Ein Vorschlag zum Gendersprech
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Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft

#121:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 09:08
    —
Das Ausdruckspaar "konsensuell erlernt" auf die Muttersprache anzuwenden ist ohnehin goldig. Das ist ungefähr so wie "konsensuell geboren". Lachen

#122:  Autor: CnndrBrbr BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 11:52
    —
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
alois hat folgendes geschrieben:
Analog bei meinem Vorschlag: Es heisst einfach "Studenten".
So ist es bei uns ja auch.
Ich weiß nicht, von welcher Sprache du redest, aber die deutsche ist es nicht. Im Deutschen gibt es das Ableitungssuffix "-in", demzufolge das Wort "Studentin".
Und? Ich rede vom Plural. Die Studenten ist Plural und heißt alle Studenten. Studentinnen heißt Studenten ohne Männer.
Die Redewendung "Studentnstudentn" (= Studenten und Studentinnen) bedeutet "männliche und weibliche Studenten und weibliche Studenten". Sprachlicher Dummfug. "Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger" ist da auch nicht viel blöder.
Auch im Singular sind viele Begriffe schlicht Rollen. Ein Kunde bleibt Kunde, auch ohne Pimmel, eine Person bleibt Person, auch mit einem.

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
... schon die Formulierung "mitmeinen" setzt doch voraus, dass sie eigentlich eben nicht gemeint sind.
Hahaha, ist ein mitarbeitender dann auch ein nicht arbeitender? Lachen
Ursprünglich natürlich. Es ist eine Ausgrenzungsbewegung.

#123:  Autor: stepWohnort: Germering BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 13:45
    —
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Hahaha, ist ein mitarbeitender dann auch ein nicht arbeitender? Lachen

Mit "Mitarbeiter" bezeichnet man i.a. tatsächlich jemanden, der nicht mit einem arbeitet, sondern unter einem.

#124:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 14:03
    —
step hat folgendes geschrieben:
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Hahaha, ist ein mitarbeitender dann auch ein nicht arbeitender? Lachen

Mit "Mitarbeiter" bezeichnet man i.a. tatsächlich jemanden, der nicht mit einem arbeitet, sondern unter einem.

Das wäre ja auch noch schöner, wenn die Sprache einer Gesellschaft ihre tatsächliche Klassenstruktur abbilden würde! zwinkern

#125:  Autor: stepWohnort: Germering BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 17:18
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Das wäre ja auch noch schöner, wenn die Sprache einer Gesellschaft ihre tatsächliche Klassenstruktur abbilden würde! zwinkern

Die Armee kommt schon seit Menschengedenken ohne diese wertschätzenden Euphemismen aus.

#126:  Autor: aloisWohnort: Regensburg BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 17:23
    —
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
...
Die Studenten ist Plural und heißt alle Studenten.
Studentinnen heißt Studenten ohne Männer.
...

Und wie sagt man, wenn man Studenten ohne Frauen meint?

Dafür gibt es kein einzelnes Wort. Man muss "männliche Studenten" sagen.

Nach meinem Vorschlag würde man "Studentonen" sagen.
Dann käme niemand mehr auf die Idee zu behaupten, mit "Studenten"
seien nur Männer gemeint, denn dafür gäbe es ja ein eigenes Wort.

https://www.linguisten.de/Thread-Ein-Vorschlag-zum-Gendersprech


Zuletzt bearbeitet von alois am 11.03.2020, 18:48, insgesamt einmal bearbeitet

#127:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 18:36
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Das Ausdruckspaar "konsensuell erlernt" auf die Muttersprache anzuwenden ist ohnehin goldig. Das ist ungefähr so wie "konsensuell geboren". Lachen


Schön aus dem Zusammenhang gerissen.

Gemeint war damit, dass ein Konsens darüber herrscht, welche Bedeutung diese Begriffe haben. Im Grunde trivial.

