Gesundheit und Krankheit
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Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft

#1: Gesundheit und Krankheit Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 15:35
    —
... inspiriert aus dieser Diskussion mit Dissonanz zum Thema Tätowierungen/Piercing:

http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=1319477#1319477
Zitat:
Ein häufig zentrales Merkmal von Krankheitsbegriffen ist der Leidensdruck.


und hier als Appetizer noch ein Artikel von Manfred Lütz zur "Gesundheitsreligion"
http://www.kultur-punkt.ch/gesundheit/swr2-luetz-wellnesswahn05-2.htm

eine der wesentlichen Thesen des Artikels ist: gesund ist relativ. Und spätestens nach 50 Untersuchungen findet man bei jedem irgend etwas, das nicht ganz der Norm entspricht und somit nach medizinischer Definition krank ist. Weiter die These, dass die Pflege der Gesundheit heute viele Funktionen übernommen hat, die früher bei den Religionen waren. Nicht zuletzt das Sprechen über Sünde, das heute eher im Zusammenhang von Schokoladekuchen und Schlagsahne als im Zusammenhang mit Gott auftaucht.

und, wie krank seid ihr? Mr. Green

fragt
das fräulein

#2: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: nocquae BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 15:43
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
Und spätestens nach 50 Untersuchungen findet man bei jedem irgend etwas, das nicht ganz der Norm entspricht und somit nach medizinischer Definition krank ist.

Nein, „nicht der Norm entsprechend“ ist nicht „krank“. Das mit dem Leidensdruck erscheint eher häufig im Zusammenhang mit der Behandlung[-snotwendigkeit].

fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
Nicht zuletzt das Sprechen über Sünde, das heute eher im Zusammenhang von Schokoladekuchen und Schlagsahne als im Zusammenhang mit Gott auftaucht.

Mich würde eher interessieren, welcher Prozentsatz der Leute hier im Forum tatsächlich im Zusammenhang mit Genuss von Sünde sprechen würde.

#3: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: Rudolf BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 15:44
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
...etwas, das nicht ganz der Norm entspricht und somit nach medizinischer Definition krank ist.


bullshit

#4: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 15:50
    —
NOCQUAE hat folgendes geschrieben:

Nein, „nicht der Norm entsprechend“ ist nicht „krank“. Das mit dem Leidensdruck erscheint eher häufig im Zusammenhang mit der Behandlung[-snotwendigkeit].


Selten ist es auf alle Fälle nicht, sich beim Arzt Blut abnehmen zu lassen, der dann ein nach seiner Ansicht behandlungsbedürftiges Problem feststellt, von dem man gar nie erfahren hätte, hätte man sich nicht untersuchen lassen.

Und mit einem BMI von 27 bin ich nach aktuellem medizinischer Standardmeinung durchaus behandlungsbedürftig.


Zitat:

Mich würde eher interessieren, welcher Prozentsatz der Leute hier im Forum tatsächlich im Zusammenhang mit Genuss von Sünde sprechen würde.


da würd ich nochmals anders fragen: Wer hat hier schon mal Diät gemacht, um Gewicht zu verlieren?
Ich nicht.

grüsse, das fräulein

#5: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: esme BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 15:56
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:

Und mit einem BMI von 27 bin ich nach aktuellem medizinischer Standardmeinung durchaus behandlungsbedürftig.


Bitte Link oder Quelle.

#6: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 16:00
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Mich würde eher interessieren, welcher Prozentsatz der Leute hier im Forum tatsächlich im Zusammenhang mit Genuss von Sünde sprechen würde.


da würd ich nochmals anders fragen: Wer hat hier schon mal Diät gemacht, um Gewicht zu verlieren?
Ich nicht.


Die meisten Leute, die Diäten machen, dürften das vorrangig aus optischen Gründen tun.

Und neben gesundheitlichen Gründen gibt es auch noch den Leistungsaspekt; der dürfte bei vielen sportlich tätigen Menschen ebenfalls eine Rolle spielen.

#7: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: Rasmus BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 16:07
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
eine der wesentlichen Thesen des Artikels ist: gesund ist relativ. Und spätestens nach 50 Untersuchungen findet man bei jedem irgend etwas, das nicht ganz der Norm entspricht und somit nach medizinischer Definition krank ist.


