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Welcher Partei fühlt ihr euch am ehesten verbunden? |
Konservative Parteien |
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4% |
[ 4 ] |
Sozialdemokratische Parteien |
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17% |
[ 15 ] |
Linksparteien |
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27% |
[ 24 ] |
"Grüne" Parteien |
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19% |
[ 17 ] |
Nationale Parteien ("Rechte") |
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1% |
[ 1 ] |
Liberale Parteien |
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22% |
[ 20 ] |
Sonstige Parteien |
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6% |
[ 6 ] |
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Stimmen insgesamt : 87 |
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Autor |
Nachricht |
Raphael auf Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 01.02.2004 Beiträge: 8362
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(#645053) Verfasst am: 21.01.2007, 04:57 Titel: |
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Tapuak hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: | Tapuak hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: | liberalkonservativ |
Könntest du dieses Oxymoron vielleicht etwas erläutern? |
Ideologen mögen das für ein Oxymoron halten. Vielleicht hilft es zum Verständnis, wenn ich meine Einstellung als freiheitlich-demokratisch und wertkonservativ konkretisiere. (Wer das allerdings ins Parteienspektrum als FDP/CDU einzuordnen versucht, trifft so ziemlich das Gegenteil meiner politischen Ansichten.) |
"Freiheitlich-demokratisch" klingt für mich primär nach politischen Rechten und Strukturen, also Teilnahmerechte am politischen Prozess, Vereinigungsfreiheit, Mehrparteiensystem und dergleichen. "Wertkonservativ" heißt für mich: Kuppeleiparagraph, Privilegierung von Ehe, Familie und Heterosexualität, traditionelle Religiosität, Nationalstaatsdenken, Werschätzung kultureller und rassischer Homogenität, Paternalismus. Interessante Kombination. Ich habe nur keine Ahnung, was das mit Liberalismus zu tun haben soll, also meinst du vermutlich etwas anderes, wenn du von "wertkonservativ" sprichst. |
Sehr richtig. Denn alles, was Du da aufzählst, ist nicht Wert, sondern Unwert. Genauso kannst Du Liberalismus auch zum Wirtschafts"liberalismus" pervertieren. Konservative Werte sind in erster Linie die Erhaltung des Friedens und der Natur, der Schutz der Umwelt, die Förderung von verantwortetem Zusammenleben von Menschen in Partnerschaften und Familien, die Achtung des Lebens, der Menschenwürde und Menschenrechte, die Einhaltung der rechts- und sozialstaatlichen Ordnung, der Gedanke der Eigenverantwortung des Menschen für sein Leben.
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Raphael auf Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 01.02.2004 Beiträge: 8362
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(#645055) Verfasst am: 21.01.2007, 05:03 Titel: |
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hehehe hat folgendes geschrieben: | Zitat: | Ich habe mit lebenslang in Guantanamo natürlich übertrieben, aber bei Pelzmänteln werde ich emotional und verstehe auch nur wenig Spaß. |
Wer bei all dem menschlichen Leid und Ungerechtigkeiten auf der Welt sein moralisches Empfinden ausgerechnet irgendwelchen Nagetier-Viechern zuwendet, kommt irgendwie mit dem Beigeschmack der Menschenverachtung bzw. des Menschenhasses daher, den man auch aus Deinen Guantanamo-Phantasien ablesen kann. Das Perversionspotenzial dieses Öko-Moralismus zeigt sich ja auch an dem amüsanten Fakt, dass ausgerechnet Adolf Hitler ein fanatischer Tierfreund war, dem wir die ersten deutschen Tierschutzgesetze zu verdanken haben. Insofern sollten Leute wie Du sich mal fragen, ob hinter ihrem Gutmenschen-Öko-Heiteitei nicht in Wirklichkeit blanke Menschenverachtung steckt.
Und Dir zuliebe zieh ich demnächst mal wieder einen Pelzmantel an, bei Erkältung gar keine schlechte Idee  |
Ich hab mich auch geärgert über die Sache mit den Pelzmänteln. Immerhin bin ich aber auch dagegen, Tiere bloß wegen ihres Fells zu halten oder zu jagen und zu töten. Man kann sich auch ohne Pelz warm anziehen, und es gibt inzwischen auch gute unechte Pelze. Ich muss allerdings zugeben, dass sich dieser Gedanke auch auf die Ernährung übertragen lässt, und da möchte ich nicht auf Wurst und Schnitzel verzichten. Vielleicht inkonsequent. Aber das ist hier nur am Rande Thema geworden und kann auf Wunsch in einem eigenen Thread erörtert werden.
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Critic oberflächlich
Anmeldungsdatum: 22.07.2003 Beiträge: 16377
Wohnort: Arena of Air
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(#645056) Verfasst am: 21.01.2007, 05:07 Titel: |
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Schwanke mittlerweile so zwischen SPD und Linkspartei. Ist, wenn man so will, manchmal schwierig. Etwa
- wenn man jemanden wählt, weil man eine Bundeskanzlerin Merkel nicht will, und die dann eben deswegen(?) kriegt,
- wenn vor der Wahl getönt wird, mit einer bestimmten Partei sei keine Mehrwertsteuererhöhung zu machen, die sich aber nach der Wahl alsbald auf eine größere Erhöhung "einigt" als die gegnerische Partei ursprünglich gewollt hatte,
- wenn man in den Nachrichten hört, daß da ein SPD-Politiker in eine Kiste mit den Konservativen und der Blöd-Zeitung springt und ein Verbot der sogenannten "Killerspiele" fordert, das ja auch nicht sachlich motiviert ist,
- und eben auch, wenn man hört, wie eben von Seiten der letzten Bundesregierung mit Kurnaz umgesprungen wurde, nachdem auch die USAner nichts gegen ihn vorbringen konnten, deren Philosophie es ja auch ist, Leute im Zweifel lieber länger einzusperren. Natürlich muß man irgendwo zwischen Partei und Amtsträgern differenzieren. Andererseits aber wird ja im Zweifel auch nicht eine Politik gemacht, die mit der Basis abgestimmt ist.
Eine Alternative dazu kann eigentlich auch nur links sein. Allerdings sind diese teilweise auch gruselig:
- Vor Jahr und Tag ging es z.B. einmal um die Frage der Menschenrechte auf Kuba. Natürlich schoß die EU teilweise zu weit, weil Kuba nun einmal nichts gegen die Zustände in Guantanamo tun kann. Andererseits aber wurden Mitglieder der Linkspartei zurückgepfiffen, die sich an einer Aufforderung an die kubanische Regierung beteiligen wollten, doch die Menschenrechte mehr zu beachten. Tenor der Fraktion war damals, man müsse erst einmal von den Rechten sprechen, die die Menschen auf Kuba schon hätten. Sicher geht es Milliarden Menschen schlechter als denen auf Kuba. Allerdings ist dieses Ausgehen von einem "Minimalkonsens" doch befremdlich, wo man etwa hierzulande eine Verbesserung der Lebenssituation fordert.
_________________ "Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"
Dann bin ich halt bekloppt.
"Wahrheit läßt sich nicht zeigen, nur erfinden." (Max Frisch)
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Raphael auf Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 01.02.2004 Beiträge: 8362
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(#645057) Verfasst am: 21.01.2007, 05:07 Titel: |
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hehehe hat folgendes geschrieben: | Zitat: | Ich gehöre zu denjenigen, die die Wahrheit auszusprechen wagen, dass ein Schwuler kein Christ sein kann |
Das ist nicht nur keine Wahrheit, sondern dummes Zeug. Zeigt sich schon an der Tatsache, dass es solche Schwule durchaus gibt. Dass sich für die Betroffenen daraus ein moralisches Problem ergibt, heisst ja nicht, dass man deswegen kein Christ mehr sein könnte. Moralische Probleme ergeben sich auch aus sonst jeder Sünde, die man begeht - und da man lebenslang ein Sünder bleibt, gehört dies für den Christen nunmal dazu. Christ sein heisst nicht, dass man nicht mehr sündigt (das hat u.a. auch Paulus ausdrücklich gesagt), sondern sich der Sünden bewusst ist und sich bemüht sie zu vermeiden. |
Natürlich gibt es auch unter Schwulen Masochisten. Dennoch bin ich nicht der Meinung, dass man, wenn man Achtung vor sich selbst hat, einer Religion angehören kann, deren "heiliges" Buch die eigene Ermordung fordert, deren "Würdenträger" Hass gegen einen predigen und deren Organisationen einen unausgesetzt schlechter stellen als andere Mitglieder.
