Armut und Arbeit. Der Rohstoff Angst.
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#1: Armut und Arbeit. Der Rohstoff Angst. Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 11:25
    —
Zitat:
Längst sind US-amerikanische Verhältnisse auch in der bundesdeutschen
Realität angekommen. Die „working poor“ gehören seit 2003, mit Einführung der Agenda
2010, zum Geschäfts- und Erfolgsmodell. Dank der damaligen SPD/Grünen-
Bundesregierung, die damit die Steilvorlage zur weiteren Verschärfung sozialer Demontage
für die aktuelle CDU/FDP-Regierung geliefert hat.

Nach Berechnungen der Nationalen Armutskonferenz bestand 2012 für 15,8 Prozent der
Bevölkerung eine akute Armutsgefährdung. 13 Millionen Menschen verfügen über weniger
als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Zurzeit sind das 952 Euro für Alleinstehende.
Deutschland ist zu einem Eldorado für Lohndumping geworden.


Quelle: http://networkedblogs.com/Nafko

Was bedeutet das aber für jene, die noch nicht armutsgefährdet sind? Die Antwort findet sich in der Überschrift des zitierten Beitrags: Die Armut der anderen erzeugt in den Köpfen der Durchschnittsverdiener den "Rohstoff Angst".

Zitat:

Das 21. Jahrhundert scheint, pathologisch betrachtet, neuronal bestimmt zu sein:
Depression, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom), Borderline-
Persönlichkeitsstörung, Burnout- Syndrom usw. usw. Nicht Infektionen, keine
biologischen Erkrankungen, sondern seelische Zusammenbrüche, „psychische Infarkte“
markieren zusehends die pathologische Landschaft unserer Zeit.

Ganz oben steht die Depression. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) wird sie in nur zehn Jahren die zweithäufigste Volkskrankheit sein. In
Deutschland sind derzeit 5,8 Millionen Menschen betroffen. Das sind sechs Prozent
der Bevölkerung, die stationär behandelt werden müssen. Ihre Zahl hat sich in den
letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelt. Als Gründe für die Zunahme werden
wachsende berufliche Leistungs- und Flexibilitätsanforderungen sowie
unterbrochene Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitslosigkeit genannt.


Was tun? Jeder mag sich da selbst einen Weg suchen. Ich selbst bin seit zehn Jahren aus dem Hamsterrad heraus. Selbstständig, wenig Erwerbsarbeit, geringer Konsum (z. B. kein Auto). Natürlich gibt es Tricks. Ohne die geht es nicht in einer durch und durch tricksenden Gesellschaft.
Mir fällt auf, dass es kaum kompetente User in Foren wie diesem gibt, welche im Hamsterrad laufen.
Woher sollten sie auch die Zeit für Recherchen nehmen?
Deshalb wage ich die These: wer "normal" arbeitet, also eine 40- Stunden Arbeitswoche abdient, kann bei komplexen gesellschaftlichen Themen kaum mit diskutieren. Es sei denn, er ist Geistes- Arbeiter auf einem Gebiet wie Politik, Geschichte oder Ähnlichem. Zudem vermute ich bei etlichen Usern in Netz- Foren eine erhebliche "Klatsche". Besonders die Streitsüchtigen scheinen jene zu sein, welche die Depression in einer ihrer verschiedenen Formen bereits gepackt hat. Nun ja, Trolle kann man ignorieren.
Was mich eher stört, ist die (nicht intelligenz- quotient- bedingte) Inkompetenz Vieler, die sich ausschließlich in den mainstream- Medien "informieren". Oft werden sie sogar sehr böse, wenn man ihnen sagt: "Überlege doch mal, wem Deine Zeitung gehört und wer die Anzeigenkunden sind." Sie spüren in diesem Fall, dass sie sich jahrelang fast blind einer wohl nicht ganz freien Kommentierung des Weltgeschehens hingegeben haben. Das einzugestehen, geht gegen den Stolz. Das verstehe ich. Nur wenige sind so stark, diesen Stolz zu besiegen.
Nur, wenn so viele geistig verarmen: wer geht dann noch auf die Straße, um etwas zu ändern?

#2: Re: Armut und Arbeit. Der Rohstoff Angst. Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 11:50
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Was tun?

Slavoj Zizek: Don't act, just think

#3: Re: Armut und Arbeit. Der Rohstoff Angst. Autor: unquest BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 11:54
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Deshalb wage ich die These: wer "normal" arbeitet, also eine 40- Stunden Arbeitswoche abdient, kann bei komplexen gesellschaftlichen Themen kaum mit diskutieren.

Und ich wage die These, dass auch jener, der keine 40 Stunden in der Woche arbeitet, vor dem Dunning-Kruger-Effekt nicht geschützt ist.

#4:  Autor: Tom der Dino BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 11:57
    —
Frage Wenn du so von der Inkompetenz deiner Mitdiskutanten überzeugt bist, warum schreibst du dann solch einen Beitrag? Hoffst du auf den einen User, der dir "gewachsen" ist? Meinst du, dass kompetente Leute überhaupt mit dir diskutieren wollen, wenn du erstmal pauschal allen anderen Inkompetenz oder gar eine "Klatsche" attestierst?

#5:  Autor: unquest BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 12:14
    —
Tom der Dino hat folgendes geschrieben:
Frage Wenn du so von der Inkompetenz deiner Mitdiskutanten überzeugt bist, warum schreibst du dann solch einen Beitrag? Hoffst du auf den einen User, der dir "gewachsen" ist? Meinst du, dass kompetente Leute überhaupt mit dir diskutieren wollen, wenn du erstmal pauschal allen anderen Inkompetenz oder gar eine "Klatsche" attestierst?

Ist nicht meine Absicht.
Aber Menschen die glauben, intellektuell aus welchen Gründen auch immer sich über die "tumbe Masse" erheben zu wollen, erinnern mich an Steine werfende Monster im Glashaus.

#6:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 12:37
    —
gelöscht wegen Verwechslung, sorry.

Zuletzt bearbeitet von Dorian am 20.07.2013, 13:25, insgesamt einmal bearbeitet

#7: Re: Armut und Arbeit. Der Rohstoff Angst. Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 12:46
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
Was tun?

Slavoj Zizek: Don't act, just think


Eine brauchbare Übersetzung wäre nützlich. Komplexe Themen setzen perfekte Sprachkenntnisse voraus.

#8: Re: Armut und Arbeit. Der Rohstoff Angst. Autor: stepWohnort: Germering BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 12:54
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
Was tun?
Slavoj Zizek: Don't act, just think
Eine brauchbare Übersetzung wäre nützlich. Komplexe Themen setzen perfekte Sprachkenntnisse voraus.

Wenn Du die nicht im 40h-Beruf erwerben möchtest, kann ich Dir als Alternative travel+work in einem entsprechenden Land empfehlen.

#9: Re: Armut und Arbeit. Der Rohstoff Angst. Autor: stepWohnort: Germering BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 13:05
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
Was tun?

Slavoj Zizek: Don't act, just think

Das mit dem Nachdenken, bevor man das System umstürzt, gefällt mir. Man könnte fast meinen, Zizek bekenne sich zu einer Art "soziale Marktwirtschaft" zynisches Grinsen

Wäre übrigens eine zumindest gesichtswahrende Antwort auf die mE nicht unberechtigte Kritik hier:

http://giordano-bruno-stiftung.ch/blog/zizek-on-consumption-and-charity-what/

#10:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 13:10
    —
Was braucht ihr denn? Phobien, flauen Magen, heiße Ohren, unbestimmte Angst, Thrill, Paranoia, Todesangst... unbeschreibliches Grauen? Jederzeit soviel ihr wollt!

Heute hat ich schon wieder beim aufstehen diese Grundangst. Dann dacht ich mir 'Scheiß drauf, dann kannste ja ruhig n Kaffee trinken, Angst haste eh schon, kann ja nicht viel schlimmer werden'. Lachen

#11:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 13:27
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
Was braucht ihr denn? Phobien, flauen Magen, heiße Ohren, unbestimmte Angst, Thrill, Paranoia, Todesangst... unbeschreibliches Grauen? Jederzeit soviel ihr wollt!

Heute hat ich schon wieder beim aufstehen diese Grundangst. Dann dacht ich mir 'Scheiß drauf, dann kannste ja ruhig n Kaffee trinken, Angst haste eh schon, kann ja nicht viel schlimmer werden'. Lachen


Wenn Du die Ursachen Deiner Angst kennst, hast Du möglicherweise schon die halbe Lösung...

#12:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 13:40
    —
Tom der Dino hat folgendes geschrieben:
Frage Wenn du so von der Inkompetenz deiner Mitdiskutanten überzeugt bist, warum schreibst du dann solch einen Beitrag? Hoffst du auf den einen User, der dir "gewachsen" ist? Meinst du, dass kompetente Leute überhaupt mit dir diskutieren wollen, wenn du erstmal pauschal allen anderen Inkompetenz oder gar eine "Klatsche" attestierst?


Falls Du mit Deinem Kommentar mich meinst (?- hier gibt es eine Zitat- Funktion), wiederhole ich gern:

"Zudem vermute ich bei etlichen Usern in Netz- Foren eine erhebliche "Klatsche". Besonders die Streitsüchtigen scheinen jene zu sein, welche die Depression in einer ihrer verschiedenen Formen bereits gepackt hat."

Wo steht da etwas davon, "pauschal allen anderen Inkompetenz" zu unterstellen? Sind "etliche" alle?
Gehörst Du zu den Streitsüchtigen? Fühlst Du Dich getroffen?

#13:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 13:58
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Was braucht ihr denn? Phobien, flauen Magen, heiße Ohren, unbestimmte Angst, Thrill, Paranoia, Todesangst... unbeschreibliches Grauen? Jederzeit soviel ihr wollt!

Heute hat ich schon wieder beim aufstehen diese Grundangst. Dann dacht ich mir 'Scheiß drauf, dann kannste ja ruhig n Kaffee trinken, Angst haste eh schon, kann ja nicht viel schlimmer werden'. Lachen


Wenn Du die Ursachen Deiner Angst kennst, hast Du möglicherweise schon die halbe Lösung...

Jaja, halbe Lösung. Papperlapapp. Auch wenn Du vielleicht meinst, es gehöre gar nicht in diesen Thread, will ich dir doch noch eine kleine Anekdote servieren, weil sie vielleicht - auch wenn einige das anders sehen möchten - zumindest mMn gut in diesen Thread passt.

Ich war gestern bei McDonald ausgiebig futtern, mit meinem schizophrenen besten Freund. (Nein, Argh ich meine wir waren zu zweit, mein bester Kumpel, der auch an einer schizoiden Erkrankung leidet und ich)
Nachdem wir uns high gefressen hatten, haben wir uns ein bisschen umgeschaut, er sagte dann, jeder einzelne Buchstabe hier (also auf den Packungen, dem Tablett, der Kinderecke etc.) sei von Profipsychologen durchkonstruiert und ziele genau darauf ab, dich 'süchtig' zu machen. Ich musste ihm zustimmen und sagte, das sei Marketing, und zwar milliardenschwer, da arbeiten die besten der besten Leute daran, hier ist nichts dem Zufall überlassen. Naja, jedenfalls auf dem Parkplatz dann ist mir ein Plakat besonders ins Auge gestochen. Darauf waren drei Kinder zu sehen, die ihre Gesichter zu entsetzlichen Grimassen verzogen hatten, das erste mit einem sadistischen Lächeln, das gerade eine McDonalds Tüte halb über den Kopf gezogen zu bekommen scheint. Das zweite war ein Mädchen, das gerade an einem Milchshake nuckelte und ein Gesicht machte, als wenn es gerade einen Cumshot in die Fresse kriegt und das dritte hielt irgendein längliches Essen hübsch mit abgespreizten Fingern zum Mund.
Tjaja, ich hab meinen Kumpel darauf hingewiesen und gesagt, was ich denke, wie das aussieht und er musste laut lachen und meinte zustimmend 'Vielleicht wollen die ja Pädophile anlocken'.

Das denke ich ehrlich gesagt nicht. Ich bin der Meinung, sowas soll die Leute verunsichern, um sie zum Kauf anzuspornen - was könnte einen gesunden, anständigen Bürger denn mehr verunsichern, als kurz vor der DriveInBestellung von einem Plakat mit Kindern drauf durch deren Mimik plötzlich an seine Pornosammlung erinnert zu werden?

In die gleiche Kerbe schlägt die verschissene Werbung von der Charite oder irgendeiner verdammten Klinik, bei der ein Mann in der S- oder U-Bahn plötzlich Herzklopfen bekommt, als ein Vater mit Kind einsteigt und sich ihm gegenübersetzt. Das soll verunsichern, hier mit dem hehren Ziel sich mal psychisch durchchecken zu lassen, was ja in den Händen fachkompetenten Klinikpersonals nichts schlimmes wäre. Dennoch ist die Werbung zutiefst verwerflich, weil sie Unsicherheit und Angst erzeugt und das eben, wie ich vorhin schilderte, auch in der freien Wirtschaft mit dem Ziel der Maximierung pecuniärer Interessen eingesetzt werden kann.

Man wird erst durch hetzerisch reißerische Zeitungsartikel und mediale Berichterstattung über die 'öffentliche Meinung' konditioniert, dass nämlich ein Kinderficker praktisch wo er geht und steht einem Lynchmob zombieapokalyptischen Ausmaßes zum Opfer fallen wird. Jedes Mitleid mit einem Päderasten wird dadurch in Angst verkehrt, die Angst nämlich selber in den Verdacht zu geraten ein Pädophiler zu sein und diesem schrecklichen Ende ebenfalls zum Opfer zu fallen. Und so entwickelt sich dann die Angst, weil man daran erinnert wird, wenn man - in einer normalerweise völlig ungezwungenen Situation - Kindern begegnet. Dann setzt eben so ein Herzklopfen ein und die Werbung sorgt nun dafür, dass man Angst vor sich selbst entwickelt, was natürlich dazu führt in weitere Abhängigkeit zu geraten.

Das ist nur ein Beispiel Leute mit Angst gefügig zu machen. Ich weiß nicht ob ich es verständlich rübergebracht habe, aber so seh ich das eben. Und nur um hier keine 'Missverständnisse' aufkommen zu lassen: Ich habe wirklich nicht das geringste sexuelle Interesse an Kindern. Ich lass mir nur nicht vorschreiben, was ich denken soll.

#14:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 14:15
    —
Wenn man sichselber nicht so wichtig nimmt, hat man viel weniger Angst.
Die Welt hat mehr zu tun, als auf mich zu schauen.

#15:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 14:21
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wenn man sichselber nicht so wichtig nimmt, hat man viel weniger Angst.
Die Welt hat mehr zu tun, als auf mich zu schauen.

In der Tat. Dein Geldbeutel interessiert sie wesentlich mehr.

#16:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 14:28
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wenn man sichselber nicht so wichtig nimmt, hat man viel weniger Angst.
Die Welt hat mehr zu tun, als auf mich zu schauen.

In der Tat. Dein Geldbeutel interessiert sie wesentlich mehr.


Ich brauche kein Schaumbad. Auch keinen Armani-Anzug, oder weiß der Kuckuck was noch alles.
Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)

Angst ist ein Scheissgefühl, und je mehr man sich an Dinge oder Personen klammert, hat man angst sie zu verlieren.

#17:  Autor: zelig BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 14:31
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
In die gleiche Kerbe schlägt die verschissene Werbung von der Charite oder irgendeiner verdammten Klinik, bei der ein Mann in der S- oder U-Bahn plötzlich Herzklopfen bekommt, als ein Vater mit Kind einsteigt und sich ihm gegenübersetzt. Das soll verunsichern, hier mit dem hehren Ziel sich mal psychisch durchchecken zu lassen, was ja in den Händen fachkompetenten Klinikpersonals nichts schlimmes wäre. Dennoch ist die Werbung zutiefst verwerflich, weil sie Unsicherheit und Angst erzeugt und das eben, wie ich vorhin schilderte, auch in der freien Wirtschaft mit dem Ziel der Maximierung pecuniärer Interessen eingesetzt werden kann.

Man wird erst durch hetzerisch reißerische Zeitungsartikel und mediale Berichterstattung über die 'öffentliche Meinung' konditioniert, dass nämlich ein Kinderficker praktisch wo er geht und steht einem Lynchmob zombieapokalyptischen Ausmaßes zum Opfer fallen wird. Jedes Mitleid mit einem Päderasten wird dadurch in Angst verkehrt, die Angst nämlich selber in den Verdacht zu geraten ein Pädophiler zu sein und diesem schrecklichen Ende ebenfalls zum Opfer zu fallen. Und so entwickelt sich dann die Angst, weil man daran erinnert wird, wenn man - in einer normalerweise völlig ungezwungenen Situation - Kindern begegnet. Dann setzt eben so ein Herzklopfen ein und die Werbung sorgt nun dafür, dass man Angst vor sich selbst entwickelt, was natürlich dazu führt in weitere Abhängigkeit zu geraten.

Das ist nur ein Beispiel Leute mit Angst gefügig zu machen. Ich weiß nicht ob ich es verständlich rübergebracht habe, aber so seh ich das eben. Und nur um hier keine 'Missverständnisse' aufkommen zu lassen: Ich habe wirklich nicht das geringste sexuelle Interesse an Kindern. Ich lass mir nur nicht vorschreiben, was ich denken soll.


Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, bietet die Charité die Möglichkeit, sich vertraulich & anonym an eine eigens dafür eingerichtete Stelle zu richten, wenn man jemand Sorge hat, die eigenen Gefühle könnten zu strafbaren Handlungen führen. Das Angebot ist als Möglichkeit gedacht, daß sich jemand helfen lassen kann, ohne straffällig zu werden und ohne in irgendeinem Register zu landen. Ich schätze, Menschen in der Phase, in denen sie gewahr werden, daß sie sich zu Kindern hingezogen fühlen, haben die allergrößten Probleme damit. Zum einen aufgrund der Gefühle selber, und zum anderen, weil sie sich (erstmal mit Grund) nicht trauen, das irgend jemandem zu erzählen. Sie lehnen es aber ab, was sie da fühlen, und brauchen jedoch Hilfe. Diese Hilfe will die Stelle bieten. Und wenn am Ende auch nur die Erkenntnis steht, daß der Gefühlshaushalt in dieser Hinsicht vollkommen im Grünen ist, dann ist das auch eine große Hilfe. (Ich erzähle das alles auf einem Informationsstand, der mehrere Jahre alt ist, also mit Vorbehalt). Ich fand das damals eine sehr sinnvolle Idee. Und "werben" bedeutet in diesem Zusammenhang eher, daß man versucht publik zu machen, daß diese Anlaufstelle existiert. Also auch ziemlich sinnvoll, denke ich.
Vielleicht ist die "Werbung" vor diesem Hintergrund leichter zu akzeptieren?

#18:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 14:45
    —
zelig hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
In die gleiche Kerbe schlägt die verschissene Werbung von der Charite oder irgendeiner verdammten Klinik, bei der ein Mann in der S- oder U-Bahn plötzlich Herzklopfen bekommt, als ein Vater mit Kind einsteigt und sich ihm gegenübersetzt. Das soll verunsichern, hier mit dem hehren Ziel sich mal psychisch durchchecken zu lassen, was ja in den Händen fachkompetenten Klinikpersonals nichts schlimmes wäre. Dennoch ist die Werbung zutiefst verwerflich, weil sie Unsicherheit und Angst erzeugt und das eben, wie ich vorhin schilderte, auch in der freien Wirtschaft mit dem Ziel der Maximierung pecuniärer Interessen eingesetzt werden kann.

Man wird erst durch hetzerisch reißerische Zeitungsartikel und mediale Berichterstattung über die 'öffentliche Meinung' konditioniert, dass nämlich ein Kinderficker praktisch wo er geht und steht einem Lynchmob zombieapokalyptischen Ausmaßes zum Opfer fallen wird. Jedes Mitleid mit einem Päderasten wird dadurch in Angst verkehrt, die Angst nämlich selber in den Verdacht zu geraten ein Pädophiler zu sein und diesem schrecklichen Ende ebenfalls zum Opfer zu fallen. Und so entwickelt sich dann die Angst, weil man daran erinnert wird, wenn man - in einer normalerweise völlig ungezwungenen Situation - Kindern begegnet. Dann setzt eben so ein Herzklopfen ein und die Werbung sorgt nun dafür, dass man Angst vor sich selbst entwickelt, was natürlich dazu führt in weitere Abhängigkeit zu geraten.

Das ist nur ein Beispiel Leute mit Angst gefügig zu machen. Ich weiß nicht ob ich es verständlich rübergebracht habe, aber so seh ich das eben. Und nur um hier keine 'Missverständnisse' aufkommen zu lassen: Ich habe wirklich nicht das geringste sexuelle Interesse an Kindern. Ich lass mir nur nicht vorschreiben, was ich denken soll.


Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, bietet die Charité die Möglichkeit, sich vertraulich & anonym an eine eigens dafür eingerichtete Stelle zu richten, wenn man jemand Sorge hat, die eigenen Gefühle könnten zu strafbaren Handlungen führen. Das Angebot ist als Möglichkeit gedacht, daß sich jemand helfen lassen kann, ohne straffällig zu werden und ohne in irgendeinem Register zu landen. Ich schätze, Menschen in der Phase, in denen sie gewahr werden, daß sie sich zu Kindern hingezogen fühlen, haben die allergrößten Probleme damit. Zum einen aufgrund der Gefühle selber, und zum anderen, weil sie sich (erstmal mit Grund) nicht trauen, das irgend jemandem zu erzählen. Sie lehnen es aber ab, was sie da fühlen, und brauchen jedoch Hilfe. Diese Hilfe will die Stelle bieten. Und wenn am Ende auch nur die Erkenntnis steht, daß der Gefühlshaushalt in dieser Hinsicht vollkommen im Grünen ist, dann ist das auch eine große Hilfe. (Ich erzähle das alles auf einem Informationsstand, der mehrere Jahre alt ist, also mit Vorbehalt). Ich fand das damals eine sehr sinnvolle Idee. Und "werben" bedeutet in diesem Zusammenhang eher, daß man versucht publik zu machen, daß diese Anlaufstelle existiert. Also auch ziemlich sinnvoll, denke ich.
Vielleicht ist die "Werbung" vor diesem Hintergrund leichter zu akzeptieren?

Mag sein, das war auch ungefähr mein Kenntnisstand. Ich mag die Werbung trotzdem nicht, eben weil sie verunsichert und diese Verunsicherung ausnutzt um ihr Produkt (in diesem Fall ja ein wirklich sinnvolles und gutes) an den Mann zu bringen. Werbung soll positiv sein, mMn, an die Stärken appellieren und nicht etwaige Schwächen oder Angst ausnutzen, das ist unethisch. (Was nicht bedeutet, dass ich es als Marketingexperte für entsprechend Schotter nicht genauso machen würde)
Um den Bogen zum Thema wieder zu spannen: Die Leute sollen sich frei und gewollt für etwas entscheiden und nicht genötigt oder oder von Angst getrieben handeln.

#19:  Autor: zelig BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 14:52
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen sich frei und gewollt für etwas entscheiden und nicht genötigt oder oder von Angst getrieben handeln.


Sehe ich auch so. Angsterzeugung ist Gift in der Werbung. Und grundsätzlich sowieso eine fragwürdige Methode.

#20:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 14:58
    —
zelig hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen sich frei und gewollt für etwas entscheiden und nicht genötigt oder oder von Angst getrieben handeln.


Sehe ich auch so. Angsterzeugung ist Gift in der Werbung. Und grundsätzlich sowieso eine fragwürdige Methode.

Versicherungen arbeiten seit Jahrzehnte damit.

#21:  Autor: stepWohnort: Germering BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 15:19
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen sich frei und gewollt für etwas entscheiden und nicht genötigt oder oder von Angst getrieben handeln.
Sehe ich auch so. Angsterzeugung ist Gift in der Werbung. Und grundsätzlich sowieso eine fragwürdige Methode.
Versicherungen arbeiten seit Jahrzehnte damit.

Spricht man die Angst an oder das Sicherheitsbedürfnis? Wo fängt Manipulation an, illegitim zu werden?

#22:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 15:26
    —
step hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen sich frei und gewollt für etwas entscheiden und nicht genötigt oder oder von Angst getrieben handeln.
Sehe ich auch so. Angsterzeugung ist Gift in der Werbung. Und grundsätzlich sowieso eine fragwürdige Methode.
Versicherungen arbeiten seit Jahrzehnte damit.

Spricht man die Angst an oder das Sicherheitsbedürfnis? Wo fängt Manipulation an, illegitim zu werden?


Das Sicherheitbedürfnis ist letztendlich Angst vor körperliche, oder finanzielle Einbüßen.

Es liegt an einem selbst, ob man sich dadurch manipulieren läßt.

#23: Re: Armut und Arbeit. Der Rohstoff Angst. Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 15:43
    —
step hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
Was tun?

Slavoj Zizek: Don't act, just think

Das mit dem Nachdenken, bevor man das System umstürzt, gefällt mir. Man könnte fast meinen, Zizek bekenne sich zu einer Art "soziale Marktwirtschaft" zynisches Grinsen


Kann man so sagen, ja. Cool

step hat folgendes geschrieben:
Wäre übrigens eine zumindest gesichtswahrende Antwort auf die mE nicht unberechtigte Kritik hier:

http://giordano-bruno-stiftung.ch/blog/zizek-on-consumption-and-charity-what/


Also, ich denke nicht, dass Zizek irgend etwas wichtiges in Sachen "gesellschaftlicher Fortschritt" beizutragen hat. Es ist ja auch kein Zufall, dass er mit Slojterdijk befreundet ist. Sorry, Tarvoc, aber das ist meine Meinung, nachdem ich einiges von ihm kenne, wenn auch nicht so viel wie du.

http://www.wsws.org/de/articles/2012/09/zize-s22.html?view=print

http://www.wsws.org/de/articles/2011/09/zize-s02.html?view=print


Zuletzt bearbeitet von Skeptiker am 20.07.2013, 20:03, insgesamt einmal bearbeitet

#24:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 15:56
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen sich frei und gewollt für etwas entscheiden und nicht genötigt oder oder von Angst getrieben handeln.


Sehe ich auch so. Angsterzeugung ist Gift in der Werbung. Und grundsätzlich sowieso eine fragwürdige Methode.

Versicherungen arbeiten seit Jahrzehnte damit.

Versicherungen finde ich da durchaus sehr sinnvoll, wo eine Gemeinschaft solidarisch Härtefälle abpolstern kann.
Mit der Angst wird natürlich großes Geschäft gemacht, weit über diese Funktion hinaus. Das macht aber nicht jede Versicherung sinnlos und verzichtenswert.

#25:  Autor: AyersWohnort: im Westen BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 16:14
    —
astarte hat folgendes geschrieben:


Versicherungen finde ich da durchaus sehr sinnvoll, wo eine Gemeinschaft solidarisch Härtefälle abpolstern kann.


Idealtypisch ist das so.

Leider sind die Versicherungen zunehmend dabei, sich vom Solidar-Gedanken zu verabschieden, indem kostenintensive Problemfälle aussortiert werden, um einem "schlankeren" Geschäftsmodell Platz zu machen.

ayers

#26:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 16:21
    —
Ayers hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:


Versicherungen finde ich da durchaus sehr sinnvoll, wo eine Gemeinschaft solidarisch Härtefälle abpolstern kann.


Idealtypisch ist das so.

Leider sind die Versicherungen zunehmend dabei, sich vom Solidar-Gedanken zu verabschieden, indem kostenintensive Problemfälle aussortiert werden, um einem "schlankeren" Geschäftsmodell Platz zu machen.

ayers


Das System pirvater Versicherungen kannst du vergessen.

SPD-Steinbrück ist ja ein exponierter Vertreter der Banken und Versicherungen.