Völliger Unsinn - in zweierlei Hinsicht.

Erstens ist nicht krank, wer nicht der Norm entspricht.
Zweitens ist nicht jeder Mensch automatisch krank, wenn man nur lange genug sucht.


Zitat:
Weiter die These, dass die Pflege der Gesundheit heute viele Funktionen übernommen hat, die früher bei den Religionen waren. Nicht zuletzt das Sprechen über Sünde, das heute eher im Zusammenhang von Schokoladekuchen und Schlagsahne als im Zusammenhang mit Gott auftaucht.

und, wie krank seid ihr? Mr. Green


Jedenfalls nicht so krankt wie der Spinner, dessen geistige Ergüsse Du hier verlinkt hast.

#8: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: nocquae BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 16:16
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
NOCQUAE hat folgendes geschrieben:

Nein, „nicht der Norm entsprechend“ ist nicht „krank“. Das mit dem Leidensdruck erscheint eher häufig im Zusammenhang mit der Behandlung[-snotwendigkeit].


Selten ist es auf alle Fälle nicht, sich beim Arzt Blut abnehmen zu lassen, der dann ein nach seiner Ansicht behandlungsbedürftiges Problem feststellt, von dem man gar nie erfahren hätte, hätte man sich nicht untersuchen lassen.

Schlechtes Beispiel. Nicht selten ist es so, dass durchaus eine Symptomatik vorliegt, die man nur nicht zuordnen kann. Ohne den Arztbesuch hätte ich sie weiterhin nicht zuordnen können, das ist richtig … Wenn nicht – warum warst du dann überhaupt beim Arzt?
Im anderen Fall hätte dein Arzt dich höchstens darüber aufgeklärt, dass z. B. dein Cholesterinspiegel zu hoch sei. Das könnte mal in der Zukunft zu gesundheitlichen Problemen führen. Sprich: zu Leidensdruck.
Um den zukünftigen Leidensdruck zu vermeiden, kannst du dich dazu entscheiden, dich bereits jetzt behandeln zu lassen.

Und @Norm: Wenn meine Milz auf der rechten Seite sitzt, anstatt brav „der Norm entsprechend“ links, sie ansonsten aber voll funktionstüchtig ist, dann ist das sogar eine sehr massive Normabweichung – aber keine Krankheit. Dafür mangelt es am Krankheitswert der Normabweichung. Würde meine Milz dann zusätzlich nicht korrekt arbeiten, dann hätte die Abweichung einen Krankheitswert. Den hätte sie aber auch dann, wenn meine Milz korrekt auf der linken Seite sitzt und trotzdem nicht richtig arbeitet.
Nein, mit Krankheit = Normabweichung kommst du nicht weit. Es sei denn, du betrachtest Gesundheit als Norm, was dann zur Definition führt: “Krank ist, wer nicht gesund ist.“ Mit der Definition hat man allerdings auch nichts gewonnen.

Zitat:
Und mit einem BMI von 27 bin ich nach aktuellem medizinischer Standardmeinung durchaus behandlungsbedürftig.

Hm, eigentlich spricht man ab einem BMI von 30 von behandlungsbedürftigem Übergewicht.
Aber die Frage ist doch: ist dein Leidensdruck deswegen so stark, dass du eine Behandlung suchst? zwinkern

Zitat:
Zitat:
Mich würde eher interessieren, welcher Prozentsatz der Leute hier im Forum tatsächlich im Zusammenhang mit Genuss von Sünde sprechen würde.


da würd ich nochmals anders fragen: Wer hat hier schon mal Diät gemacht, um Gewicht zu verlieren?
Ich nicht.

Nix gibts. Wechsle nicht das Thema. Dein Argument war, dass der Gesundheitskult religiöse Formen annähme, was man z. B. am Gebrauch des Begriffs „Sünde“ im Zusammenhang mit Schokoladenkuchen sehen könne.
IMO ist das nicht ein Effekt, der sich auf Umwegen aus der religiosifizierung der Gesundheit ergibt, sondern stammt unmittelbar aus einem religiösen Kontext: Genuss = böse = Sünde; Genuss bindet den Menschen an die „diesseitige Welt“, während Leid „über dieses Leben hinwegweist.“
Dass sehr viele Religionen asketische Züge haben ist sicherlich kein Zufall.

