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caballito zänkisches Monsterpony
Anmeldungsdatum: 16.07.2003 Beiträge: 12112
Wohnort: Pet Sematary
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(#554067) Verfasst am: 28.08.2006, 23:15 Titel: |
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Schalker hat folgendes geschrieben: | caballito hat folgendes geschrieben: |
Falsch. Du bist hier, wie scheonbar viele, dem von der Pharmaindustrie gepredigten Irrwitz erlegen, ein neues medikament müsse seine Entwicklungskosten einspielen. Es ist absolut nicht ersichtlich, wieso nicht, wie bei allen anderen Industriebranchen auch, die Entwicklung aus den allgemeinen Gewinnen finanziert werden kann. Jedenfalls habe ich noch nie gehört, wie Mercedes verkündet, der neuentwickelte Motor müsse jetzt aber erst mal besonders teuer verkaufen werden, um die Konstruktionskosten wieder einzuspielen. |
Über die Preisbildung neuer Medikamente kann man ja diskutieren. Aber der prinzipielle Unterschied zum Motor ist doch der, dass es bei Medikamenten ethisch hoch problematisch ist, nicht den neuentwickelten Motor zu kaufen. |
Ja, und, was ändert das?
Schalker hat folgendes geschrieben: | Will sagen: Es herrscht hier kein Wettbewerb wie beim Automobilmarkt. Und zwar aus dem trivialen Grund, dass ein neu entwickelter Motor kaum einen Einfluss auf die verbleibende Lebensspanne von Menschen hat. Wenn mir das Preis-Leistungs-Verhältnis beim neuen Motor hingegen nicht zusagt, kauf ich den alten. Den Wettbewerb kriegst du bei Medikamenten nicht hin. |
Nochmal ja und. Was hat das, was ich geschrieben habe, mit Wettbewerb zu tun? Eone Firma produziert etwas, verkauft es, und verdient damit Geld. Einen Teil des verdienten Geldes steckt sie in die Entwicklungsabteilung. Und dafür spuckt die Entwicklungsabteilung ab und an neue Entwicklungen aus, mit denen sich wieder was verdienen lässt. Entwicklungskosten sind Allgemeinkosten, es ist Blödsinn, die auf ein spezifisches Medikament zu beziehen.
_________________ Die Gedanken sind frei.
Aber nicht alle Gedanken wissen das.
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zelig Kultürlich
Anmeldungsdatum: 31.03.2004 Beiträge: 25405
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(#554198) Verfasst am: 29.08.2006, 09:19 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Tarvoc hat folgendes geschrieben: | Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Die elementare medizinische Versorgung gehen komplett auf Staatskosten. Dies wird aus allgemeinen Steuern finanziert. |
Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Welchen Ursprung entstammt eigentlich die hier als selbstverständlich geltende Annahme, der Staat habe seinen Bürgern etwas ohne Gegenleistung zu schenken? |
:twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: |
Genau, Tarvoc. Das ist der springende Punkt. Der Krankenversicherte würde von einem Beitragszahler mit Ansprüchen zu einem Bittsteller gegenüber dem Staat mutieren. Zwar halte ich die Kritik an den Verwaltungkosten der Krankenkassen, die auch vom zunehmenden Wildwuchs verursacht werden für berechtigt. Ich bezweifle aber, daß die Kosten sinken würden, wenn die öffentliche Hand mit der Verwaltung betraut würde.
_________________ Es gibt kein richtiges Leben im falschen.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#554204) Verfasst am: 29.08.2006, 09:39 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Welchen Ursprung entstammt eigentlich die hier als selbstverständlich geltende Annahme, der Staat habe seinen Bürgern etwas ohne Gegenleistung zu schenken? |
Sehr seltsame Sichtweise. Das klinkt ja, was wäre der Staat eine unabhängige Entität, die den Bürgern gegenüber steht und diesen großzügerweise gewisse Rechte einräumt. Was für eine Verdrehung! Der Staat ist doch vielmehr ein Instrument der Bürger, um gewisse Dinge besser zu organisieren - unter anderem Solidarität! Daher erscheint mir die Frage nach einem Anspruch der Bürger gegen den Staat wie ein semantischer Kunstgriff, um die Einforderung der versprochenen Solidarität wie ein Bittstellertum aussehen zu lassen.
