Vernunft und Offenbarung in der jüdischen Tradition, Philon von Alexandria
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Freigeisterhaus -> Weltanschauungen und Religionen

#1: Vernunft und Offenbarung in der jüdischen Tradition, Philon von Alexandria Autor: kerengWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 14.05.2018, 21:26
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Ich habe mir heute mal wieder im Programm öffentlicher Vorträge der Uni Hamburg einen Vortrag aus der Reihe "Vernunft und Offenbarung in der jüdischen Tradition" angehört. Der erste Vortrag von Prof. Dr. Giuseppe Veltri war schon inhaltlich schwach gewesen und sprachlich kaum zu verstehen.

Diesmal war es nur wenig besser. Dr. des. Zeev Strauss (Institut für Jüdische Philosophie und Religion, Universität Hamburg) sprach über den Offenbarungsbegriff des Philon von Alexandria: "Wenn die Offenbarung selbst die hypostasierte Vernunft Gottes ist". Dr. Strauss bezeichnete Philon durchweg als "Philosoph", aber aus den Zitaten ging hervor, dass Philon ein Theologe und ein Apologet war.

Philon war Jude, konnte aber wohl kaum Hebräisch und benutzte die Septuaginta, die er als göttlich offenbarte und somit unfehlbare Übersetzung ansah, oder eben nicht als Übersetzung, sondern als dem Original gleichwertig. Dr. Strauss hielt es nicht für nötig, darauf hinzuweisen, dass Philon da falsch lag.

Philon war stark platonisch beeinflusst und sein Gottesbegriff passte nicht zum Text der Torah. Da er den Text akzeptierte, musste er abenteuerliche Phantasien bemühen, um die Widersprüche aufzulösen. Wenn Philon falsche Glaubensinhalte logisch korrekt aus falschen Prämissen ableitete, nannte Dr. Strauss das anerkennend "folgerichtig, was seine Prämissen anbelangt".

Die Szene, wo Gott auf den Berg Sinai kommt und zu Moses (und anderen?) spricht, passte Philon gar nicht ins Konzept, weil sein Gott immer und überall ist und nicht irgendwo hingehen kann. Und sprechen dürfte Gott nach Philons Vorstellung auch nicht. Philon erfand also einen Schöpfungsakt (denn das darf Gott ja), in dem Gott erst Feuer in der Luft macht und dann Schall, und dann vergisst Philon diese Idee und behauptet, die Stimme sei nicht in den Ohren, sondern direkt in den Seelen der Zuhörer erklungen, und dabei noch besonders schön und eindringlich gewesen.

Machen Philosophen das so: irgendwas erfinden, wenn sie mit einem Widerspruch konfrontiert werden?

In der Fragerunde wollte ich wissen, was Philon zu der Szene gesagt hat, wo Adam und Eva vom verboteten Baum gegessen hatten und Gott durch den Garten geht und ruft: "Adam, wo bist du?". Das, antwortete Dr. Strauss, habe Philon natürlich als allegorische Erzählung erkannt. Dann hätte ich gerne gefragt, warum es Philon nicht gelungen sei, auch die Sinai-Erzählung als Märchen zu erkennen, aber unter 30 Zuhöreren wollte ich die Veranstaltung nicht an mich reißen.

Mich hatte eigentlich interessiert, wo bei Philon, der ein Zeitgenosse von Jesus war, wenn Jesus wirklich lebte, Parallelen zum Christentum vorkommen. Richard Carrier hatte Philon ja deswegen erwähnt. Eine unerwartete Parallene war Philons (positive) Beschreibung einer Sekte, die "Therapeuten" genannt wurde und alte Jungfrauen als Gelehrte akzeptierte. Diese Jungfrauen seien nämlich von Gott mit der Offenbarung befruchtet worden.

Eine andere Parallele, bzw. ein Merkmal des damaligen Zeitgeistes, ist die Frage, ob der jüdische Gott bzw. Christus für alle da ist. Das soll ja ein Streitpunkt zwischen Paulus und den Jüngern gewesen sein. Philons ganz allgemeiner ortsloser Gott kann ja eigentlich auch kein auserwähltes Volk haben, aber davon wollte sich Philon nicht ganz lösen.


In einer Universität hätte ich unter dem Titel "Vernunft und Offenbarung in der jüdischen Tradition" etwas mehr Vernunft und weniger Offenbarung erwartet. Das Wort "Vernunftseele" kam zwar hundertmal vor, aber es blieb bei der akustischen Anwesenheit.

