Sympathische Dialekte
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Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft

#1: Sympathische Dialekte Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 18:12
    —
... deutsche wie internationale.

Hab gesucht und nichts ähnliches gefunden obwohl ich meine, mich erinnern zu können im FGH mal was dergleichen gelesen zu haben. Vielleicht täusche ich mich auch.

Da ich generell ein sprachenaffiner Mensch bin achte ich auf Dialekte, kenne viele und kann sie identifizieren - wenigstens im Deutschen, Englischen und Französischen. Darunter gibt es welche, denen ich stundenlang lauschen könnte und einige, die ich zwar klanglich nicht besonders mag aber trotzdem interessant finde. Eine richtig starke Abneigung ruft bei mir eigentlich kein Dialekt hervor.

Auf das Thema kam ich allerdings beim Lesen des Rhein vs Spree Threads. ^^

Wie sieht das bei euch aus? Welche Dialekte sind besonders sympathisch, welche eher nicht?

Ohrenschmaus/sympathisch:

- Platt, Hamburgerisch
- Sächsisch
- Schwizerdütsch
- Berlinerisch
- Wienerisch
- (Kur-) Pfälzisch

Weniger sympathisch/eher akademisch interessant:

- Rheinländisch
- Bayrisch

Mein eigener Dialekt - Schwäbisch - liegt mir zwar am Herzen und der schwäbische Stereotyp, demzufolge ich kein Hochdeutsch beherrsche trifft auf mich gänzlich zu, aber ich glaube für Außenseiter (Reigschmeckte) ist er eher einer der weniger sympathischen. (Wobei ich mich gerne eines besseren belehren lasse. zwinkern)

Unter den Englischen Dialekten besonders sympathisch:

- RP Ich liebe es...
- Estuary
- London
- Scottish English/Scots
- Yorkshire
- (South) Australian
- Ozark
- Texan
- New York
- Jamaican

Unter den Französischen (wobei es hier leider keine besonders große Dialektvielfalt gibt, außerdem ist mein Französisch nicht so gut wie mein Englisch weshalb ich dort noch kein so großes Gespür dafür entwickeln konnte):

- Parisien, Français standard
- Québécois (vom Klangbild nicht unbedingt attraktiv aber cool/faszinierend Auf den Arm nehmen)

Generell finde ich die langues d'oïl sympathischer als die okzitanischen Dialekte.

#2:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 18:22
    —
Die beiden habe ich gefunden.

http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?t=33043&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight=dialekt


http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?t=28133&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight=dialekt

#3:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 18:24
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Die beiden habe ich gefunden.

http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?t=33043&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight=dialekt


http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?t=28133&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight=dialekt

Yep, die hab ich auch gefunden.

#4:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 18:27
    —
Voran gesagt: auch ein Dialekt, den ich sonst blöd finde, kann bei einem sympathischen Menschen natürlich auch sympathisch sein.

Zum Bayrisch: Bayern ist ein großes Bundesland! Da gibt es für mich schon große Unterschiede. Fränkisch hab ich selber mal gesprochen, und kenne viele nette Franken, aber den Dialekt find ich dennoch bisschen doof. Oberpfälzerisch kann ganz furchtbar sein. Oberbayrisch kann sehr gschert klingen. Weicher und netter ist das leicht allgäuerisch gefärbte finde ich, (einen alten Allgäuer verstehst halt nicht mehr)

Oberbayrisch: Martina Schwarzmann

#5:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 18:29
    —
Ich kann mit Dialekte nicht viel anfangen.
Hat für mich immer ein Touch von Separatismus. Was mir vom Ansatz unsympathisch ist.

Wobei es durchaus Dialekten gibt, die mir nicht unsympathisch sind.
Dazu gehören Norddeutsches Platt, Rheinländisch und Bayerisch.

Hessisch mag ich eher nicht. (Obwohl eher verständlich)
Schweizerdeutsch mag ich ums verrecken nicht. Bitte nicht!

