Die USA, der Vorreiter der westlichen Wertegemeinschaft
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Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft

#361:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 13:31
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unquest hat folgendes geschrieben:
Schöne neue Welt mit safe spaces und trigger warnings.

Zitat:
Ich lehre seit Jahren an einer führenden amerikanischen Universität. Mehr kann ich zu meiner Identität nicht sagen, ohne berufliche Konsequenzen befürchten zu müssen.


Zitat:
Im Februar wurde auf Drängen von Studentinnen der Northwestern University ein Disziplinarverfahren gegen eine Professorin eingeleitet, die erklärt hatte, dass die Missbrauchsangst bei Liebeleien auf dem Campus übertrieben werde.

Im Mai verlangten Studenten der Columbia University, Professoren müssten sie vor dem traumatisierenden Inhalt von Ovids Metamorphosen warnen.

Im Oktober löste in Yale eine Psychologin eine Protestwelle aus, als sie sich weigerte, Studenten vorzuschreiben, welche vermeintlich kulturell aneignenden Kostüme sie zu Halloween nicht tragen dürften.

ZEIT


Das würde vielleicht besser in den Feminismus-Thread passen. War übrigens ein ziemlicher Schock für mich, dieses Social Justice-Zeug dort drüben direkt mitzubekommen - und das obwohl die University of Chicago diesbezüglich noch relativ harmlos ist. Hat mich jedenfalls dazu gebracht, einige meiner eigenen Positionen nochmal zu überdenken.

#362:  Autor: Er_Win BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 13:54
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Tarvoc hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
Schöne neue Welt mit safe spaces und trigger warnings.

Zitat:
Ich lehre seit Jahren an einer führenden amerikanischen Universität. Mehr kann ich zu meiner Identität nicht sagen, ohne berufliche Konsequenzen befürchten zu müssen.


Zitat:
Im Februar wurde auf Drängen von Studentinnen der Northwestern University ein Disziplinarverfahren gegen eine Professorin eingeleitet, die erklärt hatte, dass die Missbrauchsangst bei Liebeleien auf dem Campus übertrieben werde.

Im Mai verlangten Studenten der Columbia University, Professoren müssten sie vor dem traumatisierenden Inhalt von Ovids Metamorphosen warnen.

Im Oktober löste in Yale eine Psychologin eine Protestwelle aus, als sie sich weigerte, Studenten vorzuschreiben, welche vermeintlich kulturell aneignenden Kostüme sie zu Halloween nicht tragen dürften.

ZEIT


Das würde vielleicht besser in den Feminismus-Thread passen. War übrigens ein ziemlicher Schock für mich, dieses Social Justice-Zeug dort drüben direkt mitzubekommen - und das obwohl die University of Chicago diesbezüglich noch relativ harmlos ist. Hat mich jedenfalls dazu gebracht, einige meiner eigenen Positionen nochmal zu überdenken.


In diesem Lichte sollte man auch noch die neuen EU/ECTR-Gesetze genauer betrachten !

Zitat:
Ich stutze ein wenig bei Abschnitt 6 (a), wo gleich zu Anfang betont wird, dass “der besondere Schutz, den Mitglieder gefährdeter und benachteiligter Gruppen genießen, eine besondere Behandlung beinhalten kann. Genau genommen geht diese bevorzugte Behandlung über den bloßen Respekt und die Akzeptanz, die der Toleranz zugrunde liegen, hinaus.” Verwirrend. Plötzlich soll die “Gleichbehandlung” ausgesetzt werden? Es würde mich interessieren, welche Gruppen hiermit genau gemeint sind. Im Text heißt es, dies sei von Land zu Land verschieden. Auch nicht erhellender.

