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Freigeisterhaus -> Politik und Geschichte

#91:  Autor: AdvocatusDiaboliWohnort: München BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 00:37
    —
sehr gut hat folgendes geschrieben:
Interessant finde ich die letzten Umfragen vor der Wahl, die lagen bei der
CDU 27-30%
AfD 23-26%

Bei der CDU(37,1%) bis ~10% zu wenig, bei der AfD(20,8%) bis ~5% zu hoch.
Während nach den letzten Umfragen der Abstand 1-7% beträgt lag der in der Wahl bei 16,3%.

Quelle Wikipedia:
Code:
https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Sachsen-Anhalt_2021#Letzte_Umfragen_vor_der_Wahl


Dazu hatte ich eben ein Interview mit dem Chef von INSA gelesen, der dieses Ergebnis genau damit erklärt, dass die Wahlumfragen ein knappes Ergebnis voraussagten. Bei den eher vernünftigen Sachsen-Anhaltinern ging die Muffe, dass die AfD zur stärksten Partei wird. Umfragen scheinen die Wähler zu beeinflussen.

https://uebermedien.de/60696/wahlumfragen-beeinflussen-wahlen-der-insa-chef-sagt-das-ist-auch-gut-so/

Zitat:
Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 37,1 Prozent der Stimmen und über 16 Prozentpunkten Vorsprung vor der AfD gewonnen. Das war eine Überraschung. Meinungsforscher hatten einen viel geringeren Abstand erwartet; beim Meinungsforschungsinstitut INSA lag vor zwei Wochen sogar die AfD vorne.

Das prägte auch die Berichterstattung vieler Medien, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhersagten. Gerade das könnte dazu geführt zu haben, dass dieser Fall nicht eintrat und viele Anhänger anderer Parteien der CDU ihre Stimme gaben, um einen Wahlsieg der AfD zu verhindern.

#92:  Autor: AdvocatusDiaboliWohnort: München BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 00:44
    —


Diese Grafik (gesehen im ND) gefällt mir und beruhigt mich. Nur 4% der verlorenen Wähler wanderten von der Linken zur AfD.

#93:  Autor: sehr gut BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 00:52
    —
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Dazu hatte ich eben ein Interview mit dem Chef von INSA gelesen, der dieses Ergebnis genau damit erklärt, dass die Wahlumfragen ein knappes Ergebnis voraussagten. Bei den eher vernünftigen Sachsen-Anhaltinern ging die Muffe, dass die AfD zur stärksten Partei wird. Umfragen scheinen die Wähler zu beeinflussen.

https://uebermedien.de/60696/wahlumfragen-beeinflussen-wahlen-der-insa-chef-sagt-das-ist-auch-gut-so/

Zitat:
Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 37,1 Prozent der Stimmen und über 16 Prozentpunkten Vorsprung vor der AfD gewonnen. Das war eine Überraschung. Meinungsforscher hatten einen viel geringeren Abstand erwartet; beim Meinungsforschungsinstitut INSA lag vor zwei Wochen sogar die AfD vorne.

Das prägte auch die Berichterstattung vieler Medien, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhersagten. Gerade das könnte dazu geführt zu haben, dass dieser Fall nicht eintrat und viele Anhänger anderer Parteien der CDU ihre Stimme gaben, um einen Wahlsieg der AfD zu verhindern.

Das ist aber heikel, hier mag es um eine ungewollte Partei zu gehen, aber das könnte auch mal in die andere Richtung 'dirigiert' werden.

Auch diese Frage
Zitat:
Wenn Sie die Macht haben, das Wahlverhalten von Menschen zu beeinflussen,
zeigt das derlei Veröffentlichungen vor einer Wahl unterbleiben sollten. So könnte man gezielt probieren zu lenken welche Partei mehr/weniger Stimmen bekommen soll.

#94:  Autor: DonMartin BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 07:47
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AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:

Diese Grafik (gesehen im ND) gefällt mir und beruhigt mich. Nur 4% der verlorenen Wähler wanderten von der Linken zur AfD.