Du schreibst „Wer hat hier schon mal Diät gemacht, um Gewicht zu verlieren?“ Warum der Zusatz? Hast du schonmal „aus spirituellen Gründen“ eine Diät gemacht, a.k.a. gefastet?
Wenn ja, warum ist das besser oder schlechter, als aus gesundheitlichen Gründen „zu fasten“?

#9: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: nocquae BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 16:19
    —
Rasmus hat folgendes geschrieben:
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
eine der wesentlichen Thesen des Artikels ist: gesund ist relativ. Und spätestens nach 50 Untersuchungen findet man bei jedem irgend etwas, das nicht ganz der Norm entspricht und somit nach medizinischer Definition krank ist.


Völliger Unsinn - in zweierlei Hinsicht.

Erstens ist nicht krank, wer nicht der Norm entspricht.
Zweitens ist nicht jeder Mensch automatisch krank, wenn man nur lange genug sucht.

In Hinsicht auf den zweiten Punkt hat sie schon recht. Wenn man lange genug sucht und genau genug hinschaut, dann werden sich bei fast jedem irgendwelche Normabweichungen finden lassen, seien sie noch so winzig.
Der Fehler liegt darin, dass selbst massive Normabweichungen an sich noch keine Krankheit definieren, von kleinen ganz zu schweigen.

#10: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: Rasmus BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 16:22
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
Und mit einem BMI von 27 bin ich nach aktuellem medizinischer Standardmeinung durchaus behandlungsbedürftig.


Das glaube ich Dir schlicht nicht.

Es kann durchaus sein, dass das als Übergewichtig gilt. Daraus würde dann aber nur folgen, dass man sein Gewicht reduzieren soll. Von einer Behandlungsbedürftigkeit ist das aber noch ein ganzes Stück weit weg.

Und selbst wenn jemand so viel Übergewicht hat, dass man das behandeln sollte bedeutet das noch lange nicht, dass derjenige schon "krank" ist.

#11: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 19:19
    —
NOCQUAE hat folgendes geschrieben:

Schlechtes Beispiel. Nicht selten ist es so, dass durchaus eine Symptomatik vorliegt, die man nur nicht zuordnen kann. Ohne den Arztbesuch hätte ich sie weiterhin nicht zuordnen können, das ist richtig … Wenn nicht – warum warst du dann überhaupt beim Arzt?.


Zum Beispiel, weil es manche gibt, die regelmässige Gesundheitschecks empfehlen, subjektives Wohlbefinden hin oder her.


Zitat:
Nein, mit Krankheit = Normabweichung kommst du nicht weit. Es sei denn, du betrachtest Gesundheit als Norm, was dann zur Definition führt: “Krank ist, wer nicht gesund ist.“ Mit der Definition hat man allerdings auch nichts gewonnen.


Bei Blutuntersuchungen halten sich Ärtze ja an die Normwerte der Labors, und bestimmen auch eine Behandlungsbedürftigkeit in Abhängigkeit von diesen Werten. Nur sind diese Werte nicht überall gleich... also kann es manchmal die einfachste Therapie sein, einfach in ein anderes Land zu gehen. Was reichlich absurd ist, aber leider durchaus so praktiziert wird. Was in Frankreich als gesund gilt, gilt in Deutschland nicht unbedingt als gesund.


Zitat:
Aber die Frage ist doch: ist dein Leidensdruck deswegen so stark, dass du eine Behandlung suchst? zwinkern


nö. Ich meide bloss den Kontakt mit Ärtzen, die bedenkliche Gesichter machen und mir Moralpredigten halten.



Zitat:
Nix gibts. Wechsle nicht das Thema. Dein Argument war, dass der Gesundheitskult religiöse Formen annähme, was man z. B. am Gebrauch des Begriffs „Sünde“ im Zusammenhang mit Schokoladenkuchen sehen könne.
IMO ist das nicht ein Effekt, der sich auf Umwegen aus der religiosifizierung der Gesundheit ergibt, sondern stammt unmittelbar aus einem religiösen Kontext: Genuss = böse = Sünde; Genuss bindet den Menschen an die „diesseitige Welt“, während Leid „über dieses Leben hinwegweist.“
Dass sehr viele Religionen asketische Züge haben ist sicherlich kein Zufall.