Implementierung und offene Fragen

Zum Zweck der Implementierung soll jeder der 28 EU-Mitgliedsstaaten eine eigene Dienststelle einrichten, die die Einhaltung der Richtlinien im Kampf gegen Vorurteile, Rassismus, ethnische Diskriminierung, religiöse Intoleranz, totalitäre Ideologien, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Antifeminismus, Islamophobie und Homophobie überwacht. Die Behörde soll vorzugsweise innerhalb des Justizministeriums, ggf. auch des Innenministeriums operieren. Eine unabhängige Kommission aus bedeutenden Persönlichkeiten, die nicht im Dienst des Staates stehen, soll die Umsetzung der Richtlinie überwachen.

#363:  Autor: unquestWohnort: 2311 N. Los Robles Avenue in Pasadena BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 14:37
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Tarvoc hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
Schöne neue Welt mit safe spaces und trigger warnings.

Zitat:
Ich lehre seit Jahren an einer führenden amerikanischen Universität. Mehr kann ich zu meiner Identität nicht sagen, ohne berufliche Konsequenzen befürchten zu müssen.


Zitat:
Im Februar wurde auf Drängen von Studentinnen der Northwestern University ein Disziplinarverfahren gegen eine Professorin eingeleitet, die erklärt hatte, dass die Missbrauchsangst bei Liebeleien auf dem Campus übertrieben werde.

Im Mai verlangten Studenten der Columbia University, Professoren müssten sie vor dem traumatisierenden Inhalt von Ovids Metamorphosen warnen.

Im Oktober löste in Yale eine Psychologin eine Protestwelle aus, als sie sich weigerte, Studenten vorzuschreiben, welche vermeintlich kulturell aneignenden Kostüme sie zu Halloween nicht tragen dürften.

ZEIT


Das würde vielleicht besser in den Feminismus-Thread passen. War übrigens ein ziemlicher Schock für mich, dieses Social Justice-Zeug dort drüben direkt mitzubekommen - und das obwohl die University of Chicago diesbezüglich noch relativ harmlos ist. Hat mich jedenfalls dazu gebracht, einige meiner eigenen Positionen nochmal zu überdenken.

Chicago scheint seinen eigenen Weg zu gehen.

Aber warum Feminismus? Mir würde zuerst Paul Feyerabend einfallen, der hier Früchte trägt.

#364: neue Heimat Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 14:49
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unquest hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
Schöne neue Welt mit safe spaces und trigger warnings.

Zitat:
Ich lehre seit Jahren an einer führenden amerikanischen Universität. Mehr kann ich zu meiner Identität nicht sagen, ohne berufliche Konsequenzen befürchten zu müssen.


Zitat:
Im Februar wurde auf Drängen von Studentinnen der Northwestern University ein Disziplinarverfahren gegen eine Professorin eingeleitet, die erklärt hatte, dass die Missbrauchsangst bei Liebeleien auf dem Campus übertrieben werde.

Im Mai verlangten Studenten der Columbia University, Professoren müssten sie vor dem traumatisierenden Inhalt von Ovids Metamorphosen warnen.

Im Oktober löste in Yale eine Psychologin eine Protestwelle aus, als sie sich weigerte, Studenten vorzuschreiben, welche vermeintlich kulturell aneignenden Kostüme sie zu Halloween nicht tragen dürften.

ZEIT


Das würde vielleicht besser in den Feminismus-Thread passen. War übrigens ein ziemlicher Schock für mich, dieses Social Justice-Zeug dort drüben direkt mitzubekommen - und das obwohl die University of Chicago diesbezüglich noch relativ harmlos ist. Hat mich jedenfalls dazu gebracht, einige meiner eigenen Positionen nochmal zu überdenken.

Chicago scheint seinen eigenen Weg zu gehen.

Aber warum Feminismus? Mir würde zuerst Paul Feyerabend einfallen, der hier Früchte trägt.