#2:  Autor: fwoWohnort: nicht fest BeitragVerfasst am: 15.05.2018, 09:25
    —
Danke für diese ausführliche Darstellung.
Zitat:
Dann hätte ich gerne gefragt, warum es Philon nicht gelungen sei, auch die Sinai-Erzählung als Märchen zu erkennen, aber unter 30 Zuhöreren wollte ich die Veranstaltung nicht an mich reißen.

Aber diese Hemmungen solltest Du nicht haben. Wenn Deine Fragen doof sind, wird man einen Weg finden, das abzukürzen, wenn nicht, hat der Rest genauso viel von den Antworten darauf wie Du.

#3:  Autor: Ferrie 58 BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 10:57
    —
kereng hat folgendes geschrieben:
In der Fragerunde wollte ich wissen, was Philon zu der Szene gesagt hat, wo Adam und Eva vom verboteten Baum gegessen hatten und Gott durch den Garten geht und ruft: "Adam, wo bist du?". Das, antwortete Dr. Strauss, habe Philon natürlich als allegorische Erzählung erkannt. Dann hätte ich gerne gefragt, warum es Philon nicht gelungen sei, auch die Sinai-Erzählung als Märchen zu erkennen, aber unter 30 Zuhörern wollte ich die Veranstaltung nicht an mich reißen.


... ...

.. Die Geschichte von Adam und Eva ist sicher eine Allegorische (allerdings halbwegs verstanden, dennoch eine hohe Aussage-Kraft. z.B: "Stolz kommt vor dem Fall" ).


Ob der Auszug aus Ägypten nun aber nur eine bloße Erzählung ist, darüber streiten sich verschied. Wissenschaftler.

Dass Ägypter (u.and. Völker ebenso) besiegte Völker oft verschleppten und ihnen dann strenge Sklavendienste aufbürdeten, ist erwiesen.
Vermutlich hat diese Erzählung also durchaus einen historischen Kern.

Dieser Sklaven-Aufstand speziell und eine gelungene Massen-Flucht in die sinaitische Wüste ist allerdings sonst nirgends verbürgt bzw. keine bekannte ägypt. Stele berichtet davon.
.


Ausnahmsweise wieder mal die quote gerichtet. vrolijke

#4:  Autor: kerengWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 13:08
    —
Ferrie 58 hat folgendes geschrieben:
Die Geschichte von Adam und Eva ist sicher eine Allegorische (allerdings halbwegs verstanden, dennoch eine hohe Aussage-Kraft. z.B: "Stolz kommt vor dem Fall" ).

"Stolz" kann ich in der Geschichte von Adam und Eva nicht finden, nur Ungehorsam. Sie ist eine Antwort auf das Theodizeeproblem: "Warum geht es uns so schlecht, wo Gott doch allmächtig und gütig ist?" "Wir könnten im Paradies leben, wenn alle Gott gehorcht hätten!"

Ferrie 58 hat folgendes geschrieben:
Ob der Auszug aus Ägypten nun aber nur eine bloße Erzählung ist, darüber streiten sich verschied. Wissenschaftler.

Mit "Sinai-Erzählung" und "Märchen" hatte ich die Übergabe der Zehn Gebote gemeint. Was den Auszug aus Ägypten angeht, ist mein Wissensstand, dass es eine archäologisch belegte Kontinuität zurück bis in polytheistische Zeiten gibt und kein Eroberungsfeldzug von Rückkehrern aus Ägypten zu finden ist.

#5:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 13:46
    —
kereng hat folgendes geschrieben:
"Wir könnten im Paradies leben, wenn alle Gott gehorcht hätten!"

Nicht alle, es geht um Hierarchie, Ordnung. Evas Verfehlung hatte keine Folge. Erst als auch der in der Ordnung höhere die gleiche Verfehlung begang brach die Ordnung zusammen.
Das neue Testament ist ein Hierarchie-Schutz, für diejenigen die sich dem zweiten Adam(Jesus) unterordnen.

#6:  Autor: Lebensnebel BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 14:18
    —
sehr gut hat folgendes geschrieben:

Das neue Testament ist ein Hierarchie-Schutz, für diejenigen die sich dem zweiten Adam(Jesus) unterordnen.


Das mit den neuen paradisischen Zuständen klappt aber nicht so ganz.