Tatsache ist, und das wurde NICHT von Kirchen oder religiösen Institutionen gesteuert, dass das Wort "Sünde" heutzutage sehr oft im Zusammenhang mit essen vorkommt. Und dass das Ritual des Artzbesuchs durchaus Ähnlichkeiten hat mit dem Beichtstuhl - inklusive Beichtgeheimnis.


Zitat:

Du schreibst „Wer hat hier schon mal Diät gemacht, um Gewicht zu verlieren?“ Warum der Zusatz? Hast du schonmal „aus spirituellen Gründen“ eine Diät gemacht, a.k.a. gefastet?


Nein, hab ich nicht. Aber es gibt auch Leute, die eine Diät machen, um das Gewicht zu erhöhen, oder die aufgrund einer Krankheit eine bestimmte Diät einhalten müssen. Oder Leistungssportler, die auch gewissen Richtlinien folgen müssen.



Zitat:
Wenn ja, warum ist das besser oder schlechter, als aus gesundheitlichen Gründen „zu fasten“?


Etwas für sich selbst zu tun, um das eigene Wohlbefinden zu erhöhen und präventiv etwas für die Erhaltung der Gesundheit zu tun halte ich für ein sinnvolleres Motiv, als mit einer Veränderung der Ernährung erreichen zu wollen, einem von aussen definierten Ideal näher zu kommen, das nicht notwendigerweise der eigenen Konstitution entspricht. ob man das dann "spirituell" oder "gesundheitlich" oder sonst wie nennt, ist allerdings egal.

grüsse, das fräulein

#12: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 19:23
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:

Tatsache ist, und das wurde NICHT von Kirchen oder religiösen Institutionen gesteuert, dass das Wort "Sünde" heutzutage sehr oft im Zusammenhang mit essen vorkommt. Und dass das Ritual des Artzbesuchs durchaus Ähnlichkeiten hat mit dem Beichtstuhl - inklusive Beichtgeheimnis.


In Deinem Umfeld (Kundenkreis) mag das so sein. Aber ich kenne niemanden, der aus dem Arztbesuch ein Ritual macht; die Leute, die ich kenne, gehen da nur hin wenn sie wirklich krank sind.
Wenn überhaupt.

#13: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 19:34
    —
Noseman hat folgendes geschrieben:

In Deinem Umfeld (Kundenkreis) mag das so sein. Aber ich kenne niemanden, der aus dem Arztbesuch ein Ritual macht; die Leute, die ich kenne, gehen da nur hin wenn sie wirklich krank sind.
Wenn überhaupt.


Der Arzt macht das Ritual daraus, nicht der Patient. Ohne Zweifel gibt es Ärzte, die mögen Hawaiihemden, und ohne Zweifel ist ein Arzt im Hawaiihemd fachlich genauso kompetent wie derselbe Arzt im Kittel. Aber Hawaiihemden, Shorts und Flipflops wirken eben nicht seriös, und daher werden sie im Dienst nicht getragen. Das ist Teil des Rituals. (und ja, selbstverständlich veranstalten viele Berufsgruppen ein ähnliches Brimborium, um die Patienten/Kunden in die richtige Stimmung zu versetzen. Und das mit gutem Grund, denn es wirkt.)

grüsse, das fräulein

#14:  Autor: esme BeitragVerfasst am: 01.07.2009, 21:13
    —
Wenn ich eine Blutuntersuchung mache, und dabei herauskommt, dass der Wert X zwar im grünen Bereich ist, aber für mein Alter doch auffällig hoch und sich ein derartiger hoher Wert einerseits aus gewissen Fehlfunktionen, andererseits durch viel Verzehr von Nahrungsmittel Y ergeben kann, und mir geraten wird, doch etwas weniger von Nahrungsmittel Y zu essen und vielleicht in einem Jahr wieder einen Bluttest zu machen, um zu sehen, ob da was dran war,
tja, dann sehe *ich* das als Prävention, nicht anders als genügend Bewegung oder zu lernen gerade zu sitzen, wenn man merkt, dass man sich da was Ungünstiges eingelernt hat.