_________________ Hard work often pays off after time, but laziness always pays off now.
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Xamanoth auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 7962
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(#554207) Verfasst am: 29.08.2006, 09:44 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Welchen Ursprung entstammt eigentlich die hier als selbstverständlich geltende Annahme, der Staat habe seinen Bürgern etwas ohne Gegenleistung zu schenken? |
Sehr seltsame Sichtweise. Das klinkt ja, was wäre der Staat eine unabhängige Entität, die den Bürgern gegenüber steht und diesen großzügerweise gewisse Rechte einräumt. Was für eine Verdrehung! Der Staat ist doch vielmehr ein Instrument der Bürger, um gewisse Dinge besser zu organisieren - unter anderem Solidarität! Daher erscheint mir die Frage nach einem Anspruch der Bürger gegen den Staat wie ein semantischer Kunstgriff, um die Einforderung der versprochenen Solidarität wie ein Bittstellertum aussehen zu lassen. |
Nun, dann haben wir ein unterschiedliches Staatsverständnis. Der Staat hat vor allem die Freiheit und Sicherheit der Bürger durch Ordnungsmaßnahmen aufrechtzuerhalten, selbst aber die Freiheit wenigstmöglich einzuschränken. Und dazu gehört es auch,den Bürger durch übermäßige Leistungen in die Abhängigkeit vom Staat zu begeben.
Des weiteren hat der Staat das bereitzustellen, was durch Pirvatisierung nicht effektiv geboten werden kann. Und das sollte so wenig wie möglich sein.
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caballito zänkisches Monsterpony
Anmeldungsdatum: 16.07.2003 Beiträge: 12112
Wohnort: Pet Sematary
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(#554215) Verfasst am: 29.08.2006, 10:00 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Welchen Ursprung entstammt eigentlich die hier als selbstverständlich geltende Annahme, der Staat habe seinen Bürgern etwas ohne Gegenleistung zu schenken? |
Sehr seltsame Sichtweise. Das klinkt ja, was wäre der Staat eine unabhängige Entität, die den Bürgern gegenüber steht und diesen großzügerweise gewisse Rechte einräumt. Was für eine Verdrehung! Der Staat ist doch vielmehr ein Instrument der Bürger, um gewisse Dinge besser zu organisieren - unter anderem Solidarität! Daher erscheint mir die Frage nach einem Anspruch der Bürger gegen den Staat wie ein semantischer Kunstgriff, um die Einforderung der versprochenen Solidarität wie ein Bittstellertum aussehen zu lassen. |
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554217) Verfasst am: 29.08.2006, 10:03 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Des weiteren hat der Staat das bereitzustellen, was durch Pirvatisierung nicht effektiv geboten werden kann. Und das sollte so wenig wie möglich sein. |
Warum?
Deutschland scheint ja momentan, ganz entgegen zu deinen Vorschlägen, den Gesundheitssozialismus einzuführen. Und das ist eine tolle Sache. Hier in Österreich funktioniert das prächtig.
Zuletzt bearbeitet von Sokrateer am 29.08.2006, 10:03, insgesamt einmal bearbeitet |
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#554218) Verfasst am: 29.08.2006, 10:03 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Nun, dann haben wir ein unterschiedliches Staatsverständnis. |
Ganz offensichtlich haben wir auch ein unterschiedliches Verständnis von Freiheit und Solidarität, bzw. letzteres konnte ich bei Dir noch gar nicht erkennen. Im übrigen halte ich "Freiheit" für eine der meistmisssbrauchten Worthülsen überhaupt. Man sollte diesen Begriff diskreditieren wo es nur geht.