Die anderen sind schon 2016 gewandert:
https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/presse/presseerklaerungen/detail/news/kay-franke-zum-wahlergebnis/
Die Linke hatte dort mal soviel Zulauf wie die AfD heute.

#95:  Autor: AdvocatusDiaboliWohnort: München BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 09:34
    —
DonMartin hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:

Diese Grafik (gesehen im ND) gefällt mir und beruhigt mich. Nur 4% der verlorenen Wähler wanderten von der Linken zur AfD.

Die anderen sind schon 2016 gewandert:
https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/presse/presseerklaerungen/detail/news/kay-franke-zum-wahlergebnis/
Die Linke hatte dort mal soviel Zulauf wie die AfD heute.


Ja, aber der Rest stirbt lieber als AfD zu wählen. Sehr glücklich

#96:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 10:24
    —
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:

Diese Grafik (gesehen im ND) gefällt mir und beruhigt mich. Nur 4% der verlorenen Wähler wanderten von der Linken zur AfD.

Die anderen sind schon 2016 gewandert:
https://www.dielinke-sachsen-anhalt.de/presse/presseerklaerungen/detail/news/kay-franke-zum-wahlergebnis/
Die Linke hatte dort mal soviel Zulauf wie die AfD heute.


Ja, aber der Rest stirbt lieber als AfD zu wählen. Sehr glücklich


Ich wähle die Linke nur noch, weil Wagenknecht drin ist. Leider hat sie aber nicht so viel zu sagen, wie mir lieb wäre und den Kurs der Partei bestimmen andere und zudem unfähige Geister. Traurig Was, wie ich vermute, auch der Grund für die Abwanderung ist.

#97:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 13:09
    —
Ich richte mich immer danach was der Wahlomat mir empfiehlt.

#98:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 13:31
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich richte mich immer danach was der Wahlomat mir empfiehlt.


Was früher dein Pastor war, ist heute dein Geilomat ... äh ... Wahlomat.

#99:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 13:38
    —
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich richte mich immer danach was der Wahlomat mir empfiehlt.


Was früher dein Pastor war, ist heute dein Geilomat ... äh ... Wahlomat.


Dabei läßt man sich wenigstens nicht so beeinflussen, wie von irgendwelche sympathische oder unsympathische Gesichter auf den werbeplakaten.

#100:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 14:01
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich richte mich immer danach was der Wahlomat mir empfiehlt.


Was früher dein Pastor war, ist heute dein Geilomat ... äh ... Wahlomat.


Dabei läßt man sich wenigstens nicht so beeinflussen, wie von irgendwelche sympathische oder unsympathische Gesichter auf den werbeplakaten.


Die Gesichter ignoriere ich für meinen Teil immer gekonnt. Smartes, charismatisches Grinsen war für mich noch nie ein Ausdruck guter Werte oder intelligenter politischer Standpunkte und Programme. (Früher war es noch einer für gewiefte Photographen, heute vielleicht noch für gekonnten Umgang mit Photoshop.) Charisma halte ich auch sonst nicht für ein Zeichen hoher Intelligenz. Bestenfalls für eines von manipulativer Schläue.

#101:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 14:05
    —
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Diese Grafik (gesehen im ND) gefällt mir und beruhigt mich.

Mir nicht. Wie kommt man auf die Idee, in Scharen von der Linken zur CDU zu wandern??

#102:  Autor: DonMartin BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 14:22
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Diese Grafik (gesehen im ND) gefällt mir und beruhigt mich.

Mir nicht. Wie kommt man auf die Idee, in Scharen von der Linken zur CDU zu wandern??

Vlt haben ein paar Leute doch das Wahlprogramm der SA-Linken gelesen?
Für Menschen, die weder Frau sind noch im Ö-Dienst arbeiten, ist mit der Linken nichts zu gewinnen.

#103:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 14:35
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Diese Grafik (gesehen im ND) gefällt mir und beruhigt mich.