Flämische Dialekten haben für mich was primitiv- unzivilisiertes.

#6:  Autor: PfaffenschreckWohnort: City of dope BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 18:30
    —
Mir gefällt natürlich Schwyzerdütsch sehr gut. Schwäbisch und bayrisch ist ganz nett, geht aber nicht lang, bis es mir auf die Nerven geht. Was ich wahnsinnig mag, ist Berlinerisch, da könnt ich stundenlang einfach nur zuhören, egal was, der/die könnte mir aus der Bibel vorlesen, ich fänds trotzdem toll. Läuft runter wie Öl. Gar nicht geht sächsich und Pfälzisch, üärgs.

#7:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 18:32
    —
Pfaffenschreck hat folgendes geschrieben:
Was ich wahnsinnig mag, ist Berlinerisch, da könnt ich stundenlang einfach nur zuhören, egal was, der/die könnte mir aus der Bibel vorlesen, ich fänds trotzdem toll.

Genau! Lachen

#8:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 18:40
    —
Meiner Berliner Kollegin könnt ich auch Stunden zuhören. Ich liebe es...
Hamburgerisch mag ich auch.

Die ganzen rheinischen Frohsinnsdialekte aber auch hessisch: Bitte nicht!

#9:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 18:44
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Flämische Dialekten haben für mich was primitiv- unzivilisiertes.

Ich finde flämisches Niederländisch hört sich schöner an, schon alleine wegen dem fehlenden rhotischen (amerikanischen) R. Leider bin ich da aber zu wenig drin, um mir ein richtiges Bild machen zu können.

#10:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 19:33
    —
boomklever hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Flämische Dialekten haben für mich was primitiv- unzivilisiertes.

Ich finde flämisches Niederländisch hört sich schöner an, schon alleine wegen dem fehlenden rhotischen (amerikanischen) R. Leider bin ich da aber zu wenig drin, um mir ein richtiges Bild machen zu können.


Es ist aber einen Riesenunterschied zwischen Limburgisch und West-Flandrisches.

Den Unterschied ist durchaus zu vergleichen mit Platdütsch und Schweizerdeutsch.

#11:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 19:42
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Flämische Dialekten haben für mich was primitiv- unzivilisiertes.

Ich finde flämisches Niederländisch hört sich schöner an, schon alleine wegen dem fehlenden rhotischen (amerikanischen) R. Leider bin ich da aber zu wenig drin, um mir ein richtiges Bild machen zu können.


Es ist aber einen Riesenunterschied zwischen Limburgisch und West-Flandrisches.

Den Unterschied ist durchaus zu vergleichen mit Platdütsch und Schweizerdeutsch.

Okay, das meine ich mit "nicht genug drin". Ich schätze mal das was ich zum Großteil auf TV Eén, Radio Klara und so höre ist West-Vlaams/Antwerps.

#12:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 19:59
    —
boomklever hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Flämische Dialekten haben für mich was primitiv- unzivilisiertes.

Ich finde flämisches Niederländisch hört sich schöner an, schon alleine wegen dem fehlenden rhotischen (amerikanischen) R. Leider bin ich da aber zu wenig drin, um mir ein richtiges Bild machen zu können.


Es ist aber einen Riesenunterschied zwischen Limburgisch und West-Flandrisches.

Den Unterschied ist durchaus zu vergleichen mit Platdütsch und Schweizerdeutsch.

Okay, das meine ich mit "nicht genug drin". Ich schätze mal das was ich zum Großteil auf TV Eén, Radio Klara und so höre ist West-Vlaams/Antwerps.


Was Du im Radio hörst ist "ABN" (algemeen beschaafd nederlands) mit flämische Färbung.

West-Vlaams (west-vloms) ist nicht zu vergleichen mit Antwerps. (aantwaarps)

#13:  Autor: Bhotharh BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 20:49
    —
Ich liebe alles, was nach Kueste klingt. Von Leer bis Swinemuende. Da koennt ich stundenlang zuhoeren Ich liebe es...