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zelig Kultürlich
Anmeldungsdatum: 31.03.2004 Beiträge: 25405
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(#554219) Verfasst am: 29.08.2006, 10:03 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Des weiteren hat der Staat das bereitzustellen, was durch Pirvatisierung nicht effektiv geboten werden kann. Und das sollte so wenig wie möglich sein. |
Warum?
Deutschland scheint ja momentan, ganz entgegen zu deinen Vorschlägen, den Gesundheitssozialismus einzuführen. Und das ist eine tolle Sache. Hier in Österreich funktioniert das prächtig. |
Ironie? Oder nicht?
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caballito zänkisches Monsterpony
Anmeldungsdatum: 16.07.2003 Beiträge: 12112
Wohnort: Pet Sematary
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(#554220) Verfasst am: 29.08.2006, 10:03 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Nun, dann haben wir ein unterschiedliches Staatsverständnis. Der Staat hat vor allem die Freiheit und Sicherheit der Bürger durch Ordnungsmaßnahmen aufrechtzuerhalten, selbst aber die Freiheit wenigstmöglich einzuschränken. Und dazu gehört es auch,den Bürger durch übermäßige Leistungen in die Abhängigkeit vom Staat zu begeben. |
All das ändert aber nichts daran, dass die Bürger der Staat sind und ihm nicht als Handelspartner gegenüberstehen. Und was heißt "übermäßig"? Und was heißt, nicht abhängog werden? Welcher Mensch ist nicht abhängig von der Gesellschaft, in der er lebt?
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554221) Verfasst am: 29.08.2006, 10:04 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Nun, dann haben wir ein unterschiedliches Staatsverständnis. |
Ganz offensichtlich haben wir auch ein unterschiedliches Verständnis von Freiheit und Solidarität, bzw. letzteres konnte ich bei Dir noch gar nicht erkennen. Im übrigen halte ich "Freiheit" für eine der meistmisssbrauchten Worthülsen überhaupt. Man sollte diesen Begriff diskreditieren wo es <s>nur geht</s>nötig ist. |
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zelig Kultürlich
Anmeldungsdatum: 31.03.2004 Beiträge: 25405
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(#554222) Verfasst am: 29.08.2006, 10:04 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Im übrigen halte ich "Freiheit" für eine der meistmisssbrauchten Worthülsen überhaupt. |
Yepp. Ebenso wie "Würde".
_________________ Es gibt kein richtiges Leben im falschen.
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554223) Verfasst am: 29.08.2006, 10:05 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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zelig hat folgendes geschrieben: | Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Des weiteren hat der Staat das bereitzustellen, was durch Pirvatisierung nicht effektiv geboten werden kann. Und das sollte so wenig wie möglich sein. |
Warum?
Deutschland scheint ja momentan, ganz entgegen zu deinen Vorschlägen, den Gesundheitssozialismus einzuführen. Und das ist eine tolle Sache. Hier in Österreich funktioniert das prächtig. |
Ironie? Oder nicht? |
Nein, ernst gemeint. Gesundheitssozialismus ist effizient und effektiv.
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zelig Kultürlich
Anmeldungsdatum: 31.03.2004 Beiträge: 25405
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(#554224) Verfasst am: 29.08.2006, 10:06 Titel: |
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ok
_________________ Es gibt kein richtiges Leben im falschen.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#554226) Verfasst am: 29.08.2006, 10:07 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: | [...] Gesundheitssozialismus [...] ist eine tolle Sache. Hier in Österreich funktioniert das prächtig. |
Beschreib' mal näher.
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554232) Verfasst am: 29.08.2006, 10:12 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Sokrateer hat folgendes geschrieben: | [...] Gesundheitssozialismus [...] ist eine tolle Sache. Hier in Österreich funktioniert das prächtig. |
Beschreib' mal näher. |
Damit meine ich vor allem einmal die Plichtversicherung. Jedes Modell von freier Versicherungswahl führt zum unsolidarischen Wettbewerb. Eine Krankenkassa kann ihre Ausgaben am stärksten senken, indem sie darauf schaut, dass möglichst wenig potentiell Kranke bei ihr versichert sind. (Alte, chronisch Kranke, Frauen (Schwangerschaft)). Alle anderen Einsparungsmöglichkeiten sind dagegen Peanuts.