Mir nicht. Wie kommt man auf die Idee, in Scharen von der Linken zur CDU zu wandern??


Ich vermute stark dahinter steckt die Absicht mit taktischem Wählen die AfD zu verhindern. Jeder andere Grund entzieht sich allerdings auch meinem Verstand. skeptisch

#104:  Autor: AdvocatusDiaboliWohnort: München BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 14:54
    —
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Diese Grafik (gesehen im ND) gefällt mir und beruhigt mich.

Mir nicht. Wie kommt man auf die Idee, in Scharen von der Linken zur CDU zu wandern??


Das wurde in den Wahl-Analysen mehrfach betont: Es war ein Kampf um den ersten Platz. Viele Wähler wollten nicht die AfD als Sieger sehen und haben taktisch gewählt. Zumal sind in den östlichen Bundesländern die Wähler tendenziell weniger parteitreu, was auch für die Linke gilt. Ich habe meine Aussage auch deshalb getroffen, weil es ja das Vorurteil gibt, bei den Linken seien noch Protestwähler, die genauso gut die AfD wählen könnten. Stimmt ja nicht mehr zwinkern Die Wählerresterampe der Linke siecht dahin, ist aber trotz zunehmender Demenz nicht national-konservativ. zwinkern

Ich wollte auch noch etwas Gutes im Schlechten sehen. Weinen

#105:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 14:55
    —
Bei Quarks & Co gab es mal eine Sendung über Wahlen.
U.A. hat man mal getestet, ob es einen Unterschied gäbe, wenn man nicht nur wählen durfte, welche Partei man möchte, sondern auch, welche Partei man nicht möchte.
Das Ergebnis war ein ganz anderes.
In Sachsen-Anhalt hätte die CDU wahrscheinlich weniger Stimmen bekommen, aber die AFD, durch die Ablehnung, ganz bestimmt.

#106:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 15:44
    —
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Diese Grafik (gesehen im ND) gefällt mir und beruhigt mich.

Mir nicht. Wie kommt man auf die Idee, in Scharen von der Linken zur CDU zu wandern??


Das wurde in den Wahl-Analysen mehrfach betont: Es war ein Kampf um den ersten Platz. Viele Wähler wollten nicht die AfD als Sieger sehen und haben taktisch gewählt. Zumal sind in den östlichen Bundesländern die Wähler tendenziell weniger parteitreu, was auch für die Linke gilt. Ich habe meine Aussage auch deshalb getroffen, weil es ja das Vorurteil gibt, bei den Linken seien noch Protestwähler, die genauso gut die AfD wählen könnten. Stimmt ja nicht mehr zwinkern Die Wählerresterampe der Linke siecht dahin, ist aber trotz zunehmender Demenz nicht national-konservativ. zwinkern

Ich wollte auch noch etwas Gutes im Schlechten sehen. Weinen


Ach so. An sich kein übler Gedanke. Trösten Allzu viel Parteitreue ist ja auch nicht gut.

#107:  Autor: Zumsel BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 18:46
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vrolijke hat folgendes geschrieben:
Bei Quarks & Co gab es mal eine Sendung über Wahlen.
U.A. hat man mal getestet, ob es einen Unterschied gäbe, wenn man nicht nur wählen durfte, welche Partei man möchte, sondern auch, welche Partei man nicht möchte.
Das Ergebnis war ein ganz anderes.
In Sachsen-Anhalt hätte die CDU wahrscheinlich weniger Stimmen bekommen, aber die AFD, durch die Ablehnung, ganz bestimmt.


Wie genau soll ein solches Wahlsystem denn funktionieren? So, dass eine "Ablehnungsstimme" eine positive aufhebt? Da würde ja bspw. schon eine handvoll Ablehnungen reichen, um eine Partei knapp über 5% darunter zu drücken. Und bei einem polarisierten Wahlkampf zwischen zwei etwa gleich großen Parteien würden die jeweiligen Anhänger taktisch wählend ihre Parteien gegenseitig kleinschrumpfen, bis am Ende irgendeine Kleinpartei als Sieger dasteht. Klingt alles irgendwie bescheuert

#108:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 08.06.2021, 20:56
    —
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Das wurde in den Wahl-Analysen mehrfach betont: Es war ein Kampf um den ersten Platz. Viele Wähler wollten nicht die AfD als Sieger sehen und haben taktisch gewählt.