#7:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 14:30
    —
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:

Das neue Testament ist ein Hierarchie-Schutz, für diejenigen die sich dem zweiten Adam(Jesus) unterordnen.


Das mit den neuen paradisischen Zuständen klappt aber nicht so ganz.

Naja, Paradies müsste in einem anfangen, ansonsten gäb es Kompatibilitätsprobleme, Mensch würde da nicht reinpassen. Wer würde ein Paradies längere Zeit aushalten ... wenn man sowas nicht in sich hat?

Gerechterweise sollte sich ein Vorwurf auf fehlende innere Freude, Frieden etc beziehen, denn das wär notwendig für einen äusseren Ort der dafür stehen würde.

#8:  Autor: Lebensnebel BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 14:37
    —
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:

Das neue Testament ist ein Hierarchie-Schutz, für diejenigen die sich dem zweiten Adam(Jesus) unterordnen.


Das mit den neuen paradisischen Zuständen klappt aber nicht so ganz.

Naja, Paradies müsste in einem anfangen, ansonsten gäb es Kompatibilitätsprobleme, Mensch würde da nicht reinpassen. Wer würde ein Paradies längere Zeit aushalten ... wenn man sowas nicht in sich hat?

Gerechterweise sollte sich ein Vorwurf auf fehlende innere Freude, Frieden etc beziehen, denn das wär notwendig für einen äusseren Ort der dafür stehen würde.


Naja, diejenigen die sich Jesus untergeordnet haben, müssten das Paradies doch in sich tragen. (Was immer das auch bedeuten mag)

#9:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 15:03
    —
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
sehr gut hat folgendes geschrieben:

Das neue Testament ist ein Hierarchie-Schutz, für diejenigen die sich dem zweiten Adam(Jesus) unterordnen.


Das mit den neuen paradisischen Zuständen klappt aber nicht so ganz.

Naja, Paradies müsste in einem anfangen, ansonsten gäb es Kompatibilitätsprobleme, Mensch würde da nicht reinpassen. Wer würde ein Paradies längere Zeit aushalten ... wenn man sowas nicht in sich hat?

Gerechterweise sollte sich ein Vorwurf auf fehlende innere Freude, Frieden etc beziehen, denn das wär notwendig für einen äusseren Ort der dafür stehen würde.


Naja, diejenigen die sich Jesus untergeordnet haben, müssten das Paradies doch in sich tragen. (Was immer das auch bedeuten mag)

Wie auch immer du meinst das erkennen zu können.

#10:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 15:20
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sehr gut hat folgendes geschrieben:

Wie auch immer du meinst das erkennen zu können.


Auch so ein Paradies muss ja ab und an mal gelüftet werden.

#11:  Autor: kerengWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 15:54
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Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Naja, diejenigen die sich Jesus untergeordnet haben, müssten das Paradies doch in sich tragen. (Was immer das auch bedeuten mag)

Ich hätte noch eine Deutung des Sündenfalls anzubieten.
Der Mensch hat erkannt, dass er sterben muss. Das macht schlechte Laune (Verlust des Paradieses).
Das Christentum verspricht ein Leben nach dem Tod. Das stellt den Gläubigen zufrieden. Er trägt das Paradies wieder in sich.

Das verträgt sich schön mit der Evolution und mit moderner Theologie, die eine Belohnung durch Gott schon vor dem Tod vorsieht. Aber ich glaube, so war die Geschichte nicht gemeint.

#12:  Autor: Lebensnebel BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 16:18
    —
kereng hat folgendes geschrieben:

Der Mensch hat erkannt, dass er sterben muss. Das macht schlechte Laune (Verlust des Paradieses).
Das Christentum verspricht ein Leben nach dem Tod. Das stellt den Gläubigen zufrieden. Er trägt das Paradies wieder in sich.


Aber nur solange er nicht die Schriften der modernen Theologen liest. Denn wenn die eine jenseitige Belohnung bestreiten, dann verlöre er wieder sein Paradies. Die Bücher der modernen Theologen sind die neue verbotene Frucht.

#13:  Autor: VanHanegem BeitragVerfasst am: 17.06.2018, 22:11
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offenbar wurde Philon von Bruno Bauer als der eigentliche Erfinder des Christentums identifiziert. Jedenfalls interpretiert engels ihn so:

http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_297.htm

An anderer Stelle wurden schon andere Leute der alexandrinischen Schule dahingehend erwähnt, bzw. kommen da anscheinend in Frage kann ich mich aber nicht mehr so recht erinnern.