"gruppenbasierte Identitätspolitik" statt Marxismus ist wohl ohnehin die Antwort kleinbürgerlicher Bewegungen auf den Marxismus. Soll wohl eine Art *neue Heimat* sein ...- Cool

#365: Re: neue Heimat Autor: Er_Win BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 14:52
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Skeptiker hat folgendes geschrieben:

"gruppenbasierte Identitätspolitik" statt Marxismus ist wohl ohnehin die Antwort kleinbürgerlicher Bewegungen auf den Marxismus. Soll wohl eine Art *neue Heimat* sein ...- Cool


Lese ich da einen Ausfluß deiner „Mikroaggressionen“ gegen Kleinbürgertum ... Lachen

#366: Re: neue Heimat Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 15:00
    —
Er_Win hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

"gruppenbasierte Identitätspolitik" statt Marxismus ist wohl ohnehin die Antwort kleinbürgerlicher Bewegungen auf den Marxismus. Soll wohl eine Art *neue Heimat* sein ...- Cool


Lese ich da einen Ausfluß deiner „Mikroaggressionen“ gegen Kleinbürgertum ... Lachen


Das ist nur eine Nanoaggression, mehr nicht. Duell

edit: d.h. zusätzlich ein völliges Unverständnis gegenüber jeglichen Heimatideologien, egal ob in Form von Scholle oder Horde ...-

#367:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 15:25
    —
unquest hat folgendes geschrieben:
Mir würde zuerst Paul Feyerabend einfallen, der hier Früchte trägt.

Feyerabend wird von der Social-Justice Bewegung meines Wissens nicht rezipiert.

#368:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 17:30
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Eine Weltmacht kann auf das Völkerrecht pfeiffen, dafür ist sie eine Weltmacht.

noc

Da muß ich Dir Recht geben. Ich halte das auch für ausgemachter Blödsinn.

Man könnte über die Gründe wieso eine Weltmacht "auf das Völkerrecht pfeifft" aber mal reden. Denn was sagt das über sie aus, oder was macht so eine Haltung aus ihnen?
  • Man erkennt kein 'Recht' an über das man keine Macht hat bzw welches man nicht selbst geschaffen hat
  • Man gesteht anderen Ländern kein Recht zu
  • Man gesteht anderen Ländern manchmal ein Recht zu (Opportunismus, Willkür, Doppelstandards)
  • Man hält sich für höherwertiger/edler/'Herrenrasse', andere sind Barbaren/'Untermenschen'
  • ...

Mühsam darüber zu diskutieren. Wie BB schon sagte, das haben "Weltmächte" so an sich.
Die tun sich da alle nichts. Schulterzucken

Eine Weltmacht bekommt automatisch ein Überlegenheitsdenken/Herrenrassendenken, andere sind minderwertiger/Barbaren/Untermenschen?

#369:  Autor: Samson83 BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 17:49
    —
Nein; bzw. darum geht es nicht. Eine Rechtspflicht, die sich nicht gewaltsam bzw. zwangsweise durchsetzen lässt, ist ohne Wert. Darum geht es.

#370:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 18:08
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Eine imperiale Macht ohne imperiale Ideologie ist... unwahrscheinlich.

#371:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 18:17
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Samson83 hat folgendes geschrieben:
Eine Rechtspflicht, die sich nicht gewaltsam bzw. zwangsweise durchsetzen lässt, ist ohne Wert.

Der Satz ginge auch ohne das "gewaltsam bzw. zwangsweise", das zeigt bloss das man Macht (gegenüber der Weltmacht) haben muß um ein ge-recht durchsetzen zu können, aber nicht das eine Weltmacht Recht akzeptiert bzw als notwendig erachtet.

#372:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 18:22
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Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Eine imperiale Macht ohne imperiale Ideologie ist... unwahrscheinlich.

Die Ideologie kommt automatisch? Was war zuerst da, die Welt-Macht oder die Ideologie?
d.h. schon im Zustand wo man noch keine Weltmacht ist, ist die Ideologie da? Oder kommt die Ideologie im Gefolge der Weltmacht?

#373:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 18:26
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sehr gut hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Eine imperiale Macht ohne imperiale Ideologie ist... unwahrscheinlich.

Die Ideologie kommt automatisch? Was war zuerst da, die Welt-Macht oder die Ideologie?
d.h. schon im Zustand wo man noch keine Weltmacht ist, ist die Ideologie da? Oder kommt die Ideologie im Gefolge der Weltmacht?