Auszerdem bin ich ziemlich vernarrt in den Wiener Dialekt. Seit einigen Jahren mag ich auch schwaebisch gerne hoeren. Maerkisch Platt ist auch schoen, also das, was in Teilen Brandenburgs noch gesprochen wird.

Aber die Sprache aus einigen anderen Gegenden geht gar nicht: Niederbayern, Teile von Anhalt und Sachsen (Aken, Erzgebirge) oder Hessen Lachen

#14:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 20:53
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Flämische Dialekten haben für mich was primitiv- unzivilisiertes.

Ich finde flämisches Niederländisch hört sich schöner an, schon alleine wegen dem fehlenden rhotischen (amerikanischen) R. Leider bin ich da aber zu wenig drin, um mir ein richtiges Bild machen zu können.


Es ist aber einen Riesenunterschied zwischen Limburgisch und West-Flandrisches.

Den Unterschied ist durchaus zu vergleichen mit Platdütsch und Schweizerdeutsch.

Okay, das meine ich mit "nicht genug drin". Ich schätze mal das was ich zum Großteil auf TV Eén, Radio Klara und so höre ist West-Vlaams/Antwerps.


Was Du im Radio hörst ist "ABN" (algemeen beschaafd nederlands) mit flämische Färbung.

West-Vlaams (west-vloms) ist nicht zu vergleichen mit Antwerps. (aantwaarps)

Okay, ich sag ja. Smilie

#15: Re: Sympathische Dialekte Autor: QuéribusWohnort: Avaricum BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 21:02
    —
boomklever hat folgendes geschrieben:
... deutsche wie internationale.

....

Unter den Französischen (wobei es hier leider keine besonders große Dialektvielfalt gibt, außerdem ist mein Französisch nicht so gut wie mein Englisch weshalb ich dort noch kein so großes Gespür dafür entwickeln konnte):

- Parisien, Français standard
- Québécois (vom Klangbild nicht unbedingt attraktiv aber cool/faszinierend Auf den Arm nehmen)

Generell finde ich die langues d'oïl sympathischer als die okzitanischen Dialekte.


nope, da gibt es auch so einiges an regionales Dialekten, nur hörst du die vielleicht nur nicht raus zwinkern

Québécois ist wirklich amüsant Lachen

Parisien find ich aber eher langweilig, und der Pariser Slang ist schon ein bisserl speziell

Im gegensatz zu dir sind mir die okzitanischen Dialekte lieber als die langue d'oil:
chti (Nordfrankreich) ist von der Aussprache ziemlich hart, fast "deutsch"
in der Bretagne (Rennes) hab ich keinen besonders auffälligen akzent feststellen können (und nein, Rennes ist nicht und war auch nie "bretonnant")
dafür ist der akzent des Berry in so manchen Ausdrücken zu finden ("öhh, c'te affaire...") und klingt so richtig schön nach "bienvenue chez les ploucs" (was imho durchaus zutreffend ist)
und elsässisch ist einfach nur grauslich

deutsche Dialekte:
sympathisch:
pfälzisch, of course
bayrisch
schwäbisch

unsympathisch:
berliner Dialekt
sächsisch
der Dialekt aus der Gegend um Köln, Düren etc (versteh ich kaum ein Wort)

kein anspruch auf Vollständigkeit
to be continued

#16: Re: Sympathische Dialekte Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 22:12
    —
Quéribus hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:
... deutsche wie internationale.

....