Zuletzt bearbeitet von Raphael am 21.01.2007, 05:08, insgesamt einmal bearbeitet |
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Sri YUKTEREZ registrierter User
Anmeldungsdatum: 12.01.2007 Beiträge: 223
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(#645058) Verfasst am: 21.01.2007, 05:08 Titel: |
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Raphael hat folgendes geschrieben: | Ich hab mich auch geärgert über die Sache mit den Pelzmänteln. Immerhin bin ich aber auch dagegen, Tiere bloß wegen ihres Fells zu halten oder zu jagen und zu töten. Man kann sich auch ohne Pelz warm anziehen, und es gibt inzwischen auch gute unechte Pelze. Ich muss allerdings zugeben, dass sich dieser Gedanke auch auf die Ernährung übertragen lässt, und da möchte ich nicht auf Wurst und Schnitzel verzichten. Vielleicht inkonsequent. Aber das ist hier nur am Rande Thema geworden und kann auf Wunsch in einem eigenen Thread erörtert werden. |
Man kann es schon deshalb nicht auf die Ernährung übertragen, weil ein Fleischesser immer noch die Ausrede hat, daß er sich ernähren muß. Ein Pelzmantelträger hat allerdings keine Ausrede, und kann nur noch zu seinem eigenem Nachteil frech werden (zumindest die, welche mit mir zu tun bekamen)
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RdC Zyniker
Anmeldungsdatum: 25.11.2004 Beiträge: 740
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(#645097) Verfasst am: 21.01.2007, 11:36 Titel: |
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Doc Extropy hat folgendes geschrieben: | Wolf hat folgendes geschrieben: | Doc Extropy hat folgendes geschrieben: |
Nein, das sind die Werte, die hinter dem Wort "Familie" stecken. Lies mal auf den Websiten der Familienfanatiker, z.B. www.kath.net . |
Naund? Dadurch das kathnet Schwachsinn schreibt wird er auch nicht wahrer.
Können unehelicher Kinder nicht Teil einer Familie sein? |
Darum gehts nicht. "Familie" ist eine Ideologie, bei der es um die totale Vereinnahmung des Individuums durch das Kollektiv geht. |
Entschuldige, aber das ist wohl das genaue Gegenteil.
Eine gesunde Familie ist eine selbständige Einheit, die vom Kollektiv bzw. vom Staat unabhängig ist.
Eine gesunde Familie braucht kein Kindergeld, kein Arbeitslosengeld, kein Karenzgeld, keine Sozialhilfe, keine staatliche Pensionsvorsorge, keine staatlich geförderten Kindergärten usw.
Eine gesunde Familie braucht wenig Staat (meistens nur die öffentliche Infrastruktur).
Natürlich ist eine Familie nur dann gesund, wenn sie die Früchte ihrer Arbeit zum größten Teil selbst nutzen kann.
Und genau das ist der Grund warum alle Sozialisten, egal ob es nun die Nazis oder die Kommunisten sind, die Familie schwächen oder zerstören wollen indem sie den Leuten das Geld wegnehmen und damit kollektive (sozialistische bzw. "soziale") Einrichtungen finanzieren.
Auf diese Weise soll ein Bevölkerung geschaffen werden, die dumm gehalten wird und vom Kollektiv komplett abhängig ist.
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RdC Zyniker
Anmeldungsdatum: 25.11.2004 Beiträge: 740
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(#645101) Verfasst am: 21.01.2007, 11:47 Titel: |
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Wolf hat folgendes geschrieben: | narziss hat folgendes geschrieben: | hehehe hat folgendes geschrieben: | Zitat: | "Familie" ist eine Ideologie, bei der es um die totale Vereinnahmung des Individuums durch das Kollektiv geht. |
Größeren Schwachsinn hab ich glaube ich hier noch nicht gelesen, aber es finden sich immer neue Steigerungen
Familien gibt es seit es Menschen gibt, ohne dass irgendwelche Philosophen eine zugehörige Ideologie erfunden hätten. Der Grund ist ganz einfach: Eine Familie ist eine Verwandschaftsgruppe, die sich nunmal natürlicherweise aus der sexuellen Fortpflanzung des Menschen ergibt. Sie ist also bestimmt keine Ideologie (=Ideenlehre, ein Begriff den es übrigens erst seit der franz. Revolution gibt). | Ich glaube, hier muss ich dir zustimmen. |
Ich würde es nicht auf die biologische Variante einschränken. Mir geht es um die soziale Struktur.
Und die Ideenlehre würde ich Platon zu ordnen. |
Naja, biologische Familien funktionieren nun mal am besten.
Die "sozial strukturierten Familien" funktionieren nicht so richtig. Z.B. hat ein Kind mit Stiefmutter oder -vater das 50fache (!) Risiko von seinen "Eltern" ermordet zu werden als ein Kind, das mit seinen biologischen Eltern zusammenwohnt. Auch sind adoptierte Kinder auch selbst sehr häufig gestört (z.B. waren etwa ein Viertel aller Sexualserienmörder Adoptivkinder, das Risiko ist also auch hier um Größenordnungen höher - wobei natürlich auch eine genetische Komponente nicht auszuschließen ist)
Daher würde ich es sehr wohl auf die biologische Variante einschränken. Alles andere ist ein Notbehelf wenn die Eltern unfähgig, unverantwortlich oder tot sind. Und es funktioniert auch nicht viel besser als ein Notbehelf.
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Pfaffenschreck Schwarzwaldelch; möööh
Anmeldungsdatum: 09.05.2006 Beiträge: 6422
Wohnort: City of dope
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(#645152) Verfasst am: 21.01.2007, 13:28 Titel: |
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hehehe hat folgendes geschrieben: |
Wer bei all dem menschlichen Leid und Ungerechtigkeiten auf der Welt sein moralisches Empfinden ausgerechnet irgendwelchen Nagetier-Viechern zuwendet, kommt irgendwie mit dem Beigeschmack der Menschenverachtung bzw. des Menschenhasses daher, den man auch aus Deinen Guantanamo-Phantasien ablesen kann. Das Perversionspotenzial dieses Öko-Moralismus zeigt sich ja auch an dem amüsanten Fakt, dass ausgerechnet Adolf Hitler ein fanatischer Tierfreund war, dem wir die ersten deutschen Tierschutzgesetze zu verdanken haben. Insofern sollten Leute wie Du sich mal fragen, ob hinter ihrem Gutmenschen-Öko-Heiteitei nicht in Wirklichkeit blanke Menschenverachtung steckt.
Und Dir zuliebe zieh ich demnächst mal wieder einen Pelzmantel an, bei Erkältung gar keine schlechte Idee  |
Ja klar, bloß weil Hitler einen Schäferhund hatte und Vegetarier war, sind alle Tierschützer und Vegetarier Nazis. Logisch. Du bist wirklich nicht ganz dicht. Und wenn Hitler behauptet hätte 2+2=4, müssen wir dann alle Mathematiker einsperren? Ist das jetzt "christliche Logik" oder einfach nur bescheuert?!
_________________ Merkwürdig, ich kann mich nicht erinnern, jemals einer kirchlichen Vereinigung beigetreten zu sein. Und doch mußte ich erst austreten, um Nichtmitglied zu werden!
---
In jedem Dorf gibt es eine Fackel, den Lehrer;
Und jemanden, der dieses Licht löscht, den Pfarrer.
Victor Hugo
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http://www.humanisten-freiburg.de/
Reinschauen, mitmachen, mitgestalten und etwas bewegen.
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L.E.N. im falschen Film
Anmeldungsdatum: 25.05.2004 Beiträge: 27745
Wohnort: Hamburg
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(#645156) Verfasst am: 21.01.2007, 13:41 Titel: |
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RdC hat folgendes geschrieben: | Eine gesunde Familie ist eine selbständige Einheit, die vom Kollektiv bzw. vom Staat unabhängig ist.
Eine gesunde Familie braucht kein Kindergeld, kein Arbeitslosengeld, kein Karenzgeld, keine Sozialhilfe, keine staatliche Pensionsvorsorge, keine staatlich geförderten Kindergärten usw.
Eine gesunde Familie braucht wenig Staat (meistens nur die öffentliche Infrastruktur).
Natürlich ist eine Familie nur dann gesund, wenn sie die Früchte ihrer Arbeit zum größten Teil selbst nutzen kann.
Und genau das ist der Grund warum alle Sozialisten, egal ob es nun die Nazis oder die Kommunisten sind, die Familie schwächen oder zerstören wollen indem sie den Leuten das Geld wegnehmen und damit kollektive (sozialistische bzw. "soziale") Einrichtungen finanzieren.
Auf diese Weise soll ein Bevölkerung geschaffen werden, die dumm gehalten wird und vom Kollektiv komplett abhängig ist. |
nach deiner definition gäbe in der heutigen zeit so gut wie keine "gesunden" familien.
wenn dann liegt dies aber nicht am bösen staat, sondern an der zunehmenden ausdifferenzierung der gesellschaft (in wirtschaftlicher, kultureller und sozialer hinsicht)
der staat versucht nur mit mehr oder weniger wirksamen mitteln dieser entwicklung rechnung zu tragen.
autarke familien sind mMn romantische träumerei.
