Obdachlos und Obdachlose in Deutschland
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Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft

#1: Obdachlos und Obdachlose in Deutschland Autor: HeBroWohnort: Irgendwo im Nirgendwo BeitragVerfasst am: 03.02.2008, 14:01
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Sie haben Fragen zum Thema Obdachlosigkeit in Deutschland?
Als Webmaster von der zur Zeit grössten Deutschsprachigen Obdachlosenzeitung im Internet, würde ich mich mit Interesse Ihren Fragen hier und auf meiner Homepage/Webseite stellen!
Ihre Meinung von und über obdachlose Mitmenschen in unserer Gesellschaft ist mir wichtig, denn ich bin selbst ein Betroffener dieser Klientel.
Lesen Sie auf meiner Internetseite zum Beispiel, wie Obdachlose Leben, wie Obdachlosigkeit entstehen kann und was Obdachlose bewegt am Leben zu bleiben und vieles mehr.
Lesen Sie die Worte von Betroffenen und schreiben Sie Ihre Anmerkungen, Fragen und Kritik in das Gästebuch.
Lesen Sie aktuell Wissenswertes zu Hartz IV - Arbeitslosengeld II - Grundsicherung - Sozialgeld.
Erfahren Sie wo es in Deutschland gute Einrichtungen für Wohnungslose gibt und wie Sie Kontakte zu qualifizierten Ansprechpartnern finden können.
Sie erfahren auf meiner Seite alles aus der Sicht von Betroffenen und lernen Obdachlose kennen als Mensch und Autor der zur Zeit grössten Deutschsprachigen Obdachlosenzeitung im Internet.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit und mfG HeBro.
Aus finanziellen Gründen, kann ich mich aber nur einmal pro Woche hier melden.
www.kurpfaelzer-wandersmann.de "Die Obdachlosenzeitung im Internet - Stimme der Obdachlosen und Hartz IV Geschädigten!"

Wer hält Dich fest, wenn Du fällst?

#2:  Autor: Valen MacLeodWohnort: Jenseits von Eden BeitragVerfasst am: 03.02.2008, 14:15
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Obdachlos... das geht in unserer Gesellschaft schneller als man "sharholder value" sagen kann.

#3:  Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 03.02.2008, 16:54
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Hi HeBro, willkommen im Forum! Winke - Winke

Ich habe mir gerade mal Deine Webseite angesehen, da sind für Frankfurt /M. die Einrichtungen Würzburger Strasse und Schönstrasse (da habe ich seinerzeit ZDL abgeleistet) eingetragen.
Das sind aber Übergangswohnheime, keine Aufnahmeheime.
Ohne Kostenzusage vom Sozialamt nehmen die einen also nicht.
Daher wäre es vielleicht besser, Einrichtungen wie die Rudolfstrasse oder die Übernachtungsstätte Ostpark rein zu schreiben, die nehmen auch Leute direkt von der Strasse auf.

Eine Aufstellung der Einrichtungen des "Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten e.V:" findest Du hier: http://www.frankfurter-verein.de/frankfurter-verein/wohnungslos/index.html

Aber es gibt wohl auch noch andere Träger.

Viel Glück für Dein sehr wichtiges Projekt!

Zoff

[EDIT]
Außerdem sind da Angaben bezgl. des Fussweges, die ich nicht verstehe.
Fussweg von wo aus? Am Kopf kratzen