Unter den Französischen (wobei es hier leider keine besonders große Dialektvielfalt gibt, außerdem ist mein Französisch nicht so gut wie mein Englisch weshalb ich dort noch kein so großes Gespür dafür entwickeln konnte):

- Parisien, Français standard
- Québécois (vom Klangbild nicht unbedingt attraktiv aber cool/faszinierend Auf den Arm nehmen)

Generell finde ich die langues d'oïl sympathischer als die okzitanischen Dialekte.


nope, da gibt es auch so einiges an regionales Dialekten, nur hörst du die vielleicht nur nicht raus zwinkern

Québécois ist wirklich amüsant Lachen

Dazu empfehlenswert: Bon Cop, Bad Cop ^^

Quéribus hat folgendes geschrieben:

Parisien find ich aber eher langweilig,

Ich mag ihn wahrscheinlich weil ich ihn am besten verstehe. zwinkern

Quéribus hat folgendes geschrieben:

und der Pariser Slang ist schon ein bisserl speziell

Vielleicht tat ich mir deswegen auch mit "La Haine" ein bisschen schwer. zwinkern Wobei, ist auch schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her seit ich mir den das letzte Mal angeschaut hab. Sollte ich mal wieder.

Quéribus hat folgendes geschrieben:

Im gegensatz zu dir sind mir die okzitanischen Dialekte lieber als die langue d'oil

Was mir nicht besonders gefällt am Occitan ist dieser Punkt aus der Wikipedia zum Artikel "Francitan":

Wikipedia hat folgendes geschrieben:

voyelles nasales parfois remplacées par le complexe voyelle + [ŋ], ce qui donne par exemple pour le mot pain : [pɛŋ], au lieu de [pɛ̃] en français standard11 ; prononciation du -en final comme -in (Ventabren) ; distinction des sons -un et -in, souvent confondus ailleurs


Sowas ähnliches höre ich auch in kanadischen Dialekten raus wenn auch ein bisschen anders gefärbt.

Quéribus hat folgendes geschrieben:

chti (Nordfrankreich) ist von der Aussprache ziemlich hart, fast "deutsch"

Das ist ja durch Dany Boon salonfähig gemacht worden. ^^ Aber stimmt, besonders wohlklingend ist der Dialekt nicht; trotzdem irgendwie sympathisch. Smilie

#17: Re: Sympathische Dialekte Autor: Kival BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 22:15
    —
boomklever hat folgendes geschrieben:

Generell finde ich die langues d'oïl sympathischer als die okzitanischen Dialekte.


Okzitanisch ist doch gar kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache?

#18: Re: Sympathische Dialekte Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 22:28
    —
Kival hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:

Generell finde ich die langues d'oïl sympathischer als die okzitanischen Dialekte.


Okzitanisch ist doch gar kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache?

Die Grenzen zwischen einem Dialekt und einer Sprache sind ja eh fließend. Ich stelle mir das Schwäbische gerne als eigene Sprache vor (Königreich Württemberg ftw Let's Rock zwinkern ), wobei sich da Philologen wohl noch recht einig sind, dass es eher Dialekt ist. Wie sieht es aber mit anderen alemannischen Dialekten/Sprachen aus? Das Schwizerdütsche v.a. bestimmte Ausprägungen davon wie das sog. Höchstalemannische, das im Wallis gesprochen wird hat mit dem Hochdeutschen zuweilen wirklich nicht mehr viel gemein (auf alle Fälle auch nicht mehr als z.B. das Niederländische).

Aber um jeden Zweifel auszuschließen hätte ich vielleicht lieber von "Francitan" - also durch das Occitan gefärbte Französch - sprechen sollen als von "Occitan".

#19: Re: Sympathische Dialekte Autor: QuéribusWohnort: Avaricum BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 22:36
    —
Kival hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:

Generell finde ich die langues d'oïl sympathischer als die okzitanischen Dialekte.


Okzitanisch ist doch gar kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache?


stimmt

aber in der praxis findest du bei Südfranzosen (vor allem bei älteren) oft, dass in das französisch plus accent du midi dann auch immer wieder okzitanische Wörter einfliessen.

#20:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 22:36
    —
BTW: Für alle Berliner-Schnauze-Fetischisten: http://www.youtube.com/watch?v=_jI8YpXrZog zwinkern

Aus der Dialektatlas-Serie gibt's noch einige andere Episoden.