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Xamanoth auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 7962
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(#554233) Verfasst am: 29.08.2006, 10:15 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: |
Ganz offensichtlich haben wir auch ein unterschiedliches Verständnis von Freiheit und Solidarität, bzw. letzteres konnte ich bei Dir noch gar nicht erkennen. |
Es gibt auch keine gesamtgesellschaftliche Solidarität, die über das elementare hinausgeht. Solidarität gibt es für nahestehende, Verwandte, Freunde, aber nicht gesamtgesellschaftlich.
Zitat: | Im übrigen halte ich "Freiheit" für eine der meistmisssbrauchten Worthülsen überhaupt. Man sollte diesen Begriff diskreditieren wo es nur geht. | Nein. Freiheit üwrde ich als Abwesenheit von Zwang definieren. Zu glauben, denken, tun ws man will. Keine Leistung ohne Gegenleistung erbringen zu müssen.
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554237) Verfasst am: 29.08.2006, 10:18 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | kolja hat folgendes geschrieben: |
Ganz offensichtlich haben wir auch ein unterschiedliches Verständnis von Freiheit und Solidarität, bzw. letzteres konnte ich bei Dir noch gar nicht erkennen. |
Es gibt auch keine gesamtgesellschaftliche Solidarität, die über das elementare hinausgeht. Solidarität gibt es für nahestehende, Verwandte, Freunde, aber nicht gesamtgesellschaftlich. |
Das gibt es sehr wohl.
Witzigerweise hat das Frau "there is no society" Thatcher in ihrem hohen Alter nun auch erkannt.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#554239) Verfasst am: 29.08.2006, 10:20 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Es gibt auch keine gesamtgesellschaftliche Solidarität, die über das elementare hinausgeht. Solidarität gibt es für nahestehende, Verwandte, Freunde, aber nicht gesamtgesellschaftlich. |
Schließe nicht von Dir auf andere.
Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Freiheit üwrde ich als Abwesenheit von Zwang definieren. Zu glauben, denken, tun ws man will. Keine Leistung ohne Gegenleistung erbringen zu müssen. |
Sehr naiv. In der Wüste wärest Du maximal frei.
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zelig Kultürlich
Anmeldungsdatum: 31.03.2004 Beiträge: 25405
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(#554240) Verfasst am: 29.08.2006, 10:21 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Eine Krankenkassa kann ihre Ausgaben am stärksten senken, indem sie darauf schaut, dass möglichst wenig potentiell Kranke bei ihr versichert sind. (Alte, chronisch Kranke, Frauen (Schwangerschaft)). Alle anderen Einsparungsmöglichkeiten sind dagegen Peanuts. |
Gegen diese "Einsparmöglichkeit" gibt es in D bei den GKVs den Risiko-Struktur-Ausgleich. Die PKVs sind davon natürlich ausgenommen und wehren sich mit Händen und Füßen gegen Überlegungen mit einbezogen zu werden.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#554241) Verfasst am: 29.08.2006, 10:22 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Damit meine ich vor allem einmal die Plichtversicherung. Jedes Modell von freier Versicherungswahl führt zum unsolidarischen Wettbewerb. Eine Krankenkassa kann ihre Ausgaben am stärksten senken, indem sie darauf schaut, dass möglichst wenig potentiell Kranke bei ihr versichert sind. (Alte, chronisch Kranke, Frauen (Schwangerschaft)). Alle anderen Einsparungsmöglichkeiten sind dagegen Peanuts. |
Ja, das sehe ich auch so, habe auch schon öfter so argumentiert. Ich wusste allerdings nicht, dass es in Österreich keine Möglichkeit zur Privatversicherung gibt. War das schon immer so? Woran kann man festmachen, dass es besser funktioniert als das deutsche Modell?
