Nahostkonflikt - Tendenz positiv oder negativ?
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Freigeisterhaus -> Politik und Geschichte

#1771:  Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 12.12.2017, 12:45
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beachbernie hat folgendes geschrieben:
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Erklaere Du mir lieber welch hehren westlichen Idealen wir das Ende der Kolonialzeit verdanken, das in einem recht überschaubaren Zeitraum stattfand, der natürlich nur rein zufällig mit dem Zeitraum übereinstimmt, in dem die ökonomische Kosten/Nutzen-Rechnung von Ueberseekolonien unumkehrbar ein negatives Vorzeichen bekam.
....

Kosten/Nutzen-Rechnungen finden nicht nur in $ statt, auch die Stimmung in der Bevölkerung gehört dazu, nochmehr die Stimmung in der veröffentlichten Meinung. Das heißt, dass der Preis der Kolonien auch davon bestimmt wird, welchen Umgang wir uns mit der Bevölkerung dort leisten. Wenn wir sie als Menschen betrachten, werden Kolonien teurer.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Entkolonialisierung wirklich überall in der Politik ankam, aber sie beginnt viel früher als das Umschlagen einer Kosten/Nutzen-Rechnung, ging aber, wie eben erwähnt, in diese ein. Dazu gehört wesentlich die Monroe-Doktrin der bösen USA, die Entwicklung der Menschenrechte, die Haager Verträge mit dem Völkerrecht sowie der Völkerbund, der Vorläufer der UNO und heute der UN. Letztlich ist die Entkolonialisierung also eine Folge der Aufklärung und der durch sie hervorgerufenen Friedens- bzw.Freiheitsbewegungen.

#1772:  Autor: AdvocatusDiaboli BeitragVerfasst am: 12.12.2017, 16:11
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fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
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Erklaere Du mir lieber welch hehren westlichen Idealen wir das Ende der Kolonialzeit verdanken, das in einem recht überschaubaren Zeitraum stattfand, der natürlich nur rein zufällig mit dem Zeitraum übereinstimmt, in dem die ökonomische Kosten/Nutzen-Rechnung von Ueberseekolonien unumkehrbar ein negatives Vorzeichen bekam.
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Kosten/Nutzen-Rechnungen finden nicht nur in $ statt, auch die Stimmung in der Bevölkerung gehört dazu, nochmehr die Stimmung in der veröffentlichten Meinung. Das heißt, dass der Preis der Kolonien auch davon bestimmt wird, welchen Umgang wir uns mit der Bevölkerung dort leisten. Wenn wir sie als Menschen betrachten, werden Kolonien teurer.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Entkolonialisierung wirklich überall in der Politik ankam, aber sie beginnt viel früher als das Umschlagen einer Kosten/Nutzen-Rechnung, ging aber, wie eben erwähnt, in diese ein. Dazu gehört wesentlich die Monroe-Doktrin der bösen USA, die Entwicklung der Menschenrechte, die Haager Verträge mit dem Völkerrecht sowie der Völkerbund, der Vorläufer der UNO und heute der UN. Letztlich ist die Entkolonialisierung also eine Folge der Aufklärung und der durch sie hervorgerufenen Friedens- bzw.Freiheitsbewegungen.


Die Kolonialisierung war aber auch schon eine Folge der Aufklärung, deren negativen Seite. Die Franzosen haben sogar noch in den 50ern und 60ern Krieg in Vietnam und Algerien geführt, um ihre Kolonien um jeden Preis zu behalten. Da war Frankreich eigentlich schon längst „demokratisch“ und „aufgeklärt“ genug, um den Widerspruch zwischen ideellen Ansprüchen und politischer Realität zu erkennen. Was uns vermittelt: Aufklärung als Prozess ist weiterhin noch nicht abgeschlossen.