Wobei das ja nun eine ziemlich blöde Taktik ist. Dieser ominöse "erste Platz" hat ja fast keine praktische Bedeutung (höchstens das Amt des Landtagspräsidenten), sondern hauptsächlich symbolische. Dafür würde ich nicht CDU wählen. Klar würde ich eine Regierung unter Beteiligung der AfD verhindern wollen - aber dafür reicht es aus, eine andere Partei zu wählen, dies es wahrscheinlich in den Landtag schafft und die notfalls zu diesem Zweck mit der CDU zusammenarbeitet.

#109:  Autor: zelig BeitragVerfasst am: 13.08.2021, 13:01
    —
Zitat:
Derzeit laufen alle Berechnungen der Größe des künftigen Deutschen Bundestags darauf hinaus, dass zu der Mindestsitzzahl von 598 Abgeordneten zwischen 250 und 400 Abgeordnete hinzukommen dürften. Auch vor dieser Entwicklung sind die Regierungsparteien seit Jahren gewarnt worden. Sie haben es aus durchaus eigennützigen Motiven nicht anders gewollt.
...
Dass der CSU-Vorsitzende Markus Söder und seine Spießgesellen damit nicht nur die Legitimität, sondern die Legalität eines Wahlsystems gefährden, war und ist ihnen gleichgültig.
...
Doch aus koalitionstaktischen wie aus eigensüchtigen Motiven spielten die Sozialdemokraten das Spiel der Union mit – können sie doch am 26. September sogar hoffen, dank der Hebelwirkung von Übergangmandaten mit einer womöglich noch größeren Fraktion als derzeit in den Bundestag zurückzukehren.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundesverfassungsgericht-wahlrechtsreform-vorerst-gebilligt-17483436.html

#110:  Autor: AdvocatusDiaboliWohnort: München BeitragVerfasst am: 13.08.2021, 13:10
    —
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Das wurde in den Wahl-Analysen mehrfach betont: Es war ein Kampf um den ersten Platz. Viele Wähler wollten nicht die AfD als Sieger sehen und haben taktisch gewählt.

Wobei das ja nun eine ziemlich blöde Taktik ist. Dieser ominöse "erste Platz" hat ja fast keine praktische Bedeutung (höchstens das Amt des Landtagspräsidenten), sondern hauptsächlich symbolische. Dafür würde ich nicht CDU wählen. Klar würde ich eine Regierung unter Beteiligung der AfD verhindern wollen - aber dafür reicht es aus, eine andere Partei zu wählen, dies es wahrscheinlich in den Landtag schafft und die notfalls zu diesem Zweck mit der CDU zusammenarbeitet.


Darum muss man bei Wahlen auch nur ein Kreuzchen machen. Mitdenken und mitwissen ist nicht erforderlich. zwinkern

#111:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 13.08.2021, 15:13
    —
Zumsel hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Bei Quarks & Co gab es mal eine Sendung über Wahlen.
U.A. hat man mal getestet, ob es einen Unterschied gäbe, wenn man nicht nur wählen durfte, welche Partei man möchte, sondern auch, welche Partei man nicht möchte.
Das Ergebnis war ein ganz anderes.
In Sachsen-Anhalt hätte die CDU wahrscheinlich weniger Stimmen bekommen, aber die AFD, durch die Ablehnung, ganz bestimmt.