#14:  Autor: kerengWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 18.06.2018, 20:13
    —
VanHanegem hat folgendes geschrieben:
offenbar wurde Philon von Bruno Bauer als der eigentliche Erfinder des Christentums identifiziert. Jedenfalls interpretiert engels ihn so:

http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_297.htm

Danke für den Link!
Bruno Bauer kannte ich noch gar nicht. Ein Weggefährte Feuerbachs.
Die Forschungsergebnisse von Richard Carrier waren also schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt.

Platon hatte den Monotheismus ausgearbeitet, und die Juden hatten gerade nur einen Gott, schwupps hat man die beiden identifiziert.
Augustus hatte Apollo zu seinem Vater erklärt, die Therapeuten hatten Jungfrauen, die das Wort Gottes empfingen, schwupps ist Jesus das von einer Jungfrau empfangene Wort Gottes.

Neu war mir auch der Gedanke, dass Philosophen schlaue Theorien erdenken, die dann vom Volk vulgarisiert werden.

#15:  Autor: Thomas-Reichert BeitragVerfasst am: 21.07.2018, 14:34
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Die "Offenbarung des Johannes" ist selbstverständlich ausgedachte Literatur - ein Aufklärungsbuch über die böse Ideologie Christentum.

Jesus ist eine fiktionale Figur - eine Personifikation des Lebens und der Natur / der Menschheit - eine Handpuppe der Theologen.

Und Monogötter (YHWH, Gott, Allah ...) sind Personifikationden der Lichtenergie und damit kann man natürlich alles sagen und so dem Volk ein kollektives Über-Ich einreden.

P.S. Wir leben in keiner aufgeklärten Gesellschaft.

#16:  Autor: Lebensnebel BeitragVerfasst am: 21.07.2018, 15:09
    —
Thomas-Reichert hat folgendes geschrieben:
Die "Offenbarung des Johannes" ist selbstverständlich ausgedachte Literatur - ein Aufklärungsbuch über die böse Ideologie Christentum.


Und diese Aufklärungsliteratur hat man in die Bibel aufgenommen. Die, die die Bibel zusammengestellt haben, waren ganz schön cool drauf.

#17:  Autor: Thomas-Reichert BeitragVerfasst am: 21.07.2018, 15:16
    —
Was ist die Offenbarung des Johannes bzw. die Apokalypse?

Die Offenbarung des Johannes steht am Ende der Bibel und dass natürlich nicht ohne Grund. Am Anfang der Bibel steht, wie „Gott“ (das Licht) die Erde erschuf, hier wird also literarisch der Anfang der Welt beschrieben. Am Ende der Bibel steht die Offenbarung – die Offenbarung der Weisheit. In diesem verschlüsselten Text (Steganogramm) wird die Geschichte der Menschheit, die Geschichte der Religionen und speziell die Geschichte des Christentums nacherzählt – es offenbart die böse Ideologie, es offenbart vieles über den Menschen – wie der Mensch gestrickt ist, dass er ein Mitläufer ist, …. Und dass das Christentum ein rom.... ein romantisierter Opferkult war – ein Macht- und Herrschaftssystem – eine ART(Kunst)Diktatur.

Ja, die Offenbarung offenenbart, wie leicht sich der Mensch eine ART(Kunst)Diktatur unterwirft. Der intelligente Mensch ködert den einfachen Menschen mit Brimborium, Feste, Rituale … und der dumme Mensch lässt sich (ver)führen und möchte natürlich auch von dem Sozialkonstrukt profitieren.

Und gleichzeitig wird dem weisen Aufklärer Angst vor der Wahrheit eingeredet und somit somit dreht sich eine Schweige- und Angstspirale: Tag für Tag, Jahr für Jahr und Generation für Generatiion.

#18:  Autor: Thomas-Reichert BeitragVerfasst am: 21.07.2018, 15:17
    —
Warum hat man die Offenbarung geschrieben?

Zum einen würde ohne die Offenbarung die Bibel mit dem Judasevangelium (der gelobte Wahrheitssager) enden, aber eigentlich ging und geht es wohl eher darum Wissen an die nachfolgenden Priester zu geben.