#27:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 17:19
    —
astarte hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen sich frei und gewollt für etwas entscheiden und nicht genötigt oder oder von Angst getrieben handeln.


Sehe ich auch so. Angsterzeugung ist Gift in der Werbung. Und grundsätzlich sowieso eine fragwürdige Methode.

Versicherungen arbeiten seit Jahrzehnte damit.

Versicherungen finde ich da durchaus sehr sinnvoll, wo eine Gemeinschaft solidarisch Härtefälle abpolstern kann.
Mit der Angst wird natürlich großes Geschäft gemacht, weit über diese Funktion hinaus. Das macht aber nicht jede Versicherung sinnlos und verzichtenswert.


Hab ich das irgendwo behauptet? Verwundert
Aber das Solidarsystem wird möglichst ausgehölt. Und das ist nicht gut.
Wer 24 ist, und kerngesund, zahlt wesentlich weniger Krankenversicherung, als eine kränkelnder alte Frau.
Ein 40-jähriger Beamter, zahlt wesentlich weniger Autoversicherung, als genannter junger Mann mit 24.
Usw, usw.
Versichert wird das, wo kein Risiko besteht. Je mehr Risiko, desto weniger sind Versicherer bereit, das einzugehen.
Es wird nur gerne von Seite der Versicherer, mit der Angst gespielt.
Wo der Kunde "echter" Angst haben sollte (wenn er in ein Überschwemmungsgebiet wohnt z.B) bieten sie erst gar kein Schutz an. (Es sei denn gegen horrende Beiträge)

#28:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 17:49
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.

#29:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 17:58
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.

#30:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 21:45
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen sich frei und gewollt für etwas entscheiden und nicht genötigt oder oder von Angst getrieben handeln.


Sehe ich auch so. Angsterzeugung ist Gift in der Werbung. Und grundsätzlich sowieso eine fragwürdige Methode.

Versicherungen arbeiten seit Jahrzehnte damit.

Versicherungen finde ich da durchaus sehr sinnvoll, wo eine Gemeinschaft solidarisch Härtefälle abpolstern kann.
Mit der Angst wird natürlich großes Geschäft gemacht, weit über diese Funktion hinaus. Das macht aber nicht jede Versicherung sinnlos und verzichtenswert.


Hab ich das irgendwo behauptet? Verwundert
Aber das Solidarsystem wird möglichst ausgehölt. Und das ist nicht gut.

Sag ich ja. (ich habs nochmal gefettet)
vrolijke hat folgendes geschrieben:


Das Sicherheitbedürfnis ist letztendlich Angst vor körperliche, oder finanzielle Einbüßen.

Es liegt an einem selbst, ob man sich dadurch manipulieren läßt.

Ich lass mich dadurch manipulieren, und finde nicht wie viele Amerikaner die Krankenversicherung ganz böse und kommunnistisch. Auf den Arm nehmen

#31: Re: Armut und Arbeit. Der Rohstoff Angst. Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 20.07.2013, 21:49
    —
step hat folgendes geschrieben:
Man könnte fast meinen, Zizek bekenne sich zu einer Art "soziale Marktwirtschaft" zynisches Grinsen

Durchaus nicht, aber wenigstens behauptest du nicht, er würde sich zu bestimmten politischen Maßnahmen oder Handlungsweisen bekennen. zwinkern

#32:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 24.08.2013, 11:22
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.


Nun, lässt es sich mit Hartz- IV angstfrei leben? Keine Angst vor 400 Euro- Jobs bei Schichtarbeit? Keine Angst davor, von anderen diskriminiert zu werden? Keine Angst vor Sanktionen?

#33:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 24.08.2013, 13:40
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.


Nun, lässt es sich mit Hartz- IV angstfrei leben? Keine Angst vor 400 Euro- Jobs bei Schichtarbeit? Keine Angst davor, von anderen diskriminiert zu werden? Keine Angst vor Sanktionen?


Ich verstehe nicht, worauf Du hier antwortest.

#34:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 10:38
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.


Nun, lässt es sich mit Hartz- IV angstfrei leben? Keine Angst vor 400 Euro- Jobs bei Schichtarbeit? Keine Angst davor, von anderen diskriminiert zu werden? Keine Angst vor Sanktionen?


Ich verstehe nicht, worauf Du hier antwortest.


Dann lies noch mal Deine eigenen Worte: "Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)"

#35:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 11:18
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.


Nun, lässt es sich mit Hartz- IV angstfrei leben? Keine Angst vor 400 Euro- Jobs bei Schichtarbeit? Keine Angst davor, von anderen diskriminiert zu werden? Keine Angst vor Sanktionen?


Ich verstehe nicht, worauf Du hier antwortest.


Dann lies noch mal Deine eigenen Worte: "Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)"


Ich hatte in meinem Leben bereits mehrere Ängste. (Betrunkenen machen mir z.B. Angst) aber ich hatte noch nie Existenzangst.
Warum soll man von andern diskriminiert werden?
Die innere Haltung entscheidet meistens über Diskriminierung.

Es ist nicht Harz IV die diskriminiert. Es ist die Angst.

#36:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 11:25
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.


Nun, lässt es sich mit Hartz- IV angstfrei leben? Keine Angst vor 400 Euro- Jobs bei Schichtarbeit? Keine Angst davor, von anderen diskriminiert zu werden? Keine Angst vor Sanktionen?


Ich verstehe nicht, worauf Du hier antwortest.


Dann lies noch mal Deine eigenen Worte: "Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)"

Lies mal genau, er spricht nicht von Angst des HartzIV-Empfängers, sondern von der Angst des Angestellten, vor HartzIV:
Vrolijke möchte nicht mit der Panik vor HartzIV leben. Er lebt mit der Vorstellung: auch das krieg ich notfalls irgendwie hin.
Ist sich aber bewusst, dass es vielleicht nicht ganz so einfach und realistisch ist, sondern eine Strategie jetzt nicht mit ständiger Angst zu leben, und versucht sich vom Komfort nicht zu abhängig zu machen.

#37:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 11:27
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist nicht Harz IV die diskriminiert. Es ist die Angst.

Ähm, das glaube ich nicht, jedenfalls nicht allein.
Es ist glaub ich mittlerweile gut belegt, dass HartzIV-Empfänger stigmatisiert werden. Liest man doch sogar hier.

#38:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 11:27
    —
astarte hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.


Nun, lässt es sich mit Hartz- IV angstfrei leben? Keine Angst vor 400 Euro- Jobs bei Schichtarbeit? Keine Angst davor, von anderen diskriminiert zu werden? Keine Angst vor Sanktionen?


Ich verstehe nicht, worauf Du hier antwortest.


Dann lies noch mal Deine eigenen Worte: "Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)"

Lies mal genau, er spricht nicht von Angst des HartzIV-Empfängers, sondern von der Angst des Angestellten, vor HartzIV:
Vrolijke möchte nicht mit der Panik vor HartzIV leben. Er lebt mit der Vorstellung: auch das krieg ich notfalls irgendwie hin.
Ist sich aber bewusst, dass es vielleicht nicht ganz so einfach und realistisch ist, sondern eine Strategie jetzt nicht mit ständiger Angst zu leben, und versucht sich vom Komfort nicht zu abhängig zu machen.


Du verstehst mich. Ich liebe es...

#39:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 11:30
    —
astarte hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist nicht Harz IV die diskriminiert. Es ist die Angst.

Ähm, das glaube ich nicht, jedenfalls nicht allein.
Es ist glaub ich mittlerweile gut belegt, dass HartzIV-Empfänger stigmatisiert werden. Liest man doch sogar hier.


Das schaukelt sich hoch. Es gibt immer Arschlöcher, die andere Leute (aus welchen Grund auch immer) diskriminieren.
Wenn man sich "im Recht" fühlt, prallt es an einem ab. Zumindestens kann man sich dadurch halbwegs dagegen wappnen.

#40:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 11:47
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist nicht Harz IV die diskriminiert. Es ist die Angst.

Ähm, das glaube ich nicht, jedenfalls nicht allein.
Es ist glaub ich mittlerweile gut belegt, dass HartzIV-Empfänger stigmatisiert werden. Liest man doch sogar hier.


Das schaukelt sich hoch. Es gibt immer Arschlöcher, die andere Leute (aus welchen Grund auch immer) diskriminieren.
Wenn man sich "im Recht" fühlt, prallt es an einem ab. Zumindestens kann man sich dadurch halbwegs dagegen wappnen.


Es sind nicht nur "einzelne Leute", die andere diskriminieren. Diskriminierung ist in Hartz IV festgeschrieben- und verstößt sogar gegen das Grundgesetz. "Die Würde des Menschen ist unantastbar."

#41:  Autor: RabertWohnort: im Zug BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 12:28
    —
Hartz IV ist die Wiedereinführung der Leibeigenschaft oder Sklaverei. Einzig die Prügelstrafe fehlt noch.

#42:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 12:41
    —
Rabert hat folgendes geschrieben:
Hartz IV ist die Wiedereinführung der Leibeigenschaft oder Sklaverei. Einzig die Prügelstrafe fehlt noch.


Deshalb bleibt nur, sich mit allen möglichen Mitteln gegen dieses System zu wehren. "Leistungsmissbrauch" will freilich gekonnt sein. So lange die Leute nicht massenhaft gegen ihre Versklavung auf die Straße gehen, bleibt nur das illegale Mittel.

#43:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 12:49
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist nicht Harz IV die diskriminiert. Es ist die Angst.

Ähm, das glaube ich nicht, jedenfalls nicht allein.
Es ist glaub ich mittlerweile gut belegt, dass HartzIV-Empfänger stigmatisiert werden. Liest man doch sogar hier.


Das schaukelt sich hoch. Es gibt immer Arschlöcher, die andere Leute (aus welchen Grund auch immer) diskriminieren.
Wenn man sich "im Recht" fühlt, prallt es an einem ab. Zumindestens kann man sich dadurch halbwegs dagegen wappnen.


Es sind nicht nur "einzelne Leute", die andere diskriminieren. Diskriminierung ist in Hartz IV festgeschrieben- und verstößt sogar gegen das Grundgesetz. "Die Würde des Menschen ist unantastbar."


Du redest wirr.
Was ist daran diskriminierend, wenn man Leute die Möglichkeit zum Leben gibt, wenn sie nicht in der Lage sind, ihren Unterhalt selbst zu verdienen?

#44:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 12:58
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist nicht Harz IV die diskriminiert. Es ist die Angst.

Ähm, das glaube ich nicht, jedenfalls nicht allein.
Es ist glaub ich mittlerweile gut belegt, dass HartzIV-Empfänger stigmatisiert werden. Liest man doch sogar hier.


Das schaukelt sich hoch. Es gibt immer Arschlöcher, die andere Leute (aus welchen Grund auch immer) diskriminieren.
Wenn man sich "im Recht" fühlt, prallt es an einem ab. Zumindestens kann man sich dadurch halbwegs dagegen wappnen.


Es sind nicht nur "einzelne Leute", die andere diskriminieren. Diskriminierung ist in Hartz IV festgeschrieben- und verstößt sogar gegen das Grundgesetz. "Die Würde des Menschen ist unantastbar."


Du redest wirr.
Was ist daran diskriminierend, wenn man Leute die Möglichkeit zum Leben gibt, wenn sie nicht in der Lage sind, ihren Unterhalt selbst zu verdienen?



Nur ein Beispiel für die Diskriminierung von Hartz- Empfängern:

Zitat:
Aus folgenden Gründen will ich die Einkaufsgutscheine nicht in Anspruch nehmen:


1.) Es widerspricht meinem Gefühl für Würde, die Gutscheine bei meinem „Arbeits“- bzw. Sanktionsvermittler zu erbetteln:
Der Gutschein ist eine Kann-Leistung – außerhalb eines Rechtsanspruchs – und wird vom Arbeits- bzw. Sanktionsvermittler gewährt.
Bei den lang anhaltenden Auseinandersetzungen, die der jetzt radikalen 100%-Sanktion vorangegangen sind, und bei denen das Amt NICHT EIN EINZIGES MAL auf meine – in vielfältiger Form vorgelegten - Gründe eingegangen ist, ist es mir unmöglich, vom Sanktionsvermittler Essensgutscheine auf seine Gnade hin zu ERBITTEN. Das käme einer unverhältnismäßigen Unterwerfung gleich.

2.) Es widerspricht meinem Gefühl für Würde, mit den Gutscheinen einkaufen zu gehen:
- Es ist äußerst stigmatisierend, an der Kasse den Gutschein vorzulegen. Schon wer Hartz IV bezieht, erst recht, wer mit dem Jobcenter im Konflikt ist, wird in der Öffentlichkeit als arbeitsunwillig, als Versager und als sozialer Abschaum abgestempelt …
- Oft wissen die Verkäufer(innen) nicht, was sie mit dem Gutschein anfangen sollen und fragen – oft auch lauthals – beim Geschäftsführer nach. Wartende Kunden äußern sich ungeduldig und abfällig.
- Viele Geschäfte lehnen den Einkaufsgutschein ab,
erstens, weil der Verkäufer zunächst kein Geld erhält und den Schein erst beim Amt einlösen muss, was mit zusätzlichen Ungewissheiten und Mühen verbunden ist,
zweitens, weil er so eine, die übrigen Kunden abschreckende „assoziale Kundschaft“ in seinen Laden zieht.
- Als „Kunde“ wird man schlecht behandelt und weiß nicht, ob ein Laden die Gutscheine annimmt. Oft muss man unverrichteter Dinge weiterziehen. Die Wanderung von Laden zu Laden stellt eine weitere Demütigung dar.
Quelle: http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/brandbrief/briefe/2013-08-20--warum-ich-die-Einkaufsgutscheine-ablehne.htm

Du hast davon noch nichts gehört?

#45:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 13:33
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:



Nur ein Beispiel für die Diskriminierung von Hartz- Empfängern:

Zitat:
Aus folgenden Gründen will ich die Einkaufsgutscheine nicht in Anspruch nehmen:


1.) Es widerspricht meinem Gefühl für Würde, die Gutscheine bei meinem „Arbeits“- bzw. Sanktionsvermittler zu erbetteln:
Der Gutschein ist eine Kann-Leistung – außerhalb eines Rechtsanspruchs – und wird vom Arbeits- bzw. Sanktionsvermittler gewährt.
Bei den lang anhaltenden Auseinandersetzungen, die der jetzt radikalen 100%-Sanktion vorangegangen sind, und bei denen das Amt NICHT EIN EINZIGES MAL auf meine – in vielfältiger Form vorgelegten - Gründe eingegangen ist, ist es mir unmöglich, vom Sanktionsvermittler Essensgutscheine auf seine Gnade hin zu ERBITTEN. Das käme einer unverhältnismäßigen Unterwerfung gleich.

2.) Es widerspricht meinem Gefühl für Würde, mit den Gutscheinen einkaufen zu gehen:
- Es ist äußerst stigmatisierend, an der Kasse den Gutschein vorzulegen. Schon wer Hartz IV bezieht, erst recht, wer mit dem Jobcenter im Konflikt ist, wird in der Öffentlichkeit als arbeitsunwillig, als Versager und als sozialer Abschaum abgestempelt …
- Oft wissen die Verkäufer(innen) nicht, was sie mit dem Gutschein anfangen sollen und fragen – oft auch lauthals – beim Geschäftsführer nach. Wartende Kunden äußern sich ungeduldig und abfällig.
- Viele Geschäfte lehnen den Einkaufsgutschein ab,
erstens, weil der Verkäufer zunächst kein Geld erhält und den Schein erst beim Amt einlösen muss, was mit zusätzlichen Ungewissheiten und Mühen verbunden ist,
zweitens, weil er so eine, die übrigen Kunden abschreckende „assoziale Kundschaft“ in seinen Laden zieht.
- Als „Kunde“ wird man schlecht behandelt und weiß nicht, ob ein Laden die Gutscheine annimmt. Oft muss man unverrichteter Dinge weiterziehen. Die Wanderung von Laden zu Laden stellt eine weitere Demütigung dar.
Quelle: http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/brandbrief/briefe/2013-08-20--warum-ich-die-Einkaufsgutscheine-ablehne.htm

Du hast davon noch nichts gehört?

Ich kann nichts dafür, wenn sich jemand diskriminiert fühlt.

#46:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 13:39
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:



Nur ein Beispiel für die Diskriminierung von Hartz- Empfängern:

Zitat:
Aus folgenden Gründen will ich die Einkaufsgutscheine nicht in Anspruch nehmen:


1.) Es widerspricht meinem Gefühl für Würde, die Gutscheine bei meinem „Arbeits“- bzw. Sanktionsvermittler zu erbetteln:
Der Gutschein ist eine Kann-Leistung – außerhalb eines Rechtsanspruchs – und wird vom Arbeits- bzw. Sanktionsvermittler gewährt.
Bei den lang anhaltenden Auseinandersetzungen, die der jetzt radikalen 100%-Sanktion vorangegangen sind, und bei denen das Amt NICHT EIN EINZIGES MAL auf meine – in vielfältiger Form vorgelegten - Gründe eingegangen ist, ist es mir unmöglich, vom Sanktionsvermittler Essensgutscheine auf seine Gnade hin zu ERBITTEN. Das käme einer unverhältnismäßigen Unterwerfung gleich.

2.) Es widerspricht meinem Gefühl für Würde, mit den Gutscheinen einkaufen zu gehen:
- Es ist äußerst stigmatisierend, an der Kasse den Gutschein vorzulegen. Schon wer Hartz IV bezieht, erst recht, wer mit dem Jobcenter im Konflikt ist, wird in der Öffentlichkeit als arbeitsunwillig, als Versager und als sozialer Abschaum abgestempelt …
- Oft wissen die Verkäufer(innen) nicht, was sie mit dem Gutschein anfangen sollen und fragen – oft auch lauthals – beim Geschäftsführer nach. Wartende Kunden äußern sich ungeduldig und abfällig.
- Viele Geschäfte lehnen den Einkaufsgutschein ab,
erstens, weil der Verkäufer zunächst kein Geld erhält und den Schein erst beim Amt einlösen muss, was mit zusätzlichen Ungewissheiten und Mühen verbunden ist,
zweitens, weil er so eine, die übrigen Kunden abschreckende „assoziale Kundschaft“ in seinen Laden zieht.
- Als „Kunde“ wird man schlecht behandelt und weiß nicht, ob ein Laden die Gutscheine annimmt. Oft muss man unverrichteter Dinge weiterziehen. Die Wanderung von Laden zu Laden stellt eine weitere Demütigung dar.
Quelle: http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/brandbrief/briefe/2013-08-20--warum-ich-die-Einkaufsgutscheine-ablehne.htm

Du hast davon noch nichts gehört?

Ich kann nichts dafür, wenn sich jemand diskriminiert fühlt.


Ich halte Deinen Kommentar für menschenverachtend. Und ich wünsche Dir, bald selbst in den Genuß von solchen Gutscheinen zu kommen. Wie es scheint, bist Du nicht weit davon entfernt.

#47:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 13:48
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Was ist daran diskriminierend, wenn man Leute die Möglichkeit zum Leben gibt, wenn sie nicht in der Lage sind, ihren Unterhalt selbst zu verdienen?

Die Sanktionen zB.
http://www.focus.de/finanzen/recht/verbraucher-forscher-hartz-iv-wirkt-fuer-betroffene-wie-ein-stigma_aid_1065981.html

Zitat:
Den Hartz-Reformen liegt das Bild zugrunde der faulen, passiven Langzeitarbeitslosen, die es sich in der Hängematte des Wohlfahrtsstaates bequem machen. Das können wir nicht feststellen. Das Gros der Erwerbslosen und prekär Beschäftigten im Leistungsbezug ist von sich aus aktiv.


Zitat:
Hartz IV wirkt wie ein Stigma. Das Zusammenlegen von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe wurde verkauft als Besserstellung von Sozialhilfebeziehern. Das Gegenteil ist richtig. Der springende Punkt ist, dass etwa Frauen im Osten, die lange berufstätig waren und dann herausfallen, sich jetzt wahrnehmen als Leute, die gewissermaßen unter die Schwelle der Respektabilität gedrückt werden, auf eine Stufe gestellt werden mit Sozialhilfebeziehern. Das ist eine enorme Kränkung. In der Gesellschaft als „Hartzi“ identifiziert zu werden, ist ähnlich wie dunkle Hautfarbe zu haben im Süden der USA. Das ist ein Stigma, das an einem haftet, das man nicht los wird und mit dem man in Alltagssituationen immer wieder konfrontiert wird.

#48:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 13:52
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Ich kann nichts dafür, wenn sich jemand diskriminiert fühlt.

Das sagst du immer wieder. Noch einmal: Das ist nur eine Seite der Medaille. Die entsteht aber nicht von ganz allein.
Wenn es nur um das Selbstgefühl ginge, wäre jeder diskriminiert, der sich irgendwie zu kurz gekommen fühlt. Oder keiner, denn wenn man diskriminiert, oder abgewertet behandelt wird, fühlt man sich halt meist auch so - und du kannst ja nichts für dies Gefühl.

#49:  Autor: RabertWohnort: im Zug BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 14:07
    —
Bei Hartz IV geht es nicht um Befindlichkeiten, sondern um die faktische Aushebelung von Bürgerrechten wie Freizügigkeit oder Selbstbestimmung über die Arbeit, die man tut.

#50:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 14:10
    —
Rabert hat folgendes geschrieben:
Bei Hartz IV geht es nicht um Befindlichkeiten, sondern um die faktische Aushebelung von Bürgerrechten wie Freizügigkeit oder Selbstbestimmung über die Arbeit, die man tut.


Dem würden sicher Etliche zustimmen. Könntest Du auch ausführlicher schreiben?

#51:  Autor: RabertWohnort: im Zug BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 14:28
    —
Das brauch ich nicht, das haben "die" schon gemacht.

http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkblatt-Sammlung/SGB-II-Merkblatt-Alg-II.pdf#page=7, Seite 60-62.

Da stehen alle Entrechtungen drin, die man als Hartz IV Empfänger akzeptieren muss.

#52:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 17:03
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wenn man sichselber nicht so wichtig nimmt, hat man viel weniger Angst.
Die Welt hat mehr zu tun, als auf mich zu schauen.


Die ist schon voll damit ausgelastet, staendig den Dorian anzustarren. zwinkern

#53:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 17:08
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.


Immer wenn ich Sprueche von Leuten hoere, die das Geld, was ein Hartzler so im Monat kriegt, auch mal locker als Trinkgeld in einem teuren Restaurant lassen, wie toll man doch von Hartz-IV leben kann, dann faellt mir als Erstes ein, dass die gar nicht wissen koennen worueber sie reden.

#54:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 18:21
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.


Immer wenn ich Sprueche von Leuten hoere, die das Geld, was ein Hartzler so im Monat kriegt, auch mal locker als Trinkgeld in einem teuren Restaurant lassen, wie toll man doch von Hartz-IV leben kann, dann faellt mir als Erstes ein, dass die gar nicht wissen koennen worueber sie reden.


Und, welche Erfahrungen hast Du mit Hartz?

#55:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 25.08.2013, 19:10
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es ist schön mit Komfort zu leben, aber notfalls könnte ich von Harz IV leben.

(Das stimmt wahrscheinlich nicht. Aber dennoch hilft es mir angstfrei zu leben)


Dabei hört man so viel vom schönen Hartz-IV-Leben.


Es läßt sich immer gut schwetzen, wenn man nicht in die Situation ist.


Immer wenn ich Sprueche von Leuten hoere, die das Geld, was ein Hartzler so im Monat kriegt, auch mal locker als Trinkgeld in einem teuren Restaurant lassen, wie toll man doch von Hartz-IV leben kann, dann faellt mir als Erstes ein, dass die gar nicht wissen koennen worueber sie reden.


Und, welche Erfahrungen hast Du mit Hartz?



Mit Hartz selbst zum Glueck gar keine.

Mein Budget ist allerdings nur unwesentlich groesser als das, was ein Hartzler so hat. Insofern kann ich mir schon eher vorstellen wie es ist mit so wenig Geld auskommen zu muessen als jemand, der ein zigfach groesseres Budget fuer seine Konsumbeduerfnisse hat.

#56: Bullshit- Jobs Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 02.10.2013, 17:56
    —
Ralph Boes, prominenter Hartz- IV- Bezieher, schrieb heute:


"Wie würde eine Wirtschaft ohne Bullshit-Jobs aussehen?" - "Ich bin überzeugt, dass die Menschen Lösungen finden würden, wenn man sie bloß machen ließe. Als es darum ging, die Sklaverei abzuschaffen, wurde auch argumentiert: Wer macht dann die harten, dreckigen Jobs? Die Antwort war: Maschinen. Ich würde gerne in einer Gesellschaft leben, die jedem Mitglied eine gewisse soziale Sicherheit bietet & alles andere ihm selbst überlässt. Wahrscheinlich würden Dinge entstehen, von denen wir heute nicht einmal träumen." >> http://www.gdi.ch/de/Think-Tank/Trend-News/Detail-Page/Das-sind-Bullshit-Jobs

#57: Freiheit der Arbeit oder des Menschen? Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 09:48
    —
Für mich ist das Problem die Warenproduktion, im Gegensatz zur reinen bedürfnisorientierten Produkt- Produktion.
Was sind echte, sog. Primär- Bedürfnisse? Solche, die jeder Mensch hat, weil er sonst nicht leben könnte.
Neben Nahrung, Wohnraum, med. Versorgung, Kleidung usw. zähle ich dazu auch Zeit. Muße. Wer ständig keine Zeit hat, wird meist krank. Er kann sogar an Stress sterben- Herzinfarkte sind da wohl das deutlichste Beispiel. Wir haben auch ein Zeit- Konto. In Revolten vergangener Zeiten schossen Arbeiter auch auf Uhren.

Schließlich: gesellschaftliche Teilhabe.
Dazu gehören öffentliche Verkehrsmittel und der Besuch von Einrichtungen wie Schwimmbädern, Bibliotheken, Theatern usw.

All das- von den Grundnahrungsmitteln bis zum Theater- müsste jedem frei zugänglich sein. Unabhängig von seinem Geldbeutel, von seinem Arbeits- Einkommen. Selbst unabhängig davon, ob er überhaupt arbeiten will. Siehe auch Paul Lafargue: "Das Recht auf Faulheit". Das klingt provokant. Ist aber nur natürlich in einer Welt, die weit mehr Menschen ernähren und unterhalten kann, als es Menschen gibt. Menschen wollen übrigens mehrheitlich arbeiten, zur Selbst- Verwirklichung.

Wenn nun durch Arbeit Primärbedürfnisse erfüllt werden und dafür Produkte und Dienstleistungen bereit stehen- wozu brauchen wir dann Arbeit, die der Warenproduktion dient?
Waren werden gelagert, um sie bei passendem Preisverhältnis abzustoßen. Wir haben enorme Berge von Waren "auf Lager". Wem nützt das? Wenigen. Nur denen, die sich solche Warenlager leisten können. Und denen tatsächliche Bedürfnisse von Menschen fast gleichgültig sind.
Wer also arbeitet, um Waren herzustellen, arbeitet in gewissem Sinne a- sozial.
Dummerweise braucht er aber seine Arbeitsstelle und das damit verbundene Einkommen, um leben zu können. Sicher würde er lieber ein Gesamt- Produkt herstellen, statt etwa Mikrochips, über deren Einsatz er auch meist nicht aufgeklärt wird. Militärtechnik?

Übrigens gibt es auch den Begriff "werken". Daraus leitet sich der Hand- Werker ab. Ich finde es z. B. für mich sehr befriedigend, Spielzeug aus Holz zu basteln. Da bin ich "Schöpfer"- von der Idee über die Holz- Auswahl bis zum fertigen Produkt und: leuchtenden Kinderaugen. All das mache ich gelegentlich und unbezahlt. Jeden Tag das gleiche Spielzeug herzustellen, 8 Stunden lang, wäre etwas völlig anderes.
Damit wäre ich marktfähig. Aber nicht mehr frei.