#4: Wer hält Dich? Wenn Du fällst! Autor: HeBroWohnort: Irgendwo im Nirgendwo BeitragVerfasst am: 04.02.2008, 14:51
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Hallo Zoff. Danke für Deine positive Antwort! Netten Gruss auch zum Vorschreiber!!
Die Einrichtungen des Frankfurter Verein nehmen auch nach vorheriger Rücksprache ofWler direkt von der Strasse und leiten die Kostenübernahme unmittelbar vor Ort mit dem Kostenträger ein. Eine gute Adresse für Ortsunkundige Neuankömmlinge in Frankfurt ist das Diakoniezentrum in der Weserstr. 5 - Die Weser5 Adresse ist Obdachlosen gut zu empfehlen! Die Rudolfstrasse ist eher etwas für auffällige Problemfälle - Nasse Alkoholiker oder Junkies! Eine Adressenliste von Wohnungsloseneinrichtungen in FFM hält auch die Bahnhofsmission im Hbf zu FFM bereit. Aber der Frankfurter Verein um Herrn Bienek ist schon eine sehr gute Adresse für Wohnungslose und nicht nur in Frankfurt vertreten.
MfG HeBro

#5: Re: Wer hält Dich? Wenn Du fällst! Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 04.02.2008, 22:26
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Hi HeBro,

dann hat sich im Frankfurter Verein ja einiges umstrukturiert.
Durchaus möglich, ich bin da auch schon weit über 10 Jahren raus. (Ich habe da nach meinem ZDL noch lange als Aushilfe im Studium gejobbt.)
Bezüglich der Einrichtung Schönstrasse verstehe ich das aber nicht. Die hatten ja immer nur Einzelzimmer und eine Warteliste, wie sollen die direkt von der Strasse aufnehmen, wenn die keinen Platz haben?
Als ich da war, gab es auch noch verschiedene Reha-Stufen, d.h. da mussten die Menschen erst einmal in die Aufnahmeheime und nachdem der zuständige Sozialarbeiter die Bereitschaft zur Mitarbeit festgestellt hatte, durfte der Klient ins Übergangswohnheim (wie z.B. die Einrichtung Schönstrasse).
Läuft das heute anders?

Grüße,
Zoff

#6: Re: Obdachlos und Obdachlose in Deutschland Autor: JoleschWohnort: Omicron Persei VIII BeitragVerfasst am: 05.02.2008, 07:12
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HeBro hat folgendes geschrieben:
Sie haben Fragen zum Thema Obdachlosigkeit in Deutschland?


Mich würde interessieren ob du Erfahrungen in Deutschland mit "Bettel-Touristen" gemacht hast. In Österreich (genauer gesagt in Graz) dominieren in den Fußgängerzonen (wahrscheinlich organisierte) Gruppen ausländischer Bettler (laut Zeitungsberichten Bulgaren, Rumänen, etc.). Kommt es da zu einer Konkurrenz unter Bettlern verschiedener Nationalitäten?

#7:  Autor: Peter H. BeitragVerfasst am: 06.02.2008, 11:30
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Wäre nicht auch noch die Ottostraße zu nennen?

#8: Wer hilft Dir in einer Not? Autor: HeBroWohnort: Irgendwo im Nirgendwo BeitragVerfasst am: 06.02.2008, 15:10
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@ Zoff.
Vor der Aufnahme in einen Wohnbereich der Frankfurter ist ein Telefonat mit dem zuständigen Aufnahmesozarb dringend erforderlich. Die Aufnahmen können kurzfristig stattfinden. Glaubhafte Begründung dalegen. Der Frankfurter Verein hat in seinen Wohnheimen überwiegend Einzelzimmer. Trocken lebende Hilfesuchende werden bevorzugt bearbeitet. Aktive Mitarbeit im Sachverhalt ankündigen. Wunsch nach sozialen und/oder sportlichen Einbindungen in das Frankfurter Alltagsleben kundtun. Herr Bienek ist nur aber immerhin der Gesamtleiter!
@ Jolesch.
Ja Konkurrenz und Neid regiert die Welt und die Strasse leider ebenso!
Es wurden Durchwanderern schon Schläge angedroht.