#15:  Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 09:23
    —
in dem Beispiel, OK

Etwas anderes ist es, wenn du eine Blutuntersuchung machst, ein Wert auffällig neben der Norm ist - obwohl bis anhin keines der typischen Symptome spürbar - und der Arzt dich als nächstes mit der grössten Selbstverständlichkeit darüber informiert, dass du für den Rest deines Lebens Hormone nehmen wirst. nun, zum Glück kann man Ärtze selbst aussuchen und muss nicht bei so jemandem in Behandlung bleiben... Mit den Augen rollen

Auf alle Fälle bleibt die Frage: ist jemand, der sich subjektiv körperlich wohl fühlt, aber gewisse Werte genug weit neben der Norm hat, um als behandlungsbedürftig zu gelten, nun gesund oder nicht?

grüsse, das fräulein

#16:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 10:35
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
in dem Beispiel, OK

Etwas anderes ist es, wenn du eine Blutuntersuchung machst, ein Wert auffällig neben der Norm ist - obwohl bis anhin keines der typischen Symptome spürbar - und der Arzt dich als nächstes mit der grössten Selbstverständlichkeit darüber informiert, dass du für den Rest deines Lebens Hormone nehmen wirst. nun, zum Glück kann man Ärtze selbst aussuchen und muss nicht bei so jemandem in Behandlung bleiben... Mit den Augen rollen

Auf alle Fälle bleibt die Frage: ist jemand, der sich subjektiv körperlich wohl fühlt, aber gewisse Werte genug weit neben der Norm hat, um als behandlungsbedürftig zu gelten, nun gesund oder nicht?

grüsse, das fräulein


WHO hat folgendes geschrieben:
Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.


Das Wohlergehen beschreibt aber nicht nur die subjektive Dimension, sondern auch aktuelle objektive Zustände, die sich u.U. mit Verzögerung auf das Empfinden auswirken. Deshalb machen ja auch individuelle und gesellschaftliche Maßnahmen der Gesundheitsbewahrung Sinn, z.B. Impfungen oder saubere Luft. Nur mit Blutwerten allein hat Gesundheit aber auch nicht unbedingt zu tun, kann aber damit zu tun haben, je nach sonstigen Umständen.

Skeptiker

#17:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 11:03
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
Auf alle Fälle bleibt die Frage: ist jemand, der sich subjektiv körperlich wohl fühlt, aber gewisse Werte genug weit neben der Norm hat, um als behandlungsbedürftig zu gelten, nun gesund oder nicht?
ich würde meinen: Die Norm ist falsch.

#18: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: Rasmus BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 11:08
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
Der Arzt macht das Ritual daraus, nicht der Patient. Ohne Zweifel gibt es Ärzte, die mögen Hawaiihemden, und ohne Zweifel ist ein Arzt im Hawaiihemd fachlich genauso kompetent wie derselbe Arzt im Kittel. Aber Hawaiihemden, Shorts und Flipflops wirken eben nicht seriös, und daher werden sie im Dienst nicht getragen.


Argh

Zitat:
Das ist Teil des Rituals. (und ja, selbstverständlich veranstalten viele Berufsgruppen ein ähnliches Brimborium, um die Patienten/Kunden in die richtige Stimmung zu versetzen. Und das mit gutem Grund, denn es wirkt.)


Dummschwätzer!

#19: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: AlchemistWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 11:34
    —
Rasmus hat folgendes geschrieben:
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
Der Arzt macht das Ritual daraus, nicht der Patient. Ohne Zweifel gibt es Ärzte, die mögen Hawaiihemden, und ohne Zweifel ist ein Arzt im Hawaiihemd fachlich genauso kompetent wie derselbe Arzt im Kittel. Aber Hawaiihemden, Shorts und Flipflops wirken eben nicht seriös, und daher werden sie im Dienst nicht getragen.


Argh



Ui, genau das gleiche hab ich auch gedacht. Lachen

P.S. Was soll denn an regelmäßigen Gesundheitschecks verkehrt sein? Ich mch es zwar nicht, aber ab einem bestimmten Alter, werde ich das sicherlich in Betracht ziehen

#20: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 11:39
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
.....