Wie genau soll ein solches Wahlsystem denn funktionieren? So, dass eine "Ablehnungsstimme" eine positive aufhebt? Da würde ja bspw. schon eine handvoll Ablehnungen reichen, um eine Partei knapp über 5% darunter zu drücken. Und bei einem polarisierten Wahlkampf zwischen zwei etwa gleich großen Parteien würden die jeweiligen Anhänger taktisch wählend ihre Parteien gegenseitig kleinschrumpfen, bis am Ende irgendeine Kleinpartei als Sieger dasteht. Klingt alles irgendwie bescheuert


Ich habe die dementsprechende Sendung gefunden:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-konsens-statt-kreuzchen-102.html

#112:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 13.08.2021, 18:17
    —
zelig hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Derzeit laufen alle Berechnungen der Größe des künftigen Deutschen Bundestags darauf hinaus, dass zu der Mindestsitzzahl von 598 Abgeordneten zwischen 250 und 400 Abgeordnete hinzukommen dürften. Auch vor dieser Entwicklung sind die Regierungsparteien seit Jahren gewarnt worden. Sie haben es aus durchaus eigennützigen Motiven nicht anders gewollt.
...
Dass der CSU-Vorsitzende Markus Söder und seine Spießgesellen damit nicht nur die Legitimität, sondern die Legalität eines Wahlsystems gefährden, war und ist ihnen gleichgültig.
...
Doch aus koalitionstaktischen wie aus eigensüchtigen Motiven spielten die Sozialdemokraten das Spiel der Union mit – können sie doch am 26. September sogar hoffen, dank der Hebelwirkung von Übergangmandaten mit einer womöglich noch größeren Fraktion als derzeit in den Bundestag zurückzukehren.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundesverfassungsgericht-wahlrechtsreform-vorerst-gebilligt-17483436.html

Tja. Man könnte ja, wenn so viele Abgeordnete zusätzlich im Parlament arbeiten, die Zahl ihrer Mitarbeiter entsprechend senken, um die Kosten zumindest ein bisschen im Rahmen zu halten. Dann müssten die Abgeordneten allerlei Arbeit, für die sie bisher Zuarbeiter hatten, selbst machen - sind ja dann genug.

Tatsächlich wird die Zahl der Mitarbeiter natürlich im genau gleichen maßstab wachsen wie die der Abgeordneten.

Gegenmaßnahme: Taktisch jeweils den Direktkandidaten wählen, der die größten Chancen hat, den CDU- bzw. vor allem CsU-Kandidaten zu schlagen. Zweitstimme dann nach tatsächlicher Präferenz.

#113:  Autor: jdfWohnort: Nekropole E|B BeitragVerfasst am: 13.08.2021, 23:48
    —
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Tja. Man könnte ja, wenn so viele Abgeordnete zusätzlich im Parlament arbeiten, die Zahl ihrer Mitarbeiter entsprechend senken, um die Kosten zumindest ein bisschen im Rahmen zu halten. Dann müssten die Abgeordneten allerlei Arbeit, für die sie bisher Zuarbeiter hatten, selbst machen - sind ja dann genug.

Tatsächlich wird die Zahl der Mitarbeiter natürlich im genau gleichen maßstab wachsen wie die der Abgeordneten.

Gegenmaßnahme: Taktisch jeweils den Direktkandidaten wählen, der die größten Chancen hat, den CDU- bzw. vor allem CsU-Kandidaten zu schlagen. Zweitstimme dann nach tatsächlicher Präferenz.

So mache ich das schon lange. So zählt meine Stimme "doppelt" und bildet ein Gegengewicht zu den Schwarz-Gelb-Wählern.

#114:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 14.08.2021, 09:37
    —
jdf hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Tja. Man könnte ja, wenn so viele Abgeordnete zusätzlich im Parlament arbeiten, die Zahl ihrer Mitarbeiter entsprechend senken, um die Kosten zumindest ein bisschen im Rahmen zu halten. Dann müssten die Abgeordneten allerlei Arbeit, für die sie bisher Zuarbeiter hatten, selbst machen - sind ja dann genug.

Tatsächlich wird die Zahl der Mitarbeiter natürlich im genau gleichen maßstab wachsen wie die der Abgeordneten.