Außerdem wurde mit dieser Schrift dem einfachen Volk Angst eingeflösst und dem teilwissenden Mitläufern und Aufklärern Angst vor der Aufklärung eingejagt. Und jeder Priester kann sich in Unschuld hüllen und auf die Offenbarung verweisen – schließlich steht da doch alles drin.

Und wenn das gutgläubige Lamm so schlau wird und diese mehrdeutige Schrift versteht wird dieses alles veröffentlichen (Wenn-Dann-Prophetie). Und so wird aus dem dummen gutgläubigen Lamm die weise, aufrichtige und ehrliche Menschheit.


#19:  Autor: VanHanegem BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 12:54
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Thomas-Reichert hat folgendes geschrieben:
Am Anfang der Bibel steht, wie „Gott“ (das Licht) die Erde erschuf, hier wird also literarisch der Anfang der Welt beschrieben.

diese Interpretation halte ich für reichlich gewagt zumal Gott nach Genesis das Licht erst angemacht hat. Und zwar NACHDEM er Himmel und Erde erschaffen hatte. Was aber offenbar vorher schon da war (dessen Existenz zumindest nie explizit hinterfragt wird) ist das Wasser. Hier hat man sich offenbar, wie übrigens auch die alten Griechen eher bei alt Mespotamischen Mythologien bedient.

Zugegeben: die Theorie von der Herkunft des jüdischen Monotheismus aus dem ägyptischen Amon Kult ist irgendwie sexy, aber alles über diese Schiene erklären zu wollen greift zu kurz.

#20:  Autor: Marcellinus BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 13:01
    —
VanHanegem hat folgendes geschrieben:

Zugegeben: die Theorie von der Herkunft des jüdischen Monotheismus aus dem ägyptischen Amon Kult ist irgendwie sexy, aber alles über diese Schiene erklären zu wollen greift zu kurz.

Aton - wenn ich recht informiert bin.

#21:  Autor: Thomas-Reichert BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 13:12
    —
@van...

Ich fange einfach einmal provokant an:
Was ist eigentlich ein Gott?

Die Menschheit hat sich schon viele Götter erschaffen, z.B. Ra, Helios, Zeus, Jupiter, Apollo, Kybele, Gaia, Magna Mater oder: Attis, Adonis, Mithras … Es gibt tatsächlich mehrere tausende Götter, welche sich die Menschheit erdacht hat.

Götter sind selbstverständlich literarische Figuren. Götter sind Personifikationen von Dinge. In ein Ding wie z.B. die Sonne werden Gedanken und Gefühle hineinprojiziert. Die Sonne wird als also als Person gedacht – sie wird personifiziert und daraus wird ein Sonnengott - er bekommt einen Namen, eine Gestalt, einen Charakter und somit einen Willen.

Die Hauptgötter der Menschheit waren Personifikationen der Sonne bzw. Personifikationen des Himmels. In Arabien war meist der personifizierte Mond der Hauptogott, der dort lebenden Menschen.

In Ägypten wurde also die Sonne vom Machthaber bzw. von den Priestern personifiziert, daraus wurde der Sonnengott Ra. In Griechenland hiess der Sonnengott Helios und in Rom war der Name des Sonnengotts Sol Invictus.

Alles was die Machthaber bzw. die Priester wollten wollte der jeweilige Gott.










Warum erfand man Götter und wer erschuf diese eigentlich?

Götter wurden meist von Machthabern bzw. deren Knechte (Priester → schwarze Philosophen) erschaffen. Meistens ging es um Macht, Herrschaft, Autorität … es ging und geht darum Menschen mit einem kollektiven Über-Ich (eine imaginäre → bildhafte Vaterfigur) - mit einer ausgedachten Autoritätsfigur in eine soziale Gruppe zu bringen. Alles was der Machthaber bzw. die schwarzen Philosophen (Priester) wollten sagte der jeweilige Gott.

Der Machthaber bzw. deren Priester warfen sich vor dem kollektivem Über-Ich, also dem jeweiligen Gott nieder und redeten dem gutgläubigen Volk einen Wahn ein. Man indoktrinierte Kinder in Schulen, durch Statsakte, Feste … durch Rituale köderte man sein Volk ….

Genauso wie heute. Heutzutage sind auch die öffentlich-rechtlichen Massenmedien eine grosse Hilfe die Irrlehre in die Köpfe der Menschheit einzutrichtern und selbstverständlich die Kindergärten und Schulen.










Was ist ein Alleingott – ein YHWH, ein Gott, ein Allah – ein Monogott?