Es geht um die Selbst- Befreiung des arbeitenden Menschen. Darum, dass er sich über seine echten Bedürfnisse klar wird. Und alles unternimmt, was ihn daran hindert, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Das hängt auch mit (relativem) Konsumverzicht zusammen. Ignoriere die Werbung- schreib Dir einen Einkaufszettel. Und überlege, was und wie lange Du künftig überhaupt noch arbeiten willst.
Seit zehn Jahren arbeite ich etwa 50 Stunden- im Monat. Als Redner werde ich gut bezahlt. Ich könnte mehr Einnahmen haben. Interessiert mich jedoch nicht. Ich liege mit ein paar Hundertern über der offiziellen Armutsgrenze von ca. 1000 Euro netto. Was will ich mehr? Ich fahre mehrmals im Jahr in den Urlaub. Tja, ohne Auto geht das. Ich muss auch nicht auf die Malediven.
Ich habe auch schon von Hartz IV gelebt- nebenbei etwas schwarz verdient. Auch das waren keine unglücklichen Zeiten. Aber in einem Betrieb in Vollzeit? Wozu?
Wenn ich mir Menschen angucke, die in meinem Alter sind- ich bin fast 50- was fällt mir da auf?
Viele Übergewichtige, mit Haltungsschäden, oft müde. Unterhaltungen, die über den Alltag hinausgehen, fast unmöglich. (Es sei denn, man mag Diskussionen, in denen sich die üblichen Zeitungsartikel um den Kopf gehauen werden, ohne Hintergründe. Für eigene Recherchen haben die meisten eben keine Zeit.)

Die Arbeit befreien? Später. Sich selbst befreien? Sofort.

P.S.: Wer glaubt, dass Ehrlichkeit in einem verlogenen System belohnt wird, hat das System nicht verstanden. Die ARGE trickst- trickse selbst. Du lebst (wahrscheinlich) nur einmal.

#58:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 10:28
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
All das- von den Grundnahrungsmitteln bis zum Theater- müsste jedem frei zugänglich sein. Unabhängig von seinem Geldbeutel, von seinem Arbeits- Einkommen.

Theater - und auch die vielen anderen kulturellen Veranstaltungen - TV-Sendungen wie "Aspekte" berichten davon mit der unausgesprochenen Aufforderung: Geht hin und seht es euch an!
Nun, etwa die tollen Museen da in Berlin, was mich betrifft, es machte keinerlei Unterschied, wären sie auf dem Mars. Sie sind schlicht und einfach unerreichbar.
So berechtigt auch manche Forderungen sein mögen: Sie sind unerfüllbar.
So herum gesehen: Könnte jeder, der nur will, ins Pergamon-Museum gehen, man müßte wegen Überfüllung wohl die Bude schließen. Da kriegste kein Rad an die Erde, sagten wir Jugendlichen, wenn's Gedränge gab.
Naja, immerhin gibts ein paar Bröckchen davon im Net zu finden.

#59:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 10:30
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
All das- von den Grundnahrungsmitteln bis zum Theater- müsste jedem frei zugänglich sein. Unabhängig von seinem Geldbeutel, von seinem Arbeits- Einkommen.

Theater - und auch die vielen anderen kulturellen Veranstaltungen - TV-Sendungen wie "Aspekte" berichten davon mit der unausgesprochenen Aufforderung: Geht hin und seht es euch an!
Nun, etwa die tollen Museen da in Berlin, was mich betrifft, es machte keinerlei Unterschied, wären sie auf dem Mars. Sie sind schlicht und einfach unerreichbar.
So berechtigt auch manche Forderungen sein mögen: Sie sind unerfüllbar.
So herum gesehen: Könnte jeder, der nur will, ins Pergamon-Museum gehen, man müßte wegen Überfüllung wohl die Bude schließen. Da kriegste kein Rad an die Erde, sagten wir Jugendlichen, wenn's Gedränge gab.
...


Wie viele andere "Tempel" sind überfüllt, obwohl deren Besuch weit teurer als ein Museums- Besuch ist? Einkaufszentren, Mc Doof, "Erlebnis"- Bäder, Diskotheken...

#60:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 10:37
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Wie viele andere "Tempel" sind überfüllt, obwohl deren Besuch weit teurer als ein Museums- Besuch ist? Einkaufszentren, Mc Doof, "Erlebnis"- Bäder, Diskotheken...

Das hält sich in Grenzen und ist meist gar nicht so schlimm: Weils davon in jedem Kaff was gibt. Die Berliner Museumsinsel gibts aber nur einmal.

#61:  Autor: MisterfritzWohnort: badisch sibirien BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 10:38
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
All das- von den Grundnahrungsmitteln bis zum Theater- müsste jedem frei zugänglich sein. Unabhängig von seinem Geldbeutel, von seinem Arbeits- Einkommen.

Theater - und auch die vielen anderen kulturellen Veranstaltungen - TV-Sendungen wie "Aspekte" berichten davon mit der unausgesprochenen Aufforderung: Geht hin und seht es euch an!
Nun, etwa die tollen Museen da in Berlin, was mich betrifft, es machte keinerlei Unterschied, wären sie auf dem Mars. Sie sind schlicht und einfach unerreichbar.
So berechtigt auch manche Forderungen sein mögen: Sie sind unerfüllbar.
So herum gesehen: Könnte jeder, der nur will, ins Pergamon-Museum gehen, man müßte wegen Überfüllung wohl die Bude schließen. Da kriegste kein Rad an die Erde, sagten wir Jugendlichen, wenn's Gedränge gab.
...


Wie viele andere "Tempel" sind überfüllt, obwohl deren Besuch weit teurer als ein Museums- Besuch ist? Einkaufszentren, Mc Doof, "Erlebnis"- Bäder, Diskotheken...

diese "tempel" scheinen dann aber die bedürfnissse der besucher zu erfüllen, im gegensatz zu theatern, die oftmals nur mit subventionen überleben können.

ich befürchte, auch du lässt bei den von dir genannten primärbedürfnissen die breite masse aussen vor.

#62:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 10:52
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
Wie viele andere "Tempel" sind überfüllt, obwohl deren Besuch weit teurer als ein Museums- Besuch ist? Einkaufszentren, Mc Doof, "Erlebnis"- Bäder, Diskotheken...

Das hält sich in Grenzen und ist meist gar nicht so schlimm: Weils davon in jedem Kaff was gibt. Die Berliner Museumsinsel gibts aber nur einmal.


Und weil es sie nur einmal gibt, wollen alle dort hin? Man vergleiche den Ansturm auf Media- Märkte bei Einführung des neuesten I- Pads mit dem "Andrang" bei einer Ausstellungseröffnung auf der Museumsinsel.

#63:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 10:56
    —
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
All das- von den Grundnahrungsmitteln bis zum Theater- müsste jedem frei zugänglich sein. Unabhängig von seinem Geldbeutel, von seinem Arbeits- Einkommen.

Theater - und auch die vielen anderen kulturellen Veranstaltungen - TV-Sendungen wie "Aspekte" berichten davon mit der unausgesprochenen Aufforderung: Geht hin und seht es euch an!
Nun, etwa die tollen Museen da in Berlin, was mich betrifft, es machte keinerlei Unterschied, wären sie auf dem Mars. Sie sind schlicht und einfach unerreichbar.
So berechtigt auch manche Forderungen sein mögen: Sie sind unerfüllbar.
So herum gesehen: Könnte jeder, der nur will, ins Pergamon-Museum gehen, man müßte wegen Überfüllung wohl die Bude schließen. Da kriegste kein Rad an die Erde, sagten wir Jugendlichen, wenn's Gedränge gab.
...


Wie viele andere "Tempel" sind überfüllt, obwohl deren Besuch weit teurer als ein Museums- Besuch ist? Einkaufszentren, Mc Doof, "Erlebnis"- Bäder, Diskotheken...

diese "tempel" scheinen dann aber die bedürfnissse der besucher zu erfüllen, im gegensatz zu theatern, die oftmals nur mit subventionen überleben können.

ich befürchte, auch du lässt bei den von dir genannten primärbedürfnissen die breite masse aussen vor.


Die Konsum- Tempel erfüllen zuallererst Sekundärbedürfnisse. Diese werden durch die Werbe- Industrie künstlich erzeugt. Mir reicht der Bäcker, der Getränke- und Gemüsehändler und der Fleischer. Ich brauche keinen Mac Doof. Du?

#64:  Autor: MisterfritzWohnort: badisch sibirien BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 11:13
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
All das- von den Grundnahrungsmitteln bis zum Theater- müsste jedem frei zugänglich sein. Unabhängig von seinem Geldbeutel, von seinem Arbeits- Einkommen.

Theater - und auch die vielen anderen kulturellen Veranstaltungen - TV-Sendungen wie "Aspekte" berichten davon mit der unausgesprochenen Aufforderung: Geht hin und seht es euch an!
Nun, etwa die tollen Museen da in Berlin, was mich betrifft, es machte keinerlei Unterschied, wären sie auf dem Mars. Sie sind schlicht und einfach unerreichbar.
So berechtigt auch manche Forderungen sein mögen: Sie sind unerfüllbar.
So herum gesehen: Könnte jeder, der nur will, ins Pergamon-Museum gehen, man müßte wegen Überfüllung wohl die Bude schließen. Da kriegste kein Rad an die Erde, sagten wir Jugendlichen, wenn's Gedränge gab.
...


Wie viele andere "Tempel" sind überfüllt, obwohl deren Besuch weit teurer als ein Museums- Besuch ist? Einkaufszentren, Mc Doof, "Erlebnis"- Bäder, Diskotheken...

diese "tempel" scheinen dann aber die bedürfnissse der besucher zu erfüllen, im gegensatz zu theatern, die oftmals nur mit subventionen überleben können.

ich befürchte, auch du lässt bei den von dir genannten primärbedürfnissen die breite masse aussen vor.


Die Konsum- Tempel erfüllen zuallererst Sekundärbedürfnisse. Diese werden durch die Werbe- Industrie künstlich erzeugt. Mir reicht der Bäcker, der Getränke- und Gemüsehändler und der Fleischer. Ich brauche keinen Mac Doof. Du?

ich brauche auch kein mac doof,
aber darum geht es mir nicht. du machst DICH zum maßstab für die bedürfnisse anderer. und das kann nicht gut gehen...

#65:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 11:37
    —
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Dorian hat folgendes geschrieben:
All das- von den Grundnahrungsmitteln bis zum Theater- müsste jedem frei zugänglich sein. Unabhängig von seinem Geldbeutel, von seinem Arbeits- Einkommen.

Theater - und auch die vielen anderen kulturellen Veranstaltungen - TV-Sendungen wie "Aspekte" berichten davon mit der unausgesprochenen Aufforderung: Geht hin und seht es euch an!
Nun, etwa die tollen Museen da in Berlin, was mich betrifft, es machte keinerlei Unterschied, wären sie auf dem Mars. Sie sind schlicht und einfach unerreichbar.
So berechtigt auch manche Forderungen sein mögen: Sie sind unerfüllbar.
So herum gesehen: Könnte jeder, der nur will, ins Pergamon-Museum gehen, man müßte wegen Überfüllung wohl die Bude schließen. Da kriegste kein Rad an die Erde, sagten wir Jugendlichen, wenn's Gedränge gab.
...


Wie viele andere "Tempel" sind überfüllt, obwohl deren Besuch weit teurer als ein Museums- Besuch ist? Einkaufszentren, Mc Doof, "Erlebnis"- Bäder, Diskotheken...

diese "tempel" scheinen dann aber die bedürfnissse der besucher zu erfüllen, im gegensatz zu theatern, die oftmals nur mit subventionen überleben können.

ich befürchte, auch du lässt bei den von dir genannten primärbedürfnissen die breite masse aussen vor.


Die Konsum- Tempel erfüllen zuallererst Sekundärbedürfnisse. Diese werden durch die Werbe- Industrie künstlich erzeugt. Mir reicht der Bäcker, der Getränke- und Gemüsehändler und der Fleischer. Ich brauche keinen Mac Doof. Du?

ich brauche auch kein mac doof,
aber darum geht es mir nicht. du machst DICH zum maßstab für die bedürfnisse anderer. und das kann nicht gut gehen...


Ich sage, jeder soll überlegen, was er wirklich will- und was ihm die Werbe- Industrie einredet.

#66:  Autor: armer schluckerWohnort: wo die Hosen Husen haßen und die Hasen Hosen haßen BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 13:28
    —
Zitat:
ch sage, jeder soll überlegen, was er wirklich will- und was ihm die Werbe- Industrie einredet.


Wird schwierig, wenn man sein ganzes Leben von anderen Leuten gesagt bekommt, was man wie zu denken und zu tun hat und dem eigenes Denken und Tun seit der Kindheit ausgetrieben wurde.

Wird ebenfall schwierig, wenn das Umfeld der Werbung hinterherhechelt, da nicht mitzuziehen, dann ist man nämlich Außenseiter, und das gefällt den meisten Leuten nicht (Gruppenverhalten).

Sein Verhalten zu ändern, selbst wenn man merkt, das es schlecht für einen ist, ist auch noch mal ganz schwer, der Mensch hält an einmal eingefahrenen Gewohnheiten sehr lange fest.

#67:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 14:17
    —
armer schlucker hat folgendes geschrieben:
Zitat:
ch sage, jeder soll überlegen, was er wirklich will- und was ihm die Werbe- Industrie einredet.


Wird schwierig, wenn man sein ganzes Leben von anderen Leuten gesagt bekommt, was man wie zu denken und zu tun hat und dem eigenes Denken und Tun seit der Kindheit ausgetrieben wurde.

Wird ebenfall schwierig, wenn das Umfeld der Werbung hinterherhechelt, da nicht mitzuziehen, dann ist man nämlich Außenseiter, und das gefällt den meisten Leuten nicht (Gruppenverhalten).

Sein Verhalten zu ändern, selbst wenn man merkt, das es schlecht für einen ist, ist auch noch mal ganz schwer, der Mensch hält an einmal eingefahrenen Gewohnheiten sehr lange fest.


Ich denke, jeder ist irgendwo "Außenseiter".

Nur Spinner glauben, sie könnten bestimmen "was gut für die Menschheit ist".

#68: Re: Freiheit der Arbeit oder des Menschen? Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 14:19
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Für mich ist das Problem die Warenproduktion, im Gegensatz zur reinen bedürfnisorientierten Produkt- Produktion. (...)

Wenn nun durch Arbeit Primärbedürfnisse erfüllt werden und dafür Produkte und Dienstleistungen bereit stehen- wozu brauchen wir dann Arbeit, die der Warenproduktion dient?

Waren werden gelagert, um sie bei passendem Preisverhältnis abzustoßen. Wir haben enorme Berge von Waren "auf Lager". Wem nützt das? Wenigen. Nur denen, die sich solche Warenlager leisten können. Und denen tatsächliche Bedürfnisse von Menschen fast gleichgültig sind.
Wer also arbeitet, um Waren herzustellen, arbeitet in gewissem Sinne a- sozial.


Bei deinem Erklärungsversuch, was den Unterschied ausmacht zwischen Waren- und bedürfnisorientierter Produktion fällt dir vor allem das Waren-Lager ein. Einmal sprichst du auch von Waren-Bergen, die auf Lager liegen.

Auf die Idee, dass auch eine Produktion ohne Warenlager und Warenberge eine Warenproduktion sein kann, kommst du erst gar nicht.

Für dich ist Warenproduktion durch ein *Zuviel von Produkten* charakterisiert.

In Wirklichkeit ist es nicht entscheidend, wie groß die Warenmenge ist oder die Menge der gelagerten Waren, sondern die Art und Weise, in der Güter hergestellt werden.

Warenprodukrion heisst zuerst Lohnarbeit, bei der die Arbeit selbst als Ware fungiert. Warenproduktion heisst weiterhin Verwertung des Kapitals durch einen am Markt realisierten Mehrwert. Warenproduktion heisst drittens, dass die am Markt gehandelten Güter und Dienstleistungen einen Doppelcharakter aufweisen: sie sind sowohl Waren als auch Gebrauchsgüter, sind zugleich Tauschwert und Gebrauchswert.

Die Zahl der so produzierten Waren ist wumpe.

Im übrigen sind Warenlager, in denen Waren längere Zeit lagern, nicht profitabel, sondern teuer. Der Kapitalist versucht deshalb, nur solche Waren herstellen zu lassen, die er wahrscheinlich auch absetzen kann, ohne sie lange lagern zu müssen. Insofern lässt der Kapitalist aus seiner Sicht keine Warenberge wachsen, sondern versucht im Gegenteil sogar, ihre Entstehung zu verhindern.

Das Kapital macht auch dann Profit, wenn es weniger Waren profitabler umsetzt und/oder den Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft und/oder die Lagerumschlagsgeschwindigkeit steigert und/oder die Transportkosten usw. senkt.

Das Kapital denkt also nicht in Wareneinheiten, sondern in Profiteinheiten, die sich mit Wareneinheiten nicht decken.

Aber ich weiß schon, was du sagen willst. Dein Tenor lautet: "Wozu brauchen wir das alles?"

Is schon klar.

Aber trotzdem kommst auch du um eine wissenschaftlich korrekte Warendefinition nicht herum.

Dorian hat folgendes geschrieben:
Was sind echte, sog. Primär- Bedürfnisse? Solche, die jeder Mensch hat, weil er sonst nicht leben könnte.
Neben Nahrung, Wohnraum, med. Versorgung, Kleidung usw. zähle ich dazu auch Zeit. Muße. Wer ständig keine Zeit hat, wird meist krank. Er kann sogar an Stress sterben- Herzinfarkte sind da wohl das deutlichste Beispiel. Wir haben auch ein Zeit- Konto. In Revolten vergangener Zeiten schossen Arbeiter auch auf Uhren.

Schließlich: gesellschaftliche Teilhabe.
Dazu gehören öffentliche Verkehrsmittel und der Besuch von Einrichtungen wie Schwimmbädern, Bibliotheken, Theatern usw.

All das- von den Grundnahrungsmitteln bis zum Theater- müsste jedem frei zugänglich sein. Unabhängig von seinem Geldbeutel, von seinem Arbeits- Einkommen. Selbst unabhängig davon, ob er überhaupt arbeiten will. Siehe auch Paul Lafargue: "Das Recht auf Faulheit". Das klingt provokant. Ist aber nur natürlich in einer Welt, die weit mehr Menschen ernähren und unterhalten kann, als es Menschen gibt. Menschen wollen übrigens mehrheitlich arbeiten, zur Selbst- Verwirklichung.


Durch die enorme Steigerung der Arbeitsproduktivität in den letzten Jahrhunderten kann der Mensch sowohl weniger Arbeitszeit aufwenden und trotzdem alle seine Bedürfnisse befriedigen, nicht nur die von dir ebenfalls nicht klar definierten "Primärbedürfnisse".

Im übrigen finde ich es asozial, das Recht auf Faulheit zu loben und gleichzeitig darauf zu hoffen, dass nicht alle von diesem Recht auf Faulheit Gebrauch machen werden, weil ja viele für ihre Selbstverwirklichung arbeiten - und dadurch auch für die Selbstverwirklichung der Faulen gleich mit.

Statt dessen wäre die Arbeitszeit für alle zu kürzen und die Arbeit auf alle gleichmäßig zu verteilen.

Lafargue, der Schwiegersohn von Marx, betrachtete im übrigen lediglich die Aspekte der Arbeitszeit und des Konsums, nicht aber die der Produktion und Produktivität. Eine Kritik an der Warenproduktion ist mit so einer verkürzten Betrachtungsweise des Kapitalismus jedoch nicht zu haben.

Dorian hat folgendes geschrieben:
Es geht um die Selbst- Befreiung des arbeitenden Menschen. Darum, dass er sich über seine echten Bedürfnisse klar wird. Und alles unternimmt, was ihn daran hindert, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Das hängt auch mit (relativem) Konsumverzicht zusammen. Ignoriere die Werbung- schreib Dir einen Einkaufszettel. ... Und überlege, was und wie lange Du künftig überhaupt noch arbeiten willst.


Wie gesagt: Weniger Arbeiten muss nicht Konsumverzicht bedeuten, weder für das Individuum - Stichwort Lohnhöhe! - noch für die Menschheit, auch wenn diese wenig durchdachte Gleichung noch so oft wieder gekäut wird.

#69:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 05.10.2013, 17:19
    —
Ich habe es selbst miterlebt: Die Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Was war das für eine Wohltat, am Samstag nur noch 5 Stunden arbeiten zu müssen - und dann endlich gar nicht. Und ich dachte in meinem kindlichen Gemüt, das würde infolge des Fortschrittes und der Steigerung der Produktion nun immer so weiter gehen, ich sah da herrliche Zeiten mit einer Drei-Tage-Woche vor mir. Ja Scheiße war's und kein Honig.
Wenigstens hat die Werbung keine Macht über mich. Oder doch, aber nicht so wie die sich das denken: Vor etzlichen Jahren war da die Werbung für "Fruchtzwerge" im TV, und da tönte einer in die Kamera rein und damit mir ins Gesicht: "Früher oder später kriegen wir dich!" Das hat mich so geärgert, ich habe bis heute noch keinen Fruchtzwerg gegessen. So einen Trotz habe ich da.
Ja, ich habe immer einen Einkaufszettel bei mir. Ich gehöre zu den Leuten, die die Supermarktler hassen: Rein in den Laden, zielsicher hin zum Regal, Artikel ergriffen, direkter Weg zur Kasse und wieder raus. Come in and find out. Komm rein und find wieder raus.
Allerdings, jetzt im Alter, da ich Zeit habe, geschieht es öfter, daß ich ziellos da drin herumlaufe und an Sokrates auf dem Markt von Athen denke: "Wie viele Dinge gibt es doch, die ich nicht brauche!" Unter dem Aspekt geschaut befällt einen großes Staunen.
Oder wer kennt Pearl-Agency? Was die alles für sinn- und nutzloses Zeug anbieten, das haut einen um!
Ich habe übrigens ein großes breites Einkaufszentrum in Zu-Fuß-Reichweite. Der Burger-King da drin ist allerdings pleite gegangen. Und ich bin da mitschuldig...

#70:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 06.10.2013, 09:01
    —
armer schlucker hat folgendes geschrieben:
Zitat:
ch sage, jeder soll überlegen, was er wirklich will- und was ihm die Werbe- Industrie einredet.


Wird schwierig, wenn man sein ganzes Leben von anderen Leuten gesagt bekommt, was man wie zu denken und zu tun hat und dem eigenes Denken und Tun seit der Kindheit ausgetrieben wurde.

Wird ebenfall schwierig, wenn das Umfeld der Werbung hinterherhechelt, da nicht mitzuziehen, dann ist man nämlich Außenseiter, und das gefällt den meisten Leuten nicht (Gruppenverhalten).

Sein Verhalten zu ändern, selbst wenn man merkt, das es schlecht für einen ist, ist auch noch mal ganz schwer, der Mensch hält an einmal eingefahrenen Gewohnheiten sehr lange fest.


Es ist eine auch eine Frage des Bewusstseins, eine Art gesunder Egoismus. Ich arbeite selbst sehr wenig für Geld. Ich brauche kein Auto oder den neuesten elektronischen Kram.
Gewohnheiten lassen sich ändern, doch nicht über ein "ich gebe etwas auf". Erst durch ein "ich freue mich darauf, etwas zu gewinnen" kann ich die Kraft aufbringen, mein Leben zu ändern.
Wer sich darauf freut, als Nichtraucher kaum noch zu husten, gesünder auszusehen, Speisen mehr zu genießen und auch noch Geld zu sparen- der hat eine Chance, das Rauchen zu lassen.

#71:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 11.12.2013, 10:58
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ich habe es selbst miterlebt: Die Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Was war das für eine Wohltat, am Samstag nur noch 5 Stunden arbeiten zu müssen - und dann endlich gar nicht. Und ich dachte in meinem kindlichen Gemüt, das würde infolge des Fortschrittes und der Steigerung der Produktion nun immer so weiter gehen, ich sah da herrliche Zeiten mit einer Drei-Tage-Woche vor mir. Ja Scheiße war's und kein Honig.
Wenigstens hat die Werbung keine Macht über mich. Oder doch, aber nicht so wie die sich das denken: Vor etzlichen Jahren war da die Werbung für "Fruchtzwerge" im TV, und da tönte einer in die Kamera rein und damit mir ins Gesicht: "Früher oder später kriegen wir dich!" Das hat mich so geärgert, ich habe bis heute noch keinen Fruchtzwerg gegessen. So einen Trotz habe ich da.
Ja, ich habe immer einen Einkaufszettel bei mir. Ich gehöre zu den Leuten, die die Supermarktler hassen: Rein in den Laden, zielsicher hin zum Regal, Artikel ergriffen, direkter Weg zur Kasse und wieder raus. Come in and find out. Komm rein und find wieder raus.
Allerdings, jetzt im Alter, da ich Zeit habe, geschieht es öfter, daß ich ziellos da drin herumlaufe und an Sokrates auf dem Markt von Athen denke: "Wie viele Dinge gibt es doch, die ich nicht brauche!" Unter dem Aspekt geschaut befällt einen großes Staunen.
Oder wer kennt Pearl-Agency? Was die alles für sinn- und nutzloses Zeug anbieten, das haut einen um!
Ich habe übrigens ein großes breites Einkaufszentrum in Zu-Fuß-Reichweite. Der Burger-King da drin ist allerdings pleite gegangen. Und ich bin da mitschuldig...


"Nein danke" sagen heißt: aktiv faul zu sein. Hervorkommen aus der Ecke des Produzierens und Konsumierens, in die wir gedrängt wurden. Muße beanspruchen.
Also vergiss Comfort und komm raus aus dieser Ecke, komm vor!

Die Verweigerung ständigen Fleißes, fortwährender Betriebsamkeit und ewigen Konsums schafft erst jene Muße, welche eigene Ideen gebiert. Beschäftigt sein, keine Zeit haben, das gilt heute als Normalität. Dabei ist Beschäftigung an sich nicht "gut" oder "schlecht", wie auch Faulheit keines von beiden ist. Erst durch das Übermaß von Beschäftigung wie auch von Faulheit kann Schlechtes entstehen.
Das Übermaß an Beschäftigung versus der Mangel an Faulheit sind Symptome einer profitorientierten Gesellschaft. Hier wird das Lebendige und Natürliche einem Abstraktum geopfert. Dem Anhäufen von Gütern und Geld.
Dabei entstehen Paradoxien. Der Mensch wird beschleunigt, legt weitere Strecken zurück. Aber seine eigentlichen Ziele, seine Primärbedürfnisse zu befriedigen, erreicht er nicht schneller oder qualitativ besser. Im Gegenteil. Das öffentliche und individuelle Verkehrs- Unwesen degradiert die Teile seines Körpers, welche eigentlich für die Fortbewegung zuständig sind. Sein Bewegungsapparat ist immer mehr entlastet. Bewegung erfährt der moderne Mensch immer weniger durch seine Füße, und immer mehr durch seinen Popo.
Er sitzt die zu bewältigenden Strecken ab. Mit fatalen Folgen für seine Gesundheit. Übergewicht und Haltungsschäden sind heute normal.
Indem der Mensch also scheinbar "fleißig" ist, wird er doch immer fauler. Und nicht nur körperlich.
Auch das Denken, dieses qual- und lustvolle nach Lösungen ringen, lässt er sich zunehmend abnehmen. Handlungsoptionen werden von Experten berechnet. Der Mensch soll sich nur noch entscheiden. Die Wege sind ausgebaut und gut beschildert. Das verführt zur Denk- Faulheit.
Erkenn- und hörbar auch an unserer Sprache. Der Wortschatz schmilzt. Plastikwörter werden unhinterfragt kopiert. "'Beziehung, Entwicklung, Partner, Identität, Struktur, Strategie,Lösung, Fortschritt, Produktion, Konsum, Ressource,Versorgung, Modernisierung, Innovation" - wer fragt noch danach, was all diese Begriffe bedeuten?
Kurz: unsere Werte stehen Kopf. So sehr, dass es nicht mehr wir sind, die fühlen und denken, sondern die von außen in uns ein- ökonomisierte Ersatzqualität eines kontrollierbaren Seins.
Je weniger wir jedoch betriebsam sind, je mehr wir uns einer ständig zappelnden, schwatzenden, in sich konkurrenzkämperisch orientierten Gesellschaft verweigern, desto mehr haben wir die Möglichkeit, uns selbst zu entdecken und zu entfalten. Um so mehr haben wir dann auch wieder Lust auf Arbeit und Gesellschaft. Weil wir es wollen, nicht weil wir sollen.