#21: Re: Sympathische Dialekte Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 22:46
    —
boomklever hat folgendes geschrieben:
Kival hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:

Generell finde ich die langues d'oïl sympathischer als die okzitanischen Dialekte.


Okzitanisch ist doch gar kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache?

Die Grenzen zwischen einem Dialekt und einer Sprache sind ja eh fließend. Ich stelle mir das Schwäbische gerne als eigene Sprache vor (Königreich Württemberg ftw Let's Rock zwinkern ), wobei sich da Philologen wohl noch recht einig sind, dass es eher Dialekt ist. Wie sieht es aber mit anderen alemannischen Dialekten/Sprachen aus? Das Schwizerdütsche v.a. bestimmte Ausprägungen davon wie das sog. Höchstalemannische, das im Wallis gesprochen wird hat mit dem Hochdeutschen zuweilen wirklich nicht mehr viel gemein (auf alle Fälle auch nicht mehr als z.B. das Niederländische).

Aber um jeden Zweifel auszuschließen hätte ich vielleicht lieber von "Francitan" - also durch das Occitan gefärbte Französch - sprechen sollen als von "Occitan".


Da fällt mir eine Anekdote ein.
Ich habe mal ein Pärchen, das per Anhalter unterwegs waren, mitgenommen.

Sei kam aus irgend ein Kuhnest in der Schweiz und konnte nur tiefstes Schweizerdeutsch. Er kam aus irgend ein Nest aus Friesland in den Niederlände, uns sprach nur Friesisch.

Ich konnte mich weder auf Deutsch, noch auf Niederländisch mit ihnen unterhalten.

Wie die sich unterhalten haben, war mir ein Rätsel. Aber es hatte offensichtlich genügt um ein Liebespaar zu sein. Lachen


Zuletzt bearbeitet von vrolijke am 01.12.2012, 22:58, insgesamt einmal bearbeitet

#22: Re: Sympathische Dialekte Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 22:56
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:
Kival hat folgendes geschrieben:
boomklever hat folgendes geschrieben:

Generell finde ich die langues d'oïl sympathischer als die okzitanischen Dialekte.


Okzitanisch ist doch gar kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache?

Die Grenzen zwischen einem Dialekt und einer Sprache sind ja eh fließend. Ich stelle mir das Schwäbische gerne als eigene Sprache vor (Königreich Württemberg ftw Let's Rock zwinkern ), wobei sich da Philologen wohl noch recht einig sind, dass es eher Dialekt ist. Wie sieht es aber mit anderen alemannischen Dialekten/Sprachen aus? Das Schwizerdütsche v.a. bestimmte Ausprägungen davon wie das sog. Höchstalemannische, das im Wallis gesprochen wird hat mit dem Hochdeutschen zuweilen wirklich nicht mehr viel gemein (auf alle Fälle auch nicht mehr als z.B. das Niederländische).

Aber um jeden Zweifel auszuschließen hätte ich vielleicht lieber von "Francitan" - also durch das Occitan gefärbte Französch - sprechen sollen als von "Occitan".


Da fällt mir eine Anekdote ein.
Ich habe mal ein Pärchen, das per Anhalter unterwegs waren, mitgenommen.

Sei kam aus irgend ein Kuhnest in der Schweiz und konnte nur tiefstes Schweizerdeutsch. Er kam aus irgend ein Nest aus Friesland in den Niederlände, uns sprach nur Friesisch.

Ich konnte mich weder auf Deutsch, noch auf Niederländisch mit ihnen unterhalten.

Wie die sich unterhalten haben, war mir ein Rätsel. Aber es hatte offensichtlich genügt um ein Liebespaar zu sein. Lachen

Süß! Smilie

#23:  Autor: sünnerklaasWohnort: Da, wo noch Ruhe ist BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 23:18
    —
Plattdeutsch ist allerdings kein Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache - in der gibt es aber wiederum Dialekte, die sich zum Teil erheblich unterscheien - z.B.