#1773:  Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 12.12.2017, 16:44
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AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
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Erklaere Du mir lieber welch hehren westlichen Idealen wir das Ende der Kolonialzeit verdanken, das in einem recht überschaubaren Zeitraum stattfand, der natürlich nur rein zufällig mit dem Zeitraum übereinstimmt, in dem die ökonomische Kosten/Nutzen-Rechnung von Ueberseekolonien unumkehrbar ein negatives Vorzeichen bekam.
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Kosten/Nutzen-Rechnungen finden nicht nur in $ statt, auch die Stimmung in der Bevölkerung gehört dazu, nochmehr die Stimmung in der veröffentlichten Meinung. Das heißt, dass der Preis der Kolonien auch davon bestimmt wird, welchen Umgang wir uns mit der Bevölkerung dort leisten. Wenn wir sie als Menschen betrachten, werden Kolonien teurer.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Entkolonialisierung wirklich überall in der Politik ankam, aber sie beginnt viel früher als das Umschlagen einer Kosten/Nutzen-Rechnung, ging aber, wie eben erwähnt, in diese ein. Dazu gehört wesentlich die Monroe-Doktrin der bösen USA, die Entwicklung der Menschenrechte, die Haager Verträge mit dem Völkerrecht sowie der Völkerbund, der Vorläufer der UNO und heute der UN. Letztlich ist die Entkolonialisierung also eine Folge der Aufklärung und der durch sie hervorgerufenen Friedens- bzw.Freiheitsbewegungen.


Die Kolonialisierung war aber auch schon eine Folge der Aufklärung, deren negativen Seite. Die Franzosen haben sogar noch in den 50ern und 60ern Krieg in Vietnam und Algerien geführt, um ihre Kolonien um jeden Preis zu behalten. Da war Frankreich eigentlich schon längst „demokratisch“ und „aufgeklärt“ genug, um den Widerspruch zwischen ideellen Ansprüchen und politischer Realität zu erkennen. Was uns vermittelt: Aufklärung als Prozess ist weiterhin noch nicht abgeschlossen.

Du hättest noch Portugal erwähnen können, das es erst 1974 mit der Nelkenrevolution, die wesentlich von Militärs ausging, schaffte, den Kolonialstatus abzuschütteln, um sich mit seiner Rolle als Zwerg am Rande Europas abzufinden. Aber auch die Aufstände, die die Kolonien so teuer machten, dass Portugal das militärisch nicht mehr leisten konnte, gehen ja letztlich auf das Konto der Aufklärung. Also: Ganz gegen mein Image kein Widerspruch.

#1774:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 21.05.2021, 10:06
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Aus den Stuttgarter Nachrichten von heute Morgen:



Das trifft es ganz gut. Vor allem, wo doch heutzutage die Extremisten auf dem Vormarsch sind.

#1775:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 21.05.2021, 20:13
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vrolijke hat folgendes geschrieben:
Aus den Stuttgarter Nachrichten von heute Morgen:



Das trifft es ganz gut. Vor allem, wo doch heutzutage die Extremisten auf dem Vormarsch sind.


"Großmutter, warum hast du so große Augen?"

#1776:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 21.05.2021, 22:24
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Ja, Israel-Palästina. Da hat sich der Westen einen weiteren Frontstaat in der Nähe riesiger Ölvorkommen geschaffen, aber was hat das eigentlich mit den vielbeschworenen westlichen Moralwerten zu tun?

Diese Frage stellt sich auf unorthodoxe (!) Weise wieder einmal Forger, den ich schon mal zu einem anderen Thema verlinkt hatte (George Floyd - die Älteren erinnern sich.).

Er redet zwischendurch - wie in jedem seiner Videos - immer mal wieder Blödsinn. Aber was ich an ihm schätze, ist sein moralischer & menschenrechtlicher Ansatz von der Pike auf.

Viel Spaß und das eine oder andere Nachgrübeln:

Israel und westliche Mächte in Muslimischem Gebiet

(33 Minuten und 50 Sekündchen)

#1777:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 22.05.2021, 00:50
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Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Er redet zwischendurch - wie in jedem seiner Videos - immer mal wieder Blödsinn. Aber was ich an ihm schätze, ist sein moralischer & menschenrechtlicher Ansatz von der Pike auf.