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554242) Verfasst am: 29.08.2006, 10:26 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Sehr naiv. In der Wüste wärest Du maximal frei. |
Könnte man auf den ersten Blick meinen. Die Wüste würde mir viele Zwänge auferlegen. In der Praxis hat man in einem modernen Staat viel mehr Freiheiten. Ich muss mein Leben überhaupt nicht nach der Natur richten. Essen und Wasser gibt es immer usw.
Sich seine Versicherung aussuchen zu müssen, anstatt eine vom Staat zugeteilt zu bekommen, ist auch ein Zwang.
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554243) Verfasst am: 29.08.2006, 10:29 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Ja, das sehe ich auch so, habe auch schon öfter so argumentiert. Ich wusste allerdings nicht, dass es in Österreich keine Möglichkeit zur Privatversicherung gibt. War das schon immer so? Woran kann man festmachen, dass es besser funktioniert als das deutsche Modell? |
Das Problem mit dem Strukturausgleich besteht nicht und das Gesundheitswesen ist sehr günstig, gemessen am BIP. Am teuersten von den OECD-Ländern sind übrigens die USA. Alles privat, alles teuer, miserable Leistung, die sogar von Kuba tw. überboten wird.
Private Zusatzversicherungen gibt es. Sind aber mMn sinnlos.
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Xamanoth auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 7962
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(#554244) Verfasst am: 29.08.2006, 10:29 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: |
Schließe nicht von Dir auf andere.
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Ich bin durchaus für humanitäres und soziales Engagement jeglicher Art. So ich die Möglichkeit hätte (als Student habe ich die nicht) wäre ich auch bereit, enen gewissen Einkommensanteil für soziale und humane Ziele zu spenden.[/quote]
Aber Solidarität lässt sich zwar fördern, aber nicht erzwingen.
Frau Thatcher hat ihre "there is no society" Aussage widerrufen? Das enttäuscht mich.
Zitat: | Sehr naiv. In der Wüste wärest Du maximal frei. |
Es stimmt, das war etwas zu kurz gegriffen. Obwohl nein - in der Wüste gibt es zwar keine Zwänge, aber auch kaum Entfaltungsmöglichkeiten.
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554245) Verfasst am: 29.08.2006, 10:32 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Frau Thatcher hat ihre "there is no society" Aussage widerrufen? Das enttäuscht mich. |
Nein, das hat sie mW nicht. Aber sie regt sich über ihr eigenes privates Pensionsystem auf und hat Mitleid mit all den zahlreichen Opfern ihrer eigenen Idiotie. Schuld sieht sie aber nicht bei ihr.
Pensionssozialismus ist jedenfalls überlegen.
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554246) Verfasst am: 29.08.2006, 10:34 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Aber Solidarität lässt sich zwar fördern, aber nicht erzwingen. |
Man kann auch keine Solidarität zu Nahestehenden, Verwandten und Freunden erzwingen.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#554247) Verfasst am: 29.08.2006, 10:35 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Die Wüste würde mir viele Zwänge auferlegen. In der Praxis hat man in einem modernen Staat viel mehr Freiheiten. Ich muss mein Leben überhaupt nicht nach der Natur richten. Essen und Wasser gibt es immer usw. |
Weil tausende Menschen ihre Lebenszeit opfern, damit Essen und Wasser immer verfügbar sind. Soviel zum Thema "Unabhängigkeit". In einer komplexen, hochgradig arbeitsteiligen und vernetzten Gesellschaft muss man sich schon etwas genauer überlegen, was man realistischerweise mit "Freiheit" und "Zwang" bezeichnen sollte. Statt dessen wedeln die Naivlinge mit bunten Papierchen herum und tun so, als wären diese komplexen Beziehungen damit gut und gerecht modellierbar.
Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Sich seine Versicherung aussuchen zu müssen, anstatt eine vom Staat zugeteilt zu bekommen, ist auch ein Zwang. |
Eben.
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Tarvoc Holy shit, 4 decades already.