#72:  Autor: LandeiWohnort: Sandersdorf-Brehna BeitragVerfasst am: 11.12.2013, 11:10
    —
Zitat:

Zu viele Überstunden machen doof und krank

Wer dauerhaft mehr als 40 Stunden pro Woche arbeitet, büßt an Intelligenz und Sprachgewandtheit ein. Auch körperliche Beschwerden werden häufiger, so eine Studie.

Es gibt diesen Typus Mensch, der immer vor allen anderen am Arbeitsplatz ist und auch als letzter das Büro verlässt. Doch mehr arbeiten als nötig ist kein Zeichen von Produktivität und bringt die eigene Karriere auch nicht unbedingt weiter. Eine Studie des Finnish Institute of Occupational Health, die im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, zeigt sogar, dass regelmäßige Überstunden alles andere als förderlich sind.


http://www.zeit.de/karriere/2013-11/uebstunden-studie-intelligenz

#73:  Autor: Fake BeitragVerfasst am: 11.12.2013, 12:31
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
Ich bin der Meinung, sowas soll die Leute verunsichern, um sie zum Kauf anzuspornen - was könnte einen gesunden, anständigen Bürger denn mehr verunsichern, als kurz vor der DriveInBestellung von einem Plakat mit Kindern drauf durch deren Mimik plötzlich an seine Pornosammlung erinnert zu werden?

Wenn ich verunsichert bin, hält mich das vom Kauf eher ab. Andererseits werde ich aber nicht von meiner Pornosammlung verunsichert. Dafür würde ich mich höchstens schämen, wäre mich jemand damit konfrontieren würde, dass er eine viel umfangreichere Sammlung hat! Cool

#74:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 11.12.2013, 13:09
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ich habe es selbst miterlebt: Die Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Was war das für eine Wohltat, am Samstag nur noch 5 Stunden arbeiten zu müssen - und dann endlich gar nicht. Und ich dachte in meinem kindlichen Gemüt, das würde infolge des Fortschrittes und der Steigerung der Produktion nun immer so weiter gehen, ich sah da herrliche Zeiten mit einer Drei-Tage-Woche vor mir. Ja Scheiße war's und kein Honig.
Wenigstens hat die Werbung keine Macht über mich. Oder doch, aber nicht so wie die sich das denken: Vor etzlichen Jahren war da die Werbung für "Fruchtzwerge" im TV, und da tönte einer in die Kamera rein und damit mir ins Gesicht: "Früher oder später kriegen wir dich!" Das hat mich so geärgert, ich habe bis heute noch keinen Fruchtzwerg gegessen. So einen Trotz habe ich da.
Ja, ich habe immer einen Einkaufszettel bei mir. Ich gehöre zu den Leuten, die die Supermarktler hassen: Rein in den Laden, zielsicher hin zum Regal, Artikel ergriffen, direkter Weg zur Kasse und wieder raus. Come in and find out. Komm rein und find wieder raus.
Allerdings, jetzt im Alter, da ich Zeit habe, geschieht es öfter, daß ich ziellos da drin herumlaufe und an Sokrates auf dem Markt von Athen denke: "Wie viele Dinge gibt es doch, die ich nicht brauche!" Unter dem Aspekt geschaut befällt einen großes Staunen.
Oder wer kennt Pearl-Agency? Was die alles für sinn- und nutzloses Zeug anbieten, das haut einen um!
Ich habe übrigens ein großes breites Einkaufszentrum in Zu-Fuß-Reichweite. Der Burger-King da drin ist allerdings pleite gegangen. Und ich bin da mitschuldig...


"Nein danke" sagen heißt: aktiv faul zu sein. Hervorkommen aus der Ecke des Produzierens und Konsumierens, in die wir gedrängt wurden. Muße beanspruchen.
Also vergiss Comfort und komm raus aus dieser Ecke, komm vor!

Die Verweigerung ständigen Fleißes, fortwährender Betriebsamkeit und ewigen Konsums schafft erst jene Muße, welche eigene Ideen gebiert. Beschäftigt sein, keine Zeit haben, das gilt heute als Normalität. Dabei ist Beschäftigung an sich nicht "gut" oder "schlecht", wie auch Faulheit keines von beiden ist. Erst durch das Übermaß von Beschäftigung wie auch von Faulheit kann Schlechtes entstehen.
Das Übermaß an Beschäftigung versus der Mangel an Faulheit sind Symptome einer profitorientierten Gesellschaft. Hier wird das Lebendige und Natürliche einem Abstraktum geopfert. Dem Anhäufen von Gütern und Geld.
Dabei entstehen Paradoxien. Der Mensch wird beschleunigt, legt weitere Strecken zurück. Aber seine eigentlichen Ziele, seine Primärbedürfnisse zu befriedigen, erreicht er nicht schneller oder qualitativ besser. Im Gegenteil. Das öffentliche und individuelle Verkehrs- Unwesen degradiert die Teile seines Körpers, welche eigentlich für die Fortbewegung zuständig sind. Sein Bewegungsapparat ist immer mehr entlastet. Bewegung erfährt der moderne Mensch immer weniger durch seine Füße, und immer mehr durch seinen Popo.
Er sitzt die zu bewältigenden Strecken ab. Mit fatalen Folgen für seine Gesundheit. Übergewicht und Haltungsschäden sind heute normal.
Indem der Mensch also scheinbar "fleißig" ist, wird er doch immer fauler. Und nicht nur körperlich.
Auch das Denken, dieses qual- und lustvolle nach Lösungen ringen, lässt er sich zunehmend abnehmen. Handlungsoptionen werden von Experten berechnet. Der Mensch soll sich nur noch entscheiden. Die Wege sind ausgebaut und gut beschildert. Das verführt zur Denk- Faulheit.
Erkenn- und hörbar auch an unserer Sprache. Der Wortschatz schmilzt. Plastikwörter werden unhinterfragt kopiert. "'Beziehung, Entwicklung, Partner, Identität, Struktur, Strategie,Lösung, Fortschritt, Produktion, Konsum, Ressource,Versorgung, Modernisierung, Innovation" - wer fragt noch danach, was all diese Begriffe bedeuten?
Kurz: unsere Werte stehen Kopf. So sehr, dass es nicht mehr wir sind, die fühlen und denken, sondern die von außen in uns ein- ökonomisierte Ersatzqualität eines kontrollierbaren Seins.
Je weniger wir jedoch betriebsam sind, je mehr wir uns einer ständig zappelnden, schwatzenden, in sich konkurrenzkämperisch orientierten Gesellschaft verweigern, desto mehr haben wir die Möglichkeit, uns selbst zu entdecken und zu entfalten. Um so mehr haben wir dann auch wieder Lust auf Arbeit und Gesellschaft. Weil wir es wollen, nicht weil wir sollen.


Wortspiele, Assoziieren, Feuilleton.

#75: Re: Freiheit der Arbeit oder des Menschen? Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 11.12.2013, 21:12
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Was sind echte, sog. Primär- Bedürfnisse? Solche, die jeder Mensch hat, weil er sonst nicht leben könnte. Neben Nahrung, Wohnraum, med. Versorgung, Kleidung usw. zähle ich dazu auch Zeit.

Lass mich das zusammenfassen. Das Bedürfnis nach Nahrung ist ein Primärbedürfnis. Das Bedürfnis nach z.B. einem Apfel ist kein Primärbedürfnis (hat nicht jeder Mensch und man kann ohne Äpfel überleben). Das Bedürfnis, sich beim essen nicht zu ekeln, ist ebenfalls kein Primärbedürfnis (man kann auch überleben, ohne dieses Bedürfnis zu befriedigen). Das heißt, wir können den Leuten durchaus auch Kakerlaken zu essen geben, denn überleben kann man davon u.U. auch. So sieht das Resultat deiner "Wirtschaftslehre" aus.

#76:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 11.12.2013, 22:04
    —
Landei hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Zu viele Überstunden machen doof und krank

Wer dauerhaft mehr als 40 Stunden pro Woche arbeitet, büßt an Intelligenz und Sprachgewandtheit ein. Auch körperliche Beschwerden werden häufiger, so eine Studie.

Es gibt diesen Typus Mensch, der immer vor allen anderen am Arbeitsplatz ist und auch als letzter das Büro verlässt. Doch mehr arbeiten als nötig ist kein Zeichen von Produktivität und bringt die eigene Karriere auch nicht unbedingt weiter. Eine Studie des Finnish Institute of Occupational Health, die im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, zeigt sogar, dass regelmäßige Überstunden alles andere als förderlich sind.


http://www.zeit.de/karriere/2013-11/uebstunden-studie-intelligenz


dann siehts bei mir obenrum ja rosig aus. Cool
hatte ich mal erwähnt, dass ich nur eine halbe stelle habe. und lieber weniger verdiene.

#77: Re: Freiheit der Arbeit oder des Menschen? Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 12.12.2013, 09:27
    —
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Durch die enorme Steigerung der Arbeitsproduktivität in den letzten Jahrhunderten kann der Mensch sowohl weniger Arbeitszeit aufwenden und trotzdem alle seine Bedürfnisse befriedigen...


Man KÖNNTE weniger arbeiten, meinst Du doch, oder? Wir KÖNNTEN unsere Bedürfnisse befriedigen. Ja, unter bestimmten Voraussetzungen, die jedoch heute nicht gegeben sind.

Weißt Du, wieviel "Arbeitslose" wir uns heute leisten können?

Zitat:
Tatsächlich ist es keineswegs nötig, dass in Deutschland noch 26,5 Millionen unselbstständig Erwerbstätige ihrer Erwerbsarbeit nachgehen. Lothar Späth und der frühere McKinsey-Manager Herbert A. Henzler haben im Jahr 1993 eine Berechnung angestellt: Was würde passieren, schöpfte man das technisch machbare Automationspotenzial in der Bundesrepublik voll aus? Die Antwort: Eine Arbeitslosigkeit von 38 Prozent wäre normal. Eindrucksvoll bestätigte eine weitere Studie der Universtität Würzburg im Jahr 1998 die Annahme der Autoren: Allein im Bankensektor liegt das Automationspotenzial bei mehr als 60 Prozent, im Handel immer noch bei mehr als der Hälfte des gegenwärtigen Beschäftigungsstands. In diesen und vielen anderen Sektoren ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Potenziale ausgenutzt werden.
Die Kräfte, die sich am Vollerwerbsmodell festkrallen, rechnen mit Wundem. Umverteilung der Arbeit soll das Schlimmste verhindern. Das ist schon oberflächlich betrachtet grober Unfug. Selbst in längst vergangenen Zeiten, als die meisten Menschen nur stupide, leicht einstudierbare Arbeit in Fabriken leisteten, ließ sich das kaum realisieren. Wenn Arbeit aber vor allem geistige Tätigkeit ist, also Wissensarbeit - wie sollte Umverteilung dann funktionieren? Durch Gehirntransplantationen?

http://www.brandeins.de/archiv/2005/arbeiten/der-lohn-der-angst.html

Das Verschwinden von Arbeitsplätzen ist kein Fluch, sondern ein Segen. Ich bestimme mich nicht über meinen Arbeitsplatz. Die meisten Arbeitsplätze verhindern die Entfaltung des Menschen.
Wer kann schon selbst bestimmen, was und wie er arbeiten will? Dem Menschen keinerlei Kompetenz darüber zuzugestehen, selbst über seine Arbeit entscheiden zu können, das ist menschenverachtend.

Sascha Liebermann sagt in dem hier verlinkten Beitrag: "Die Voraussetzung dafür, dass wir ein bedingungsloses Grundeinkommen bezahlen können, ist, dass wir akzeptieren, dass der Bürger weiß, was ihm gut tut. Und dazu müssen wir in Deutschland erst einmal den Bürger - den Citoyen - als eigenständig handelndes Wesen begreifen."

Wer heute davon schwafelt, dass ja genug Arbeit da sei- oder dass man die schwindende Arbeit bei Arbeitszeitverkürzung nur gerecht verteilen müsse, hat den Gong noch nicht gehört.

Zitat:
Das Gerede von der Arbeit als einzigem Sinnstifter unserer Existenz ist ein "Herrschaftsinstrument", wie Ralf Dahrendorf schon vor mehr als zwei Jahrzehnten erkannte: Nicht um die Arbeit gehe es den Machthabern, sondern um sich selbst, um die Möglichkeit, den Reichtum der Bürger so zu verteilen, wie es ihnen passt. Deshalb sind die Mächtigen um die Arbeit besorgt, sagt Dahrendorf: "Wenn sie ausgeht, verlieren die Herren der Arbeitsgesellschaft das Fundament ihrer Macht."


Menschen, die ständig arbeiten müssen, reden sich ihre Welt gern schön. Sie wollen, was sie sollen. Die Sklaven machen sich ein Bewusstsein, das ihrer Befindlichkeit entspricht.

Die Schweiz hat nun beschlossen, dass es einen Volksentscheid über das bedingungslose Grundeinkommen geben wird. Mal sehen, wie "verrückt" die Schweizer sind.

#78:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 12.12.2013, 13:34
    —
jetzt sitzt vor dem ehrenwerten großkaufmannsladen oder von mir aus konzern "netto" auch schon so ein südeuropäischer hungerleider rum. relativ jung. nicht mal mehr in ruhe einkaufen kann man.
naja, lange wird er es sowieso nicht machen. der laden befindet sich an einer sehr stark befahrenen strasse, die luft ist total verpestet. da holt er sich krebs oder eine copd oder noch was anderes. wenn er glück hat 20 euro.
der hockt auf dem boden bei der kälte statt zu arbeiten oder sein land aufzubauen. wo er doch so ein vorbildliches beispiel vor augen hat- netto.
ehrenwerte karrieren, die die gesellschaft voranbringen und damit jeden einzelnen, oder umgekehrt.
nun ja, es dauert zwar ein bisschen, aber bald ist der penner tot, abgekratzt. wie viele andere auch.
oh pardon, ist das jetzt menschenunwürdig? oder sagt man sowas einfach nur nicht?
ist doch völlig egal. ob ich hier nichts schreibe, hunderte einlassungen tätige, ihn assi, schmarotzer oder armen teufel nenne oder mir überlege, was ihm wohl passiert sein möge.
da glotzt man im kino filme über schicksale, ist berührt, kanns verstehen... dem, der da sitzt, ist ja auch was widerfahren aber nein, das ist ja kein mensch wie man selbst, die rumänen haben doch keine gefühle....
man latscht vorbei. ekelhaft.
laber laber laber.
und wenn er dann ins krankenhaus kommt, dann hat er eine schwere, so richtig bösartige, restistente tbc mit der er schon ewig rumläuft und die leute in der u-bahn angesteckt hat. tja.
deswegen sollte sein schicksal auch wichtig sein.

das gilt übrigens auch für die nutten. oh pardon sexworker.

Neuer WHO Bericht: Resistente Tuberkulose eine große Herausforderung
https://www.one.org/de/blog/2013/10/29/neuer-who-bericht-resistente-tuberkulose-eine-grosse-herausforderung/

#79: Re: Freiheit der Arbeit oder des Menschen? Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 12.12.2013, 19:19
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
Das Verschwinden von Arbeitsplätzen ist kein Fluch, sondern ein Segen.

Aber nicht unter diesen gesellschaftlichen Verhältnissen. Wobei ich natürlich schon mitbekommen habe, dass du materielles Elend geradezu glorifizierst.

#80:  Autor: sünnerklaasWohnort: Da, wo noch Ruhe ist BeitragVerfasst am: 14.12.2013, 12:19
    —
Hier gibt es einen sehr interessanten Artikel zum Thema Einwanderung von Arbeitskräften in die Schweiz:


Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen viele Menschen

Sehr interessant ist dabei dieser Abschnitt:

Zitat:
Um es unmissverständlich zu sagen: Die Schweizer Wirtschaft ist auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen, auf hoch qualifizierte, aber auch auf weniger gut qualifizierte. Das Anliegen ist legitim, und es ist im Interesse der überwiegenden Mehrheit unserer Bevölkerung. Dass unsere Wirtschaft blüht, hat auch damit zu tun, dass wir innert nützlicher Frist talentierte Leute aus dem Ausland anwerben können – im Übrigen nicht nur aus Deutschland oder England, sondern eben auch aus Amerika oder Israel. Alle wissen, dass uns die Personenfreizügigkeit mit Bulgarien (oder Kroatien) dagegen kaum etwas bringt, auch das ist ein Kompromiss, den man mit der EU geschlossen hat. Doch das muss nicht in Stein gemeisselt bleiben. Es gibt ein Leben nach der EU.

Ich habe lange die freie Personenfreizügigkeit mit der EU unterstützt, und ich tue es im Prinzip nach wie vor. Was aber derzeit in der Realität abläuft, ist nicht nachhaltig. Dieses angeblich liberale Regime, das tatsächlich einen internen ­EU-Arbeitsmarkt gegen aussen abschottet und uns zwingt, die Opfer der verfehlten Euro-Politik im Süden Europas unbeschränkt aufzunehmen, ist politisch auf längere Sicht nicht zu halten. Unsere Bevölkerung macht das nicht mit. Längst sind die unerwünschten Nebenwirkungen zu augenfällig.


Die Situation in Deutschland ist ähnlich. Nur kann man es hier nicht wagen, derartigen Klartext zu sprechen - viel zu viele Inländer profitieren nämlich erheblich von der Zuwanderung aus Südosteurpa. Von dort kommen die billigen und z.T. gut ausgebildeten Arbeitskräfte, die man immer haben wollte. Dies hat man aber nicht gewagt, auszusprechen, dass man allein darauf abzielte - v.a. nachdem klar wurde, dass Niedrigstlöhne und Zeitarbeit in Verbindung mit der Aufstockerei auf längere Sicht keine Zukunft haben. Der Ball liegt bei den Arbeitgebern und deren Wirtschaftsverbänden. Die waren's doch, die vehement auf das Öffnen der Grenzen pochten, um das Arbeitskräfterevervoir und die Absatzmärkte zu erschließen.

#81:  Autor: Uriziel BeitragVerfasst am: 15.12.2013, 01:54
    —
step hat folgendes geschrieben:

Wo fängt Manipulation an, illegitim zu werden?


" Sobald es um Kohle/Geld geht ", wage ich mal zu behaupten ... ... ... also überall im Kapitalismus.

#82:  Autor: Kival BeitragVerfasst am: 15.12.2013, 02:36
    —
step hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen sich frei und gewollt für etwas entscheiden und nicht genötigt oder oder von Angst getrieben handeln.
Sehe ich auch so. Angsterzeugung ist Gift in der Werbung. Und grundsätzlich sowieso eine fragwürdige Methode.
Versicherungen arbeiten seit Jahrzehnte damit.

Spricht man die Angst an oder das Sicherheitsbedürfnis? Wo fängt Manipulation an, illegitim zu werden?


Ich finde fast immer. Halt nicht unbedingt illegal.

#83:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 16.12.2013, 11:21
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
jetzt sitzt vor dem ehrenwerten großkaufmannsladen oder von mir aus konzern "netto" auch schon so ein südeuropäischer hungerleider rum. relativ jung. nicht mal mehr in ruhe einkaufen kann man.
...


Früher hießen Läden, die heute die Namen großer Discounter tragen, noch sehr korrekt "Kolonialwaren". Man hätte schon damals organisieren müssen, dass diejenigen, welche für uns sterben, das dort tun, wo wir einkaufen. So wären uns auch heute die versteckten Kosten unseres Wohlstands bewusst.

#84:  Autor: herzgeist BeitragVerfasst am: 20.12.2013, 15:48
    —
Gestern gesehen:

Zitat:
Rollstuhlfahrer: Wie der Staat Behinderte arm hält

von Tamara Anthony

Nancy Poser hat im Job viel erreicht. Sie ist Richterin am Amtsgericht in Trier. Eine Überfliegerin nennen sie viele. Jura-Prädikatsexamen, 1,0 im Abitur. Jedem anderen stünde damit eine tolle Karriere bevor. Bei Nancy Poser ist das anders: Denn die Richterin hat Muskelschwäche, braucht 24 Stunden am Tag Hilfe. Doch diese Assistenz im Alltag muss sie quasi selbst bezahlen. Ihr Richtergehalt wird dafür herangezogen. Nur etwas mehr als ein Sozialhilfeempfänger darf sie behalten.

Auch darf sie kein Geld ansparen oder erben. Sobald sie mehr als 2.600 Euro auf dem Konto hat, wird ihr das abgezogen und für die krankheitsbedingte Hilfe verwendet. "Was mich am meisten stört ist, egal was ich im Leben mache, egal wie sehr ich mich anstrenge, ich werde nicht die Chancen haben, die ein anderer Mensch hat", sagt Nancy Poser. Obwohl sie also einen guten Job hat, wird sie nie Geld zurücklegen können für große Ausgaben wie etwa eine Kreuzfahrt, Reparaturen an der Wohnung oder für die Altersvorsorge. (...)

(Quelle: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2013/behinderte117.html)

Die Richterin sagte im Video sinngemäß, wenn sie sich einfach den ganzen Tag auf die Terrasse legen würde, hätte sie summa summarum im Monat genau soviel Geld zum Leben wie bei ihrem derzeitigen Job, ohne dass sich ihr Leben ändern würde, weil dann das Sozialamt alles übernehmen müsste.
Stellt sich mir die Frage, wie weit es wirklich ernst gemeint ist mit der Gleichstellung dieser Gruppe von Behinderten, wenn es für sie finanziell betrachtet keinen Sinn macht, ihre Arbeit auch auszuüben.

#85:  Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 20.12.2013, 17:12
    —
herzgeist hat folgendes geschrieben:
....
Stellt sich mir die Frage, wie weit es wirklich ernst gemeint ist mit der Gleichstellung dieser Gruppe von Behinderten, wenn es für sie finanziell betrachtet keinen Sinn macht, ihre Arbeit auch auszuüben.

Frag einen Arbeitslosen, und er wird dir erzählen, dass Arbeiten mehr als einen finanziellen Sinn hat, Arbeiten ist eine Teilhabe an der Gesellschaft. Das wird der Frau ermöglicht. Und das ist die Gleichstellung, um die es geht. Was sie bekommt, ist die Grundsicherung, die bei ihr die Kosten für einen Pfleger beinhaltet, und es ist dann genauso wie bei allen anderen, die die staatliche Grundsicherung in Anspruch nehmen, die auch erst dann "Reichtümer" ansammeln können, wenn die eigenen Einnahmen über diese Grundsicherung hinaus gehen. Das ist Gleichstellung. Gleichstellung kann nicht heißen: Der Staat ermöglicht dir deine finanziellen Träume.

Sie hat sich dabei einen Job ausgesucht, in dem man auch ohne Behinderung nicht wirklich reich wird. Wenn sie sich selbständig machte, könnte sie in die Gelegenheit kommen, soviel zu verdienen, dass trotz ihrer Ganztagespflege noch Geld zum Zurücklegen bliebe.

fwo

#86:  Autor: immanuela BeitragVerfasst am: 20.12.2013, 18:44
    —

#87:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 20.12.2013, 18:53
    —
immanuela hat folgendes geschrieben:


Richtig. Freiheit gibt es nur unter Gleichen. Das scheint unserem Bundespräsi, dem alten Gauckler, noch nicht aufgefallen zu sein. Der faselt immer von Freiheit...

#88:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 20.12.2013, 19:01
    —
Dorian hat folgendes geschrieben:
immanuela hat folgendes geschrieben:


Richtig. Freiheit gibt es nur unter Gleichen. Das scheint unserem Bundespräsi, dem alten Gauckler, noch nicht aufgefallen zu sein. Der faselt immer von Freiheit...


Freiheit ist nicht nur, tun zu können was man will, sondern gemeinsam auch die Mittel zu haben, um die Ziele zu erreichen, die man zur gemeinsamen Freude und in Freundschaft erreichen will.

Sehr schönes Bild, immanuela!

#89:  Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 22.12.2013, 18:50
    —
herzgeist hat folgendes geschrieben:
Gestern gesehen:

Zitat:
Rollstuhlfahrer: Wie der Staat Behinderte arm hält

von Tamara Anthony

Nancy Poser hat im Job viel erreicht. Sie ist Richterin am Amtsgericht in Trier. Eine Überfliegerin nennen sie viele. Jura-Prädikatsexamen, 1,0 im Abitur. Jedem anderen stünde damit eine tolle Karriere bevor. Bei Nancy Poser ist das anders: Denn die Richterin hat Muskelschwäche, braucht 24 Stunden am Tag Hilfe. Doch diese Assistenz im Alltag muss sie quasi selbst bezahlen. Ihr Richtergehalt wird dafür herangezogen. Nur etwas mehr als ein Sozialhilfeempfänger darf sie behalten.

Auch darf sie kein Geld ansparen oder erben. Sobald sie mehr als 2.600 Euro auf dem Konto hat, wird ihr das abgezogen und für die krankheitsbedingte Hilfe verwendet. "Was mich am meisten stört ist, egal was ich im Leben mache, egal wie sehr ich mich anstrenge, ich werde nicht die Chancen haben, die ein anderer Mensch hat", sagt Nancy Poser. Obwohl sie also einen guten Job hat, wird sie nie Geld zurücklegen können für große Ausgaben wie etwa eine Kreuzfahrt, Reparaturen an der Wohnung oder für die Altersvorsorge. (...)

(Quelle: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2013/behinderte117.html)

Die Richterin sagte im Video sinngemäß, wenn sie sich einfach den ganzen Tag auf die Terrasse legen würde, hätte sie summa summarum im Monat genau soviel Geld zum Leben wie bei ihrem derzeitigen Job, ohne dass sich ihr Leben ändern würde, weil dann das Sozialamt alles übernehmen müsste.
Stellt sich mir die Frage, wie weit es wirklich ernst gemeint ist mit der Gleichstellung dieser Gruppe von Behinderten, wenn es für sie finanziell betrachtet keinen Sinn macht, ihre Arbeit auch auszuüben.


Oft ist es die Not, welche Menschen Wahrheiten erkennen lässt. Diese Richterin erfährt täglich, dass Recht und Gerechtigkeit selten zusammenkommen.
Dass wir in einem "Rechtsstaat" leben, hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Eher mit bürokratisch verbrämter Ungerechtigkeit.

#90:  Autor: herzgeist BeitragVerfasst am: 26.12.2013, 05:44
    —
Mir ist schon klar, dass eine 24-Stunden-Betreuung eine Menge Geld kostet. Aber ich empfinde es nicht als gerecht, dass jemand, der Vollzeit arbeitet und ohne eigenes Verschulden hohe monatliche Pflegekosten aufbringen muss, keinen Unterschied spürt, ob er nun 60 Stunden in der Woche arbeitet oder 20 oder 0. Würde es nicht z.B. reichen, wenn 80-90% des Einkommens zur Bewältigung der Pflegekosten herangezogen würden? So bliebe wenigstens noch ein kleiner "Mehrgewinn", und die finanzielle Motivation, auch in der Zukunft weiterhin zu arbeiten, würde wenigstens nicht völlig untergraben. Diese Regelung müsste natürlich dann auch für alle anderen Berufsgruppen getroffen werden.