#128:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 18:37
    —
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
alois hat folgendes geschrieben:
Gerade im Radio gehört: "Mitarbeitende" eines Betriebs, statt "Mitarbeiter".


Klingt irgendwie passiv. Als hätten die keinen Arbeitsvertrag oder so. skeptisch


Aktiver geht‘s gar nicht.
Die Mitarbeiter dösen am Schreibtisch. —> Passt.
Die Mitarbeitenden dösen am Schreibtisch. -> Unsinnig.

Sehr glücklich


Ja, aber sie haben wieder nur mitgearbeitet und die eigentliche Arbeit wurde von anderen gemacht. Von den Mitarbeitern eben.

#129:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 18:40
    —
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Es wird zwar immer wieder behauptet, dass dessen Anwendung weibliche Mitglieder verschleiert und das Individuum, dass es verwendet, dabei dann nur an männliche Mitglieder denkt, bewiesen wurde das aber noch nie.

Es gibt dazu sehr wohl psycholinguistische Untersuchungen, die natürlich nicht - was auch keine behauptet - belegen, dass Leserinnen bei maskulinen Formen nur an Männer denken; wohl aber, dass es dementsprechende deutliche Verzerrungen gibt. Ebenso gibt es Textuntersuchungen, die deutlich zeigen, dass Texte, die scheinbar über weite Strecken ein generisches Maskulinum benutzen, ganz unvermittelt Stellen haben, die eben doch nur auf Männer zutreffen, sodass die Verfasserinnen ersichtlich eben nicht Frauen genauso im Blick hatten.

Nebenbei zur Diskussion: Du hast da sehr selbstsicher behauptet, "bewiesen" worden sei "das aber noch nie". Darf ich fragen, aufgrund welcher Kenntnisse du dieses Urteil fällst? Welche Überblicksartikel oder dergleichen hast du gelesen, die zu einem derartigen Urteil befähigen?


Diesen Thread z. B. Oder andere mit ähnlicher Thematik. Ich seh hier keinerlei beweise für die These, dass das generische Maskulinum männliche Individuen in den mit ihnen betitelten Gruppen suggeriert. (Niedlich übrigens, wie du dich bemühst das generische Femininum zu verwenden, seit ich dich darauf hinwies. zwinkern Kann man das Knistern im Gebälk regelrecht hören. Fließt nicht so leicht von der Hand wie das maskuline, nicht wahr? Sehr glücklich )

Verzerrungen gibt es übrigens immer, es geht ja schließlich um Sprache. Die ist an sich schon eine Verzerrung des Individuums seiner eigenen Wahrnehmung... verpackt in meist konsensuell erlernte Begriffe und Muster bzw. Grammatik, die eine leichtere Verständlichkeit dieser Verzerrung zwischen ihm und anderen Individuen ermöglichen soll. Wenn man noch einen einzigen Schritt zurück macht, in den Geisteszustand, der diese Umformung in Worte erst ermöglicht, begeben wir uns sogar wieder in das faszinierende und von mir inniglich geliebte Feld der kognitiven Verzerrungen. Ich liebe es... Aber das muss gar nicht sein. Smilie


Dank welcher kognitiven Verzerrung ignorierst Du psycholinguistische Untersuchungen? Leidest du etwa am Hoden-Effekt? zwinkern Die kognitive Verzerrung des Hoden-Effektes tritt vorwiegend bei Männern auf, die fürchten genau diese trocknen ihnen aus, wenn die Frauen ihre gesellschaftliche Gleichstellung fordern. „Konsensuell erlernt“ sagt mehr über Sprache aus, als du bereit bist, hinzunehmen. Was ist, wenn die Frauen genau diesen angeblichen Konsens diskutieren und aufbrechen wollen? Der Widerstand männlicher Sprachpolizisten gegen das Femininum und generell Political Correctness in der Sprache hat wenig mit einer kritischen Auseinandersetzung über Sprache zu tun. Vielmehr sieht der Mann seine Machtstellung gefährdet. zwinkern Aber auf lange Sicht wird er verlieren. Und ein neuer Konsens wird Einzug halten.