- Oldenburger Platt
- Osfriesisches Platt
- Groninger Platt
- Hamburger Platt
- Westfälisches Platt
- Ostfälisches Platt (wird in der Region Braunschweig gesprochen)
- Mecklenburger Platt

etc...

In einigen Regionen "schnackt man platt", in anderen "kürt" man es oder "man praat Platt"

Was jedoch ein Dialekt ist, ist das sogenannte "Missingsch" - das ist das, was n norddeutscher sprechen tut, wenner hochdeutsch spricht. Das versteht jeder.

Wenn ick platt schnacken do, denn vosteit mi 'n heel Deel van'ne Lüe nich.

#24:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 23:18
    —
Frueher fuhr ich mit Freunden regelmaessig ueber Weihnachten\Neujahr in die Bretagne in ein kleines, einfaches und idyllisches gelegenes Hotel am Point du Raz. Die schon recht alte Besitzerin erzaehlte uns mal sie haette Franzoesisch erst mit 7 Jahren in der Schule als erste Fremdsprache erlernt. Aufgewachsen war sie mit Bretonisch. Sie erhielt oefters Besuch von einem gleichfalls aelteren Nachbarn und die beiden sassen dann im Fernsehraum des Hotels und unterhielten sich in ihrer Muttersprache. Obwohl ich natuerlich kein Wort verstand gefiel mir diese Sprache sehr. Ich hoerte gern ihren Klang.

#25:  Autor: MisterfritzWohnort: badisch sibirien BeitragVerfasst am: 01.12.2012, 23:21
    —
Bhotharh hat folgendes geschrieben:
Ich liebe alles, was nach Kueste klingt. Von Leer bis Swinemuende. Da koennt ich stundenlang zuhoeren Ich liebe es...

dem kann ich mich nur voll und ganz anschliessen zwinkern

was ich wirklich nicht mag ist:
thüringisch, sächsisch, hessisch, berlinersich.

was ich nicht selten gar nicht verstehe:
einige gegenden von bayern, baden Mit den Augen rollen

rheinisch in der bonner form habe ich irgendwann verstehen gelernt - genauso wie westfälisches platt. das finde ich ab und an ganz nett zwinkern
man hat mir in münster, wenn ich dort zu besuch war, immer nachgesagt, ich hätte den rheinischen singsang - klingt wie krankheit *lach*, aber es wird schon stimmen.
wenn ich in hamburg bin, bin ich spätestens nach einem tag wieder in meinem "alten" dialekt drin. wobei das, was in hamburg gesprochen wird, eigentlich kein dialekt ist.
ruhrpott kann ich allerdings auch *lach*

#26:  Autor: AgentProvocateurWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 02.12.2012, 00:16
    —
Man muss mE zwischen Dialekt und Sprachklang/-melodie (die durch die Gegend, in der man aufgewachsen ist, geprägt wurde) unterscheiden. Wenn Leute einen regionalen Dialekt sprechen, dann versteht man oft nicht viel oder auch garnichts.

Ich selber spreche keinen Dialekt, weil der Stadtteil, in dem ich aufgewachsen bin, ziemlich zusammengewürfelt war, die Leute dort kamen von überall her, daher war Hochdeutsch der kleinste gemeinsame Nenner. Verstehen tue ich allerdings Moselfränkisch, z.B. dieses hier, weil ich meist die Schulferien bei meinen Großeltern verbracht habe und dort wurde so (zumindest so ähnlich, war ein anderes Dorf) gesprochen.

Weiß nicht, ob jemand, der das nicht kennt, überhaupt etwas versteht, man benötigt für einige Begriffe wohl auch ein Wörterbuch, z.B. "Wingert" bedeutet "Weinberg", "Viez" bedeutet "Apfelwein", "Krumbiere" bedeutet "Kartoffel" etc.