Es gab schon Weltmächte mit den unterschiedlichsten Ideologien. Schulterzucken

#374:  Autor: Samson83 BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 18:41
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sehr gut hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Eine Rechtspflicht, die sich nicht gewaltsam bzw. zwangsweise durchsetzen lässt, ist ohne Wert.

Der Satz ginge auch ohne das "gewaltsam bzw. zwangsweise", das zeigt bloss das man Macht (gegenüber der Weltmacht) haben muß um ein ge-recht durchsetzen zu können, aber nicht das eine Weltmacht Recht akzeptiert bzw als notwendig erachtet.


Nochmal: Warum sollte sie?

#375:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 19:09
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Samson83 hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Eine Rechtspflicht, die sich nicht gewaltsam bzw. zwangsweise durchsetzen lässt, ist ohne Wert.

Der Satz ginge auch ohne das "gewaltsam bzw. zwangsweise", das zeigt bloss das man Macht (gegenüber der Weltmacht) haben muß um ein ge-recht durchsetzen zu können, aber nicht das eine Weltmacht Recht akzeptiert bzw als notwendig erachtet.


Nochmal: Warum sollte sie?

»Es ist ein großer Fehler von uns dem internationalen Recht irgendeine Gültigkeit zuzusprechen, sogar wenn dies in unserem kurzfristigen Interesse zu liegen scheint weil es, auf lange Sicht das Ziel derer ist, die auf solche internationale Rechtsprechung hoffen, den Handlungsspielraum der Vereinigten Staaten einzuschränken.«
ein ehem. US-Botschafter der Vereinten Nationen

Was ist aber zuerst da, Weltmacht oder Ideologie? Oder ist eine Ideologie in einer Weltmacht implementiert?

#376:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 19:22
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Samson83 hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Eine Rechtspflicht, die sich nicht gewaltsam bzw. zwangsweise durchsetzen lässt, ist ohne Wert.

Der Satz ginge auch ohne das "gewaltsam bzw. zwangsweise", das zeigt bloss das man Macht (gegenüber der Weltmacht) haben muß um ein ge-recht durchsetzen zu können, aber nicht das eine Weltmacht Recht akzeptiert bzw als notwendig erachtet.


Nochmal: Warum sollte sie?



Aus genau dem gleichen Grund, weshalb ich keinen Schwaecheren zusammenhaue, nur weil der mir gerade im Weg ist oder ich was haben will, was der hat und dies auch, wenn ich Grund zur Annahme haette, dass ich das straflos machen koennte, weil vielleicht der "Arm des Gesetz" nicht bis dorthin reicht wo ich mich gerade aufhalte.

Wie sieht es da eigentlich bei Dir aus? Gesetzt den Fall Du befindest Dich auf einer laengeren Wanderung im tiefen menschenleeren Busch. Du stellst fest, dass Du Dich mit dem Proviant verrechnet hast. Du triffst einen Dir koerperlich weit unterlegenen anderen Wanderer, der offensichtlich noch ueber ausreichende Mengen Proviant verfuegt, den aber nicht mit Dir teilen will. Du bist allein mit dem, der naechste Highway ist ueber 50km entfernt. Du wuerdest das schon irgendwie durchhalten, muesstest aber schweren Kohldampf schieben und Dich ziemlich quaelen. Theoretisch koenntest Du den umbringen um an seinen Proviant zu kommen und den irgendwo verscharren. Die Chance, dass das jemals rauskommt, ist verschwindend gering. Gibt es irgendwas, was Dich dennoch davon abhaelt Dich wie Russland in Tschetschenien oder die USA im Irak zu verhalten? Am Kopf kratzen

#377:  Autor: Samson83 BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 19:27
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beachbernie hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Eine Rechtspflicht, die sich nicht gewaltsam bzw. zwangsweise durchsetzen lässt, ist ohne Wert.

Der Satz ginge auch ohne das "gewaltsam bzw. zwangsweise", das zeigt bloss das man Macht (gegenüber der Weltmacht) haben muß um ein ge-recht durchsetzen zu können, aber nicht das eine Weltmacht Recht akzeptiert bzw als notwendig erachtet.


