschüre, Psycho-Stress etc.) werden wiederum innerhalb der Mühle kompensiert.



T.
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Konstrukt
konstruktiver Radikalist



Anmeldungsdatum: 19.08.2005
Beiträge: 6587
Wohnort: Im Barte des Propheten

Beitrag(#492067) Verfasst am: 08.06.2006, 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

"früher links, heute konservativ"....komische Aussage eigentlich.
Im angeheirateten Teil meiner Familie sind etliche "Ossis" die im Prinzip Links-Konservativ sind. Auch kenne ich viele Leute, die sich als Sozial-Konservativ oder so ähnlich einstufen. Konservativ kann z.B. ja auch sein, den Sozialstaates erhalten zu wollen. Jahrelang haben sich die etablierten Parteien fast ausschließlich dem gegenseitigen Diffamieren und Ausspielen hingegeben. Ergebnis ist doch immer nur gewesen, das den Armen in die Tasche gegriffen wird um es den Reichen zu geben. Wirtschaftspolitik im neoliberalen/neokonservativem Sinne eben. Nach dem Motto "Sozial ist was Arbeit schafft" (Haha, wo sind denn nun die Arbeitsplätze geblieben? Vermögenssteuer abgeschafft=Null Arbeitsplätze; Steuersenkungen=Null Arbeitsplätze usw.). Ein kapitalistisches und globalisiertes System lässt auch wenig Spielraum für politische Grundlinien. Die Politik ist so wirr und komplex wie die Welt geworden. Eine korrekte und eindeutige Zuordnung in Rechts und Links ist doch eigentlich nicht mehr möglich. Daher verzichte ich auch persönlich weitestgehend auf diese Schubladen.
Wichtig wäre mir eher: Politik für die Bevölkerung zu machen, anstatt für irgendwelche Lobbys.
Ich kann hierzu wärmstens das Buch von Jürgen Roth empfehlen "der Deutschland-Clan.
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"Geisteskrank den eignen Namen sagen: Ich ich ich ich denke also bin ich - Bin ich nicht! Ich ist geisteskrank. Und kauf mir was." (Peter Licht)
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Evilbert
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Anmeldungsdatum: 16.09.2003
Beiträge: 42408

Beitrag(#492503) Verfasst am: 08.06.2006, 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Ein Mindestmaß an Anpassung halte ich in der Tat unvermeidlich, ob man das als Verbiegen bezeichnet, ist Geschmackssache, totale Schleimer udn Individualitätsauflöser sind in der Ats genauso erfolglos wie die Rebellen, aufgrund geringeren Mutes und meist geringeren Verstnades sogar mehr.

Ein Maß an Anpassung ist sicher überall notwendig. Die Grenze zum Verbiegen würde ich da setzen, wo ich für Ziele arbeiten müßte, die mir nicht passen. Oder auch, wenn ich dauern gebügelt und geschniegelt rumlaufen müßte, was mir auch nicht entspräche. Oder wenn ich täglich vorspielen müßte, etwas zu sein, das ich nicht bin oder sein will.


Diese Grenzen sind aber leider fließend, seeehr fließend.

Und beispielsweise würde ich " dauern gebügelt und geschniegelt rumlaufen"(Also ich glaub ich sähe sehr bescheueert aus, es sei denn Poldi wäre dann mein Partner im außendiesnt; das wäre dann optisch schon wieder ästhetisch und könnte etwa an Blues Brothers erinnern) und "täglich vorspielen müßte, etwas zu sein, das ich nicht bin" (aber nicht, das ich nicht sein will, wohlgermerkt) , wenn ich für Ziele arbeiten könnte, die mir sehr gut passen.

Das alles überfordert mich, ich krieg langsam Kopfschmerzen.
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Tarvoc
Holy shit, 4 decades already.



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 44759

Beitrag(#492540) Verfasst am: 08.06.2006, 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Rene Hartmann hat folgendes geschrieben:
Wird oft Churchill zugeschrieben.

...ist aber von Karl Raimund Popper. zwinkern
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"Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der Ausnahmezustand, in dem wir leben, die Regel ist."
- Walter Benjamin, VIII. These zum Begriff der Geschichte
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Hubert
registrierter User



Anmeldungsdatum: 29.05.2006
Beiträge: 19
Wohnort: Frankfurt

Beitrag(#492814) Verfasst am: 08.06.2006, 23:18    Titel: Gute Ausdrucksweise, danke! Antworten mit Zitat

Konstrukt23 hat folgendes geschrieben:
"früher links, heute konservativ"....komische Aussage eigentlich.
Im angeheirateten Teil meiner Familie sind etliche "Ossis" die im Prinzip Links-Konservativ sind. Auch kenne ich viele Leute, die sich als Sozial-Konservativ oder so ähnlich einstufen. Konservativ kann z.B. ja auch sein, den Sozialstaates erhalten zu wollen.