#91:  Autor: Waschmaschine777 BeitragVerfasst am: 26.12.2013, 09:07
    —
herzgeist hat folgendes geschrieben:
Aber ich empfinde es nicht als gerecht, dass jemand, der Vollzeit arbeitet und ohne eigenes Verschulden hohe monatliche Pflegekosten aufbringen muss, keinen Unterschied spürt, ob er nun 60 Stunden in der Woche arbeitet oder 20 oder 0.


Ein Unterschied ist schon da:
Zitat:
Nur etwas mehr als ein Sozialhilfeempfänger darf sie behalten.


Man müsste halt wissen, wie viel dieses "etwas mehr" ist.

#92:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 26.12.2013, 11:51
    —
Nehmt mal eine Familie, die von Sozialhilfe lebt. Da nimmt ein Kind einen Ferienjob an und verdient sich 200 Euro. Anschließend kommt das Amt und nimmt dem Kind die 200 Euro weg. Wahr und gewiß: Unser Staat beraubt Kinder und bereichert sich an ihnen.

Ich meine, man sollte den Sozialhilfeempfängern erlauben, dazu zu verdienen, und zwar bis zur Höhe eines ihrer jeweiligen Qualifikation entsprechenden Vollzeitjobs und erst dann abschöpfen, wenn sie darüber kommen sollten. Vielleicht könnte dann so manch einer die Raten für sein Häuschen weiter bezahlen. Der Wirtschaft täte es gut, denn da wäre dann mehr Kaufkraft da.

#93:  Autor: NoReply BeitragVerfasst am: 29.12.2013, 11:18
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Nehmt mal eine Familie, die von Sozialhilfe lebt. Da nimmt ein Kind einen Ferienjob an und verdient sich 200 Euro. Anschließend kommt das Amt und nimmt dem Kind die 200 Euro weg. Wahr und gewiß: Unser Staat beraubt Kinder und bereichert sich an ihnen.

Ich meine, man sollte den Sozialhilfeempfängern erlauben, dazu zu verdienen, und zwar bis zur Höhe eines ihrer jeweiligen Qualifikation entsprechenden Vollzeitjobs und erst dann abschöpfen, wenn sie darüber kommen sollten. Vielleicht könnte dann so manch einer die Raten für sein Häuschen weiter bezahlen. Der Wirtschaft täte es gut, denn da wäre dann mehr Kaufkraft da.


Verstehe ich nicht ganz. Du meinst wenn man einen Beruf mit einem Durchschnittsgehalt von 3000€ hat, soll man, solange man unter 3000€ ist, Sozialhilfe bekommen? Aber wenn man einen Beruf mit einem Durchschnittsgehalt von 1400€ gelernt hat, soll man nur bis 1400€ Sozialhilfe bekommen? Lehne ich ab, aber wahrscheinlich habe ich dich falsch verstanden.

#94:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 29.12.2013, 11:57
    —
NoReply hat folgendes geschrieben:

Verstehe ich nicht ganz. Du meinst wenn man einen Beruf mit einem Durchschnittsgehalt von 3000€ hat, soll man, solange man unter 3000€ ist, Sozialhilfe bekommen? Aber wenn man einen Beruf mit einem Durchschnittsgehalt von 1400€ gelernt hat, soll man nur bis 1400€ Sozialhilfe bekommen? Lehne ich ab, aber wahrscheinlich habe ich dich falsch verstanden.

Ne, ich denke das ungefähr so:
Da verdient also einer 3tausend Euro im Monat. Er wird arbeitslos und kriegt die übliche Stütze, AG oder was auch immer. Aber nun, solange er also arbeitlos ist, sollte man ihm erlauben, mit irgendwelchen Jobs was dazu zu verdienen. Und erst, wenn er insgesamt über sein früheres Gehalt kommt, zwackt man ihm das am AG ab.
Vor allem finde ich es blödsinnig, Unterstützungsempfänger zu bestrafen, wenn sie nicht faul rumliegen wollen und lieber irgendwas arbeiten.

#95:  Autor: Tom der Dino BeitragVerfasst am: 29.12.2013, 12:24
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
NoReply hat folgendes geschrieben:

Verstehe ich nicht ganz. Du meinst wenn man einen Beruf mit einem Durchschnittsgehalt von 3000€ hat, soll man, solange man unter 3000€ ist, Sozialhilfe bekommen? Aber wenn man einen Beruf mit einem Durchschnittsgehalt von 1400€ gelernt hat, soll man nur bis 1400€ Sozialhilfe bekommen? Lehne ich ab, aber wahrscheinlich habe ich dich falsch verstanden.

Ne, ich denke das ungefähr so:
Da verdient also einer 3tausend Euro im Monat. Er wird arbeitslos und kriegt die übliche Stütze, AG oder was auch immer. Aber nun, solange er also arbeitlos ist, sollte man ihm erlauben, mit irgendwelchen Jobs was dazu zu verdienen. Und erst, wenn er insgesamt über sein früheres Gehalt kommt, zwackt man ihm das am AG ab.


Damit vergesellschaftest du wieder das Gehalt. Arbeitgeber werden fragen, was man denn vorher verdient hat. Dann gibt es gerade soviel, dass man nicht über die Grenze kommt. Der Arbeitgeber bekommt eine volle Arbeitskraft, für die er nur um und bei 30% des eigentlichen Gehaltes bezahlen muss. Oder versteh ich dich falsch?

#96:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 29.12.2013, 18:30
    —
Tom der Dino hat folgendes geschrieben:
Damit vergesellschaftest du wieder das Gehalt. Arbeitgeber werden fragen, was man denn vorher verdient hat. Dann gibt es gerade soviel, dass man nicht über die Grenze kommt. Der Arbeitgeber bekommt eine volle Arbeitskraft, für die er nur um und bei 30% des eigentlichen Gehaltes bezahlen muss. Oder versteh ich dich falsch?

Ist doch nur so eine Idee. Mir geht es darum, daß ich es für falsch halte, Hilfe-Empfänger gewaltsam auf ihrem Level festzuhalten und sie quasi bestraft, wenn sie ihre materielle Lage zu verbessern versuchen.
Falsch ist auf jeden Fall der Zustand, daß einer, wenn er arbeiten geht, keinen Cent mehr bekommt als wenn er auf der sozialen Hängematte liegenbleibt. Da muß man schon verdammt blöd sein oder sich gräßlich langweilen.
Und noch falscher ist, wenn man die Familienangehörigen beraubt.
War da nicht mal was, wo es darum geht, ob ein Hilfeempfänger bei einer Freundin wohnt oder sie nur ab und zu besucht? Je nachdem muß die dann für ihn blechen. Da haben die Fürsorge-Schnüffler schon im Kleiderschrank nachgesehen und ob im Badezimmer zwei Zahnbürsten sind.

#97:  Autor: MisterfritzWohnort: badisch sibirien BeitragVerfasst am: 29.12.2013, 18:38
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Tom der Dino hat folgendes geschrieben:
Damit vergesellschaftest du wieder das Gehalt. Arbeitgeber werden fragen, was man denn vorher verdient hat. Dann gibt es gerade soviel, dass man nicht über die Grenze kommt. Der Arbeitgeber bekommt eine volle Arbeitskraft, für die er nur um und bei 30% des eigentlichen Gehaltes bezahlen muss. Oder versteh ich dich falsch?

Ist doch nur so eine Idee. Mir geht es darum, daß ich es für falsch halte, Hilfe-Empfänger gewaltsam auf ihrem Level festzuhalten und sie quasi bestraft, wenn sie ihre materielle Lage zu verbessern versuchen.
Falsch ist auf jeden Fall der Zustand, daß einer, wenn er arbeiten geht, keinen Cent mehr bekommt als wenn er auf der sozialen Hängematte liegenbleibt. Da muß man schon verdammt blöd sein oder sich gräßlich langweilen.

das stimmt ja auch nicht ganz so.
wenn ein hartz-IV empfänger einen 450€ job annimmt, bleiben ihm davon 170€.

#98:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 29.12.2013, 18:47
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Nehmt mal eine Familie, die von Sozialhilfe lebt. Da nimmt ein Kind einen Ferienjob an und verdient sich 200 Euro. Anschließend kommt das Amt und nimmt dem Kind die 200 Euro weg. Wahr und gewiß: Unser Staat beraubt Kinder und bereichert sich an ihnen.

Ich meine, man sollte den Sozialhilfeempfängern erlauben, dazu zu verdienen, und zwar bis zur Höhe eines ihrer jeweiligen Qualifikation entsprechenden Vollzeitjobs und erst dann abschöpfen, wenn sie darüber kommen sollten. Vielleicht könnte dann so manch einer die Raten für sein Häuschen weiter bezahlen. Der Wirtschaft täte es gut, denn da wäre dann mehr Kaufkraft da.



Das ist nicht nur Diebstahl, sondern es transportiert darueberhinaus noch die falsche Botschaft an das Kind: "Arbeiten lohnt sich nicht!"

Und dann wundert man sich, dass die Kinder von Sozialhilfeempfaengern hinterher selbst "Sozialhilfekarrieren" einschlagen. Mit den Augen rollen

#99:  Autor: Tom der Dino BeitragVerfasst am: 29.12.2013, 18:50
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Tom der Dino hat folgendes geschrieben:
Damit vergesellschaftest du wieder das Gehalt. Arbeitgeber werden fragen, was man denn vorher verdient hat. Dann gibt es gerade soviel, dass man nicht über die Grenze kommt. Der Arbeitgeber bekommt eine volle Arbeitskraft, für die er nur um und bei 30% des eigentlichen Gehaltes bezahlen muss. Oder versteh ich dich falsch?

Ist doch nur so eine Idee. Mir geht es darum, daß ich es für falsch halte, Hilfe-Empfänger gewaltsam auf ihrem Level festzuhalten und sie quasi bestraft, wenn sie ihre materielle Lage zu verbessern versuchen.
Falsch ist auf jeden Fall der Zustand, daß einer, wenn er arbeiten geht, keinen Cent mehr bekommt als wenn er auf der sozialen Hängematte liegenbleibt. Da muß man schon verdammt blöd sein oder sich gräßlich langweilen.
Und noch falscher ist, wenn man die Familienangehörigen beraubt.
War da nicht mal was, wo es darum geht, ob ein Hilfeempfänger bei einer Freundin wohnt oder sie nur ab und zu besucht? Je nachdem muß die dann für ihn blechen. Da haben die Fürsorge-Schnüffler schon im Kleiderschrank nachgesehen und ob im Badezimmer zwei Zahnbürsten sind.


Deswegen habe ich die letzten zwei Zeilen nicht mitzitiert, denn darin sind wir uns einig.

#100:  Autor: NoReply BeitragVerfasst am: 30.12.2013, 16:14
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ist doch nur so eine Idee. Mir geht es darum, daß ich es für falsch halte, Hilfe-Empfänger gewaltsam auf ihrem Level festzuhalten und sie quasi bestraft, wenn sie ihre materielle Lage zu verbessern versuchen.
Falsch ist auf jeden Fall der Zustand, daß einer, wenn er arbeiten geht, keinen Cent mehr bekommt als wenn er auf der sozialen Hängematte liegenbleibt. Da muß man schon verdammt blöd sein oder sich gräßlich langweilen.


Das sehe ich genau so. Aber meines Wissens tut man das jetzt schon. Soweit ich weiß wird das Gehalt zu 75% auf die Sozialhilfe aufgerechnet und arbeiten lohnt sich immer. Ich finde das eigentlich ok so, auch wenn man die 75% vielleicht noch senken könnte.

Was ich ablehne ist die Sozailhilfe vom früheren Abkommen abhängig zu machen, da sie meiner Meinung nach der Existenzsicherung dienen soll und nicht der Sicherung des Lebensstandards.

Als Beispiel:
Wenn jemand früher 3000 € verdient hat und seine Arbeit verloren hat und jetzt 2000€ verdient müsste er ja nach deinem Vorschlag Sozialhilfe bekommen.

Der, der schon immer 1800€ verdient hat bekommt keine.

Warum soll man das Geld von dem mit 1800€ an den mit 2000€ sozial umverteilen? Fände ich ungerecht.

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Und noch falscher ist, wenn man die Familienangehörigen beraubt.
War da nicht mal was, wo es darum geht, ob ein Hilfeempfänger bei einer Freundin wohnt oder sie nur ab und zu besucht? Je nachdem muß die dann für ihn blechen. Da haben die Fürsorge-Schnüffler schon im Kleiderschrank nachgesehen und ob im Badezimmer zwei Zahnbürsten sind.


Liegt meines Wissens daran, dass Eheleute auch für einander aufkommen müssen und wenn dies bei Paaren ohne Trauschein anders wäre, wäre dies eine Benachteiligung der Ehe und damit verfassungswidrig nach Artikel 6 Absatz 1:
Zitat:
Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.


Finde ich auch falsch.

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Nehmt mal eine Familie, die von Sozialhilfe lebt. Da nimmt ein Kind einen Ferienjob an und verdient sich 200 Euro. Anschließend kommt das Amt und nimmt dem Kind die 200 Euro weg. Wahr und gewiß: Unser Staat beraubt Kinder und bereichert sich an ihnen.

Ich meine, man sollte den Sozialhilfeempfängern erlauben, dazu zu verdienen, und zwar bis zur Höhe eines ihrer jeweiligen Qualifikation entsprechenden Vollzeitjobs und erst dann abschöpfen, wenn sie darüber kommen sollten. Vielleicht könnte dann so manch einer die Raten für sein Häuschen weiter bezahlen. Der Wirtschaft täte es gut, denn da wäre dann mehr Kaufkraft da.



Das ist nicht nur Diebstahl, sondern es transportiert darueberhinaus noch die falsche Botschaft an das Kind: "Arbeiten lohnt sich nicht!"

Und dann wundert man sich, dass die Kinder von Sozialhilfeempfaengern hinterher selbst "Sozialhilfekarrieren" einschlagen. Mit den Augen rollen


Das wiederum war mir so nicht bekannt und lehne ich auch ab.

#101: Vollbeschäftigung Autor: Dorian BeitragVerfasst am: 09.02.2014, 10:12
    —
Vollbeschäftigung ist möglich! Man muss nur ganz dolle wollen. Ganz dolle.
Dieser 7 Minuten lange Film erhielt über 100 internationale Auszeichnungen:

http://vimeo.com/32966847

#102:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 07.01.2016, 13:23
    —
http://www.der-postillon.com/2010/03/forbes-liste-der-armsten-menschen-der.html#at_pco=smlrebv-1.0&at_si=568e56e603141609&at_ab=per-12&at_pos=0&at_tot=8

Forbes-Liste der ärmsten Menschen der Welt von Mann aus Sierra Leone angeführt


ergänzend:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bill-gates-reichster-mensch-laut-forbes-a-1021404.html

#103:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 07.01.2016, 13:42
    —
Traurig

#104:  Autor: AlchemistWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 07.01.2016, 13:56
    —
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
Traurig


Warum?

#105:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 07.01.2016, 14:15
    —
wegen der modernen Sklaverei

#106:  Autor: lucWohnort: Nice. Paris. Köln BeitragVerfasst am: 07.01.2016, 17:06
    —
Die digitale Revolution hat vor ein paar Jahren angefangen und die massive Veränderungen haben wir noch vor uns. Viele Berufe werden einfach verschwinden.(auch im Dienstleistungssektor) Die Arbeit wird sehr knapp werden und wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, die eine neue Beziehung zur Arbeit erfordern. Um so erstaunlicher ist es, von der Wirtschaft zu hören, dass Europa und Deutschland eine massive Einwanderung braucht. Wofür? Um die Löhne noch mehr nach unten zu drücken? Um noch mehr Druck auf die Arbeiter und Angestellten auszuüben?
Ein Deutschland mit 60 Millionen anstatt 82 Millionen Einwohnern wäre keine Katastrophe, Es ist nur eine Frage der Umorganisation. Unsere Politiker denken oft in Kategorien des 20 Jahrhunderts, falls sie überhaupt denken und eine Vision haben, die über die nächsten Wahlen hinausgeht.

#107:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 07.01.2016, 17:37
    —
luc hat folgendes geschrieben:
Die digitale Revolution hat vor ein paar Jahren angefangen und die massive Veränderungen haben wir noch vor uns. Viele Berufe werden einfach verschwinden.(auch im Dienstleistungssektor) Die Arbeit wird sehr knapp werden und wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, die eine neue Beziehung zur Arbeit erfordern. Um so erstaunlicher ist es, von der Wirtschaft zu hören, dass Europa und Deutschland eine massive Einwanderung braucht. Wofür? Um die Löhne noch mehr nach unten zu drücken? Um noch mehr Druck auf die Arbeiter und Angestellten auszuüben?
Ein Deutschland mit 60 Millionen anstatt 82 Millionen Einwohnern wäre keine Katastrophe, Es ist nur eine Frage der Umorganisation. Unsere Politiker denken oft in Kategorien des 20 Jahrhunderts, falls sie überhaupt denken und eine Vision haben, die über die nächsten Wahlen hinausgeht.

Das in den kommenden ~30 Jahren die Arbeit der meisten Menschen nicht mehr gebraucht werde könnte(bei der aktuellen Entwicklung von Robotik etc) ist wohl bei vielen noch nicht wirklich angekommen.

Aber noch funktioniert das bisherige System für viele, und Politiker werden auch gewählt um das bisherige System zu stützen.

Irgendwann müssten sich Landesfürsten dann aber fragen was sie wollen: am längsten das alte System aufrecht halten gegen andere Länder(immer härterer Verdrängungs-Kampf um Aufträge die Gelderwerbsplätze erhalten), oder sich dem neuen stellen.

#108:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 07.01.2016, 17:51
    —
Ich halte nichts von diese Panikmache.

#109:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 07.01.2016, 17:55
    —
NoReply hat folgendes geschrieben:
Was ich ablehne ist die Sozailhilfe vom früheren Abkommen abhängig zu machen, da sie meiner Meinung nach der Existenzsicherung dienen soll und nicht der Sicherung des Lebensstandards.
Als Beispiel:
Wenn jemand früher 3000 € verdient hat und seine Arbeit verloren hat und jetzt 2000€ verdient müsste er ja nach deinem Vorschlag Sozialhilfe bekommen.

Naja, Existenzsicherung: Bei diesem Beispiel wird sein Haus zwangsversteigert, weil er die Hypothek nicht mehr tilgen kann. Dafür muß er dann stattdessen Miete für eine kleine sündteure Wohnung bezahlen. So macht man Bettler.
Es gab da mal als Wahlparole "Eigentum für Alle" und "private Vermögensbildung" Heute gibt es Eigentum nur noch für die, die schon alles haben. Ich habe auch mal Geld vom Staat bekommen, weil ich einen Sparvertrag hatte. Das ist schon lange vergessen. Stattdessen wird Eigentum mehr und mehr nach oben hin verlagert: Das Eigentum, das jener sich geschaffen (der Teil des Hauses, der schon bezahlt ist) hat wird ihm brutal und entschädigungslos weggenommen, denn die Bude geht natürlich für einen Pappenstiel weg.
Was absurd ist: Ein Hilfeempfänger wird gezwungen, einer zu bleiben: Nimmt er einen geringer bezahlten Job an, verliert er zumindest teilweise die soziale Hilfe und steht unterm Strich mit dem gleichen oder gar weniger Einkommen da. Er wird also bestraft, wenn er das tut, statt weiter auf der Couch sitzen zu bleiben, er wird gewissermaßen gezwungen, für nichts zu arbeiten.

Sowas geht auch ohne daß einer arbeitslos wird. Es ist ein beliebter Trick bei den Banken und Sparkassen, einem Kunden Kredite bezw. Hypotheken aufzuschwatzen die der nicht tragen kann. Bei der dann erfolgenden Zwangsversteigerung des Hauses ergattert man dabei die Eigenleistung, die der Geprellte am Anfang erbrachte. Denn das Haus bringt ja nie den tatsächlichen Wert. Oft ist das Haus weg, aber die Schulden sind immer noch da.

#110:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 07.01.2016, 18:21
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich halte nichts von diese Panikmache.

Wieso Panikmache? Nur (mögliche?) kommende neue Umstände mit denen man umgehen müsste.

Wenn du dir in 10 evtl 15 Jahren ein Taxi rufst könnte da kein Mensch als Fahrer mehr drinsitzen. Und wenn du in einen Supermarkt gehst wirst du vielleicht kaum noch eine Kassiererin antreffen.
Und wenn du in 30 Jahren zu einem Zahnarzt gehst und das ist ein Roboter, der das so gut macht wie einer aus 'Fleisch und Blut'? Ist das alles ein Grund für Panik? Die Gesellschaft muß sich auf die neuen Realitäten einstellen.

#111:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 11:56
    —
Nur langsam, so einfach ist das nicht. Da müßte die Elektronik erst mal zuverlässiger werden.
Mein relativ neuer Fernseher zum Beispiel kann abstürzen - genau so wie wir das von unseren Computern kennen. Da muß ich ihm für zwei Minuten den Stecker ziehen, dann tut er's wieder. Damit besitzt er eine Fehlerquelle, die es bei den alten primitiven analogen Röhrenkisten nicht gab.
Genau das gleiche passierte vorgestern mit meinem Ultraschallreiniger. Ist eigentlich nur ein Topf mit einem Vibrator im dicken Boden, aber Elektronik hat er auch. Der schaltete nach zwei Sekunden immer wieder ab. Wie beim Fernseher gings da auch: Stecker raus, etwas warten, Stecker rein und es läuft wieder. Ähnliches habe ich auch schon zweimal beim Flaschenpfand-Automaten im Supermarkt erlebt. Gibt's schon die elektronische Büroklammer?
Es ist übrigens wenig bekannt, welchen Ärger die umfangreichen Elektroniken der ICEs der Deutschen Bahn schon gemacht haben - und immer wieder mal machen. Das erinnert sehr an den bekannten Vorgang im PC, wenn der Zug bis zum völligen Stillstand gebracht werden muß und dann neu starten kann. Und dann hat er Verspätung, kennt man ja.
Ich habe mal mit viel Schadenfreude zugesehen, wie ein simpler Lokalbahnzug nicht aus dem Ulmer Bahnhof rauskam, weil er immer nach fünf Metern eine Vollbremsung machte. Nach dem dritten Versuch ging es dann. Bei einer Dampflokomotive gab es solchen Unfug nicht, die war zu primitiv für sowas.
Elektronik - pah. Ihr werdet euch noch wundern.

#112:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 19:06
    —
dampfloks waren auch nicht idiotensicher zu bedienen:


https://de.wikipedia.org/wiki/Kesselzerknall_in_Bitterfeld

Zitat:
Kesselzerknall in Bitterfeld
Der Kesselzerknall in Bitterfeld am 27. November 1977 war die bisher letzte Kesselexplosion einer Dampflokomotive in Deutschland. 9 Menschen starben.[Anm. 1]

#113:  Autor: Hebart BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 19:25
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Nur langsam, so einfach ist das nicht. Da müßte die Elektronik erst mal zuverlässiger werden.
Mein relativ neuer Fernseher zum Beispiel kann abstürzen - genau so wie wir das von unseren Computern kennen. Da muß ich ihm für zwei Minuten den Stecker ziehen, dann tut er's wieder. Damit besitzt er eine Fehlerquelle, die es bei den alten primitiven analogen Röhrenkisten nicht gab.
Genau das gleiche passierte vorgestern mit meinem Ultraschallreiniger. Ist eigentlich nur ein Topf mit einem Vibrator im dicken Boden, aber Elektronik hat er auch. Der schaltete nach zwei Sekunden immer wieder ab. Wie beim Fernseher gings da auch: Stecker raus, etwas warten, Stecker rein und es läuft wieder. Ähnliches habe ich auch schon zweimal beim Flaschenpfand-Automaten im Supermarkt erlebt. Gibt's schon die elektronische Büroklammer?
Es ist übrigens wenig bekannt, welchen Ärger die umfangreichen Elektroniken der ICEs der Deutschen Bahn schon gemacht haben - und immer wieder mal machen. Das erinnert sehr an den bekannten Vorgang im PC, wenn der Zug bis zum völligen Stillstand gebracht werden muß und dann neu starten kann. Und dann hat er Verspätung, kennt man ja.
Ich habe mal mit viel Schadenfreude zugesehen, wie ein simpler Lokalbahnzug nicht aus dem Ulmer Bahnhof rauskam, weil er immer nach fünf Metern eine Vollbremsung machte. Nach dem dritten Versuch ging es dann. Bei einer Dampflokomotive gab es solchen Unfug nicht, die war zu primitiv für sowas.
Elektronik - pah. Ihr werdet euch noch wundern.


Ach was, frage mal Piloten was die heute noch in ihren Kisten machen, das geht ziemlich schnell wie in Westworld, wo es nur ein paar Systemoperators brauchte, natürlich auch mal Kolleteralschaden, aber es gab ja trotzdem Futureworld zwinkern

Profit ist das Zauberwort und wenn Maschinen/Technologie billiger (und vor allem zuverlässiger, da folgsamer) sind/werden, dann ist es sonnenklar, wer/was zum Einsatz kommt. Die Frage was aus den übriggebliebenen Menschen wird, stellt @sehr gut zu recht.

#114:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 20:16
    —
luc hat folgendes geschrieben:
Die digitale Revolution hat vor ein paar Jahren angefangen und die massive Veränderungen haben wir noch vor uns. Viele Berufe werden einfach verschwinden.(auch im Dienstleistungssektor) Die Arbeit wird sehr knapp werden und wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, die eine neue Beziehung zur Arbeit erfordern. Um so erstaunlicher ist es, von der Wirtschaft zu hören, dass Europa und Deutschland eine massive Einwanderung braucht. Wofür? Um die Löhne noch mehr nach unten zu drücken? Um noch mehr Druck auf die Arbeiter und Angestellten auszuüben?
Ein Deutschland mit 60 Millionen anstatt 82 Millionen Einwohnern wäre keine Katastrophe, Es ist nur eine Frage der Umorganisation. Unsere Politiker denken oft in Kategorien des 20 Jahrhunderts, falls sie überhaupt denken und eine Vision haben, die über die nächsten Wahlen hinausgeht.


Ich glaube viele Leute wissen gar nicht wie schnell und tiefgreifend diese Veraenderungen sein werden. Gerade wird z.B. ueber die massenhafte Einfuehrung des fahrerlosen Autos diskutiert. Man redet davon, dass bereits 2030 der Autofahrer wie wir ihn kennen eine kleine Minderheit im Strassenverkehr sein wird. Taxifahrer, Busfahrer, LKW-Fahrer werden dann aussterbende Berufe sein. Und das ist nur ein Beispiel....

#115:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 20:28
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ich glaube viele Leute wissen gar nicht wie schnell und tiefgreifend diese Veraenderungen sein werden. Gerade wird z.B. ueber die massenhafte Einfuehrung des fahrerlosen Autos diskutiert. Man redet davon, dass bereits 2030 der Autofahrer wie wir ihn kennen eine kleine Minderheit im Strassenverkehr sein wird. Taxifahrer, Busfahrer, LKW-Fahrer werden dann aussterbende Berufe sein. Und das ist nur ein Beispiel....

Die Verkehrs-Mounties nicht vergessen zwinkern

(... wenn Autos so programmiert sind das sie StVO-konform fahren)

#116:  Autor: Hebart BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 20:35
    —
sehr gut hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ich glaube viele Leute wissen gar nicht wie schnell und tiefgreifend diese Veraenderungen sein werden. Gerade wird z.B. ueber die massenhafte Einfuehrung des fahrerlosen Autos diskutiert. Man redet davon, dass bereits 2030 der Autofahrer wie wir ihn kennen eine kleine Minderheit im Strassenverkehr sein wird. Taxifahrer, Busfahrer, LKW-Fahrer werden dann aussterbende Berufe sein. Und das ist nur ein Beispiel....