Machen wir einmal folgendes Gedankenexperiment: Werfen wir einmal alle Götter (Helios, Zeus, Ra, Apollo, Attis, Adonis, Athene …) aller Zeiten und Kulturen im Gedanken in einen Kochtopf, anschliessend rühren wir dreimal um und schöpfen die Quintessenz ab. Die Quintessenz wäre das wichtigste, es wäre die Energie die überall ist und alles erschaffen hat. Und damit meine ich das Sonnenlicht, welches aus der Sonne hervorgeht und zu unserer Lebensenergie wird und diese Lebensenergie wird als Person gedacht.

Jeder Monogott (JHWH, Gott, Allah ...) ist die personifizierte Lichtenergie, also das Licht des Himmels und alles was das Licht erschaffen hat, incl. den Willen des Herrschers bzw. deren Knechte – die Theologen und dies wird zur Phantasie des Glaubenden.

Natürlich geht es in keiner der abrahamitischen Religionen um die Verehrung der Lichtenergie – es geht vielmehr darum Menschen eine gemeinsame Vaterfigur einzureden, eine Autoritätsfigur.












Kommen wir nun einmal zur Bibel: Steht in der Bibel wer oder was ein Monogott ist?

Klar! Ich zitiere: „Und das ist die Verkündigung, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, daß Gott Licht ist.“ 1. Johannes 1

Oder: „Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von obenherab, von dem Vater [Sonne] des Lichts ...“ Jakobus 1, 17

Und auch im Koran steht:
„Allah ist das Licht der Himmel und der Erde.“ Lichtsure, 35

Aber ... Wie gesagt: In keiner Religion geht es darum sich vor der Lichtenergie auf den Boden zu schmeissen – es ging und geht darum gutgläubigen Menschen einen Wahn einzureden, eine imaginäre (bildhafte) Vaterfigur in den Köpfen der Menschen zu erschaffen. Wenn man Kinder indoktriniert und den Glauben bzw. die Gemeinschaft als gut verkauft funktioniert diese Ideologisierung bestens.

#22:  Autor: VanHanegem BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 15:42
    —
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
VanHanegem hat folgendes geschrieben:

Zugegeben: die Theorie von der Herkunft des jüdischen Monotheismus aus dem ägyptischen Amon Kult ist irgendwie sexy, aber alles über diese Schiene erklären zu wollen greift zu kurz.

Aton - wenn ich recht informiert bin.

richtig, ich korrigiere


Thomas-Reichert hat folgendes geschrieben:
„Und das ist die Verkündigung, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, daß Gott Licht ist.“ 1. Johannes 1

Die Papierlage ist und bleibt, dass Gott lt. Genesis das Licht erst angemacht hat. Dass ein Herr namens Johannes mehr als ein Jahrtausend später was anderes sagt (oder auch nur fälschlich anders interpretiert wird) besitzt keine Relevanz.

Der Evangelist Johannes hat sich übrigens wiederum anders positioniert und Gott mit dem Logos identifiziert.

#23:  Autor: Thomas-Reichert BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 16:00
    —
@van

Die biblischen Figuren sind Märchenfiguren - allegorische Figuren von Dinge bzw. Personengruppen.

Johannes ist eine fiktionale Figur - eine Personifikation der Weisheit bzw. der weisen Menschen, deswegen heisst es ja auch "Offenbarung des Johannes", also Offenbarung der Weisheit.

Der Evanglist Johannes bzw. der Jünger Johannes ... sind fiktionale Figuren - Personifikationen der Weisheit / der weisen Menschen.

Sonnenlicht produziert mittels Photosynthese Lebensenergie und dadurch kann ein Baum wachsen. Wenn man den Baum anzündet brennt dieser - Feuer! Und somit strahlt dieser Licht aus. Ist Dir jetzt ein Licht aufgegangen.... dann bist Du jetzt weise geworden. Aus Licht wird Licht (Weisheit).



In Religionen geht es natürlich nicht um Lichtenergie ... es geht vielmehr um den Aufbau und Erhalt von Sozialordnungen ... Der einfache Mensch wird verdummt - geistig getötet und darf alles das tun was der Machthaber bzw. die schwarzen Philosophen möchten.

Und so haben Theologen Menschen verdummt, Geschichte gefälscht, Wissen zensiert, Menschen in Gruppen gespaltet ... und selbstverständlich Menschen ausgenommen.