Danke, ich bin schon froh wenn man jemanden hören kann der auch noch Hintergründe bedenkt und sich eigene Gedanken macht(mit denen man nicht übereinstimmen muß oder sogar ablehnt).
Wenn ich mir jemanden anhöre der sich anhört wie nur Random(Mainstream,p.c.) da könnte ich teilweise an den Bildschirm kotzen.

#1778:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 22.05.2021, 09:37
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sehr gut hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Er redet zwischendurch - wie in jedem seiner Videos - immer mal wieder Blödsinn. Aber was ich an ihm schätze, ist sein moralischer & menschenrechtlicher Ansatz von der Pike auf.


Danke, ich bin schon froh wenn man jemanden hören kann der auch noch Hintergründe bedenkt und sich eigene Gedanken macht(mit denen man nicht übereinstimmen muß oder sogar ablehnt).
Wenn ich mir jemanden anhöre der sich anhört wie nur Random(Mainstream,p.c.) da könnte ich teilweise an den Bildschirm kotzen.


Ab und zu kommen in den offiziellen Anstalten auch Beiträge zu den Hintergründen der Vorgänge im nahen Osten, etwa im Weltspiegel und in Monitor:

Weltspiegel - Israel: Der Konflikt mit den Palästinensern eskaliert

(Dauer: 11:08 )

MONITOR - Krieg im Nahen Osten: Konflikt ohne Ende?

(etas länger 1:06:02)

Von der christlichen Bundesregierung wie auch von der AfD kommen dagegen unverschämte, dreiste Stellungnahmen. Wenn die rechte deutsche Regierung von *Frieden* spricht, dann meint sie keinen demokratischen Frieden, sondern einen Gewaltfrieden ohne die Lösung sozialer und demokratischer Fragen, d.h. also die ungestörte Fortsetzung des Neokolonialismus in Nahost.

#1779:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 22.05.2021, 16:44
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Skeptiker hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Er redet zwischendurch - wie in jedem seiner Videos - immer mal wieder Blödsinn. Aber was ich an ihm schätze, ist sein moralischer & menschenrechtlicher Ansatz von der Pike auf.


Danke, ich bin schon froh wenn man jemanden hören kann der auch noch Hintergründe bedenkt und sich eigene Gedanken macht(mit denen man nicht übereinstimmen muß oder sogar ablehnt).
Wenn ich mir jemanden anhöre der sich anhört wie nur Random(Mainstream,p.c.) da könnte ich teilweise an den Bildschirm kotzen.


Ab und zu kommen in den offiziellen Anstalten auch Beiträge zu den Hintergründen der Vorgänge im nahen Osten, etwa im Weltspiegel und in Monitor:

Weltspiegel - Israel: Der Konflikt mit den Palästinensern eskaliert

(Dauer: 11:08 )

"Ab und zu" - ja. Allerdings schauen den Weltspiegel viel weniger wie die Tagesschau, das betrifft zu viele "Ab und zu"-Beiträge.
Es kommt m.E. aber zu viel Propaganda/Framing oder einseitige Sichtweise das ausschalten das beste ist, es sei denn man hat jemanden der sich das antut und die wenigen Perlen für einen raussucht und Desinformation gleich aussiebt.

#1780:  Autor: AlchemistWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 22.05.2021, 21:35
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Ist es belustigend oder eher traurig, dass ein Abonennt von RT oder vom „Anti-Spiegel“ sich über angebliche Propaganda in den Medien beschwert?

#1781:  Autor: zelig BeitragVerfasst am: 02.06.2021, 15:22
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Zitat:
Nach seiner Wahl durch die Knesset versprach Yitzhak Herzog, keinen Stein aus dem „einzigartigen gesellschaftlichen Mosaik“ Israels zu vergessen. Der erfahrene Politiker steht vor der schwierigen Aufgabe, ein gespaltenes Land zu einen.


https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/yitzhak-herzog-zum-neuen-israelischen-praesidenten-gewaehlt-17370292.html

Ich kenne Yitzhak Herzog nicht. Gibt es jetzt bessere Chancen für eine Befriedung? Ich wünche es jedenfalls.



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