Nochmal: Warum sollte sie?



Aus genau dem gleichen Grund, weshalb ich keinen Schwaecheren zusammenhaue, nur weil der mir gerade im Weg ist oder ich was haben will, was der hat und dies auch, wenn ich Grund zur Annahme haette, dass ich das straflos machen koennte, weil vielleicht der "Arm des Gesetz" nicht bis dorthin reicht wo ich mich gerade aufhalte.

Wie sieht es da eigentlich bei Dir aus? Gesetzt den Fall Du befindest Dich auf einer laengeren Wanderung im tiefen menschenleeren Busch. Du stellst fest, dass Du Dich mit dem Proviant verrechnet hast. Du triffst einen Dir koerperlich weit unterlegenen anderen Wanderer, der offensichtlich noch ueber ausreichende Mengen Proviant verfuegt, den aber nicht mit Dir teilen will. Du bist allein mit dem, der naechste Highway ist ueber 50km entfernt. Du wuerdest das schon irgendwie durchhalten, muesstest aber schweren Kohldampf schieben und Dich ziemlich quaelen. Theoretisch koenntest Du den umbringen um an seinen Proviant zu kommen und den irgendwo verscharren. Die Chance, dass das jemals rauskommt, ist verschwindend gering. Gibt es irgendwas, was Dich dennoch davon abhaelt Dich wie Russland in Tschetschenien oder die USA im Irak zu verhalten? Am Kopf kratzen


Ja, rein emotional widerstrebt mir derartiges Handeln. Ich wüsste aber nicht, wie ich einen anderen argumentativ überzeugen könnte, um ihn davon abzuhalten.

"Dann gib auch den anderen Pfennig her..."

#378:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 20:53
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sehr gut hat folgendes geschrieben:
Die Ideologie kommt automatisch? Was war zuerst da, die Welt-Macht oder die Ideologie?
d.h. schon im Zustand wo man noch keine Weltmacht ist, ist die Ideologie da? Oder kommt die Ideologie im Gefolge der Weltmacht?

Es gibt natürlich Wechselwirkungen, aber insgesamt ist Ideologie eine Reflexion gegebener Verhältnisse und nicht umgekehrt.

#379:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 21:02
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Samson83 hat folgendes geschrieben:
Ja, rein emotional widerstrebt mir derartiges Handeln. Ich wüsste aber nicht, wie ich einen anderen argumentativ überzeugen könnte, um ihn davon abzuhalten.

Da bin ich ja beruhigt. Aber um deine Frage zu beantworten: Ja, wenn man sich in einer Situation absoluter Ohnmacht befindet, dann kann man eben absolut nichts machen.

#380:  Autor: Samson83 BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 21:31
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Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Ja, rein emotional widerstrebt mir derartiges Handeln. Ich wüsste aber nicht, wie ich einen anderen argumentativ überzeugen könnte, um ihn davon abzuhalten.

Da bin ich ja beruhigt. Aber um deine Frage zu beantworten: Ja, wenn man sich in einer Situation absoluter Ohnmacht befindet, dann kann man eben absolut nichts machen.

Diese clevere Frage war von Beachbernie, oder?

#381:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 21:36
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Samson83 hat folgendes geschrieben:
Diese clevere Frage war von Beachbernie, oder?

Ja, richtig. Aber die Frage ist, ob diese Antwort eine korrekte Beschreibung der Situation darstellt.

#382:  Autor: Samson83 BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 21:42
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Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Diese clevere Frage war von Beachbernie, oder?

Ja, richtig. Aber die Frage ist, ob diese Antwort eine korrekte Beschreibung der Situation darstellt.

Versteh ich nicht.

#383:  Autor: TarvocWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 21:48
    —
Es geht hier doch um die Weltmacht USA, oder nicht...?

#384:  Autor: Samson83 BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 21:54
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Es geht hier doch um die Weltmacht USA, oder nicht...?