Die Verkehrs-Mounties nicht vergessen zwinkern

(... wenn Autos so programmiert sind das sie StVO-konform fahren)


Dann werde ich endlich mal wieder Fahrrad fahren, da bin ich schon sehr eigen zwinkern

#117:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 23:08
    —
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
dampfloks waren auch nicht idiotensicher zu bedienen:


https://de.wikipedia.org/wiki/Kesselzerknall_in_Bitterfeld

Zitat:
Kesselzerknall in Bitterfeld
Der Kesselzerknall in Bitterfeld am 27. November 1977 war die bisher letzte Kesselexplosion einer Dampflokomotive in Deutschland. 9 Menschen starben.[Anm. 1]

Interessant. Aber gegen Blödheit des Menschen ist auch die Elektronik machtlos. Diese Dampflokgeschichte erinnert mich fatal an die Vorgänge in Tschernobyl.

Na, vielleicht ist Windoofs 10 etwas sicherer?

#118:  Autor: CriticWohnort: Arena of Air BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 23:16
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Nur langsam, so einfach ist das nicht. Da müßte die Elektronik erst mal zuverlässiger werden.
Mein relativ neuer Fernseher zum Beispiel kann abstürzen - genau so wie wir das von unseren Computern kennen. Da muß ich ihm für zwei Minuten den Stecker ziehen, dann tut er's wieder. Damit besitzt er eine Fehlerquelle, die es bei den alten primitiven analogen Röhrenkisten nicht gab.
Genau das gleiche passierte vorgestern mit meinem Ultraschallreiniger. Ist eigentlich nur ein Topf mit einem Vibrator im dicken Boden, aber Elektronik hat er auch. Der schaltete nach zwei Sekunden immer wieder ab. Wie beim Fernseher gings da auch: Stecker raus, etwas warten, Stecker rein und es läuft wieder. Ähnliches habe ich auch schon zweimal beim Flaschenpfand-Automaten im Supermarkt erlebt. Gibt's schon die elektronische Büroklammer?
Es ist übrigens wenig bekannt, welchen Ärger die umfangreichen Elektroniken der ICEs der Deutschen Bahn schon gemacht haben - und immer wieder mal machen. Das erinnert sehr an den bekannten Vorgang im PC, wenn der Zug bis zum völligen Stillstand gebracht werden muß und dann neu starten kann. Und dann hat er Verspätung, kennt man ja.
Ich habe mal mit viel Schadenfreude zugesehen, wie ein simpler Lokalbahnzug nicht aus dem Ulmer Bahnhof rauskam, weil er immer nach fünf Metern eine Vollbremsung machte. Nach dem dritten Versuch ging es dann. Bei einer Dampflokomotive gab es solchen Unfug nicht, die war zu primitiv für sowas.
Elektronik - pah. Ihr werdet euch noch wundern.


Die meisten Zeiten haben natürlich ihre Vorzüge - und ihre Nachteile:

Manchmal, wenn mich z.B. Computer nerven, denke ich ja auch: Ja, auch zu Zeiten des Fin de siecle konnte man wahrscheinlich gediegen leben. Es gab jeden Tag die Zeitung, und wenn man jemandem schreiben wollte, tat es ein Brief - oder eben auch schon das Telegramm. Man mußte den Adressaten zwar kennen. Aber warum sollte man jemandem, den man nicht kennt, schreiben, wie es einem geht?

Aus katastrophistischer Sicht wurde auch schon sinniert, daß, gäbe es heutzutage einen ähnlichen Sonnensturm wie letztmals ca. 1850, unsere Zivilisation wohl zusammenbrechen würde - daß wir dann letztlich froh sein müßten, wenn wir uns auf dem Niveau halten könnten.


Allerdings gab es zu Zeiten vou Toulouse-Lautrec und Co. eben auch noch keine modernen Medis - viele von denen erst im 20.Jahrhundert oder erst mit Hilfe von Computern entwickelt wurden -, die Menschen konnten an einem Schnitt in den Finger sterben.

Und die Medien sind doch auch ziemlich tief in unseren Alltag eingedrungen: Neulich erzählte auch ein Kabarettist - in einer Radiosendung -, die Leute würden ihn immer so merkwürdig ansehen, wenn er erzählte, daß seine Freundin und er keinen Fernsehapparat hätten. Manchmal kann man es ja verstehen. Vieles ist Schmumpf, oder bestenfalls die x-te Wiederholung. - Ich habe ja auch schon etliche Abende mit einem Buch verbracht - und/oder mit einer Radiosendung. Und auch wenn man sagt, man sieht sich halt die Berichte oder Filme, die einen interessieren, dann am Rechner an, dann ist das ja auch in dem Sinne nur möglich, weil jemand zuvor die Idee hatte, solche Formate zu produzieren - fürs Fernsehen.

#119:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 23:27
    —
Tja, mit dem Stand der Medizin von 1950 wäre ich vor zehn Jahren (oder noch früher?) schon gestorben. Aber wenn ich diese zehn Jahre so betrachte, frage ich mich, ob's das wert war.

#120:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 23:48
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Tja, mit dem Stand der Medizin von 1950 wäre ich vor zehn Jahren (oder noch früher?) schon gestorben. Aber wenn ich diese zehn Jahre so betrachte, frage ich mich, ob's das wert war.

Ein Blick auf dein FGH-Anmeldedatum und die Frage lässt sich leichter beantworten Smilie

#121:  Autor: CriticWohnort: Arena of Air BeitragVerfasst am: 08.01.2016, 23:50
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Tja, mit dem Stand der Medizin von 1950 wäre ich vor zehn Jahren (oder noch früher?) schon gestorben. Aber wenn ich diese zehn Jahre so betrachte, frage ich mich, ob's das wert war.


Traurig



Ahriman hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
dampfloks waren auch nicht idiotensicher zu bedienen:


https://de.wikipedia.org/wiki/Kesselzerknall_in_Bitterfeld

Zitat:
Kesselzerknall in Bitterfeld
Der Kesselzerknall in Bitterfeld am 27. November 1977 war die bisher letzte Kesselexplosion einer Dampflokomotive in Deutschland. 9 Menschen starben.[Anm. 1]

Interessant. Aber gegen Blödheit des Menschen ist auch die Elektronik machtlos. Diese Dampflokgeschichte erinnert mich fatal an die Vorgänge in Tschernobyl.
Code:
http://666kb.com/i/d5d4rzuj80usstz1i.jpg

Na, vielleicht ist Windoofs 10 etwas sicherer?


Es hängt wohl davon ab, was der Anwendungszweck ist: Wenn es wirklich sicher sein soll, dann wird vemeintlich ein höherer Aufwand bei der Entwicklung der Software betrieben als bei Heimanwendersoftware.

Für den durchschnittlichen Heimanwender ist der Programmfehler oder Bluescreen halt ärgerlich (oder auch ggf. zum Verrücktwerden Argh), im Unternehmen kann so etwas aber zu wirtschaftlichen Verlusten führen - und bei sicherheitsrelevanten Anwendungen sogar Leben gefährdet werden. Und mit unterschiedlichen Ansprüchen ist ggf. auch unterschiedliche Software verbunden. Deshalb gab es dann ja Windows mit den diversen Multimediafeatures, unixoide Systeme oder Windows NT für diejenigen mit den Sicherheits- bzw. Produktivitätsanforderungen (auf dem etliche Software vom Standard-Windows zunächst gar nicht lief, weil das nicht zuletzt auch mit Stabilitätsrisiken verbunden war - inzwischen sind die Technologien wohl weitgehend zusammengeführt), oder eben auch die mit formalen Methoden speziell entwickelte Software für die Spezialanwendungen - so auch die Steuersoftware im Flugzeug. Diese Rechner werden völlig anders benutzt und haben häufig auch eine völlig andere Architektur (ggf. auch weniger, aber halt für die jeweilige Anwendung angepaßte ausreichende Ressourcen) als der gängige PC (, so daß Windows dort auch wenig Sinn machen würde).

Hundertprozentig fehlerfreie Software ist aber auch eine Utopie. Manchmal hat ja schon ein übersehener Tipp- oder Rechenfehler zum Verlust von Hunderte Millionen teuren Raketen geführt. Aber das ist ja schon ein Problem: Wer ist schuld, wenn etwa ein "selbstfahrendes" "Google-Auto" jemanden anfährt - wenn dann irgendwann womöglich der Insasse nicht mal einen Führerschein hat.

#122:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 09.01.2016, 11:55
    —
Zitat:
Aber das ist ja schon ein Problem: Wer ist schuld, wenn etwa ein "selbstfahrendes" "Google-Auto" jemanden anfährt - wenn dann irgendwann womöglich der Insasse nicht mal einen Führerschein hat.

Prinzipiell heute schon kein Problem. Es gibt die "Gefährdungshaftung". Dein Auto könnte infolge eines nicht vorhersehbaren technischen Fehlers einen Unfall verursachen (krasses Beispiel: die Lenksäule bricht einfach so unterm Fahren). Dann wirst du freigesprochen und deine Haftpflichtversicherung muß zahlen. Das Problem besteht lediglich darin, daß deine Haftpflichtversicherung dann einen Sachverständigen schickt, der nachweist, daß du den Wagen nicht regelmäßig zum Kundendienst gebracht hast.

#123:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 09.01.2016, 20:11
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Aber das ist ja schon ein Problem: Wer ist schuld, wenn etwa ein "selbstfahrendes" "Google-Auto" jemanden anfährt - wenn dann irgendwann womöglich der Insasse nicht mal einen Führerschein hat.

Prinzipiell heute schon kein Problem. Es gibt die "Gefährdungshaftung". Dein Auto könnte infolge eines nicht vorhersehbaren technischen Fehlers einen Unfall verursachen (krasses Beispiel: die Lenksäule bricht einfach so unterm Fahren). Dann wirst du freigesprochen und deine Haftpflichtversicherung muß zahlen. Das Problem besteht lediglich darin, daß deine Haftpflichtversicherung dann einen Sachverständigen schickt, der nachweist, daß du den Wagen nicht regelmäßig zum Kundendienst gebracht hast.



Es wird uebrigens in einschlaegigen Ingeneurskreisen behauptet, dass zwar in Zukunft Unfaelle wegen technischen Versagens der Pilotfunktion in selbstfahrenden Autos passieren werden, die Technik aber bereits heute so sicher waere, dass diese Zahl nach heutigem Stand der Technik geringer sein werde als die Zahl der heutigen Unfaelle, bei denen menschliches Versagen die Unfallursache ist. Deswegen lautet die Prognose, dass bereits zu unseren Lebzeiten ueber ein Verbot von menschengelenkten Autos zumindest in den Ballungsraeumen diskutiert werden wird. Eine solche Diskussion wird dann moeglicherweise dadurch befeuert werden, dass einige unvermeidlichen Idioten hinterm Lenkrad irgendwann beginnen werden sich auf die Technik von selbstfahrenden Autos so zu verlassen, dass sie um schneller vorwaertszukommen Fahrmaneuver durchfuehren werden, die selbstmoerderisch waeren, wenn der Verkehrsteilnehmer, den man z.B. gerade auf der Autobahn bei Tempo 120 schneidet, ein mit einer menschlichen Reaktionszeit ausgestatteter Mensch waere und kein zu erheblich schnelleren Reaktionen faehiger computergesteuerter Autopilot.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass die in der neuen Technologie arbeiteten Ingeneure vielleicht noch etwas uebertreiben bei der Darstellung ihrer Verkehrssicherheit, so ist davon auszugehen, dass es tatsaechlich in relativ kurzer Zeit moeglich sein wird vollautomatische Autobetriebssysteme zu entwickeln, die erheblich sicherer funktionieren wie menschliche Fahrer und dass deshalb die heute angedachte Entwicklung weg vom menschlichen Autofahrer bereits mittelfristig unvermeidlich sein wird.

Ein weiterer revolutionaerer Prototyp eines voellig neuen Transportmittels wurde von wenigen Tagen der staunenden Oeffentlichkeit vorgestellt (Quelle: "The National", CBC): Die erste vollautomatische Flugdrohne, die einen Menschen transportieren kann! Das Teil hat zwar noch eine recht geringe Reichweite von etwas ueber 20km, man benoetigt allerdings keinen Pilotenschein und keine fliegerischen Kenntnisse um damit zu fliegen. Das einem futuristischen Kleinhubschrauber aehnliche Geraet soll bereits in wenigen Jahren serienreif sein und koennte als Flugtaxi im Innenstadtbereich von Grosstaedten zum Einsatz zu kommen. In Staedten wie z.B. New York waere mit Sicherheit Nachfrage dafuer vorhanden und die notwendige Infrastruktur mit Landeplaetzen und Aufladstationen auf Daechern von Wolkenkratzern sollte relativ einfach herzustellen sein .

#124:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 09.01.2016, 20:51
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Aber das ist ja schon ein Problem: Wer ist schuld, wenn etwa ein "selbstfahrendes" "Google-Auto" jemanden anfährt - wenn dann irgendwann womöglich der Insasse nicht mal einen Führerschein hat.

Prinzipiell heute schon kein Problem. Es gibt die "Gefährdungshaftung". Dein Auto könnte infolge eines nicht vorhersehbaren technischen Fehlers einen Unfall verursachen (krasses Beispiel: die Lenksäule bricht einfach so unterm Fahren). Dann wirst du freigesprochen und deine Haftpflichtversicherung muß zahlen. Das Problem besteht lediglich darin, daß deine Haftpflichtversicherung dann einen Sachverständigen schickt, der nachweist, daß du den Wagen nicht regelmäßig zum Kundendienst gebracht hast.



Es wird uebrigens in einschlaegigen Ingeneurskreisen behauptet, dass zwar in Zukunft Unfaelle wegen technischen Versagens der Pilotfunktion in selbstfahrenden Autos passieren werden, die Technik aber bereits heute so sicher waere, dass diese Zahl nach heutigem Stand der Technik geringer sein werde als die Zahl der heutigen Unfaelle, bei denen menschliches Versagen die Unfallursache ist. Deswegen lautet die Prognose, dass bereits zu unseren Lebzeiten ueber ein Verbot von menschengelenkten Autos zumindest in den Ballungsraeumen diskutiert werden wird. Eine solche Diskussion wird dann moeglicherweise dadurch befeuert werden, dass einige unvermeidlichen Idioten hinterm Lenkrad irgendwann beginnen werden sich auf die Technik von selbstfahrenden Autos so zu verlassen, dass sie um schneller vorwaertszukommen Fahrmaneuver durchfuehren werden, die selbstmoerderisch waeren, wenn der Verkehrsteilnehmer, den man z.B. gerade auf der Autobahn bei Tempo 120 schneidet, ein mit einer menschlichen Reaktionszeit ausgestatteter Mensch waere und kein zu erheblich schnelleren Reaktionen faehiger computergesteuerter Autopilot.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass die in der neuen Technologie arbeiteten Ingeneure vielleicht noch etwas uebertreiben bei der Darstellung ihrer Verkehrssicherheit, so ist davon auszugehen, dass es tatsaechlich in relativ kurzer Zeit moeglich sein wird vollautomatische Autobetriebssysteme zu entwickeln, die erheblich sicherer funktionieren wie menschliche Fahrer und dass deshalb die heute angedachte Entwicklung weg vom menschlichen Autofahrer bereits mittelfristig unvermeidlich sein wird.

Ein weiterer revolutionaerer Prototyp eines voellig neuen Transportmittels wurde von wenigen Tagen der staunenden Oeffentlichkeit vorgestellt (Quelle: "The National", CBC): Die erste vollautomatische Flugdrohne, die einen Menschen transportieren kann! Das Teil hat zwar noch eine recht geringe Reichweite von etwas ueber 20km, man benoetigt allerdings keinen Pilotenschein und keine fliegerischen Kenntnisse um damit zu fliegen. Das einem futuristischen Kleinhubschrauber aehnliche Geraet soll bereits in wenigen Jahren serienreif sein und koennte als Flugtaxi im Innenstadtbereich von Grosstaedten zum Einsatz zu kommen. In Staedten wie z.B. New York waere mit Sicherheit Nachfrage dafuer vorhanden und die notwendige Infrastruktur mit Landeplaetzen und Aufladstationen auf Daechern von Wolkenkratzern sollte relativ einfach herzustellen sein .

das wurde ja bereits im film i, robot von 2004 anschaulich gezeigt.
die technik ist reif dafür zumindest in teilen des individuellen autoverkehrs die steuerung zu übernehmen.
nach technischen wegbereitern wie daimler, google und apple hat volvo die rechtssprechung angeschoben, in dem man dort die haftung für fahrfehler bei autonomen fahrzeugen übernehmen will.
für die hersteller wird das toll, die kundenbindung wird noch straffer angezogen. fällt eine kennzeichenbeleuchtung aus, wird das fahrzeug sich nur noch zur nächsten werkstatt bewegen wollen.

#125:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 09.01.2016, 21:46
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ein weiterer revolutionaerer Prototyp eines voellig neuen Transportmittels wurde von wenigen Tagen der staunenden Oeffentlichkeit vorgestellt (Quelle: "The National", CBC): Die erste vollautomatische Flugdrohne, die einen Menschen transportieren kann! Das Teil hat zwar noch eine recht geringe Reichweite von etwas ueber 20km, man benoetigt allerdings keinen Pilotenschein und keine fliegerischen Kenntnisse um damit zu fliegen. Das einem futuristischen Kleinhubschrauber aehnliche Geraet soll bereits in wenigen Jahren serienreif sein und koennte als Flugtaxi im Innenstadtbereich von Grosstaedten zum Einsatz zu kommen. In Staedten wie z.B. New York waere mit Sicherheit Nachfrage dafuer vorhanden und die notwendige Infrastruktur mit Landeplaetzen und Aufladstationen auf Daechern von Wolkenkratzern sollte relativ einfach herzustellen sein .

Du meinst den: http://www.engadget.com/2016/01/06/184-delivery-drone-for-people/ ?

Oder die kanadische Variante: https://www.youtube.com/watch?v=ZQktFT8GS7I Cool

#126:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 09.01.2016, 22:13
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sehr gut hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ein weiterer revolutionaerer Prototyp eines voellig neuen Transportmittels wurde von wenigen Tagen der staunenden Oeffentlichkeit vorgestellt (Quelle: "The National", CBC): Die erste vollautomatische Flugdrohne, die einen Menschen transportieren kann! Das Teil hat zwar noch eine recht geringe Reichweite von etwas ueber 20km, man benoetigt allerdings keinen Pilotenschein und keine fliegerischen Kenntnisse um damit zu fliegen. Das einem futuristischen Kleinhubschrauber aehnliche Geraet soll bereits in wenigen Jahren serienreif sein und koennte als Flugtaxi im Innenstadtbereich von Grosstaedten zum Einsatz zu kommen. In Staedten wie z.B. New York waere mit Sicherheit Nachfrage dafuer vorhanden und die notwendige Infrastruktur mit Landeplaetzen und Aufladstationen auf Daechern von Wolkenkratzern sollte relativ einfach herzustellen sein .

Du meinst den: http://www.engadget.com/2016/01/06/184-delivery-drone-for-people/ ?

Oder die kanadische Variante: https://www.youtube.com/watch?v=ZQktFT8GS7I Cool



Es war die erstere. Die andere ist wohl eher was fuer Extremsportler.

#127:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 11:07
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Bernie hat folgendes geschrieben:
Eine solche Diskussion wird dann moeglicherweise dadurch befeuert werden, dass einige unvermeidlichen Idioten hinterm Lenkrad irgendwann beginnen werden sich auf die Technik von selbstfahrenden Autos so zu verlassen, dass sie um schneller vorwaertszukommen Fahrmaneuver durchfuehren werden, die selbstmoerderisch waeren...

Das haben wir ja schon. Die Leute mit Antiblockiersystem fahren noch bescheuerter als vorher. Sicherheitssysteme allein haben meist eine solche Wirkung. Wenn allerdings das Auto von einem Robot gefahren wird, müßte das aufhören. Der würde ja wohl - entsprechend programmiert - in der Ortschaft um kein bißchen schneller als 50 fahren, auch wenn sein Besitzer vor Ungeduld wahnsinnig wird. Einen menschlichen Chauffeur kann der Chef anmosern: "Schneller, Johann, oder sie werden gefeuert!"
Zitat:
Die erste vollautomatische Flugdrohne, die einen Menschen transportieren kann!

Na, prost. Das habe ich als Schuljunge mal auf der Witzeseite einer Illustrierten gesehen. (Das hatten die früher, die letzte Seite war immer voll mit Cartoons, wie man das heute nennt.) Da hatten die Leute einen Rucksack mit einer Hubschraube drauf.
Das wird scheiße: Wenn zwei Fußgänger zusammenrumpeln geht es: "Trottel!" - "Tschulldigung!" und es hat sich. Mit diesen Dingern jedoch gibt es dann jedesmal zwei Tote.
"Es gibt Regen."
"Wie kommst du darauf?"
"Die Fußgänger fliegen so tief."

#128:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 11:14
    —
Nachtrag:
Dann gibt es noch mehr Lärm in der Stadt.
Mir hat mal einer erzählt, der größte Anteil des Lärmes, den ein Kleinflugzeug macht, käme nicht vom Motor, sondern von der Luftschraube, deren Enden sich mit Überschallgeschwindigkeit bewegen. Das sei so ähnlich wie der Kavitationslärm bei Schiffspropellern.

#129:  Autor: Arno Gebauer BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 11:54
    —
sehr gut hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich halte nichts von diese Panikmache.

Wieso Panikmache? Nur (mögliche?) kommende neue Umstände mit denen man umgehen müsste.

Wenn du dir in 10 evtl 15 Jahren ein Taxi rufst könnte da kein Mensch als Fahrer mehr drinsitzen. Und wenn du in einen Supermarkt gehst wirst du vielleicht kaum noch eine Kassiererin antreffen.
Und wenn du in 30 Jahren zu einem Zahnarzt gehst und das ist ein Roboter, der das so gut macht wie einer aus 'Fleisch und Blut'? Ist das alles ein Grund für Panik? Die Gesellschaft muß sich auf die neuen Realitäten einstellen.


Guten Tag, "sehr gut",

in der Tat geht uns die Arbeit langsam aus und die Roboter und die zunehmende Anzahl der
Niedriglöhner zahlen nichts in die Sozialkassen ein.
Zeitarbeit ist die Voraussetzung für eine Tagelöhner-Gesellschaft und Kinder sind heute schon
das größte Armutsrisiko für alleinstehende Frauen.
Der technische Fortschritt und das Nicht-Vorhandsein von sozialen Standards in der EU
sind unsere Probleme, welche die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander
driften läßt.
Ein ungerechtes Besteuerungssystem läßt in Deutschland die Reichen immer reicher und die
Armen immer ärmer werden!
Es gibt z. B. sehr viele Subventionen für den Mittelstand:
Eigenheimzulage, Pendlerpauschale, kostenfreie Universitäten, Ehegattensplitting,
Zuschüsse zu Renten- u. Krankenversicherung, Jobs im öffentlichen Dienst,
Frühverrentung, Kinder und Erziehungsgeld, usw.

Die Bundesrepublik bezieht nur fünf Prozent ihrer Steuereinkünfte von Firmen -
während die soziale Schieflage weiter zunimmt

10% der Bürger besitzen 66% des Volksvermögens !

Armut im Alter ist vorprogrammiert.

Viele Grüße
Arno Gebauer

#130:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 12:23
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Nachtrag:
Dann gibt es noch mehr Lärm in der Stadt.
Mir hat mal einer erzählt, der größte Anteil des Lärmes, den ein Kleinflugzeug macht, käme nicht vom Motor, sondern von der Luftschraube, deren Enden sich mit Überschallgeschwindigkeit bewegen. Das sei so ähnlich wie der Kavitationslärm bei Schiffspropellern.


So isses. Das Problem sind die Schrottstädte, die völlig verbaut und irreparabel sind.

Hier durch technologische Add-Ons irgend was ergänzen und reparieren zu wollen, ist nicht nur Stückwerk, es ist vollkommener Irrsinn.

Entweder die Gesamtstruktur ist homogen und passt zusammen oder man setzt hier einen Flicken und da einen Flicken und meint dadurch die Stadt und die Verkehrsinfrastruktur *ausgebessert* oder gar *modernisiert* zu haben.

Wann hört diese schwachsinnige Denkweise endlich auf?

#131:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 12:56
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Nachtrag:
Dann gibt es noch mehr Lärm in der Stadt.
Mir hat mal einer erzählt, der größte Anteil des Lärmes, den ein Kleinflugzeug macht, käme nicht vom Motor, sondern von der Luftschraube, deren Enden sich mit Überschallgeschwindigkeit bewegen. Das sei so ähnlich wie der Kavitationslärm bei Schiffspropellern.

Bei älteren kleinen Flugzeugen mit Sternmotor und kleinen 2-Blatt-Schrauben(muß sich entsprechend schneller drehen) kann beides zur Lärmkulisse beitragen.
Für Kleinflugzeuge gibt es aber auch Dieselmotoren wie den umgebauten Mercedes A-Klasse Motor.

Bei heutigen Autos mit immer breiteren Reifen sind diese Abrollgeräusche teilweise die grösste Lärmquelle.
Wiki: "Das Reifen-Fahrbahn-Geräusch hat seit den 1970er Jahren ständig an Bedeutung gewonnen, da die Antriebsgeräusche seit dieser Zeit deutlich reduziert werden konnten. Bei Pkw dominiert das Antriebsgeräusch bei Konstantfahrt meistens nur noch im ersten und teilweise im zweiten Gang. Auch beim Beschleunigen überwiegt das Antriebsgeräusch. In den meisten Fahrsituationen innerorts und nahezu allen Fahrsituationen außerorts dominiert das Reifen-Fahrbahn-Geräusch. Erst bei hohen Autobahngeschwindigkeiten wird das aerodynamische Geräusch zur lautesten Komponente."

#132:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 13:01
    —
Skeptiker hat folgendes geschrieben:


Wann hört diese schwachsinnige Denkweise endlich auf?


Nie!

Es ist doch so, dass das eine weiterbaut auf das bisherige.

Etwas "völlig neues" ist mit Menschen nicht zu machen.

Höchstens nach einen totalen zusammenbruch.
Und das habe ich dafür nicht übrig.

#133:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 13:06
    —
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
So isses. Das Problem sind die Schrottstädte, die völlig verbaut und irreparabel sind.

Hier durch technologische Add-Ons irgend was ergänzen und reparieren zu wollen, ist nicht nur Stückwerk, es ist vollkommener Irrsinn.

Entweder die Gesamtstruktur ist homogen und passt zusammen oder man setzt hier einen Flicken und da einen Flicken und meint dadurch die Stadt und die Verkehrsinfrastruktur *ausgebessert* oder gar *modernisiert* zu haben.

Wann hört diese schwachsinnige Denkweise endlich auf?

bravo

Die Beschleunigungs-Religion wird man aber kaum aufgeben, dafür 'glauben' da noch zu viele dran.

"In Politiker- und auch in manchen Expertenkreisen wird nach wie vor geglaubt, daß die Mobilität ständig wächst."
Hermann Knoflacher

#134:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 13:26
    —
Arno Gebauer hat folgendes geschrieben:
in der Tat geht uns die Arbeit langsam aus und die Roboter und die unehmende Anzahl der Niedriglöhner zahlen nichts in die Sozialkassen ein.

Hallo "Arno Gebauer"

Die Frage wird sein wer sich wann dieser neuen Situation stellen wird. Es werden aber schon jetzt Millionen Arbeitskräfte gar nicht mehr gebraucht um den Grundbedarf zu decken. Zum Teil braucht man die aber auch um eine abschreckende Wirkung (Furcht vor gesellschaftlichem Abstieg) zu erhalten, das treibt die anderen dazu an sich noch besser zu integrieren(lernen,studieren,anstrengen) und ihre Kritik zu minimieren.