Der Arzt macht das Ritual daraus, nicht der Patient. Ohne Zweifel gibt es Ärzte, die mögen Hawaiihemden, und ohne Zweifel ist ein Arzt im Hawaiihemd fachlich genauso kompetent wie derselbe Arzt im Kittel. Aber Hawaiihemden, Shorts und Flipflops wirken eben nicht seriös, und daher werden sie im Dienst nicht getragen. Das ist Teil des Rituals. (und ja, selbstverständlich veranstalten viele Berufsgruppen ein ähnliches Brimborium, um die Patienten/Kunden in die richtige Stimmung zu versetzen. Und das mit gutem Grund, denn es wirkt.)....

Das kann man so sehen.

Was ich jetzt nicht verstehe, warum Du dem Arzt den Ritus, der seine Wirkung verstärkt, vorwirfst, während Du einen vergleichbaren Ritus, z.B. die Vergabe nicht vorhandener Arznei in der Homöopathie, für eine tolle Sache hältst.

Vieleicht solltest Du dich entscheiden, was Du willst.

fwo

#21: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 11:44
    —
fwo hat folgendes geschrieben:

Was ich jetzt nicht verstehe, warum Du dem Arzt den Ritus, der seine Wirkung verstärkt, vorwirfst, während Du einen vergleichbaren Ritus, z.B. die Vergabe nicht vorhandener Arznei in der Homöopathie, für eine tolle Sache hältst.

Vieleicht solltest Du dich entscheiden, was Du willst.


ich werfe gar niemandem etwas vor. Mit den Augen rollen

und habe übrigens schon im Beitrag, auf den du dich beziehst, geschrieben, dass ich die Rituale für eine sinnvolle Sache halte, weil sie wirken. Bei allen Berufsgruppen.

grüsse, das fräulein

#22: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 12:08
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Was ich jetzt nicht verstehe, warum Du dem Arzt den Ritus, der seine Wirkung verstärkt, vorwirfst, während Du einen vergleichbaren Ritus, z.B. die Vergabe nicht vorhandener Arznei in der Homöopathie, für eine tolle Sache hältst.

Vieleicht solltest Du dich entscheiden, was Du willst.


ich werfe gar niemandem etwas vor. Mit den Augen rollen

und habe übrigens schon im Beitrag, auf den du dich beziehst, geschrieben, dass ich die Rituale für eine sinnvolle Sache halte, weil sie wirken. Bei allen Berufsgruppen.

grüsse, das fräulein


Aber Froilein Rottenmeier! Was sind denn das für seltsam magische Ansichten? Der Arztbesuch und alle anderen Berufe als Beschwörungsritual? Was beschwört denn der Physiker so? Oder der Schuhputzer? Mit den Augen rollen

Skeptiker

#23: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 13:22
    —
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
.....
Aber Froilein Rottenmeier! Was sind denn das für seltsam magische Ansichten? Der Arztbesuch und alle anderen Berufe als Beschwörungsritual? Was beschwört denn der Physiker so? Oder der Schuhputzer? Mit den Augen rollen

Skeptiker


Was? Du wusstest nicht, dass Schuster, Schuhputzer, Physiker, Mauerer ..... alle mit dem Placeboeffekt arbeiten?
Ich gebe allerdings zu, dass die insofern unfair arbeiten, als sie außer ihrer psychisch/mentalen Wirkung, die z.B. bei Steinen eher begrenzt ist, mit ganz normalen, hergebrachten und -gelaufenen physiaklischen oder chemischen Wirkprinzipien arbeiten.

fwo

#24: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 13:57
    —
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Was ich jetzt nicht verstehe, warum Du dem Arzt den Ritus, der seine Wirkung verstärkt, vorwirfst, während Du einen vergleichbaren Ritus, z.B. die Vergabe nicht vorhandener Arznei in der Homöopathie, für eine tolle Sache hältst.