Es gibt ein adäquates Mittel einen tatsächlich Obdachlosen und Hilfebedürftigen Bettler von Kriminellen Bettlern zu unterscheiden! Fragen Sie einen Bettler nach seinem Ausweis. Ein Durchreisender Bettler ohne festen Wohnsitz kann im Regelfall die Obdachlosigkeit bescheinigen!
Der Ausweis hat keine feste Meldeadresse oder der Bettler ist in Besitz einer aktuellen Abmeldebescheinigung!
Alles andere ist Zweifelhaft.

@ Peter H.
Die Ottostrasse ist ein Tagestreff/Wärmestube in Berlin-Moabit Bugenhagenstrasse. In FFM ist mir eine Wohnungsloseneinrichtung in der Ottostrasse nicht unmittelbar bekannt! In FFM-Sachsenhausen gibt es noch eine sehr gute Adresse für Wohnungslose von dem Lazarus-Werk!

Nachtrag: Der Ostpark bei Christine ist auch eher nur ein Notobdach.

MfG HeBro und Danke für das Interesse.

#9:  Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 07.02.2008, 21:50
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Peter H. meint wohl die Einrichtung in der Ottostr. 13, eine Einrichtung, die auch zum Frankfurter Verein gehörte.
Zu meiner Zeit war das auch ein Aufnahmewohnheim, aber da scheint sich ja einiges umstrukturiert zu haben.
Auf der Website des Vereins steht sie nicht mehr, möglicherweise gibt es die Einrichtung nicht mehr.
Die direkte Nähe zum Hbf. war damals schon ein Problem.

#10: Re: Wer hilft Dir in einer Not? Autor: WolfWohnort: Zuhause BeitragVerfasst am: 07.02.2008, 22:38
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HeBro hat folgendes geschrieben:

Es gibt ein adäquates Mittel einen tatsächlich Obdachlosen und Hilfebedürftigen Bettler von Kriminellen Bettlern zu unterscheiden! Fragen Sie einen Bettler nach seinem Ausweis. Ein Durchreisender Bettler ohne festen Wohnsitz kann im Regelfall die Obdachlosigkeit bescheinigen!
Der Ausweis hat keine feste Meldeadresse oder der Bettler ist in Besitz einer aktuellen Abmeldebescheinigung!
Alles andere ist Zweifelhaft.

Scheint mir realitätsfremd.

#11: Im Minimum des Seins, liegt der Anfang des Werdens! Autor: HeBroWohnort: Irgendwo im Nirgendwo BeitragVerfasst am: 08.02.2008, 14:51
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Hallo Miteinander.
Hallo Wolf, was erscheint Ihnen Realitätsfremd? Würde gerne auf Ihre Diskreditierung näher eingehen. Was Gut und Böse betrifft, so ist das Strassenleben nur ein Teil im Gesamtbild der jeweiligen Gesellschaft! Das Betteln ist für Obdachlose nackte Überlebensstrategie und ein amtlicher Personalausweis oder ein gültiger Reisepass mit aktueller Abmeldebescheinigung gehört bei Obdachlosen einfach dazu. Was "Wolf" ist Ihnen Realitätsfremd? Gut und Böse! Tragen wir in unseren Genen nicht alle einen Keim von beidem? So lange wir anderen Mitmenschen nichts Böses antun und stets Frieden suchen und bieten, kann in uns das Gute noch so böse sein! Lesen Sie mal bitte meine Internetseite. Ich hab dort viel zum Thema Obdachlosigkeit aus der Sicht von Betroffenen veröffentlicht. Ich wünsche Ihnen und allen anderen hier alles Gute und niemals auch nur einen Tag als Obdachloser in der Fremde! Die Wunden die Sie auf der Strasse lecken würden, hat schon vielen das Leben gekostet.
Schulden. Suchtprobleme. Verhaltensstörungen. Psychische und somatische Erkrankungen. Schlafprobleme. Hunger. Vereinsamung. Verelendung.
Jeden Tag die Ungewissheit wo man wie schläft oder bekomme ich heute was warmes zu Essen? Wo Dusche ich mich? Wo kann ich meine Sachen waschen? Wer gibt mir eine Arbeit als Tagelöhner? Wie komme ich zur nächsten Übernachtungsstelle oder wo mache ich unbehelligt Platte? Wo bekomme ich meinen Tagessatz? Klaut mir niemand heute mein Getrödel? Schlägt mich heute keiner Tod!
Alles Fragen die Obdachlose und Durchreisende Tag und Nacht bewegt. Meine persönlichen Erfahrungen als Obdachloser und Durchreisender hintenangestellt.
Was also "Wolf" erscheint Ihnen Realitätsfremd?
Danke für Ihre Antworten und mfG HeBro.