Sicher wird er das. Und tut es ja auch in jeder Minute, wenn man so will.

Nur muss das nicht der sein, den die eine oder andere Seite herbeiwünscht. Und wenn es nicht der ist, kann eine Seite allein daran überhaupt nichts ändern, weil es eben einen gesellschaftlichen Konsens braucht um Begriffen eine Bedeutung zuzuweisen, die ihren verständlichen Gebrauch ermöglicht.

Zu dem Rest, den du da über irgendwelche hodalen Hypothesen verbreitest sag ich mal nur: Projektion.

#130:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 19:13
    —
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Gemeint war damit, dass ein Konsens darüber herrscht, welche Bedeutung diese Begriffe haben.

Die "Bedeutung" wird allerdings durch den Konsens weder bestimmt noch begrenzt. zwinkern

#131:  Autor: beachbernieWohnort: Haida Gwaii BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 19:23
    —
"liebe narren und narrenese".

#132:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 11.03.2020, 20:49
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Gemeint war damit, dass ein Konsens darüber herrscht, welche Bedeutung diese Begriffe haben.

Die "Bedeutung" wird allerdings durch den Konsens weder bestimmt noch begrenzt. zwinkern


Stimmt auch irgendwie. Er ist mehr sowas wie ein Higgs-Boson, das der Materie lediglich die Masse verleiht. Am Kopf kratzen

#133:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 00:07
    —
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
alois hat folgendes geschrieben:
Gerade im Radio gehört: "Mitarbeitende" eines Betriebs, statt "Mitarbeiter".


Klingt irgendwie passiv. Als hätten die keinen Arbeitsvertrag oder so. skeptisch


Aktiver geht‘s gar nicht.
Die Mitarbeiter dösen am Schreibtisch. —> Passt.
Die Mitarbeitenden dösen am Schreibtisch. -> Unsinnig.

Sehr glücklich

Ach, auch 'ne Vorsitzende steht schon mal auf.

#134:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 00:12
    —
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Und? Ich rede vom Plural. Die Studenten ist Plural und heißt alle Studenten. Studentinnen heißt Studenten ohne Männer.
Die Redewendung "Studentnstudentn" (= Studenten und Studentinnen) bedeutet "männliche und weibliche Studenten und weibliche Studenten". Sprachlicher Dummfug. "Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger" ist da auch nicht viel blöder.

Aha, durch die Pluralbildung verändert sich auf geheimnisvolle Weise die Menge der potenziellen Referenten. Das ist linguistisch hochinteressant.

#135:  Autor: CnndrBrbr BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 12:16
    —
alois hat folgendes geschrieben:
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Die Studenten ist Plural und heißt alle Studenten.
Studentinnen heißt Studenten ohne Männer...
Und wie sagt man, wenn man Studenten ohne Frauen meint?
Studenten von Maschinenbau oder Elektrotechnik?
Karohemd und Samenstau, ich studier Maschinenbau... *träller* Lachen

alois hat folgendes geschrieben:
Dafür gibt es kein einzelnes Wort. Man muss "männliche Studenten" sagen.
Ich finde sogar gut, das extra dazu sagen zu müssen, um sich daran zu gewöhnen, dass die Ausgrenzung eben die Ausnahme ist.

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Aha, durch die Pluralbildung verändert sich auf geheimnisvolle Weise die Menge der potenziellen Referenten. Das ist linguistisch hochinteressant.
Nö, trivial. Singular meint 1, und Plural alles ab 2.