_________________ Ich will Gott lästern dürfen! Weg mit §166 StGB!
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Der Spielverderber ..etwas verwirrt
Anmeldungsdatum: 22.07.2005 Beiträge: 1294
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(#645160) Verfasst am: 21.01.2007, 13:44 Titel: |
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Pfaffenschreck hat folgendes geschrieben: | hehehe hat folgendes geschrieben: |
Wer bei all dem menschlichen Leid und Ungerechtigkeiten auf der Welt sein moralisches Empfinden ausgerechnet irgendwelchen Nagetier-Viechern zuwendet, kommt irgendwie mit dem Beigeschmack der Menschenverachtung bzw. des Menschenhasses daher, den man auch aus Deinen Guantanamo-Phantasien ablesen kann. Das Perversionspotenzial dieses Öko-Moralismus zeigt sich ja auch an dem amüsanten Fakt, dass ausgerechnet Adolf Hitler ein fanatischer Tierfreund war, dem wir die ersten deutschen Tierschutzgesetze zu verdanken haben. Insofern sollten Leute wie Du sich mal fragen, ob hinter ihrem Gutmenschen-Öko-Heiteitei nicht in Wirklichkeit blanke Menschenverachtung steckt.
Und Dir zuliebe zieh ich demnächst mal wieder einen Pelzmantel an, bei Erkältung gar keine schlechte Idee  |
Ja klar, bloß weil Hitler einen Schäferhund hatte und Vegetarier war, sind alle Tierschützer und Vegetarier Nazis. Logisch. Du bist wirklich nicht ganz dicht. Und wenn Hitler behauptet hätte 2+2=4, müssen wir dann alle Mathematiker einsperren? Ist das jetzt "christliche Logik" oder einfach nur bescheuert?! |
Hitler war kein Vegetarier
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Mario Hahna aktiviert
Anmeldungsdatum: 04.04.2005 Beiträge: 9607
Wohnort: München
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(#645167) Verfasst am: 21.01.2007, 13:55 Titel: |
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Raphael hat folgendes geschrieben: | Tapuak hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: | Tapuak hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: | liberalkonservativ |
Könntest du dieses Oxymoron vielleicht etwas erläutern? |
Ideologen mögen das für ein Oxymoron halten. Vielleicht hilft es zum Verständnis, wenn ich meine Einstellung als freiheitlich-demokratisch und wertkonservativ konkretisiere. (Wer das allerdings ins Parteienspektrum als FDP/CDU einzuordnen versucht, trifft so ziemlich das Gegenteil meiner politischen Ansichten.) |
"Freiheitlich-demokratisch" klingt für mich primär nach politischen Rechten und Strukturen, also Teilnahmerechte am politischen Prozess, Vereinigungsfreiheit, Mehrparteiensystem und dergleichen. "Wertkonservativ" heißt für mich: Kuppeleiparagraph, Privilegierung von Ehe, Familie und Heterosexualität, traditionelle Religiosität, Nationalstaatsdenken, Werschätzung kultureller und rassischer Homogenität, Paternalismus. Interessante Kombination. Ich habe nur keine Ahnung, was das mit Liberalismus zu tun haben soll, also meinst du vermutlich etwas anderes, wenn du von "wertkonservativ" sprichst. |
Sehr richtig. Denn alles, was Du da aufzählst, ist nicht Wert, sondern Unwert. Genauso kannst Du Liberalismus auch zum Wirtschafts"liberalismus" pervertieren. Konservative Werte sind in erster Linie die Erhaltung des Friedens und der Natur, der Schutz der Umwelt, die Förderung von verantwortetem Zusammenleben von Menschen in Partnerschaften und Familien, die Achtung des Lebens, der Menschenwürde und Menschenrechte, die Einhaltung der rechts- und sozialstaatlichen Ordnung, der Gedanke der Eigenverantwortung des Menschen für sein Leben. |
Das hat mit Konservativ nichts zu tun. Du besetzt Begriffe völlig neu, was soll das bringen?
_________________ Wer nichts weiß, glaubt alles.
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Keller last neoliberal standing and car of the year 1983!
Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 1411
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(#645179) Verfasst am: 21.01.2007, 14:04 Titel: |
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Der Spielverderber hat folgendes geschrieben: | Pfaffenschreck hat folgendes geschrieben: | hehehe hat folgendes geschrieben: |
Wer bei all dem menschlichen Leid und Ungerechtigkeiten auf der Welt sein moralisches Empfinden ausgerechnet irgendwelchen Nagetier-Viechern zuwendet, kommt irgendwie mit dem Beigeschmack der Menschenverachtung bzw. des Menschenhasses daher, den man auch aus Deinen Guantanamo-Phantasien ablesen kann. Das Perversionspotenzial dieses Öko-Moralismus zeigt sich ja auch an dem amüsanten Fakt, dass ausgerechnet Adolf Hitler ein fanatischer Tierfreund war, dem wir die ersten deutschen Tierschutzgesetze zu verdanken haben. Insofern sollten Leute wie Du sich mal fragen, ob hinter ihrem Gutmenschen-Öko-Heiteitei nicht in Wirklichkeit blanke Menschenverachtung steckt.
Und Dir zuliebe zieh ich demnächst mal wieder einen Pelzmantel an, bei Erkältung gar keine schlechte Idee  |
Ja klar, bloß weil Hitler einen Schäferhund hatte und Vegetarier war, sind alle Tierschützer und Vegetarier Nazis. Logisch. Du bist wirklich nicht ganz dicht. Und wenn Hitler behauptet hätte 2+2=4, müssen wir dann alle Mathematiker einsperren? Ist das jetzt "christliche Logik" oder einfach nur bescheuert?! |
Hitler war kein Vegetarier  |
sondern?
Er fraß übrigens auch fanatisch Schokolade, gewöhnte sich das Rauchen ab und wir verdanken den Nazis große Fortschritte in der Früherkennung von Brustkrebs. Na wenn das nicht eindeutige Sprache spricht...
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Pfaffenschreck Schwarzwaldelch; möööh
Anmeldungsdatum: 09.05.2006 Beiträge: 6422
Wohnort: City of dope
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(#645186) Verfasst am: 21.01.2007, 14:11 Titel: |
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Der Spielverderber hat folgendes geschrieben: | Pfaffenschreck hat folgendes geschrieben: | hehehe hat folgendes geschrieben: |
Wer bei all dem menschlichen Leid und Ungerechtigkeiten auf der Welt sein moralisches Empfinden ausgerechnet irgendwelchen Nagetier-Viechern zuwendet, kommt irgendwie mit dem Beigeschmack der Menschenverachtung bzw. des Menschenhasses daher, den man auch aus Deinen Guantanamo-Phantasien ablesen kann. Das Perversionspotenzial dieses Öko-Moralismus zeigt sich ja auch an dem amüsanten Fakt, dass ausgerechnet Adolf Hitler ein fanatischer Tierfreund war, dem wir die ersten deutschen Tierschutzgesetze zu verdanken haben. Insofern sollten Leute wie Du sich mal fragen, ob hinter ihrem Gutmenschen-Öko-Heiteitei nicht in Wirklichkeit blanke Menschenverachtung steckt.
Und Dir zuliebe zieh ich demnächst mal wieder einen Pelzmantel an, bei Erkältung gar keine schlechte Idee  |
Ja klar, bloß weil Hitler einen Schäferhund hatte und Vegetarier war, sind alle Tierschützer und Vegetarier Nazis. Logisch. Du bist wirklich nicht ganz dicht. Und wenn Hitler behauptet hätte 2+2=4, müssen wir dann alle Mathematiker einsperren? Ist das jetzt "christliche Logik" oder einfach nur bescheuert?! |
Hitler war kein Vegetarier  |
War er nicht? Ich dachte, er hat kein Fleisch gegessen. Ob nun aus Überzeugung oder von Morell verordnet, weiß ich nicht, würde auch keine Rolle spielen.
_________________ Merkwürdig, ich kann mich nicht erinnern, jemals einer kirchlichen Vereinigung beigetreten zu sein. Und doch mußte ich erst austreten, um Nichtmitglied zu werden!
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In jedem Dorf gibt es eine Fackel, den Lehrer;
Und jemanden, der dieses Licht löscht, den Pfarrer.
Victor Hugo
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http://www.humanisten-freiburg.de/
Reinschauen, mitmachen, mitgestalten und etwas bewegen.
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Raphael auf Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 01.02.2004 Beiträge: 8362
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(#645224) Verfasst am: 21.01.2007, 15:02 Titel: |
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Mario Hahna hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: | Tapuak hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: | Tapuak hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: | liberalkonservativ |
Könntest du dieses Oxymoron vielleicht etwas erläutern? |
Ideologen mögen das für ein Oxymoron halten. Vielleicht hilft es zum Verständnis, wenn ich meine Einstellung als freiheitlich-demokratisch und wertkonservativ konkretisiere. (Wer das allerdings ins Parteienspektrum als FDP/CDU einzuordnen versucht, trifft so ziemlich das Gegenteil meiner politischen Ansichten.) |
"Freiheitlich-demokratisch" klingt für mich primär nach politischen Rechten und Strukturen, also Teilnahmerechte am politischen Prozess, Vereinigungsfreiheit, Mehrparteiensystem und dergleichen. "Wertkonservativ" heißt für mich: Kuppeleiparagraph, Privilegierung von Ehe, Familie und Heterosexualität, traditionelle Religiosität, Nationalstaatsdenken, Werschätzung kultureller und rassischer Homogenität, Paternalismus. Interessante Kombination. Ich habe nur keine Ahnung, was das mit Liberalismus zu tun haben soll, also meinst du vermutlich etwas anderes, wenn du von "wertkonservativ" sprichst. |
Sehr richtig. Denn alles, was Du da aufzählst, ist nicht Wert, sondern Unwert. Genauso kannst Du Liberalismus auch zum Wirtschafts"liberalismus" pervertieren. Konservative Werte sind in erster Linie die Erhaltung des Friedens und der Natur, der Schutz der Umwelt, die Förderung von verantwortetem Zusammenleben von Menschen in Partnerschaften und Familien, die Achtung des Lebens, der Menschenwürde und Menschenrechte, die Einhaltung der rechts- und sozialstaatlichen Ordnung, der Gedanke der Eigenverantwortung des Menschen für sein Leben. |
Das hat mit Konservativ nichts zu tun. Du besetzt Begriffe völlig neu, was soll das bringen? |
Ich besetze Begriffe nicht neu. Ich sage Dir, was ich unter "konservativ" verstehe, und das sind auch in der Tat konservative Anliegen. Natürlich gibt es Menschen, die so vernagelt an parteipolitische Ideologien glauben, dass sie unter Konservatismus nur nationalistische und klerikale Phrasendrescherei verstehen können.