Solche Dialekte finde ich immer gut, das kann allerdings anders sei, wenn Leute keinen Dialekt reden, sondern sich bemühen, Hochdeutsch zu reden, man aber über die Sprachmelodie hört, wo sie herkommen. Zum Beispiel traf ich mal einen Schwaben von der Alm, dessen Dialekt ich nicht verstand, aber ich fand den (den Dialekt) dennoch hübsch. Aber so eine bestimmte Art schwäbischen Singsangs eines Schwaben, der Hochdeutsch redet, mag ich nicht (sorry for that, aber das ist nun mal Geschmackssache) und zwar, wenn jemand statt: "es regnet" "es räääägnet" sagt. Ist aber natürlich schwierig, sich das abzugewöhnen und gerade bei Schwaben scheint es noch schwieriger zu sein.

Ich habe mir auch eine Eigenart aus der Gegend, aus der ich komme, nach einiger Übung (vor dem Spiegel) abgewöhnt, und zwar unterscheidet man dort nicht zwischen "ch" und "sch". D.h. die beiden Wörter "Kirche" und "Kirsche" werden gleich ausgesprochen, der Laut ist dann so ein Mittelding zwischen "ch" und "sch". So wie bei Helmut Kohl oft zu hören war: "Deutchland den Deutchen". Mag nun in dem Falle auch sein, dass es mir nicht passte, wie Helmut Kohl zu klingen. Zu 100% ablegen konnte ich das auch nicht, manchmal rutscht mir noch ein "Tich" statt "Tisch" durch, wenn ich müde bin, mich nicht genügend konzentriere.

Den sächsischen Singsang finde ich auch ziemlich gewöhnungsbedürftig.

#27:  Autor: fwoWohnort: nicht fest BeitragVerfasst am: 02.12.2012, 03:15
    —
AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
.... Zum Beispiel traf ich mal einen Schwaben von der Alm, dessen Dialekt ich nicht verstand, aber ich fand den (den Dialekt) dennoch hübsch. ...

Du moisch bstemp, dass der vondr Alp ra kam. Aber das ist kein typisches Schwäbisch: Wenn die richtig gurgeln, versteht das auch kein Stuagatter mehr.

Das was Du das mit sch und ch beschreibst (übrigens war Kohl Paradewort nicht Deutchland, sondern die Gechichte, deren Mäntelchen ihn immer streifte), kenn ich von meinem ältesten Bruder, als wir aus dem Rheinland (Bahmhuller bei Beckefeld) nach Uetersen (SH) kamen. Seine Klassenkameraden haben sich einen Scherz daraus gemacht, ihn aufzufordern, einmal Eichhörnchen zu sagen. Antwort: "eijoh. Aischhönnsche." So ähnlich wie der berühmte Aschebeschä.

Ansonsten gibt es heute kaum noch jemanden, der wirklich Dialekt spricht - auf "dr Alp" allerdings noch relativ heftig - was übrigbleibt, sind meist nur noch Sprachfärbungen. In Sh konnte man früher ziemlich gut hören, wo jemand herkam (nicht wie bei den Schwaben auf 20km genau oder genauer, dafür ist die Siedlungsdichte auch nicht hoch genug, d.h. die Leute mussten immer schon weiter rumkommen) aber der Unterschied zwischen einem Angler (keiner, der angelt, sondern jemand aus Angeln) und einem Dithmarscher war sofort zu hören. Das sind übrigens weniger die Eltern, die das bewirken, als das Fernsehen mit dem Kinderfunk. Die ARD sendet bundesweit.