#136:  Autor: aloisWohnort: Regensburg BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 14:02
    —
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
alois hat folgendes geschrieben:
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Die Studenten ist Plural und heißt alle Studenten.
Studentinnen heißt Studenten ohne Männer...
Und wie sagt man, wenn man Studenten ohne Frauen meint?
Studenten von Maschinenbau oder Elektrotechnik?
Karohemd und Samenstau, ich studier Maschinenbau... *träller* Lachen

alois hat folgendes geschrieben:
Dafür gibt es kein einzelnes Wort. Man muss "männliche Studenten" sagen.
Ich finde sogar gut, das extra dazu sagen zu müssen, um sich daran zu gewöhnen, dass die Ausgrenzung eben die Ausnahme ist.

Mag sein. Aber wenn man meint, das "Studentonen" sei überflüssig, dann müsste man konsequenterweise auch das "Studentinnen" abschaffen und "weibliche Studenten" sagen. Entweder neben dem neutralen Wort "Studenten" ein eigenes Wort für männlich und ein eigenes Wort für weiblich, oder gar kein eigenes Wort, weder für männlich noch für weiblich.

#137:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 14:58
    —
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Aha, durch die Pluralbildung verändert sich auf geheimnisvolle Weise die Menge der potenziellen Referenten. Das ist linguistisch hochinteressant.
Nö, trivial. Singular meint 1, und Plural alles ab 2.

Eine andere konkret gemeinte Anzahl ändert nicht die Menge der potenziellen Referenten.

Beispiel: Mit dem Wort "Tisch" können eine große Anzahl verschiedener Objekte gemeint sein - waagerechte Platte, Abstützung nach unten, in sinnvoller Höhe für menschliche Tätigkeit daran, so ungefähr. Durch den Plural "Tische" ändert sich die Anzahl, wie viele davon im konkreten Fall gemeint sind, aber nicht die Menge der Gegenstände, die gemeint sein können (es können nicht auf einmal im Plural auch Sachen gemeint sein mit waagerechter Fläche, Abstützung nach unten, Rückenlehne und zum Sitzen gedacht - die heißen "Stuhl" und werden auch im Plural nicht durch "Tische" bezeichnet).
Genau das behauptest du aber für "Student": Im Singular sind die potenziell gemeinten Personen männlichen Geschlechts (für weibliche "Studentin"), im Plural auf einmal zusätzlich auch Personen weiblichen Geschlechts.

Das ist überhaupt nicht trivial, sondern linguistisch höchst merkwürdig.

#138:  Autor: CnndrBrbr BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 15:22
    —
alois hat folgendes geschrieben:
dann müsste man konsequenterweise auch das "Studentinnen" abschaffen.
Stimmt. Mir fällt auch kein nützlicher Zusammenhang dafür ein, außer wenns um Beute auf Paarungsanbahnungsparties geht. Teufel

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
"Student": Im Singular sind die potenziell gemeinten Personen männlichen Geschlechts (für weibliche "Studentin")
Ich fürchte, das ist bereits eine Folge von diesem Gendersprech. Der Student muß nicht zwingend ein biologisch männliches Geschlecht haben, nur weil er einen solchen Genus hat. So wie der Kunde oder die Person. Einen Tisch kann ich mir noch nichtmal mit Penis vorstellen, und trotzdem hat noch niemand versucht, Tische grammatisch zu neutralisieren.

#139:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 15:35
    —
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Der Student muß nicht zwingend ein biologisch männliches Geschlecht haben, nur weil er einen solchen Genus hat.

Der Student musste historisch betrachtet über Jahrhunderte sehr wohl zwingend ein biologisch männliches Geschlecht haben, weil Personen mit biologisch anderem Geschlecht nämlich noch bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein im Allgemeinen nicht zum Studium zugelassen waren - was übrigens der Grund sein dürfte, warum die Semantik dieses Ausdrucks nach wie vor so funktioniert, wie sie es tut. Mit anderen Worten: Selbst ein kurzer Blick in die Geschichte dieses Ausdrucks schlägt deiner Deutung hart ins Gesicht.