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RdC Zyniker
Anmeldungsdatum: 25.11.2004 Beiträge: 740
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(#645331) Verfasst am: 21.01.2007, 17:57 Titel: |
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L.E.N. hat folgendes geschrieben: | RdC hat folgendes geschrieben: | Eine gesunde Familie ist eine selbständige Einheit, die vom Kollektiv bzw. vom Staat unabhängig ist.
Eine gesunde Familie braucht kein Kindergeld, kein Arbeitslosengeld, kein Karenzgeld, keine Sozialhilfe, keine staatliche Pensionsvorsorge, keine staatlich geförderten Kindergärten usw.
Eine gesunde Familie braucht wenig Staat (meistens nur die öffentliche Infrastruktur).
Natürlich ist eine Familie nur dann gesund, wenn sie die Früchte ihrer Arbeit zum größten Teil selbst nutzen kann.
Und genau das ist der Grund warum alle Sozialisten, egal ob es nun die Nazis oder die Kommunisten sind, die Familie schwächen oder zerstören wollen indem sie den Leuten das Geld wegnehmen und damit kollektive (sozialistische bzw. "soziale") Einrichtungen finanzieren.
Auf diese Weise soll ein Bevölkerung geschaffen werden, die dumm gehalten wird und vom Kollektiv komplett abhängig ist. |
nach deiner definition gäbe in der heutigen zeit so gut wie keine "gesunden" familien. |
Naja, die meisten Kinder werden noch immer von beiden biologischen Eltern erzogen.
Kaputte Familien bringen meistens nur Einzelkinder oder gar keine Kinder hervor. Auch wenn es viele kaputte Familien gibt, so kommt die Mehrheit der Kinder noch immer aus intakten Familien.
Natürlich hinterlassen 130 Jahre Sozialsystem und 40 Jahre Sozialstaat ihre Spuren. Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele sich darauf verlassen, dass der Staat für ihre Kinder sorgt und vollständig in die Abhängigkeit des Staates geraten sind.
Würde das Erdöl weiter jahrhundertelang sprudeln würden Kinder aus kaputten Familien wahrscheinlich irgendwann die Mehrheit stellen. Doch uns gehen vorher die Ressourcen aus und der Sozialstaat wird nicht mehr finanzierbar sein. (und zwar völlig egal welche Partei an der Macht ist).
Zitat: | wenn dann liegt dies aber nicht am bösen staat, sondern an der zunehmenden ausdifferenzierung der gesellschaft (in wirtschaftlicher, kultureller und sozialer hinsicht) |
Ist "Ausdifferenzierung" ein neuer Euphemismus für Degeneration?
Oder soll es etwa "Ausdifferenzierung" sein, wenn es immer mehr "sozial Schwache" gibt und die Gesellschaft insgesamt schwächer wird?
Zitat: | der staat versucht nur mit mehr oder weniger wirksamen mitteln dieser entwicklung rechnung zu tragen. |
Zum Teil ja, zum Teil versucht er aber auch die Leute von sich abhängig zu machen um die eigene Macht zu vergrößern.
Zitat: | autarke familien sind mMn romantische träumerei. |
Autark und selbständig ist nicht das gleiche.
Selbständig bedeutet in diesen Zusammenhang, dass die Familie keine Almosen braucht, also selbst und ohne Hilfe einen nützlichen Platz in der Gesellschaft findet. Das hat mit Autarkheit nichts zu tun.
Autark ist also nur ein Strohmann von dir.
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L.E.N. im falschen Film
Anmeldungsdatum: 25.05.2004 Beiträge: 27745
Wohnort: Hamburg
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(#645374) Verfasst am: 21.01.2007, 19:51 Titel: |
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RdC hat folgendes geschrieben: | L.E.N. hat folgendes geschrieben: | RdC hat folgendes geschrieben: | Eine gesunde Familie ist eine selbständige Einheit, die vom Kollektiv bzw. vom Staat unabhängig ist.
Eine gesunde Familie braucht kein Kindergeld, kein Arbeitslosengeld, kein Karenzgeld, keine Sozialhilfe, keine staatliche Pensionsvorsorge, keine staatlich geförderten Kindergärten usw.
Eine gesunde Familie braucht wenig Staat (meistens nur die öffentliche Infrastruktur).
Natürlich ist eine Familie nur dann gesund, wenn sie die Früchte ihrer Arbeit zum größten Teil selbst nutzen kann.
Und genau das ist der Grund warum alle Sozialisten, egal ob es nun die Nazis oder die Kommunisten sind, die Familie schwächen oder zerstören wollen indem sie den Leuten das Geld wegnehmen und damit kollektive (sozialistische bzw. "soziale") Einrichtungen finanzieren.
Auf diese Weise soll ein Bevölkerung geschaffen werden, die dumm gehalten wird und vom Kollektiv komplett abhängig ist. |
nach deiner definition gäbe in der heutigen zeit so gut wie keine "gesunden" familien. |
Naja, die meisten Kinder werden noch immer von beiden biologischen Eltern erzogen.
Kaputte Familien bringen meistens nur Einzelkinder oder gar keine Kinder hervor. Auch wenn es viele kaputte Familien gibt, so kommt die Mehrheit der Kinder noch immer aus intakten Familien.
Natürlich hinterlassen 130 Jahre Sozialsystem und 40 Jahre Sozialstaat ihre Spuren. Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele sich darauf verlassen, dass der Staat für ihre Kinder sorgt und vollständig in die Abhängigkeit des Staates geraten sind.
Würde das Erdöl weiter jahrhundertelang sprudeln würden Kinder aus kaputten Familien wahrscheinlich irgendwann die Mehrheit stellen. Doch uns gehen vorher die Ressourcen aus und der Sozialstaat wird nicht mehr finanzierbar sein. (und zwar völlig egal welche Partei an der Macht ist).
Zitat: | wenn dann liegt dies aber nicht am bösen staat, sondern an der zunehmenden ausdifferenzierung der gesellschaft (in wirtschaftlicher, kultureller und sozialer hinsicht) |
Ist "Ausdifferenzierung" ein neuer Euphemismus für Degeneration?
Oder soll es etwa "Ausdifferenzierung" sein, wenn es immer mehr "sozial Schwache" gibt und die Gesellschaft insgesamt schwächer wird?
Zitat: | der staat versucht nur mit mehr oder weniger wirksamen mitteln dieser entwicklung rechnung zu tragen. |
Zum Teil ja, zum Teil versucht er aber auch die Leute von sich abhängig zu machen um die eigene Macht zu vergrößern.
Zitat: | autarke familien sind mMn romantische träumerei. |
Autark und selbständig ist nicht das gleiche.
Selbständig bedeutet in diesen Zusammenhang, dass die Familie keine Almosen braucht, also selbst und ohne Hilfe einen nützlichen Platz in der Gesellschaft findet. Das hat mit Autarkheit nichts zu tun.
Autark ist also nur ein Strohmann von dir. |
mag sein, dass "autark" etwas überspitzt war, aber es passt mal abgesehen von der infrastruktur.
du fändest es besser, hilfen vom staat komplett auf null zu fahren mit der folge, dass sich die menschen auf ihre eigenen stärken und leistungsfähigkeit besinnen und ranklotzen. nett gedacht aber so funktioniert es nicht!
die kehrseite der medaille wären eine noch stärker auseinandergehende armutsschere mit noch krasseren folgen. du solltest nicht aus den augen verlieren, dass bismarck ohne die furcht vor einer revolution der sozialisten nie die unfall-, kranken-, arbeitslosen-, und krankenversicherung eingeführt hätte.
nach der abschaffung dieser leistungen würde es, vorsichtig geschätzt, 2-3 generationen dauern, bis genug gewaltbereite unterschichtler sich holen was sie brauchen. diese aufstände könnten dann wie vor jahrhunderten blutig niedergeschlagen werden. möglicherweise ist dies die zukunft... mit modernen sicherheits- und waffensystemen ist es so einfach wie nie auch große menschenmassen zu kontrollieren...
nochmal: sicher ist die versuchung groß, sich vom staat aushalten zu lassen, aber in welchem maß passiert dies realistisch betrachtet?
den trend in richtung mehr "kaputte" familien empfinde ich auch als bedenklich, doch statt den moralischen zeigefinger zu heben, sollten staatliche institutionen wie kindergarten und schule noch stärker die fehlende geborgenheit auffangen. ich selbst und viele scheidungskinder, die ich in den schulen kennengelernt habe sind regelrecht froh in der schule zu sein.
konsequent wäre es, den kindern die möglichkeit zu geben, in ganztagsschulen oder in internate zu gehen! wenn sich die eltern aus ihrer verantwortung ziehen, oder aus anderen gründen diese nicht übernehmen können, ist diese alternative doch sehr vernünftig (sofern sie nicht so umgesetzt wird wie vor hundert jahren!)
dass der staat die leute von sich abhängig zu machen versucht um seine macht zu vergrößern, klingt paranoid.
ich bleibe dabei: es wäre grossartig, wenn es kein leid und keine armut gäbe -aus welchen gründen auch immer- und dementsprechend auch keine "almosen" vom staat mehr. doch es ist, ohne soziale härten zu vermeiden, unmöglich und träumerei!