#12:  Autor: zelig BeitragVerfasst am: 11.10.2021, 11:53
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Zitat:
In Berlin leben mehr als 52.000 Menschen, die als wohnungs- oder obdachlos gelten. Es gibt Pläne, dass sie alle bis 2030 ein eigenes Dach über dem Kopf haben, an keine Bedingungen geknüpft. Kann das funktionieren?


https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/obdachlosigkeit-in-berlin-leute-wie-ich-werden-zack-einfach-aussortiert-a-550da213-c3b8-45f8-a147-2b7d5e452851

(Bezahl-Schranke)


Ich glaube daß das Funktioniert. Man sollte das machen.

#13:  Autor: jdfWohnort: Dogville BeitragVerfasst am: 11.10.2021, 12:33
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zelig hat folgendes geschrieben:
Ich glaube daß das Funktioniert.

Ja, zumindest für sehr viele, vllt sogar fast alle.


Der Spiegel hat folgendes geschrieben:
Einer ihrer Klienten leide an einer schweren Depression, sie könnten mit ihm nur kommunizieren, indem sie Zettel unter seiner Wohnungstür durchschöben, als Antwort klebe er dann Briefe außen an die Tür, die Mitarbeiter dann abholten.

Daumen hoch!

#14:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 11.10.2021, 14:21
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Zumindest das war gut in der DDR. Wohnsitzlosen gab es nicht.

#15:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 11.10.2021, 15:04
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vrolijke hat folgendes geschrieben:
Zumindest das war gut in der DDR. Wohnsitzlosen gab es nicht.


Jo, denn eine "asoziale Lebensweise" war kriminell und wurde bestraft. Wer also mit der zugewiesenen Wohnung (und sei es eine Bruchbude jwd) nicht zufrieden war / damit nicht zurechtkam und doch auf der Straße lebte, hatte dann eben ein Obdach im Knast.

#16:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 11.10.2021, 15:12
    —
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Zumindest das war gut in der DDR. Wohnsitzlosen gab es nicht.


Jo, denn eine "asoziale Lebensweise" war kriminell und wurde bestraft. Wer also mit der zugewiesenen Wohnung (und sei es eine Bruchbude jwd) nicht zufrieden war / damit nicht zurechtkam und doch auf der Straße lebte, hatte dann eben ein Obdach im Knast.


Wenn er wieder rauskam, stand ihm ein Dach über den Kopf zur Verfügung.

#17:  Autor: Zumsel BeitragVerfasst am: 12.10.2021, 09:44
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zelig hat folgendes geschrieben:
Zitat:
In Berlin leben mehr als 52.000 Menschen, die als wohnungs- oder obdachlos gelten. Es gibt Pläne, dass sie alle bis 2030 ein eigenes Dach über dem Kopf haben, an keine Bedingungen geknüpft. Kann das funktionieren?


https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/obdachlosigkeit-in-berlin-leute-wie-ich-werden-zack-einfach-aussortiert-a-550da213-c3b8-45f8-a147-2b7d5e452851

(Bezahl-Schranke)


Ich glaube daß das Funktioniert. Man sollte das machen.


Natürlich kann das funktionieren. Die Frage ist halt nur, wie sehr man es wirklich will und wie viel man entsprechend zu investieren bereit ist.



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