#24:  Autor: Lebensnebel BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 16:27
    —
Thomas-Reichert hat folgendes geschrieben:

Der Evanglist Johannes bzw. der Jünger Johannes ... sind fiktionale Figuren - Personifikationen der Weisheit / der weisen Menschen.



Der Evangelist Johannes musste schon so weit real gewesen sein, dass er das Evangelium schreiben konnte.

#25:  Autor: Thomas-Reichert BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 17:30
    —
Lebensnebel muss ein realer Mensch sein, da er im Freigeisterhaus schreiben kann. Natürlich ist Johannes nur ein Pseudonym. Irgendein Schreiberling (Theologe -> Irrlehrer) hat diese Märchen geschrieben ...

In meinem aktuellen Buch gibt es ein Dialog zwischen der vierzigjährigen Sophie und dem zwölfjährigen Thomas, dass bedeutet aber nicht, dass Sophie real ist - sie ist vielmehr eine Personifikation der Weisheit.

#26:  Autor: Lebensnebel BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 17:44
    —
Thomas-Reichert hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel muss ein realer Mensch sein, da er im Freigeisterhaus schreiben kann. Natürlich ist Johannes nur ein Pseudonym. Irgendein Schreiberling (Theologe -> Irrlehrer) hat diese Märchen geschrieben ...



Und wenn dieser Schreiberling nun zufällig Johannes hieß?
(Dann ist man wieder bei dem alten Witz gelandet: "Die Werke Homers wurden nicht von ihm selbst verfasst, sondern von einem Mann gleichen Namens.")

#27:  Autor: Thomas-Reichert BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 18:16
    —
Wie erkennt man eigentlich fiktionale Texte bzw. religiöse (heilige) Schriften?

- Wenn in einem Text Engel oder Götter vorkommen.
- Wenn eine Geschichte zu detailliert beschrieben ist.
- Wenn Symbolzahlen wie 3, 7, 12, 40 vorkommen.
- Wenn Wunder geschehen und somit diese Texte gegen die Naturgesetze verstossen.
- Wenn die Namen der handelnde Figuren Bedeutungen haben.
- Wenn Geschichten sich wiederholen.
- Wenn die Texte mit weiteren fiktionalen Texten im Zusammenhang stehen.
- Wenn Tiere sprechen (→ Fabeln).
- Wenn merkwürdige Dinge passieren: Jungfrauengeburt, Brotvermehrung, Auferstehung von Toten ... (→ Allegorien, Metaphern)
- Wenn Texte poetisch sind, z.B. lebendiger Stein, lebendiges Wasser, Buch des Lebens … (→ Metaphern)

Ja, dann sollte man diese Texte hermeneutisch auslegen.

Ausserdem sollte man sich natürlich fragen: Wer sollte die Geschichten aufgeschrieben haben? Wenn in einer Geschichte nur eine oder zwei Figuren vorkommen, aber diese Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wurden ist.

#28:  Autor: Lebensnebel BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 18:36
    —
Thomas-Reichert hat folgendes geschrieben:

- Wenn die Namen der handelnde Figuren Bedeutungen haben.


Jeder Name bedeutet etwas.

#29:  Autor: Thomas-Reichert BeitragVerfasst am: 29.07.2018, 19:08
    —
Wenn der Name im Kontext der Geschichte etwas bedeutet.

Beispiel hatte ich ja schon mitgeteilt "Die Offenbarung der Weisheit".

Die "Weisheit" schreibt die Offenlegung der Geschichte der Menschheit, der Religionen und speziell die Geschichte des Christentums und offenbart einen rom.... einen romantisierten Opferkult.

#30:  Autor: VanHanegem BeitragVerfasst am: 30.07.2018, 10:06
    —
Thomas-Reichert hat folgendes geschrieben:
@van

Die biblischen Figuren sind Märchenfiguren - allegorische Figuren von Dinge bzw. Personengruppen.

Dass hinter jedem Bibelauthor wahlweise eine reale Person dieses Namens oder mit diesem Pseudonym, oder ein Autorenkollektiv steht ist eine Binsenweisheit, die längst auch in der offiziellen Kirche angekommen ist.


Das macht Ihre fehlerhafte Aussage
Thomas-Reichert hat folgendes geschrieben:
Am Anfang der Bibel steht, wie „Gott“ (das Licht) die Erde erschuf, hier wird also literarisch der Anfang der Welt beschrieben.

nicht richtiger.



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