Gegenmaßnahme: Taktisch jeweils den Direktkandidaten wählen, der die größten Chancen hat, den CDU- bzw. vor allem CsU-Kandidaten zu schlagen. Zweitstimme dann nach tatsächlicher Präferenz.

So mache ich das schon lange. So zählt meine Stimme "doppelt" und bildet ein Gegengewicht zu den Schwarz-Gelb-Wählern.

Wieso doppelt? Es hat ja keinerlei Auswirkungen auf die Mehrheitsverhältnisse. Es sorgt nur dafür, dass es - falls, wie es jetzt aussieht, CDU und CSU viele Direktmandate gewinnen - weniger Überhang- und Ausgleichsmandate gibt und der Bundestag weniger stark aufgebläht wird.

#115:  Autor: Zumsel BeitragVerfasst am: 14.08.2021, 11:17
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Bei Quarks & Co gab es mal eine Sendung über Wahlen.
U.A. hat man mal getestet, ob es einen Unterschied gäbe, wenn man nicht nur wählen durfte, welche Partei man möchte, sondern auch, welche Partei man nicht möchte.
Das Ergebnis war ein ganz anderes.
In Sachsen-Anhalt hätte die CDU wahrscheinlich weniger Stimmen bekommen, aber die AFD, durch die Ablehnung, ganz bestimmt.


Wie genau soll ein solches Wahlsystem denn funktionieren? So, dass eine "Ablehnungsstimme" eine positive aufhebt? Da würde ja bspw. schon eine handvoll Ablehnungen reichen, um eine Partei knapp über 5% darunter zu drücken. Und bei einem polarisierten Wahlkampf zwischen zwei etwa gleich großen Parteien würden die jeweiligen Anhänger taktisch wählend ihre Parteien gegenseitig kleinschrumpfen, bis am Ende irgendeine Kleinpartei als Sieger dasteht. Klingt alles irgendwie bescheuert


Ich habe die dementsprechende Sendung gefunden:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-konsens-statt-kreuzchen-102.html


Hmmm, na ja, dürfte dazu führen, dass es immer eine fette Mehrheit für die sog. "Mitte" gäbe und jede Partei bemüht wäre, Polarisierung zu vermeiden. Die CDU dürfte der größte Profiteur eines solchen Wahlsystems sein, denke ich, denn mehr noch als das aktuelle System begünstigt es den Status quo - als das, woran die Leute halt gewöhnt sind.

#116:  Autor: Zumsel BeitragVerfasst am: 14.08.2021, 11:28
    —
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Derzeit laufen alle Berechnungen der Größe des künftigen Deutschen Bundestags darauf hinaus, dass zu der Mindestsitzzahl von 598 Abgeordneten zwischen 250 und 400 Abgeordnete hinzukommen dürften. Auch vor dieser Entwicklung sind die Regierungsparteien seit Jahren gewarnt worden. Sie haben es aus durchaus eigennützigen Motiven nicht anders gewollt.
...
Dass der CSU-Vorsitzende Markus Söder und seine Spießgesellen damit nicht nur die Legitimität, sondern die Legalität eines Wahlsystems gefährden, war und ist ihnen gleichgültig.
...
Doch aus koalitionstaktischen wie aus eigensüchtigen Motiven spielten die Sozialdemokraten das Spiel der Union mit – können sie doch am 26. September sogar hoffen, dank der Hebelwirkung von Übergangmandaten mit einer womöglich noch größeren Fraktion als derzeit in den Bundestag zurückzukehren.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundesverfassungsgericht-wahlrechtsreform-vorerst-gebilligt-17483436.html

Tja. Man könnte ja, wenn so viele Abgeordnete zusätzlich im Parlament arbeiten, die Zahl ihrer Mitarbeiter entsprechend senken, um die Kosten zumindest ein bisschen im Rahmen zu halten. Dann müssten die Abgeordneten allerlei Arbeit, für die sie bisher Zuarbeiter hatten, selbst machen - sind ja dann genug....