Zuletzt bearbeitet von Tarvoc am 12.03.2020, 15:39, insgesamt 3-mal bearbeitet

#140:  Autor: DonMartin BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 15:35
    —
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
alois hat folgendes geschrieben:
dann müsste man konsequenterweise auch das "Studentinnen" abschaffen.
Stimmt. Mir fällt auch kein nützlicher Zusammenhang dafür ein, außer wenns um Beute auf Paarungsanbahnungsparties geht. Teufel

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
"Student": Im Singular sind die potenziell gemeinten Personen männlichen Geschlechts (für weibliche "Studentin")
Ich fürchte, das ist bereits eine Folge von diesem Gendersprech. Der Student muß nicht zwingend ein biologisch männliches Geschlecht haben, nur weil er einen solchen Genus hat. So wie der Kunde oder die Person. Einen Tisch kann ich mir noch nichtmal mit Penis vorstellen, und trotzdem hat noch niemand versucht, Tische grammatisch zu neutralisieren.

Warum laesst man es nicht einfach wie es ist?
Im Plural "Die Studenten" sind schliesslich beide Geschlechter vertreten.
Mit welchem Recht erlauben sich eigentlich pc-Gschaftlhuber, die Sprache zu verhunzen?
Ich koennte mich ja auch darueber beschweren, dass ich im Plural verweiblicht werde (Die Maenner).

#141:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 15:38
    —
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Im Plural "Die Studenten" sind schliesslich beide Geschlechter vertreten.

Siehe dazu alles, was tillich oben bereits über die linguistische Absonderlichkeit der Behauptung einer Veränderung des Referenzrahmens im Plural gesagt hat.

#142:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 15:39
    —
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
"Student": Im Singular sind die potenziell gemeinten Personen männlichen Geschlechts (für weibliche "Studentin")
Ich fürchte, das ist bereits eine Folge von diesem Gendersprech.

Nein, ist es nicht. Dass es für Personenbezeichnungen männliche und weibliche Formen gibt, die - zumindest auf eine Person angewandt - auch so gemeint sind, ist weit älter.

CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Der Student muß nicht zwingend ein biologisch männliches Geschlecht haben, nur weil er einen solchen Genus hat. So wie der Kunde oder die Person.

Das grammatisches und tatsächliches Geschlecht bei Personen übereinstimmen und es die Bezeichnungen daher paarweise gibt, ist im Deutschen die Regel (auch bei "Kunde/Kundin" natürlich), mit nur wenigen Ausnahmen (u.a. bei Begriffen, die zur maximal allgemeinen Bezeichnung da sind, wie "Mensch" oder "Person").

Übrigens sollte dir bewusst sein, dass ein weiblicher Student ziemlich lange tatsächlich unvorstellbar war - und sich das wiederum auch sprachlich spiegelte: Noch auf einigen Leistungsnachweisen meines Vaters sah das Formular ausschließlich einen "Herrn" vor (auf anderen immerhin auch ein "Fräulein", keinesfalls aber eine "Frau").

CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Einen Tisch kann ich mir noch nichtmal mit Penis vorstellen, und trotzdem hat noch niemand versucht, Tische grammatisch zu neutralisieren.

Das liegt daran, dass sich das grammatische Geschlecht nicht auf Personen beschränkt. Das ändert an der regelhaften Übereinstimmung bei Personen aber einfach gar nichts.

#143:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 15:53
    —
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Ich koennte mich ja auch darueber beschweren, dass ich im Plural verweiblicht werde (Die Maenner).

Das "Argument" ist jetzt wirklich von einer seltenen Dummheit. Der Pluralartikel lautet nun mal für alle Genera "die" - das ist keine Genusänderung. Genausowenig, wie sich das Genus von Frau auf einmal im Genitiv und Dativ ändern würde ("der Frau").

#144:  Autor: CnndrBrbr BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 15:57
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Der Student muß nicht zwingend ein biologisch männliches Geschlecht haben, nur weil er einen solchen Genus hat.