_________________ Ich will Gott lästern dürfen! Weg mit §166 StGB!
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beachbernie male Person of Age and without Color
Anmeldungsdatum: 16.04.2006 Beiträge: 45792
Wohnort: Haida Gwaii
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(#645408) Verfasst am: 21.01.2007, 21:14 Titel: |
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Hallo RdC,
RdC hat folgendes geschrieben: |
Entschuldige, aber das ist wohl das genaue Gegenteil.
Eine gesunde Familie ist eine selbständige Einheit, die vom Kollektiv bzw. vom Staat unabhängig ist.
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Natuerlich ist eine Familie ein Kollektiv!
Definitionsgemaess ist ein Kollektiv eine Gruppe von mehreren Personen, die ihre Anstrengungen zur Erreichung eines Zieles buendeln. Insofern ist die Familie eigentlich sogar der Prototyp eines Kollektivs schlechthin und andere Kollektive werden von deren Propagandisten deshalb manchmal gerne mit einer Familie verglichen.
Die einzige "Familie", die kein Kollektiv darstellt ist die Familie, die lediglich aus einer Person besteht. Das nennt man dann "Individuum" und stellt es dem Kollektiv gegenueber.
Gruss, Bernie
_________________ Defund the gender police!!
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Keller last neoliberal standing and car of the year 1983!
Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 1411
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(#645417) Verfasst am: 21.01.2007, 21:25 Titel: |
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ich warte immer noch darauf zu erfahren, was hitler denn statt eines vegetariers nun gewesen sein soll.
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L.E.N. im falschen Film
Anmeldungsdatum: 25.05.2004 Beiträge: 27745
Wohnort: Hamburg
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(#645429) Verfasst am: 21.01.2007, 21:38 Titel: |
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Keller hat folgendes geschrieben: | ich warte immer noch darauf zu erfahren, was hitler denn statt eines vegetariers nun gewesen sein soll. |
ist doch klar, er war ein paranoides riesenarschloch.
_________________ Ich will Gott lästern dürfen! Weg mit §166 StGB!
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Raphael auf Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 01.02.2004 Beiträge: 8362
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(#645430) Verfasst am: 21.01.2007, 21:41 Titel: |
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Keller hat folgendes geschrieben: | ich warte immer noch darauf zu erfahren, was hitler denn statt eines vegetariers nun gewesen sein soll. |
Im übertragenen Sinne ein Blutsäufer. In Wahrheit meiner Kenntnis nach in der Tat ein Vegetarier, und zwar mit ziemlich einseitiger Ernährung. Ich habe in einer Fernsehsendung erfahren, dass er über viele Jahre hinweg jeden Morgen das gleiche zu sich nahm: immer nur Butterbrötchen mit Aprikosenmarmelade. Das hat eine Bedienstete des Berghofs in dieser Sendung berichtet. Sie sagt, dieser Umstand habe in ihr den Verdacht erweckt, Hitler könne nicht geistig gesund sein.
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Keller last neoliberal standing and car of the year 1983!
Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 1411
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(#645450) Verfasst am: 21.01.2007, 22:07 Titel: |
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hmm, ich muss gestehen, dass ich auch jahrelang täglich immer das gleiche gefrühstückt habe. auf die idee, darin einen indikator für mangelnde geistige gesundheit zu sehen, bin ich noch gar nicht gekommen.
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beachbernie male Person of Age and without Color
Anmeldungsdatum: 16.04.2006 Beiträge: 45792
Wohnort: Haida Gwaii
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(#645452) Verfasst am: 21.01.2007, 22:09 Titel: |
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Raphael hat folgendes geschrieben: | Keller hat folgendes geschrieben: | ich warte immer noch darauf zu erfahren, was hitler denn statt eines vegetariers nun gewesen sein soll. |
Im übertragenen Sinne ein Blutsäufer. In Wahrheit meiner Kenntnis nach in der Tat ein Vegetarier, und zwar mit ziemlich einseitiger Ernährung. Ich habe in einer Fernsehsendung erfahren, dass er über viele Jahre hinweg jeden Morgen das gleiche zu sich nahm: immer nur Butterbrötchen mit Aprikosenmarmelade. Das hat eine Bedienstete des Berghofs in dieser Sendung berichtet. Sie sagt, dieser Umstand habe in ihr den Verdacht erweckt, Hitler könne nicht geistig gesund sein. |
Hitler war in der Tat Vegetarier und im Uebrigen auch Antialkoholiker. Ich verwende ihn immer als Paradebeispiel, wenn manche militanten Vegetarier behaupten, dass alles Schlechte auf dieser Welt nur daher ruehrt, dass der Mensch Fleisch isst.
Das Missverstaendnis ruehrt glaube ich daher, dass insbesondere im hinduistischen Umfeld der Verzicht auf Fleischgenuss als konsequentester Ausdruck einer gewaltfreien Lebensfuehrung praktiziert wird. Diese Menschen essen also genau deshalb kein Fleisch, weil sie jegliche Gewalt, inklusive der gegen Tiere, aus prinzipiellen Gruenden ablehnen. Der Umkehrschluss, dass demzufolge jeder Vegetarier auch automatisch Extrempazifist sein muesse, ist demgegenueber unzulaessig und an welchem Beispiel liesse sich das wohl besser illustrieren als am Groefaz?
Gruss, Bernie
_________________ Defund the gender police!!
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Celsus-2006 Unpapst
Anmeldungsdatum: 26.07.2006 Beiträge: 1617
Wohnort: Süddeutschland
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(#645485) Verfasst am: 21.01.2007, 23:04 Titel: |
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Hallo Valen McLoud, mit deinem Zitat:
"SPD'ler fahren nicht, wie gemeinhin angenommen vor allem Audi, sondern Citroen."
liegst du meilenweit daneben, ich fahre Renault....
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RdC Zyniker
Anmeldungsdatum: 25.11.2004 Beiträge: 740
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(#645603) Verfasst am: 22.01.2007, 11:10 Titel: |
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L.E.N. hat folgendes geschrieben: |
mag sein, dass "autark" etwas überspitzt war, aber es passt mal abgesehen von der infrastruktur. |
Nein, passt überhaupt nicht, es geht darum einen nützlichen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Zitat: |
du fändest es besser, hilfen vom staat komplett auf null zu fahren mit der folge, dass sich die menschen auf ihre eigenen stärken und leistungsfähigkeit besinnen und ranklotzen. nett gedacht aber so funktioniert es nicht! |
Es hat Jahrtausende lang so funktioniert.
Der Sozialstaat steht auf der anderen Seite bereits nach 30 Jahren vor dem finanziellen Zusammenbruch - und das obwohl wir heute so viele Ressourcen den Schornstein hinausblasen wie noch nie zuvor.
Zitat: | die kehrseite der medaille wären eine noch stärker auseinandergehende armutsschere mit noch krasseren folgen. du solltest nicht aus den augen verlieren, dass bismarck ohne die furcht vor einer revolution der sozialisten nie die unfall-, kranken-, arbeitslosen-, und krankenversicherung eingeführt hätte. |
Ganz richtig, er hat die langfristige Zukunft für kurzfristige Interessen geopfert.
Zitat: | nach der abschaffung dieser leistungen würde es, vorsichtig geschätzt, 2-3 generationen dauern, bis genug gewaltbereite unterschichtler sich holen was sie brauchen. |
Ganz falsch.
Das Sozialsystem hat kurzfristig Vorteile (eben das Beruhigen der Bevölkerung) und macht langfristig die Probleme (Verdummung und Degenerierung der Bevölkerung, Bankrott des Staates usw.)
Weil wir heute schon so tief im Schlamm stecken (der Staat gibt immer mehr und mehr für Soziales aus und hat immer mehr und mehr Schulden) hat der Staat doch bereits heute kaum mehr einen Handlungsspielraum.
Es wäre gut, die Sozialleistungen langsam und schrittweise (z.B. innerhalb von 20 Jahren) herunterzufahren und z.B. mit Verzicht auf Nachwuchs zu koppeln. Auf diese Weise könnten sich die Menschen darauf einstellen und man könnte noch einigermaßen aus den Schlamassel rauskommen.