Sobald die Zahl derjenigen die nicht mehr durch Erwerbsarbeit existieren können (auch wenn sie eine 'gute' Ausbildung haben, aus heutiger Sicht) zu gross werden wird dann ist ein Punkt erreicht wo es noch 2 Richtungen gibt: man macht mit Gewalt weiter wie bisher, oder aber man realisiert das man es mit grundsätzlichen Änderungen zu tun hat und alte Verfahrensweisen evtl nicht mehr genutzt werden können und durch neue ersetzt werden müssen.

#135:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 13:41
    —
Alles begann, als die Dampfmaschine erfunden wurde.

Gab es vorher keine Armut? Suspekt

#136:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 14:22
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Alles begann, als die Dampfmaschine erfunden wurde.

Gab es vorher keine Armut? Suspekt

Ging es da primär um die (Beseitigung,Minderung) von Armut?

Gerade im militärischen Bereich brachte die Dampfkraft Vorteile. Wer Schiffe mit Dampfkraft antrieb der hatte einige Vorteile gegenüber denen die mit Segelschiffen angriffen oder verteidigten. Und grosse Bewegungen von Truppen und schweren Waffen/Ausrüstung ging mit Eisenbahn schneller.
Gut, man musste erst eine riesen Industrie aufbauen (und damit auch das alte System der Selbstversorger mehr oder weniger entfernen) und eigene Wälder abholzen.

#137:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 15:00
    —
sehr gut hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Alles begann, als die Dampfmaschine erfunden wurde.

Gab es vorher keine Armut? Suspekt

Ging es da primär um die (Beseitigung,Minderung) von Armut?

Gerade im militärischen Bereich brachte die Dampfkraft Vorteile. Wer Schiffe mit Dampfkraft antrieb der hatte einige Vorteile gegenüber denen die mit Segelschiffen angriffen oder verteidigten. Und grosse Bewegungen von Truppen und schweren Waffen/Ausrüstung ging mit Eisenbahn schneller.
Gut, man musste erst eine riesen Industrie aufbauen (und damit auch das alte System der Selbstversorger mehr oder weniger entfernen) und eigene Wälder abholzen.


Ich wollte nur drauf aufmerksam machen, dass es andere Kriterien gibt für Armut, als eine Industrialisierung.

Es können genauso gut viele, als einige davon profitieren.

Es hängt nicht nur vom Fortschritt ab, wie Menschen miteinander umgehen.

#138:  Autor: Arno Gebauer BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 16:03
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Alles begann, als die Dampfmaschine erfunden wurde.

Gab es vorher keine Armut? Suspekt

Ging es da primär um die (Beseitigung,Minderung) von Armut?

Gerade im militärischen Bereich brachte die Dampfkraft Vorteile. Wer Schiffe mit Dampfkraft antrieb der hatte einige Vorteile gegenüber denen die mit Segelschiffen angriffen oder verteidigten. Und grosse Bewegungen von Truppen und schweren Waffen/Ausrüstung ging mit Eisenbahn schneller.
Gut, man musste erst eine riesen Industrie aufbauen (und damit auch das alte System der Selbstversorger mehr oder weniger entfernen) und eigene Wälder abholzen.


Ich wollte nur drauf aufmerksam machen, dass es andere Kriterien gibt für Armut, als eine Industrialisierung.

Es können genauso gut viele, als einige davon profitieren.

Es hängt nicht nur vom Fortschritt ab, wie Menschen miteinander umgehen.



Guten Tag, vrolijke,

unser Reichtum wird die steigende Anzahl verarmter Bürger sein!

Durch den Wettbewerb im technischen Fortschritt verlieren immer mehr Bürger
ihren Arbeitsplatz
und durch die rasant wachsende Bevölkerung - weltweit- finden immer weniger
Bürger einen Arbeitsplatz.

Außerdem kommt die Mitarbeiter-Entrechtung gut voran!

http://www.work-watch.de/

In unserem Wirtschaftssystem ist das Endziel die Versklavung!

Viele Grüße
Arno Gebauer

#139:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 16:43
    —
Die ganze Verarmungs-Geschichte hat dort ihr Ende, da endlich die Armen loslegen und die Reichen aufhängen. So fing ja die Französische Revolution auch an.
Unsere herrschende Schicht weiß das genau, und fürchtet das auch. Daher rühren alle die laufenden Bestrebungen, einen Überwachungsstaat zu schaffen und gleichzeitig das Volk zu verblöden.

#140:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 16:54
    —
Arno Gebauer hat folgendes geschrieben:

In unserem Wirtschaftssystem ist das Endziel die Versklavung!


Aha! Versklavung ist also eine Erscheinung der Neuzeit. zwinkern

#141:  Autor: MisterfritzWohnort: badisch sibirien BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 16:59
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Die ganze Verarmungs-Geschichte hat dort ihr Ende, da endlich die Armen loslegen und die Reichen aufhängen. So fing ja die Französische Revolution auch an.
Unsere herrschende Schicht weiß das genau, und fürchtet das auch. Daher rühren alle die laufenden Bestrebungen, einen Überwachungsstaat zu schaffen und gleichzeitig das Volk zu verblöden.
das finde ich sehr platt.
meinst du wirklich, man könnte eigentlich intelligente menschen dazu bringen, sich den ganzen tag rtl & co. reinzuziehen, vor allem, wenn es alternativen gibt?
und der überwachungsstaat wird immer dann vermisst, wenn eben nicht richtig überwacht wird - wie man jetzt beim kölner hbf. gesehen hat.

#142:  Autor: Arno Gebauer BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 17:15
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Arno Gebauer hat folgendes geschrieben:

In unserem Wirtschaftssystem ist das Endziel die Versklavung!


Aha! Versklavung ist also eine Erscheinung der Neuzeit. zwinkern


Hallo, vrolijke,

Versklavung ist nicht eine Erscheinung der Neuzeit, sondern die logische
Fortentwicklung lohnabhängiger Beschäftigungsverhältnisse im weltweiten
Wettbewerb.

Interessant ist der Artikel:

Crowdsourcing und Cloudworking: Schöne neue Arbeitswelt
Tomasz Konicz 13.08.2012

unter der Internetadresse: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37431/1.html

Viele Grüße
Arno Gebauer

#143:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 18:00
    —
Arno Gebauer hat folgendes geschrieben:

...

unser Reichtum wird die steigende Anzahl verarmter Bürger sein!

Durch den Wettbewerb im technischen Fortschritt verlieren immer mehr Bürger
ihren Arbeitsplatz
und durch die rasant wachsende Bevölkerung - weltweit- finden immer weniger
Bürger einen Arbeitsplatz.

Außerdem kommt die Mitarbeiter-Entrechtung gut voran!

http://www.work-watch.de/

In unserem Wirtschaftssystem ist das Endziel die Versklavung!

Viele Grüße
Arno Gebauer

Das ist eine recht plakative Rhetorik. Aber seis drum, da passt was nicht:
Versklavung in der Ständegesellschaft/im Feudalismus ist gut erklärbar, in der Zeit der alten Ägypter etc. sowieso.
Aber heute? Wie sieht die aus? Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

#144:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 18:03
    —
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
und der überwachungsstaat wird immer dann vermisst, wenn eben nicht richtig überwacht wird - wie man jetzt beim kölner hbf. gesehen hat.

Und andersrum, wer überwachen will der kommt durch den "kölner hbf." seinem Ziel näher.

Kann ein Kriegswaffenproduzent ein Interesse daran haben das seine Produkte nicht eingesetzt werden*, das es keine Kriege gibt? Wie weit geht der um sein Geschäft zu machen?
Wie weit geht jemand der überwachen will?


(* sofern die Waffen nicht nur zur Verteidigung oder Abschreckung vorgesehen sind)

#145:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 18:07
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:
Arno Gebauer hat folgendes geschrieben:

...

unser Reichtum wird die steigende Anzahl verarmter Bürger sein!

Durch den Wettbewerb im technischen Fortschritt verlieren immer mehr Bürger
ihren Arbeitsplatz
und durch die rasant wachsende Bevölkerung - weltweit- finden immer weniger
Bürger einen Arbeitsplatz.

Außerdem kommt die Mitarbeiter-Entrechtung gut voran!

http://www.work-watch.de/

In unserem Wirtschaftssystem ist das Endziel die Versklavung!

Viele Grüße
Arno Gebauer

Das ist eine recht plakative Rhetorik. Aber seis drum, da passt was nicht:
Versklavung in der Ständegesellschaft/im Feudalismus ist gut erklärbar, in der Zeit der alten Ägypter etc. sowieso.
Aber heute? Wie sieht die aus? Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.


So ist es!
Hauptsache man kann mit schlagwörter um sich werfen. Mit den Augen rollen

Versklavung ist wesentlich älter als Lohnarbeit.

Lohnarbeit kann sogar dazu verwendet werden, Sklaverei aus der Welt zu schaffen.

#146:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 18:18
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:
Versklavung in der Ständegesellschaft/im Feudalismus ist gut erklärbar, in der Zeit der alten Ägypter etc. sowieso.
Aber heute? Wie sieht die aus?

Weisst du welche Jobs ein Sklave früher bei den Römern oder auch den Griechen gemacht hatten? Die waren u.a. Ärzte, Lehrer, Erzieher, Polizisten, Köche, etc

Wie wäre es wenn man statt Sklave den Begriff Fremdbestimmter nutzen würde?
Oder wie sollte man jemanden nennen der in irgend einer Form jemand anderem gehört?

Zitat:
Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

Und frei von Küchenarbeit (es sei denn sie haben andere Zugänge zu Nahrung). Möglichkeit zur Selbstversorgung haben nicht so viele, auch das Wissen dazu dürfte etlichen fehlen.

#147:  Autor: MisterfritzWohnort: badisch sibirien BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 18:22
    —
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Wie wäre es wenn man statt Sklave den Begriff Fremdbestimmter nutzen würde?
Oder wie sollte man jemanden nennen der in irgend einer Form jemand anderem gehört?

Zitat:
Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

Und frei von Küchenarbeit (es sei denn sie haben andere Zugänge zu Nahrung). Möglichkeit zur Selbstversorgung haben nicht so viele, auch das Wissen dazu dürfte etlichen fehlen.
und vielleicht haben die leute auch keinen bock dazu, ihr gemüse selbst anzupflanzen, sich JEDEN tag ums vieh zu kümmern, etc.
selbstbestimmt sieht für mich anders aus.

#148:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 18:47
    —
sehr gut hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Versklavung in der Ständegesellschaft/im Feudalismus ist gut erklärbar, in der Zeit der alten Ägypter etc. sowieso.
Aber heute? Wie sieht die aus?

Weisst du welche Jobs ein Sklave früher bei den Römern oder auch den Griechen gemacht hatten? Die waren u.a. Ärzte, Lehrer, Erzieher, Polizisten, Köche, etc

Dass es auch privilegierte Sklaven gab ist mir bekannt.
Das löst den Widerspruch aber nicht auf, auf den ich @A.Gebauer hinweisen wollte.


Zitat:
Zitat:
Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

Und frei von Küchenarbeit (es sei denn sie haben andere Zugänge zu Nahrung). Möglichkeit zur Selbstversorgung haben nicht so viele, auch das Wissen dazu dürfte etlichen fehlen.

Das ist mir jetzt ein bisschen zu ideenflüchtig.

#149:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 19:03
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Zitat:
Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

Und frei von Küchenarbeit (es sei denn sie haben andere Zugänge zu Nahrung). Möglichkeit zur Selbstversorgung haben nicht so viele, auch das Wissen dazu dürfte etlichen fehlen.

Das ist mir jetzt ein bisschen zu ideenflüchtig.

sehe ich aber auch so wenn du in einem ballungsgebiet zu zweit als paar in einer 27qm Wohnung von hartz4 lebst ohne backofen und Waschmaschine und die herdplatte nur 2 flächen hat und dann erklärt dir das amt als selbstversorger zu zweit spart ihr ja eine menge geld...

#150:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 19:09
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Arno Gebauer hat folgendes geschrieben:

...

unser Reichtum wird die steigende Anzahl verarmter Bürger sein!

Durch den Wettbewerb im technischen Fortschritt verlieren immer mehr Bürger
ihren Arbeitsplatz
und durch die rasant wachsende Bevölkerung - weltweit- finden immer weniger
Bürger einen Arbeitsplatz.

Außerdem kommt die Mitarbeiter-Entrechtung gut voran!

http://www.work-watch.de/

In unserem Wirtschaftssystem ist das Endziel die Versklavung!

Viele Grüße
Arno Gebauer

Das ist eine recht plakative Rhetorik. Aber seis drum, da passt was nicht:
Versklavung in der Ständegesellschaft/im Feudalismus ist gut erklärbar, in der Zeit der alten Ägypter etc. sowieso.
Aber heute? Wie sieht die aus? Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.


So ist es!
Hauptsache man kann mit schlagwörter um sich werfen. Mit den Augen rollen

Versklavung ist wesentlich älter als Lohnarbeit.

Lohnarbeit kann sogar dazu verwendet werden, Sklaverei aus der Welt zu schaffen.

lohnarbeit ist die weiterentwicklung der Sklaverei, denn nun entfallen die Anschaffungskosten und die werterentwicklung für den Mitarbeiter.

im kapitalismus ist es üblich ständig an allen eigenen kosten zu drehen. meist manövriert man vertragspartner in eine schlechtere lage unter der sie günstigere konditionen anbieten müssen.
arbeitnehmer sind davon besonders betroffen, wenn sie keine dringend benötigten besonderen fähigkeiten haben und die Konkurrenz auf dem arbeitsmarkt hoch ist.

#151:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 19:19
    —
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Zitat:
Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

Und frei von Küchenarbeit (es sei denn sie haben andere Zugänge zu Nahrung). Möglichkeit zur Selbstversorgung haben nicht so viele, auch das Wissen dazu dürfte etlichen fehlen.

Das ist mir jetzt ein bisschen zu ideenflüchtig.

sehe ich aber auch so wenn du in einem ballungsgebiet zu zweit als paar in einer 27qm Wohnung von hartz4 lebst ohne backofen und Waschmaschine und die herdplatte nur 2 flächen hat und dann erklärt dir das amt als selbstversorger zu zweit spart ihr ja eine menge geld...

Ja schon. Aber ich find grad nicht die Brücke zum Thema "Versklavung" Am Kopf kratzen

#152:  Autor: Arno Gebauer BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 19:33
    —
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:


....

lohnarbeit ist die weiterentwicklung der Sklaverei, denn nun entfallen die Anschaffungskosten und die werterentwicklung für den Mitarbeiter.

im kapitalismus ist es üblich ständig an allen eigenen kosten zu drehen. meist manövriert man vertragspartner in eine schlechtere lage unter der sie günstigere konditionen anbieten müssen.
arbeitnehmer sind davon besonders betroffen, wenn sie keine dringend benötigten besonderen Fähigkeiten haben und die Konkurrenz auf dem arbeitsmarkt hoch ist.


Guten Tag, Casual3rdparty,

so sehe ich das auch.
Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt steigt ständig an und
die Arbeitsplätze nehmen ständig ab. Dies gilt auch für
akademische Berufe. Wenn man von den Beamten absieht,
werden die Lohnkosten sinken.
Wer keine Arbeit hat oder nicht mehr einer Arbeit nachgehen kann, ist
arbeitslos aber bestimmt nicht frei!

Viele Grüße
Arno Gebauer

#153:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 20:18
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Zitat:
Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

Und frei von Küchenarbeit (es sei denn sie haben andere Zugänge zu Nahrung). Möglichkeit zur Selbstversorgung haben nicht so viele, auch das Wissen dazu dürfte etlichen fehlen.

Das ist mir jetzt ein bisschen zu ideenflüchtig.

sehe ich aber auch so wenn du in einem ballungsgebiet zu zweit als paar in einer 27qm Wohnung von hartz4 lebst ohne backofen und Waschmaschine und die herdplatte nur 2 flächen hat und dann erklärt dir das amt als selbstversorger zu zweit spart ihr ja eine menge geld...

Ja schon. Aber ich find grad nicht die Brücke zum Thema "Versklavung" Am Kopf kratzen

stimmt, der bogen ist recht weit gespannt.
mir gings um dein "eher frei". frei ist ein arbeitsloser bei weitem nicht, er unterliegt zahlreichen zwängen und ist eher weniger frei als in einem guten Job.

#154:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 20:26
    —
Arno Gebauer hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:


....

lohnarbeit ist die weiterentwicklung der Sklaverei, denn nun entfallen die Anschaffungskosten und die werterentwicklung für den Mitarbeiter.

im kapitalismus ist es üblich ständig an allen eigenen kosten zu drehen. meist manövriert man vertragspartner in eine schlechtere lage unter der sie günstigere konditionen anbieten müssen.
arbeitnehmer sind davon besonders betroffen, wenn sie keine dringend benötigten besonderen Fähigkeiten haben und die Konkurrenz auf dem arbeitsmarkt hoch ist.


Guten Tag, Casual3rdparty,

so sehe ich das auch.
Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt steigt ständig an und
die Arbeitsplätze nehmen ständig ab. Dies gilt auch für
akademische Berufe. Wenn man von den Beamten absieht,
werden die Lohnkosten sinken.
Wer keine Arbeit hat oder nicht mehr einer Arbeit nachgehen kann, ist
arbeitslos aber bestimmt nicht frei!

Viele Grüße
Arno Gebauer

das problem ist, dass der wohlstand in europa erodiert. das führt zu diesen Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt.
hätten die unternehmen alle ein stabiles Wachstum über 3%, hätten die meisten unternehmen nicht den druck bei den löhnen und gehältern die kosten zu drücken.

#155:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 20:27
    —
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Zitat:
Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

Und frei von Küchenarbeit (es sei denn sie haben andere Zugänge zu Nahrung). Möglichkeit zur Selbstversorgung haben nicht so viele, auch das Wissen dazu dürfte etlichen fehlen.

Das ist mir jetzt ein bisschen zu ideenflüchtig.

sehe ich aber auch so wenn du in einem ballungsgebiet zu zweit als paar in einer 27qm Wohnung von hartz4 lebst ohne backofen und Waschmaschine und die herdplatte nur 2 flächen hat und dann erklärt dir das amt als selbstversorger zu zweit spart ihr ja eine menge geld...

Ja schon. Aber ich find grad nicht die Brücke zum Thema "Versklavung" Am Kopf kratzen

stimmt, der bogen ist recht weit gespannt.
mir gings um dein "eher frei". frei ist ein arbeitsloser bei weitem nicht, er unterliegt zahlreichen zwängen und ist eher weniger frei als in einem guten Job.


Nenne mir einen "freien Menschen".
Welcher Mensch unterliegt denn keine "zahlreiche Zwänge"?

Das hat weniger zu tun, mit der gesellschaftliche Gruppe, worin man lebt, als mit eine innere Einstellung.
Es gibt sowohl freie Harz-4-ler, gut-Verdiener, erfolgreicher Unternehmer, als auch total unfreie Menschen aus den gleiche Gruppen.

#156:  Autor: MisterfritzWohnort: badisch sibirien BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 20:34
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Zitat:
Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

Und frei von Küchenarbeit (es sei denn sie haben andere Zugänge zu Nahrung). Möglichkeit zur Selbstversorgung haben nicht so viele, auch das Wissen dazu dürfte etlichen fehlen.

Das ist mir jetzt ein bisschen zu ideenflüchtig.

sehe ich aber auch so wenn du in einem ballungsgebiet zu zweit als paar in einer 27qm Wohnung von hartz4 lebst ohne backofen und Waschmaschine und die herdplatte nur 2 flächen hat und dann erklärt dir das amt als selbstversorger zu zweit spart ihr ja eine menge geld...

Ja schon. Aber ich find grad nicht die Brücke zum Thema "Versklavung" Am Kopf kratzen

stimmt, der bogen ist recht weit gespannt.
mir gings um dein "eher frei". frei ist ein arbeitsloser bei weitem nicht, er unterliegt zahlreichen zwängen und ist eher weniger frei als in einem guten Job.


Nenne mir einen "freien Menschen".
Welcher Mensch unterliegt denn keine "zahlreiche Zwänge"?

Das hat weniger zu tun, mit der gesellschaftliche Gruppe, worin man lebt, als mit eine innere Einstellung.
Es gibt sowohl freie Harz-4-ler, gut-Verdiener, erfolgreicher Unternehmer, als auch total unfreie Menschen aus den gleiche Gruppen.
und auch ein selbstversorger ist nicht frei von zwängen. vielleicht empfindet er das nicht so, weil die natur ihm vorgibt, wann er was zu machen hat. es ist und bleibt aber trotzdem zwang.

#157:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 20:57
    —
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Zitat:
Und vor allem: Wenn immer mehr Bürger ihre (lohnabhängige) Arbeit verlieren,
sind sie zwar arm, worauf du ja auch hinweist, aber doch nicht (mehr) versklavt. Eher frei.

Und frei von Küchenarbeit (es sei denn sie haben andere Zugänge zu Nahrung). Möglichkeit zur Selbstversorgung haben nicht so viele, auch das Wissen dazu dürfte etlichen fehlen.

Das ist mir jetzt ein bisschen zu ideenflüchtig.

sehe ich aber auch so wenn du in einem ballungsgebiet zu zweit als paar in einer 27qm Wohnung von hartz4 lebst ohne backofen und Waschmaschine und die herdplatte nur 2 flächen hat und dann erklärt dir das amt als selbstversorger zu zweit spart ihr ja eine menge geld...

Ja schon. Aber ich find grad nicht die Brücke zum Thema "Versklavung" Am Kopf kratzen

stimmt, der bogen ist recht weit gespannt.
mir gings um dein "eher frei". frei ist ein arbeitsloser bei weitem nicht, er unterliegt zahlreichen zwängen und ist eher weniger frei als in einem guten Job.


Nenne mir einen "freien Menschen".
Welcher Mensch unterliegt denn keine "zahlreiche Zwänge"?

Das hat weniger zu tun, mit der gesellschaftliche Gruppe, worin man lebt, als mit eine innere Einstellung.
Es gibt sowohl freie Harz-4-ler, gut-Verdiener, erfolgreicher Unternehmer, als auch total unfreie Menschen aus den gleiche Gruppen.
und auch ein selbstversorger ist nicht frei von zwängen. vielleicht empfindet er das nicht so, weil die natur ihm vorgibt, wann er was zu machen hat. es ist und bleibt aber trotzdem zwang.

Ihr habt ja alle recht, innerhalb einer weit gefassten oder gar eher metaphorischen Auffassung von Sklaverei.
@c3p, mit "eher frei" war gemeint eine Relation zum klassischen Sklaven.
Und der kam mir so deutlich in @A.Gebauers Schlagzeilen-Rhetorik entgegen, darauf bezog ich mich.
Dass die meisten Melancholiker unter dem "Ich bin ein Sklave meiner selbst"-Syndrom leiden ist klar, aber so kommt man doch nicht weiter, Mensch. Smilie

#158:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 21:05
    —
schtonk hat folgendes geschrieben:

Dass die meisten Melancholiker unter dem "Ich bin ein Sklave meiner selbst"-Syndrom leiden ist klar, aber so kommt man doch nicht weiter, Mensch. Smilie


Das Problem dabei ist, dass sie die "Schuld ihres Sklavendasein" bei andern suchen.

#159:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 21:09
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:

Dass die meisten Melancholiker unter dem "Ich bin ein Sklave meiner selbst"-Syndrom leiden ist klar, aber so kommt man doch nicht weiter, Mensch. Smilie


Das Problem dabei ist, dass sie die "Schuld ihres Sklavendasein" bei andern suchen.

Ich habe das flapsig gemeint, aber da steckt natürlich was Ernstes dahinter.
Dann wirds aber nicht so einfach mit Schuld suchen, das ist vielschichtig - und ein gaanz anderes Thema zwinkern

#160:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 21:44
    —
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
und auch ein selbstversorger ist nicht frei von zwängen. vielleicht empfindet er das nicht so, weil die natur ihm vorgibt, wann er was zu machen hat. es ist und bleibt aber trotzdem zwang.



Letztlich sind wir alle "Sklaven unserer Biologie". Bloss fuehrt ein solch weitgefasster Begriff von Sklaverei nur in die Irre.

#161:  Autor: MisterfritzWohnort: badisch sibirien BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 21:48
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
und auch ein selbstversorger ist nicht frei von zwängen. vielleicht empfindet er das nicht so, weil die natur ihm vorgibt, wann er was zu machen hat. es ist und bleibt aber trotzdem zwang.



Letztlich sind wir alle "Sklaven unserer Biologie". Bloss fuehrt ein solch weitgefasster Begriff von Sklaverei nur in die Irre.
tut es das?
hier kam ja der begriff lohnsklaverei auf. aber, wie auch immer, der mensch muss für sein überleben arbeiten. selbst tiere müssen das, auch wenn wir das wohl so nicht bezeichnen würden. eine katze, die täglich drei bis vier mäuse braucht, ist den ganzen tag (die ganze nacht) beschäftigt.

#162:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 21:54
    —
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
und auch ein selbstversorger ist nicht frei von zwängen. vielleicht empfindet er das nicht so, weil die natur ihm vorgibt, wann er was zu machen hat. es ist und bleibt aber trotzdem zwang.



Letztlich sind wir alle "Sklaven unserer Biologie". Bloss fuehrt ein solch weitgefasster Begriff von Sklaverei nur in die Irre.
tut es das?
hier kam ja der begriff lohnsklaverei auf. aber, wie auch immer, der mensch muss für sein überleben arbeiten. selbst tiere müssen das, auch wenn wir das wohl so nicht bezeichnen würden. eine katze, die täglich drei bis vier mäuse braucht, ist den ganzen tag (die ganze nacht) beschäftigt.


Ich wuerde auch abhaengig Beschaeftigte nicht als Sklaven bezeichnen, weil sie niemandes Eigentum sind, sondern sich bloss zeitweise vermieten.

#163:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 22:07
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
und auch ein selbstversorger ist nicht frei von zwängen. vielleicht empfindet er das nicht so, weil die natur ihm vorgibt, wann er was zu machen hat. es ist und bleibt aber trotzdem zwang.



Letztlich sind wir alle "Sklaven unserer Biologie". Bloss fuehrt ein solch weitgefasster Begriff von Sklaverei nur in die Irre.
tut es das?
hier kam ja der begriff lohnsklaverei auf. aber, wie auch immer, der mensch muss für sein überleben arbeiten. selbst tiere müssen das, auch wenn wir das wohl so nicht bezeichnen würden. eine katze, die täglich drei bis vier mäuse braucht, ist den ganzen tag (die ganze nacht) beschäftigt.


Ich wuerde auch abhaengig Beschaeftigte nicht als Sklaven bezeichnen, weil sie niemandes Eigentum sind, sondern sich bloss zeitweise vermieten.

in der antike gabs die sklaverei auch zeitlich befristet. andere lebenslange Sklaven hatten die möglichkeit sich freizukaufen.

#164:  Autor: MisterfritzWohnort: badisch sibirien BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 22:13
    —
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
und auch ein selbstversorger ist nicht frei von zwängen. vielleicht empfindet er das nicht so, weil die natur ihm vorgibt, wann er was zu machen hat. es ist und bleibt aber trotzdem zwang.



Letztlich sind wir alle "Sklaven unserer Biologie". Bloss fuehrt ein solch weitgefasster Begriff von Sklaverei nur in die Irre.
tut es das?
hier kam ja der begriff lohnsklaverei auf. aber, wie auch immer, der mensch muss für sein überleben arbeiten. selbst tiere müssen das, auch wenn wir das wohl so nicht bezeichnen würden. eine katze, die täglich drei bis vier mäuse braucht, ist den ganzen tag (die ganze nacht) beschäftigt.