Der Student musste historisch betrachtet über Jahrhunderte sehr wohl zwingend ein biologisch männliches Geschlecht haben.
Stimmt. Das ist aber vorbei.

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Ich koennte mich ja auch darueber beschweren, dass ich im Plural verweiblicht werde (Die Maenner).
Gröhl...

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Das ändert an der regelhaften Übereinstimmung bei Personen aber einfach gar nichts.
Es ändert vielleicht nichts, aber nur daran, daß grammatisches und biologisches Geschlecht nur manchmal bis häufig übereinstimmt aber nicht "regelhaft".

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Noch auf einigen Leistungsnachweisen meines Vaters sah das Formular ausschließlich einen "Herrn" vor (auf anderen immerhin auch ein "Fräulein", keinesfalls aber eine "Frau").
Ich habe auch mal ein österreichisches Formular gesehen - weiß nicht mehr worum es ging... Ein Eintrag hieß: "Familienoberhaupt", und der nächste: "Ehefrau des Familienoberhauptes". Sowas würde doch heute keiner mehr ernst nehmen.

#145:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 12.03.2020, 17:15
    —
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Der Student muß nicht zwingend ein biologisch männliches Geschlecht haben, nur weil er einen solchen Genus hat.

Der Student musste historisch betrachtet über Jahrhunderte sehr wohl zwingend ein biologisch männliches Geschlecht haben, weil Personen mit biologisch anderem Geschlecht nämlich noch bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein im Allgemeinen nicht zum Studium zugelassen waren - was übrigens der Grund sein dürfte, warum die Semantik dieses Ausdrucks nach wie vor so funktioniert, wie sie es tut. Mit anderen Worten: Selbst ein kurzer Blick in die Geschichte dieses Ausdrucks schlägt deiner Deutung hart ins Gesicht.

Stimmt. Das ist aber vorbei.

Oh, ich hab' gerade gesehen... du hast da im Zitat versehentlich Sachen vergessen. Ich hab' die extra für dich mal wieder eingefügt.

#146:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 13.03.2020, 06:41
    —
Mir fällt gerade auf, ich habe noch nie jemanden sagen hören "Ich bin Studierende(/r)." Die sagen immer alle, sie seien Student(/in). Am Kopf kratzen

#147:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 13.03.2020, 07:15
    —
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich die "politisch korrekten" Pluralformen in aller Regel unästhetisch finde. "Studierende" ist so ein Beispiel. Und ich finde es auch problematisch, dass sich alle paar Jahre der Standard dafür ändert: So kann sich kein neuer Sprachgebrauch einschleifen. Das alles ändert aber an meinen und tillichs kritischen Punkten gegenüber dem klassischen Sprachgebrauch rein gar nichts.

#148:  Autor: CnndrBrbr BeitragVerfasst am: 13.03.2020, 10:19
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
...weil Personen mit biologisch anderem Geschlecht nämlich noch bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein im Allgemeinen nicht zum Studium zugelassen waren - [b]was übrigens der Grund sein dürfte, warum die Semantik dieses Ausdrucks nach wie vor so funktioniert, wie sie es tut...
Du versuchst, jetzt mit der Sprache einen Kampf zu beginnen, den die Menschen vor 100 Jahren schon gefochten un gewonnen haben?

#149:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 13.03.2020, 11:01
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CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Du versuchst, jetzt mit der Sprache einen Kampf zu beginnen, den die Menschen vor 100 Jahren schon gefochten un gewonnen haben?

Nehmen wir mal an, das wäre so. Wenn der Kampf ohnehin schon gewonnen ist, wo wäre dabei das Problem?

#150:  Autor: CnndrBrbr BeitragVerfasst am: 13.03.2020, 11:05
    —
Es wäre so sinnlos wie Parolen gegen das Kaisertum.



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