Das wäre vor 20 Jahren auch noch realistisch gewesen.
Heute ist das ganze System schon so verfilzt und etabliert, dass sich wohl kaum eine Mehrheit dafür finden wird.
Obwohl der Staat immer mehr für Soziales ausgibt, schreien manche heute von "Sozialabbau".
Ich sehe den Staat immer mehr damit beschäftigt irgendwie den Status-Quo zu schützen und sich irgendwie in die nächste Legislaturperiode zu retten.
Solange das Erdöl noch reichlich fließt, wird das gut gehen. Aber bei einer Krise bricht das ganze zusammen wie ein Baum, der jahrelang durch Borkenkäfer ausgehölt wurde.
Zitat: | diese aufstände könnten dann wie vor jahrhunderten blutig niedergeschlagen werden. möglicherweise ist dies die zukunft... mit modernen sicherheits- und waffensystemen ist es so einfach wie nie auch große menschenmassen zu kontrollieren... |
Nein, nachdem das System zusammengebrochen ist, wird es einfach so sein wie in Brasilien heute. Ein paar Enklaven für die Politiker und Industriellen, die inzwischen sogar mit den Hubschrauber von Enklave zu Enklave fliegen weil sie sich nicht mehr mit den Auto zu fahren trauen.
Der Rest versinkt in Kriminalität und De-facto Anarchie.
Früher war Europa ein zivilisiertes Land. Heute gibt es in Westeuropa schon "no-go Areas" also anarchistische Zonen (z.B. pariser Vororte, einige Londoner Stadtbezirke, große Teile von Malmö). Diese Zonen werden immer größer und größer und außer Jammerei und den ewig gleichen schon hundertfach gescheiterten Sozialprogrammen scheint von der Politik nichts zu kommen. Wir leben praktisch im materiellen Überfluß und können trotzdem nicht den Vormarsch der dritten Welt aufhalten. Unsere Gesellschaft ist doch schon heute ausgehöhlt und schwach. - Was wird erst passieren wenn der Überfluß nicht mehr so üppig ist?
Aber manche Linke scheinen ja die Anarchie anzustreben, vielleicht ist das ja das Endziel? Die Einwanderungspolitik scheint ja das Ziel zu verfolgen möglichst große Teile von Europa möglichst schnell der dritten Welt anzugleichen. Da bekommt man manchmal tatsächlich das Gefühl dass Zustände wie in Paris und London kein Unfall sondern Absicht sind.
Ich habe einmal einen Text gelesen, der beschreibt wie amerikanische Politiker von den mexikanischen Zuständen schwärmen, nachdem sie dort eingeladen wurden. Die Politiker in der dritten Welt leben in einen solchen Luxus und Überfluß, von dem Politiker mit europäisch-stämmiger Bevölkerung nur träumen können. Vielleicht will deswegen George W Bush über 10 Millionen illegalen Mexikanern die Aufenthaltsbewilligung geben? Vielleicht will die politische Klasse ganz bewußt Zustände wie in Mexiko oder Brasilien?
Was kümmert es irgendeinen französischen Politiker, wenn in irgendeinen pariser Vorort Leute angezündet und erschlagen werden? (= die Opfer für die es KEINE Trauerkundgebungen gab)
Sollte sich dieser Politiker nicht vielmehr darüber freuen, schließlich kann er dann neue Institutionen erfinden, neue Posten für Parteifreunde und Verwandte erschaffen und stolz erzählen was für ein guter Mensch er doch ist, weil er so vielen armen sozial Schwachen geholfen hat?
Obwohl die Politik sich in erster Linie der Erhaltung des Status-Quo verschrieben hat, so ist ein Neid und Sehnsucht zur dritten Welt erkennbar.
Das ganze System ist doch von vorne bis hinten korrupt.
Zitat: | nochmal: sicher ist die versuchung groß, sich vom staat aushalten zu lassen, aber in welchem maß passiert dies realistisch betrachtet? |
Wo lebst du?
Noch nie gab es soviele Pensionisten, noch nie gab es soviele Arbeitslose, noch nie gab es soviele Arbeitsunfähige.
Es wird manchmal behauptet, dass Arbeitslose, die heimlich schwarz arbeiten das Problem seinen. Ich sage, nein, die sind nicht das Problem. Das sind einfach nur intelligente Bürger, die den naiven Staat ausnützen. Ein Problem haben eher die, die wirklich vom Staat abhängig sind und nach dem Zusammenbruch des Sozialsystems vor dem nichts stehen.
Zitat: | den trend in richtung mehr "kaputte" familien empfinde ich auch als bedenklich, doch statt den moralischen zeigefinger zu heben, |
Wo bitte hebe ich den moralischen Zeigefinger?
Oder ist das wieder ein Strohmann?
Ich sage lediglich, dass kaputte Familien sich selbst nicht erhalten können und nach dem Zusammenbruch des Sozialsystems große Probleme haben werden.
Zitat: | sollten staatliche institutionen wie kindergarten und schule noch stärker die fehlende geborgenheit auffangen. ich selbst und viele scheidungskinder, die ich in den schulen kennengelernt habe sind regelrecht froh in der schule zu sein.
konsequent wäre es, den kindern die möglichkeit zu geben, in ganztagsschulen oder in internate zu gehen! wenn sich die eltern aus ihrer verantwortung ziehen, oder aus anderen gründen diese nicht übernehmen können, ist diese alternative doch sehr vernünftig (sofern sie nicht so umgesetzt wird wie vor hundert jahren!) |
Kurzfristig ist es vernünftig, langfristig wird Schwäche und Unverantwortlichkeit kultiviert.
Irgendwann ist dann die Bevölkerung so schwach, dass die europäische Zivilisation, an die wir uns ja alle so sehr gewöhnt haben, nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. (Siehe Brasilien oder die pariser Vororte)
Zitat: | dass der staat die leute von sich abhängig zu machen versucht um seine macht zu vergrößern, klingt paranoid. |
Jede Organisation versucht früher oder später in erster Linie sich selbst zu schützen und ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Der Selbsterhaltungstrieb wird früher oder später zum alles bestimmenden Prinzip. Und das gilt auch für den Sozialstaat und die tausenden Beamten, Soziologen, Arbeitslosen, kaputten Familien, die alle von ihm abhängig sind.
Zitat: | ich bleibe dabei: es wäre grossartig, wenn es kein leid und keine armut gäbe -aus welchen gründen auch immer- und dementsprechend auch keine "almosen" vom staat mehr. doch es ist, ohne soziale härten zu vermeiden, unmöglich und träumerei! |
Mitte der 80er hat man auch noch geglaubt, dass der Realsozialismus ewig existieren würde.
Unmöglich und Träumerei ist es zu glauben, dass dieser Sozialstaat noch weitere 30 Jahre lang finanzierbar ist.
Der Sozialstaat wird in 30 Jahre nicht mehr existieren. Entweder weil eine kluge, weitsichtige und vernünftige Politik ihn langsam und schrittweise abgeschafft hat (unwahrscheinlich) oder weil er bankrott gegangen und zusammengebrochen ist (wahrscheinlich).
Zuletzt bearbeitet von RdC am 22.01.2007, 11:23, insgesamt einmal bearbeitet |
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RdC Zyniker
Anmeldungsdatum: 25.11.2004 Beiträge: 740
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(#645604) Verfasst am: 22.01.2007, 11:13 Titel: |
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beachbernie hat folgendes geschrieben: | Hallo RdC,
RdC hat folgendes geschrieben: |
Entschuldige, aber das ist wohl das genaue Gegenteil.
Eine gesunde Familie ist eine selbständige Einheit, die vom Kollektiv bzw. vom Staat unabhängig ist.
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Natuerlich ist eine Familie ein Kollektiv!
Definitionsgemaess ist ein Kollektiv eine Gruppe von mehreren Personen, die ihre Anstrengungen zur Erreichung eines Zieles buendeln. Insofern ist die Familie eigentlich sogar der Prototyp eines Kollektivs schlechthin und andere Kollektive werden von deren Propagandisten deshalb manchmal gerne mit einer Familie verglichen.
Die einzige "Familie", die kein Kollektiv darstellt ist die Familie, die lediglich aus einer Person besteht. Das nennt man dann "Individuum" und stellt es dem Kollektiv gegenueber.
Gruss, Bernie |
Mag sein, der Unterschied ist halt nur, dass die Familie (aufgrund der Blutsverwandtschaft) jahrtausendelang gut funktioniert hat, während alle anderen Arten des Kollektivs kurzlebige und instabile Träumereien waren.
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Konstrukt konstruktiver Radikalist
Anmeldungsdatum: 19.08.2005 Beiträge: 6587
Wohnort: Im Barte des Propheten
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(#645675) Verfasst am: 22.01.2007, 13:51 Titel: |
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Das Wort “Politik” leitet sich soweit ich weiß ursprünglich vom griechischen Wort für den Stadtstaat, die Polis ab. Es bezeichnete die Summe des gemeinsamen Handelns, welches aus der Einsicht heraus geschah, dass es beim Zusammenleben von Menschen in der Polis neben dem unantastbaren “Privaten” auch etwas “Gemeinschaftliches” gäbe, was daher gemeinsam von allen freien Bürgern verantwortlich gestaltet werden müsse.