Ich wuerde auch abhaengig Beschaeftigte nicht als Sklaven bezeichnen, weil sie niemandes Eigentum sind, sondern sich bloss zeitweise vermieten.

in der antike gabs die sklaverei auch zeitlich befristet. andere lebenslange Sklaven hatten die möglichkeit sich freizukaufen.
was hat das mit heute zu tun?
die sklaven, die noch im vorletzten jahrhundert auf den amerikanischen plantagen gelebt und geschuftet haben, hatten absolut kein recht an ihrem eigenen leben. und doch nur mit dieser art sklaven werden doch hier die "lohnsklaven" der heutigen zeit verglichen.

#165:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 22:27
    —
Mein Ur-ur-urgroßvater war Losmann.

#166:  Autor: Casual3rdparty BeitragVerfasst am: 10.01.2016, 23:03
    —
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
und auch ein selbstversorger ist nicht frei von zwängen. vielleicht empfindet er das nicht so, weil die natur ihm vorgibt, wann er was zu machen hat. es ist und bleibt aber trotzdem zwang.



Letztlich sind wir alle "Sklaven unserer Biologie". Bloss fuehrt ein solch weitgefasster Begriff von Sklaverei nur in die Irre.
tut es das?
hier kam ja der begriff lohnsklaverei auf. aber, wie auch immer, der mensch muss für sein überleben arbeiten. selbst tiere müssen das, auch wenn wir das wohl so nicht bezeichnen würden. eine katze, die täglich drei bis vier mäuse braucht, ist den ganzen tag (die ganze nacht) beschäftigt.


Ich wuerde auch abhaengig Beschaeftigte nicht als Sklaven bezeichnen, weil sie niemandes Eigentum sind, sondern sich bloss zeitweise vermieten.

in der antike gabs die sklaverei auch zeitlich befristet. andere lebenslange Sklaven hatten die möglichkeit sich freizukaufen.
was hat das mit heute zu tun?
die sklaven, die noch im vorletzten jahrhundert auf den amerikanischen plantagen gelebt und geschuftet haben, hatten absolut kein recht an ihrem eigenen leben. und doch nur mit dieser art sklaven werden doch hier die "lohnsklaven" der heutigen zeit verglichen.

auch in den südstaaten gabs freigelassene Sklaven, die aber dann oft in unionsstaaten übersiedeln mussten.
die in der illegalität lebenden Einwanderer in den usa, denen eine legalisierung verwehrt wird, sind die nachfolger dieser ehemaligen südstaatensklaven.
in unserem relativen wohlstand übersehen wir gerne die modernen formen der Sklaverei, von der auch wir über niedrige preise tagtäglich profitieren.
die grenzen sind fließend. bei uns abhängig beschäftigte sind kaum weniger Sklaven, als die saisonarbeiter bei amazon im verteilerzentrum.

#167:  Autor: Hebart BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 00:35
    —
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
und auch ein selbstversorger ist nicht frei von zwängen. vielleicht empfindet er das nicht so, weil die natur ihm vorgibt, wann er was zu machen hat. es ist und bleibt aber trotzdem zwang.



Letztlich sind wir alle "Sklaven unserer Biologie". Bloss fuehrt ein solch weitgefasster Begriff von Sklaverei nur in die Irre.
tut es das?
hier kam ja der begriff lohnsklaverei auf. aber, wie auch immer, der mensch muss für sein überleben arbeiten. selbst tiere müssen das, auch wenn wir das wohl so nicht bezeichnen würden. eine katze, die täglich drei bis vier mäuse braucht, ist den ganzen tag (die ganze nacht) beschäftigt.


Ich wuerde auch abhaengig Beschaeftigte nicht als Sklaven bezeichnen, weil sie niemandes Eigentum sind, sondern sich bloss zeitweise vermieten.

in der antike gabs die sklaverei auch zeitlich befristet. andere lebenslange Sklaven hatten die möglichkeit sich freizukaufen.
was hat das mit heute zu tun?
die sklaven, die noch im vorletzten jahrhundert auf den amerikanischen plantagen gelebt und geschuftet haben, hatten absolut kein recht an ihrem eigenen leben. und doch nur mit dieser art sklaven werden doch hier die "lohnsklaven" der heutigen zeit verglichen.

auch in den südstaaten gabs freigelassene Sklaven, die aber dann oft in unionsstaaten übersiedeln mussten.
die in der illegalität lebenden Einwanderer in den usa, denen eine legalisierung verwehrt wird, sind die nachfolger dieser ehemaligen südstaatensklaven.
in unserem relativen wohlstand übersehen wir gerne die modernen formen der Sklaverei, von der auch wir über niedrige preise tagtäglich profitieren.
die grenzen sind fließend. bei uns abhängig beschäftigte sind kaum weniger Sklaven, als die saisonarbeiter bei amazon im verteilerzentrum.

Nicht zu vergessen die Hundertausende von sog. Leiharbeitern, welche über die sog. Personalleasingfirmen (Sklavenbesitzer) mit dubiosen Werkverträgen ausgebeutet werden. Früher waren die mal größtenteils auf "Montage" und verdienten gutes Geld, welches heute in die Taschen der Personalverleiher wandert. Diese "Sklavenbesitzer" kassieren zusätzlich noch unser Steuergeld, welches ihnen über die Ämter für "Keine Arbeit" regelmäßig für angebliches in Arbeit bringen ausgezahlt wird.

#168:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 00:54
    —
Gibts eigentlich für den Begriff "Sklave" eine 'moderne' Bezeichnung, ähnlich einem Hausmeister aus dem ein Facility-Manager werden kann?

"Dienstleister" ?

#169:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 01:33
    —
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Gibts eigentlich für den Begriff "Sklave" eine 'moderne' Bezeichnung, ähnlich einem Hausmeister aus dem ein Facility-Manager werden kann?

"Dienstleister" ?


Echte Sklaverei ist zumindest in unseren Gesellschaften kaum noch vorhanden. Als einzig relevantes Beispiel faellt mir eigentlich nur die Zwangsprostitution ein. Dort werden Menschen noch regelrecht als Ware gehandelt und mit Gewalt zur "Arbeit" gezwungen.

#170:  Autor: Hebart BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 01:44
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Gibts eigentlich für den Begriff "Sklave" eine 'moderne' Bezeichnung, ähnlich einem Hausmeister aus dem ein Facility-Manager werden kann?

"Dienstleister" ?


Echte Sklaverei ist zumindest in unseren Gesellschaften kaum noch vorhanden. Als einzig relevantes Beispiel faellt mir eigentlich nur die Zwangsprostitution ein. Dort werden Menschen noch regelrecht als Ware gehandelt und mit Gewalt zur "Arbeit" gezwungen.


Ja das stimmt rein begriffsmäßig, aber auch nur wenn man die NÖTIGUNG von Menschen außen vor lässt.

edit: insofern kann man @sehr gut's Frage dahingehend beantworten, moderne Sklaverei hat sich in Richtung Nötigung verschoben.

#171:  Autor: Fazer BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 01:53
    —
Hebart hat folgendes geschrieben:

Nicht zu vergessen die Hundertausende von sog. Leiharbeitern, welche über die sog. Personalleasingfirmen (Sklavenbesitzer) mit dubiosen Werkverträgen ausgebeutet werden. Früher waren die mal größtenteils auf "Montage" und verdienten gutes Geld, welches heute in die Taschen der Personalverleiher wandert. Diese "Sklavenbesitzer" kassieren zusätzlich noch unser Steuergeld, welches ihnen über die Ämter für "Keine Arbeit" regelmäßig für angebliches in Arbeit bringen ausgezahlt wird.


Besonders übel ist die Situation für die Geschäftsinhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen. Verpflichtet, das Gehalt der Mitarbeiter zu zahlen egal ob die Firma gerade Profit abwirft oder nicht haben diese Leute meist 60 bis 80 Stundenwochen - Arbeitszeiten wo gewerkschaftlich indoktrinierte Arbeiter schon lange einen Aufstand proben würden. Dennoch bemühen sich diese Geschäftsinhaber den Laden mir ihrem sklavenartigen Einsatz am laufen zu halten, oft genug leider erhalten sie als Entgelt dann noch Beschimpfungen der üblichen Sozialisten die von Ausbeutung und so phantasieren ohne jemals in ihrem Leben selbständig ein Unternehmen geführt zu haben.

#172:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 02:37
    —
Fazer hat folgendes geschrieben:
Hebart hat folgendes geschrieben:

Nicht zu vergessen die Hundertausende von sog. Leiharbeitern, welche über die sog. Personalleasingfirmen (Sklavenbesitzer) mit dubiosen Werkverträgen ausgebeutet werden. Früher waren die mal größtenteils auf "Montage" und verdienten gutes Geld, welches heute in die Taschen der Personalverleiher wandert. Diese "Sklavenbesitzer" kassieren zusätzlich noch unser Steuergeld, welches ihnen über die Ämter für "Keine Arbeit" regelmäßig für angebliches in Arbeit bringen ausgezahlt wird.


Besonders übel ist die Situation für die Geschäftsinhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen. Verpflichtet, das Gehalt der Mitarbeiter zu zahlen egal ob die Firma gerade Profit abwirft oder nicht haben diese Leute meist 60 bis 80 Stundenwochen - Arbeitszeiten wo gewerkschaftlich indoktrinierte Arbeiter schon lange einen Aufstand proben würden. Dennoch bemühen sich diese Geschäftsinhaber den Laden mir ihrem sklavenartigen Einsatz am laufen zu halten, oft genug leider erhalten sie als Entgelt dann noch Beschimpfungen der üblichen Sozialisten die von Ausbeutung und so phantasieren ohne jemals in ihrem Leben selbständig ein Unternehmen geführt zu haben.


Pillepalle

#173:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 08:55
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:


Wann hört diese schwachsinnige Denkweise endlich auf?


Nie!

Es ist doch so, dass das eine weiterbaut auf das bisherige.

Etwas "völlig neues" ist mit Menschen nicht zu machen.

Höchstens nach einen totalen zusammenbruch.
Und das habe ich dafür nicht übrig.


Diese Stückwerkplanung wird aber inzwischen auch von vielen Architekten und Städtplanern selber kritisiert, wie ich gelesen habe.

Es geht nicht darum, dass z.B. schöne alte Gebäude neben unpassenden neuen Betonklotzen stehen oder einfach eine Hochstraße durch die Stadt gezogen wird, wodurch diese *zerschnitten* wird, sondern dass technische Neuerungen zum Teil gar nicht mehr in die Stadt passen und dass man sowieso große Teile umbauen müsste.

Aber das ist eine Diskussion, die etwas abseits vom Thema ist. Es ging ja um Technik, die menschliche Arbeit ersetzt und z.B. den Straßenverkehr automatisiert.

Dazu möchte ich sagen, dass das eigentlich gar keine schlechte Perspektive ist, wenn man nur die Arbeitszeit für alle verkürzt und auf alle gleich verteilt. Denn Arbeit sollte ja kein Selbstzweck sein, sondern nur Mittel zum Zweck.

Zur Zeit wird viel von dem Konzept *Industrie 4.0* gesprochen. Hierbei geht es um eine Art Vernetzung von Betrieben sowie automatische Produktionskonzepte innerhalb der Betriebe. Das ist eine positive Möglichkeit, aber das setzt meiner Ansicht nach voraus, dass das Konkurrenzprinzip in der Wirtschaft abgeschafft wird. Sonst wird das ohne enorme Effizienzverluste und Sicherheitsprobleme nicht funktionieren, abgesehen davon, dass die Menschen keine Transparenz und Kontrolle über diese Prozesse haben.

Fazit: Technisch geht heute vieles, was übrigens auch erklärt, warum etwa einige Stadtplaner mit der Stückwerkplanung mehr und mehr unzufrieden sind. Man hätte heute nämlich die Möglichkeit, so zu konstruieren und zu bauen, dass alles in einem harmonischen und transparenten Gesamtkonzept zusammen passt. Einige Stadtsoziologen schlagen dazu auch neue Kommunikationsprozesse vor, damit nicht über die Köpfe der Menschen hinweg geplant und gabaut wird, sei es in der Stadt, sei es in der Fabrik/im Büro ...-

#174:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 12:31
    —
Die Unterschiede zwischen der Sklaverei in alter Form und der heutigen unselbständigen Arbeitsverhältnisse sind gering, vieles ist dabei Schönrednerei. Je weiter "unten" ein Arbeiter ist, umso mehr gleicht sein Dasein dem eines Sklaven. Vrolijke, du solltest mal Günter Wallrafs "Ganz unten" lesen.
Wenn man Sklaven der alten Zeiten gefragt hätte, warum sie nicht einfach weglaufen, wäre oft die Gegenfrage gekommen: "Wohin?" und vielleicht auch: "Und wovon soll ich dann leben?" Ist das heute anders?
Um 1950 herum waren wir Arbeiter noch frei. Da konnte man sogar auch als Ungelernter wenn einem was nicht paßte einfach "in den Sack hauen" und zu einem anderen Betrieb gehen. Facharbeiter jedenfalls mußte man sorgsam behandeln. Und da kam ja dann auch die Zeit, wo die Lohnfortzahlung und die 40-Stunden-Woche und immer mehr bezahlter Urlaub erstritten wurden. Als ich ins "Berufsleben" kam arbeitete man auch Samstags acht Stunden, und es gab 12 Kalendertage (nicht Arbeitstage!) Urlaub. Und wer krank wurde bekam die ersten drei Tage gar nichts und danach den halben Lohn. Für viele gilt das heute wieder. Denn wenn da einer meutert: "Halt die Schnauze, sonst fliegste raus! Da draußen stehen zwanzig Leute, die auf deinen Arbeitsplatz scharf sind!"
Dann sind da noch die Sklaven, die sich mittels Verschuldung so richtig an die Kette gelegt haben. Wer da Tilgung und Zinsen für ein Häuschen bezahlen muß, der muß fein die Klappe halten, daß er nicht brotlos wird.
Dann ist da noch (vorläufig kaum bei uns) das Problem der Kinderarbeit. Das ist auch nur möglich, weil es nicht genug Arbeit für Erwachsene gibt. Etwas ähnliches gab es in den Fünfzigern bei uns auch, als man Kinder bewußt nicht auf weitergehende Schulen, ja nicht einmal in eine Lehre schickte, sondern sie als Ungelernte eine Arbeit annehmen ließ, damit sie möglichst gleich nach der (damals noch 8jährigen Volks-)Schule Geld verdienten.
Was nun die Verblödung betriftt:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
meinst du wirklich, man könnte eigentlich intelligente menschen dazu bringen, sich den ganzen tag rtl & co. reinzuziehen, vor allem, wenn es alternativen gibt?

Leider sind intelligente Menschen sowieso in der Minderheit. Dafür sorgt schon unser beschissenes Bildungssystem. (Dumm geboren und nichts dazugelernt - altes Sprichwort). Sogar hier im Forum. Schließlich haben wir auch hier im FGH einige User, die der Meinung sind, man solle ARD und ZDF (und damit auch ARTE) zusammen mit den Gebühren abschaffen. Dabei sind in diesen Anstalten die intelligenten Menschen ja auch in der absoluten Minderheit. Ist es nicht vielsagend, wenn von den jämmerlichen 15 Minuten Tagesschau (deren Informationsgehalt an sich schon winzig ist) allein 12 Minuten für Fußball draufgehen?

#175:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 12:42
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Gibts eigentlich für den Begriff "Sklave" eine 'moderne' Bezeichnung, ähnlich einem Hausmeister aus dem ein Facility-Manager werden kann?

"Dienstleister" ?


Echte Sklaverei ist zumindest in unseren Gesellschaften kaum noch vorhanden. Als einzig relevantes Beispiel faellt mir eigentlich nur die Zwangsprostitution ein. Dort werden Menschen noch regelrecht als Ware gehandelt und mit Gewalt zur "Arbeit" gezwungen.

Das ist wie, wenn heute ein Aufsichtsrat sagt: "Man stiehlt den Leuten nicht ihr Geld und betrügt sie nicht um ihre Ersparnisse. Das geht doch viel feiner!"

#176:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 13:00
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Das ist wie, wenn heute ein Aufsichtsrat sagt: "Man stiehlt den Leuten nicht ihr Geld und betrügt sie nicht um ihre Ersparnisse. Das geht doch viel feiner!"

Mit "Sklave" ist es ähnlich wie mit "Religion": wenn bestimmte Formen davon verschwinden wähnt man sich frei zu sein von Sklaverei/Religion. Wenn die gleichen Inhalte einfach nur in neuen Formen erscheinen wird das nicht so registriert, dazu müsste man auf die Inhalte schauen und weniger auf die Formen.

#177:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 13:16
    —
Die meisten sind Sklaven von ihre eigenen Trieben und Suchten.
Am häufigsten, den Mammon und den Alkohol.

#178:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 13:22
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Die meisten sind Sklaven von ihre eigenen Trieben und Suchten.
Am häufigsten, den Mammon und den Alkohol.

Noch häufiger der Fußball. Der zusammen mit dem Alkohol - ich sags ja, Volksverblödung.

#179:  Autor: Jesus ChristusWohnort: Tartaros BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 14:37
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Die meisten sind Sklaven von ihre eigenen Trieben und Suchten.
Am häufigsten, den Mammon und den Alkohol.


Nicht zu vergessen:

http://www.suchtmittel.de/info/zuckersucht/

https://www.psychologytoday.com/blog/eating-mindfully/201204/sugar-addiction

#180:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 11.01.2016, 17:15
    —
Jesus Christus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Die meisten sind Sklaven von ihre eigenen Trieben und Suchten.
Am häufigsten, den Mammon und den Alkohol.


Nicht zu vergessen:

http://www.suchtmittel.de/info/zuckersucht/

https://www.psychologytoday.com/blog/eating-mindfully/201204/sugar-addiction

Na, da könnten wir noch ein gutes Stück so weitermachen. Gibts was, nach dem keiner irgendwo süchtig ist? Passend zum Thread auch Arbeitssucht (unvorstellbar für einen Faulpelz wie mich). Gibts schon ein deutsches Wort für den Workaholic?

#181:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 02.02.2018, 13:13
    —
Hier passt es besser hin:

Wilson hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:

mir kommen die aldi- angestellten im geschäft immer sehr gehetzt vor.
Das kommt vielleicht auf die Filiale an. In "unseren" Aldi habe ich nie das Gefühl.

Wilson hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Die Geschwindigkeit, mit der Supermarkt Kassierer Waren über den Scanner ziehen, ist beeindruckend. Aldi hat sogar den Ruf, den schnellsten Kassiervorgang der Welt zu haben. Eine Mitarbeiterin von Aldi erklärte FOCUS Online, welche Artikelvorgaben sie in einer Schicht schaffen müssen.

Aldi-Kassierer, die Artikel schneller scannen, als Kunden sie aufs Band legen können – das ist der Mythos, der den Discounter schon seit Jahren umschwebt.



https://www.focus.de/finanzen/videos/vorgabe-aus-der-zentrale-mitarbeiter-unter-druck-darum-scannen-kassierer-beim-discounter-so-schnell-ein_id_6821475.html

Ich habe bei den meisten Aldi-Mitarbeiter das Gefühl, dass sie das beste für ihr Kunden möchten. Die arbeiten alle recht hart. Für den Kunde, wenn er dann eine Frage oder Reklamation hat, wird dennoch immer Zeit genommen.
Wenn welche Mitarbeiter da nicht "mitziehen" wollen, sind sie vielleicht bei Aldi Fehl am Platz.
Ich kann dabei natürlich nur auf meine eigene Erfahrungen zurückgreifen. Journalisten, die gerne was "Aufdecken", haben da ganz andere Motivationen.
Ich finde, wer seine Mitarbeiter ordentlich bezahlt, kann auch ordentliche Arbeit verlangen.

welch menschenbild...

beschleicht dich nicht doch heimlich mal das gefühl, dass in diesem kapitalistsichen system, jajaja Mit den Augen rollen , was nicht stimmt?
trinkst du dann schnell einen guten kaffee oder hörst ablenkende musik oder begibst dich auf die metaebene?
Was meinst Du da mit "welch Menschenbild"?
Dass man für gute Arbeit gutes Geld zu bekommen hat ist für mich eine Selbstverständlichkeit.

Wilson hat folgendes geschrieben:
wieviele dinge müssen denn noch aufgedeckt werden?
im m.m.brisantesten bereich, dem gesundheitswesen deckt man ja auch seit jahrzehnten fleissig auf..oder aktuell in den Pflegeeinrichtungen...

Habe ich was über das Gesundheitswesen oder Pflegeeinrichtungen gesagt?
Da gehört einiges aufgedeckt. Aber gehörig.

#182:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 02.02.2018, 15:07
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Ich habe bei den meisten Aldi-Mitarbeiter das Gefühl, dass sie das beste für ihr Kunden möchten. Die arbeiten alle recht hart. Für den Kunde, wenn er dann eine Frage oder Reklamation hat, wird dennoch immer Zeit genommen.
Wenn welche Mitarbeiter da nicht "mitziehen" wollen, sind sie vielleicht bei Aldi Fehl am Platz.


Genau. Was fällt denen überhaupt ein, das schöne Einkaufserlebnis bei Aldi durch menschliche Bedürfnisse zu stören? Die sollen sich freuen, überhaupt noch einen Arbeitsplatz zu haben. Beim Kaufland nebenan stehen schon die ersten Selbstbedienungskassen.

#183:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 02.02.2018, 15:27
    —
Im Bundestag wurde heute wieder über Sanktionen bei Hartz IV debattiert. Ich fand es merkwürdig, dass da Vertreter von Parteien, die gerade kräftig von den Wählern sanktioniert wurden, am Sanktionssystem festhalten wollen.

#184:  Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 02.02.2018, 15:48
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
Im Bundestag wurde heute wieder über Sanktionen bei Hartz IV debattiert. Ich fand es merkwürdig, dass da Vertreter von Parteien, die gerade kräftig von den Wählern sanktioniert wurden, am Sanktionssystem festhalten wollen.

Ich finde das gar nicht merkwürdig. Arbeitslose neigen zur Depression und nicht zum Aufstand. Das kannst Du festigen, indem Du sie für ihre Arbeitslosigkeit bestrafst. Aufregen werden sich nur die, die gerade davor stehen, betroffen zu sein - der Rest wird es in der Mehrzahl gut finden, wenn diese schmarotzenden Faulenzer, die von seinem Geld leben***, etwas drangsaliert werden. Rein wahltechnisch dürfte sich das also auszahlen.

Demokratie ohne Populismus ist illusorisch, deshalb habe ich auch nie verstanden, warum man sich gerade über den Populismus der AfD aufgeregt hat.

*** diese Einstellung dürfte unbewusst, gefühlsmäßig, erheblich häufiger existent sein, als es sich die Träger dieser Gefühle bewusst sind. Und das, was wir laut denken, dürfte bei Wahlentscheidungen regelmäßig eine geringere Rolle spielen als diese Gefühle.

#185:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 02.02.2018, 15:58
    —
fwo hat folgendes geschrieben:
Aufregen werden sich nur die, die gerade davor stehen, betroffen zu sein - der Rest wird es in der Mehrzahl gut finden, wenn diese schmarotzenden Faulenzer, die von seinem Geld leben***, etwas drangsaliert werden. Rein wahltechnisch dürfte sich das also auszahlen.


Nur merkwürdig, dass davon die Schmarotzer profitieren, die sehr gut vom Geld der Wähler leben. Und das auch noch sanktionsfrei.

#186:  Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 02.02.2018, 18:42
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Aufregen werden sich nur die, die gerade davor stehen, betroffen zu sein - der Rest wird es in der Mehrzahl gut finden, wenn diese schmarotzenden Faulenzer, die von seinem Geld leben***, etwas drangsaliert werden. Rein wahltechnisch dürfte sich das also auszahlen.


Nur merkwürdig, dass davon die Schmarotzer profitieren, die sehr gut vom Geld der Wähler leben. Und das auch noch sanktionsfrei.

Lachen Was fällt Dir denn ein? Die Du meinst, sind doch die Leistungsträger - zumindest verkaufen sie sich erfolgreich als solche.

#187:  Autor: AdvocatusDiaboli BeitragVerfasst am: 28.04.2021, 20:45
    —
Wer etwas Zeit hat: Die ARTE-Doku „Arbeit auf Abruf“ über digitale Tagelöhner, darunter neben den Auslieferern vor unser Tür auch Content-Moderatoren auf den Philippinen, die den Schmutz auf SocialMedia-Plattform prüfen müssen.

Zitat:
Einfach und schnell Geld verdienen über eine App - das versprechen digitale Dienstleister wie Uber und Deliveroo. Doch die Fahrer und Auslieferer müssen ständig zur Verfügung stehen und haben keinen Feierabend. "Arbeit auf Abruf" zeigt den Alltag der modernen Tagelöhner und wirft einen Blick auf die Zukunft der Arbeit.


https://www.arte.tv/de/videos/075833-000-A/arbeit-auf-abruf/

#188:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 29.04.2021, 11:07
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Die Geschwindigkeit, mit der Supermarkt Kassierer Waren über den Scanner ziehen, ist beeindruckend. Aldi hat sogar den Ruf, den schnellsten Kassiervorgang der Welt zu haben. Eine Mitarbeiterin von Aldi erklärte FOCUS Online, welche Artikelvorgaben sie in einer Schicht schaffen müssen.

Aldi-Kassierer, die Artikel schneller scannen, als Kunden sie aufs Band legen können – das ist der Mythos, der den Discounter schon seit Jahren umschwebt.

Das halte ich für Blödsinn. Der Kunde muß die gescannte Ware schließlich abräumen. Sonst ist die Kasse blockiert. Ich hab schon einigemale zu Kassiererinnen gesagt: "Das bringt gar nix, wenn Sie schneller sind als ich." Ob's denen paßt oder nicht, sie müssen zähneknirschend warten, bis ich das Portemonaie zücke und zahle.

#189:  Autor: DonMartin BeitragVerfasst am: 29.04.2021, 11:17
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Die Geschwindigkeit, mit der Supermarkt Kassierer Waren über den Scanner ziehen, ist beeindruckend. Aldi hat sogar den Ruf, den schnellsten Kassiervorgang der Welt zu haben. Eine Mitarbeiterin von Aldi erklärte FOCUS Online, welche Artikelvorgaben sie in einer Schicht schaffen müssen.

Aldi-Kassierer, die Artikel schneller scannen, als Kunden sie aufs Band legen können – das ist der Mythos, der den Discounter schon seit Jahren umschwebt.

Das halte ich für Blödsinn. Der Kunde muß die gescannte Ware schließlich abräumen. Sonst ist die Kasse blockiert. Ich hab schon einigemale zu Kassiererinnen gesagt: "Das bringt gar nix, wenn Sie schneller sind als ich." Ob's denen paßt oder nicht, sie müssen zähneknirschend warten, bis ich das Portemonaie zücke und zahle.

So isses. Der begrenzende Faktor ist der Kunde, nicht die Kassiererin.
Ich nehme eher die Schlange mit den wenigsten Kunden, selbst wenn die den ganzen Wagen voll haben.
Im Zweifel halt die mit der hübschesten Kassiererin.

#190:  Autor: koljaWohnort: NRW BeitragVerfasst am: 29.04.2021, 12:05
    —
Ich nehm ja eher die Schlange mit der Kassiererin, bei der die Nase nicht aus der Maske rausschaut.

#191:  Autor: kerengWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 30.04.2021, 10:39
    —
Vom Ende der Aldi-Schlange aus kann ich oft gar nicht sehen, wer an der Kasse sitzt.

#192:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 30.04.2021, 10:51
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Murpheys Gesetz: Immer ist die Warteschlange am langsamsten, in der du stehst.

#193:  Autor: DonMartin BeitragVerfasst am: 30.04.2021, 10:51
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kolja hat folgendes geschrieben:
Ich nehm ja eher die Schlange mit der Kassiererin, bei der die Nase nicht aus der Maske rausschaut.

meine Kassiererinnen sitzen hinter einer Plexischeibe.
Auch Virusmutanten können nicht durch Plexi teleportieren.



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