Vieleicht solltest Du dich entscheiden, was Du willst.


ich werfe gar niemandem etwas vor. Mit den Augen rollen

und habe übrigens schon im Beitrag, auf den du dich beziehst, geschrieben, dass ich die Rituale für eine sinnvolle Sache halte, weil sie wirken. Bei allen Berufsgruppen.

grüsse, das fräulein


Aber Froilein Rottenmeier! Was sind denn das für seltsam magische Ansichten? Der Arztbesuch und alle anderen Berufe als Beschwörungsritual? Was beschwört denn der Physiker so? Oder der Schuhputzer? Mit den Augen rollen

Skeptiker


Ist jetzt kein Witz. Normalerweise tappezieren wir selber. Einmal hat uns mal der Maler die Decke tappeziert. In einem Tempo...aber mit Fehler, der man sichselber nicht eingestehen würde. Bloß, weils der Maler war, hat man sie übersehen. (war übrigens kostenlos; wir konnten also nicht meckern).

#25:  Autor: Dissonanz BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 15:24
    —
"Sie haben Krebs."
"Quatsch, ich fühl mich prima!"

#26: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 16:35
    —
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Aber Froilein Rottenmeier! Was sind denn das für seltsam magische Ansichten? Der Arztbesuch und alle anderen Berufe als Beschwörungsritual? Was beschwört denn der Physiker so? Oder der Schuhputzer? Mit den Augen rollen


Der Schuhputzer beschwört Sauberkeit, was denn sonst. Würdest du dir denn von einem ungepflegt stinkenden Menschen die Schuhe putzen lassen?

Und Physiker, wenn sie denn in Kontakt mit einem grösseren Publikum treten, sind jene, die uns erklären, wie die Welt funktioniert - also eine Art hohepriesterliche Rolle einnehmen.

grüsse, das fräulein

#27: Re: Gesundheit und Krankheit Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 16:43
    —
Alchemist hat folgendes geschrieben:

Was soll denn an regelmäßigen Gesundheitschecks verkehrt sein? Ich mch es zwar nicht, aber ab einem bestimmten Alter, werde ich das sicherlich in Betracht ziehen


Die Frage ist, ob dann auch tatsächlich auf vernünftige Weise behandelt werden kann, was gefunden wird, ob der Aufwand in vernünftigem Verhältnis zum Nutzen ist oder nicht.

bei Brustkrebs kommt es häufig vor, durch die Vorsorgeuntersuchungen sehr viele falsch-positive Resultate gibt, die die Frauen in Angst und Schrecken versetzen, bevor es sich herausstellt, dass da doch nichts ist.
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_gynaekologie_onkologiegyn_krebsfrueherkennung_1166087782.htm

Vorsorge ist nur dann sinnvoll, wenn auch etwas getan werden kann, falls ein Problem entdeckt werden sollte...

grüsse, das fräulein

#28:  Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 16:45
    —
Dissonanz hat folgendes geschrieben:
"Sie haben Krebs."
"Quatsch, ich fühl mich prima!"


das soll's geben, dass subjektive Wahrnehmung und die mit wissenschaftlichen Methoden vorgenommene Messung nicht übereinstimmen.

Was empfiehst du diesem Menschen?

grüsse, das dräulein

#29:  Autor: Dissonanz BeitragVerfasst am: 02.07.2009, 20:21
    —
fräulein rottenmeier hat folgendes geschrieben:
Dissonanz hat folgendes geschrieben:
"Sie haben Krebs."
"Quatsch, ich fühl mich prima!"


das soll's geben, dass subjektive Wahrnehmung und die mit wissenschaftlichen Methoden vorgenommene Messung nicht übereinstimmen.

Was empfiehst du diesem Menschen?

grüsse, das dräulein


Nicht drauf zu warten, bis an allen Gelenken Metastasen in Honigmelonengröße sind.

Würd auch wem dem der Arzt Syphilis diagnostiziert raten, nicht zu warten bis die Hirnhaut brennt.

Menschen merken verflucht wenig. Versuch mal wem mit Neglect klarzumachen, dass er tatsächlich was nicht wahrnimmt, was ihn aber fahruntüchtig macht. Lachen (Nein, eigentlich nicht lustig.)

#30:  Autor: fräulein rottenmeierWohnort: Saint Louis BeitragVerfasst am: 03.07.2009, 04:37
    —
Dissonanz hat folgendes geschrieben:

Menschen merken verflucht wenig.


Was häufig zutreffen dürfte, aber kein naturgegebener und unveränderbarer Zustand ist, sondern viel mehr eine Frage von Bildung und Training.

grüsse, das fräulein



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