Was man praktisch jahr nich mehr hehrrt, sind de Teene außm Osten. De janzen Flichtlige sind inswischen ousjestorbn.

fwo

#28:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 03.12.2012, 03:22
    —
fwo hat folgendes geschrieben:

Was man praktisch jahr nich mehr hehrrt, sind de Teene außm Osten. De janzen Flichtlige sind inswischen ousjestorbn.

fwo

Oh doch, brauchst bloß mal auf der Autobahn auf Montage fahrn, da hüpft dir plötzlich so ein ausgestreckter Zeigefinger vors Lenkrad 'Ei guck, a Schduddgaader!'
Manchem graut davor, ich hörs echt gern, versuch ab und an auch selber zu sächseln, mit wechselndem Erfolg. Das ist so n Runninggag bei uns in der Runde, ab einer bestimmten Uhrzeit fangen alle irgendwann an sächsisch zu plappern. Lachen

astarte hat folgendes geschrieben:
Oberpfälzerisch kann ganz furchtbar sein.

Wos? Unser schöins Kouhdeitsch, wou jeda iaramal ner nu hou hou hou vostöiht?

Owa wennt wurscht so dick is wöis Broud is wurscht wöi dicks broud is. (Willy Astor über Oberpfälzer Mundart)

astarte hat folgendes geschrieben:

Oberbayrisch kann sehr gschert klingen.

Das stimmt. Und Niederbayrisch sowieso. Und Fränkisch erst recht. Und überhaupt der ganze Rest vom Freistaat.
Obwohl Bayerisch ja eigentlich hoch entwickelte Kultursprache ist - wie im Lateinischen herrscht in der Erzählform das Perfekt.

Was is noch wohlklingend dagegen? Ich mochte das Friesisch oder was immer das war, das die in Flensburg sprechen, mein Kollege da oben war aus Norderbrarupp, das heißt tatsächlich so, ich dachte immer die nenn das nur im Comic so. Lachen

Berlinerisch is auch cool, die haben so ne nette Art Dingen einen Namen zu geben
'Ey Atze, mach n Schuh!'

Von ausländischen Dialekten versteh ich nix, außer vielleicht im Film. Pikey heißt das anscheinend was der da kauderwelscht, gemeint ist wohl Gypsie Englisch.
Naja und Scottish (?) erkenn ich grad noch wenn ichs hör, mit diesem rollenden R.

Ach ja, und was wirklich sympathisch und einnehmend klingt, das ist der gute altbekannte Wiener Schmäh. Der ist echt melodisch und fein.

#29: Oder-Neiße Autor: Religionskritik-WiesbadenWohnort: Wiesbaden BeitragVerfasst am: 03.12.2012, 08:10
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Was man praktisch jahr nich mehr hehrrt, sind de Teene außm Osten. De janzen Flichtlige sind inswischen ousjestorbn.

fwo

Oh doch, brauchst bloß mal auf der Autobahn auf Montage fahrn, da hüpft dir plötzlich so ein ausgestreckter Zeigefinger vors Lenkrad 'Ei guck, a Schduddgaader!'
Manchem graut davor, ich hörs echt gern, versuch ab und an auch selber zu sächseln, mit wechselndem Erfolg. Das ist so n Runninggag bei uns in der Runde, ab einer bestimmten Uhrzeit fangen alle irgendwann an sächsisch zu plappern. Lachen


ich denke,
fwo meint hier Flüchtlinge jenseits von Oder-Neiße,
zwinkern

#30: Re: Oder-Neiße Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 03.12.2012, 08:41
    —
Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Was man praktisch jahr nich mehr hehrrt, sind de Teene außm Osten. De janzen Flichtlige sind inswischen ousjestorbn.

fwo

Oh doch, brauchst bloß mal auf der Autobahn auf Montage fahrn, da hüpft dir plötzlich so ein ausgestreckter Zeigefinger vors Lenkrad 'Ei guck, a Schduddgaader!'
Manchem graut davor, ich hörs echt gern, versuch ab und an auch selber zu sächseln, mit wechselndem Erfolg. Das ist so n Runninggag bei uns in der Runde, ab einer bestimmten Uhrzeit fangen alle irgendwann an sächsisch zu plappern. Lachen


ich denke,
fwo meint hier Flüchtlinge jenseits von Oder-Neiße,
zwinkern

uuups... Lachen

naja, kann mich rausreden: war spät gestern. zwinkern



Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft


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