Ja. Irgendwelche klugen Leute warfen der USA in harscher Weise vor, das Völkerrecht zu missachten und imperialistisch zu agieren.

Auf mein: Warum auch nicht? habe ich keine Antwort erhalten; bis auf Beachbernies Wandergeschichte. Da bietet Spiderman 1 ja eine bessere Antwort.

#385:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 22.10.2016, 23:54
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Samson83 hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Es geht hier doch um die Weltmacht USA, oder nicht...?

Ja. Irgendwelche klugen Leute warfen der USA in harscher Weise vor, das Völkerrecht zu missachten und imperialistisch zu agieren.

Auf mein: Warum auch nicht? habe ich keine Antwort erhalten; bis auf Beachbernies Wandergeschichte. Da bietet Spiderman 1 ja eine bessere Antwort.



Es geht im Grunde genommen darum, dass man Recht im Sinne von gemeinschaftlich vereinbarten Verhaltensnormen als Wert an sich ansieht. Damit ist die Strafbewehrung des Bruches solcher Verhaltenssnormen nicht der einzige Grund diese einzuhalten, ja noch nicht einmal der Hauptgrund, sondern lediglich eine Art "Default modus" fuer solche Individuen, die es anders nicht schnallen.

Mein Beispiel versucht dies im persoenlichen Bereich zu erklaeren. Im zwischenstaatlichen Bereich sollte dies nicht anders sein. Dein Argument laeuft darauf hinaus die Sanktionsmoeglichkeit als einzig relevanten Grund fuer die Einhaltung von internationalem Recht anzusehen. Eine Supermacht, die so stark ist, dass es fuer sie keine Instanz gibt, die stark genug waere Sanktionen gegen sie durchsetzen, waere demnach defacto automatisch als ausserhalb jeden Voelkerrechts stehend anzusehen und kann sich deshalb alles leisten und muss auf niemanden Ruecksicht nehmen.

Ein solches Verhalten ist jedoch im persoenlichen Bereich als asozial einzustufen und selbst wenn die betreffende Person als ueber dem Gesetz stehend angesehen werden kann, weil es keine reale Sanktionsmoeglichkeit gegen sie gibt, stoesst sie irgendwann an natuerliche Grenzen. Sie wird zuerst zunehmend unbeliebter und niemand traut ihr mehr ueber den Weg, weshalb immer weniger Menschen bereit sein werden mit dieser Person zu kooperieren. Treibt diese Person es irgendwann zu weit, dann wird sie sehr schnell zum Ziel von Aggression und kann so neutralisiert werden. Tyrannen geht es im politischen Leben z.B. so. Irgendwann haben die unterdrueckten Untertanen die Schnauze voll, schliessen sich zusammen und revoltieren.

Auch sich tyrannisch gebaerdenden Staaten kann aehnliches bluehen wie dies das Dutzendjaehrige Reich erleben musste. Irgendwann war das Mass voll und es bildete sich eine riesige Koalition gegen das asoziale Staatswesen, die das Nazireich letztendlich zu Fall brachte. Wenn sowas bisher im Falle der USA noch nicht passiert ist, dann ist das keine Garantie dafuer, dass das ewig so bleiben wird. Es gibt heute schon staendig mehr Menschen und Volksgruppen, die US-amerikanischer Aggression zum Opfer fallen und die kuenftig alles, was aus diesem Land kommt, abgrundtief hassen und irgendwann kann da schon eine kritische Masse entstehen, die sogar die staerkste Militaermacht der Welt in die Knie zwingen kann. Das alleine waere schon ein Grund fuer die USA zu versuchen sich nach aussen hin freiwillig vernuenftiger und massvoller zu verhalten als man dies zur Zeit tut, wenn man schon nicht an das Voelkerrecht als Wert an sich glaubt.

#386:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 23.10.2016, 00:09
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Mein Beispiel versucht dies im persoenlichen Bereich zu erklaeren.