Das find ich so im Prinzip am treffensten formuliert. Links-konservativ habe ich aber so in den Printmedien u.ä. aber so noch nie vernommen. Hat vielleicht etwas mit der westdeutschen Wahrnehmung der politischen Spektrumsraster vielleicht zu tun gehabt , wonach konservativ ja im kalten Krieg gegen sozialistische Denkweisen stand . Bei den "Konservativen" in Westdeutschland hatte man, so empfinde ich es oft, keine sozialistischen Vorstellungen zu haben, und bei den linken Richtungsparteien hat man scheins eben keine "konservativen" Bedürfnisse zu haben. Mit einem ungarischen Freund Anfang der 90-er Jahre haben wir uns den Spaß gegönnt, im Sommer in alternativen Garten-Weinkneipen dort öfters den Kontakt mit damals noch bekennenden Linken zu suchen. Uns fiel auf, das gerade Heimatliebe wegen der negativen Mißbrauchsgeschichte aus dem Faschismus dort äußerst tabuisiert war und wohl weiterhin ist. Dabei muss doch das eine mit dem anderen nicht unbedingt korrelieren. Natürlich ist da was dran. Wer nie richtig weg und herumkommt, der lernt auch wenig andere ansichten kennen und neigt unter weiteren ungünstigen Einflüssen (anhaltende arbeitslosigkeit, Sozialhilfe,etc.) dann möglicherweise schneller zu Extremitäten, wie wir sie ja leider in den neuen Ländern teilweise dann auch erlebt haben. Das hätte sich unter günstigern wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vielleicht mit der Zeit marginalisieren und etwas ausheilen lassen. So kam es eben anders. Das hat natürlich Ursachen, wie wir wissen, aber wir haben es im Moment und müssen uns damit auseinandersetzen.
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45792
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#494686) Verfasst am: 11.06.2006, 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

Das Phaenomen kennt wohl jeder "Linkssozialisierte" aus seinem Umfeld. Oft sind es gerade diejenigen, die frueher "ihr ganzes Leben der sozialistischen Revolution widmen" wollten, die inzwischen im fetten Mercedes-Bonz sitzen und sich genauso wie das frueher so verhasste "Establishment" gebaerden. Da gibt es im Westen genauso Beispiele fuer wie im Osten der Republik, wo manche auch schmerzlich erfahren mussten, dass solche DDR-Regimekritiker "von links", wie z.B. ein Wolf Biermann 25 Kg schwerer und im Benz ganz anders klingen wie frueher... Sehr glücklich

Solche Menschen sind im Grunde genommen heute genausowenig "rechts" wie sie frueher "links" waren. Sie sind vor allem Egoisten, Registrierkassen auf zwei Beinen, die jedem "Vordenker" nachdenken und jeder Weltanschauung hinterherrennen, von denen sie sich einen persoenlichen Vorteil versprechen. Solange man in jungen Jahren selbst ein mittelloser Hungerleider ist, entwickeln Wertesysteme, die die ungerechte Verteilung materieller Gueter beklagen und deren Umverteilung fordern, eine sehr grosse Anziehungskraft auf solche Gemueter. Die grosse Revolution im Namen der Gerechtigkeit hofft man naemlich mit positiver Bilanz abzuschliessen. Verfuegt man dann erst einmal selbst ueber ein ueberdurchschnittliches Einkommen und hat daneben ein huebsches kleines Vermoegen auf der Bank angehaeuft, dann werden politische Systeme, die, "Gerechtigkeit" hin "Gerechtigkeit" her, den Status Quo garantieren, ploetzlich viel interessanter. Deshalb ist ein solches Phaenomen ja auch nicht unbedingt sehr selten unter den alten "68gern""anzutreffen. Schliesslich liess sich, nach absolvierter Universitaetsausbildung, doch viel einfacher sein Schaefchen ins Trockene bringen als mit einer Maurerlehre... Fuer viele kam dann mit dem ersten top bezahlten Job die Stunde der Wahrheit. Manche drehten sich auffaellig schnell um 180 Grad und machten auf dem Weg vom KBW zur CDU noch nicht einmal bei SPD oder Gruenen halt, andere verbogen sich schwerfaelliger und nannten das eine "realistischere Sicht der Dinge durch Lebenserfahrung", solche finden sich zuhauf bei SPD und Gruenen, na die haben sich meist wenigstens noch einen Restbestand an Selbstachtung bewahrt. Daneben gibt es allerdings auch solche, die sich immer selbst treu geblieben sind und ihre alten Ideale, trotz mancher Kompromisse und auch echter Lernprozesse weiter bewahren.
Ob "Rechte" oder "Linke", es sind halt alles Menschen, weshalb ihnen nichts Menschliches fremd ist, im guten wie im schlechten Sinne...

Gruss, Bernie
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