Das Problem: Wohlhabende Abgeordnete mit gut dotierten Nebentätigkeiten können sich privat auch weiterhin genügend Zuarbeiter leisten, während solche, die das nicht können, in ihren Handlungsmöglichkeiten beschnitten würden.

Klar ist aber, dass die Zahl der Abgeordneten sinken sollte. Ein aufgeblähter Bundestag hat ja noch weitreichendere Folgen als bloß mehr Mitarbeiterpersonal im Bundestag. Mehr Abgeordnete machen auch diversen betroffenen Verwaltungen mehr Arbeit. Vor allem über das Fragerecht. Die Anzahl der kleinen und schriftlichen Anfragen ist in der vergangenen Wahlperiode regelrecht explodiert. Verfassungsrechtlich kann man dagegen nichts machen, da das Fragerecht DAS Instrument zur Kontrolle der Regierung durch das Parlament ist. Ob dieses Instrument in dem Sinne benutzt wird, für den es gedacht ist oder in weiten Teil bloß verwendet wird, um Sand ins Getriebe der Regierung zu streuen, indem man weite Teile der Ministerien und nachgeordneter Behörden mit der Bearbeitung sinnloser Anfragen beschäftigt, liegt einzig an den Abgeordneten, die in diesem Punkt aus guten Gründen autark und nicht rechtfertigungspflichtig sind.

#117:  Autor: Zumsel BeitragVerfasst am: 15.08.2021, 09:57
    —
Zumsel hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Bei Quarks & Co gab es mal eine Sendung über Wahlen.
U.A. hat man mal getestet, ob es einen Unterschied gäbe, wenn man nicht nur wählen durfte, welche Partei man möchte, sondern auch, welche Partei man nicht möchte.
Das Ergebnis war ein ganz anderes.
In Sachsen-Anhalt hätte die CDU wahrscheinlich weniger Stimmen bekommen, aber die AFD, durch die Ablehnung, ganz bestimmt.


Wie genau soll ein solches Wahlsystem denn funktionieren? So, dass eine "Ablehnungsstimme" eine positive aufhebt? Da würde ja bspw. schon eine handvoll Ablehnungen reichen, um eine Partei knapp über 5% darunter zu drücken. Und bei einem polarisierten Wahlkampf zwischen zwei etwa gleich großen Parteien würden die jeweiligen Anhänger taktisch wählend ihre Parteien gegenseitig kleinschrumpfen, bis am Ende irgendeine Kleinpartei als Sieger dasteht. Klingt alles irgendwie bescheuert


Ich habe die dementsprechende Sendung gefunden:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-konsens-statt-kreuzchen-102.html


Hmmm, na ja, dürfte dazu führen, dass es immer eine fette Mehrheit für die sog. "Mitte" gäbe und jede Partei bemüht wäre, Polarisierung zu vermeiden. Die CDU dürfte der größte Profiteur eines solchen Wahlsystems sein, denke ich, denn mehr noch als das aktuelle System begünstigt es den Status quo - als das, woran die Leute halt gewöhnt sind.


Es könnte allerdings auch ganz anders kommen. Dieses System setzt ja eigentlich voraus, dass man sich mit ALLEN Parteien beschäftigt, die auf dem Wahlzettel stehen, denn man muss ja für jede Partei eine entsprechende Skalierung vornehmen. Das ist dann doch eine recht hohe Wahlhürde, bei den rund 30 Parteien, die da immer antreten. Zu sagen, man solle einfach nur die Parteien skalieren, die man kennt, erscheint mir nicht sehr sinnvoll, da das das Ergebnis unbekannter Parteien unangemessen nach oben verzerren dürfte, da eben im Wesentlichen nur deren Fans eine Skalierung mit entsprechend hohen Werten vornähmen. Dass da dann jede Bewertung mit gewissenhafter Überlegung erfolgt, kann doch arg bezweifelt werden. Nicht, dass das bei Stimmabgaben im aktuellen System garantiert wäre, aber das Zustandekommen der Ergebnisse und das Prinzip der Repräsentation ist darin doch wohl doch verständlicher.