Demnach ist Politik heute keine Politik mehr.
Was heutzutage unter dem Begriff der “Politik” verstanden wird, ist in meinen Augen leider etwas anderes. Es bezeichnet die Tätigkeiten und Tätlichkeiten einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe oder Lobby, die darauf abzielt, allen Menschen innerhalb anonym gewordenen Staatswesens Rahmenbedingungen für ihr Leben und Wirken, v.a. aber Wirtschaften zu geben. Hauptsächlich ausgerichtet auf die eigenen Interessen bzw. die derjenigen Lobby die man vertritt und zu der man gehört. Die Idee eines unantastbaren Bereiches des “Privaten” für die sogenannten freien Bürger ist zusammengeschrumpft auf heuchlerische, eigennützige Sonntagsreden und schöne Verfassungstexte. Politik ist weniger das Machen als vielmehr die Macht. Wer mehr Geld hat und sich die besseren Anwälte leisten kann, der hat mehr Möglichkeiten in unserem Rechtsstaat geltendes Recht zu beugen, oder nach eigener Fasson umzugestalten. Man könnte sagen die Politik ist heute zu einem Theater der Lach- und Sach-Politik verkommen. Man könnte es bisweilen auch als Lach- und Schießgesellschaft betiteln.
Früher habe ich eher links gewählt, war Mitglied der SPD, danach der WASG/Linkspartei. Heute glaube ich nicht mehr an Politik, da diese ihren Namen m.E. nicht wert ist. Ich wähle daher vermutlich beim nächsten mal gar nicht mehr. Über das Ausschlußverfahren in Sachfragen komme ich zu der Erkenntnis, dass keine derzeitige Partei echte Politik betreibt oder betreiben kann. Ich habe den Eindruck gewonnen, das Parteien und auch Vereine, nur noch Sammelstellen für Menschen mit übersteigertem Selbstgeltungsbedürfnis sind, in denen es nur um Profilierung und sonstige egoistische Motive geht. Warum sollte ich da also noch mitmachen oder bestimmte Personen in ihren Profilneurosen durch meine Stimme bestätigen? Wenn ich konkrete politische Themen und Fragen gegenüberstelle finde ich überall, bei allen Varianten, Koalitionen und Oppositionen nur Loose-Loose-Situationen und ein Patt. Von allem ist was dabei, von allem lehne ich bestimmte Standpunkte ab. Keine Partei findet in mehrheitlich meine Zustimmung was ihre Standpunkte angeht. Vielleicht bin ich ein rechts-linker Sozialkonservativliberaler, vielleicht bin ich auch ein links-rechter Liberalsozialist mit kapitalisitischer Prägung. In erster Linie sehe ich mich als von Politik verarschter Mensch, der als Wahlvieh und Größe des gesamtwirtschaftlichen Rechenschiebers behandelt wird.
Es gab da mal so einen schönen Sponit-Spruch:
P O L I T I K
O L I T I K
L I T I K
I T I K
T I K
T I K
T I K
_________________ "Geisteskrank den eignen Namen sagen: Ich ich ich ich denke also bin ich - Bin ich nicht! Ich ist geisteskrank. Und kauf mir was." (Peter Licht)
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Komodo Maggots!
Anmeldungsdatum: 27.05.2005 Beiträge: 4588
Wohnort: 2Fort
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(#645719) Verfasst am: 22.01.2007, 14:57 Titel: |
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Am ehesten fühle ich mich mit sozialdekotratischen Parteien verbunden. Das ist aber nicht viel, weil Doof sind die alle... Allerdings wäre mir selbst die Linkspartei lieber als die CDU.
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L.E.N. im falschen Film
Anmeldungsdatum: 25.05.2004 Beiträge: 27745
Wohnort: Hamburg
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(#646053) Verfasst am: 22.01.2007, 22:27 Titel: |
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RdC hat folgendes geschrieben: | L.E.N. hat folgendes geschrieben: |
mag sein, dass "autark" etwas überspitzt war, aber es passt mal abgesehen von der infrastruktur. |
Nein, passt überhaupt nicht, es geht darum einen nützlichen Platz in der Gesellschaft zu finden. |
du sagst es. in der gesellschaft.
diese beinhaltet differenzierung der berufe in form von arbeitsteilung. diese begann teilweise schon vor aber besonders im MA.
doch ein arbeitsunfall konnte, wenn überhaupt, nur durch die großfamilie geringfügig gemildert werden. im übrigen war die selbstständige familie auch damals schon so gut wie garnicht vorhanden. viele familien während der feudalzeit waren abhängige kleinbauern, oder gar hörige!
die ausübung von herrschaft hat sich bis ins 19. jahrhundert fortgesetzt. ich kann nicht glauben, dass du z.b. in einem tagelöhnerjob einen "nützlichen" platz in der gesellschaft siehst. aber auch das ist ja wieder im kommen. schliesslich darf man froh sein, arbeit zu haben und dem staat nicht zu lasten fallen zu müssen, nicht?
RdC hat folgendes geschrieben: | L.E.N. hat folgendes geschrieben: |
du fändest es besser, hilfen vom staat komplett auf null zu fahren mit der folge, dass sich die menschen auf ihre eigenen stärken und leistungsfähigkeit besinnen und ranklotzen. nett gedacht aber so funktioniert es nicht! |
Es hat Jahrtausende lang so funktioniert. |
was soll das denn bitte beweisen?!
RdC hat folgendes geschrieben: | Der Sozialstaat steht auf der anderen Seite bereits nach 30 Jahren vor dem finanziellen Zusammenbruch - und das obwohl wir heute so viele Ressourcen den Schornstein hinausblasen wie noch nie zuvor. |
der sozialstaat ist kaputt, weil es den sozialstaat gibt? willst du das sagen? falls nicht, dann erzähl mir mal die ursache(n), die du meinst!
RdC hat folgendes geschrieben: | L.E.N. hat folgendes geschrieben: | die kehrseite der medaille wären eine noch stärker auseinandergehende armutsschere mit noch krasseren folgen. du solltest nicht aus den augen verlieren, dass bismarck ohne die furcht vor einer revolution der sozialisten nie die unfall-, kranken-, arbeitslosen-, und krankenversicherung eingeführt hätte. |
Ganz richtig, er hat die langfristige Zukunft für kurzfristige Interessen geopfert. |
er hat garnix geopfert! es war ein einfaches rechenspiel, was kostet soziale vorsorge, was kostet (abgesehen von den menscheleben) ein bürgerkrieg? na?
RdC hat folgendes geschrieben: | L.E.N. hat folgendes geschrieben: | nach der abschaffung dieser leistungen würde es, vorsichtig geschätzt, 2-3 generationen dauern, bis genug gewaltbereite unterschichtler sich holen was sie brauchen. |
Ganz falsch.
Das Sozialsystem hat kurzfristig Vorteile (eben das Beruhigen der Bevölkerung) und macht langfristig die Probleme (Verdummung und Degenerierung der Bevölkerung, Bankrott des Staates usw.) |
ach? du meinst die leute lassen es sich gefallen?
oder hältst du diese folgen für weniger schwerwiegend?
unruhen der bevölkerung oder staatsbankrott? ist das dein entweder-oder-spielchen?
ich hoffe das ist nicht dein ernst!
RdC hat folgendes geschrieben: | Weil wir heute schon so tief im Schlamm stecken (der Staat gibt immer mehr und mehr für Soziales aus und hat immer mehr und mehr Schulden) hat der Staat doch bereits heute kaum mehr einen Handlungsspielraum.
Es wäre gut, die Sozialleistungen langsam und schrittweise (z.B. innerhalb von 20 Jahren) herunterzufahren und z.B. mit Verzicht auf Nachwuchs zu koppeln. Auf diese Weise könnten sich die Menschen darauf einstellen und man könnte noch einigermaßen aus den Schlamassel rauskommen.
Das wäre vor 20 Jahren auch noch realistisch gewesen.
Heute ist das ganze System schon so verfilzt und etabliert, dass sich wohl kaum eine Mehrheit dafür finden wird.
Obwohl der Staat immer mehr für Soziales ausgibt, schreien manche heute von "Sozialabbau".
Ich sehe den Staat immer mehr damit beschäftigt irgendwie den Status-Quo zu schützen und sich irgendwie in die nächste Legislaturperiode zu retten.
Solange das Erdöl noch reichlich fließt, wird das gut gehen. Aber bei einer Krise bricht das ganze zusammen wie ein Baum, der jahrelang durch Borkenkäfer ausgehölt wurde. |
mal ganz abgesehen davon wie du das umsetzen willst (also die kopplung weniger geld vom staat -> weniger nachwuchs), ist das, wenn man es umsetzen könnte nicht wirksam weil auch ein rückgang der bevölkerung durch zuwanderung (ob legal oder nicht) ausgeglichen würde!
natürlich kann man das und auch andere gesellschaftliche bereiche staatlich reglementieren und entsprechend kontrollieren, aber wer will schon in einem solchen autoritären polizeistaat leben?!