Das Beispiel war nicht schlecht, aber es hatte einen Makel: Es gibt bei dieser Tat keine Zeugen. Was eine Weltmacht tut, findet zumindest zum Teil vor den Augen der Weltöffentlichkeit statt. Die Folgen daraus müssen nicht unbedingt völkerrechtliche Gerichtsurteile sein. Da scheitern dann halt Handelsabkommen oder andere Verträge.

#387:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 23.10.2016, 11:22
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Mein Beispiel versucht dies im persoenlichen Bereich zu erklaeren.

Dein Beispiel zeigte einen Menschen der einen anderen Menschen als solchen (an)erkannte, nur das der schwächer war.
Wer andere aber als Barbaren/Untermenschen und sich selbst als edel/'Herrenrasse' ansieht hat dem anderen z.T. das Menschsein abgesprochen - das wäre dann eine andere Ebene.

Zitat:
Das alleine waere schon ein Grund fuer die USA zu versuchen sich nach aussen hin freiwillig vernuenftiger und massvoller zu verhalten als man dies zur Zeit tut, wenn man schon nicht an das Voelkerrecht als Wert an sich glaubt.

"Nach aussen" gibt es das Mittel der PR mit dem man bisher schon ein Bild des "vernuenftig und massvoll" schaffen konnte (zumindest bei nicht direkt betroffenen).
Wenn der Anschein ausreicht, wieso sollte man sich ändern und das in die Realität umsetzen?

#388:  Autor: Samson83 BeitragVerfasst am: 23.10.2016, 11:33
    —
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Es geht im Grunde genommen darum, dass man Recht im Sinne von gemeinschaftlich vereinbarten Verhaltensnormen als Wert an sich ansieht. Damit ist die Strafbewehrung des Bruches solcher Verhaltenssnormen nicht der einzige Grund diese einzuhalten, ja noch nicht einmal der Hauptgrund, sondern lediglich eine Art "Default modus" fuer solche Individuen, die es anders nicht schnallen.

Was "schnallen"?


Zitat:
Auch sich tyrannisch gebaerdenden Staaten kann aehnliches bluehen wie dies das Dutzendjaehrige Reich erleben musste. Irgendwann war das Mass voll und es bildete sich eine riesige Koalition gegen das asoziale Staatswesen, die das Nazireich letztendlich zu Fall brachte. Wenn sowas bisher im Falle der USA noch nicht passiert ist, dann ist das keine Garantie dafuer, dass das ewig so bleiben wird. Es gibt heute schon staendig mehr Menschen und Volksgruppen, die US-amerikanischer Aggression zum Opfer fallen und die kuenftig alles, was aus diesem Land kommt, abgrundtief hassen und irgendwann kann da schon eine kritische Masse entstehen, die sogar die staerkste Militaermacht der Welt in die Knie zwingen kann. Das alleine waere schon ein Grund fuer die USA zu versuchen sich nach aussen hin freiwillig vernuenftiger und massvoller zu verhalten als man dies zur Zeit tut, wenn man schon nicht an das Voelkerrecht als Wert an sich glaubt.

Das sehe ich gegenwärtig nicht ansatzweise am Horizont.

#389:  Autor: Samson83 BeitragVerfasst am: 23.10.2016, 11:34
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Mein Beispiel versucht dies im persoenlichen Bereich zu erklaeren.


Das Beispiel war nicht schlecht, aber es hatte einen Makel: Es gibt bei dieser Tat keine Zeugen. Was eine Weltmacht tut, findet zumindest zum Teil vor den Augen der Weltöffentlichkeit statt. Die Folgen daraus müssen nicht unbedingt völkerrechtliche Gerichtsurteile sein. Da scheitern dann halt Handelsabkommen oder andere Verträge.

Sehe ich real auch nicht ernsthaft.

#390:  Autor: Er_Win BeitragVerfasst am: 23.10.2016, 11:38
    —
Samson83 hat folgendes geschrieben:

Was "schnallen"?


Das: https://www.ted.com/talks/howard_rheingold_on_collaboration



Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft


output generated using printer-friendly topic mod. Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

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