Anmeldungsdatum: 01.03.2004 Beiträge: 44759
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(#554249) Verfasst am: 29.08.2006, 10:38 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Und dazu gehört es auch, den Bürger durch übermäßige Leistungen in die Abhängigkeit vom Staat zu begeben. |
Klar. Die Abhängigkeit von einem 'Arbeitgeber' ist natürlich viiiiiiiiiiiiiel besser.
Die Einführung eines allgemeinen BGE macht den Bürger genausowenig wirtschaftlich vom Staat abhängig, wie die Einführung einer allgemeinen Wahlpflicht den Bürger politisch vom Staat abhängig machte. Im Gegenteil, vielmehr durchbricht es die bereits bestehende Abhängigkeit nicht nur von der Lohnarbeit (was ganz evident ist), sondern auch vom Staat selbst. Es ist offensichtlich, dass ein BGE die Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen nicht verringert, sondern vergrößert, auch dem Staat gegenüber. Zumindest im Vergleich zu Hartz 4 und Ein-Euro-Jobs.
_________________ "Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der Ausnahmezustand, in dem wir leben, die Regel ist."
- Walter Benjamin, VIII. These zum Begriff der Geschichte
Zuletzt bearbeitet von Tarvoc am 29.08.2006, 10:51, insgesamt 9-mal bearbeitet |
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#554251) Verfasst am: 29.08.2006, 10:39 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Die Wüste würde mir viele Zwänge auferlegen. In der Praxis hat man in einem modernen Staat viel mehr Freiheiten. Ich muss mein Leben überhaupt nicht nach der Natur richten. Essen und Wasser gibt es immer usw. |
Weil tausende Menschen ihre Lebenszeit opfern, damit Essen und Wasser immer verfügbar sind. Soviel zum Thema "Unabhängigkeit". In einer komplexen, hochgradig arbeitsteiligen und vernetzten Gesellschaft muss man sich schon etwas genauer überlegen, was man realistischerweise mit "Freiheit" und "Zwang" bezeichnen sollte. Statt dessen wedeln die Naivlinge mit bunten Papierchen herum und tun so, als wären diese komplexen Beziehungen damit gut und gerecht modellierbar. |
Ist aber besser, als wenn sich jeder einzelne seine Lebenszeit für die Beschaffung, Rationierung und Speicherung von Wasser opfern und seinen Tagesablauf drumherum organisieren muss.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#554254) Verfasst am: 29.08.2006, 10:42 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Ist aber besser, als wenn sich jeder einzelne seine Lebenszeit für die Beschaffung, Rationierung und Speicherung von Wasser opfern und seinen Tagesablauf drumherum organisieren muss. |
Klar, ich wollte vor allem in die Richtung "Privatisierung / freier Markt / 'mit bunten Papierchen wedeln' ist die Vorzugslösung für die Organisierung gesellschaftlicher Verhältnisse" sticheln.
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Stefan auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 03.08.2004 Beiträge: 6217
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(#554259) Verfasst am: 29.08.2006, 10:49 Titel: Re: Meine Vorschläge für ein neues Gesundheitssystem |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Folgende Ideen:
1. Gesetzliche Krankenkassen werden abgeschafft.
2. Die elementare medizinische Versorgung (da möchte ich mcih nicht festlegen, aber die Latte sollte eher zu hoch als zu niedrig angesetzt werden) gehen komplett auf Staatskosten. Dies wird aus allgemeinen Steuern finanziert.
3. In Kombination mit meinen Ideen zur Familienförderung später mal) werden familien mit Kindern zusätzlich subventioniert.
4. Für Bedürftige subventioneirt der Staat die Krankenkassenbeiträge. |
Einziges Ergebnis: Arbeitgeber werden aus ihrer Verantwortung zur Solidarität entlassen. Das und weitere Aussagen von dir, wie "Welchen Ursprung entstammt eigentlich die hier als selbstverständlich geltende Annahme, der Staat habe seinen Bürgern etwas ohne Gegenleistung zu schenken?", zeigen wieder mal überdeutlich aus welcher neoliberalen Ecke deine heuchelsosziale Gesinnung stammt. Pfui!
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