#118:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 15.08.2021, 10:47
    —
Zumsel hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Bei Quarks & Co gab es mal eine Sendung über Wahlen.
U.A. hat man mal getestet, ob es einen Unterschied gäbe, wenn man nicht nur wählen durfte, welche Partei man möchte, sondern auch, welche Partei man nicht möchte.
Das Ergebnis war ein ganz anderes.
In Sachsen-Anhalt hätte die CDU wahrscheinlich weniger Stimmen bekommen, aber die AFD, durch die Ablehnung, ganz bestimmt.


Wie genau soll ein solches Wahlsystem denn funktionieren? So, dass eine "Ablehnungsstimme" eine positive aufhebt? Da würde ja bspw. schon eine handvoll Ablehnungen reichen, um eine Partei knapp über 5% darunter zu drücken. Und bei einem polarisierten Wahlkampf zwischen zwei etwa gleich großen Parteien würden die jeweiligen Anhänger taktisch wählend ihre Parteien gegenseitig kleinschrumpfen, bis am Ende irgendeine Kleinpartei als Sieger dasteht. Klingt alles irgendwie bescheuert


Ich habe die dementsprechende Sendung gefunden:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-konsens-statt-kreuzchen-102.html


Hmmm, na ja, dürfte dazu führen, dass es immer eine fette Mehrheit für die sog. "Mitte" gäbe und jede Partei bemüht wäre, Polarisierung zu vermeiden. Die CDU dürfte der größte Profiteur eines solchen Wahlsystems sein, denke ich, denn mehr noch als das aktuelle System begünstigt es den Status quo - als das, woran die Leute halt gewöhnt sind.


Es könnte allerdings auch ganz anders kommen. Dieses System setzt ja eigentlich voraus, dass man sich mit ALLEN Parteien beschäftigt, die auf dem Wahlzettel stehen, denn man muss ja für jede Partei eine entsprechende Skalierung vornehmen. Das ist dann doch eine recht hohe Wahlhürde, bei den rund 30 Parteien, die da immer antreten. Zu sagen, man solle einfach nur die Parteien skalieren, die man kennt, erscheint mir nicht sehr sinnvoll, da das das Ergebnis unbekannter Parteien unangemessen nach oben verzerren dürfte, da eben im Wesentlichen nur deren Fans eine Skalierung mit entsprechend hohen Werten vornähmen. Dass da dann jede Bewertung mit gewissenhafter Überlegung erfolgt, kann doch arg bezweifelt werden. Nicht, dass das bei Stimmabgaben im aktuellen System garantiert wäre, aber das Zustandekommen der Ergebnisse und das Prinzip der Repräsentation ist darin doch wohl doch verständlicher.

Es gibt aber viele Menschen, (ich denke sogar die meisten) die durchaus mit mehrere Parteien "leben können". Jetzt kann man nur eine Partei wählen.
Wenn ich z.B. eine Grün-Rote Regierung bevorzugen würde, kann ich sowohl die Grünen, wie auch die Linke und/oder SPD gleich beurteilen. Und die, die ich absolut nicht dabei haben möchte, wenig.
Man könnte so quasi die Koalition mitbestimmen.

#119:  Autor: tillich (epigonal) BeitragVerfasst am: 15.08.2021, 12:02
    —
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Man könnte so quasi die Koalition mitbestimmen.

Nee. Dass eine unbestimmte Zahl von Wählern mehrere Parteien gemeinsam markiert, heißt für deren Koalitionsmöglichkeiten und -verhalten noch gar nix.

#120:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 15.08.2021, 15:28
    —
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Man könnte so quasi die Koalition mitbestimmen.

Nee. Dass eine unbestimmte Zahl von Wählern mehrere Parteien gemeinsam markiert, heißt für deren Koalitionsmöglichkeiten und -verhalten noch gar nix.

Schau dir mal das Quarks-Filmchen an. Das Ergebnis was dabei herauskommt, ist auf jeden Fall ein ganz anderes, als wenn man nur "sein Kreuzchen" machen darf.



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