RdC hat folgendes geschrieben: | L.E.N. hat folgendes geschrieben: | diese aufstände könnten dann wie vor jahrhunderten blutig niedergeschlagen werden. möglicherweise ist dies die zukunft... mit modernen sicherheits- und waffensystemen ist es so einfach wie nie auch große menschenmassen zu kontrollieren... |
Nein, nachdem das System zusammengebrochen ist, wird es einfach so sein wie in Brasilien heute. Ein paar Enklaven für die Politiker und Industriellen, die inzwischen sogar mit den Hubschrauber von Enklave zu Enklave fliegen weil sie sich nicht mehr mit den Auto zu fahren trauen.
Der Rest versinkt in Kriminalität und De-facto Anarchie. |
ich sprach nicht von meinem "szenario", sondern von deinem, nämlich der völligen streichung staatlicher leistungen.
RdC hat folgendes geschrieben: | Früher war Europa ein zivilisiertes Land. Heute gibt es in Westeuropa schon "no-go Areas" also anarchistische Zonen (z.B. pariser Vororte, einige Londoner Stadtbezirke, große Teile von Malmö). Diese Zonen werden immer größer und größer und außer Jammerei und den ewig gleichen schon hundertfach gescheiterten Sozialprogrammen scheint von der Politik nichts zu kommen. Wir leben praktisch im materiellen Überfluß und können trotzdem nicht den Vormarsch der dritten Welt aufhalten. Unsere Gesellschaft ist doch schon heute ausgehöhlt und schwach. - Was wird erst passieren wenn der Überfluß nicht mehr so üppig ist?
Aber manche Linke scheinen ja die Anarchie anzustreben, vielleicht ist das ja das Endziel? Die Einwanderungspolitik scheint ja das Ziel zu verfolgen möglichst große Teile von Europa möglichst schnell der dritten Welt anzugleichen. Da bekommt man manchmal tatsächlich das Gefühl dass Zustände wie in Paris und London kein Unfall sondern Absicht sind.
Ich habe einmal einen Text gelesen, der beschreibt wie amerikanische Politiker von den mexikanischen Zuständen schwärmen, nachdem sie dort eingeladen wurden. Die Politiker in der dritten Welt leben in einen solchen Luxus und Überfluß, von dem Politiker mit europäisch-stämmiger Bevölkerung nur träumen können. Vielleicht will deswegen George W Bush über 10 Millionen illegalen Mexikanern die Aufenthaltsbewilligung geben? Vielleicht will die politische Klasse ganz bewußt Zustände wie in Mexiko oder Brasilien?
Was kümmert es irgendeinen französischen Politiker, wenn in irgendeinen pariser Vorort Leute angezündet und erschlagen werden? (= die Opfer für die es KEINE Trauerkundgebungen gab)
Sollte sich dieser Politiker nicht vielmehr darüber freuen, schließlich kann er dann neue Institutionen erfinden, neue Posten für Parteifreunde und Verwandte erschaffen und stolz erzählen was für ein guter Mensch er doch ist, weil er so vielen armen sozial Schwachen geholfen hat?
Obwohl die Politik sich in erster Linie der Erhaltung des Status-Quo verschrieben hat, so ist ein Neid und Sehnsucht zur dritten Welt erkennbar.
Das ganze System ist doch von vorne bis hinten korrupt.
Zitat: | nochmal: sicher ist die versuchung groß, sich vom staat aushalten zu lassen, aber in welchem maß passiert dies realistisch betrachtet? |
Wo lebst du?
Noch nie gab es soviele Pensionisten, noch nie gab es soviele Arbeitslose, noch nie gab es soviele Arbeitsunfähige.
Es wird manchmal behauptet, dass Arbeitslose, die heimlich schwarz arbeiten das Problem seinen. Ich sage, nein, die sind nicht das Problem. Das sind einfach nur intelligente Bürger, die den naiven Staat ausnützen. Ein Problem haben eher die, die wirklich vom Staat abhängig sind und nach dem Zusammenbruch des Sozialsystems vor dem nichts stehen.
Zitat: | den trend in richtung mehr "kaputte" familien empfinde ich auch als bedenklich, doch statt den moralischen zeigefinger zu heben, |
Wo bitte hebe ich den moralischen Zeigefinger?
Oder ist das wieder ein Strohmann?
Ich sage lediglich, dass kaputte Familien sich selbst nicht erhalten können und nach dem Zusammenbruch des Sozialsystems große Probleme haben werden.
Zitat: | sollten staatliche institutionen wie kindergarten und schule noch stärker die fehlende geborgenheit auffangen. ich selbst und viele scheidungskinder, die ich in den schulen kennengelernt habe sind regelrecht froh in der schule zu sein.
konsequent wäre es, den kindern die möglichkeit zu geben, in ganztagsschulen oder in internate zu gehen! wenn sich die eltern aus ihrer verantwortung ziehen, oder aus anderen gründen diese nicht übernehmen können, ist diese alternative doch sehr vernünftig (sofern sie nicht so umgesetzt wird wie vor hundert jahren!) |
Kurzfristig ist es vernünftig, langfristig wird Schwäche und Unverantwortlichkeit kultiviert.
Irgendwann ist dann die Bevölkerung so schwach, dass die europäische Zivilisation, an die wir uns ja alle so sehr gewöhnt haben, nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. (Siehe Brasilien oder die pariser Vororte)
Zitat: | dass der staat die leute von sich abhängig zu machen versucht um seine macht zu vergrößern, klingt paranoid. |
Jede Organisation versucht früher oder später in erster Linie sich selbst zu schützen und ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Der Selbsterhaltungstrieb wird früher oder später zum alles bestimmenden Prinzip. Und das gilt auch für den Sozialstaat und die tausenden Beamten, Soziologen, Arbeitslosen, kaputten Familien, die alle von ihm abhängig sind.
Zitat: | ich bleibe dabei: es wäre grossartig, wenn es kein leid und keine armut gäbe -aus welchen gründen auch immer- und dementsprechend auch keine "almosen" vom staat mehr. doch es ist, ohne soziale härten zu vermeiden, unmöglich und träumerei! |
Mitte der 80er hat man auch noch geglaubt, dass der Realsozialismus ewig existieren würde.
Unmöglich und Träumerei ist es zu glauben, dass dieser Sozialstaat noch weitere 30 Jahre lang finanzierbar ist.
Der Sozialstaat wird in 30 Jahre nicht mehr existieren. Entweder weil eine kluge, weitsichtige und vernünftige Politik ihn langsam und schrittweise abgeschafft hat (unwahrscheinlich) oder weil er bankrott gegangen und zusammengebrochen ist (wahrscheinlich). |
ich strebe nicht anarchie an, denn menschen neigen dazu herrschaft auszuüben. die frage ist: wer übt mit welcher legitimation auf wieviele herrschaft aus?
in einer direkten demokratie ist es das volk selbst, über gewählte regierungsbeamten, die dem volksouverän rechenschaft schuldig sind.
nicht partei(en),
nicht multinationale konzerne oder ihre lobbyisten,
nicht kirchen oder geistliche,
nicht könige oder diktatoren
nicht militärs oder warlords
die menschen!
schau dir doch an wo das geld hingeht, dann weisst du, wer dich regiert.
wer wie du nur schwarz-weiss-denken kann, wird kompromisslösungen nicht erkennen und nicht anerkennen.
_________________ Ich will Gott lästern dürfen! Weg mit §166 StGB!
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hehehe registrierter User
Anmeldungsdatum: 26.07.2006 Beiträge: 674
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(#646450) Verfasst am: 23.01.2007, 15:47 Titel: |
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Allen, die sich an meinem Verweis auf den fanatischen Tierschützer und Vegetarier Hitler gestossen haben, möchte ich folgenden Beitrag von Sri YUKTEREZ nicht vorenthalten, wo er mir mit Verweis auf frühere Straftaten offensichtlich körperliche Gewalt androht:
Zitat: | Das kannst du mir zuliebe gerne tun, wer einen solchen Mantel hat soll ihn auch tragen und mir damit übern Weg laufen. Wenn es soweit kommt, wirst du dir so wie deine Vorgänger wünschen, ich wäre wirklich nur ein Gutmensch. |
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Xamanoth auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 7962
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(#646453) Verfasst am: 23.01.2007, 16:00 Titel: |
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hehehe hat folgendes geschrieben: | Allen, die sich an meinem Verweis auf den fanatischen Tierschützer und Vegetarier Hitler gestossen haben, möchte ich folgenden Beitrag von Sri YUKTEREZ nicht vorenthalten, wo er mir mit Verweis auf frühere Straftaten offensichtlich körperliche Gewalt androht:
Zitat: | Das kannst du mir zuliebe gerne tun, wer einen solchen Mantel hat soll ihn auch tragen und mir damit übern Weg laufen. Wenn es soweit kommt, wirst du dir so wie deine Vorgänger wünschen, ich wäre wirklich nur ein Gutmensch. |
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Wenn ich so etwas lese, wünsche ich mir auch einen Pelzmantel. Extra für solche Leute.
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